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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 913 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 22.01.2015 23:08:56 Gelesen: 381600# 289 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo 10 Parale,

leider kann ich - trotz intensiver Suche - keine genaue Antwort geben auf Deine Frage.



Conspoli scheint ein Anfangs-Startort (Bahnhof?) gewesen zu sein, aber es scheint mir nicht die türkische/osmanische Schreibweise gewesen zu sein, denn sonst müsste ich den Stempel im Werk "Philatelistischer Atlas des Osmanischen Reiches" von Andreas Birken (1992) doch wohl finden(?). Aber Fehlanzeige! Wie Du ja mit der Abbildung der Seite 256 aus dem Buch von Dragomir schon gezeigt hast, wird der Stempel mehrfach als Anfangs- oder Endstation einer Bahn- oder Schiffslinie genannt. Ob es ein Stadtteil/Bahnhof von Constantionopel war, kann ich nur vermuten, aber nicht sauber nachweisen.

Anbei eine Postkarte, die von Constantinople nach Bukarest geschickt wurde im Jahre 1903. Auf der türkischen 10 Para-Marke sehr schön der Stempel "CONSPOLI-CONSTANTA-BUCURESCI", also der "umgekehrte" Stempel von fig. 1449 (Dragomir, Seite 256). fig. 1450 zeigt dann einen sehr ähnlichen Stempel, aber mit "COSPOLI" (ohne "N")!

Dass beide Schreibweisen zur gleichen Zeit vorkamen, zeigt auch der nächste Beleg von 1896 mit den Stempeln fig. 1454 + fig. 1468.



Auch dieser Brief ist von Constantinople abgegangen. Cospoli/Conspoli muss also (das dürfen wir wohl fast sicher annehmen) ein "Teil" davon sein.

Lass doch bitte die Seiten 253-260 im Buch Dragomir von einer sprachkundigen Person aufmerksam lesen; ich kann das leider nicht (rumänisch). Irgendwo sollte das doch notiert sein, so meine/hoffe ich.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.01.2015 00:02:57 Gelesen: 381590# 290 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo - eine wichtige Ergänzung:

zu Cospoli habe ich gefunden:

"Brockhaus → 10. Band: K - Lebensversicherung → Hauptstück: Seite 0587, „Konstantinopel“"

"... und Levantinern Cospoli , von den Slawen Zarigrad (d. i. Kaiserstadt) genannt, Hauptstadt des türk. Reiches, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 59' östl. L. von Greenwich, auf einer Halbinsel, die im S. vom Marmarameer, im O. vom Bosporus"

bzw.

"Meyers → 10. Band: Königshofen - Luzon → Hauptstück: Seite 0028, von „Konstantinehafen“ bis „Konstantinopel“ Öffnen"

"... Konstantinúpolis, levantisch-ital. Cospoli, von den Slawen Zarigrad, "Kaiserstadt", genannt, die Hauptstadt des osmanischen Reichs und Residenz des Sultans, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 58' östl. L. v. Gr. auf der europäischen Küste"

=> Also offenbar ein anderer (levantisch-ital.) Name für Konstantinopel.

Ich denke, wir haben das Rätsel gelöst.

Heinz
 
merkuria Am: 23.01.2015 00:20:25 Gelesen: 381587# 291 @  
@ Heinz 7 [#289]

Hallo Heinz,

ich bin kein Rumänien-Spezialist, habe aber mal nach Cospoli gegoogelt. Bin dabei mehrere Male auf Constantinopel gestossen, meistens auf Abbildungen des Bahnhofes.



Hier eine Karte aus einer Auktion (Los 2429) die folgenden Begleittext hat:
« Salut de Cospoli. Le personnel du service commercial des Chemins de fer orientaux"

Hier den Link zu dieser Seite:

http://postcardcircuit.com/Stamp_Auction_Collectable/greece-picture-postcards?page=37

Das Foto auf dieser Karte wurde jedenfalls vor dem Bahnhof von Constantinopel aufgenommen (siehe andere Karten in dieser Auktion) Ich denke, Du hast das Rätsel richtig gelöst!

