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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 889 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 20.02.2017 19:16:10 Gelesen: 300123# 440 @  
@ 10Parale [#439]

Lieber 10 Parale,

ich habe den Stempel vermessen, er ist 27 mm lang und 13.5 - 14 mm hoch, je nachdem, wie gemessen wird (mit oder ohne Rand)?

Nach meiner Meinung ist dieser Stempel Dragomir fig. 1597. Dieser Stempel ist achteckig, während fig. 1598 + 1599 vier abgerundete Ecken haben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 21.02.2017 22:08:05 Gelesen: 300012# 441 @  
@ Heinz 7 [#440]

Das Sammelgebiet "Rumänien" ist bei den Auktionatoren beliebt, weil es relativ oft hohe Gebote gibt. Natürlich nicht durchwegs, und natürlich gibt es auch einige Rücklose, und die "ganz fetten Jahre" scheinen vorerst vorbei zu sein, aber noch immer müssen Interessierte oft tief in die Tasche greifen, wenn sie einen schönen Beleg wollen.

Wenn dann ein Los sehr günstig angeboten wird, ist die Spannung jeweils gross, ob das Los nun tatsächlich günstig gekauft werden kann. Um es vorweg zu nehmen - es ist kaum je möglich! Irgendwo sitzen immer einige Sachverständige, die aufpassen, dass die Ware nicht klar "unter Wert" verkauft wird.

Jüngstes Beispiel:



Dieser Brief wurde zu nur Euro 80 ausgerufen (Gärtner, Los 14938). Er trägt aber einen sehr seltenen Stempel, der bei Kiriac Dragomir mit "8R" bewertet wird! Es ist ein Karantäne-Stempel (K 44) von Galatz, aus der Zeit von 1835-1838. Ich habe diesen Brief auch beboten, habe ihn aber letztlich doch nicht bekommen. Zuschlag war Euro 320. Hätte der Brief nicht die braunen Flecken gehabt, wäre er noch deutlich teurer geworden.

Ich nehme solche "Auktions-Niederlagen" fast immer "sehr sportlich" und freue mich sogar, wenn ich sehe, dass Andere die philatelistischen Schätze noch höher einschätzen als ich selber.

Gratulation dem Käufer!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.02.2017 19:12:37 Gelesen: 299877# 442 @  
@ Heinz 7 [#441]

Irgendwo sitzen immer einige Sachverständige, die aufpassen, dass die Ware nicht klar "unter Wert" verkauft wird.

Das denke ich auch Heinz 7. Das Auktionshaus Gärtner hat tatsächlich einige sehr schöne Lose aus dem Sammelland Rumänien im Angebot.

Die 3 Briefe mit dem seltenen Stempel BUKAREST / IN DER WALLACHEY wurden allesamt beboten und verkauft, was mich nicht wundert.

Dein in [#441] gezeigter Brief ist wirklich eine absolute Seltenheit und ich halte den Preis für angemessen. Ich schließe mich der Gratulation für den Käufer an. Auch ich habe einen Brief beboten und war leider um die berühmten 10,-- Euro unterlegen.

Es handelt sich um eine mit der Marke 10 Bani blau freigemachten Brief mit einem schönen Stempel von TIRGUL FRUMOS. Was mir besonders ins Auge fiel war die rückseitige rote Aufschrift "MARIE", wobei ich davon ausgehe, dass das Brieflein aus dem Königshaus stammte.

Auch von meiner Seite aus Gratulation an den sachverständigen Käufer. Das Endgebot lag bei 230,-- Euro.

@ Heinz7 [#440]

Gratuliere zum achteckingen Stempel fig. 1597 fig. Kiriac Dragomir. Die späteren Stempel sind tatsächlich an den Ecken gerundet.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 22.02.2017 19:30:42 Gelesen: 299871# 443 @  
@ 10Parale [#442]

Hallo 10Parale,

warum sollte eine Marie aus dem Königshaus einen Brief frankieren müssen?

