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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 889 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 11.03.2018 17:25:21 Gelesen: 216604# 590 @  
@ Sleeran [#587]

Lieber Matthias,

ich zeige anbei ein Stück mit einem echten Stempel der Gruppe "T69" nach Dragomir. Es ist die fig. 461 "GIURGIU / DIM" (also vom "Morgen"-Stempel).



Abgeschlagen wurde dieser Stempel auf zwei Marken der 7. Ausgabe 1869: Fürst Karl I. mit Backenbart (Michel Nr. 23+24). 40 Bani war damals das Porto für einen Brief z.B, nach Konstantinopel.

Hier stimmt die Zusammensetzung: Marke von 1869 - Stempel von 1869; beide ab 1. April.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Sleeran Am: 12.03.2018 13:33:14 Gelesen: 216578# 591 @  
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Mühe und auch für das Zeigen des schönen Stempels.

Im Prinzip war die Marke, die ich gezeigt hatte, ein gutes Beispiel dafür, dass man den Dragomir braucht. Inzwischen sollte das Buch auf dem Weg zu mir sein. Neben den ersten beiden Heimbüchler-Bänden besitze ich noch 3 Corinphila-Kataloge ("Cornelia" und beide "Moldau"). Gute Auktionskataloge sind nicht nur schön anzusehen, sondern vermitteln auch einen Eindruck, wie echte Marken und Belege aussehen. Bei Philabooks habe ich noch ein Buch von Tebeica entdeckt ("Die ersten rumänischen Postmarken"). Kennt ihr das Buch? Ist das eine sinnvolle Anschaffung, wenn man die ersten beiden Heimbüchler hat?

Ich überlege auch noch, wie ich meine Sammlung gliedern möchte. Neben den Einzelmarken sind Paare/Einheiten und die Stempelformen dieser Zeit gesetzt. Die kompletten Typen der Cuza und Carol Marken (wie im Web zu finden) sind mir - glaube ich - zuviel. In Sachen Postgeschichte bin ich blutiger Anfänger.

Zum Schluß zeige ich noch eine Marke, die ich als echte 6ax bestimmt habe und verbleibe in der Hoffnung, dass ihr das auch so seht.



Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 12.03.2018 14:14:21 Gelesen: 216570# 592 @  
@ Sleeran [#591]

Hallo Matthias,

es ist gut, wenn Du Dir die massgebende Literatur anschaffst. Das Buch von Val. Tebeica ("Die ersten rumänischen Postmarken") kenne ich; es ist etwas in die Jahre gekommen und durch die Handbücher Heimbüchler weitgehend ersetzt worden.

Ich empfehle Dir, auch das dritte Buch von Heimbüchler (Ergänzungsband) dazu zu nehmen. Mir persönlich war der CMPR ein unverzichtbarer Katalog, aber er ist wirklich schon alt (CMPR '74).

Dass Du Auktionskataloge sammelst, ist lobenswert. Darin finden sich extrem viel wichtige Informationen. Die "Cornelia"-Sammlung bestand aber aus 2 Katalogen, die "Moldau"-Sammlung gar aus drei Bänden. Das sind aber zwei "Überflieger"-Sammlungen; es gibt auch wichtige Auktionskataloge für "Otto Normalverbraucher". Die "Cornelia"-Preise darf man nicht immer als wirklich gültigen Massstab ansehen, finde ich.

Wie DEINE Sammlung aussehen soll, ist natürlich DEINE Entscheidung; es hilft aber extrem, erst einmal den Zeitrahmen abzustecken und die Absichten. Will man eine Katalogsammlung (z.B. alle Marken Michel Nr. 1-144)? Wenn man ab und zu eine Einheit will (z.B. Viererblock oder noch grösser) ist natürlich auch das Sammeln der Typen (Steindruck-Ausgaben) schon fast eine automatische Folge...

Die Vielfalt der Stempel ist beeindruckend! Auch hier lohnt es sich, die Absichten einmal festzulegen.

