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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 928 Beiträge:
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Michael D Am: 31.05.2018 21:22:29 Gelesen: 215745# 629 @  
@ bayern klassisch [#628]

Lieber Ralph,

ja leider, die Postgeschichte dieser Gebiete ist zwar sehr interessant, aber bei solchen Preisen.

Viele Grüße
Michael
 
joschka Am: 01.06.2018 09:00:06 Gelesen: 214883# 630 @  
Guten Morgen bayern klassisch,

Lieber Ralph,

mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, das die o.a. "Bombe" leider ihren eigentlichen Zielort verfehlt hat. Diese Auktion dürfte wohl in die Geschichte eingehen! Die bewilligten Endpreise und der damit verbundenen Steigerungsraten sind fast unglaublich. Waren die Ausrufpreise derart günstig angesetzt, um die Hütte mit hochkompetenten Spezialisten und Anlegern so vollzubekommen? Nach diesen Bieterschlachten, sollte man meinen, dass große Wolfsrudel sich auf eine Herde von Schafen gestürzt hat. Insofern denke ich, dass auch ein Ferngebot von über 750,-- CHF im Saal überboten worden wäre.

Die anwesenden, potenten Interessenten waren wohl teilweise dem "Blutrausch" verfallen und haben Ihre Nummernlöffel brav weiter gen Himmel gestemmt (trotz Schmerzen).

Nun ja, schade - hat leider nicht geklappt - ist halt so.

Und danke für Deine freundliche, hochlöbliche Annerkennug meiner Interpretation!

Gestatte mir bitte noch ein/zwei Fragen:

Die gesamte Post wurde von München per Paket und wirklich auf Kosten der bayerischen ! Post weitergeleitet? Wenn dem so war, möge sich bitte Niemand mehr über einen Bundesländer-Finanzausgleich beschweren, da BERLIN praktisch weiterhin Anspruch auf Zuwendungen haben muß.

Gemäß GEWOHNHEITSRECHT ist es den Saupreussen weiterhin zu ermöglichen, an bayerischen Verdiensten/Erlösen teilzuhaben und diese hier freihändig und verantwortungsvoll zu verschleudern.

Verbleibe dankend und mit ergebensten, vorzüglichen Grüßen aus Genshagen
Heiko
 
bayern klassisch Am: 01.06.2018 09:15:27 Gelesen: 214868# 631 @  
@ joschka [#630]

Lieber Heiko,

da auch die bayerische Post davon "profitierte", dass ihre eigenen Korrespondenzen nach und über Frankreich flott über die Schweiz liefen und eh nur wenige Briefe von anderen Ländern als denen der Vertragsstaaten den Weg über München nahmen, dürfte diese Gnade nicht allzu sehr den Etat für die Post und Bahn belastet haben. Umgekehrt gewährte ja auch Österreich kostenlos Transit für Bayern bei anderen Korrespondenzen.

Da mit Paris (Hauptpost dort) bzw. später Lyon niemand sonst in Bayern Kontakt hatte, lief alles über München. Bayernbriefe ab dem 19.7.1870 zeigen daher immer und ohne Ausnahme siegelseitige den Münchner Transitstempel.

Sehr schade mit dieser Auktion, dass fürs Forum hier so gut wie nichts hängen geblieben ist; ich hätte zu gerne da etwas gezeigt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 01.06.2018 14:27:55 Gelesen: 214713# 632 @  
@ Heinz 7 [#623]
@ bayern klassisch [#624]
@ 10Parale [#625]
@ Michael D [#627]
@ joschka [#630]

Liebe Alle

Ich bin beeindruckt, dass mein Beitrag, den ich vor rund 36 Stunden eingestellt habe, angeblich schon 2442 x angeklickt wurde! Auch wenn da gedanklich einige "Doppelzählungen" abgezogen werden müssen, scheint es doch so, dass hier eine grössere Leser-Schar Interesse zeigt.

Das motiviert mich, noch eine sorgfältige "Nachbetrachtung" abzugeben.

Vorneweg: Das Angebot war sehr, sehr interessant! Es war Spitzenmaterial vorhanden, das teils sehrsehr günstig angeboten wurde. Das liebt natürlich jeder Auktionator: keine Vorgaben vom Einlieferer (?) (ausser bei ein paar wenigen Losen) und die Gewissheit, dank des guten Materials das Interesse der wichtigen Käufer geweckt zu haben - da kann fast nichts mehr schiefgehen!

