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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 650 Beiträge:
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jahlert Am: 02.02.2016 20:19:35 Gelesen: 238313# 426 @  
@ 10Parale [#425]

Hallo Stephan,

ich habe hier Kopiensätze des Handbuches von 1931. Die kannst Du Dir gerne ansehen und bei Interesse bekommen.

Mit freundlichem Gruß nach Lörrach
Jürgen
 
10Parale Am: 06.02.2016 19:44:01 Gelesen: 237874# 427 @  
@ jahlert [#426]

Hallo Jürgen,

danke für das Angebot. Klingt interessant, finde es sowieso besser man hat Kopien in der Hand als das Original. Wir sammeln ja auch gerne Literatur und möchten Sie doch lange gut erhalten wissen.

Hier noch zwei kleine Brieflein mit der Michel Nr. 30, 10 Rappen. Das obere Brieflein mit dem famosen R.L.-Stempelchen, Grenzrayon nach Bad Säckingen, rückseitig ein schöner Stempel von Badischen Bahnhof, lief 1872.

Diese beiden Brieflein habe ich heute für sage und schreibe 2 SFr. erstehen können. Da musste ich einfach zugreifen.

Lieber Jürgen, ich melde mich bei Dir.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 13.02.2016 20:52:37 Gelesen: 237115# 428 @  
@ Heinz 7 [#424]

dieser Kastenstempel ist in der Gruppe 98 katalogisiert ist (Grosses Schweizerisches Abstempelungswerk 1843-1907 nach Andres und Emmenegger, 2. Ausgabe, 1984).

Mehrfach zitiert (auch in anderen Threads) schrieben Herr Andres und Herr Emmenegger ein bedeutendes Werk zu Schweizer Abstempelungen.

Wie durch einen Zufall habe ich heute diesen Brief gefunden, der in München am 6. Januar 1907 abgeschlagen wurde und mit 20 Pfennigen (2 x 10 Pfennig Freimarken Staatswappen) frankiert wurde.

Empfänger war ein Herr Kunstmaler H. Emmenegger in Emmenbrücke. Ich traute meinen Augen kaum als ich weiterforschte. Hans Emmenegger wurde am 19. August 1866 in Küssnacht geboren. Er war also nicht nur Philatelist, sondern auch ein bedeutender Schweizer Kunstmaler. Er malte gerne Stilleben und Flugbewegungen. Es ist auch ein Bild bekannt vom Englischen Garten in München. Hans Emmenegger starb am 21. September 1940 in Luzern.

Rückseitig schöner Ankunftsstempel von Emmenbrücke vom 7.1.07

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.04.2016 22:28:22 Gelesen: 228605# 429 @  
@ 10Parale [#428]

Hallo 10 Parale,

ich denke, Du hast recht: Dieser Emmenegger war der Autor des Stempelwerkes!

Wir haben hier schon viele Nachnahme-Belege gesehen; ich ergänze hier einen:



Zum Betrag von Franken 4.26 kamen 15 Rappen Porto dazu, Gesamtpreis Frankeen 4.41. Der Brief wurde als Ganzsachenumschlag versandt und, da ungenügend frankiert, mit einer Zusatzfrankatur versehen.

Er lief von Oberwyl (Aargau) nach Bremgarten (via Rudolfstetten). Alle diese Orte liegen nahe beieinander. Die Stempel sind sauber und lesbar (Bremgarten rückseitig).

Die Spitzschrift ist zwar sauber geschrieben, und zum Teil kann ich sie entziffern, aber leider nicht alles. Wer schafft es?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 21.05.2016 13:50:14 Gelesen: 222055# 430 @  
@ Heinz 7 [#429]

Hallo Heinz,

es ist wieder mal Zeit für einen weiteren Beitrag. Auch dieser Brief hat es in sich. Ich habe lange Zeit gebraucht, bis ich die Portostufe bestätigen konnte.



Nachnahme vom 23. Mai 1879 von UNTERHALLAU ins benachbarte Ausland nach Randegg bei Singen.

Nachnahmebetrag von Fr. 2.00 plus Porto von Fr. 0.80 wurde im Grenzbüro umberechnet zu 2 Mark 30 Pfennig, siehe violette Klebetikette.

Nachnahmen wurden per Fahrpost transportiert. Somit kommen Frankaturstufen zur Anwendung, welche nicht mit dem normalen Briefporto vergleichbar sind. Zudem gibt es bei Nachnahmen keine Ermässigung für den Rayon Limitroph (Briefe im Grenzbereich).