Nicht zu vergessen: Ganzsachen! Sehr interessant zu sammeln und preislich meist gar kein Problem!

Man kann mit JEDEM Budget etwas Schönes anfangen. Wenn man Euro 20'000 pro Jahr investieren kann, hat man natürlich ganz andere Möglichkeiten, als wenn es nur Euro 500 im Jahr sind.

Hochinteressant sind auch die fremden Posten in Rumänien! Österreichische Post ist noch einfach zu sammeln, die anderen Gebiete sind schwierig. Wer sich gerne auch mit der 9.-14. Ausgabe auseinandersetzt, kann z.B. wunderschöne Sachen finden (auch z.B. Bahnpost/Schiffspost).

Die gezeigte 40-Parale-Marke sieht für mich gut aus (Mi 6ax). Sie scheint ganz fein gestempelt zu sein.

Viel Vergnügen bei Deinem Sammelstart!

Heinz
 
10Parale Am: 13.03.2018 21:06:50 Gelesen: 216531# 593 @  
@ Sleeran [#591]

Das Buch von Val. Tebeica, erschienen 1962 im Meridian Verlag in Bukarest hat mich sehr begeistert. Bin froh, das es dieses Buch gibt. Einige Briefe der Postverwaltungen sind sehr gut in deutscher Sprache übersetzt.

Deine Marke sieht auch für mich gut aus, jedoch habe ich selbst von dieser Marke auch einige Fälschungen so dass ich hier wirklich eine Prüfung anrate.

Liebe Grüße

10Parale
 
Sleeran Am: 14.03.2018 09:52:07 Gelesen: 216502# 594 @  
Hallo zusammen,

ich habe noch zwei weitere Marken der 2. Ausgabe. Die zeige ich, sobald das Stempelbuch bei mir eingetroffen ist und ich selbst eine Bestimmung versuchen kann. Daneben habe ich auch einige Fälschungen der beiden Moldau-Ausgaben.

Meinen Zeitraum habe ich schon abgesteckt: MiNr. 1-34. Oder sagen wir mal nach einem Blick in den Geldbeutel: MiNr. 5-34. Mit 30 Hauptnummern plus I-III ist das schon mehr als die meisten altdeutschen Sammelgebiete.

Zu Heimbüchler III: Ich dachte, der Ergänzungsband beinhaltet hauptsächlich eine Registratur der bekannten Ochsenköpfe. Was für mich - da unerreichbar - weniger interessant wäre.

Als Bild hänge ich heute eine "Fälschung" bzw. ein Phantasieprodukt (die Wertstufe gibt es ja nicht...) an. Ist euch etwas darüber bekannt?



Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 16.03.2018 13:56:08 Gelesen: 216396# 595 @  
@ Pepe [#62]
@ Heinz 7 [#37] und [#383]

Wir haben in o.g. Beiträgen schon Beispiele der 9. Ausgabe 25 Bani Michel Nr. 41a und 41b in einfacher Ausführung und als Paar gesehen. In [#382] habe ich einen einfachen Brief nach Wien vorgestellt, der ebenfalls mit dieser Marke freigemacht wurde.

Um so mehr freue ich mich, nun einen Brief in der Hand zu halten, der mit einem waagrechten Paar der Michel Nr. 41 b frankiert wurde und als portogerechtes Einschreiben im Juni 1873 nach Konstanz lief:

"Constance, Grand Duche de Bade", also an das Großherzogtum Baden.

Obwohl die Marken vorderseitig schwach gestempelt wurden und der Abgangsort dadurch nicht eruiert werden kann, zeugt der rückseitige schöne Ankunftsstempel von Constanz vom 15.6.73 und der PD Stempel doch für philatelistische Begeisterung.