Die Auktion zeigte es dann auch: Mehr als 5 Stunden plagten wir uns durch die exakt 307 Lose.

Da GLEICHZEITIG ein sehr potenter Telefonbieter fast alles kaufte, was angeboten wurde, entstand wirklich eine seltene Konstellation. Viele der ernsthaften Interessenten sassen auch nach stundenlangem Mitbieten noch immer ohne einen einzigen Erfolg da. Das ist natürlich frustrierend! Vor allem für einen Käufer, der vielleicht noch von weit her angereist ist. Das führte dann zu manch einem Frust-Gebot, auch über den eigentlichen Wert des Objektes hinaus.

Einschätzung Joschka: "Die anwesenden, potenten Interessenten waren wohl teilweise dem "Blutrausch" verfallen und haben Ihre Nummernlöffel brav weiter gen Himmel gestemmt (trotz Schmerzen)." - So würde ich es nicht beschreiben. Es gab meines Wissens wenig Interessenten, die "Schmerzen" leiden mussten. Viele Interessenten haben einfach brav bis an den "wahren Wert" mitgeboten, und sind dann ausgestiegen. Käufer war dann in der Regel der Telefonbieter mit der ominösen "gleichen Nummer".

Wobei sich der gute Mann zweidrei Fehler erlaubt hat, die eigentlich für mich unverständlich sind. Von den wirklich BESTEN Losen gingen ein paar NICHT an ihn, und - vor allem - EINIGE Lose wurden kräftig zu hoch bezahlt, da waren sich viele der Teilnehmer am Mittwoch einig.

Fazit:

1) "Mister Telefonbieter mit der bestimmten Nummer" hat uns andere alle sehr gestresst und uns meistens "die Butter vom Brot genommen". Er hat unsere Frust-Toleranz echt getestet, und nicht alle haben widerstanden, sondern sich zu Geboten weit über den eigenen Absichten hinreissen lassen.

2) "Mister Telefonbieter mit der bestimmten Nummer" hat sehrsehr viele schöne Lose bekommen. Einige günstig, andere "richtig" und einige sehrsehr teuer.

3) Grosse andere Sammler haben bekommen, was sie wollten. Das Spitzenlos (Los 4104) wurde mit CHF 55'000 günstig zugeschlagen (mein "Schätzpreis" lag am 29.5.2018 bei CHF 80'000). Ich denke, ich kenne den Käufer (ich gratuliere ihm herzlich!). Auch ein anderes Mitglied der ARGE Rumänien hat bekommen, was er wollte, zu einem angemessenen Preis, den er nicht bereuen muss (ich gratuliere herzlich!).

4) Für die Einlieferer und den Auktionator war die Auktion am Mittwoch auch ein Erfolg, weil kaum ein Los verschenkt wurde und fast alles gut verkauft wurde.

5) Wirklich grob überbezahlt wurden nun auch nicht Dutzende von Losen. Die "Zuviel bezahlten" Beträge gehen nun nicht in die Hunderttausenden (wie dies an ANDEREN Auktionen - mit superteurem Material - schon oft vorkam)…

6) Corinphila dürfte froh sein, dass sie eine treue Kundschaft hat, die dafür sorgt, dass ein SOLCH PHILATELISTISCH WICHTIGES Angebot ein gutes Ergebnis erzielt. Der Markt hat einmal mehr zu VIELEN Losen gut und "korrekt" gespielt. Dies klappt natürlich nicht für ALLE Gebiete, sondern nur für Gebiete mit genügend breiter Nachfrage.

Soweit meine Einschätzung

Unser Thema heisst: "Rumänien für Sammler". Zweifellos ist die jetzige Situation für neue Interessenten schwierig. Ich hoffe, sie lassen sich durch solche Anlässe wie am Mittwoch nicht zu sehr frustrieren. Jeder "Jäger" hat am Abend gerne eine (wenn auch nur kleine) Beute in seiner Tasche. Konsequent "NEIN-passt nicht!" zu sagen, fällt schwer. Sehr oft kommen aber Gelegenheiten wieder. Und die Erkenntnisse vom 30.5.2018 sind lehrreich.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 01.06.2018 21:33:55 Gelesen: 214621# 633 @  
Nach dieser hervorragenden Einschätzung und Markt-Analyse von Heinz7 über die Auktion bei Corinphila im vorangegangenen Beitrag überleitend von der Theorie in die Praxis:

