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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 889 Beiträge:
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Pepe Am: 21.03.2017 22:41:38 Gelesen: 297020# 465 @  
@ Heinz 7 [#464]

Es ist das Schöne an der Philatelie. Die ungeheure Bandbreite. Für jeden finden sich aus allen Gebieten Möglichkeiten der Sammelleidenschaft nachzugehen.

Ich bin im Jahre 1950 angekommen. Die Ausgabe trägt den Titel: 2. Jahrestag der Verstaatlichung der Wirtschaft. Für unser heutiges Vorstellungsvermögen, die reinste Utopie. Und trotzdem haben das noch viele Menschen miterlebt.



1950 07 20, Mi 1229-32, rosa, karminbraun, schwarzoliv, dunkelblau, Mi Wert 2003/04 3,80 1,70, FDC 6,-

Was fällt auf? Eine senkrechte Trennungslinie rechts bei der karminbraunen Marke. Vermutlich durch Dezentrierung.

Das Wasserzeichen hat hier nicht die im Katalog angegebene Stellung.



1948 11 20, Wz 9, normal liegend, wie im Mi angezeigt



gleiches Wz, jedoch horizontal gespiegelt



um 90° nach links gedreht, auf rosa und karminbrauner Marke



um 90° nach rechts gedreht, auf schwarzoliv und dunkelblauer Marke

Hätte im Katalog erwähnt werden sollen. Was sagt die Spezialliteratur dazu? Gibt es weitere Varianten und sind Wertunterschiede zu erwähnen? Kann jemand mal ein FDC aus diesen Zeiten zeigen oder sind die sehr rar?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 22.03.2017 22:23:43 Gelesen: 296889# 466 @  
@ Pepe [#465]

Hallo Pepe,

ich habe die Ausgabe im CMPR '74 auf Seite 247 gefunden, sie ist katalogisiert mit den Nummern 1288-1291. Es wird hier angegeben, dass das Wasserzeichen "filigran" XV. dabei Anwendung fand. Es entspricht Deinem oben gezeigten WZ (2. Bild). Dass das WZ gedreht vorkommt, wird nicht erwähnt.

Andere Varianten/Abarten sind auch nicht erwähnt. Einen FDC kann ich nicht zeigen. Da die Auflage aber immerhin bei 200'000 Serien liegt, nehme ich an, dass es auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von FDC gibt, sodass die Sammler "bedient" werden können, ohne dass sie allzu tief in die Tasche greifen müssen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.03.2017 21:44:49 Gelesen: 296712# 467 @  
@ Pepe [#465]

Ich habe meine Antwort [#466] auf Deine Frage [#465] nochmals überdacht und möchte Folgendes ergänzen:

Eine Auflage 200'000 ist zwar unter "normalen" Umständen wohl "genügend", um auch eine genügend grosse Menge von FDC herzustellen. Aber falls es damals, vor 67 Jahren, keine Verkaufsstellen gab, die FDC für Sammlerzwecke herstellten (die Post, Briefmarkenhändler oder -Vereine, usw.), dann ist es (gut) möglich, dass es nur wenige FDC gibt, und sie sogar als Raritäten gelten.

Ich weiss leider nicht, wie die Sammlerschaft um 1950 in Rumänien organisiert war. Gab es viele Sammler, die damals FDC sammelten und auch herstellten oder kauften (kaufen konnten), oder war es mehr ein Zufall, dass einige Bedarfs-FDC entstanden? Ein Hinweis darauf finden wir vielleicht in alten rumänischen philatelistischen Zeitschriften.

Vielleicht können auch erfahrene ältere Rumänien-Sammler noch ihre Einschätzung zu dieser Frage einbringen?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.03.2017 20:15:10 Gelesen: 296508# 468 @  
Freunde der Rumänien Philatelie,

dieser schöne Beleg zeigt die Kombination eines M3 + M1 Stempels von Tekutsch vom 12.6.18?? zusammen mit dem Komplementärstempel "RECEPISSE", sieh K. Dragomir Stampilografie Postale Seite 261 fig. 1471.

Die blaue Taxierung kann ich leider nicht erklären.

Rückseitiger Ankunftsstempel dieses markenlosen Behördenbriefes an einem Ministerialbeamten in Jassy vom 14/6.