Wahrscheinlich würde ein Prüfer auf Grund der Abstempelung der Marken eine Unprüfbarkeit feststellen, aber wohl doch nur auf Grund eines verständlichen Eigenschutzes. Ich erachte den Brief als echt und das muss mir genügen, zumal die Destination so auch nicht alltäglich anzutreffen ist.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 16.03.2018 20:10:28 Gelesen: 216369# 596 @  
Hallo 10Parale,

Ferdinand Halm war wohl ein Hotelier in Konstanz. Das Hotel gibt es heute noch:

http://www.hotel-halm.de/de/ueber-uns

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 16.03.2018 20:53:48 Gelesen: 216358# 597 @  
@ 10Parale [#595]

Es ist immer schön, wenn man zwei deutlich unterschiedliche Stücke derselben Wertstufe auf einem Brief zeigen kann! In der Schweiz werden für solche Stücke in der Regel Liebhaberpreise bezahlt (z.B. für Briefe mit "Sitzende Helvetia" oder "Stehende Helvetia").

Bei Deinem Beleg ist etwas schade, dass der Stempel nicht auf den Beleg übergeht, und zudem unleserlich ist. Das heisst aber nicht, dass wir Deinen Beleg nicht als höchstwahrscheinlich echt ansehen können. Schön ist, wenn wir Hintergrundinfos haben über den Empfänger des Briefes, siehe Sleeran [#596]

Ich war auch schon in der glücklichen Lage, einen ähnlichen Beleg der 9. Ausgabe kaufen zu können. Ich erinnere mich noch gut an den Einkauf, einer meiner ersten Auktionseinkäufe für Rumänien: Januar 1996. Ein sehr schöner Teil der Sammlung von Horst Scherrer kam bei Köhler Wiesbaden zur Versteigerung. Ich konnte u.a. den folgenden Brief kaufen:



Brief von Jassy nach Wien, frankiert 30 Bani: 2 x Michel 44a (5 Bani), 4 x Mi. 44b (5 Bani).

Ein wunderschöner Beleg, finde ich, auch wenn einzelne Marken kleine Mängel haben. Die Bleistift-Notizen habe ich nie entfernt, sie zeigen mir die Losnummer der Scherrer-Auktion (Köhler) und den Preis, den Horst Scherrer im Jahr 1990 dafür bezahlte.

Heute würde ein solcher Brief im Normalfall viel mehr kosten als 1995!

Heinz
 
10Parale Am: 20.03.2018 22:30:09 Gelesen: 215881# 598 @  
@ Sleeran [#596]

Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Der Brief wurde also 1 Jahr vor der Gründung des Hotels Halm verfasst. Das war auch mein erster Gedanke beim Kauf: Ein alter rumänischer Brief nach Konstanz, den musst du haben. Konstanz ist eine geschichtsträchtige (Konzil) Universitätsstadt mit deutsch-schweizer Bodenseeflair, eine europäische und weltoffene Stadt.

Da nehme ich gerne Abschläge in Kauf, denn der Brief ist dank der Hintergrundinfos auch "social philately".

@ Heinz 7

Gratulation zu diesem Brief. "Heute würde ein solcher Brief im Normalfall viel mehr kosten als 1995!" Ich bin nun kein so steter und genauer Beobachter der Rumänien-Philatelie, aber die Preissteigerungen im Bereich des guten Material im 19. Jahrhundert sind tatsächlich enorm. Ich finde ebenfalls ein wunderschöner, vor allem einzigartiger Beleg. Der Mittelbug und die kleinen Mängel wirken für mich eher als "Echtheitsmerkmal" und verdienen eigentlich keiner Erwähnung.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 22.03.2018 23:27:03 Gelesen: 215826# 599 @  
@ Sleeran [#594]

Hallo Matthias,

diese Ganzfälschung kenne ich nicht. Es gibt aber eine grosse Vielfalt solcher Produkte. Siehe auch Thema: Fälschungen Fürstentum Moldau und Fälschungen Rumänien. Dort haben wir einige Fälschungen in Wort und Bild gezeigt.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.03.2018 23:50:07 Gelesen: 215825# 600 @  
@ Sleeran [#594]

Matthias zeigt uns an, dass seine Rumänien-Sammlung die Nrn. 5-34 umfassen soll (2.-8. Ausgabe). Das tun viele Sammler. Die Ausgaben der 9. Ausgabe (Fürst Karl im Perlenkreis) und die nächsten Ausgaben sind aber auch sehr reizvoll!

