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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 954 Beiträge:
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10Parale Am: 13.11.2021 11:36:58 Gelesen: 42616# 905 @  
@ 10Parale [#904]

ich habe diese Frage schon bei "Türkei / Osmanisches Reich: Bestimmung von osmanischen Stempeln" gestellt.

Da die Stadt BUKAREST Bestandteil des Stempel ist, stelle ich die Frage in diesem Forum. Kennt jemand diesen Stempel oder kann etwas darüber sagen?

Die Marken sind aus der Türkei aus dem Jahr 1918. Gab es eine türkische Feldpost in Bukarest zu jener Zeit? Vorstellen kann ich mir das.

Liebe Grüße

10Parale


 
JohannesM Am: 13.11.2021 18:28:31 Gelesen: 42556# 906 @  
@ 10Parale [#905]

Aber warum hat die türkische Feldpost einen deutschsprachigen Stempel? Hier noch ein anderer bei Gärtner.



Beste Grüße
Eckhard
 
10Parale Am: 14.11.2021 20:34:51 Gelesen: 42361# 907 @  
Hallo Eckhard,

könntest du sagen wo bei Gärtner ich Deinen hier gezeigten Beleg finde?

Gruß

10Parale
Stephan
 
JohannesM Am: 14.11.2021 23:28:59 Gelesen: 42326# 908 @  
@ 10Parale [#907]

Ich denke der Artikel [1] ist im Shop, also keine Auktion.

Beste Grüße
Eckhard

[1] https://www.philatelie-gaertner.de/GPS:PHILNET/GAERTNER/GPK_FPL020D1:1A412B3D23E26B4BC1258468006EF190?BASKET|Form=Add&Lang=DE&CID=2&Sub=gp_ord.2&SessionID=WYaW4yPevRdVljqIHKPs
 
10Parale Am: 15.11.2021 09:38:47 Gelesen: 42187# 909 @  
@ JohannesM [#908]

Vielen Dank. Leider funktioniert der Link nicht. Es öffnet sich eine ERROR Meldung.

Gruß

10Parale
Stephan
 
bignell Am: 15.11.2021 09:52:12 Gelesen: 42185# 910 @  
@ 10Parale [#909]

Hallo Stephan,

Du musst die ganze Zeile in die Adresszeile Deines Browsers kopieren, dann geht es [1].

Die Forumssoftware kommt hier mit dem senkrechten Strich nicht zurecht.

Liebe Grüße,
harald

[1] https://www.philatelie-gaertner.de/GPS:PHILNET/GAERTNER/GPK_FPL020D1:1A412B3D23E26B4BC1258468006EF190?BASKET|Form=Add&Lang=DE&CID=2&Sub=gp_ord.2&SessionID=WYaW4yPevRdVljqIHKPs
 
Heinz 7 Am: 17.11.2021 19:29:46 Gelesen: 41734# 911 @  
@ 10Parale [#905]
@ JohannesM [#906]

Der Stempel "KAISERLICHOSMANISCHE FELDPOST BUKAREST" ist im Handbuch-Katalog CMPR '74 auf Seite 542 gezeigt. Es handelt sich um einen Stempel des osmanischen Reiches (Kapitel V. G "Posta Otomana").

Offenbar wurde er (nur) 1918 verwendet.

Das Osmanische Reich schloss sich im 1. Weltkrieg an die Mittelmächte an.



Der deutsche Admiral Wilhelm Souchon wurde zum Oberbefehlshaber der osmanischen – nach dem Kriegseintritt Bulgariens auch der bulgarischen – Kriegsmarine ernannt (Quelle: Wikipedia). In diesem Zusammenhang wurde durch die Türkei dann auch ein deutschsprachiger Poststempel eingeführt!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 18.11.2021 20:15:27 Gelesen: 41562# 912 @  
@ bignell [#910]
@ Heinz 7 [#911]

Vielen Dank für Eure Unterstützung bei meiner Sachfrage. Ich habe das Los, welches bignell beim Auktionshaus Gärtner entdeckt hat, bestellt. Allerdings hat mir das Auktionshaus mitgeteilt, dass das Los nicht mehr auf Lager ist und die Präsentation im Online-Shop auf einem technischen Fehler beruht.

Liebe Grüße

10Parale
 
Martin de Matin Am: 21.11.2021 09:23:05 Gelesen: 41151# 913 @  
@ Martin de Matin [#897]

Wie erwartet waren die Zuschläge bei Felzmann deutlich über dem Ausruf.