Liebe Grüsse
Jacques
 
Heinz 7 Am: 23.01.2015 13:07:44 Gelesen: 381536# 292 @  
@ merkuria [#291]

Danke Jacques!

Ich habe am "falschen Ende" angefangen mit Suchen. Unter "Conspoli" findet man nur sehr schwer etwas (oder fast nichts), aber unter "Cospoli" geht es dann sehr rasch.

Brockhaus bzw. Meyer: => Cospoli = ein anderer (levantisch-ital.) Name für Konstantinopel.

Warum der Stempelmacher dann nicht konsequent "Cospoli" verwendet hat, sondern (auch) "Conspoli", bleibt im Moment als Frage stehen. Vielleicht war es auch ein Versehen? Vielleicht hat er irgendwie "Cospoli" mit "Constantinople" vermengt? Es wäre nicht der einzige Stempelfehler, den wir Philatelisten festgestellt haben.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 08.02.2015 15:10:10 Gelesen: 380523# 293 @  
@ Pepe [#271]

So, ich mach mal weiter. Diesen Beitrag könnte man auch "zugelernt" nennen.

"Es wird auf Fälschungen zum Schaden der Post und zum Schaden der Sammler hingewiesen. Das kann ja wieder heiter werden."

Pepe, das kann nicht nur heiter werden, das wird sehr heiter. Beim Durchstöbern meiner Sammlung bin ich heute mal wieder auf was gestoßen, dass sehr stark nach Fälschung riecht. Man hat es mal gekauft, weil man keine Ahnung hatte. Doch durch Philaseiten bin ich schon erheblich schlauer geworden.

Die 13. Ausgabe (Jubiläumsausgabe), die nur 3 Tage gültig war, wurde den Büchern zu Folge niemals mit dem Stempel des rumänischen Postamtes in Cospoli (Constantinopel - siehe auch Rumänien: Postrouten und Transportwege) SMR18 versehen - vgl. Kiriac Dragomir Stampilografie Postala - Seite 260.

Dieses rumänische Postamt war lt. Kiriac Dragomir zwischen dem 4/16. März umd dem 27.April/9.Mai 1896 (julianischer Kalender), also ca. 55 Tage in Betrieb. Verwendet wurden die Marken "Spic de Griu" mit den Nominalen 5, 10 und 25 Bani - (ein Thema für sich)

Das Datum 12. April ist deshalb falsch, weil lt. Kiriac Dragomir dieser Stempel nur vom 13. April 896 - 2. Mai 1896 vorgekommen ist. Neben dem Aufdruck von 10 PARAS, 20 PARAS und 1 PIASTRE ist auch die arabische Schrift in der oberen Kreishälfte interessant - die in türkischer Sprache lautet: "ROMANYA VAPUIARINA MAKSUSTUR" - was auf deutsch soviel bedeutet wie: "gültig für rumänische Schiffe".

Obwohl ich hier wohl auf die platte Nase gefallen bin, immerhin Material zur Verdichtung des Allgemeinwissens.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.02.2015 21:20:24 Gelesen: 380431# 294 @  
@ 10Parale [#293]

Lieber Freund,

den Stempel findest Du in Beitrag [#289]. Auf der 13. Ausgabe hat aber weder der Aufdruck "1 PIASTER", noch der Stempel etwas zu suchen. Da hast Du recht!

Lehrgeld zahlen wir alle; ich musste auch schon Entdeckungen in meiner Sammlung machen, die mich enttäuschten.

Das ist aber nur Ansporn, es das nächste Mal besser zu machen!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 26.02.2015 13:11:31 Gelesen: 379680# 295 @  
Hallo,

im Jahr 1932 brachte Rumänien seine erste Blockausgabe heraus. Anlass war die Briefmarkenausstellung EFIRO in Bukarest, die vom 23. - 30. November 1932 ihre Pforten öffnete. Karl II. (Carol) war nicht nur König, sondern auch ein großer Philatelist, dessen Sammlung zu jener Zeit auf Platz 3 einer Art Weltrangliste der Sammler stand. Heinrich Birnbach (Deutschland) und Emilio Diena (Italien) waren u.a. mit Ausstellungsstücken in der Rumanian Academy Foundation in der Dalles Hall in Bukarest 1932 dabei. Der 100 x 125 mm große Block mit der Nominale 6+5 LEI zeigt König Karl II. in seiner Uniform als General.