Die 10. Ausgabe von 1880 bestand nur aus zwei Werten. Ab 1881 war Rumänien ein Königreich und gab eine neue Ausgabe heraus (11. Ausgabe).

Anbei zeige ich einen guten Brief mit einer Mischfrankatur 10./11. Ausgabe (Michel Nrn. 56+69). Es ist ein Reco-Brief von Bukarest nach Reichenberg (Deutschland). Mischfrankaturen des Fürstentums / Königreiches sind selten.



Ich empfehle, auch die Ausgaben 1872-1900 (9.-14. Ausgabe) zu sammeln. Das ist einerseits eine philatelistisch anspruchsvolle Aufgabe, zweitens kann man auch mit "überschaubaren" Beträgen seltene und gute Stücke finden.

Ich freue mich, anbei den 600. Beitrag zu unserem schönen Sammelgebiet "Rumänien" einstellen zu können!

Heinz
 
Sleeran Am: 26.03.2018 09:28:39 Gelesen: 215472# 601 @  
Hallo zusammen,

erst einmal meinen Glückwunsch zum 600. Beitrag!

Von meiner Seite heute nur ganz kurz: Der Dragomir ist inzwischen angekommen, steht aber noch unbeachtet im Regal. Ich will mir an den Feiertagen nochmal die Stempel-Kapitel im Heimbüchler durchlesen, um die Systematik im Dragomir zu verstehen, da ich des Rumänischen nicht mächtig bin. Danach versuche ich, meine Stempel selbst zu bestimmen.

Im Moment habe ich aber beruflich viel um die Ohren.

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 26.03.2018 13:51:09 Gelesen: 215445# 602 @  
@ Sleeran [#601]

Lieber Matthias,

wenn Du schreibst "Der Dragomir ist inzwischen angekommen", dann nehme ich an, du meinst das Stempelwerk (1822-1910). (Dragomir hat auch andere Werke verfasst, so war er z.B. Hauptautor beim CMPR '74).

Ich weise Dich darauf hin, dass vor vielen Jahren eine sehr nützliche Besprechung des Bandes "Stampilografie postala" im "Rumäniensammler" erschien (der Zeitschrift der ARGE Rumänien). So wurden insbesondere alle Titeln und einige Abkürzungen übersetzt auf deutsch wiedergegeben. Ich persönlich habe diese Hilfe sehr geschätzt (und auch benötigt).



Auch wenn der Buchumschlag bei Dir anders aussieht, sprechen wir vermutlich dennoch vom gleichen Buch. Dieses ist mit verschiedenen Umschlag-Seiten herausgegeben worden. Inhaltlich gibt es aber meines Wissens nur EINE Ausgabe.

Heinz
 
Sleeran Am: 27.03.2018 15:59:48 Gelesen: 215341# 603 @  
Hallo Heinz,

ich habe genau diese Ausgabe im blauen Umschlag. Wegen dem "Rumäniensammler" habe ich mich an Herrn Heimbüchler gewendet und hoffe, dass ich noch eine Ausgabe kaufen kann. Danke für den Tipp!

Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 28.03.2018 21:33:33 Gelesen: 215277# 604 @  
@ Sleeran [#603]

Wünsche dir viel Erfolg und gratuliere zu dem Buch. Mir hat es auch sehr viel gebracht. Meine Frau ist Rumänin und ich habe gelernt, dass die philatelistischen Begriffe für sie ebenso schwer ins Deutsche zu übersetzen sind wie für mich die deutschen Fachbegriffe ins Rumänische.