Ein ehemaliger Sammler hat den schönen Vorderteil und das rückseitige Teilfragment mittels einer innerliegenden Kartonage schön hergerichtet. Ich verrate mal den Preis, den ich dafür bezahlt habe: ca. 60,-- Euro - ich denke das geht in Ordnung.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.03.2017 21:08:30 Gelesen: 295293# 469 @  
@ 10Parale [#468]

Diese beiden hübschen Briefe vom Februar bzw. Mai 1937 sind mit dem Freimarkensatz "Flugzeuge über rumänischen Landschaften", - Michel Nr. 419 - 423 aus dem Jahr 1931 und einer entsprechenden Zwangszuschlagsmarke "Fliegerkopf" Michel Nr. 21 entwertet. An Hand der rückseitigen Ankunftsstempel von Orsova (z.B. 31.Mai 1937) erkennt man den Nachweis der postalischen Beförderung.

Dennoch dürften die beiden Briefe lediglich zu Sammlerzwecken initiiert worden sein, da die Portobestimmung in den Zeitraum einer Portostufe fällt und ein Brief mit 18+1 Lei und der andere Brief mit 25+1 Lei freigemacht sind.

Bei einer für heutige Maßstäbe eher geringen Auflage von 100.000 Marken dürften Briefe mit diesen Marken dennoch nicht einfach zu finden sein.

Liebe Grüße

10Parale

 
 
Pepe Am: 29.03.2017 22:12:41 Gelesen: 295273# 470 @  
@ 10Parale [#469]

Das sind schon seltene Belege. Ich denke, wenn erst mal die Chinesen das Sammelgebiet Rumänien entdecken, dann werden die Preise für solche Seltenheiten explosionsartig steigen. Wie aber die Chinesen davon überzeugen?

Ich will euch noch ein letztes mal mit einer weiteren Wasserzeichenvariante quälen. Obwohl ich fast meine, es ist nicht von großer Interesse. Oder es gibt wirklich keine Rumäniensammler für diese Zeiträume. Oder zumindest keine Spezialsammler. Bei Klassik ist es anders.

Und weil dieser Mann gerade noch mal eine Karriere in den Kinos startet und die Chinesen ihm ein Denkmal in seiner Geburtsstadt Trier spendieren, habe ich diese Marke mal von hinten beschaut.



1953 05 11, Mi 1428, olivschwarz, 70. Todestag von Karl Marx

Wasserzeichen 10, RPR



so ähnlich die Mi Abbildung

Und nun das Wasserzeichen von der Rückseite betrachtet auf der Marke



Es ist erstens spiegelverkehrt und zweitens kopfstehend

Was sagt die Spezialliteratur und wer hat Vergleichsstücke?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 30.03.2017 20:50:19 Gelesen: 295084# 471 @  
@ Pepe [#470]

Hallo Pepe,

ich habe für modernes Rumänien (XX. Jahrhundert) keine Spezialkataloge, ausser dem CMPR '74. Der zeigt aber den Zeitabschnitt 1903-1974 auch auf nur 257 Seiten (Seite 163-419), was für die Fülle der Marken und Gedenkblocks natürlich nicht sehr viel ist. CMPR vergibt die Nummern 142-3323, hat also für die 3182 Nummern auch nicht sehr viel Platz (12.38 Nummern pro Seite im Schnitt).

Vielleicht ist dies der Grund, dass für viele Marken keine Abarten und/oder Spezialitäten angegeben sind? Jedenfalls finde ich auch für die von Dir gesuchte Marke CMPR 1497 (=Michel Nr.1428) keine Abarten/Spezialitäten im CMPR, kann Dir also nicht gross weiterhelfen.

Die Marke vom 11.5.1953 hatte eine Auflage von 2 Millionen Stück, aber das ist im Michel auch vermerkt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.03.2017 20:53:46 Gelesen: 295083# 472 @  
@ Pepe [#465]

Noch ein Nachsatz zu Beitrag [#465].

Wir haben oben darüber nachgedacht, ob ein FDC von 1950 wohl rar sei. Der Katalogwert von nur Euro 6 spricht eher nicht dafür.