27 Parale: Ausruf 1.500 Euro und Zuschlag 7.000 Euro
81 Parale: Ausruf 2.000 Euro und Zuschlag 14.000 Euro
108 Parale: Ausruf 1.000 Euro und Zuschlag 5.800 Euro

Es zeigt sich mal wieder, das Trieb des Menschen nach einer scheinbar tollen Investition ungebrochen ist. Eine Regel sollte man beachten wenn man etwas kauft, man sollte möglichst nicht kaufen wenn die Preise hoch sind, wie es momentan bei dieser Ausgabe der Fall ist. Ein gutes Beispiel für eine hohen Verlust kann man bei Los 2 Ganzsache von Mauritius(Zuschlag 3.400 Euro) bei Auction Galleries Hamburg 22. Auktion sehen.



http://www.philasearch.com/de/i_9255_111117/4410_Mauritius/9255-A22-2.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-30260&set_anbieter=9255&set_auktionnr=7278&postype=PH&breadcrumbId=1637480514.2419&row_nr=1

Der Zuschlag für eine bis zu diesem Zeitpunkt (Jahr 2001, ich kann mich noch gut an diese Auktion erinnern) unbekannte einmalige gebrauchte Mauritiusganzsache, war damals bei Schwanke 10.500 DM, jetzt hat das Stück nur noch 3.400 Euro gebracht, also ein Verlust von ca. 30%, ohne den Kaufkraftverlust und die Gebühren zu betrachten.

Eine gute Randergänzung bei einer Marke geht auch in der Regel zu Lasten des noch vorhandenen Originalpapiers, und somit wird die rund geschnittene Marke noch mehr beschädigt. Mann darf nicht vergessen, das es sich bei den angebotene Stücken nur um bestenfalls II. Wahl-Stücke handelt, und vermutlich erst nach der Verwendung rund geschnitten wurden (nicht wie es in wie es im Ort Bakeu üblich war), um eine runde Marke ins Album zu kleben. Die ersten Marken von Rumänien sind selten, aber es gibt spielend hundert Marken, oder eher weit mehr, die weit seltener aber viel preiwerter sind.

Ich bin gespannt wieviel die 54 Parale bei Pfannkuch aus Beitrag [#898] einbringt.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 09.12.2021 21:58:08 Gelesen: 37985# 914 @  
@ Martin de Matin [#898]

Die 54 Parale bei Pfankuch ist nicht beim Ausruf von 100 Euro verkauft worden, sondern der Zuschlag war 1.650 Euro. Der Zuschlag ist schon recht hoch in Bezug auf den angegebenen Katalogwert von 5.000 Euro.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 23.12.2021 10:59:46 Gelesen: 35886# 915 @  
@ Martin de Matin [#913]

Als ich vor 30 Jahren anfing, Rumänien zu sammeln, waren die Raritäten gleich selten wie heute, aber die Preise waren ganz woanders. Ich erkannte, dass ich Weltraritäten auch mit einem - relativ - kleinen Budget kaufen kann, was damals z.B. für das Sammelgebiet Schweiz fast nicht möglich schien.

Heute werden viele Rumänien-Marken viel teurer verkauft, als ca. 1990. Das hat eine gute Seite, und eine "schlechte". Als Möchte-gern-Käufer besteht die Gefahr, dass man frustriert ist, wenn man bei allen Kauf-Versuchen überboten wird. Andererseits freut man sich, wenn man die eigenen Bestände sieht und feststellt... das hat man günstig bis sehr günstig einkaufen können.

Du hast recht:

"Die ersten Marken von Rumänien sind selten, aber es gibt spielend hundert Marken, oder eher weit mehr, die weit seltener aber viel preiswerter sind."

Andererseits bitte ich zu bedenken:

gewisse Gebiete waren 1900 tief bewertet, sie waren 1950 tief bewertet, sie waren 2000 tief bewertet, sie sind heute 2021 tief bewertet, und sie werden vielleicht 2050 immer noch tief bewertet sein - andere waren 1900 hoch bewertet, 1950 tief, 1990 tief, 2020 wieder hoch - und 2050?

Das Gebiet Rumänien gehört zur zweiten Kategorie! Niemand kann uns voraussagen, wie sich die Marken in ihrem Wert entwickeln. Vielleicht stehen wir 2050 noch deutlich, und ich meine wirklich: DEUTLICH! über den Werten von heute!? Es braucht nicht Tausende von Sammlern, um ein Preisniveau eines Gebietes zu heben. Es ist ziemlich ähnlich, wie bei Aktien: die erfolgreichen werden immer weiter gekauft, und gewinnen so auch immer mehr an Wert.