Die sogenannte "unbeschränkte Postportofreiheit" stand damals doch allen Mitgliedern der Regentenhäuser zu - oder war das in Rumänien anders?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 22.02.2017 20:34:40 Gelesen: 299862# 444 @  
@ bayern klassisch [#443]

warum sollte eine Marie aus dem Königshaus einen Brief frankieren müssen?


Vielleicht muss ich ein kleines Geheimnis über meine Kaufgewohnheiten lüften. Ich kaufe dann, wenn ich vermute, da könnte etwas sein, was enträtselt werden muss.

Ich kann über die "unbeschränkte Postportofreiheit" für Mitglieder der Regentenhäuser in Rumänien wenig sagen. Es mag so sein, dass offizielle Post portofrei befördert wurde.

Ich zeige deshalb auch die Rückseite des Briefes, der mir leider wg. 10,-- Euro entgangen ist. Wir sehen eine Krone und das Wort MARIE.

Ich vermute es handelt sich um private Korrespondenz. Empfängerin ist Elise Stourza, eine geborene Ghica. Es gibt schöne Damenbriefchen an diese Empfängerin.

"Ghica" war ein rumänisches Adelsgeschlecht, ebenso wie der Name "Stourza" von einem moldauischen Adelsgeschlecht herrührt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.02.2017 23:12:05 Gelesen: 299832# 445 @  
@ 10Parale [#442] und [#444]

Lieber 10 Parale,

dies ist wirklich ein hübsches Briefchen und Du hast recht, es geht hier um die Damen der guten Gesellschaft. Zu den Familien Ghica und Stourza fand ich den angegebenen Wikipedia-Artikel.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ghica_family

Ich zeige Dir, warum ich NICHT auf den Brief geboten habe.



Ich gebe gerne zu, dass der Gärtner-Brief noch etwas schöner ist als meiner. Aber meine 10 Bani-Marke (7. Ausgabe) ist voll- bis breitrandig, und die Schrift des Briefleins ist sehr sauber. Der Abgangsstempel meines Briefes ist nicht zu bestimmen. Der Brief gleicht einem ähnlichen (6./7. Ausgabe) sehr, den ich hiermit auch vorstelle:



"1868, Mi.Nr. 18 (minim. Randberührung links) zus. Mit Mi.Nr. 23 als entzückende Mischfrankatur zweier Ausgaben auf Damenbrief von BUCURESTI 25/9 SERA adressiert an Madame Elise Stourza, geb. Ghyka, auf Skiea bei Tirgu Frumos. Wundervoll farbfrisch und in ansonsten perfekter Qualität. Das Stück ist im Handbuch von Herrn Heimbüchler und in der 'Edition d'Or' abgebildet. Liebhaberstück! Ausführliches Fotoattest Fritz Heimbüchler BPP"

Dieser Brief wurde auch angeboten (Gärtner, Los 14961), ist aber etwas teuer und darum unverkauft.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 23.02.2017 06:49:04 Gelesen: 299792# 446 @  
@ 10Parale [#444]

Hallo 10Parale,

deine Methodik unterscheidet sich von der meinigen nicht wesentlich - ich hätte ihn wohl auch genommen, wäre es mein Sammelgebiet.

Darf ich einen Interpretatiosversuch wagen? Vielleicht hatte jemand in der Nähe zu der guten Marie einen Brief zu schreiben, jedoch fand sich kein Kuvert (soll ja vorkommen). Was läge da näher, als die gute Freundin/Bekannte/Verwandte zu fragen, ob sie ihr mit einem aushelfen möge?

Weil man aber selbst keine Postportofreiheit anzusprechen hatte, musste man am Schalter frankieren und daher sieht der - wie ich finde wunderschöne - Brief so aus, wie er aussieht.

Fände man noch, zeitlich deutlich versetzt, weitere, ähnlich, würde meine Variante allerdings hinten runter fallen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 24.02.2017 14:00:26 Gelesen: 299601# 447 @  
@ 10Parale [#415]

Ich weiss nicht, ob Du wegen der Rumänien Nr. 1 - Marke das Thema "Finanzierung von Auktionskäufen" eröffnet hast. Es ist in der Tat ein nicht einfaches Thema.