Die Auflage war 50.000 Stück. Heutzutage kann man einen postfrischen Block (übrigens ohne Wasserzeichen) schon in manchen Auktionskatalogen im Angebot sehen.

Das FDC Datum soll der 21. November 1932 sein. Vielleicht hat jemand solch einen Block und kann ihn hier mal präsentieren. Ich zeige einen postfrischen Block und einen gestempelten Block mit einem Ausstellungsstempel vom 5. Dezember 1932.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.02.2015 00:03:58 Gelesen: 379628# 296 @  
@ 10Parale [#295]

Hallo guten Abend,

die EFIRO muss eine sehr hochkarätige Ausstellung gewesen sein, wenn man sieht, welche wichtigen Sammler dabei ausstellten! Natürlich ist es der Philatelie eines Landes förderlich, wenn sogar der König/die Königin ein eifriger Sammler ist. Bei mindestens drei grossen Sammlern ist das bekannt (plus bei einem Maharadja!): dem König von England, dem König von Rumänien und dem König von Ägypten; King Farouk!

Interessant für uns ist, dass King Farouk einige (wenige) hochklassige Rumänien-Seltenheiten hatte. Eine erzielte an der Auktion 1954 in Kairo(!) einen sehr hohen Preis. Weisst Du von welchem Stück ich spreche? Es ist der später nach dem König benannten "Farouk-Brief"



Ein Bild sagt mehr als viele Worte. Das ist natürlich eines DER HAMMERSTÜCKE der Rumänien-Philatelie. Manche sagen: "das zweitbeste Stück von Rumänien".

Ausnahmsweise kann ich das gezeigte Bild nicht aus den eigenen Beständen "rekrutieren", bedauerlicherweise. Das Foto ist dem Buch zur Ausstellung der ANPHILEX 1996 entnommen, als der Collectors Club New York sein 100-Jahr-Bestehen feierte. Unter anderem wurden die 20 "Aristocrats" der Philatelie-Welt vorgestellt (EINSCHLIESSLICH einem Rumänien - Stück! Aber NICHT der Farouk Brief, sondern dem vielleicht "besten Stück von Rumänien"). Das Buch ist ein "who is who" der Weltraritäten.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 27.02.2015 22:03:48 Gelesen: 379577# 297 @  
@ Heinz 7 [#296]

Wow - "Farouk-Brief" - was für eine wunderschöne Seltenheit. Ein Paar und ein Einzelstück der 108 Parale (Rumänien Michel Nr. 4) in bester Erhaltung. Drei Abstempelungen M1 Galatz Moldova fig. 277 Stampilografie Postala von Kiriac Dragomir.

Der Stempel "RECEPISSE" der Moldau für eingeschriebene Briefe gab es in 2 Varianten, auf dem Farouk Brief ist es der Stempel C1 fig. 1471 aus dem selbigen Buch. Es wäre bestimmt noch interessant die Frankatur von insgesamt 324 Parale zu erklären.

König Karl II von Rumänien war im Besitz eines Kehrdruckpaares der 27 Parale (Michel Nr. 1), welches aber seit 1950 "leider" verschwunden ist. Die 27 Parale Marke wurde in Bögen zu 32 Marken hergestellt, jeweil 4 Reihen zu 8 Marken, wobei Reihe 2 und 3 sich direkt im Winkel von 180 Grad gegenüberstanden. Das Kehrdruckpaar der 27 Parale war das einzig bekannte auf der Welt. Die größte Rarität der Rumänien-Philatelie?

Anbei eine Rekonstruktion, wie die Rarität aussehen könnte.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 01.03.2015 14:25:13 Gelesen: 379468# 298 @  
Heute ist der 1. März und in Rumänien ist es seit langem eine Art "vorchristlicher, archaischer" Brauch, dass die Männer den Frauen und die jungen Burschen den Mädchen eine kleine Brosche schenken mit verschiedenen Symbolen, das die Frauen (Mädchen) sich dann an einer rot-weissen Schnur als Brosche an die Brust stecken. Es ist ein Symbol für den Frühling und die Liebe. Um so mehr Broschen die Mädchen um den Hals hängen haben, desto mehr Verehrer haben sie.

