Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 913 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17   18   19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 37 oder alle Beiträge zeigen
 
Pepe Am: 17.11.2016 18:48:11 Gelesen: 319927# 414 @  
Ja die Zeit-sie fliegt. Mit ganz bescheidenen Marken will ich mal meine Reise fortsetzen.

Im Mi unter 1898 findet man diesen Satz mit 4 Werten



Mi 113, smaragdgrün, gz 13½ und Mi 114, rosa gz 13½



Mi 115, schwarz, gz 13½ und Mi 116, blau, gz 13½

Ob der weiße Fleck durch's "R" von "ROMANIA" eine Schadstelle oder Plattenfehler ist, kann ich nicht sagen. Ein Durchscheinen (Fenster) ist nicht feststellbar. 10 fach Lupe.

Papier scheint waagerecht gerippt.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 18.11.2016 19:52:07 Gelesen: 319866# 415 @  
@ Heinz 7 [#413]

Der Stempel von Botuschani ohne Moldova scheint eine Rarität zu sein. Da muss ich leider auch passen, aber mein Jäger- und Sammlerinstinkt ist geweckt.

Ich zeige im folgenden, - ohne dem Verlauf vorgreifen zu wollen -, ebenfalls einen interessanten Stempel von FOKSCHANI ohne Moldova. Es handelt sich bei diesem Stempel auf der Briefkarte um eine Art Dekartierungsstempel (bayern klassisch sei Dank: sieh Rumänien: Postrouten und Transportwege).

K. Dragomir listet ihn als M2a fig. 299 - auf. Der Stempel auf der Briefbegleitliste ist in ultramarin. Dragomir nennt als spätestes bekanntes Datum den 12/12/1861 für diese Stempelfarbe. Es gab diesen Stempel noch in grünlicher Farbe und in schwarzer Tusche.

Wenn es sich tatsächlich um den Stempel M2a fig. 299 in ultramarin handelt (was ich nicht bezweifle, nur der "Bruchstrich" macht mir Sorgen), ist es ein neues Spätdatum (Date tirzii), nämlich der 4/1/1862.

  

Des weiteren möchte ich noch einen interessanten Bahnpoststempel vorstellen, zur Abwechslung mal in französischer Sprache (wir sind ja Europäer):

En 1891 le Bureau postal roumain situé dans le gare (autrichienne) de Itzkani a été transferé à Burdujeni. En conséquence, dans les nouveaux Cachets le nom "IZCANI" a été remplacé par "BURDUJENI".

Zu deutsch: 1891 wurde das rumänische Postamt im österreichischen Bahnhof !!!! von Itzkani (in das 4 km entfernte Anm. des Verfassers) nach Burdujeni verlegt. Dadurch wurde auf den Bahnpoststempel das Wort IZCANI durch BURDUJENI ersetzt. (und die Strecke verringert sich um 4 km).

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 22.11.2016 22:50:24 Gelesen: 319588# 416 @  
@ Pepe [#414]

Hallo Pepe,

schön, dass Du wieder dabei bist!

Plattenfehler gibt es zuhauf auf den Marken der 14. Ausgabe (Ährenausgabe, ab 1893)! Vermutlich hat Deine 15 Bani-Marke auch einen solchen Plattenfehler; das ist (leicht) werterhöhend. Weil es ein markanter Plattenfehler ist, gewinnt das Stück dadurch noch dazu.

Anbei möchte ich Euch eine kürzliche Neuerwerbung vorstellen.



Dieser eingeschriebene Brief von 1886 von Bukarest nach Reichenberg kostete 75 Bani. Frankiert ist dieser Brief mit:

10. Ausgabe (1880), 25 Bani, blau, Michel Nr. 56
11. Ausgabe (1885), 50 Bani, braungelb, Michel Nr. 69

Solche Mischfrankaturen erfreuen uns Sammler. Dass zwischen diesen zwei Ausgaben noch eine politische Änderung stattfand, macht diesen Brief sicher noch interessanter:

10. Ausgabe: Rumänien = Fürstentum
11. Ausgabe: Rumänien = Königreich.

Die 11. Ausgabe umfasste viele Wertstufen, und darum wären Mischfrankaturen nicht nötig gewesen. Dass sie trotzdem zustande kam, freut mich.

