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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 913 Beiträge:
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10Parale Am: 19.01.2014 19:16:08 Gelesen: 395945# 114 @  
@ Heinz 7 [#113]

Vielen Dank für diese ausführlich präzise Information. Hier zeigt es sich wieder, wie wichtig es ist, die geschichtlichen Hintergründe zu kennen. Auch Hermannstadt (heute Sibiu) war einst Teil der k.u.k.-Monarchie und verfügt über wunderschöne Ganzsachen mit österreichischer Frankatur.

Auch die Literatur-Empfehlungen werde ich mir zu Herzen nehmen.

Da von Dir die Rückseite mit den Transitstempeln LEMBERG und KRAKAU erwähnt werden, hier die Rückseite [#78] des dort abgebildeten Briefes mit der gleichen Postroute.

Vielen Dank

10Parale


 
Heinz 7 Am: 21.01.2014 00:31:51 Gelesen: 395893# 115 @  
@ zonen-andy [#110]

Hallo Andy,

der 10 Bani Wert der 11. Ausgabe ("Vulturi") wird im Michel-Katalog nicht sehr ausführlich behandelt; wir finden nur die Nr. 64 + 73. Die Unterscheidung gelingt bei losen Marken recht gut, da das (Marken-) Wasserzeichen bei der Nr. 73 meistens einigermassen klar sichtbar ist (oder eben keines -> dann vermutlich Nr. 64). - Vergleichen wir einmal die Kataloge.

Zumstein (1992) gibt zu dieser Marke auch nicht mehr Infos (Nr. 66+73)

Stanley Gibbons (1939) gibt zu dieser Marke 9 Nummern:

no. 215 = perf. 11 1/2, 10 b. red on toned
no. 215a = perf. 11 1/2, 10 b. red on white
no. 232 = perf. 13 1/2, 10 b. rose-red on toned
no. 233 = perf. 13 1/2, 10 b. deep red on toned
no. 249a = perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. rose
no. 250 = perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. dull rose on toned
no. 262 = wmk. type 12a intented. perf. 11 1/2, 10 b. rose
no. 269 = wmk. type 12a intented. perf. 13 1/2, 10 b. dull rose
no. 277 = wmk. type 12a intented. perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. dull rose

Scott (1951) ist ähnlich wie Michel/Zumstein: Nur zwei Einträge: no. 84 + 91
Yvert & Tellier (1938) ist sehr ähnlich wie Michel/Zumstein: no. 66 + 73 (in älteren Katalogen machte er aber noch Unterscheidungen nach Zähnungen)

Besonders interessant ist CMPR '74: No. 66 + 73 ("pe hirtie colorata, fara filigran" bzw. "pe hirtie alb-galbuie, transparenta, casabila fioligran I "Stema mica"). Zu no. 66 bzw. 73 gibt er dann:

66a. rosu pe galbui
66b. roz-carmin pe galbui
66c. carmin pe galbui
73a. rosu
73b. rosu inchis
73c. rosu caramizu, und alles nach den vier Zähnungen A, B, C, D (A = 13 1/2, B = 11 1/2, C = 11 1/2:13 1/2, D = 13 1/2: 11 1/2.

Also Sieger ist ganz klar CMPR 74.

Ich habe das Privileg, Euch zwei schöne Einheiten zeigen zu können.



Das Wasserzeichen ist beim Zwölferblock klar ersichtlich, also Mi. 73, den Viererblock halte ich für Nr. 64, da kein Wasserzeichen. Das Papier ist aber nicht so schön gelblich wie beim gestempelten Viererblock, der eindeutig eine Nr. 64 ist.



Soviel für heute. Gute Nacht! Heinz
 
zonen-andy Am: 21.01.2014 14:51:21 Gelesen: 395864# 116 @  
@ Heinz [#115]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Informationen der Mi.Nr. 64 und 73. Ich habe noch ein paar Marken alle Zähnung A 13,5 der Nr.64 ? zum vergleichen ohne Wappeneinpressung eingescannt.

Scan 1: obere Marken helles Papier untere Marken gelbliches Papier am Original sieht man die Unterschiede deutlicher.