Briefporto für Fahrpost ins Ausland ab 01.02.1877: 50 Rappen
Nachnahme-Provision: 30 Rappen, total Frankatur 80 Rappen, freigemacht mit 2 Stück Zumstein 42 (Mi34).
 
stampmix Am: 04.02.2017 13:48:13 Gelesen: 193602# 431 @  
hallo zusammen,

der Ganzsachen-Umschlag U10A wurde mit der 5 Rp. und 10 Rp. Marke der sitzenden Helvetia für die Auslandsverwendung auffrankiert und nach Karlsruhe gesandt. Neben dem Aufgabestempel von Grüsch am 1.7.1874 erhielt er einen PD, Durchgangsstempel von Landquart und Ausgabestempel von Karlsruhe am 2.7.1874.



besten Gruß
stampmix
 
SH-Sammler Am: 04.02.2017 14:54:23 Gelesen: 193588# 432 @  
@ Heinz 7 [#429]

Hallo Heinz,

Du hast noch einen Beitrag offen und hoffst auf Hilfe beim Lesen der Adresse. Anscheinend beherrschen "wir" die deutsche Sprache nicht mehr. Wir schreiben ja mit lateinischen Buchstaben. Du schreibst, dass Du einen Teil der Adresse lesen kannst. Also versuchen wir es doch mal zusammen.

Ich lese
Nachnahme 4.26
Staats u Polizei Steuer (xxxx 74. könnte eine Registernummer sein)
Herrn J. Bürgisser Lederhandlung in Bremgarten
(xxxx) Oberwil
Steuern Bezüger

Jetzt müsste man nur noch wissen, wie man den Steuereintreiber resp. Finanzchef vor 140 Jahren benannte.

Vielleicht hilft ja noch eine Drittperson aus

Wünsche Dir alles Gute

SH-Sammler
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 06.06.2017 23:16:55 Gelesen: 181827# 433 @  
@ SH-Sammler [#432]

Lieber Hanspeter,

ich sehe Deinen Beitrag erst heute. Vielen Dank für die obige Auflistung, die ja fast komplett ist.

Vielleicht heisst die zweitunterste Zeile "Gdeweibel Oberwyl", wobei "Gde" die Abkürzung wäre für "Gemeinde".

Die "74" könnte sich beziehen auf das Steuerjahr: 1874, abgekürzt: "74"

Was eine Polizei-Steuer war, weiss ich nicht. Als Staats-Steuer bezeichnet man (heute) in der Schweiz die Kantonssteuer (für unsere deutschen Leser: wir haben in der Schweiz drei Steuerebenen: Bund (= Schweiz), Kanton und Gemeinde. Staatssteuer bedeutet aber (heute) Kantonssteuer. Ob das im XIX. Jahrhundert auch so war, weiss ich nicht sicher).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 06.06.2017 23:41:08 Gelesen: 181819# 434 @  
Die Ausgabe "Sitzende Helvetia" besteht zum Grossteil aus relativ "einfachem" Material, das häufig vorkommt, und nicht selten ist. Dennoch ist es natürlich eine Herausforderung, z.B. schöne Briefe zu finden.

Es gibt aber auch bei dieser Ausgabe einige ausserordentliche Raritäten. Eine davon stelle ich Euch hiermit vor:



Diese (Zumstein) Nummer 38 wurde halbiert, was eigentlich nicht erlaubt war zu dieser Zeit. Dennoch gibt es wenige solche Halbierungen, die offenbar von der Post akzepziert wurden; hier auf einem Brief von Ziegelbrücke nach Schänis. Beide Orte liegen zwischen dem Zürichsee und dem Walensee und sind Nachbargemeinden.

Solche Halbierungen sind meist ziemlich teuer, weil sehr selten. Anbei ein Angebot von Corinphila, Los 3105 der kommenden Auktionen.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.11.2017 22:09:00 Gelesen: 163725# 435 @  
@ Heinz 7 [#434]

Die Dauerserie "Sitzende Helvetia" ist bei Schweiz-Sammlern äusserst populär. Sie sind auch ideal geeignet für Sammeltätigkeiten, denn sie sind interessant, vielseitig und nicht so kompliziert, wie andere Ausgaben. Und mit wenigen "Groschen" kann man oft schon schöne Stücke kaufen.