Für einen "Anfänger" ist der Einstieg bei Rumänien Klassik Ende 2021 sicher nicht einfach. Es gibt andere Gebiete, wo ein Neueinstieg ähnlich attraktiv ist, wie für Rumänien 1990. Ich empfehle aber auch dort eine gründliche Analyse: hat das Gebiet Chancen, in der Gunst der Sammler (wieder) zu steigen?

Ein schwieriges Thema.

Anbei noch etwas für's Auge



Ein vollständiger Satz der 2. Ausgabe Rumänien.

5 Parale - ungebraucht mit Originalgummi - Michel Nr. 5 I y *
40 Parale - gestempelt "JASSY" (Stempel M1) - bläuliches Papier
80 Parale - gestempelt auf Fragment (Teil-Stempel M3) und nebenstehend "JASSY" (Stempel M1) - weisses Papier.

Ich finde diese Marken wunderschön. Sie sind nun 163 Jahre alt! Trotzdem kann man heute noch einen solchen Satz kaufen, wenn man sein Sparschweinchen vorher etwas gefüttert hat!

Ich wünsche allen schöne Weihnachten!

Kauft Euch und Euren Lieben auch ein schönes philatelistisches Stück! Es macht Freude...

Heinz
 
10Parale Am: 15.01.2022 15:00:32 Gelesen: 31769# 916 @  
@ Heinz 7 [#55]

Ja, ich bin immer noch 10Parale!

in Beitrag [#55], bald 9 Jahre vorbei, zeigtest du uns ein schönes Paar der gezähnten, karminroten 5 Bani Marke.

Nun kann ich das Bild leider nicht sehr viel größer machen, aber es fällt mir auf, dass die Perforation anders aussieht wie bei dem folgenden Stück, das ich kürzlich erwerben konnte. Der nette Verkäufer aus Frankreich hat mir noch ein etwas defektes zweites Stück gratis mitgeliefert, um die unterschiedlichen Farbkomponenten zu unterscheiden, hier seine Beschreibung:

“Nuance ROUGE très rare, cote 600 Euros. Superbe, pas de faute. Scan supplémentaire pour comparaison avec le rouge carminé ordinaire.”

Der deutsche Katalog bewertet die zinnober farbige Marke mittlerweile mit 800 Euro, ich denke der Verkäufer bezieht sich auf einen französischen Katalog.

Nun, eine Nachzähnung der 26b halte ich in diesem Fall für ausgeschlossen. Mir ist aber bewusst, das große und intelligente Fälscher am Werk waren, und die gescannte Marke habe ich gut bezahlt. No risk, no fun. Das ist immer das bleibende Thema.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.01.2022 08:38:34 Gelesen: 31643# 917 @  
@ Heinz 7 [#915]

Ich erlaube mir anbei eine Anzeige, die ich auch unter einem neuen Thema eingestellt habe.

Die ARGE Rumänien wurde 1969 gegründet. Im Herbst 2021 wurde ihr neuer Vorstand bestellt.

Wir freuen uns nun, der interessierten Öffentlichkeit anzuzeigen, dass die ARGE Rumänien eine Homepage aufgeschaltet hat:

https://arge-rumaenien.ch

Es ist dies erst Stufe 1 unserer Planung. Wir wollen die Homepage zweisprachig führen (Stufe 2), und wir wollen in einem geschlossenen Teil (nur für Mitglieder) vertiefte Informationen einstellen (Stufe 3).

Die beiliegende Abbildung zeigt den Aufbau der Homepage.



Besserwisser gesucht!

Wenn Sie Fehler entdecken oder Verbesserungsvorschläge haben, freut sich der Webmaster über Ihre Meldungen oder Anregungen.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
lueckel2010 Am: 17.01.2022 23:06:18 Gelesen: 31298# 918 @  
Vorab:

Ich bin kein Rumänien-Sammler. Dennoch informiere ich mich immer sehr gern über Gebiete, die ich selbst gar nicht "beackere". Lesen macht bekanntlich nicht dümmer!

Insbesondere dieses Thema weckt regelmäßig mein Interesse, berichten hier doch Spezialisten (von denen einige lt. ihrem Profil sogar Mitglieder der BDPh-ArGe "Rumänien" sind) auf ziemlich hohem Niveau und teileise auch mit großer Euphorie über ihr Sammelgebiet. Da muss man einfach mitlesen!