1. März = Marcisor

Hier die beiden Kleinbögen KB 5709 und KB 5710 aus dem Jahr 2003 anläßich dieses Festtages. Michel schreibt "Grußmarken zum Valentinstag", was meines Erachtens so eigentlich nicht stehen gelassen werden kann. Maikäfer und Schornsteinfeger sind jedoch auch Glückssymbole, die am 14. Februar europa- bzw. weltweit zum Tragen kommen.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 01.03.2015 22:21:18 Gelesen: 379448# 299 @  
@ 10Parale [#297]

Lieber 10 Parale,

Du hast natürlich vollkommen recht, dass Du den legendären, einmaligen Kehrdruck der 27 Parale hier auflistet. Das ist eine absolute Weltrarität, die natürlich bei den zwei Auktionen, die sie erlebte, auch Spitzenresultate erzielte.

Du brauchst die Rarität nicht zu rekonstruieren; ich habe drei Fotos von ihr



Ferrary-Auktion, Oktober 1921
Arthur Hind-Auktion, Januar 1935

Der Kehrdruck erreichte 1921 46'000 Französische Francs, das ist umgerechnet auf heute, wertbereinigt knapp über CHF 300'000. Das war das 27. beste Ergebnis aller Ferrary-Lose! 1935 erreichte das Paar stolze GB£ 1'000; welchem Wert das heute gleichzusetzen ist, kann ich nicht ohne Weiteres sagen, aber es war ein Spitzenergebnis für Briefmarken weltweit.

Leider ist das Foto nicht scharf, aber es ist sogar ein Farbfoto, darum zeige ich es gerne. Es wurde publiziert in der legendären LIFE-Ausgabe vom Mai 1954, als die wertvollsten Briefmarken vorgestellt wurden. Mister Harmer hat es damals (1954) bewertet mit US$ 7'000; also nicht ganz so hoch wie auch schon.

Das Stück ist leider seit fast 65 Jahren verschollen. Es ist natürlich der Wunsch jedes Rumänien-Sammers, dass er es einmal wieder sehen kann. Auch ich träume davon.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.03.2015 23:17:08 Gelesen: 379443# 300 @  
@ Heinz 7 [#299]

Aus lauter Begeisterung für diese Weltrarität noch das Foto aus dem Auktionskatalog von H.R. Harmer London (Arthur Hind-Auktion).



Auch dieses Foto zeigt rechts unten den zweiten, schwachen Stempel-Abschlag von GALATZ. Die Stempelfarbe ist in Beitrag 299 schön ersichtlich. Alle, die sich wundern, wie der Kehrdruck zustande kam, sollen Beitrag 287 betrachten (die dritte Ausgabe Handdruck wurde gleich gedruckt wie die erste; wir haben also ein vertikales Paar (Position 9+17 des Bogens, oder 10+18, 11+19, ... 16+24)).

Ein schöner Beitrag für unser kleines Jubiläum: "300 x Rumänien für Sammler"

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.03.2015 21:42:30 Gelesen: 379123# 301 @  
Guten Abend,

als Nummer 301 unseres Rumänien-Themas habe ich mir eine bunte Ansichtskarte ausgesucht:



Ich finde solche Darstellungen sehr pittoresk und sie gefallen mir gut. Man kann sich richtig gut die Stimmung vorstellen.

Heinz
 
10Parale Am: 18.03.2015 20:11:39 Gelesen: 378620# 302 @  
@ Heinz 7 [#301]

"Beschreibung auf der Rückseite" - würde mich auch mal interessieren. Die Ansichtskarte ist wirklich sehr bunt und pittoresk. Mir ist sofort eingefallen, das auch heutzutage der(die) Briefzusteller(in) den Leuten noch die Rente bar nach Hause bringt. Unvorstellbar bei uns.