Das Los, das wir in Beitrag 430 besprachen, ist in der Zwischenzeit verkauft worden. Und es ist zu einem Preis zugeschlagen worden, der vielleicht Bedauern auslöst, Bedauern, dass man nicht "dabei war"? Das schöne Stück wurde nämlich unter dem Ausrufpreis zugeschlagen. Euro 5'600 statt Startpreis Euro 6'000 (Los 776 bei Rauhut und Kruschel).

Natürlich ist das immer noch eine Menge Geld und ich bleibe bei meiner Meinung: nur wenn man sich mehr oder weniger ohne Reue den Betrag leisten kann, soll man ihn auch ausgeben.

Ich hoffe nun für Dich, dass Du ein ähnlich schönes Stück zu einem vergleichsweise "günstigen" Preis kaufen kannst, denn das ist es ja, was Du Dir wünschst.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.02.2017 21:16:34 Gelesen: 299384# 448 @  
@ Heinz 7 [#447]

"Ich weiss nicht, ob Du wegen der Rumänien Nr. 1 - Marke das Thema "Finanzierung von Auktionskäufen" eröffnet hast."

Es ist so. Manchmal sind Sterne zum Greifen nah. Wer über Geld schreibt, läuft Gefahr, sich in irgend eine Richtung zu outen. Beitrag [#2] im dortigen Thread von Wolffi dürfte in meine Richtung gehen. Lieber jeden Monat einen bescheidenen Betrag zur Seite legen und geduldig abwarten.

Nachdem das Los aus Beitrag 430 zunächst unbeboten blieb, habe ich mir tatsächlich ernsthaft überlegt, mit dem betreffenden Auktionshaus ins Gespräch zu kommen. Nun ist einer "sportlich" zuvorgekommen und das ist o.k. so.

Allerdings habe ich das System von "Untergeboten" bei Auktionen bis heute nicht verstanden. Läuft dies nach dem Prinzip, probiere mal Dein Glück, vielleicht bekommst du einen Handschlag? Mit dieser Perspektive vor Augen, was bedeutet hier der Ausrufpreis?

Ich möchte hier noch einen recht schönen Brief vorstellen, der am 13. April 1937 mit Schiffspoststempeln der Atlas-Levante-Linie auf dem Motorschiff "Cairo" aufgegeben wurde. Dieses Schiff wurde einige Jahre später von der Kriegsmarine vereinnahmt und war als Hilfskreuzer unter dem Namen "Stier" im Einsatz. 1942 wurde das Schiff nach schweren Zerstörungen selbst versenkt.

Der Brief ist mit 15,25 Lei deutlich unterfrankiert. In Constanza selbst wurde er erneut abgeschlagen (siehe links oben) und lief dann über Bukarest und Wien (Flugpoststempel vom 14.IV.37) in Richtung Helvetia.

Was mich etwas erstaunt, ist der rückseitige Stempel "RECOMANDATE SOSIRE" von Bukarest. Als normaler Brief war der Brief eh schon unterfrankiert, denn er hätte 10 Lei zzgl. Supartaxa aeriene externe 9 Lei = 19 Lei gekostet. Als Einschreiben wären noch einmal 10 Lei fällig gewesen, so dass der Brief portogerecht mit 29 LEI zu frankieren war!!

Nun ja, es wurde bemerkt und nachtaxiert. Der Vermerk 21,50 c (rechts neben den T) hat was damit zu tun.

Den Brief habe ich mal in einer Kiste des Schweizer Auktionshauses Rölli gefunden und 20 Schweizer Franken dafür bezahlt. Bar versteht sich.

Liebe Grüße

10Parale

 
 
Heinz 7 Am: 26.02.2017 11:58:34 Gelesen: 299256# 449 @  
@ 10Parale [#448]

Lieber Freund,

es ist so - über Geld zu sprechen, ist immer heikel. Hut ab vor denen, die es trotzdem tun.