Heinz
 
10Parale Am: 30.03.2017 21:53:48 Gelesen: 295074# 473 @  
@ Pepe [#470]

Ich denke, wenn erst mal die Chinesen das Sammelgebiet Rumänien entdecken, dann werden die Preise für solche Seltenheiten explosionsartig steigen. Wie aber die Chinesen davon überzeugen?

Karl Marx hat es geschafft, die Aufmerksamkeit der Chinesen auf sich zu ziehen. Davon profitiert das Trierer Stadtsäckel. Ich weiß nicht was der große Kapitalismuskritiker dazu selbst gesagt hätte.

Ich persönlich freue mich, dass die Chinesen sich hier noch hinterm Berg halten. So kann ich mir noch einiges leisten, denn der Run der Chinesen hätte sicher Preissteigerungen zur Folge.

Im übrigen ist es außerordentlich schwierig, die Top-Raritäten zu bekommen. Doch davon ein anders Mal mehr.

Leider kann ich Dir zur Marke von Karl Marx auch nur sagen, dass ab der Michel Nr. 1404 sehr viele Nachdrucke zu philatelistischen Zwecken gemacht wurden (siehe Notiz Michel Südosteuropa 16/17 - Seite 556). Diese sind jedoch alle gefälligkeitsgestempelt, was ich bei deiner Marke nicht sehen kann. Irgendwie scheint sie durchs Raster gefallen zu sein. Also aufbewahren, bis die Chinesen kommen.

Hier zeige ich einen weiteren Brief aus der Korrespondenz (Wilhelm Nathansohn) zu philatelistischen Zwecken, wie ich sie einmal nennen möchte. Dieser Brief ziert den Satz "50 Jahre königliche Sommerresidenz Schloss Peles, Sinaia" von 1933.

Der Höchstwert von 6 Lei Zinnober sticht mit einem waagrechten Paar hervor. Der Brief wurde am 12. Oktober 1933 mit insgesamt 4 kuriosen Stempel "BUCURESCI RECOM PREZENTATE" abgeschlagen.

Rückseitiger Ankunftsstempel von Orsova vom 14. Oct. 1933. Der Absender benutzte kurioserweise eine Reklamemarke der Briefmarkenausstellung von Aschersleben 1933 als Verschlussklebemarke.

Schönen Abend

10Parale


 
10Parale Am: 03.04.2017 21:04:31 Gelesen: 293841# 474 @  
@ Forum [#473]

Der rumänische Staat sorgte Anfang des 20. Jahrhunderts sehr für seine Postbeamten. Zu diesem Zweck wurde 1932 der Satz "Wohlfahrtseinrichtungen für Postbeamte" hergestellt, Michel 446-48.

4+1 Lei Sanatorium für lungenkranke Postbeamte in Predeal
6+1 Lei Gedenktafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Postbeamte
10+1 Lei Eforie am Schwarzen Meer, Erholungsheim für Postbeamte

Der völlig überfrankierte Brief wurde mit dem Satz wohl zu Sammlerzwecken freigemacht zzgl. einer Zuschlagsmarke und lief am 08. März 1934 von Bukarest nach Orsova.

Der normale Tarif für ein Einschreiben 1934 (C. Marinescu Tabelle nr. 60) wäre 14 Lei gewesen.

Dennoch eine seltene Satzfrankatur, die bei einer Gesamtauflage von 119.691 Sätze wohl nicht so oft anzutreffen ist.

Der zweite Brief wurde in Orsova abgeschlagen und zeigt die Marken Michel Nr. 499 und 502 mit einem roten Aufdruck "CEHOSLOVACIA / YUGOSLAVIA". Dieser Satz wurde am 5. Dezember 1936 anlässlich des 16. Jahrestages der Gründung der kleinen Entente herausgegeben.

Die sehr geringe Auflage von 54.800 Sätze hat Michel veranlasst, den Katalogwert des Satzes auf 12,-- Euro festzulegen.