Heute zeige ich wieder mal ein besonderes Exemplar der Michel Nr. 10. Diese 30 Parale Marke (Handeinzeldruck schätze ich) wurde mit einem Agraffenstempel A62 in roter Farbe von BRAILA abgeschlagen. Auf Grund des Stempeldatums, 29. Februar, ist sogar eine genaue Jahreszuordnung möglich, weil ja nur alle 4 Jahre ein Schaltjahr ist. So kann ich ziemlich genau sagen, dass die Marke am Montag, den 29. Februar 1864 abgeschlagen wurde, ein Schaltjahr.

Liebe Grüße

10Parale

Anmerkung: Da Heinz7 in dem Thread über die unterschiedlichen Kalender (#7) uns mitteilte, dass die rumänische Post ab 1865 auf den gregorianischen Kalender umgestellt hat, wird meine Theorie nun äusserst fragwürdeig. Kann dies nun eine Spätverwendung des Stempel im Jahr 1868 gewesen sein (Schaltjahr), oder ist der Stempel etwa gefälscht? Und aus welchem Grund?


 
Heinz 7 Am: 19.03.2015 15:29:41 Gelesen: 378560# 303 @  
@ 10Parale [#302]

Hallo 10 Parale,

der Stempel von Braila mit der Agraffe in roter Farbe ist recht selten! Ich habe diesen Stempel auch, und Herr Fritz Heimbüchler hat ihn mit "RR" signiert (roter Stempel). Oben ist er knapp geschnitten, aber gemäss Fotoattest Heimbüchler "vollrandig" (= "Die Marke ist voll- bis breitrandig geschnitten, sehr farbfrisch, der Stempel klar auf den Brief übergehend").



Der Brief ist gestempelt 28.3.1863 und hat einen Ankunftsstempel "BUCURESCI 30/3". Auch der "FRANCO." C9P.-Stempel (Dragomir fig. 1613, 1614, 1624) (typisch für Braila) ist wunderschön.

Es ist dies eine meiner Ersterwerbungen für mein Gebiet Rumänien. Auch das Attest ist alt, Fritz Heimbüchler war bei seiner Studie noch ein junger Prüfer; es ist das Attest Nr. 100 vom 2.6.1980. Gekauft habe ich diesen Brief 1995. Seit 20 Jahren bereitet er mir Freude.

Zu Deinem Stück: Ich sehe nicht, warum das Datum 29.2.1864 nicht möglich sein sollte. Sehe ich das Problem nicht?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 20.03.2015 21:10:10 Gelesen: 378501# 304 @  
Wir haben noch nicht sehr viele Briefe der Ährenausgaben gezeigt; der 14. Briefmarkenausgabe Rumäniens. Ich will da in den kommenden Wochen etwas "nachlegen".

Viele der Briefmarken haben nur wenig Katalogwert, trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass wir immer saubere Belege von allen Werten finden.



Dieser Brief ging am 4. Juni 1894 von Bukarest nach Mainz (Ankunft 6.6.)

Ich hoffe, der Brief gefällt Euch. Er ist mit 1 Ban überfrankiert, aber das ist kein Unglück. Er stammt aus der Goldmedaillen-Sammlung von Horst Scherrer.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.03.2015 11:20:17 Gelesen: 378264# 305 @  
@ Heinz 7 [#304]

Ich vertiefe mich zur Zeit in meinen Spezialteil "Rumänien, 14. Ausgabe, Ährenausgabe".

Nun sehe ich "vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr".

Was meint Ihr, steht da handschriftlich auf den Marken?



Ich meine, es sind zwei Paare der Michel Nr. 134 "anilinrosa", in der Zähnung "B". Den handschriftlichen Zusatz kann ich aber nicht entziffern/zuordnen. Ich wäre froh um einen Hinweis.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 26.03.2015 12:34:38 Gelesen: 378256# 306 @  
@ Heinz 7 [#305]

Könnte das Verb "retribui" = "bezahlen, belohnen" bedeuten - also ein handschritlicher Vermerk "bezahlt".

Wie heisst es beim Lotto: Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Liebe Grüsse

10Parale
 
Heinz 7 Am: 27.03.2015 18:25:43 Gelesen: 378220# 307 @  
@ 10Parale [#306]

Lieber 10 Parale,

mir scheint es, Du hast recht! Unter "retributie" finde ich die Übersetzung "Entgelt".