Sammler sind oft sehr ambitioniert, und streben nach Objekten, die im Normalfall ihre Möglichkeiten übersteigen. Das ist an sich nichts Schlechtes, und ist sehr oft Ansporn für stundenlange Recherchen, für Suchanstrengungen, Weiterbildung, u.s.w. - Entscheidend beim Ganzen ist, wie man mit dem "Unvermögen" umgeht, sich alle Wünsche erfüllen zu können. Die meisten Sammler, die ich kenne, haben eine gesunde Einstellung zum Thema. Die anderen sind abschreckende Beispiele.

Ich finde folgende Taktik die Beste: Beim Top-Sammelgebiet strebt man hohe Ziele an, ohne sich zu überfordern. DANEBEN pflegt man weitere Sammlungen im "low-budget Bereich". Dort kann man sich mit Kleinbeträgen auch ab und zu eine Neu-Anschaffung leisten (zum Beispiel einen Beleg Rumänien 1937!). Das erfreut die Sammlerseele und gibt uns Sammlern den "langen Atem", den die ambitionierten Ziele in der Regel erfordern.

Alles Gute bei der Verfolgung Deiner Ziele!
Heinz
 
bayern klassisch Am: 26.02.2017 17:47:30 Gelesen: 299189# 450 @  
@ Heinz 7 [#449]

Lieber Heinz,

ein geistvoller Beitrag, den man jedem Sammler ins Album schreiben sollte. Chapeau!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 27.02.2017 22:53:43 Gelesen: 299018# 451 @  
@ bayern klassisch [#450]

Danke, Ralph, für die Anerkennung.

@ alle

Es ist nicht schwierig und nicht teuer, Ansichtskarten von Rumänien aus dem XX. Jahrhundert zu finden. An den meisten grösseren Briefmarkenbörsen finden wir problemlos Ansichtskarten. Viele, ja die meisten, sind aber in schlechtem Zustand.

Suchen wir saubere Karten ohne Büge und mit intakten Rändern, wird es schwieriger, vor allem, wenn wir sogar ins XIX. Jahrhundert zurückgehen.



Karte von Balaci, geschrieben 21.4.1899, gestempelt 23.4.1899, nach Lemberg.

Wenn wir solche Belege finden, sollten wir sie kaufen, denn es sind wirklich rare Stücke. Logisch, dass wir dann mit Euro 5 auch nicht mehr zum Zuge kommen. Aber bei schönen Exemplaren dürfen wir nicht zu sehr knausern, sonst werden wir in der Regel leer ausgehen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.02.2017 21:01:46 Gelesen: 298869# 452 @  
@ Heinz 7 [#449]
@ bayern klassisch [#450]

Lieber Heinz,

ich schließe mich Ralph an. Das hast Du sehr schön ausgedrückt. Bei mir persönlich überwiegen sogar die Low Budget Sammelgebiete. Aber sie machen mir einfach Spaß und das ist mir am wichtigsten.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 02.03.2017 16:07:45 Gelesen: 298726# 453 @  
@ Heinz 7 [#451]

Solche intakte Postkarten mit den pittoresken Motiven vom Landleben sind echte Preziosen, zumal aus dem XIX. Jahrhundert.

Low Budget, high Budget sind ja eher moderne Anglizismen aus der Wirtschaftssprache.

Wie auch immer, viele Händler notieren mit Bleistift eine Preis auf Ihre feilgebotene Ware, wie auf dem Brief den ich hier kurz vorstelle:

Preis: 6 €uro, vermutlich habe ich ihn für 5,-- Euro erhalten, also low Budget.

Dennoch ein schöner Brief:

Verwendung: 15. Juni 1929 - 19. Juni 1929

Portobestimmung lt. C. Marinescu Tabelle 233 "Tarifele, Taxele, Gratuitatele postale in Romania 1841 - 2008 vol. 2" aus dem Jahr 2008

Portoperiode vom 1. Oktober 1929 - 31. Dezember 1934

3. Portoperiode vom 1. April 1929


Brief bis zu 20 Gramm = 10 Lei
Einschreiben = 10 Lei

insgesamt 20 Lei
 

freigemacht mit insgesamt 12 Marken der Freimarkenserie König Michael zu 1 Lei, 2 Lei und 3 Lei

Der Brief lief von Brasov mit Bahnpost "Breslau?? - Oderberg" nach Schramberg, dortiger Ankunftsstempel von 19. Juni 1929.

