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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 889 Beiträge:
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10Parale Am: 02.10.2018 21:53:16 Gelesen: 168990# 665 @  
@ 10Parale [#664]

Heute zeige ich ein Paar der 30 Parale, bei der die Feldbestimmung sehr schwierig ist, da es 3 Möglichkeiten gibt, wo sich die Marken im Bogen befanden:

Feld 23 Feld 31 rechte Marke linke Marke Typ I Typ I
Feld 12 Feld 20 linke Marke rechte Marke Typ I Typ I
Feld 10 Feld 18 linke Marke rechte Marke Typ I Typ I
 

Die beiden Marken sind Typ I, also mit dem kleinen Punkt oder Spieß am Querstrich des F von Franco. Insofern ist es hier fast unmöglich, eine präzise Feldbestimmung vorzunehmen.

Die Eingrenzung auf 3 mögliche Positionen im Bogen ist jedoch auch schon ein minimaler Erfolg. Nun wäre es natürlich interessant, zu wissen, ob man auf Grund der Papiersorte noch Rückschlüsse auf Druckmuster ziehen kann.

Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 03.10.2018 20:56:55 Gelesen: 168952# 666 @  
@ 10Parale [#662]

Hallo Rumänien Freund,

das bläuliche Papier gibt es

- bei der zweiten Ausgabe (Mi. 5-7). Da kann man die Unterschiede blau/weiss sehr gut feststellen. Es gibt aber weitere Farbnuancen: gelbliches Papier oder gräulich, oder hellbläulich, das ist dann wirklich nicht mehr klar. Ich finde es richtig, wenn man nicht zuviele Unterschiede meint feststellen zu müssen. Wichtig ist die Frage natürlich für die Michel 7, die ungebraucht als bläuliches Papier (7x) sehr selten ist und dementsprechend teuer. Nicht alle 80 Parale auf bläulichem Papier die im Angebot sind werden von Fritz Heimbüchler als wirklich bläulich bestätigt!

- bei der dritten Ausgabe: 30 Parale-Wert, Michel Nr. 10 I w (Handeinzeldruck)

- bei der vierten Ausgabe: 20 Parale-Wert auf lilabläulichem Papier, Michel Nr. 13 z: sehr selten. Auch hier gilt es meines Wissens zu unterscheiden zwischen "weiss", "gräulich" und eben "lilabläulich"

Du hast nach dem Wert 30 Parale gefragt, der Michel 10 I w von 1862. Ich kann Dir solch ein Stück zeigen



Es ist kein ganzer Brief, aber immerhin ein schön grosses Fragment eines Faltbriefes von Tirgovistea nach Bukarest. Der Stempel ist nach Dragomir S 62, fig. 354, sehr schön.

Ich zeige gleichzeitig den Befund von Prüfer Fritz Heimbüchler.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.10.2018 12:46:52 Gelesen: 167264# 667 @  
@ Heinz 7 [#666]

150 Jahre alte Auslandbriefe nach Rumänien sind zum Teil recht selten, je nach Herkunftsland. Viele Sammler sammeln heute "eingehende Post" und versuchen aus den verschiedenen Ländern Post in ihr Sammelgebiet zu finden.

Das Königreich Sachsen existierte von 1806-1918. Es gehörte dem Rheinbund an (1806-1815), dann dem Deutschen Bund (1815-1866), bevor es Bundesstaat des Norddeutschen Bundes wurde (1866-1871) und dann des Deutschen Reiches (1871-1918). Briefe nach Rumänien aus der zweiten Phase (Dt. Bund, bis 1866) sind meines Wissens ziemlich selten.



Dieser schöne Brief aus Leipzig wurde am 6. Juni 1865 versandt. Rückseitig finden wir einen Durchgangsstempel von Temesvar (8/6) und einen Ankunftsstempel von "ALT-CRAJOVA 10/6". Die schöne Frankatur ist sehr schön gestempelt "LEIPZIG DRESD: BAHNH."