Das führt uns aber zur Frage: Was bedeutet das? Eine Briefmarke war die die Quittung für die Vorauszahlung für eine Dienstleistung.

Denkbar ist, dass der Absender "darüber hinaus" noch ein Entgelt ("Trinkgeld") bezahlen wollte und die Postsache also absichtlich zu hoch frankierte (z.B. 20 statt 10 Bani). Der gewissenhafte Postbeamte hat dies bemerkt; vielleicht wollte er das einfach so klarstellen, mit seiner Notiz, oder aber er wollte nicht, dass der Empfänger die ungebrauchte Marke für eine neue Postsendung verwendete.

Interessant ist diese Notiz allemal! (finde ich)

Heinz
 
10Parale Am: 27.03.2015 21:45:01 Gelesen: 378203# 308 @  
@ Heinz 7 [#307]

Diese Erklärung halte ich für sehr einleuchtend, "Trinkgeld" klingt in diesem Zusammenhang plausibel, zumal man wohl kaum eine zweite Marke derselben Nominale verklebt, nur um sicher zu gehen, dass der Brief ausreichend frankiert ist. Dann wählt man lieber gleich eine höhere Nominale.

Postgeschichtlich sicher auch deshalb interessant, weil sich seit langer Zeit kein Organ der Post mehr die Mühe macht, eine Überfrankierung zu dokumentieren. Das passt nicht in das Schema "Bezahlung nach Zeit" - doch das ist ein anderes Thema.

Mit der Ährenausgabe tue ich mich ziemlich schwer. Dein Brief aus #304 gefällt mir nicht nur wegen der eindeutig raren Frankatur, sondern gerade wegen der wunderschönen Schrift. Da war in gewisser Weise ein Künstler am Werk, man betrachte nur die Schwingungen in den Anfangsbuchstaben z.B.
beim G von Germania oder den letzten Buchstaben f von Zentralbahnhof: einfach genial - wer war der Absender?

Ich mache mal einen gefürchteten Sprung zu Michel Nr. 222 (Freimarken König Karl I. im gekrönten Oval)aus dem Jahr 1909/14. Die vier hier vorgestellten Marken mögen diesen Wert verdeutlichen. Während die rechte Marke mit Originalgummi ist und bei Michel online (MOK) mit 2,-- Euro bewertet wird, ist die Marke links daneben ungezähnt.

Im Michel Katalog ist diese Marke nicht erwähnt bzw. katalogisiert. Ein rumänischer Katalog aus dem Jahr 2006 bewertet die Marke mit 150,-- Euro. Der CMPR erwähnt die geschnittene Marke als "eseuri", was soviel bedeutet wie ein "Essay zu Versuchszwecken". Wer weiss mehr darüber?

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.03.2015 21:36:03 Gelesen: 378159# 309 @  
@ Alle [#301]

Unter Beitrag [#301] haben wir hier eine Ansichtskarte eingestellt, und aus gegebenem Anlass möchte ich damit weiterfahren. Warum? 10 Parale zeigt uns unter "Ganzsachen" eine wunderschöne Ansichtskarte mit Abbildungen von Briefmarken der 14. Ausgabe von Rumänien. Die beiliegende Postkarte stammt wohl ca. aus derselben Zeit und zeigt ähnliche Briefmarken von Anfang des 20. Jahrhunderts.



Solche Darstellungen gefallen vielen Sammlern sehr, mir auch.

Ich stelle die Karte aber unter "Rumänien für Sammler" ein, weil, philatelistisch gesehen, diese Ansichtskarten KEINE Ganzsachen sind (auch wenn sie als "Postkarten" angeschrieben sind!). Wenn sie aber das Wertzeichen nicht schon eingedruckt haben (sondern eine Frankatur noch angebracht werden muss, um das Poststück zu befördern), sind sie eben KEINE Ganzsachen-Postkarten, sondern "nur" Ansichtskarten.

Sie sind deswegen aber nicht weniger schön!

Was mir an DIESER Ansichtskarte besonders gefällt ist, dass die Landesgrenzen eingezeichnet sind. Wir erkennen also noch Oesterreich-Ungarn, wie es VOR dem ersten Weltkrieg aussah, als z.B. Siebenbürgen noch dazu gehörte. NACH dem 1. Weltkrieg kam es bekanntlich zu Rumänien, das damit gebietsmässig sich stark vergrösserte; auch die Bevölkerungszahl wurde damit stark erhöht.