Beim 2. Scan habe ich die Farbsättigung höher gewählt um die Farbunterschiede ? besser darzustellen.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 23.01.2014 23:04:09 Gelesen: 395777# 117 @  
@ zonen-andy [#116]

Hallo Andreas,

es ist - wie gezeigt - problematisch über Farben zu sprechen, wenn mit dem Scanner und dem Bildschirm und der Farbsättigung unterschiedliche Resultate gezeigt werden können. Auch die zwei ungestempelten Einheiten aus Beitrag [#115] sehen auf meinem Bildschirm satter rot aus, als in Wirklichkeit. Für eine zuverlässige Bestimmung muss man die Briefmarke wohl im Original vor sich haben.

Bei dieser Ausgabe sind die Katalogherausgeber (wie gezeigt) recht sparsam mit Farbunterschieden. Die Marke OHNE Wasserzeichen (Michel Nr. 64, CMPR Nr. 66) wird beim rumänischen Katalog in nur drei Nuancen gelistet: rot, rosakarmin und karmin. Bei früheren Marken (z.B. Michel Nr. 20) werden viel mehr Farbnuancen aufgeführt!

Deine erste Marke wird wohl "rot" zuzuordnen sein, und die zweite und dritte Marken "rosakarmin", also CMPR no. 66a und 2 x 66b. Sehe ich mir aber Deinen ersten scan an, würde ich auf karmin tippen bei der ersten Marke. Also, wie gesagt, im Original, bei Tageslicht könnte ich vermutlich mehr sagen, so bin ich mir nicht sicher.

Ich wünsche einen schönen Abend! Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.01.2014 23:11:21 Gelesen: 395775# 118 @  
@ 10Parale [#111]

Hallo 10 Parale

die Bezeichnung "feuerrot" ist auch nicht ganz einfach, finde ich. Um bei den Farben eine allgemeingültige Bezeichnung zu verwenden, über dieses Thema schreiben sich eifrige Philatelisten schon seit über 100 Jahren die Finger wund. Leider mit keinem allgemein anerkannten Resultat, soviel ich weiss.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.01.2014 11:43:51 Gelesen: 395746# 119 @  
@ Heinz 7 [#118]

Ich habe die Bezeichnung "rosu-aprins" aus dem "Catalogul Timbrelor Postale Romanesti" von Lazar Carjan und Mircea Gheorge Manole aus dem Jahr 2006.

"A aprinde" ist Infinitiv und heißt "anzünden". Die Übersetzung ist eindeutig "feuerrot" für rosu-aprins. Natürlich wird es wohl nie eine einheitliche europa- bzw. weltweite Bezeichnung geben können, dazu gibt es zu viele Experten.

Wenn ich die Ausführungen in [#115] von Dir richtig interpretiere, gibt es allein von dieser 10 Bani Marke 24 verschiedene Typen, seien es nun Farb- oder Zähnungsunterschiede. Eine echte Herausforderung?

Meine Frau ist Rumänin und als waschechter Deutscher habe ich sie bei der Übersetzung zur Hilfe genommen, das gestehe ich hier. Im Prinzip ist es eine Art freie Übersetzung.

Nun, der Michel ist sehr sparsam, bei der Anzahl der Rumänien-Sammler in Deutschland auch nicht verwunderlich. Aber eine Diskussion ist es alle Zeit wert.

10Parale
 
Heinz 7 Am: 25.01.2014 17:13:25 Gelesen: 395705# 120 @  
@ 10Parale [#119]

Ja, so kann man das zählen: 1 Marke x 2 Wasserzeichen-Unterschiede (mit/ohne) x je 3 Farbnuancen x je 4 Zähnungen = 24.

Es ist jedem selber überlassen, ob er nun 1 Marke sammelt oder 24 anstrebt. Ich bin kein Freund von zu vielen Unterscheidungen - bei einigen Briefmarkenausgaben nerven mich die fast (oder gar nicht!) zu erkennenden Unterschiede sogar ausdrücklich. Man denke z.B. an die griechischen Hermesköpfe, wo sich nicht einmal die Spezialisten manchmal einig sind, welchen Marken man welche Nummern zuteilen soll.