Dieser Brief ist völlig überfrankiert (ein normaler Inlandsbrief kostete lediglich 4 Lei, siehe Tabelle 60 s.o.) und diente wohl auch nur Sammlerzwecken. Michel weist noch darauf hin, dass Marken dieses Satzes mit Silber- und Goldaufdrucken Fälschungen sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
Lars Boettger Am: 30.04.2017 16:39:19 Gelesen: 288749# 475 @  
Heute hatte ich die Gelegenheit, die folgende Rumänien-Marke auf dem Tauschtag in Birkenfeld zu erwerben. Ich habe zur Bestimmung nur einen alten Europa-Katalog von Stanley Gibbons / 1941. Dort hat die Marke zu zwei Lei / braun und orange, ohne Wasserzeichen, gezähnt L 11 1/2 die Nummer 416. Hauptmangel ist ein waagerechter Bug und unten ein kurzes Zähnchen. Entwertet wurde die Marke in PIATRA-NEAMT.

Beste Grüße!

Lars
 


Heinz 7 Am: 01.05.2017 22:28:12 Gelesen: 288484# 476 @  
@ Lars Boettger [#475]

Lieber Lars,

ich freue mich, dass Du (neu?) Rumänien-Marken erwirbst. Die gezeigte Marke ist Michel Nr. 143 von 1901; der Höchstwert der 14. Ausgabe "Ährenausgabe".

Ich habe auch einen alten Stanley Gibbons Katalog, von 1939, und tatsächlich, hier wird diese Marke mit Nummer 416 gelistet! Warum diese grosse Differenz? Nun - Stanley Gibbons gibt vielen Farbnuancen und einigen Besonderheiten (z.B. Kehrdrucken) eigene Voll-Nummern. Das bläht das Sammelgebiet unnötig auf und ist meines Erachtens eine Schwäche dieses Kataloges. Da merkt man eben, dass Stanley Gibbons von Anfang an ein Handelshaus war, das Interesse daran hatte, das Sammelgebiet zu verbreitern.

Die gezeigte Marke hat einen Bug und der Stempel ist teilweise doppelt - ich empfehle also, die Marke durch ein besseres Stück zu ersetzen. Der Stempel ist nichts Besonderes. Du findest bessere Marken ohne Schwierigkeiten, "für ein Butterbrot".

Anders sieht die Sache aus, wenn Du die Marke auf Brief suchst oder auf Ganzsache/Formular/etc. - Dann wird die Suche schwieriger.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 01.05.2017 22:54:22 Gelesen: 288476# 477 @  
@ Heinz 7 [#476]

Lieber Heinz,

das war ein spontaner Marken-Kauf aus einem 10-Cents-Album. Auf die Erhaltung habe ich nicht geachtet, ebenso wenig auf den Stempel. Ich bin schon froh, dass ich den Stempel identifizieren konnte.

Andere Länder, andere Katalogisierung.

Beste Grüße!

Lars
 
10Parale Am: 02.05.2017 20:57:25 Gelesen: 288289# 478 @  
@ Lars Boettger [#475]

Zu der Marke mit dem Stempel von Piatra Neamt liefern Sie ja hinreichende Informationen, ohne Wasserzeichen, Zähnung 11 1/2 und die Stanley Gibbons Nr. aus einem alten Katalog, alle Achtung.

Wenn man solch eine Marke für 10 Cents erwirbt und solch eine treffende Analyse stellen kann, ist man wirklich ein guter Philatelist.

Die Empfehlung von Heinz7 (#476), die Marke dementsprechend durch eine bessere zu ersetzen, klingt auf Grund der Mängel zunächst sinnvoll. Ich gehe bei solchen Marken mit einer ganz anderen Herausforderung ans Werk: findet sich eine 2.te Marke mit einem noch schöneren Stempel von derselben Ortschaft?

Ich gebe zu, was Wasserzeichen und Zähnung betrifft, bin ich ein fauler Hund. Dabei gibt es gerade von den Freimarken der Ährenausgaben viele identisch erscheinende Marken, die sich nur an Hand der Wasserzeichenmerkmale, Einpressungen und Zähnungen zu unterscheiden lernen. Hat man sie auf Brief, wird es tatsächlich schwierig, eine exakte Bestimmung vorzunehmen.

Ich zeige hier 3 aus dieser Freimarkenserie´, bei denen ich an Hand des Stempeldatum bei den beiden links sagen kann, dass es sich um die Michel Nr. 108 aus der Freimarkenserie von 1893/1898 handelt. Ob nun WZ 1 oder WZ 2, kann ich erst sagen, wenn ich mir mal die Mühe mache, einen Wasserzeichenleser zu kaufen.