Heinz
 
10Parale Am: 30.04.2015 11:16:48 Gelesen: 377239# 310 @  
Hallo,

die Abbildung zeigt eine Briefvorderseite mit einer 30 Parale Marke (Michel Nr. 10II Plattendruck) für Inlandsbriefe je 5 dramuri (16gramm) Gewicht.

Was macht diese Briefvorderseite so besonders?

1. der schöne Abschlag von GALATZ - MOLDOVA, Stempel M1, dessen Verwendungsdaten M1 Galatz: 23.12.1857 – 29.06.1868

2. Abschlag 30/11 - julianischer Kalender

Dazu führt F. Heimbüchler in seinem Werk "Rumänien/Romania Fürstentum Walachei 1820 - 1862 Vereinigte Fürstentümer 1862 - 1872" aus:

Theoretisch möglich sind für die 30 Parale Stempeldaten ab 15. September bis 31. Dezember 1864. Diese kurze Verwendungszeit der Marke Michel Nr. 10II Plattendruck macht diese Briefvorderseite so selten.

Am 31. Dezember 1864 wurden alle Marken der Ausgaben Vereinigte Fürstentümer 62/64 ungültig. Heimbüchler erwähnt in o.g. Werk auf Seite 141, dass auf Grund der Marktbeobachtungen und Prüfungen der letzten Jahre etwa 200 - 300 Briefe der 30 Parale Plattendruck die Zeit überdauert haben dürften.

Am 1. Januar 1865 trat übrigens für Briefe bis 15gr. ein neuer Tarif in Kraft, 20 Parale für jede Entfernung im Inland. Die Steindruckausgaben mit dem Bildnis von Fürst Cuza übernahmen diese Aufgabe.

3. der interessante Ankunftsstempel von Fokschani, es handelt sich hierbei um den Stempel M2 (Kiric Dragomir Stampilografie Postala Abb. 299, Seite 84). Dieser Stempel war vom 22.12.1861 - 31.12.1865 in Gebrauch und der einzige dieser Stempel M2, wo "MOLDOVA" nicht erschien.

4. Eine Kombination von M1 und M2 Stempel ist auch nicht oft zu finden.

Für Anhänger des Postweges sei hier der Postweg skizziert: Galati - Tecuci - Focsani - Distanz ca. 40 km.

Bewertung:

Es handelt sich um eine Briefvorderseite, die Zeugnis gibt eines Postverlaufs im Fürstentum Moldau. Der Brief wurde kürzlich in einer Auktion eines Hamburger Auktionshauses für 160 Euro (ohne Zuschlag) versteigert. Ich persönlich erachte stets den Marktpreis eines Briefes (siehe Pos. 1 - 4) zwar für den realistische und einzig wahren Preis, hätte mir aber ein höheres Ergebnis gewünscht. Oder war es auch mangelnde Information der interessierten Philatelisten, obwohl aus der Losbeschreibung deutlich hervorging, um was für eine Marke es sich hier handelt?

Oder lag es am reichhaltigen Angebot von verschieder hervorragender Abstempelungen und Marken aus jener Zeit, was das Auktionshaus zu bieten hatte?

Siehe auch Rumänien Marken echt oder falsch - Beitrag #62 von Heinz 7.

Heinz7 stellt in einem verwandten Thread (Rumänien - Postrouten und Transportwege) im Beitrag #66 einen interessanten Beleg aus dem Fürstentum Moldau vor und fragt alle, weshalb dieser seltenste Brief solch einen hohen Preis erzielte? Ich frage mich bei diesem Brief aus Galatz, weshalb er solch einen niedrigen Preis erzielte? So interessant ist Philatelie.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 07.05.2015 13:24:38 Gelesen: 376559# 311 @  
Hallo,

ich zeige hier die Briefvorderseite einer Mitteilung, die am 23. November 1899 in SINAIA abgeschlagen wurde. Es handelt sich um einen Behördenbrief vom Rathaus in Sinaia an das Rathaus in Targoviste.