Ich zeige im Folgenden 3 Lose, die alle aus Auktionen stammen und zwei Dinge gemeinsam haben:

1) eine 30 Parale Michel Nr. 10Ix Handeinzeldruck weisses Papier
2) den roten Agraffenstempel von BUCURESCI A62 (Kiriac Dragomir fig. 366/367)

Um diese Stücke erwerben zu können muss ich mich als Sammler, dessen ganzer Eifer es ist, alles zusammenzutragen, was diverse Märkte über diese Marke hergeben, dem Marktspiel unterwerfen. Mir persönlich gefällt der Brief nach Braila aus der Minovici-Korrespondenz am besten. Natürlich ist auch das Briefstück ganz oben mit einer sehr breitrandigen Marke ausgestattet, deren Schnitt nichts zu wünschen übrig lässt.

Das Briefstück ganz unten trägt einen der ersten Zierstempel aus Jassy (M3) und einen blaugrünen RECEPISSE Stempel. Als einziges der drei Stücke verfügt es über ein Befund von Dr. Gertlieb Gmach. Oben ist die Marke angeschnitten.

Ohne Aufpreis (!!!) habe ich die 3 Stücke zusammen für etwa 660 Euro gekauft. Ich überlasse es den Lesern, diesen Betrag auf die Marken zu verteilen. Das wäre vielleicht auch mal ein Sonntagsrätsel wert. Es gibt wohl nichts Schwierigeres als das Ergebnis des Marktspiels vorauszusagen.

Wenn ich aber die Entwicklung der letzten Jahre beobachte, bin ich im Nachhinein froh, den Brief von Bukarest nach Braila bei einem deutschen Auktionshaus recht günstig erstanden zu haben. Eine gezielte Rumänien Auktion wird immer höhere Preise erzielen wie einzelne Rumänien-Lose in einem Europa-Lot.

Liebe Grüße

10Parale


 
joschka Am: 02.06.2018 00:59:09 Gelesen: 214569# 634 @  
Guten Abend 10Parale,

besten Dank für Ihren Bericht zur Auktion.

Die von Ihnen gestellte Aufgabe ist hochinteressant. Ich denke, dass der schöne Brief gegenüber obigen Briefstück schon etwas günstiger zugeschlagen wurde,da derart breit-/überrandige Exemplare wohl seltenst zu finden sind. Das untere Briefstück scheint jedoch eine Fehl-und/oder Weiterleitung (Italien?)zu dokumentieren. Sollte ich, wie üblich falsch liegen? Egal.

Meine Einschätzung zum bewilligten und (von Ihnen) realisierten Gesamteinkaufspreis (€ 660) :

Briefstück oben: €uro: 370.--
Brief mittig: 80,--
Briefstück unten: 210,--

Einfach mal so geraten - Gute Nacht! LG
 
bayern klassisch Am: 02.06.2018 07:48:37 Gelesen: 214512# 635 @  
@ joschka [#634]

Dann rate ich auch mal:

BS oben 350 €
Brief mittig 130 €
BS unten 180 € (mit Italien hatte das aber nichts zu tun).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 02.06.2018 15:46:13 Gelesen: 214413# 636 @  
@ bayern klassisch und @ joschka,

leider ist mir ein Fehler unterlaufen, habe die Auktionsrechnung für das BS unten leider verwechselt und lasse die korrigierte Katze aus dem Sack:

BS oben: 330 €
BS mittig: 160 €
BS unten 90 €
 

So kommen wir summa summarum auf 580 Euro. Sorry für diesen faux pas. Aber vielen Dank fürs Mitmachen.

Zum unteren Stück hier aus dem BEFUND Dr. Gmach:

30Parale auf einfachem Papier auf Briefstück (Papier links ergänzt), gestempelt mit dem ersten Zierstempel von Jassy in blaugrün, darüber der Stempel
RECEPISSE kursiv in gleicher Farbe, sowie als Ankunftsstempel ein Abschlag des Stempels mit einfacher Agraffe BUCURESCII 6.9. Da Prüfstück ist in allen Teilen echt, die Marke haftet ursprünglich auf der Unterlage, die Stempel sind echt und zeitgerecht. Die Marke ist oben angeschnitten. Zusammen mit dem roten Stempel ein attraktives Stück.


Dass der mittige Brief in der Einschätzung der beiden Juroren am schwächsten abschneidet, überrascht mich. Bei der Auktion in Zürich hätte er sicher auch die 160 Euro Marke geknackt.