Genug "gesülzt". Nun zu meinem Beitrag:

Gestern habe ich in einem (schon etwas älteren) Sonderkatalog "Europäische Klassik" eines Kölner Auktionshauses "geschmökert". Dabei bin ich dann auf die nachfolgend gezeigten drei Rumänien-Lose gestoßen:



Zwar kenne ich keine Handelwerte für diese Marken, doch schon aufgrund der Startpreise dürfte es sich um "Hochkaräter" handeln (und schön anzusehen sind sie auch noch)!

Umso erstaunter war ich, als ich einige Katalogausgaben später die Zuschläge für die versteigerten Marken gefunden habe:

Mi.-Nr. 1, 9000 €, Mi.-Nr. 2, 7500 €, Mi.-Nr. 4, 13000 €.

Da müssen wohl einige Sammler (oder sollte man sie besser als Spekulanten/ Investoren bezeichnen?) mit "prall gefüllten Kriegskassen" zusammengekommen sein, bei denen es auf "einige Euro mehr" nicht ankam! Ob die Preise gerechtfertigt sind, kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber, "man" wusste schon genau, was man tat.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Heinz 7 Am: 18.01.2022 17:43:10 Gelesen: 31139# 919 @  
@ lueckel2010 [#918]

Guten Abend, Gerd,

Danke dafür, dass Du unser Thema als so "lesenswert" beschreibst. Das freut die zahlreichen Beitragsschreiber bestimmt.

Deine Frage ist so aktuell, dass ich sie gerne aus meiner Sicht kommentiere.

Wenn ich heute die drei Losbeschreibungen lese, dann trauere ich den "alten Zeiten" nach. Die von dir genannten Preise sind - aus heutiger Sicht - nämlich nicht besonders hoch, nein, sie würden heute sogar vermutlich übertroffen! Das sehen wir x-fach, an verschiedenen Auktionen.

Sehen wir uns Los 117 an. Ein wunderschönes, seltenes Stück! Ein Stück, das die Beschreibung "Luxus" wohl zu Recht trägt. - Heute würde eine solche Marke wohl ihren Katalogwert übertreffen! Ähnliches gilt für Los 115. Und auch Los 116 würde heute vermutlich kaum wesentlich günstiger, denn es ist ein seltenes, schönes Stück, mit rarem Stempel und bester Provenienz.

Solche Stücke werden heute in der Regel sehr teuer bezahlt.

Das ist keine neue Situation. Das hatten wir vor hundert Jahren schon!

"Wie bitte?" höre ich nun Leser fragen - ja, in der Tat: gerade die Erstausgabe von Rumänien (bzw. Vorläufer: Fürstentum Moldau) waren schon anfangs des 20. Jahrhundert sehr teuer - gelegentlich sogar deutlich teurer als heute! (Kaufkraftbereinigt).

Welch ein Vergleich zu den Jahren ca. 1970 - 1985! Damals waren wunderschöne Stücke für günstige Preise zu haben. Weltraritäten für vierstellige Beträge! Altschweiz, Altdeutschland, Altitalien - ja, diese Gebiete waren damals schon teuer (meistens), aber Rumänien... ? - die Preise lagen am Boden! Es gab einzelne Ausnahmen, aber generell ist meine obige Aussage wohl zutreffend.

Das ganze Marktgeschehen spiegelt sich in den Katalogen oft nur (sehr) verzögert wider. Besonders Anpassungen gegen unten wurden/werden von den Katalog-Herausgebern oft nur sehr zögerlich umgesetzt (wenn überhaupt). Preis-Steigerungen finden eher den Weg in die Kataloge, aber beim Sammelgebiet Rumänien sind die Katalogpreise seit 2010 wohl weniger gestiegen, als die Marktpreise.

Früher gab es noch das Korrektiv der Inflation. War ein Katalogpreis zu hoch, beliessen ihn die Katalogherausgeber nicht selten "beim alten", und in 10 Jahren stimmte dann der Katalog-Wert wieder. Im 21. Jahrhundert gab es hingegen kaum mehr eine (anerkannte) Inflation.