Heinz
 
Pepe Am: 27.11.2016 18:19:00 Gelesen: 319000# 417 @  
@ Heinz 7 [#416]

Nun neigt sich meine Rumäniensammlung dem Ende zu. Es wurde ja bis 1900 gesammelt und die letzten beiden Sätze gehen bis Mi 144.



1900 07 05, Mi 122, blau, gz 11½

Nachfolgende alle ohne Wasserzeichen und Zähnung 11½.



Mi 127, hellbraun; Mi 131, rotbraun; Mi 132, grün gelbgrün



Mi 133a, rosa; Mi 135, schwarz; Mi 138, blau



Mi 139, dunkelgrün; Mi 140, orange, Zähnung 13½:11½



Mi 141, hellbraun/rosa, Farbfleck auf Schläfe; 143, orange/braun

Schönen 1. Advent
nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 29.11.2016 23:49:17 Gelesen: 318895# 418 @  
@ Pepe [#417]

Danke, Pepe!

Ich habe diese letzte (14.) Ausgabe sehr gerne, die "Ährenausgabe" (oder: "Spic de Griu"). Die 1.-13. Ausgabe von Rumänien (bzw. Fürstentum Moldau) 1858-1891 waren alle bildgleich innerhalb einer Ausgabe; mit der 14. Ausgabe (ab 1894) änderte dies: da haben wir leicht unterschiedliche Bilder für die verschiedenen Nominalen.

Das sieht man bei Deinem Beitrag 417 sehr schön. Danke.

Die tiefen Werte (1 Bani, 1.5 Bani, 3 Bani) und die hohen (1 Lei und 2 Lei) haben in ihrer Zeichnung als Dekoration Ähren; daher kommt der Name.

Wie wir schon gesagt haben, ist diese Ausgabe sehr vielseitig und auch schwierig, wenn man es ganz genau nehmen will. Aber man kann sich ja auch auf die Hauptmerkmale konzentrieren; dann klappt das auch weitgehend mit der Bestimmung.

Meine klassische Rumäniensammlung endet übrigens auch mit dieser 14. Ausgabe (Ende XIX. Jahrhundert); ab Nr. 146 (1903) kommen bei Rumänien sehr viele Jubiläumsausgaben hinzu, ganze "Fluten", und darum habe auch ich, wie viele Sammler, hier den "Schluss-Strich" gezogen.



Einschreibe-Brief vom 2.1.1896 von Bukarest nach Braunschweig. Ankunft in Braunschweig bereits am 5.1. (rückseitiger Ankunftsstempel), frankiert mit 50 Bani-Marke, Michel Nr. 107.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 07.12.2016 18:04:27 Gelesen: 318110# 419 @  
Rumänien-Sammler,

wir haben im Thread "Rumänien: Marken echt oder falsch" unter # 72-73 über den Stempel A65 von GIURGIU diskutiert (Agraffen Stempel) gVon diesen Stempel (Agrafa bogata) gibt es lt. Kiriac Dragomir 50 verschiedene (von Bukarest gibt es 3 verschiedene).

Verwendungszeit: 26. Juni 1865 - 20. Februar 1880.

Ich zeige hier den Stempel von GIURGIU auf 5 verschiedenen Marken und einem Briefausschnitt nach Bukarest mit der Michel Nr. 20, Freimarkenserie Fürst Karl I. mit Backenbart im Perlenkreis. Wie man auch sehr schön sieht, gab es diesen Stempel in blauer und schwarzer Farbe.

Diese Michel Nr. 20 wurde in einer Auflage von 2 Millionen gedruckt und ist deshalb doch noch recht oft auf einem Beleg zu finden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.12.2016 22:12:02 Gelesen: 318065# 420 @  
@ 10Parale [#419]

Lieber 10 Parale,

schön, was Du uns da zeigst! Stempel fig. 396 Dragomir (A 65 Giurgiu) auf vier verschiedenen Ausgaben!