über die Cuza-Marken wurde in diesem Forum schon viel geschrieben (zuletzt #582 von Heinz 7 zur 20 Parale oder im Thread "Rumänien Marken echt oder falch #100 ff., Nr. 141 und Nr. 142). Mir ist es jetzt nach einigen Versuchen gelungen, wenigstens einen sehr schönen Viererblock der Michel Nr. 12 (hier: weisses Papier) zu erwerben.

Aus der #142 (Rumänien Marken echt oder falsch) zitiere ich Heinz 7: "Ein Paar wertete bei CMPR '74 mit Faktor 2.5 = Euro 125". Heinz hat den Michel 2010 zur Grundlage genommen. Laut MOK (Michel Online Katalog) aktuell liegt der Wert bei 80,-- Euro, also = 200 Euro.

Wenn ich richtig deute, wertet der CMPR ein Viererblock mit dem Faktor 6 - das hiese 80,-- Euro x 6 = 480,-- Euro.

Da dieser Viererblock aussergewöhnlich gut erhalten ist und die Rückseite keinerlei Falzreste o.dgl. zeigt, ist der Kaufpreis von 85,-- Euro angemessen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 12.04.2018 21:30:26 Gelesen: 212936# 605 @  
Wie es Euch gefällt

Ich bin heute nach einem mehrtägigen Aufenthalt aus Rumänien zurückgekehrt. In einem Antiquitäten-Laden in Hermannstadt habe ich diese schöne Postkarte gefunden.

Die farbige Litho ist aus der Shakespeare Serie und hat die Nr. 369. (wer weiß mehr darüber?). Die beiden Damen, die rechte zeigt sehr viel Bein stehen für das Stück "Wie es Euch gefällt" (Aufschrift).

Mir gefallen besonders die beiden Abstempelungen. Es sind 2 Filialpoststempel (posta sucursale) der Städte Berlad und Braila.

Wer nun das von Heinz 7 in [#602] abgebildete Nachschlagwerk von Kiriac Dragomir auf Seite 158 aufschlägt, findet dort die Abbildungen dieser Filialpoststempel, die es anfangs nur in Bukarest gab.

Interessant ist die Schreibweise: BARLAD - SUCURSALE bei der Postkarte - bei K.Dragomir (BERLAD), in der Beschreibung sogar (BIRLAD) - fig. 824)

Ich habe bislang noch keine Postkarte mit 2 Abstempelungen von Filialpostämtern gesehen.

Gelaufen ist die Postkarte am 10. März 1900, angekommen in BRAILA-BURSA am 13. März 1900. Es muss sich um einen Ort gehandelt haben, an dem etwas eingekauft und verkauft wurde, also eine Börse.

Für 8 Lei = ca. 1,80 € gewiss ein Schnäppchen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 14.04.2018 21:07:17 Gelesen: 212516# 606 @  
@ 10Parale [#605]

Im gleichen Antiquitäten-Laden in der Flaniermeile in Hermannstadt fand ich noch eine Postkarte, die mich zweifach in den Bann zog.

1. Praga 2018: Vom 15. - 18. August findet in Prag die Weltausstellung statt. Die Ansichtskarte zeigt das wunderschöne Stadtbild von Prag.

2. Als ich die Karte umdrehte, blieb mir die Spucke weg. Erst einmal, nüchtern betrachtet, dachte ich, oh schade, eine Marke ist abgefallen oder wurde abgelöst.

Offensichtlich wurde die Karte nachtaxiert, denn sie ist mit einer Portomarke Ziffernzeichnung zu 6 Lei nachfrankiert worden (Michel Nr. 61).

Auf Seite 107 des oft erwähnten Werkes von C. Marinescu Vol. 2 über die Auslandstarife in Rumänien erfährt der Leser, dass eine einfache Postkarte (CP) in der 5. Portoperiode ab dem 1. September 1924 tatsächlich 6 Lei gekostet hat.