Also, Gerd: meine Meinung:

Die drei oben gezeigten Stücke sind (meines Wissens) alles wirkliche Prachtstücke, für die es wenig vergleichbare Alternativen gab. Die Zahl der ernsthaften Rumäniensammler ist gar nicht so klein, wie man vielleicht meint. Und darum würden wohl EINIGE Sammler gerne die oben genannten Preise bewilligen, wenn sie dafür diese Prachtstücke übernehmen könnten. Ob die "Kriegskasse" danach immer noch "prall gefüllt" oder eben doch eher "leer" ist, ist natürlich individuell sehr unterschiedlich; ich kenne Sammler beider Kategorien. Ich bin sicher, keiner der Käufer obiger Lose (von damals) bereut heute seinen Kauf.

Und noch eine Erkenntnis: hätten wir das FRÜHER schon geahnt, was "da abgeht" mit diesem Sammelgebiet, dann hätten wir wohl gnadenlos die eigene Kriegskasse geleert und uns ein paar gute Stücke MEHR gesichert!

Das ist nun aber keinesfalls ein Aufruf dazu, "jeden" Preis zu zahlen für jedes angebotene Stück. Gerade WEIL es heute oft so "gnadenlos teuer" wird, müssen wir unsere Stücke schon genau einschätzen können und mit unserem Sammlungsplan in Einklang bringen. Nicht jeder kann "aus dem Vollen schöpfen" und sich alles leisten. Aber jeder kann sein Sammelgebiet anpassen. Auch Rumänien hat sehr sammelnswerte Kapitel, die auch heute (noch?) sehr preisgünstig sind. - Oder aber - wenn man Weltraritäten sucht, die man günstig einkaufen kann: man wechselt das Sammelgebiet.

Meine Einschätzung aktuell ist: Bei RUMÄNIEN gibt es zu viele gute Kenner, die gut aufpassen, und die wenigen Chancen für preiswerte Einkäufe nutzen. Andere Sammelgebiete liegen hingegen brach - da gibt es kaum Nachfrage. - Aber das passt nun nicht mehr ins Thema: "Rumänien für Sammler".

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 20.01.2022 17:16:04 Gelesen: 30658# 920 @  
@ lueckel2010 [#918]
@ Heinz 7 (#919)

Zusammen mit der 81 Parale sind diese 3 + 1 Ochsenköpfe wohl das Non plus Ultra der Rumänien Philatelie und leider ja, kaum erschwinglich.

Als ich 1993 meine rumänische Ehefrau heiratete, interessierte ich mich mehr für die Geschichte und Kultur dieses großen Agrarlandes als für Briefmarken. Erst im Jahr 2008 bei einem Besuch in Bukarest fing ich an, mich für rumänische Briefmarken zu interessieren. Bei meinen vielen Besuchen in Hermannstadt (Sibiu) stolperte ich fast jedes Mal bei meinen Spaziergängen durch diese wunderschöne Stadt an der Synagoge vorbei. Dies veranlasste mich auch mehr für das jüdische Leben in Rumänien zu interessieren. Bis heute suche ich (ergebnislos!) nach einer alten Ansichtskarte von dieser Synagoge, in der sich eine sehr kleine Gemeinde wieder zusammengefunden hat. Ich bin sicher, dass, - sollte sich solche eine alte Ansichtskarte oder ein Beleg über dieses intakte historische Bauwerk finden -, diese bei jeder Auktion einen sehr hohen Preis erzielen würde.

Wie ich heute lesen konnte (Quelle: Jüdische Allgemeine 3/22), führt der Rumänische Staat im Jahr 2024 an den Schulen ein Pflichtfach "Die Geschichte des Holocaust und des jüdischen Volkes" ein. Aber das passt nun auch nicht mehr so in dieses Thema hier.

Ich freue mich über die Entwicklung, die Heinz 7 in [#919] treffend beschreibt. Ich persönlich freue mich auch, dass viele der Preziosen wieder in das Land zurückgekehrt sind, aus dem sie stammen (Stichwort: Museum in Bukarest). Ich persönlich habe es jedoch aufgegeben, nach den Sternen zu greifen. So habe ich dieser Tage diese breitrandige ungeprüfte 50 Bani Marke erwerben können mit einem Ansatz eines Stempels von BUCURESTI SERA.