Die rechte Marke zeigt ein schönes Posthörnchen, weshalb ich sie nicht missen will.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.05.2017 21:49:54 Gelesen: 288279# 479 @  
@ 10Parale [#478]

Lieber 10 Parale,

Du zeigst uns zweimal die Nr. 108 (Michel), ob die dritte Marke evtl. Nr. 125 oder Nr. 141 ist, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen. Ich persönlich würde es begrüssen, wenn ein Katalog hier nur EINE Hauptnummer vergeben würde, aber NEIN, Michel, Zumstein, Yvert & Tellier, Scott; alle vergeben mehrere (Haupt-) Nummern, ganz zu schweigen von Stanley Gibbons, der noch mehr Hauptnummern aufführt. Schade, finde ich, aber ich nehme die Herausforderung an und versuche, alle drei Nummern: 108, 125 und 141 zu finden.

Ich habe auch keinen Wasserzeichenleser, versuche aber trotzdem, die WZ oder die Wappeneinpressungen zu bestimmen. Leider gelingt es wirklich nicht immer.

Natürlich bin ich ganz "hin und weg" von Deiner zweiten Marke! Wunderbare Zähnung und ein zentrischer Stempel, den man als "perfekt" bezeichnen kann: klar, und aussergewöhnlich schön wirkend (nicht zu fett). Unter 100 Exemplaren findet man in der Regel KEINE solche Marke, sondern vielleicht nur eine unter 300! Ein Super-Stück! Gratuliere!

Heinz
 
10Parale Am: 12.05.2017 20:49:27 Gelesen: 287286# 480 @  
@ Heinz 7 [#479]

Bin mir wohl bewusst, dass ich Richard einmal versprochen habe, mich in der Stempeldatenbank als fleißige Ameise zu betätigen. Ich habe dieses Versprechen im Hinterkopf und sobald es der Kalender zulässt, werde ich damit beginnen.

Was ich heute zeigen will ist ein besonderer, äußerst seltener Stempel mit einer eigenen, nur dem Stempel zugedachten Geschichte.

Ursprünglich gehörte dieser Stempel zu den sogenannten rumänischen Landpoststellenstempel (Posta rurala). Sie waren seit 1865 in Gebrauch. Die Abkürzung PL auf diesen Stempeln steht für PLASA, was Landpostbüro bedeuten soll. Der Rumäne übersetzt das Wort eher mit Netz. Aber darin ist ja sinngebend schon die Bedeutung enthalten, denn eine Stempel PL war ein Stempel im Netz der Landpoststellen.

Einzig und allein bei diesem Landpoststellenstempel von Oltenita (damals Dorfgemeinde 60 km südlich von Bukarest)wurde das PL entfernt und der Stempel diente weiterhin in den folgenden Jahren als offizieller Stempel des Postbüros von Oltenita.

Zur besseren Darstellung zeige ich das Stempel-Kriterium im Anschauungs-Design.

Quelle: (fig. 885 K. Dragomir, Stampilografie Postala Seite 165)

Liebe Grüße

10Parale
 
 
 
Heinz 7 Am: 23.05.2017 18:47:46 Gelesen: 285077# 481 @  
@ bayern klassisch [#436]

Ich habe in Beitrag [#431] einen sehr schönen Beleg gezeigt aus Frankreich nach Rumänien von 1864. Heute sehe ich an der Auktion Gärtner einen noch älteren Beleg



France, first issue, Ceres 40 C orange, gestempelt 1852 nach Rumänien. Auch hier ein hohes Porto (160 Centimes). Laut Auktions-Katalog soll es nur 6 solche Briefe mit der ersten Ausgabe von Frankreich nach Rumänien geben (je 3 nach Moldau und in die Walachei).

Der Brief kostet noch eine Stufe mehr als der in Beitrag 431 besprochene Brief. Euro 1470 erreichte der Brief von 1864. der hier gezeigte, weniger schön und spektakulär, aber noch seltener und älter, startet bei einem Ausruf von Euro 6'000.