So, wie war das nun mit dieser Postkarte aus Prag:

Kann es sein, dass auf dem Transportweg die ursprünglich Marke (hier wäre eine Tschechoslowakei-Experte nötig, der das tschechische Porto eruieren könnte) tatsächlich verlorenging und die rumänische Post deshalb nachtaxierte? Das ist die einzige logische Erklärung für das Nachporto von 6 Lei.

Diee Postkarte bekam ich für 20 Lei, was ungefähr etwas mehr wie 4 Euro sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 15.04.2018 18:35:36 Gelesen: 212323# 607 @  
@ 10Parale [#606]

Der erste Stempel BUCURESTI zeigt klar, dass die tschechische Marke noch vorhanden war als er aufgeschlagen wurde. Die Auslandstarife und die Nachtaxierungstarife sind nicht das gleiche. Schauen Sie mal bei Marinescu nach wie die Nachtaxierung der eingegangenen Sendungen aus dem Ausland erfolgte.

nor 42
 
Detlev0405 Am: 17.04.2018 15:06:37 Gelesen: 211825# 608 @  
@ 10Parale [#606]

Deine Karte fällt in die Porto Periode vom 01.03.1924 - 31.03.1927 und das Porto hätte 0,40 Kc betragen. Das die Marke, wie nor 42 bereits schrieb, erst in Rumänien entfernt wurde, ist auch meine Meinung.

Viel interessanter ist der blaue Taxvermerk über 30 (offenbar Heller denn mit den Lei kommt die 30 nicht hin), die Karte war wohl falsch frankiert als Auslandspostkarte. Daraus ergibt sich dann die Frage, ob die Marke von Amtswegen in Rumänien entfernt wurde und dann mit der 6 Lei Marke versehen wurde.

Gruß
Detlev
 
Heinz 7 Am: 17.04.2018 22:38:49 Gelesen: 211725# 609 @  
@ 10Parale [#605]

Es ist schon seltsam, dass eine Stadt auf Stempeln, die GLEICHZEITIG herauskommen, unterschiedlich geschrieben wird. Du hast uns den Stempel "BARLAD SUCURSAL" (10.3.1900) gezeigt, anbei zeige ich "BERLAD SUCURSAL" (13.6.1904)



K. Dragomir zeigt uns die Variante "Berlad" (= fig. 824), beschreibt aber auch "Barlad" (Seite 157; ohne Bild).

Mein Exemplar wurde auf einem Einschreibe-Brief angebracht. Leider ist der Brief nicht mehr komplett, aber das Fragment ist auch schön, der Stempel ist wunderbar klar: Die Marke ist eine 1 Leu-Marke: Michel 108, 125 oder 141 (das ist nicht einfach zu bestimmen).

Die Stempelgruppe "OS" (Oficii postale Sucursale) ist nicht sehr gross. Der gezeigte Berlad-Stempel ist eingeteilt wie folgt:

4. Die Stempel der Nebenstellen der Post
4.2. Die Stempel der Zweigstellen in der Nachklassik
4.2.2. Die Stempel der Nebenstellen in anderen Städten (nicht Bukarest; Bukarest = 4.2.1.)

Heinz
 
10Parale Am: 18.04.2018 22:44:41 Gelesen: 211425# 610 @  
@ Heinz 7 [#609]

Es gibt ja auch noch die Schreibweise BIRLAD, wofür ich aber bislang keinen Beleg vorweisen kann.

Es bereitet ja auch immense Freude, sich mit solchen Differenzierungen innert der Stempelgruppe OS zu beschäftigen.

Wir finden in Rumänien (Fürstentum Moldau, Fürstentum Walachei etc.) immer wieder Beispiele von unterschiedlichen Schreibweisen für Ortschaften. Das ist nicht nur bei Stempeln so, sondern auch innert den Texten.