5. Ausgabe (Michel Nr. 16)
6. Ausgabe (Michel Nr. 20)
7. Ausgabe (Michel Nr. 23+24)
8. Ausgabe (Michel Nr. 27)

... und auf einer Brief-Vorderseite!

Ich ergänze diese schöne Darstellung mit einem kleinen Fragment, 40 Bani (Michel Nr. 23+24), gestempelt mit einem etwas späteren Stempel: T 69 "GIURGIU", fig. 461 Dragomir.



Den "DIM" Stempel gibt es ganz ähnlich mit Inschrift "SERA" statt "DIM". "Dim" steht für Morgen, "Sera" für Abend.

Es ist eine schöne Aufgabe, die vielfältigen Stempel auf den verschiedenen Marken zu sammeln!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.12.2016 13:48:54 Gelesen: 317944# 421 @  
@ 10Parale [#419]

Einen schönen Stempel "Giurgiu (Agrafe)" durfte ich auch zeigen unter Beitrag 368. Mindestens ein Postbeamter hat sich seinerzeit also die Mühe gemacht, den Stempel sauber anzubringen.

Es ist gar nicht so einfach, alle Stempel in guter Erhaltung, sauber abgeschlagen, zu finden! Es ist eine lohnende Aufgabe, weil viele Angebote unterscheiden nicht zwischen Normal-Erhaltung und Luxus.

Der Sammler aber schätzt die Unterschiede.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.12.2016 14:00:35 Gelesen: 314246# 422 @  
@ 10Parale [#419]

Zum Jahresende noch ein schönes, seltenes Stück:

Die Michel 44 F mattblau ist gestempelt mit Euro 750 notiert. Zusammenhängend mit einer 10 Bani blau Mi 45 ist die Marke aber kaum zu finden, und auf Brief wäre das Ganze eine grosse Rarität. Einen Brief habe ich zwar nicht, aber an dem gezeigten Briefstück habe ich trotzdem meine Freude.



Ich wünsche allen Philaseiten-Lesern schöne letzte Stunden 2016 und ein frohes Neues Jahr 2017!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 29.12.2016 17:15:03 Gelesen: 314197# 423 @  
@ Heinz 7 [#422]

Möchte mich den Wünschen anschließen und noch ein Papierchen zeigen.



1895

Eigentlich wegen mangelhafter Zähnung nichts für's Sammelalbum. Warum wird sie wohl trotzdem dort zu finden sein?

nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 03.01.2017 17:12:38 Gelesen: 313453# 424 @  
@ Pepe [#423]



1895 09 15, Paketmarke Mi 1, rotbraun, gez. 13½

Die Einprägung 'Wappen' kommt hier also auch liegend vor. Die Papiere mit den geringen Abständen waren für die normalen Freimarken gedacht. Ob das nun was aufregendes ist bleibt dahingestellt. In der Fachliteratur wird das wohl schon bekannt sein?

Nette Grüße und gutes 2017
Pepe
 
Heinz 7 Am: 03.01.2017 23:03:51 Gelesen: 313412# 425 @  
@ Pepe [#424]
@ Heinz 7 [#150]
@ Pepe [#152]

Guten Abend Pepe,

danke für die guten Wünsche.

Im CMPR '74 sind die Wasserzeichen genannt, aber da ergibt sich wieder das Problem, das wir oben schon besprochen haben: Beitrag 150/152: Im Katalog ist ein spitz zulaufendes Wasserzeichen abgebildet, während das Wasserzeichen bei Deiner Marke doch eindeutig unten rund ist (siehe Abb. Bild 152). Eine Abart: "liegendes Wasserzeichen" habe ich nicht gefunden bei CMPR (Seiten 428+429) und ich wollte schon aufgeben, da habe ich aber gefunden im Michel:

"Paketmarken, Mi. 2, 1896: Zifferzeichnung. Bdr. mit Wappeneinpressung (jedoch liegend) wie Freimarken MiNr. 70-75; ..."