Aber bei der 10 Bani-Marke der 11. Ausgabe von Rumänien (siehe Beitrag [#110], 111, 115 + 116) gelingt die Katalogisierung doch meistens. Hat die Marke ein Wasserzeichen, ist sie Michel Nr. 73, hat sie keines, ist sie Nr. 64. Die Zähnungsunterschiede lassen sich in der Regel auch eindeutig nachmessen, und bei (nur) drei Farbnuancen hat man auch grosse Chancen, dass man das noch herausfindet. Es gibt aber Marken mit 7 oder 8 Nuancen, da müssen dann die meisten Sammler aufgeben.

Keep it simple and clear! - das ist meine Devise.

Natürlich kann es sinnvoll sein, sehr seltene Zähnungen zu registrieren! Der erste Leiter der ARGE Rumänien war darin ein Meister, und er hat sehr aufwändig diese Unterschiede gesammelt und auch ausgestellt. Ich zeige anbei einen Ausschnitt aus einem seiner Albenblätter. Für die 25 Bani-Marke von 1900 (Michel Nr. 138) z.B. sieht das dann so aus:



Für manche Sammler ist dies "höchste Schule", anderen aber geht das zu weit und sie finden das schlicht langweilig! - Es gibt nicht richtig oder falsch. Das muss/darf jeder selber entscheiden! - Heinz
 
10Parale Am: 27.01.2014 20:41:54 Gelesen: 395630# 121 @  
@ Heinz 7 [#120]

Nun würde ich all zu gerne wissen, wer denn der erste Leiter der ARGE Rumänien war? Bei den Kopfausgaben haben wir in der klassischen Rumänien-Philatelie durchweg das Problem der Farbnuancen und man sollte es jedem überlassen, wie er es handhabe, da gebe ich Dir recht. Allerdings habe ich bei der Lektüre meines rumänischen Kataloges aus dem Jahr 2006 feststellen müssen, dass kleine Farbunterschiede mächtige Unterschiede in den Preisen ausmachen.

Eine wie oben dargestellte Aufgliederung zur Erkennung der Unterschiede bei dem Wert zu 25 Bani in diversen Blau-Nuancen und Zähnungen kann nur eine Hilfe darstellen für den, der seine Marken so exakt wie möglich bestimmen will und gehört in jeden Spezial-Katalog.

But "Keep it simple" ist eine gute Devise, der auch ich sehr anhänge. Denken wir mal an die berühmteste aller berühmten Marken, der Mauritius. Sie ist einfach blau (oder orange) und das macht doch auch etwas aus von Ihrer Attraktivität.

Doch zurück zum irdischen Dasein der Marken. Beigefügt stelle ich eine mit 50 Bani portogerecht frankierte Ganzsache aus dem Jahr 1896 vor. Der Brief wurde am 26. Mai in Bukarest abgeschlagen und erreichte Uznach in der Schweiz 5 Tage später am 31.Mai (rückseitiger Abschlag).

Frankiert wurde er 2fach mit der Michel Nr. 105 zu 25 Bani dunkellila. Welches Wasserzeichen diese nun trug, werde ich erst erfahren, wenn ich die Briefmarken ablöse (werde ich nicht tun).

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.01.2014 23:49:03 Gelesen: 395616# 122 @  
@ 10Parale [#121]

Hallo Kollege!

Das genau meine ich: Wenn ich eine Marke nicht mehr bestimmen kann (ob 105 X oder 105 Y (unterschiedliches Wasserzeichen)), dann bin ich zwar nicht gleich "unglücklich", aber wenn mir die Bestimmung eindeutig gelingt, ist mir das natürlich lieber.

Ablösen würde ich die Marke(n) aber auch nicht. In einem solchen Fall begnüge ich mich mit der Feststellung: Nr. 105.