Im Schweizer Zahlenlotto war der Jackpot letzte Woche wieder auf schwindelerregender Höhe. Nun hat ein Glücklicher den Jackpot geknackt. Ich war es nicht. Darum kann/will ich mir diesen schönen Brief auch nicht leisten. Naja. Macht trotzdem Spass.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.05.2017 22:10:52 Gelesen: 284645# 482 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Kollege,

ich habe in Beitrag [#462] einen hohen Preis für diesen Brief mit den 10 x Nr. 11 bx vorausgesagt und habe auf den Brief mit 20 x der Michel Nr. 11 ay (von Focsani nach Braila) als Vergleichsmasstab hingewiesen.

Betreffend "erwarteter Preis" möchte ich eines nachträglich aber doch zu bedenken geben. Die Erhaltung des Briefes ist nicht makellos. Der vertikale Bug durch die erste Marke des Fünferstreifens oben fällt stärker ins Auge als auf dem Foto zu Beitrag [#461] zu erkennen ist. Dazu kommt vermutlich ein horizontaler Riss oberhalb des Viererblocks. Diese zwei Mängel drücken vermutlich den Preis doch deutlich, auch wenn der Brief natürlich noch immer sehr begehrenswert und sehr, sehr selten ist. Die zitronengelbe Nuance dieser Marke ist ebenfalls ein Pluspunkt.

Mit anderen Worten: es wird sehr spannend sein, den Preis zu sehen, den dieses Stück am 8. Juni 2017 erzielt!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 26.05.2017 21:20:35 Gelesen: 284464# 483 @  
@ Heinz 7 [#482]

Vor wenigen Tagen habe ich mit einem anderen Mitglied der ARGE Rumänien aus München sämtliche interessante Rumänien - Lose der Corinphila Auktion in Zürich vom 8. Juni 2017 am Telefon besprochen und deine Aussagen über den Brief bestätigen eigentlich das, was wir auch besprochen haben.

Die in [#409] gezeigte 27 Parale /Rumänien Nr. 1 ist mittlerweile, - wie du weißt -, beim Auktionshaus Mohrmann für 4.500,-- am 1. Juni 2017 deutlich günstiger im Ausruf als zuvor beim Auktionshaus Gärtner. Ich war ja bereit 4.000,-- Euro (zzgl. Auktionskosten) dafür zu bezahlen, was leider nicht zu realisieren war. Geduld bringt Rosen.

Nun würde mich interessieren, was Du als Experte von dem 5-Parale Viererstreifen auf der Retour RECEPISE von 1866 haltest? Der Rückschein ist ja portogerecht mit 20 Parale frankiert, die Marken sind bis auf die linke Marke ja alle ganz gut, stehen seltsam auf dem Kopf. Die Stempel sind zeitgerecht und die bei diesen Scheinen üblichen Faltung ist keine Beeinträchtigung des gesamten Briefes.

Rückseitig hat der Brief Klebeflächen, was aber reparabel ist. Mir gefällt dieser seltene Beleg sehr gut. Ist dieser Brief Herrn Heimbüchler noch nie vorgelegt worden, weshalb "nur" Altsignatur Friedl?

Ich freue mich auf die Auktion

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 30.05.2017 18:44:21 Gelesen: 283817# 484 @  
@ 10Parale [#483]

Hallo 10 Parale,

der gezeigte Beleg ist eine grosse Seltenheit und mit CHF 2'000 tief bewertet. Im "Normalfall" sollte er deutlich teurer werden, aber da "die Konkurrenz" von anderen Stücken hoch ist, wäre auch ein Zuschlag nahe beim Ausruf nicht unbedingt eine Überraschung.

Dass die Marken Kopf stehen, schmälert den Wert des Beleges nicht oder nur wenig - Solche Recepise-Formulare mussten mit 20 Parale freigemacht werden, gelegentlich kamen dafür auch 4 x 5 Parale zum Einsatz. -

Ein Problem kann man jedoch darin sehen, dass der Stempel auf dem Viererstreifen nirgends auf den Beleg übergeht. Zwar ist der Stempel "BUCURESCI 23/3" auf dem Beleg nochmals abgeschlagen und alle drei Stempel sehen ja genau gleich aus... aber es gibt Sammler, die sagen, es sei nicht restlos sicher, dass der Streifen tatsächlich und zweifelsfrei am 23.3.1866 verwendet wurde.