Ich zeige das mal an Hand eines einfachen, aber raren Stempels. Am 25. Dezember 1879 schrieb ein gewisser VOSILUS eine Nachricht mittels einer 5 Bani Ganzsache von "Moinesti" nach Galati an Herrn Frigatorin.

Der Stempel "MOINESCI" (mit "C" anstatt "T") datiert vom 1. Januar 1880. Moinesti ist ein Dorfflecken im Kreis Bacau (ehemals Fürstentum Moldau) und zählt heute nicht mehr als 500 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte dürfte um 1880 höher gewesen sein.

Am 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel am Donnerstag, den 4. Jjar 5778, muss auch einmal darauf hingewiesen werden, dass viele jüdische Bürger auf Grund von Unterdrückung aus Osteuropa bzw. Rumänien ausgewandert sind. Ich schweife absichtlich etwas ab, aber wer sich ernsthaft mit der Philatelie beschäftigt, muss dieses unbedingt begreifen. Die sogenannte 1. Alija (Einwanderung nach Israel) fand zwischen 1882 und 1904 statt. In diesen Jahren wanderten etwa 29.000 Juden aus Russland, Rumänien und Jemen in Israel ein (Quelle: 100 Talmud Israeli, Jüdisches Wissen für die ganze Familie, Sonderausgabe der Jüdischen Allgemeinen).

In der 3. Alija zwischen 1919 und 1923 wanderten 50.958 jüdische Bürger aus Russland und Rumänien in Israel ein. Die letzte große Auswanderungswelle aus Rumänien ereignete sich dann nach dem II. Weltkrieg.

Der Ankunftsstempel von Galati ist so in das geschriebene Wort abgeschlagen worden, dass man nur staunen kann.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.04.2018 21:04:58 Gelesen: 208927# 611 @  
@ 10Parale [#610]

Es ist eine schöne Aufgabe, die verschiedenen Stempel auf Marken oder Ganzsachen möglichst sauber zu sammeln.

Auch der Nachweis der verschiedenen Frankaturstufen ist eine tolle Aufgabe. Wofür wurde die 5 Bani-Marke verwendet? Wofür die 10 Bani-Marke? Und-so-weiter?

Die 50 Bani-Marke der Carol-Backenbart-Ausgabe, Michel Nr. 25, 7. Ausgabe von Rumänien, konnte als Einzelfrankatur verwendet werden zum Beispiel für Briefe nach Italien.



Solche Marken auf Briefen sind recht selten und begehrenswert.

Noch seltener sind aber gewisse Kombinationen, die ebenfalls 50 Bani ergeben.



Dieser Brief vpn Braila nach Italien ist eine grosse Rarität; ich meine, es ist ein Unikat. Marken der 6. Ausgabe wurden aufgebraucht. Leider ist dieser Brief nicht in meinem Besitz.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.04.2018 17:04:50 Gelesen: 208557# 612 @  
Ab 1872 kam in Rumänien die 9. Ausgabe heraus: Fürst Karl I. im Perlenkreis. Diese Ausgabe enthält viele verschiedene Marken, da die Sammler die verschiedenen Auflagen unterscheiden können in

- feine Pariser Drucke (Michel Nr. 36 - 42)
- gröbere Bukarester Drucke (Michel Nr. 43 - 54).

Ausserdem können die Marken nach Zähnungen unterschieden werden, sodass der Spezialist hier ein grosses Betätigungsfeld findet!

Eine "Knacknuss" ist vielleicht auch die nachfolgende Marke:



Es ist eine 5 Bani Marke. Aber es ist zweifellos keine Nr. 38 (die wäre gelbbraun auf gelblich, Pariser Druck) und keine Nr. 45 (blau auf bläulich, Bukarest Druck) und auch keine Nr. 50 (grün auf grünlich, Bukarest Druck).

Na, was ist sie dann?