Also genau Dein Fall. Es ist keine Michel Paketmarke Nr. 1, sondern eine Nr. 2 von 1896.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 04.01.2017 20:10:05 Gelesen: 313097# 426 @  
@ Heinz 7 [#425]

Im Mi 2003/04 hat man die Wappeneinpressung (liegend) bei Mi 2 gar nicht erwähnt. Die Farbe ziegelrot hätte mich stutzig machen müssen.

Die Mi 3 hat wieder eine Fragestellung.



1898, Mi Paketmarke 3, ziegelrot, gez. 13½, Wz. 1

Das Wasserzeichen dieser Marke ist gegenüber dem Katalog genau spiegelverkehrt. Siehe Skizze



Bekannt oder nicht, Marke auf gerippten Papier. Gibt es unterschiedliche Bewertungen?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 04.01.2017 20:53:10 Gelesen: 313076# 427 @  
@ Pepe [#426]

Hallo Pepe,

offenbar hat Michel hier eine Ergänzung gemacht! Im Katalog Europa Ost 1999/2000 steht auf Seite 946 zu Paketmarke Nr. 2: "1896. Geänderte Farbe. Bdr.; gez. 11.5-13.5"

... 7 Jahre später, im Katalog Südosteuropa 2006/2007 steht auf Seite 793 zu Paketmarke Nr. 2: "1896. Zifferzeichnung. Bdr. mit Wappeneinpressung (jedoch liegend) wie Freimarken MiNr. 70-75; gez. L 11.5, L 13.5, L 11.5-13.5, L 13.5-11.5"

Da hat also jemand "nachgebessert". Das wundert mich, denn meines Wissens wurde in der ARGE Rumänien diese Verbesserung nie besprochen/thematisiert.

Betrachten wir nun Paketmarke Mi-Nr. 3. Auch 25 Bani, auch Farbe ziegelrot (wie Mi-Nr. 2), aber mit Wasserzeichen 1., also "PR breit", siehe Seite 463.

Wie schon erwähnt, ist in diesem Bereich der CMPR '74 Katalog nicht genauer als Michel, im Gegenteil, er ist teils sogar weniger genau. Ob ein Wasserzeichen kopfsteht, wird nicht besonders katalogisiert. Auch die Papierunterschiede ("glattes dickes oder geripptes Papier") werden zwar erwähnt, aber nicht besonders/unterschiedlich bewertet.

Ob ein späterer rumänischer Katalog hier genauer ist, weiss ich leider nicht.

Zum Abschluss auch eine Marke von mir



Wappeneinpressung, also Mi-Nr.2

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.01.2017 20:03:28 Gelesen: 312749# 428 @  
@ Pepe [#426]

Ich habe meine (wenigen) Paketmarken etwas genauer betrachtet. Dabei fand ich ein sehr dunkles Exemplar der Mi-Nr. 2



Ziegelrot stimmt wohl, aber diese Marke ist viel satter in der Farbe als mein Exemplar in Beitrag [#427].

Gruss

Heinz
 
10Parale Am: 16.01.2017 22:08:01 Gelesen: 311754# 429 @  
Habe so viel gelesen über den Rothen Turm und heute flog dieser Beleg in mein Haus. Er ist zwar österreichischer Natur, aber landete bei einem österreichischen Militärangehörigen, der am Rothen Turm Pass bei Boitza verweilte.

Dazu geselle ich eine 30 Parale auf gestreiftem Papier mit einem wunderschönen M3 Stempel von Galatz.

Ach wie schön ist die Philatelie.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.01.2017 22:18:31 Gelesen: 310947# 430 @  
@ 10Parale [#429]

"Ach wie schön ist die Philatelie" schreibst Du, und Du weisst, dass ich Dir da ganz beistimme!

Im Thread "Rumänien ab 1945" schwärmst Du von einer Michel Nr. 1, die bei Rauhut/Kruschel zur Auktion kommt.



Ich konnte das Bild nur in kleiner Auflösung abspeichern, zeige es aber unter dieser Rubrik und gebe Dir ein paar Gedanken dazu.

Du wünscht Dir, diese Marke kaufen zu können. Der Ausruf dazu ist Euro 6'000, inkl. Provision ergibt das also Euro 7'200, falls die Marke nicht hochgesteigert wird. Das ist natürlich eine Menge Geld, und man sollte sich das ohne Reue leisten können, sonst - wenn die Opfer zu gross sind - finde ich soll man die "ganz grossen Sachen" eben auslassen.