Beste Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 30.01.2014 21:20:44 Gelesen: 395531# 123 @  
@ Heinz 7 [#122]

Hallo Rumänien-Sammler,

ich gehe wieder einmal ein paar Jahre zurück und zeige hier die 30 Parale Michel Nr. 10Iz Handeinzeldruck (1862) als postfrisches Exemplar auf gestreiftem Papier mit einem Kurzbefund von Dr. Gmach. Die Bezeichnung postfrisch bei klassischen falzlosen, ungebrauchten Marken finde ich immer besonders lustig. Lässt suggeriern, man könne damit geradezu auf das nächste rumänische Postamt gehen und den Brief an die Tante damit frankieren.

Diese Marke gibt es auch im Plattendruck (10II / 1864) und ist deutliche höher bewertet als die hier abgebildete Marke. Übrigens sieht man noch die Randlinie der Nachbarmarke.


 
10Parale Am: 01.02.2014 20:16:15 Gelesen: 395461# 124 @  
Hallo zusammen,

die Michel Nummern 8 - 10 Rumänien entsprechen in Ihrer Farbgebung der Farben der rumänischen National-Flagge, rot, gelb und blau. Das Markenbild zeigt den Adler der "Walachei" und den "Ochsenkopf" der Moldau. Diese beiden Fürstentümer vereinigten sich in diesen Jahren zu den sogenannten Vereinigten Fürstentümern (The United Principalities). Dies belegt auch ein Erwachen (Erstarken) eines rumänischen Nationalbewusstsein in sich.

Auch die sogenannten Cuza-Ausgaben (Michel Nr. 11 - 13) finden sich in diesen Farben wieder.

kleines Lexikon: rot = rosu; gelb = galben; blau = albastru /// Adler = vultur; Ochsenkopf = cap de bour; Posthorn = goarne


 
10Parale Am: 04.02.2014 21:30:30 Gelesen: 395379# 125 @  
Da ein wenig Stillstand in dieser Themensammlung eingetreten ist, möchte ich fortfahren, Rumänien als Sammelgebiet vorzustellen.

Es ist wirklich interessant zu wissen, dass Rumänien zunächst aus dem Zusammenschluss der Fürstentümer Moldau und Walachei entstanden ist (1862 United Principalities). Siebenbürgen (Transsilvanien) beispielsweise wurde erst viel später, 1918 nach dem ersten Weltkrieg in der Triple Entente Rumänien zugesprochen, andere Landesteile kamen hinzu.

Hier stelle ich einen sehr alten Brief vor, geschrieben und aufgegeben am 30. September 1857 in Braila. Der Absender heißt Popowitz. Ich habe das sehr feine, glatte Papier entfaltet und einen Geschäftsbrief in kyrillischer Schrift vorgefunden. Leider kann ich diese Schrift nicht lesen.

Jedenfalls ist die Ortsbezeichnung in diesem zweizeiligen Stempel kyrillisch geschrieben. Nun würde ich gerne erfahren, ob jemand diese Schrift lesen kann und uns den Bestimmungsort dieses Briefes verraten kann.

Das Fürstentum Moldau ist sozusagen eines der Wiegenländer Rumäniens.

10Parale


 
bignell Am: 04.02.2014 21:43:34 Gelesen: 395373# 126 @  
@ 10Parale [#125]

Hallo Parale,

der Ort ist Braila.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 07.02.2014 23:44:23 Gelesen: 395276# 127 @  
@ 10Parale [#121]

Hallo,

ich nehme an, Horst Scherrer hat nichts dagegen, dass ich ihn hiermit vorstelle; mit einem Couvert, dass der rumänische Verband ihm zu Ehren erstellt hat.



Scherrer, Jahrgang 1937, hatte die Leitung der ARGE Rumänien nur zu Beginn in seinen Händen. Gemäss Rundschreiben R.1 vom Juni 1969 hatte er in 4 philatelistischen Fachblättern zur Teilnahme an einer ARGE Rumänien aufgerufen, war aber über die mässige Anzahl von "lediglich 14 Zuschriften" enttäuscht. Gleichwohl konnte Scherrer ein Jahr später (R.7 vom Juli 1970) bereits 25 Mitglieder der ARGE vermelden, davon 19 aus der BRD, 3 aus der Schweiz, usw. (lediglich 1 Mitglied aus Rumänien).