Ein Hinweis erhalten wir durch den Überdruck der Marke "ANULA". Zum Glück gab es eifrige Philatelisten, die diese Marken schon früh erforscht haben. Altmeister Eduard Cohen hat z.B. 1945 ein sehr wertvolles Buch geschrieben, das uns den entscheidenden Hinweis gibt:

Die oben gezeigte Marke dürfte eine Farbprobe gewesen sein, die nicht zur Ausgabe gelangte. Um ihre Verwendung zu verhindern, versah die Wertzeichendruckerei die Marke mit dem Aufdruck "ANULATA".

Warum dieser Versuchsdruck nicht in den Archiven der Druckerei blieb, weiss ich nicht. Wie selten diese Probedrucke in Sammlerhand sind, weiss ich auch nicht. Dazu kommt, dass die Marke zweiseitig ungezähnt ist, was für die reguläre Markenausgabe nicht vorgesehen war.

Man könnte diesen Probedruck nun als grosse Rarität und Abart anpreisen (und läge damit vermutlich nicht einmal falsch), aber man tut auch gut daran, den Wert solcher Stücke nicht all zu sehr zu überschätzen.

Auch die Frage, ob solche Marken/Probedrucke/Abarten in einem Katalog gelistet werden sollten, kann vielseitig diskutiert werden.

Heinz
 
Sleeran Am: 01.05.2018 09:43:55 Gelesen: 208404# 613 @  
Hallo allerseits,

dann will ich auch einen schönen Abschlag zeigen:



Der Stempel ist im Dragomir auf Seite 270 (PLANSA 74) zu finden. Dem Text nach gibt es frühere Versionen des Einzeilers. Eine solche vermute ich hier, da die Marke nur bis 1872 gültig war. Sie ist von Herrn Heimbüchler geprüft.

Wahrscheinlich ein eher seltener Abschlag, zumindest mein einziger L1.

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!
Matthias
 
10Parale Am: 01.05.2018 22:12:54 Gelesen: 208286# 614 @  
@ Heinz 7 [#612]

"Man könnte diesen Probedruck nun als grosse Rarität und Abart anpreisen (und läge damit vermutlich nicht einmal falsch), aber man tut auch gut daran, den Wert solcher Stücke nicht all zu sehr zu überschätzen."

Wir wissen im Prinzip auch sehr wenig über die Seltenheit bzw. über die Häufigkeit dieser Probedrucke, die manchmal auch von Verkäufern als Essais bezeichnet werden und meines Erachtens auch recht oft im Internet (z.B. ebay) angeboten werden, ohne wirklich hohe Preise zu erzielen.

Ich habe den Katalog "EXKLUSIVITÄTEN" des Auktionshauses Schlegel vor mir liegen. Dort wird ein Vorlagekarton der Staatsdruckerei Wien mit 8 Farbproben für eine Dienstmarkenausgab des Generalgouvernements mit einem gewissen Wert zu 1,20 Zloty zur Estimation im 4-stelligen Bereich angeboten. Dabei geht es wohl letztlich nur um Bögen mit der Wertstufe 1,20 Zloty, die sehr selten sein sollen. Außerdem kam dieser Wert nicht zur Anwendung.

Der Wert von 5 Parale in deinem Probedruck kam jedoch zur Anwendung. Ich zeige die Michel Nr. 38, Fürst Karl I. (feiner Pariser Bdr.) auf einer Ganzsache P5 als Zusatzfrankatur in einer Auslandsverwendung von BOTOSANI (19. Februar 1876) nach WIEN. Mit den Zähnungsvarianten habe ich mich bislang nicht beschäftigt.

Wie heißt das Buch von Altmeister Cohen, welches er 1945 schrieb?

@ Sleeran [#613] - Matthias

Ein von Meisterhand geprüftes Stück. Es lohnt sich immer die Stempel genauer zu betrachten. Selten, selten, selten, gut bewahren, Kurve geht nach oben!

Liebe Grüße

10Parale (der Wehmütige)


 

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