Sogenannte "Heimatsammler" der Schweiz suchen oft, alle in der Zeit vorkommenden Stempel auf den Marken zu sammeln. Wenn ein Stempel dann schön abgeschlagen ist, kann die Marke dann trotz der hohen Auflage selten zu finden sein.



Heute an der Rang III-Ausstellung in Sainte-Croix (Schweiz) hat mir eine Sammlung besonders gut gefallen: "Die Farbtöne der sitzenden Helvetia gezähnt". Der Sammler hat viele schöne Stücke zeigen können. Das oben gezeigte Stück mit dem Stempel BERIKON habe ich für meine Sammlung bei einem Händler gefunden.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 27.11.2017 12:30:26 Gelesen: 163612# 436 @  
@ Heinz 7 [#435]

Hallo Heinz,

schön, dass Du den Faden zu den Beiträgen aus der Schweiz wieder aufgenommen hast.

Ich musste in meinen Beständen suchen, bis ich eine vergleichbare Sitzende mit Stabstempel fand.



40 Rappen Marke mit Ausgabe ca. 1878, Zst.-Katalog-Nr. 42 mit Stempel THAYNGEN.

Der Stabstempel kommt relativ lange vor, er ist schon 1857 nachgewiesen. Für die Briefpost wurde jedoch ab Ausgabe der Sitzenden im Jahr 1862 ein Fingerhutstempel verwendet. So geht meine Vermutung, dass der Stabstempel "nur" für die Fahrpost verwendet wurde. Dies würde die relative Seltenheit von sauber gestempelten Marken mit Stabstempel erklären, zumindest von Thayngen.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 28.11.2017 23:51:59 Gelesen: 163302# 437 @  
@ SH-Sammler [#436]
@ Heinz 7 [#105]

Lieber Hanspeter,

eine Zumstein Nr. 42 mit einem so schönen Stempel ist eine gute Rarität, gratuliere! Gerne zeige ich Dir/Euch einen weiteren Stabstempel.

Die sogenannten "Postablagen" hatten solche Stabstempel. Siehe dazu folgende Ausführungen:

"b) Postablagen:

Bis 1925 galt die Regelung, dass nichtrechnungspflichtige Ablagen nur einen Stabstempel (Balkenstempel) erhielten. Wurde die Ablage rechnungspflichtig, bekam sie erstmals einen runden Datumstempel. Der Stabstempel verblieb weiterhin bei der Ablage und wurde als Formularstempel, aushilfsweise oder gefälligkeitshalber auch als Entwertungsstempel benützt."

Quelle:

"Poststellenchronik Schweiz 1849 - 2017 Autor: Karl Gebert, Kapplerstrasse 27, CH-9642 Ebnat-Kappel; Nachführung ab Sommer 2010: Hansjörg Vogt, 6947 Vaglio"



Auffallend an dem Beleg sind die vielen Vermerke mit blauem Farbstift, die ich aber nicht alle identifizieren kann.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
philaworld Am: 09.12.2017 08:30:43 Gelesen: 159908# 438 @  
Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel über Frankaturkombinationen der sitzenden helevtia in der Postgeschichte Schweiz, veröffentlicht.

Die Einleitung wie folgt:

Die Ausgabe der Sitzenden Helvetia gezähnt von 1862 bescherte uns im Laufe ihrer zwanzigjährigen Verwendungszeit einige seltene Kombinationsfran
katuren. Bekannt sind die Mischfrankaturen der Sitzenden Helvetia ungezähnt (Strubeli) mit Marken der Ausgabe Sitzende Helvetia gezähnt. Auch die Mischfrankaturen dieser Ausgabe mit den nachfolgenden niederwertigen Ausgaben der Kreuz und Wertziffer sowie der höherwertigen Stehenden Helvetia mag der eine oder andere Sammler noch kennen. Doch innerhalb der Ausgabe der Sitzenden Helvetia gezähnt kennen wir die Serien mit Farbanpassungen ab 1867 resp. mit Änderungen des verwendeten Papiers ab 1874 und vor allem im Jahre 1881. Einige dieser besonders seltenen, resp. auch nur populären Frankaturkombinationen behandele ich in diesem Artikel, um dem Sammler einen Anhaltspunkt über deren Seltenheit sowie auch den Hintergrund ihrer Entstehung zu geben.