Bereits per Ende 1971 musste Horst Scherrer den Vorsitz der ARGE aus beruflichen Gründen abgeben (siehe R.12 Nov. 1971). Seit 1.1.1972 führt Herr Fritz Heimbüchler die ARGE, nun also bereits seit mehr als 40 Jahren.

Horst Scherrer verkaufte grössere Teile seiner sehr umfangreichen Sammlung(en), z.B. via Köhler-Auktionen in den 1990er-Jahren. Danach war er leider an den Symposien der ARGE Rumänien nur noch selten anzutreffen.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.02.2014 00:07:13 Gelesen: 395274# 128 @  
@ 10Parale [#123]

Du schwärmst immer wieder von der 30 Parale Marke, Michel Nr. 10, und ich weiss auch, warum - sie ist einfach wunderschön!

Ihr habt auch bereits viel vom Einzeldruck und vom Plattendruck geschrieben, also vielleicht interessiert es Euch, eine Michel Nr. 10 II auf Brief einmal zu sehen.



Dieses schöne Stück gehörte einst zur Sammlung Heimbüchler (siehe Edition d'Or, Seite 103). Die Marke klebt auf einer Retour Recepisa ("Posta No. 3"-Formular) für einen Brief 1864 von Budeu nach Bukarest. Gestempelt "BUDEU 12/12" (Kiriac Dragomir fig. 369).

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 09.02.2014 20:35:37 Gelesen: 395199# 129 @  
Hallo Heinz,

das ist wirklich ein formidables Stück mit einer 30 Parale Michel Nr. 10. Durch die kurze Verwendungszeit von 3 Monaten ist diese Marke auf Briefen bzw. Ganzsachen sehr selten zu finden. Gratuliere.

Horst Scherrer habe ich vor Jahren in München treffen dürfen. Als neues Mitglied in der ARGE Rumänien wusste ich damals kaum zu schätzen, wer vor mir saß. Die ARGE Rumänien sucht übrigens neue Mitglieder und Interessenten. Aber welche Arbeitsgemeinschaft tut das eigentlich nicht?

Du hast Recht. Die 30 Parale ist mein Favorit unter den Millionen Briefmarken auf dieser Welt. Aber ich habe auch ein großes Faible für die 2. Briefmarke der Welt, diese Blaue mit der Queen Viktoria. Vielleicht ist es die Farbe die mich fasziniert.

Ich möchte hier noch eine andere Einzelmarke feilbieten, die Michel Nr.50b., Fürst Karl I. im Perlenkreis, Bukarester Buchdruck, Farbe russischgrün auf grünlich, gezähnt 11 1/2 aus dem Jahr 1879. Diese Marke hier ist riesenrandig, rückseits gefalzt mit Gummierung.

Diese Marken wurde auf Bögen zu 150 Stück hergestellt und zumindest mein rumänischer Katalog schreibt, dass deshalb auch Marken mit breiten Rändern außergewöhnlich sind.

Fazit: Es gefallen mir eigentlich viele Marken, aber an einigen wenigen habe ich fastnächtlich gesprochen einen Narren gefressen.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.02.2014 00:25:28 Gelesen: 395021# 130 @  
@ 10Parale [#129]

Hallo mein Freund,

Du zeigst uns da eine schöne Briefmarke der 9. Ausgabe von Rumänien (wenn man die 1./2. Ausgabe von Moldau 1858 dazuzählt, sonst ist es die 7. von Rumänien ab 1862)! Schöne Farbe, ausserordentlich gut gezähnt (für eine Zähnung 11 1/2) und mit der Zentrierung wollen wir auch zufrieden sein. Und mit den übergrossen Rändern ist das meines Erachtens ein sehr interessantes, seltenes Stück.

Marken mit Zähnung 11 1/2 haben in der Regel 11 oder 12 volle Zähnungslöcher in der Waagrechte (während Marken mit der Zähnung 13 1/2 (= häufige Zähnung für rumänische Marken) 13 oder 14 Löcher haben).

DEINE Marke hat nun Zähnung 11 1/2, wie Du schreibst, aber wir zählen trotzdem volle 13 Zahnlöcher, ohne "Wenn und Aber". Die Marke scheint also sehr breit zu sein. Das wird optisch bestätigt mit dem Riesenrand weiss rechts.