Warum der Brief Herrn F. Heimbüchler vielleicht nicht für ein neues Attest vorgelegt wurde kann mehrere Gründe haben, über die ich lieber am Telefon unverbindlich meine Vermutungen Dir nenne, als hier öffentlich Stellung zu nehmen. Anbei nur soviel:

- es ist denkbar, dass F. Heimbüchler den Beleg nicht als zweifelsfrei echt attestieren will, aus den oben genannten Gründen (Fehlender Stempel-Übergang)
- es ist denkbar, dass die Altsignatur Friedl als "Gütesiegel" als ausreichend betrachtet wurde.
- es ist denkbar, dass die Provenienz "Cohen" als "Gütesiegel" als ausreichend betrachtet wurde.

Ich denke, Herr Heimbüchler würde Dir auf Anfrage weitere Auskünfte erteilen. Es ist richtig, wenn man (auch) hier vorsichtig ist.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 30.05.2017 19:48:52 Gelesen: 283792# 485 @  
@ 10Parale [#483]

Heinz hat grundsätzlich in allen drei Punkten recht. Wenn man prüfen will, ob die Marke zu einem Beleg gehören, dann kann man sich eine Eigenheit der Metallstempel nutzen: Sie drücken sich in das Papier ein. Wenn der Stempel mit genügend Kraft abgeschlagen wurde, dann hat sich der Stempelabschlag durch das Papier der Marke in das Papier des Beleges gedrückt. Der Abschlag auf der Marke sollte mit dem Abschlag im Papier identisch sein. Wurde der Stempel nicht mit genügend Kraft abgeschlagen, dann kann man in der Tat nicht sicher sein, ob die Marken zum Beleg gehören.

Beste Grüße!

Lars
 
10Parale Am: 03.06.2017 20:03:18 Gelesen: 283186# 486 @  
@ Heinz 7 [#484]
@ Lars Boettger [#485]

Vielen Dank für diese sachkundigen Ausführungen. Auf einem Prüferseminar könnte man solche Geheimnisse nicht besser in Erfahrung bringen.

Es wird Zeit, dass ich mir wieder einen guten alten Metall-Stempel für Selbstversuche zulege. Stempel verraten doch viel mehr als man oberflächlich zur Kenntnis nimmt. Der Hinweis von Lars Boettger zur Interaktion zwischen Metallstempel und Papier beim Abschlag wäre wichtig zur weiteren Untersuchung des Beleges.

Mir erscheint es seltsam, dass die Marken auf dem Kopf stehen. Es kommt mir fast der Gedanke, sie müssen dies tun, damit der Stempel in die selbe Richtung weist wie der sehr schön abgeschlagene Stempel auf der linken Seite. Nun denn, ich freue mich schon auf Zürich.

Die 27 Parale Marke aus [#409] wurde nun meines Wissens nach bei Mohrmann unter Ausruf für 4.300,-- Euro verkauft. Gratuliere unbekannterweise dem Höchstbietenden.

Ich zeige hier auch einen 3-fach Abschlag, etwas flippy floppy abgeschlagena am 21. Februar 1896 auf einer Ganzsache von Bukarest nach Berlin. Interessant, es handelt sich um den Stempel der fahrenden Bahnpost auf der Linie Bukarest - Verciorova, die am 1. Mai 1876 in Betrieb genommen wurde und über eine Distanz von 382 Kilometer reichte.

Siehe auch K. Dragomir Seite 221 Posta Ambulanta (PA), fig. 1329 Stmepel PA2.1.

Die Portobestimmung ist einfach, 10 Bani. Weshalb der Brief nun mit insgesamt 7 zusätzlichen Marken zu 1 1/2 Bani = 15,5 Bani Gesamtfrankatur freigemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Postbeamte der Bahn hat auf jeden Fall 3 x abgeschlagen und wie man sieht, stehen alle 3 Abschläge ziemlich im selben Winkel zur Vertikalen. Da gibt mir persönlich für den obigen Brief mit den 4 Cuza-Marken zu denken.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.06.2017 22:02:02 Gelesen: 282640# 487 @  
@ 10Parale [#486]

Sauber überlegt! Sehr gut!

Wenn die Marken auf der Recepisse zweimal gestempelt wurden, so fragst Du zu Recht, warum der dritte Stempel auf dem Formular eine andere Richtung aufweist. Jedoch können wir feststellen, dass der Stempel auf dem Formular sehr sauber abgeschlagen ist, gut möglich also, dass der Stempel vorher frisch im Stempelkissen eingefärbt wurde. Dann ist aber auch eine Drehung um wenige Grad durchaus denkbar/logisch.