Den 29 seitigen Artikel findet Ihr hier als PDF zum runterladen:

http://www.philawiki.ch/artikel/SitzHelvetiaSelteneFrankaturen_neu.pdf
 
philaworld Am: 09.12.2017 08:42:14 Gelesen: 159905# 439 @  
Eine sehr seltene Verwendung eines Turn und Taxis Stempels im Raum Schaffhausen. Es sind einige wenige Briefe bekannt die diesen Post-Collection Stempel tragen. Es handelt sich dabei um einen Postablage Stempel, welcher auf Briefen nach Übersee, wenn überhaupt, nur sehr selten zu finden ist.


 
philaworld Am: 09.12.2017 09:56:31 Gelesen: 159893# 440 @  
@ SH-Sammler [#430]

Erst einmal Gratulation zu diesem einmalig wunderschönen NN Beleg aus Unterhallau nach Randegg. Du erwähnst in deiner Tarifbeschreibung, dass es zu dieser Zeit für NN keine Grenzrayon Ermässigungen gegeben haben soll. Ich hab nn nicht nachgeschlagen im Tarifbuch, würde aber gerne von Dir wissen, ob Du das in den Tarifbüchern zu deinem Brief passend so gelesen hast, oder wo das dies steht.

Die NN unterstanden der Fahrpost und da ist bei den Auslandtarifen auf dem Titelblatt der Grenzrayon erwähnt, mit Verweis auf die Grenzrayon Listen aus dem Brieftarif. Nun muss man in diesen Listen suchen, ob zu Unterhallau, auch Randegg steht, wenn nicht, war die Ermässigung nicht gegeben.

Ich habe auch so einen Brief, aus Rheinau nach Waldshut. Klar im RL gelegen, aber nicht als RL Frankiert. Die Grenzraysonlisten belgen dies, Waldshut stand zu dieser zeit nicht unter dem Abgangsort Rheinau. Für Deinen Brief gilt gleicher Fahrposttarif, ob auch gleiche Grnezrayon Poststellen Liste dazu gehört weiss ich nicht. Es müsste aber gleiches Szenario gewesen sein.

Hier mein RL Brief, der gemäss Tarif nicht als RL hat laufen dürfen.



Hier das Titelblatt des Tarifes:



Fahrposttarif Titelblatt 1875

Gruss Rene
 
SH-Sammler Am: 09.12.2017 15:24:23 Gelesen: 159869# 441 @  
@ philaworld [#440]

Hallo Rene,

schön, Dich in diesem Forum zu wissen.

Zu meinem Brief nach Randegg hatte ich lange Zeit widersprüchliche Angaben, welche ich wegen fehlender Tabelle nicht kontrollieren konnte. Ein Kenner der Materie legte mir nahe, dass es den Grenzrayon für Fahrpost nicht gegeben hätte. Erst NACH meinem Beitrag im Frühsommer 2016 habe ich in einer Losbeschreibung folgendes gelesen: Im Verkehr mit den deutschen Staaten (jedoch nicht mit Österreich) wurde der Grenzrayon für Fahrpostsendungen Mitte des Jahres 1883 abgeschafft..

Ein weiterer Bekannter hat auf meine Anfrage dann noch folgendes mitgeteilt:

Fahrposttarif für Gränzrayon vom 21.3.1879: Sendung bis 5 kg und max. NN-Betrag 50Fr. = 50 Rappen. Die minimale Nachnahmeprovision ab 1. Feb. 1877 betrug 30 Rp. und wurde ab 01.07. 1883 reduziert auf 1o Rp.

Ich habe die Beschreibung in meinem Exponat angepasst. Hier im Forum ist das ja nicht einfach so möglich, also habe ich den Beitrag so gelassen wie er war.

Freundliche Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 09.12.2017 15:43:09 Gelesen: 159867# 442 @  
@ philaworld [#439]

Hallo Rene,

ein Traumbrief - magst du mir eine E-Mail schreiben?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 09.12.2017 18:08:33 Gelesen: 159853# 443 @  
@ SH-Sammler [#436]
@ philaworld [#440]

Hanspeter, Rene

Ihr zeigt in unserem "wiederbelebten" Thema absoulte Hammerstücke! Gratulation!

Manchmal finden wir auch bei "kleinen" Werten Stücke, die einfach Freude bereiten



Bei diesem Briefchen ist es nicht die Marke und nicht der Stempel, die das Sammlerherz erfreuen. Aber das Mini-Format des Briefchens und die schöne Anschrift "Tit. Gemeindeammannamt Obfelden" machen das Stück doch zu etwas Besonderem.