Ein schönes Stück. Von dieser Marke gibt es Zähnungsabarten; teil-ungezähnte Marken. Und offenbar wurde bei der Linienzähnung auch hin und wieder ein grösserer Abstand produziert, als wohl ursprünglich geplant.

Ich habe lange in meinen Beständen gesucht, aber diese Mi. 50 b habe ich nirgends auch nur halb so schön! Gratuliere! - Heinz
 
10Parale Am: 15.02.2014 20:32:38 Gelesen: 394948# 131 @  
@ Heinz 7 [#130]

Vielen Dank für die Blumen und dann setzen wir noch einen obendrauf, wie es so schön heißt. Vielleicht hat der eine oder andere Rumänien-Sammler auch eine Marke in seinem Fächer, die er hier mal ihrer Schönheit und Einzigartigkeit wegen präsentieren will.

Ich zeige hier noch eine von Fritz Heimbüchler rückseitig mit einem Prüfstempel versehene Marke aus dem Jahr 1871, die Michel Nr. 26, 5 Bani, Fürst Karl I. mit Vollbart im Oval. Der Michel unterscheidet hier die zwei Farben karmin, rosa und Zinnober. Mein Rumänien-Katalog listet insgesamt 9 verschiedene Farbdifferenzen auf, was die Sache nicht leicht macht. Sehr teuer soll demnach eine Ganzsache sein mit einer 5 Bani Marke in Karmin. Schaue jeder nach, ob er so was hat, er solle sich glücklich schätzen.

Ich bin sehr glücklich mit dieser Einzelmarke mit dem schön zentrierten Einkreis-Stempel H Bucuresci I I (lt. Kiriac Dragomir). Von diesem Stempel gibt es drei Typen, wobei Bucuresci I und II sich im Durchmesser unterscheiden. Der Stempel Bucuresci III hat kein Stern, sondern ein kleines Andreaskreuz (werde ich auch noch vorstellen).

Der rumänische Katalog wertet diese Marken viel höher als der Michel-Katalog. Da hat es ja viel Kritik für Michel gehagelt in letzter Zeit, weil die Katalogpreise so hoch seien. Es gibt andere Länder, da sind die Preise also noch höher.

Abgeschlagen wurde die Marke am 11. Juli 1871, übrigens ein Dienstag.

Alles bestens

10Parale


 
10Parale Am: 18.03.2014 20:14:29 Gelesen: 394075# 132 @  
Hallo Rumänien Freunde,

heute möchte ich eine Ganzsache vorstellen, die aus der Vormarkenzeit stammt, aber in einem Zeitraum abgeschlagen wurde, der kurz vor der Einführung der 1. Moldau-Ausgabe kursierte.

Der Brief wurde abgeschlagen am 17. Juni 1858 mit einem M1 Stempel Galatz Moldova. Wie ich nachlesen konnte, war die Verwendungszeit dieses Stempels zwischen dem 23.12.1857 und dem 29.06.1868.

Die erste Moldau-Ausgabe (die berühmten Ochsenköpfe) hatte ihre Geltungsdauer zwischen dem 22. Juli und Ende Oktober 1858, eine sehr kurze Verwendungszeit. Von diesen Stempeln M1 sind 14 verschiedene bekannt, die ich Laufe der Zeit, - falls vorhanden -, einmal vorstellen will.

Solche Ganzsachen mit den Stempeln M1 aus der Vormarkenzeit sind nicht allzu häufig anzutreffen und ein Sammelthema für sich.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.03.2014 18:30:14 Gelesen: 393926# 133 @  
@ 10Parale [#132]

Hallo 10 Parale,

ich finde es toll, dass Du immer neue Aspekte zum Thema "Rumänien" ins Spiel bringst. Gerne nehme ich auch diesen "Ball" auf.

Die M1-Stempel sind auch in der ARGE Rumänien sehr beliebt. Fritz Heimbüchler hat ihnen im ersten Handbuch mehrere Seiten Text und Abbildungen gewidmet. Auch ich versuche alle 14 Stempel in der Sammlung zu haben (fig. 271-284 Dragomir).