PS: im Jahr 2019 weilten meine Frau und ich zum letzten Mal "vor Corona" in Rumänien. Dazu kam noch ein trauriger Anlass. Wir haben jedoch immer noch Kontakt zu vielen Freunden und vielleicht klappt es dieses Jahr, wieder einmal sorgenfrei dorthin zu fliegen. Und wenn ich mal in Rente bin, werde ich mal mit dem Fahrrad nach Rumänien fahren, immer der Donau entlang, Start in Donaueschingen, da kann ja nix passieren.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 20.01.2022 21:37:29 Gelesen: 30606# 921 @  
@ 10Parale [#920]

Die Marken der ersten Ausgabe 1858 (Runde Ochsenköpfe) sind tatsächlich etwas Besonderes - aber, es ist wie im Fussball: da gibt es auch hunderttausende von begeisterten Spielern, obwohl nur ganz wenige in der Champions League mitspielen können! Freude haben sie trotzdem. Und schiessen genau so schöne Tore wie in der Liga "ganz oben"!

Warum soll das bei uns Philatelisten anders sein?

Natürlich wird in der Presse hauptsächlich von den exklusiven Stücken geschrieben und an den Ausstellungen sind sie der "erste Hingucker". Aber jeder von uns weiss, dass es da mehr, VIEL MEHR gibt!

Schöne Stücke gibt es in allen Gebieten. Postgeschichte ist faszinierend nicht nur für die Erstausgaben - und so weiter. Man kann aus ganzem Herzen Philatelist sein und Rumänien sammeln, und dabei die wirklich teuren Stücke einfach auslassen.

Und schön ist - man kann die Wertzeichen sammeln (Briefmarken und Ganzsachen) oder aber man beschäftigt sich mit der Postgeschichte. Da gibt es "unendlich" zu tun.

Anbei eine Übersicht zu Sammelgebieten der rumänischen Philatelie. Man sieht: man findet garantiert etwas, dass uns begeistert und uns entspricht.



Also: Widerstand ist zwecklos! Ausserdem hast Du Dein Herz ja ohnehin schon einmal an die Philatelie von Rumänien verloren. Und wie sagt die Volksweisheit so treffend: "Alte Liebe rostet nicht!"

Liebe Grüsse

Heinz
 
Martin de Matin Am: 20.01.2022 21:56:31 Gelesen: 30598# 922 @  
@ 10Parale [#920]

Wenn man so schön über Hermannstadt schreibt, dann muss ich einen fast 170 Jahre alten Brief zeigen, als dort noch österreichische Briefmarken verwendet wurden. Man würde heute sagen, das es ein Vorläufer ist, der eine Geschichte erzählt. In dem Brief mit einer Östrerreich MiNr.5 (Handpapier), der nach Agram (Zagreb) ging, wird über den verstorbene Joachim Demeter geschrieben. Der Brief wurde am 2.6.1852 in Hermannstadt gestempelt und kam am 8.6. in Agram an.




Somit wird durch diesen Beitrag die Erinnerung an einen Verstorbenen wieder hervorgebracht.

Im Buch "Ich Claudius Kaiser und Gott" stand ein schöner Satz:
"Der Mensch stirbt erst wenn sich keiner an ihn erinnert"

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 20.01.2022 22:48:43 Gelesen: 30576# 923 @  
@ Martin de Matin [#922]

Hermannstadt war zur Zeit der Verwendung aber nicht rumänisch. Agram natürlich auch nicht. Darum - sorry - gehört dieser Brief wohl nicht zu diesem Thema.

(Er ist natürlich trotzdem interessant)

Heinz
 
Martin de Matin Am: 20.01.2022 23:06:57 Gelesen: 30566# 924 @  
@ Heinz 7 [#923]

Da Hermannstadt heute zu Rümänien gehört passt meine Aussage schon.

"Man würde heute sagen, das es ein Vorläufer."

Die ersten Marken von Fürstentum Moldau würden dann auch nicht zu Rumänien gehören, da im Michel von 2005 steht:

"Fürstentum unter türkischer Lehnsherrschaft"

Man müsste dann diese Marken dann eher unter der Türkei (Osmanische Reich) einordnen, oder?

Gruss
Martin
 
10Parale Am: 21.01.2022 00:04:58 Gelesen: 30546# 925 @  
@ Martin de Matin [#922]

vielen Dank, dass wir so einen wunderbaren "Trauerbrief" aus Hermannstadt sehen können. Die Formulierung "Die entseelte Hülle" - die Diagnose "Altersschwäche" und der ganze Stil dieses sakralen Textes berühren mich sehr.

In einer gewissen Weise muss ich Heinz 7 widersprechen. (gehört dieser Brief wohl nicht zu diesem Thema).