WENN aber die "Kriegskasse" gut genug gefüllt ist, würde ich Dir herzlich und mit Überzeugung gratulieren, falls Du die Marke kaufen könntest. Sie ist zwar unten angeschnitten, ist aber gesamthaft gesehen ein weit überdurchschnittlich gutes Stück! Das sagt ja auch das Attest. Der Stempel ist wunderbar, der Schnitt an drei Seiten sehr gut und Heimbüchler nennt im Attest keine Papierschäden oder dgl., sodass dieses Stück sicher sehr wertvoll ist. Die Marke hat nicht umsonst einen Katalogwert von Euro 17'000.

Ich weiss, es gibt Gebiete, da zahlt "man" für eine angeschnittene Marke nicht 42% Katalog, aber das angebotene Stück ist wirklich gut und selten und es ist ein absolutes "KEY"-item für eine Rumänien-Sammlung: Eine gute Nr. 1! Da hättest Du vermutlich Dein Leben lang grosse Freude daran. Darum wage ich es, Dich zu ermuntern, die Marke zu kaufen, sofern die finanzielle Last für Dich nicht zu gross ist. Du solltest dann aber auch nicht zu sehr enttäuscht sein, sollte später einmal eine günstigere Gelegenheit auftauchen - solche Entwicklungen sind immer wieder möglich. Aber das weisst Du ja!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.02.2017 14:04:38 Gelesen: 309906# 431 @  
@ 10Parale [#429]

Es ist ja interessant - in x Gebieten purzeln die Preise (nach unten) und irgendwie erwarte / befürchte ich dasselbe ja auch für das Sammelgebiet "Klassisch Rumänien". Aber noch immer gibt es meines Erachtens sehr viele überraschend hohe Ergebnisse.

Warum schreibe ich Dir das? Nun, ich habe schon oft geraten, für eine gute Marke auch den geforderten Preis zu bezahlen, sofern er angemessen/vertretbar ist. Für den Moment mag der Preis wohl stimmen, aber wer sagt uns, was in zehn oder zwanzig Jahren noch gilt? Vielleicht sind dann die hohen Preise wieder halbiert? Oder sie sind sogar noch höher als heute? Niemand weiss es wirklich.

Ich habe mir überlegt, auf den beiliegend abgebildeten Brief ein Gebot abzugeben:



Wir sehen einen sehr spektakulären R-Brief von Frankreich (Paris), 1864, nach Bukarest, mit Durchgangstempel "Wien", frankiert mit einem prächtigen Fünferstreifen der Nr. 34.

Der Ausruf des Briefes lag aber immerhin bei Euro 800, das nimmt die Mehrheit der Sammler nicht locker "aus der Portokasse". Ich auch nicht, ich habe kein Gebot abgegeben. Ich sehe nun aber, dass der Brief auf stolze Euro 1470 hochgeboten wurde. Dies ist ein Beweis mehr, dass "Klassisch Rumänien" in der Regel auch heute gute Preise bringt.

Übrigens: Befördert wurde der Brief mit der österreichischen Post. Wer weiss, warum dieser Brief nicht mit der französischen Post befördert wurde?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 13.02.2017 22:33:48 Gelesen: 309314# 432 @  
@ Heinz 7 [#430]

Mein Vater pflegte zu Lebzeiten immer zu sagen "Lieber Sohn, wenn ich kein Geld habe, dann gehe ich nicht aus dem Hause".

Nun haben sich die Zeiten geändert. Man kann von zu Hause aus an Auktionen teilnehmen, Pizzas zu jeder Tageszeit und Blumen zum Valentinstag bestellen. Aber der Kern der Aussage meines Vaters bleibt natürlich erhalten, wir Jüngeren sagen dazu "Ohne Moos nix los".

Mit den Auktionen ist es so eine Sache. Sie kommen meistens zur falschen Zeit. Da ist die "Kriegskasse" mal gut gefüllt aber Ebbe am Auktionsmarkt. Da ist man knapp bei Kasse und schon leuchtet irgendwo ein Stern auf, hier in diesem Fall eine 27 Parale Marke, die du überdurchschnittlich gut beurteilst. Danke.