Nun, eines haben alle 3 gemeinsam, die Deutschsprachigen nennen es "ein attraktives Stück", die Anglisten "a charming piece". Ich denke dabei wohl eher an eine hübsche Frau.

Liebe Grüße

10Parale
 

Heinz 7 Am: 02.06.2018 17:05:51 Gelesen: 214390# 637 @  
@ 10Parale [#633]

Hallo lieber Freund,

vielleicht darf ich mich auch noch in die Meinungsäusserung einschalten?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass diese Kombination (hellblaue Marke mit hellrotem Stempel) äusserst attraktiv wirkt und ich Dir für die drei Stücke gratulieren möchte. Zu den Wertansätzen möchte ich Folgendes sagen:

Nummer 2 und 3 waren verhältnismässig günstig, aber mit Stück eins hast Du Dir den "günstigen Durchschnitt" aufgehoben. Das ist aber oft so, beim Sammeln: einige Stücke bezahlt man zu teuer, bei anderen kann man von einer günstigen Gelegenheit profitieren.

Ich persönlich schätze Stück 2 am höchsten ein. Grund: Es ist ein ganzer Brief, pittorek, mit schöner Schrift. Wären da nicht die minimen Altersspuren, dürfte man von einem Luxusbrief sprechen. Das ist seltener als nur ein Briefstück, und darum m. E. höher zu bewerten. Joschka weiss vielleicht nicht, dass es von dieser Marke einige sehr breitrandige Exemplare gibt, man dies also nicht allzu hoch bewerten muss. Es wirkt aber IMMER gut, solche Stücke zu haben.

Briefstück drei ist interessant; schade, dass dies kein ganzer Brief ist! Der FRANCO JASSY-Stempel ist auch gut und wirkt neben den zwei anderen Stempeln gut. Dass die Marke etwas angeschnitten ist, hat Dir beim Ankauf geholfen (tiefer effektiv bezahlter Preis).

Die ca. Euro 600 würde ich wie folgt aufteilen.

Briefstück 1, breitrandig: Euro 200
Brief nach Braila: Euro 250
Briefstück mit drei Stempeln: Euro 150

Liebe Grüsse
Heinz
 
joschka Am: 02.06.2018 22:39:33 Gelesen: 214306# 638 @  
Besten Dank Heinz7

für Ihre Analyse. Gerne lernt man dazu! Danke.

LG aus Genshagen

Heiko
 
Heinz 7 Am: 10.06.2018 10:17:26 Gelesen: 212273# 639 @  
Philaseiten Brief Juni 2018

@ 10Parale [#616]
@ Heinz 7 [#618]

Wenn Richard in seinem "Philaseiten Brief Juni 2018" auf unser schönes Thema hinweist, wollen wir uns für das gezeigte Interesse bedanken und noch ein paar Ergänzungen zu dieser denkwürdigen Auktion anbringen. 10 Parale hat am 20.5.2018 auf die Auktion aufmerksam gemacht und ich habe die Leser dazu ermuntert, ihr Glück bei der Auktion zu versuchen. Ich schrieb:

Nicht weniger als 122 der 306 Lose haben einen Ausruf von CHF 100-CHF 200, und 206 der 306 Lose haben einen Ausruf von weniger als CHF 500! Darunter sind viele sehr begehrenswerte Stücke. Ich möchte Dich also ermuntern, auch Dein Glück zu versuchen. Ganz klar werden viele der angebotenen Stücke wesentlich höhere Zuschläge erzielen, davon bin ich überzeugt. Einige Lose sind sehr sehr günstig eingestellt. -

Es war eine seltene Kombination von günstigen Umständen:

a) ganz hochwertiges Material/z.T. sehr seltene Stücke
b) mindestens bei allen "Cohen"-Losen "Lockvogel"-Ausrufpreise (oft klar unter dem wahren Wert der Lose)
c) eine gut dotierte Kundendatei, und die Kunden waren gut informiert (vorgängige Werbung)

Dies führte zu dem oben beschriebenen Auktionsverlauf: Mehr als 5 Stunden dauerte die Verauktionierung der 307 Lose Rumänien, und manch ein Preis stieg und stieg - es wollte gar kein Ende nehmen! - siehe:

@ Heinz 7 [#632]

Nur WENIGE Lose wurden günstig zugeschlagen! Dazu gehört durchaus Los 4071, auf welches ich in Beitrag 618 aufmerksam machte. Leider hat Ralph zu wenig darauf geboten. Auf meiner Wunschliste stand dieser Brief nicht, sonst hätte ich mitgeboten.