Empfänger war die Schramberger Uhrfedernfabrik.

Liebe Grüße

10Parale

   
 

Pepe Am: 11.03.2017 20:49:54 Gelesen: 298022# 454 @  
Frage an die Kenner, ist diese Marke in zwei Farbunterschieden bekannt?



1958 09 28, Mi 1733

Im 2003/2004er Mi mit schwarzblau/gelborange beschrieben. Hier deutlich in einer zweiten Farbe.

Nette Grüße und immer weiter mit den so schönen und interessanten Beiträgen. :)

Pepe
 
10Parale Am: 12.03.2017 16:34:59 Gelesen: 297994# 455 @  
@ Pepe [#454]

Michel Südosteuropa 2016/17 unterscheidet ebenfalls bei dieser "Sputnikmarke" die beiden Farben schwarzblau und gelborange.

Michel Nr. 1733 steht mit einer Auflage von 1.000.000 Stück postfrisch immerhin schon bei 12,-- Euro.

Wäre für mich interessant, solch eine Marke auf einem echt gelaufenen Brief zu sehen.

Kiriac Dragomir nennt im CMPR ebenfalls die beiden Farben

albastru-negru -- dunkelbalu
rosu-portocaliu -- hier eher rotorange als gelborange

Liebe Grüße

10Parale
 
Pepe Am: 12.03.2017 21:23:02 Gelesen: 297971# 456 @  
@ 10Parale [#455]

Danke für die Info. Dann liegt hier eine unbekannte Fehlfarbe vor. Könnte auch eine Teilauflage oder Nachauflage sein. Im 2003/04 Katalog war der Preis 7,50 - 2,00. Also nach über 10 Jahren doch eine steigende Tendenz. In den alten Auswahlheften ist die älteste postfrische Ausgabe aus dem Jahr 1946.



1946 05 01, Mi 987-991, Tag der Arbeit

Hier geben sich Mechaniker (10L blaugrün), Bauarbeiter (10L dunkellila), Bäuerin (20L dunkelbraun), Bauer (20L blau), Studenten (200L rot) ein Stelldichein. Obwohl die Auflagen sehr gering sind, 2 x 86000, 2 x 300000, 1 x 200000, sind die Preise sehr gering. Der Satz in beiden Erhaltungen je 2,80. Woran liegt das? Der Druck ist mangelhaft, sicher der Nachkriegszeit geschuldet. Die 200L weist unten rechts kein Entwerferzeichen auf. Ob Zufall oder Plattenfehler? Interessant auch das Wasserzeichen. Leider im Katalog nur ein Ausschnitt abgebildet. Gibt es hier verschiedene Stellungen?

Ich kann die kleinen Eindrücke unten nicht entschlüsseln, vermute Druckerei und Jahreszahl?





Mi 987, 990 und 991 Details

Nette Grüße Pepe
 
Gerhard Am: 13.03.2017 10:37:40 Gelesen: 297926# 457 @  
@ Pepe [#454]
@ 10Parale

Hallo auch,

ich denke, dass es sich bei der zweiten Marke um eine Gefälligkeitsabstemplung handelt, ob aus Nachauflage oder nicht - beides möglich. Die linke Marke trägt m.E. einen offensichtlichen Bedarfsstempel, da sichtbare beschriebene Phänomen der unterschiedlichen Farben taucht bei Rumänien, als auch z.B. bei den Marken der UDSSR aus den 50ger/60ger Jahren meiner Erfahrung nach häufig auf.

mphG

Gerhard
 
Heinz 7 Am: 14.03.2017 00:14:17 Gelesen: 297895# 458 @  
@ Pepe [#456]

Hallo Pepe,

ich habe Deinen Beitrag studiert und den CMPR '74 (= rumänischer Spezialkatalog von 1974 von Dragomir/Surpateanu) zu Rate gezogen. Dabei fiel mir etwas Interessantes auf.