Ich werde mit großer Spannung das Angebot und auch die Nachfrage beobachten und hoffentlich im passenden Moment die richtige Entscheidung treffen.

zu [#431]

Befördert wurde der Brief mit der österreichischen Post. Wer weiss, warum dieser Brief nicht mit der französischen Post befördert wurde?

Du zeigst da einen wunderschönen Brief und das Gebot von 1470,-- Euro zeigt, wie begehrt hübsch frankiertes "Incoming Mail" aus dieser Zeit in die Fürstentümer ist. Sehr schön der Ausdruck "Principautés Unies" auf dem Briefvorderseite, der Brief war an einen Stabs-Arzt der rumänischen Armee gerichtet. Leider kann ich Deine Frage nicht beantworten. Der Ankunftsstempel ist vom österreichischen Postamt in Bukarest. War es ein Wertbrief und hat es damit zu tun?

Liebe Grüße

1oParale
 
Heinz 7 Am: 14.02.2017 21:33:56 Gelesen: 309171# 433 @  
Hallo, Kollegen!

Im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" haben wir interessante Beiträge zu Inflationsphasen gefunden. Michael Mallien behandelt die neueste Zeit, ich habe die Zeit 1945-1947 beleuchtet, und 10 Parale trägt zu beiden Phasen wesentliche Ergänzungen bei.

Nun habe ich einen Beleg gefunden, der VOR "meiner" Inflation (1945-1947) liegt:



Am 4. August 1939 ging diesser Brief mit Luftpost von Baile Tusnad (Rumänien) nach Basel (Schweiz). Frankiert war er mit 27 Lei, dies ist nicht sehr viel weniger als am 1.5.1945 fällig gewesen wäre (65 Lei; 45+20), ABER - dann konnte die Dienstleistung "mit Luftpost" nicht (mehr) in Anspruch genommen werden (siehe "Rumänien: Belege nach 1945").

Noch habe ich das Buch Marinescu 2008 nicht gekauft und muss mir daher mit dem ungleich schmaleren Werk desselben Autors von 1993 begnügen. Daraus lese ich:

Scrisori simple: 12 Lei (ab 1.11.1938, gemäss Tabelle 23)
Suprataxele aeriene externe: 15 Lei (ab 17.4.1939, gemäss Tabelle 32)
das ergibt in der Summe tatsächlich die gezeigten 27 Lei!

Vielleicht kann mir einer der Kollegen bestätigen, dass im Marinescu 2008 die Tarife bestätigt sind?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 15.02.2017 21:57:46 Gelesen: 309106# 434 @  
@ Heinz 7 [#433]

Tabellen 233 und 272 im Kompendium von Calin Marinescu bestätigen die portogerechte Frankatur deines Briefes von 27 Lei.

Ich freue mich, dass wir nun auch ein Feld eröffnen, welches Briefe vor 1945 zeigt und evtl. diskutiert.

Die Freimarkenserie "Karl II" mit Inschrift Posta ziert auch einen Brief, den ich hier vorstellen möchte.

Ein Professor aus Berlin (ich spekuliere es handelt sich um Professor Robert Rössle [1], sendet am 27.10.1936 einen Luftpostbrief nach Rio de Janeiro.

Der Brief lief über Marseille (Transitstempel vom 31.10.1936) und wurde von dort mit einem Flugzeug nach Rio de Janeiro transportiert, wo er am 03.11.1936 eintraf.

Mir gefällt besonders der 3-er Streifen der Michel Nr. 506 (20 Lei orange - auch wenn die linke Marke kränkelt) und die rückseitig aufgeklebte Marke Michel Nr. 496 (6 Lei braunkarmin).

Der Brief hätte nur 10 Lei zuzüglich 53 Lei für die Luftpostbeförderung nach Brasilien gekostet, war somit mit 3 Lei leicht überfrankiert.