Heinz
 
philaworld Am: 10.12.2017 11:46:44 Gelesen: 159823# 444 @  
Ja der Brief schaut ja ganz nett aus.

Hier ein Bespiel, was ich hübsch finde.



Ein um 3 Rp zu wenig frankierter Brief vom 30.12.1880. Taxiert mit 6 Rp. was das doppelte des fehlenden Porto ausmachte. Laut der Bestimmung aus dem Tarif vom 1. Sept. 1876 wurde dieser Brief als unfrankierter behandelt, unter Abzug der vorhandenen Frankatur.

- Transportiert von Fluelen nach Hertenstein
- Luftlinie: 21,78 km (Lokalrayon war 10 Km Luftlinie) damit rechtfertigen die 10 Rp. Porto.
- Route Seepromenade: 33,75 km

Der Brief trägt rückseitig keinen Ankunf-Stempel. Der Abgangsort "Fluelen" hatte eine Schiffstation und das Chateau Hertenstein hatte vor dem Hause einen Schiffsstation, der Brief wurde vermutlich per Schiff transportiert. Wer, wem die 6 Rp. zahlte Porto ist nicht bekannt. Ist hier aber auch nicht wirklich notwendig das noch herauszufinden.

Was hat mich vor rund 10 Jahren veranlasst, diesem Brief zu kaufen? Die Frankaturkombination 5 Rp. braun und 2 Rp. braun/oliv. Eine Gleichfarbige Buntfrankatur, hübsch, selten und bisher ein Einzelstück, wenn ich das richtig im Kopf habe, war das ein Los für keine 10 Franken bei Riccardo.
 
philaworld Am: 12.12.2017 13:14:23 Gelesen: 159747# 445 @  
@ matze1958 [#419]

Hallo Matze1958,

ein Wunderstück. Es handelt sich bei diesem Brief um eine kriegsbedingte Umleitung über Frankreich. Da gab es einen speziellen Tarif. Siehe hierzu auf der Rückseite den blauen Doppelkreisstempel. Ich müsste da mal in den Verfügungen schauen, da sollte das erwähnt sein.

Der Krieg war aber 1868, da müsstest Du Dich im Datum vertan haben, du schreibst 1863.

So etwas such ich schon lange, wenn Du Dich von diesem Brief trennen kannst und ihn hergeben würdest, ich hätte sehr grosses Interesse.

Gruss Rene
 
LK Am: 12.12.2017 18:43:18 Gelesen: 159720# 446 @  
@ philaworld [#445]

Hallo,

um welchen Krieg soll es sich 1868 gehandelt haben ?

1860 - 1870 gab es nur 3 Kriege.

1864 Deutsch - Dänisch

1866 Deutsch - Österreich

1870/71 Deutsch - Französisch.

Beste Grüße
 
philaworld Am: 13.12.2017 08:23:42 Gelesen: 159653# 447 @  
@ matze1958 [#419]

Hallo Matze1958,

ich muss entschuldigen, auch von mir ein Irrtum, es müsste sich um einen Brief von 1866 handeln und nicht 68.

Hier nun noch den Inhalt dieser erwähnten Verfügung zu diesem Porto.

Verfügung Nr 16 vom 26. Juni 1866

Da abermalen schon vielfach die Leitung der Korrespondenzen nach Nord-Deutschland über Frankreich verlangt wird und auf den Fall einer gänzlichen Unterbrechung der Postverbindung in Deutschland nach den nördlichen deutschen Staaten, beauftragen wir dei schwiezerisch-frnazösischen Auswechslungsbureau diejenigen Korrespondenzen nach und über die norddeutschen Staaten, vorerst nur insofern deren Leitung durch Bezeichnung auf der Adresse über Frankreich verlangt wird und wenn eine Unterbrechung der Postverbindung über die süddeutschen Staaten eintreffen sollte. Alle oben erwähnten Korrespondenzen über Frankreich zu versenden und unter Art. 4 und 9. resp. 18 des Feuille d'Avis in Rechnung zu bringen.

Den Auswechslungsbüreau wird hiermit angezeigt, dass das Gewichtsmaximum für die einfache Brieftaxe bloss 7.5 Gramm beträgt.

Ungenügend frankierte Briefe sind als ganz unfrankiert zu behandeln und daher unter Atrt. 18 zu taxieren.

Für die Frankierung dieser Korrespondenzen über Frankreich sind die Bestimmungen des Art. 4 pag.2 und Art. 6 pag. 4 des schweizerisch-französischen Briefposttarifs vom 15. September 1865 anzuwenden.