Etwas Statistik: Die 307 Lose hatten einen Startpreis von nur CHF 424'790. Das ist für die Klasse des angebotenen Materials nicht besonders viel.

5 Lose blieben unverkauft, die jedoch immerhin CHF 56'000 Ausruf auf sich vereinigten. Die verkauften Lose (302) erreichten dann aber einen Zuschlag von CHF 739'650, das ist etwas mehr als das Doppelte des Startpreises der übrigen 302 Lose.

(Alle Zahlen "ohne Gewähr")

Nur 55 Lose lagen im Bereich von 100-120 % des Schätzpreises; 162 der 302 Lose hatten einen Zuschlag von 200 % oder mehr des Schätzpreises! Darum dauerte die Auktion so lange.

Die höchste Steigerung erreichte Los 4160, ein kleines Lot der 80-Parale-Marke (Michel Nr. 7). Es stieg von Ausruf CHF 300 auf Zuschlag CHF 6000, was nun tatsächlich erstaunlich ist



Natürlich sind Dreierstreifen der 80-Parale-Marke selten, aber CHF 6000 Zuschlag ist immerhin viel Geld (Faktor 20 für Ausruf -> Zuschlag).

Den 16-fachen Ausruf erreichte Los 4082, eine Einzelfrankatur der Michel Nr. 27: Start CHF 200, Zuschlag CHF 3200.



Dieser Brief wurde mit Schiffpost befördert, worauf der handschriftliche Vermerk "cu vaporu poste" hinweist. Sicher ein schöner, rarer Brief, aber mit CHF 3200+21 % auch teuer bezahlt.

Auch Los 4142 wurde zu tief ausgerufen: Nur CHF 250!



Dass der Viererblock der Nummer 6 (sehr schön!) dann aber gleich CHF 3000(+ 21%) erreichte, hat wohl kaum jemand erwartet: (Faktor 12 für Ausruf -> Zuschlag).

Und so weiter ... Es gab an der Auktion aber nicht nur teure Preise, wie ich schon sagte.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.06.2018 23:19:46 Gelesen: 211306# 640 @  
@ Heinz 7 [#639]

Nach der überragenden Auktion vom 30.5.2018 in Zürich war ich natürlich gespannt, was die nächste Auktion bringen wird. Bei Gärtner waren nur wenig Rumänien - Einzellose angeboten; ein Vergleich ist also nur bedingt aussagefähig. Dennoch interessieren uns vielleicht einige Erkenntnisse.

Von den 29 Einzellosen (aus Los 15624 - 18878) wurde mehr als die Hälfte verkauft. Das ist für dieses Auktionshaus keine Selbstverständlichkeit, da die Ausrufpreise gelegentlich recht anspruchsvoll sind.

Mehrere Lose brachten wirklich hohe Resultate, klar über dem Ausrufpreis.

Bei nachfolgendem Los (15902) habe ich z.B. nicht erwartet, dass es verkauft wird (Startpreis Euro 250; Ähnliches hat man in den letzten Jahren oft zu tieferen Preisen kaufen können):



1855, INCOMING MAIL: Great Britain, stampless folded letter cover from MANCHESTER, NO.23 1855, along with red cds PAID, NO.24.1855 together with red oval handstamp "P." and via german transit AUS ENGLAND PER AACHEN / FRANCO, 25.11, to Galatz in Romania, arrival mark on reverse. Fine condition.

Der Zuschlag erfolgte aber erst bei Euro 320.

Und so gab es weitere Beispiele.

Das Sammelgebiet "Rumänien" macht also den Auktionatoren weiterhin überdurchschnittlich viel Freude.

Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.06.2018 16:17:49 Gelesen: 209201# 641 @  
Neben den grossen klassischen Raritäten des XIX. Jahrhunderts (Ausgaben 1-14, 1858-1900) hat Rumäniens Philatelie noch viel mehr zu bieten. Sehr interessant sind z.B. die Marken der Ausgabe "Freimarke König Michael 1945-1947", als die Nominalen infolge der Inflation deutlich erhöht werden mussten.