Anbei zeige ich Euch "FOKSCHANI" (fig. 275) aus dem Jahr 1859 und was aus dem (?) Stempel geworden ist. Dreieinhalb Jahre später war auf dem Postbüro ein ziemlich defekter Stempel in Gebrauch, ob es derselbe war, weiss ich nicht (vielleicht gab es auch mehrere davon auf demselben Postbüro?).

Bei Fokschan und Botuschani gibt es den Stempel bekanntlich auch ohne den Zusatz "MOLDOVA" (=M1a, siehe Dragomir, Seiten 81-83). Ich zeige einen solchen Brief anbei. Man sieht die Verformung der unteren Kreise sehr schön. Vgl. auch Dragomir, fig. 285).

Noch ein Hinweis, 10 Parale, den Du mir sicher nicht übel nimmst: Benutze für die Beschreibung solcher Briefe nicht den Begriff "Ganzsache". Der Begriff sollte besser NUR für die Postkarten/Streifbänder/Kartenbriefe/etc./etc. (gemäss philat. Begriffsbestimmungen) verwendet werden. Die erste Ganzsache von Rumänien stammt aus dem Jahr 1870, ein Streifband. Damals waren die M1-Stempel alle nicht mehr in Gebrauch (das Ende war 1865), die Kombination "M1 auf Ganzsache" gibt es also nicht.

Herzliche Grüsse - Heinz

Herzliche Grüsse
 
10Parale Am: 23.03.2014 18:55:56 Gelesen: 393868# 134 @  
Hallo Heinz7,

Galatz, Fokschani - dann habe wir ja schon 2 von insgesamt 14 Stempeln M1 hier aufgezeigt. Ich möchte die Reihe fortsetzen mit dem M1 von Berlad, hier abgeschlagen auf einem vollständig erhaltenen Brief am 11.7.1861.

Dass es bei Fokschan und Botuschani die beiden Stempel ohne Zusatz "MOLDOVA" gab, habe ich schlicht überlesen und ist eine Bereicherung meiner Kenntnisse, vielen Dank. Vielleicht ergibt sich einmal die Möglichkeit solch einen Stempel M1a hier zu dokumentieren.

Dass man auch Stempelkunde betreiben kann, ist eine zusätzliche Erweiterung meines Horizontes als Briefmarkensammler. Die Frage, ob es mehrere Stempel im Postbüro in Fokschani in Gebrauch waren, eröffnet ein völlig neues Forschungsgebiet.

Übrigens kann man mit diesen 14 M1 Stempel auch eine kleine Rundreise durch das Fürstentum Moldau unternehmen. Heute sind diese Städte eine Region in Rumänien, die sich Moldau nennt und an Moldawien grenzt (Republik Moldau). Die rumänisch-moldawische Grenze verläuft gänzlich entlang dem Pruth, einem Nebenfluss der Donau, der in den ukrainischen Karpaten entspringt. Gerade heute eine sensible politische Region.

Danke für den Hinweis, Heinz7. In manchen Dingen bin ich sehr nachlässig. Natürlich nehme ich das gerne auf und verwende die Bezeichnung in Zukunft fachgerecht.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.03.2014 23:37:21 Gelesen: 393845# 135 @  
@ 10Parale [#134]

Gut, gehen wir der Reihe nach. Fig. 271 wäre Bakeu, da kann ich helfen.



Ein Dienstbrief nach Galatz, scheint es mir (ich kann leider die ersten zwei Zeilen der Adresse nicht lesen, die dritte lese ich "di Galazi"(?)), gestempelt mit rotem M1-Stempel BAKEU "19/8" (1861). Hinten mit Ankunftsstempel GALATZ "20/8" (Stempelfarbe schwarz, nicht blau, wie bei Deinem Brief in Beitrag 132)

Der untere Brief in Beitrag 133 zeigt übrigens einen M1a-Stempel (ohne "MOLDOVA"). Er entspricht dem Stempel Dragomir fig. 285. Dein Wunsch ist also bereits erfüllt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.03.2014 19:58:54 Gelesen: 393757# 136 @  
@ Heinz 7 [#135]

Gratuliere zu Fig. 271 Bakeu. Bin auch der Meinung, dass es sich um einen Dienstbrief nach Galatz handelt (Nr. 972 auf der Briefvorderseite weist darauf hin), muss ein Titel eines Beamten sein, der hier angeschrieben wird, kann es aber leider auch nicht lesen. Es gibt keine solchen langen rumänischen Wörter, ich denke, es sind 3 Wörter, vielleicht findet sich noch eine helfende Hand, die die Wörter "entziffern" kann.