Wir werden das Publikum von dieser eventualität durch eine entsprechende Publikation im Bundesblatte aufmerksam machen.

Was die Transitbriefe aus Italien nach Deutschland anbelangt, je wird besondere Weisung hierüber nächstens folgen.
Breifposttarif vom 15.9.1865 bereffend Verfügung

Art 4 = Das Verzeichnis der Schweizerischen und französischen Postbuerau des Grenzrayon
Art 6 = Verzeichnis der in den Bübezirke der französischen Büreaux und Grenzrayons gelegenen Ortschaften
 
philaworld Am: 13.12.2017 19:54:07 Gelesen: 159612# 448 @  
@ LK [#446]

Hallo LK,

es war der Deutsch-Deutsche Kriege bei welchem die Postverbindung im Norddeutschland für 5 Wochen unterbrochen war. Vom.14.6 bis 27.7.1866.

Die Verfügung zeigt deutlich dass der Leitweg nur genommen wurde, wenn die Postverbindung unterbrochen war.

Lies den [#447] da ist der Text aus der Verfügung der Schweizer Post. Auffällig an diesen Briefen ist der blaue Doppelkreis Stempel mit der rundum Inschrift "Aus Frankreich per Aachen ..... Franco".

Ich kenne diesen Stempel nur aus dieser Zeit und aus diesem Krieg.

Wer bist Du denn, LK ist so kein Name.

Gruss Rene
 
philaworld Am: 13.12.2017 21:26:34 Gelesen: 159600# 449 @  
@ Heinz 7 [#103]

Hallo Heinz,

Deine 1Fr Sitzende Helvetia ist mit einem Zwergstempel (ohne Jahreszahl) gestempelt. Es gibt Sammler, die nur diese Stempeltype sammeln, sie sind rar und beliebt, sehr gesucht sind sie nach Auslanddestinationen.

Die Zwergstempel wurden in kleinen Postablagen benutzt, es sollte bei Briefen demnach immer noch den Poststempel der Poststelle als Nebenstempel drauf haben. ab und an findet man Briefe, da ist dann das Datum nochmals nebenan geschrieben worden. Dies war wichtig bei Charge Briefen oder amtlichen Briefen, vermutlich wegen laufender Fristen.

Die Stempel kommen zur Zeit der Sitzenden Helvetia bis und mit Stehende Helvetia und Kreuz Wertziffer vor.

Wie bereits erwähnt, selten sind diese Stempel auf Belegen ins Ausland zu finden. Kleine Dörfer mit einer Postablage hatten kaum Auslandkontakte, deshalb sucht man solche Belege und sammelt was selten ist. Aber wissen muss man es.



Nach Japan sind zwei oder drei dieser Belege bekannt aus dieser Zeit.

Gruss Rene
 
Heinz 7 Am: 14.12.2017 19:33:40 Gelesen: 159564# 450 @  
@ philaworld [#449]

Lieber Rene,

es ist schön, dass Du unsere alten Beiträge nachliest. Nachdem Kevin im März 2014 das Thema eröffnete, ging es sehr rasch vorwärts. 14 Monate später (bis 8.5.2015) hatten wir schon über 400 Beiträge - die nächsten 30 Monate gab es dann nur 32 neue Beiträge.

Seit 26.11. [#435] erhält das Thema neue Aufmerksamkeit. Und wir sehen wirklich sehr seltene Stücke (Stempel, Frankaturen, Destinationen). Vielen Dank! Wir könnten vielleicht versuchen, seltene Destinationen zu zeigen (ich kann da jedoch wenig beisteuern).

Seltene Stempel aus der Schweiz machen aber auch Freude (mir auf jeden Fall!)



Anbei ein Nahverkehrs-Brief von Dachelsen (Knonaueramt) nach Maschwanden. Die Orte liegen sehr nahe beieinander. Die Stempelfolge ist sehr interessant!

Dachelsen-Stabstempel
rückseitig Rundstempel Affoltern a/A.
Knonau
und Ankunftsstempel Mettmenstetten.

Das Dorf Maschwanden (neben Mettmenstetten) hätte damals ebenfalls einen Stabstempel gehabt, aber dieser Stempel wurde nicht angebracht.

Meines Erachtens ein "kleiner", aber dennoch sehr schöner Beleg. Dachelsen war damals ein kleines Dörfchen.

Heinz
 

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