Liebe Grüße

10Parale

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_R%C3%B6ssle)
 
10Parale Am: 16.02.2017 19:42:16 Gelesen: 309021# 435 @  
@ 10Parale [#434]

Ich zeige einen mit 35 Lei freigemachten und vom Oberkommando der Wehrmacht zensierten Brief vom 15. Oktober 1940 von Bukarest nach Stuttgart.

Das der Brief per Luftpost ging, zeigt der handschriftliche "Vermerk" avion.

Empfänger war der damalige Oberbürgermeister Dr. Strölin (1933 - 1945), von Beruf Offizier und Mitglied der NSDAP.

Das Porto von 35 Lei setzt sich zusammen:

16 Lei für einen einfachen Brief
19 Lei Luftpostzuschlag

Für mich persönlich interessant aber ohne jeglichen philatelistischen Belang die kleine Zahl 666 (999), der in der biblischen Zahlenmystik Bedeutung zukommt.

Liebe Grüße

10Parale

    
  
 
bayern klassisch Am: 16.02.2017 19:59:06 Gelesen: 309017# 436 @  
@ Heinz 7 [#431]

Hallo Heinz,

dieser Traumbrief, an dem ich auch Interesse gehabt hätte, lief wie gewöhnlich über Strasbourg - Stuttgart - München - Wien, wo das Briefpaket aus Paris geöffnet und der Inhalt weiter distribuiert wurde.

Der siegelseitige französische Stempel wurde hier nicht auf einem Wertbrief, sondern auf einem eingeschriebenen Brief abgeschlagen. Er bezeichnete die Reconummer, die Anzahl der Siegel und die Farbe der Siegel (alles aus Sicherheitsgründen).

Glückwunsch unbekannterweise an den, der ihn sich geleistet hat. Es gibt dümmeres, was man mit seinem Geld machen kann ...

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 17.02.2017 00:02:09 Gelesen: 308978# 437 @  
@ bayern klassisch [#436]

Lieber Ralph,

danke, dass Du diesen schönen Brief auch kommentierst.

Noch "schöner" wäre er, wäre er mit der französischen Post (statt mit der österreichischen) befördert worden, oder was meinst Du? Immerhin ist es ja ein Brief aus Frankreich.

Michael zeigt uns im Thema "Rumänien Belege ab 1945" einen Stempel DUPA PLECARE (Beitrag 98)

10 Parale war flink, und hat ihm schon erklärt, was der Stempel bedeutet (Beitrag 99). Interessant ist sicher auch, dass es diesen Stempel mehr als 100 Jahre vorher bereits gab.



Dieser Brief von 1872 wurde frankiert mit 25 Bani und lief von Jassy nach Wien. Da er zu spät (für den aktuellen Postabgang) abgegeben wurde, erhielt auch dieser Brief den schönen Stempel "DUPA PLECARE". Am 20.8.1872 wurde der Brief gestempelt, der Ankunftsstempel auf der Rückseite datiert vom 24.8.

Beste Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 17.02.2017 06:26:14 Gelesen: 308941# 438 @  
@ Heinz 7 [#437]

Lieber Heinz,

wäre der Brief mit den französischen "Messageries Maritimes" durch das Mittelmeer zum Balkan befördert worden, trüge er den unabänderlichen Makel, Bayern nie gesehen zu haben.

Ihn davon zu befreien war erste Pflicht unserer lieben französischen Kollegen damals und sie haben ganz sicher alles richtig gemacht. :-)

Spaß beiseite - in diese Richtung kenne ich eigentlich nur Briefe via Deutschland und Österreich, auch nach Serbien usw..

Es mag, ich kann es mangels Literatur nicht überprüfen, auch andere Leitungen gegeben haben damals, aber sie könnten langsamer bzw. teurer gewesen sein, so dass deren Nutzung wohl außer Verhältnis stand.

Einer Leitwegsvorgabe bedurfte es ja auch nicht - die Aufgabepost wusste schon, was sie zu tun hatte, von daher Daumen hoch.

Der in [#437] sieht aber auch nicht völlig daneben aus - schön, wenn man die Stempelkunde so weit verinnerlicht hat, wie du.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

Das Thema hat 913 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17   18   19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 37 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.