Bei CMPR haben diese Marken die Nummern 1034-1038. Zum ersten Wert (10 Lei, carmin-violet, also Nr. 1034) gibt es eine Abart: 1034.1 "fara initialele gravorului, prima marca din coala"

das heisst (meines Wissens): "ohne Graveur-Zeichen, erste Marke des Bogens".

Gemäss CMPR hat diese Ausgabe des Wasserzeichen XIV (fig. 18).



Im CMPR ist (bei dieser Ausgabe 1946) nichts vermerkt, dass das Wasserzeichen in verschiedenen Stellungen vorkommen soll.

Heinz
 
Pepe Am: 15.03.2017 18:50:55 Gelesen: 297814# 459 @  
@ Gerhard [#457]

Ja, das wird wohl so sein. Und da es noch recht wenig Sammler dieser Gebiete gibt, wird man auch nur wenig Beachtung finden. Danke und immer weiter beobachten, gerade bei den russischen Marken wird das bestimmt mal ein Thema.

@ Heinz 7 [#458]

Danke für das Wasserzeichen, da kann es also kein stehend oder liegendes geben, denn das ist total symmetrisch aufgebaut. Der Katalog hat schon gute 40 Jährchen hinter sich. Da ist es schon mal wichtig zu wissen, das Abarten bekannt waren.

Für meine kleinen Rumänienbestände lohnt sich keine teure Literatur. Mal sehen was noch so Interessantes in diesen drei alten Auswahlheften auftaucht.



1947 06 15, Mi 1062-1064

Warum so spät herausgegeben? Warum bei 225000 Auflage gerade mal mit lächerlichen 1,50 Mi€ bewertet?

Hier würden mal Vergleichsstücke helfen, denn so einige Details verwundern doch.



Rückseitig am rechten Unterrand ein kopfstehendes Prüfzeichen. Richter. Muß alles vor 1984 passiert sein.

Nette Grüße Pepe
 
Michael Mallien Am: 15.03.2017 19:30:02 Gelesen: 297799# 460 @  
@ Pepe [#459]

Hallo Pepe,

ich habe einen Michel Südosteuropa 2012/2013 kürzlich für 12 Euro erworben und dabei festgestellt, dass dieser Katalog generell nicht so gefragt ist. Man bekommt also günstig ein neueres Exemplar.

In dem Katalog sind die 1062-1064 postfrisch mit 1,50 und gestempelt mit 3,- Euro bewertet. Der Katalogwert spiegelt ja nur den Handelswert wider oder, besser gesagt, die Relation zu Handelswerten anderer Marken. Die Auflage spielt zwar auch eine Rolle, aber bei den Rumänienmarken gibt es offensichtlich genug Material für alle interesierten Sammler, weshalb die Preise niedrig sind.

Im dem Katalog steht ansonsten nichts weiter zu der Ausgabe.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 15.03.2017 22:10:46 Gelesen: 297766# 461 @  
Der abgebildete Brief mit sage und schreibe 10 Marken der Ausgabe Fürst Cuza zu je 2 Parale wurde portogerecht als Inlandsbrief mit 20 Parale frankiert und mit wunderschönen Gitterstempeln abgeschlagen (1865).

Er lief von Braila nach Fokschani.

Dieser Brief wird bald von einem großen internationalen Auktionshaus zum Ausruf gebracht. Auf den Ausrufpreis bin ich mal gespannt, denn der Brief ist eine absolute Sensation! In der Literatur habe ich bei Herrn Heimbüchler eine Wertschätzung von Mehrfachfrankaturen der 2 Parale Marke in Höhe von 6000 Euro entdecken können. Ich denke das wäre doch ein guter Startpreis.