Ein Sammler sollte nicht die Nase rümpfen, wenn er beiliegenden Brief sieht:



Zwar ist, zugegeben, der rechte Rand des Briefes unschön aufgetrennt und ausgefranst, aber das ist bei echter Bedarfspost nicht unüblich. Der Brief wurde gleich zweimal geöffnet, links von einer österreichischen Zensurstelle, rechts vermutlich vom Empfänger, einer Militärstelle der US-Armee. Die Zensurstelle klebte den Brief wieder zu und überklebte dabei teilweise zwei der Marken der Frankatur.

Wien war nach dem zweiten Weltkrieg in verschiedene Zonen eingeteilt, ähnlich wie Berlin. Der Abgangsort des Briefes ist leider nicht zu lesen, es ist aber unzweifelhaft ein rumänischer Brief nach Wien, frankiert mit 1500 Lei.

Schönen Rest-Sonntag wünscht
Heinz
 
10Parale Am: 30.06.2018 22:22:17 Gelesen: 206964# 642 @  
Lange gesucht habe ich nach dem Stempel M3 FRANCO BOTOSCHENI auf einer dieser schönen 30 Parale Marken, die ja im Markenbild einen Ochsenkopf tragen und irgendwie an die großen Brüder (Michel Nr. 1 - 4), die ersten Ochsenköpfe der Moldau (unerschwinglich), erinnern.

Interessant an den beiden Marken, dass es sich hier um den späteren Plattendruck handelt, in der die Verwendungszeit auf ca. 3 Monate in 1864 beschränkt war.

Liebe Grüße und spannenden Sonntag wünscht

10Parale


 
Michael D Am: 02.07.2018 22:03:35 Gelesen: 206826# 643 @  
Bei der 152. Dr. Derichs Auktion wurde unter Los #1060 eine Nr. 1 mit folgender Beschreibung angeboten:

FÜRSTENTUM MOLDAU: 27 Parale schwarz auf mattrosa, ein extrem groß geschnittenes Exemplar, oben und unten mit 4mm breiten Rändern, links mit 1,5mm und rechts mit über 2mm Rand, schön und kontrastreich gestempelt mit blauem Zweikreisstempel "Berlad Moldova 6/10". Luxus-Qualität. Hervorzuheben ist der tiefschwarze und klare Druck.

Es sind nur fünf Exemplare dieser Marke mit dem Stempel "Berlad" bekannt. Signiert Miro und Roumet sowie Fotoattest Heimbüchler BPP: "Die seltene Marke befindet sich in sehr schönem und perfektem Zustand, nicht repariert. In dieser Qualität ist dies ein sehr begehrenswertes Exemplar der 27 Parale.". Referenz: Abgebildet im Heimbüchler-Handbuch, Band I, Seite 270/3. Provenienz: Köhler, Wiesbaden, Herbstauktion 2008 (Zuschlag dort = 17.500 Euro); aus der Thomas-Höpfner-Sammlung.

Anmerkung: Die erste Ausgabe des Fürstentums Moldau zählte man schon vor über 100 Jahren zu den seltensten Marken Europas und zu den Weltraritäten. In frühen Buch-Editionen, die sich mit der allgemeinen Philatelie befassten, waren diese Marken schon auf den Bildtafeln abgebildet und hatten von jeher einen besonderen Nimbus. Das wird auch von den Auflagezahlen unterstrichen, die von 709 Exemplaren für die 81 Parale über 3.691 Exemplaren für die hier angebotene 27 Parale bis hin zu 4.772 Stück für die 54 Parale reichen. Dazu nennen wir im Vergleich die Auflage des "Sachsen- Dreiers": 500.000 Stück.



Der Zuschlag erfolgte bei 22.000,- Euro.

Gruß
Michael
 
Heinz 7 Am: 02.07.2018 22:49:23 Gelesen: 206801# 644 @  
@ Michael D [#643]

Danke für Deinen Beitrag. Dies ist wirklich ein besonders schönes Exemplar dieser Briefmarke, die äusserst selten ist. Wir haben sie im Thema "die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt" ausführlich besprochen.

(siehe Beiträge 142+148+169+241-245).

Im Buch von Theodor Haas (1905) ist die Rumänien Nr. 1 auf Platz 18 der seltensten Marken der Welt.

Daher erachte ich auch den Zuschlagspreis von Euro 22'000 als nicht zu hoch. Der Käufer hat ein Ausnahmestück erworben!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.07.2018 17:18:24 Gelesen: 204195# 645 @  
@ Heinz 7 [#644]

Anbei kann ich etwas Seltenes zeigen: ein Markenheftchen von Rumänien, ca.75 Jahre alt!