1867, nur 15 Jahre nach der Verwendung des o.g. Briefes kam es faktisch zu einer Reichsteilung durch den Ausgleich zwischen Ungarn und dem Wiener Hof. In Hermannstadt setzte sich 1867 die Bevölkerung wie folgt zusammen (ohne Militär - Hermannstadt war ein großer Militärstützpunkt der Monarchie):

Deutsche: 67 %
Rumänen: 20 %
Ungarn: 11 %
Juden: 168 an der Zahl
 

So ähnlich dürfte es auch in der Verwendungszeit des Briefes mit der österreichischen Marke gewesen sein. Auf jeden Fall hörte kurz nach Verwendung dieses Briefes Siebenbürgen nach 700 Jahren faktisch auf zu existieren. Hermannstadt war nicht länger mehr Hauptstadt der Sächsischen Nation, die Regierungsgeschäfte der Provinzen wurden nun in Budapest erledigt. Viele Briefe vordem und aus der Zeit, die nach Hermannstadt gerichtet waren, tragen den Landesnamen "Siebenbürgen" in der Anschrift.

Das Wahlrecht hatte nur, wer bestimme Steuerleistungen und Schulbildung vorweisen konnte. Dies war bei den Deutschen und Ungarn eher der Fall als bei den sozial schwächeren Rumänen, unter denen viele Bauern waren. Dennoch trat in diesen Jahren eine Wende ein und die rumänische Bevölkerung erhielt mehr Beteiligung an wichtigen öffentlichen Entscheidungen. In den folgenden Jahren nahm die Zahl der ungarischen Bevölkerung willkürlich stark zu und auch der Beamtenapparat hatte mehr ungarische als ehedem österreichische Bürger im Dienst.

Nur 6 Jahre nach Verwendung des o.g. Briefes wurden im Fürstentum Moldau 4 Ochsenköpfe, in Papier gestanzt, zu den wertvollsten und wichtigsten Schöpfungen einer an Bedeutung gewinnenden Nation. Damals war man sich dessen wohl genau so wenig bewusst wie die Briten bei der Umsetzung der Ideen von Rowland Hill im Jahr 1840.

Im Vertrag von Trianon, viele, viele Jahre später, wurde Siebenbürgen dann Rumänien zugesprochen.

Heinz 7 schreibt so vortrefflich, dass ich es fast glauben mag "Alte Liebe rostet nicht". Ich wohne am Rheinknie und Lörrach-Stetten gehörte einst ebenfalls zur Habsburger Monarchie, ebenso wie Hermannstadt. Dies geht mir manchmal durch den Kopf. 2019 besuchte ich nicht zum ersten Mal den Zentralfriedhof von Sibiu. An schönen Wintertagen sieht man von dort aus die schneebedeckten Karpaten bei Fagaras, ein wunderschöner Anblick. Der Himmel ist blau-weiß wie über Bayern, der Wind kann eisig sein wie in Sibirien.

Heutzutage hört man alle Sprachen der Welt an einem schönen Sommertag auf dem Großen Platz vor der Katholischen Kirche. Auch viele Rumänen kommen nach Hermannstadt, um dieses weltoffenen Flair zu genießen. Da habe ich mir oft, - vor dem Hotel Römischen Kaiser stehend -, die Frage gestellt, wo bist du? Manche Städte haben keine Antwort auf diese Frage. Dazu zähle ich Hermannstadt.

Ob der Römische Kaiser in Sibiu jedoch etwas mit Kaiser Claudius zu tun hat, diese Frage lass ich offen. "Der Mensch stirbt erst wenn sich keiner an ihn erinnert" Ein guter Satz.

Liebe Grüße

10Parale
 

Heinz 7 Am: 21.01.2022 00:27:21 Gelesen: 30543# 926 @  
@ Martin de Matin [#924]
@ 10Parale [#925]

Ich weiss, dass man das unterschiedlich ansehen kann.

Ich sehe da jedoch einen klaren Unterschied. Das Gebiet Fürstentum Moldau war ein Gebiet mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie waren zwar dem osmanischen Reich tributpflichtig, hatten jedoch gewisse Selbstbestimmungsrechte.

Also 1858, als die Michel Nrn. 1-7 herausgegeben wurden, gehörten die Marken zum Gebiet Fürstentum Moldau, das sich 1861 in "Rumänien" umbenannte (mit dem Fürstentum Walachei zusammen). Das Fürstentum Moldau kann man also als Vorläufer von Rumänien bezeichnen.

Hermannstadt aber nicht. Hermannstadt kam erst 1918 zum Gebiet Rumänien hinzu.