Bin mal richtig gespannt auf diese Auktion, bei der ich gerne live dabei sein möchte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.03.2017 23:14:26 Gelesen: 297622# 462 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Kollege,

auch ich überlege mir ernsthaft, an der Auktion teilzunehmen, an der obiger, sensationeller Brief verkauft wird. Das lässt sich hoffentlich einrichten, und ich weiss jetzt schon, dass die Auktionsvorbereitung auf DIESE Auktion schwierig sein wird, denn es wird super Material kommen, und die eigenen Mittel (die beschränkten) müssen sehr klug eingeteilt werden. Ich freue mich!

Mit einem Ausruf von CHF/Euro 6'000 wird der Brief aber bestimmt nicht angeboten. Auch in hervorragenden Rumänien-Sammlungen sucht man solch einen Brief meist vergebens. Der Brief wird vermutlich eher bei Euro 15'000 - 20'000 starten, und dann auch verkauft werden, vielleicht klettert er auch auf Euro 30'000 oder noch höher?

Du meinst, ich phantasiere? Nun, wir werden sehen. Der Brief mit den 10 x Nr. 11 steht dem nachfolgend gezeigten Brief kaum hintennach.



2006 wurde der Brief mit 20 x der Michel Nr. 11 (von Focsani nach Braila) versteigert. Man sollte die Preise dieser Auktion nicht für "allein massgebend" betrachten, sicher nicht, aber das Resultat von Euro 110'000 sollte uns schon zu denken geben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 17.03.2017 22:37:45 Gelesen: 297460# 463 @  
@ 10Parale [#461]
@ Heinz 7 [#462]

Hallo Ihr beiden Rumänienschwärmer,

nun kommt mal wieder herunter und schaut her was die kleinen Leute so zu zeigen haben. Bei der Ausgabe Mi 987-91 [#456] waren ja die Graveur-Zeichen nicht zu deuten. Nun kommt die Lösung, zumindest die halbe Lösung auf der rechten Markenseite. Dort steht die Druckerei.



Volksrepublik Rumänien, 1948 05 20, Mi 1094, 1948 02 12, Mi 1095

Diese Marken würdigen die Rumänische Staatsdruckerei Fabrica de Timbre, und dies wurde rechts unten als Druckvermerk angegeben. Links könnte der Name des Entwerfers der Marke stehen. Hier erkennbar I.DUMITRAMA.

Die 6 Lei Marke, rotlila wurde ein viertel Jahr später mit weitaus geringerer Auflage (200 000) herausgebracht. Die 7,50 Lei in blaugrün kam in hoher Stückzahl heraus (3 500 000). Das Wasserzeichen 8 ist schwer zu erkennen und beide Marken weisen verschiedene Gummierung auf.

Ja, mit diesen Briefen können diese Marken logischerweise nicht mithalten. Hoffe trotzdem auch mit den kleinen Dingen ein bissel Spaß zu machen. Über die Auktion werdet Ihr hoffentlich noch ausführlich berichten. Das wird ja eine spannende Angelegenheit.

Noch viel Freude und nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 18.03.2017 16:01:35 Gelesen: 297358# 464 @  
@ Pepe [#463]

Lieber Pepe,

Du hast vollkommen recht! Auch die kleinen/günstigen Sachen können genau so Freude machen, das wissen 10 Parale und ich sehr gut und das haben wir ja auch schon x-mal gezeigt (z.B. Thema: "Rumänien Belege ab 1945"). Aber auch die "grosse weite Welt" der Weltraritäten und superteuren Marken ist spannend, und ich finde es bereichernd, wenn man in beiden Gebieten sich zumindest auskennt.

Deine Rolle, Pepe, für unser Thema war bisher sehr bereichernd. Du hast uns in x Beiträgen viele "kleine" Marken gezeigt (klein im Katalogwert), aber das gab Anschauungsunterricht und Gesprächsthema für viele weitere Beiträge. So hoffe ich, dass Du auch in Zukunft noch viele Beiträge mehr beisteuerst zu unserem schönen Sammelgebiet Rumänien.

Danke für das Zeigen von Mi 1094 und 1095. Ich wusste gar nicht, dass die Fabrica de Timbre schon 1872 die Tore öffnete.

Herzliche Grüsse
Heinz
 

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