Von hinten sieht das Heftchen aus wie folgt:



Dieses Markenheftchen ist (angeblich) als Michel Nr. 59 katalogisiert (ich kann das im Moment nicht verifizieren). Es umfasst Marken von nur einer Nominalstufe, aber immerhin 40 Marken (aufgeteilt auf 10 MH-Blättchen).



Interessant ist, dass sogar 1 Leu "Rabatt" gewährt wurde, falls man solch ein Markenheftchen kaufte; 40 Marken à 1.50 hätten ja sonst 60 Lei gekostet, der effektive Preis für das Heftchen lautete aber auf nur 59 Lei.

In der Schweiz hingegen wurde meistens ein ZUSCHLAG verlangt, um einen Anteil der Produktionskosten auf den Kunden abzuwälzen.

Solche Rumänien-Heftchen sind heute meines Wissens sehr selten und werden kaum je einmal angeboten. Leider gehört das hier abgebildete Stück aber nicht mir; ich hatte lediglich die Möglichkeit, diese Scans zu speichern. Gerne teile ich meine Freude darüber mit den Lesern.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.07.2018 16:58:38 Gelesen: 201891# 646 @  
@ Michael D [#643]

Diese Michel Nr. 1 hat ihren Preis von 22.000 Euro verdient. Bei solchen Hochkarätern braucht man sich um die Werthaltigkeit keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil, ich bin sowieso überzeugt, dass es eine Welt jenseits der Philatelie gibt, ich möchte sie mal Auktions-Philatelie nennen.

Heute zeige ich eine schöne breitrandige Michel Nr. 10 II Plattendruck auf einem Stückchen Briefpapier. So schön die Marke auch ist, die Abstempelung ist nicht prüfbar und meines Erachtens sogar eine Fälschung. Denkt man sich den Stempel zu Ende, d.h. versucht das geistige Auge, sich den vollrunden Stempel auszumalen, gibt es für diese Zeitperiode wohl kaum eine solche Abstempelung.

Solcherlei Fälschungen dürfen in einer Studiensammlung nicht fehlen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Hermes65 Am: 22.07.2018 18:20:16 Gelesen: 201866# 647 @  
@ 10Parale [#646]

Grandioses Stück, aber leider für den "Normal"-Sammler unerschwinglich. So etwas ist als die Philatielie-Welt transzendierend ein Anlageobjekt.
 
Heinz 7 Am: 22.07.2018 22:21:31 Gelesen: 201799# 648 @  
@ Hermes65 [#647]

Wenn sich Deine Begeisterung auf das Stück in Beitrag [#643] bezieht, verstehe ich Dich und gebe zu, dass sich nur wenige Sammler so schöne klassische Marken leisten können.

Wenn sich Deine Begeisterung aber auf das Stück in Beitrag [#646] bezieht, was ich annehmen muss, denn zu beziehst Dich ja auf den Beitrag von 10 Parale, dann möchte ich Dir gerne widersprechen und Dich wirklich ermuntern, zu versuchen, diese Marke(n) zu kaufen. (Hinweis: aber mit echtem Stempel!). Sie ist nicht extrem selten, und wird immer wieder angeboten, ab und zu auch recht preisgünstig. Unser Sammlerfreund 10 Parale hat schon viel über diese Marke geschrieben in diesem Thema; es ist seine Lieblingsmarke!

Ich zeige Euch heute etwas "zum Zähneklappern".



Auf einen der Vorbesitzer dieses Briefes wird jeder Liebhaber von schönen Briefen echte Wut-Gefühle entwickeln. Was einmal ein seltener 120 Parale-Brief von Jassy nach Galatz war, wurde von dem Unhold gnadenlos zerstört: Die dritte 40-Parale-Marke wurde einfach aus dem Brief weggeschnitten.

Ich habe vor langer Zeit den Rest-Torso gekauft und hoffe immer noch, das fehlende, amputierte Stück wiederzufinden. Es wäre schön, wenn es noch auf der Briefunterlage kleben würde; vielleicht wurde es aber auch weiter mit der Schere bearbeitet und oder vom Briefteil abgelöst. Dann könnte wohl der fehlende Teil nie mehr gefunden werden.