Wenn man ganz streng wäre, könnte man natürlich Rumänien gar nicht anerkennen vor 1878, als das Osmanische Reich das Land in die völlige Unabhängigkeit entlassen musste. Dann wäre wohl die Michel Nr. 47 die erste Marke des "unabhängigen Rumäniens". Diese Praxis ist aber unüblich.

Dass in Hermannstadt 1865 auch Rumänen lebten, spielt für mich keine Rolle. Damals gehörte Siebenbürgen nicht zu Rumänien. Man sagt ja auch nicht, New York gehöre zu Vietnam, nur weil in New York viele Vietnamesen leben.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 21.01.2022 19:56:08 Gelesen: 30331# 927 @  
@ Heinz 7 [#926]

Wie man in dem alten Lincoln Katalog von 1892 sehen kann, gab es zu jener Zeit getrennte Gebiete "MOLDAVIA" und "MOLDO-WALLACHIA". Rumänien kommt es sehr viel später zum Zuge und beginnt mit den Ausgaben von "Prince Cousa" im Jahr 1865.

Erst später wurden die beiden Vorläufer, - wie du die Fürstentümer Moldau + Walachei definierst -, praktisch als roter Teppich vor den Gastgeber Rumänien gestellt. Du hast Recht. Insofern ist Siebenbürgen also eine Art philatelistische Nullnummer, weil es zur Zeit der Entstehung der Briefmarken zu der k.u.k. Monarchie gehörte und obwohl es fast 700 Jahre eine gewisse Selbstständigkeit genoss, niemals irgendwo anders als unter Österreich und Rumänien in Erscheinung trat.

Meine Quelle ist das Buch "Hermannstadt" von Harald Roth. Ich zitiere aus dem Buchumschlag:

Heute liegt Hermannstadt im Zentrum Rumäniens und hat seit der politischen Wende eine verheißungsvolle Entwicklung von einer vergessenen Provinzstadt hin zu einem pulsierenden Kultur- und Wirtschaftsstandort genommen. An die Deutschen erinnern jedoch nicht nur das Stadtbild und die Stadtgeschichte, vielmehr bietet Hermannstadt heute ein europäischer Pluralität par excellence.

Insofern sehe ich schon ein gewisser Vorläuferstatus ebenso wie die Fürstentümer, wenn man die Philatelie ganzheitlich betrachtet. Dabei will ich es jetzt auch belassen.

Um beim Thema zu bleiben zeige ich noch 15 Bani Marken, auf deren eine Rückseite ein Vorbesitzer stolz in französischer Sprache notierte, dass vor dem R von ROMANIA ein Punkt sei. Beide Marken sehen sehr unterschiedlich aus. Ich habe aber auch schon Marken ohne Punkt vor dem R gesehen (Michel Nr. 23). Erst durch diese Bleistiftnotiz ist mir der Unterschied augenscheinlich geworden. Gibt es dazu Hintergründe?

Liebe Grüße

10Parale



 
10Parale Am: 25.01.2022 21:07:33 Gelesen: 29578# 928 @  
@ 10Parale [#927]

bei Rumänien geht es aber auch günstig. Fürst Karl I. 1871 5 Bani karmin mit verunglückter Abstempelung von Tecuciu (Doppelabschlag) vom 30.5. für ca. 2,-- Euro erworben.

Wie der Stempel in perfekter Erhaltung aussehen müsste, zeigt der Scan.

Sehr selten bei diesen "reichen" Agraffenstempel sind allerdings folgende Orte:

Adjud
Alexandria
Campina
Curtea de Argesu
Falciu
Gaesti
Husi
Leova
Margineni
Piatra
Reni
Tirgul-Neamtu
Tirgul-Ocna
Urziceni
Valeni de Munte
 

Also, die Suche kann beginnen.

Schönen Abend

10Parale



Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 30.01.2022 12:00:34 Gelesen: 28558# 929 @  
@ 10Parale [#928]

Der unten gezeigte Brief ist zu schön, um ihn hier nicht zu zeigen.



Die Marken 15 Bani (7. Ausgabe 1869, Backenbart, Michel Nr. 23) und 3 Bani (Ergänzungswert 1870 zur 6. Ausgabe 1868) ergaben das Porto für einen Brief nach Bukarest. Der Abgangsstempel "RIMNIC. SARAT" wurde katalogisiert als fig. 409 bei Dragomir.

Dieser Brief war einer meiner ganz frühen Erwerbungen und ist auch darum eines meiner Lieblingsstücke.

Heinz
 

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