Folgen wir Kiriac Dragomir´s Reihe und kommen zu Fig. 274, DOROHOJ (Fig. 273 BOTUSCHANI MOLDOVA fehlt mir noch). Dorohoi hat heute etwa 32.000 Einwohner und gehört zum Kreis Botosani, es liegt an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien. Es war früher bekannt als Holzumschlagsplatz.

Hier handelt es sich wohl auch um einen Dienstbrief, wir sehen auch hier im linken Teil eine Nummer (4052). Der Brief wurde am 27.1.1860 abgeschlagen, rückseitiger Ankunftsstempel Jassy/Moldova - einen Tag später.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.03.2014 23:17:17 Gelesen: 393638# 137 @  
@ 10Parale [#136]

Guten Abend!

Fig. 273 kann ich liefern, aber der Beleg ist zu gross für meinen Scanner. Ich mache morgen eine Farbfotokopie-Verkleinerung, dann kann ich ihn scannen und zeigen.



In der Zwischenzeit zeige ich einen anderen Botuschani-Stempel - den teuersten, den es gibt, denn er wurde auf einem der schönsten - 27 Parale - Briefe angebracht, der existiert - einem Schmuckstück aus der Grand-Prix Sammlung von Herrn Fritz Heimbüchler. Dieses Stück ziert auch das Titelbild des "Edition d'Or"-Buches, in dem eben diese GP-Sammlung vorgestellt wird. Am 3.12.2010 wurde dieser Luxus-Brief in Zürich verkauft, und brachte die Kleinigkeit von CHF 78'000 + 20 % Aufgeld.

Da sind wir mit unseren markenlosen Belegen günstiger weggekommen (Beiträge 132-136).

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Pepe Am: 28.03.2014 20:28:21 Gelesen: 393592# 138 @  
@ Heinz 7 [#137]

Hallo liebe Rumänienfreunde,

also mal ehrlich gesagt, ich muss ja aufpassen, nicht in tiefe Depressionen zu geraten. Bei soviel hochkarätigem Material traut man sich ja kaum noch mit den einfachen Marken auf dem Bildschirm.

Trotzdem will ich mal nach langer Pause einfach da anknüpfen, wo ich stehen geblieben bin.

Das Jahr 1889 brachte ja die 6 Werte mit der rückseitigen Wappeneinpressung. Diese wird sicher Reaktion der Post auf Fälschungen gewesen sein. Wenn die Marken aufgeklebt waren, war die Einpressung meist nicht mehr nachprüfbar.
Nun meine Frage. Wer kann denn mal dieses Prägewappen deutlich hier zeigen? Im Mi 2003/04 ist eine sehr schlechte Abbildung. Die zweite Frage dreht sich um die Zähnung. Im Mi wird 13,5 angegeben und alle Marken weisen 13,25 auf.
Mit 3 verschiedenen Zähnungsschlüssel gemessen. Liegt bei Mi ein Fehler vor?

Und nun die ersten Marken



1889 10 14, Mi 70, schwarz, gezähnt 13,25



Mi 70, Wappenprägung Rückseite, Scan 800 dpi



Mi 71, violett, gez. 13,25



Mi 71, Wappenprägung Rückseite



Mi 72, hellgrün, gez. 13,25

Die Marken wurden mit 600 dpi gescannt.

Nun Ihr lieben Experten, beschäftigt Euch mal wieder mit den 'kleinen Dingen' des Lebens. Trotzdem freue ich mich über jeden Brief und danke noch mal für alle die schönen und interessanten Beiträge in der letzten Zeit.

Schönes Frühlingswochenende und nette Grüße
Pepe
 

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