Bei dem Stempel von Sinaia handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um einen Stempel B4 mit dem Posthorntyp VI (siehe Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 141 ff.).

Auffällig rechts oben der Stempel "DUPA PLECARE". Kiriac Dragomir erklärt zwar diesen Stempel aber nirgends finde ich

- warum und
- wann
- und von wem

dieser Stempel beigefügt wurde. Letztendlich ist es ein Stempel, der bereits nach Versendung des Briefes abgeschlagen wurde. Aber von wem ?

Dupa = nach Plecare = gehen

Leider mangelt es an Erklärungen in der Fachliteratur.

Auf Seite 281 von o.g. Werk werden diese "DUPA PLECARE" Stempel klassifiert. Der Stempel auf dem abgebildeten Brief nennt sich C8 und wurde im ländlichen Raum eingesetzt. Explizit nennt Dragomir Kiriac den Kreis PRAHOVA als ein Gebiet, indem dieser Stempel in Gebrauch war. Sinaia gehört zum Judetul, also Kreis PRAHOVA, so dass ich von einem echten Beleg ausgehen kann.

Dieser Stempel C8 ist einer von 6 verschiedenen Typen, der einzige übrigens ohne Rahmen.

Vielleicht kann der eine oder andere erklären, warum, wo und wann dieser Stempel angesetzt wurde?

Rückseitig der Ankunftsstempel von TARGOVISTE und ein Kreis-Stempel von PRAHOVA.

Vielen Dank

10Parale


 
wahewa Am: 07.05.2015 18:43:46 Gelesen: 376502# 312 @  
Hallo 10Parale,

DUPA PLECARE bedeutet - Nach Abgang der Post.

Der Brief wurde zu spät eingeliefert und wurde daher erst am folgenden Tag weitergesandt.



Grüsse wahewa
 
10Parale Am: 07.05.2015 21:48:37 Gelesen: 376468# 313 @  
@ wahewa [#312]

Vielen Dank, wahewa.

Du zeigst zwei seltene Briefe, einmal mit 18 Bani (15 Bani + 3 Bani) freigemacht innerhalb der Fürstentümer und einmal mit insgesamt 25 Bani freigemacht (15 Bani + 10 Bani) nach Österreich.

Die 3 Bani Marke auf Brief (Michel Nr. 18) ist meines Wissens äussert selten und zusammen mit der 15 Bani Marke (Michel Nr. 20) stellt diese Mischfrankatur eine grosse Seltenheit dar. Wow!

Beigefügt noch ein Scan der von Kiriac Dragomir aufgelisteten Stempelvarianten von DUPA PLECARE.

Nun ein Schritt weiter in die Vergangenheit:

Dieser Brief aus Berlad wurde mit einem seltenen Stempel "BERLAD - MOLDOVA" in grüner Farbe am 29.10. abgeschlagen. So weit so gut. Dieser Stempel war gängig vom 04.08.1858 bis zum 15.06.1865, was diesen Brief zeitlich eingrenzt. Die Zählnummer 125 weist auf einen Behördenbrief hin.

Auf der Rückseite habe ich nun einen Ochsenkopf gefunden. Nein, nicht die berühmte Briefmarke, aber ein Siegelfragment, welches leider in 2 Teile zerlegt ist und nur noch Fragmente erkennbar sind.

Ein schönes Fragment stellt der Ochsenkopf dar, links erkennt man einen Delphin und oben eine Krone. Es handelt sich eindeutig um ein Siegel aus der Moldau, denn der Ochse und der Delphin sind bekannt. Sorgen bereitet mir das zweizeilige Schriftfragment, bei der ich noch eine Zahl erkenne (2 oder 9).

Es könnte sich um ein Postmeistersiegel des Büros von Berlad handeln, dass man auch nicht all zu oft findet. Kiriac Dragomir zeigt in seinem Werk "Stampilografie Postala" eine Menge solcher Siegel aus der Moldau und der Walachei, jedoch in einer sehr schlechten Druckqualität, dass es mir nicht gelungen ist, eine genaue Identifikation vorzunehmen.

Wer weiss mehr dazu?

Liebe Grüsse

10Parale






 

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