Das ist ohnehin eine Suche "einer Nadel im Heuhaufen". Der rote "FRANCO JASSY" Stempel ist ziemlich undeutlich, und also ist die dritte Marke mit einem Teilstempel trotz der vermutlich breiten Ränder nicht besonders wertvoll und wird in Auktionen wohl kaum als Einzellos angepriesen und fotografiert.

Ich habe schon mehr als ein Dutzend von 40 Parale-Marken mit rotem "FRANCO JASSY" Stempel mir angesehen und geprüft, ob sie der fehlende Teil meines Briefes sein könnten. Ohne Erfolg, leider.

Wenn mir nun ein Philaseiten-Mitglied weiterhelfen kann, das fehlende Stück zu finden, wäre das wunderbar. Der Finder könnte ein schöne Belohnung einstreichen.

Noch eine Beschreibung der Marke/des Briefes:

Der Brief wurde am 27.11.1861* von Jassy versandt und gestempelt mit den Stempeln fig. 279 + fig. 311 (Stempelwerk K. Dragomir). Rückseitig zeigt der Stempel "GALATZ 2/12" (fig. 277), dass der Brief, wie adressiert, nach Galatz gesandt wurde.

Am unten Rand des verbliebenen Paares sieht man, dass rechts anhängend ursprünglich eine dritte Marke war, die leider abgetrennt wurde.

*die Jahresangabe ist eine Vermutung, aufgrund der Notiz auf der Briefvorderseite.

Die Marke ist die Michel 6ay. Ein Vorbesitzer wollte sie bestimmen, nach dem Katalog Stanley Gibbons, und notierte: "9 or 16" (9 oder 16). Beides ist falsch, denn es wäre Stanley Gibbons No. 12 (June 1859, white wove paper, blue). Die Nummern 9 und 16 reservierte Stanley Gibbons für Kehrdruck-Paare, die hier aber ganz sicher nicht vorliegen. Kehrdruckpaare sind bei dieser Ausgabe nur senkrecht möglich, nicht waagrecht.

Also eine weitere Fehlleistung eines Vorbesitzers.

Als vollständiger Brief mit einem Dreierstreifen hätte dieser Brief einen hohen, vierstelligen, Euro-Betrag wert. Im jetzigen Zustand kauft kaum jemand solch einen Brief.

Schöne Grüsse

Heinz
 
Hermes65 Am: 22.07.2018 22:34:36 Gelesen: 201794# 649 @  
Ich sammle Rumänien nur * bis 1920 und **.
 
Heinz 7 Am: 22.07.2018 22:43:14 Gelesen: 201790# 650 @  
@ Heinz 7 [#648]

Aber wenn man nur den Ausschnitt wählt, sieht man ein schönes breitrandiges Paar.



So gesehen gefällt uns das Fragment vermutlich besser als der amputierte Brief.

Heinz
 
Hermes65 Am: 23.07.2018 07:35:56 Gelesen: 201677# 651 @  
Unbestritten, aber wie gesagt, muss man sich, was die Klassik Rumäniens betrifft, einschränken. Was ich damit meine, zeigt sich in der Rubrik "Postämter und Postamts-Geschichten" # 21.
 
JohannesM Am: 23.07.2018 12:53:47 Gelesen: 201625# 652 @  
@ Heinz 7 [#648]

Als vollständiger Brief mit einem Dreierstreifen hätte dieser Brief einen hohen, vierstelligen, Euro-Betrag wert. Im jetzigen Zustand kauft kaum jemand solch einen Brief

Wenn der Papierrest von der 3. Marke stammt, war es wohl eher ein Paar und eine separate Marke, daher dann auch unbestimmt welche Marke überhaupt darauf war, oder?

Beste Grüße
Eckhard
 
Heinz 7 Am: 23.07.2018 20:29:41 Gelesen: 201500# 653 @  
@ JohannesM [#652]

Sehr interessant! Richtig! es könnte auch eine 80 Parale-Marke (Michel Nr. 7) gewesen sein!

Ich bin bisher stets von einem Dreierstreifen ausgegangen, aber, richtig, es muss nicht so gewesen sein! Vielleicht klebte auch ursprünglich nur ein Paar 40-Parale-Marken auf dem Brief und rechts davon befand sich eine weitere Marke - vielleicht eine weitere (lose) 40 Parale Marke, oder eine 80 Parale-Marke.

Ich werde also auch diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Danke für den Hinweis!

@ Hermes65 [#651]

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1601]

Ich verstehe leider nicht, was Du mir sagen willst.

Heinz
 

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