Wir haben eine weitere Möglichkeit zur Prüfung. Die Rückseite der Recepisse wurde fotografiert, da sieht man einen deutlichen Bug oben, der horizontal auch durch die Marken laufen müsste. Die Foto der Vorderseite zeigt nicht eindeutig, ob wirklich ein Bug an der entsprechenden Stelle durchläuft, aber gewisse Spuren deuten darauf hin. Ich werde mir das Stück in Zürich "in natura" ansehen.

Deine Ganzsache 5 Bani mit Mehrfach-Zusatzfrankatur nach Berlin gefällt mir! Das Porto (15.5 Bani) gibt auch mir Rätsel auf, ebenso die Tatsache, dass wir an demselben Tag zwei verschiedene Abgangsstempel haben: "Bucuresci" und "B.-Vercirova". Vielleicht war dies ein philatelistischer Beleg? Zuerst der Bahntransport (Sonderfahrt), und danach der (normale) Auslandtransport? 5 + 10 Bani ergäbe 15; das würde stimmen! Lies einmal den Text der Karte, vielleicht gibt es irgendwelche Hinweise? Möglicherweise wurde also diese Karte "zweimal befördert"? - Das wäre eine Erklärung für das Porto.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 19:05:30 Gelesen: 282421# 488 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Freund,

vor 12 Wochen hast Du uns diesen schönen Brief gezeigt und Dich gefragt, was der Brief an der Auktion in Zürich denn kosten wird. Als Du von einem Startpreis von Euro 6'000 gesprochen hast (Beitrag [#461]) habe ich "protestiert" und einen Startpreis von CHF 15'000 - 20'000 vermutet mit der Voraussage, dass der Brief dann auch verkauft werden wird (siehe Beitrag [#462]).



Ich erschrak dann etwas, als ich sah, dass der Brief wirklich mit einem Startpreis von nur CHF 5'000 "ins Rennen geschickt" wurde (Startpreis an der Auktion, Los 1402). Der kräftige vertikale Bug ist zwar ein markanter "Schönheitsfleck", aber die Rarität des Beleges ist dennoch bedeutend.

Seit heute wissen wir also, was der Brief "gebracht" hat: Der Hammer fiel bei CHF 32'000 + 20 % Zuschlag = CHF 38'400. Das ist sicher ein hohes Ergebnis. Damit stellte sich sogar meine optimistische Voraussage "vielleicht klettert er auch auf Euro 30'000 oder noch höher?" als ziemliche "Punktlandung" heraus.

Nun ja, auch ich kenne den Spruch: "auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn", und will mir auf die erfüllte Prognose nicht zu viel einbilden. Aber es ist doch tröstlich, dass viele "zu günstig" angesetzte Briefmarken-Lose erstaunlich oft dann ihren "richtigen" Wert doch noch erzielen. Dies natürlich nur, wenn "der Markt" auch spielt. Dies ist nicht an allen Auktionen der Fall.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 08.06.2017 19:28:27 Gelesen: 282415# 489 @  
@ 10Parale [#486]

Noch eine Anmerkung zu den Stempelabschlägen:

Wenn ich mir die zwei Stempelabschläge auf den Marken ansehe, dann war der Postbeamte Rechtshänder. Sie sind nach stark links geneigt. Bei einem Linkshänder sind die Abschläge leicht nach rechts geneigt. Der dritte Abschlag dagegen ist dagegen kaum nach links geneigt.

Das lässt jetzt folgende Schlussfolgerung zu:

Der Beamte hat nach dem ersten Abschlag bzw. den ersten beiden Abschlägen abgesetzt und die Recipisse noch einmal etwas gedreht. Oder er hat den Stempel noch einmal neu eingefärbt. Das ist beides nicht unmöglich, wenn es auch den Erfahrungen widerspricht.

Wie gesagt - Rumänien ist nicht mein Prüfgebiet. Aber ich habe leider schon zu viele Manipulationen an klassischem Material gesehen, als dass ich hier an einen Kauf ganz unbefangen herangehen würde.

Beste Grüße!

Lars
 

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