Heinz
 
bayern klassisch Am: 11.10.2018 12:54:35 Gelesen: 167262# 668 @  
@ Heinz 7 [#667]

Lieber Heinz,

den hätte ich sogar gerne als Bayernsammler! :-)

Der Komplettheit halber: 3 Silbergroschen für Sachsen bis Ausgangsgrenze Österreichs (Ö. erhielt nichts) und 2 Silbergroschen, wie vorne in blau schön ausgewiesen, für die Rumänen, die Österreich in Form von 10 Neukreuzer Rumänien kreditierte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 11.10.2018 14:48:33 Gelesen: 167242# 669 @  
@ bayern klassisch [#668]

Lieber Ralph,

ja, Arnold Vaatz, Verbandsprüfer, hat bestätigt:

"korrekt frankiert für Einfachgewicht 3 Ngr. Vereinsporto + 2 Ngr. Fremdporto".

Für solche Briefe sollte eine Bestätigung eines Experten vorliegen, dass das alles stimmt und zusammengehört. Der Brief ist "fast zu schön, um wahr zu sein" - ein Attest (als Ergänzung der eigenen Einschätzung) hilft, zu einer gefestigten Meinung zu kommen. Danke Dir aber für Deine Erläuterung.

Heinz
 
10Parale Am: 16.10.2018 21:06:51 Gelesen: 166110# 670 @  
@ Heinz 7 [#666]

Ein phantastischer Brief, der mein Herz öffnet. Diesen Stempel von TIRGOVISTE in dieser prachtvollen Erhaltung auf einer 30 Parale, wow, Respekt!

Den hätte ich natürlich auch gerne.

Bevor ich auf die Marke 10 I w noch einmal zurückkomme, möchte ich heute eine der Schwestern der 30 Parale Marke zeigen, die 6 Parale Michel Nr. 9.

Eigentlich habe ich mich mit dieser Marke noch gar nicht eingehend beschäftigt. Bei einer kürzlich stattgefundenen Auktion fand ich nun eine 6 Parale Marke mit einem Stempelabschlag M3 FRANCO BOTOSCHENI fig. 304 bei K. Dragomir.

Nun wurde diese (hier im Bild rechte) Marke im Plattendruck leider nie verausgabt. Allerdings weist diese Marke auch keine Typenmerkmale de Plattendrucks auf, so dass eine geringe Wahrscheinlich besteht, dass es sich um einen Handeinzeldruck handelt.

Handelt es ich um eine Fälschung? Nun, ich habe Grund zur Annahme. Dennoch würde ich diese Marke gerne den Spezialisten der ARGE Rumänien zur Prüfung vorlegen.

Die linke Marke jedoch scheint mir völlig echt und zeigenswert zu sein. Es handelt sich um einen Handeinzeldruck in karminroter Farbe.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.10.2018 20:11:46 Gelesen: 165813# 671 @  
@ Heinz 7 [#666]

"bläuliches Papier gibt es", schreibst du.

Bei der 30 Parale Marke Handeinzeldruck springt die Bewertung von Michel dann gleich mal von 80,-- auf 350,-- Euro für ungebrauchte und von 75,-- auf 260,-- Euro für gestempelte Exemplare im Vergleich zum gewöhnlichen Papier. Das gestreifte Papier lasse ich mal außer Acht.

Ich zeige hier einmal 3 Marken und hoffe den Lesern und mir selbst etwas Klarheit über das bläuliche Papier geben zu können.

Die mittlere gestempelte Marke soll nun also aus bläulichem Papier bestehen. Im Vergleich zu der rechten Nachbarmarke (fast weißes Papier) und der linken Marke (gelblich-grau und körniges Papier) kann man das Bläuliche hier tatsächlich gut erkennen. Das Papier ist äußerst dünn.

Bei dem Stempel handelt es sich um einen S62-Stempel von RAMNICUL SARAT (fig. 350 bei K.Dragomir). Natürlich nicht einfach auf Echtheit zu prüfen, weil nur drittel-seitig im Markenbild.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.10.2018 23:01:23 Gelesen: 165757# 672 @  
@ 10Parale [#670]

Lieber Sammlerfreund,

ich fürchte, Du hast recht. Die zweite Marke 6 Parale ist meines Erachtens nicht echt. Die zweite Marke der 30-Parale Serie würde ich zur Prüfung vorlegen (z.B. Herrn Gmach).

Ich kann hier auch Michel Nrn. 9 zeigen



Die Marken sind gestempelt mit den schönen M3.FRANCO-Stempeln "ROMAN" und "FOLTICHENII", KiDr fig. 319 und fig. 307. Die zweite Marke ist signiert von Fritz Heimbüchler, die erste stammt aus der grossen Sammlung "Cornelia" (=Sorin Pantis) welche 2007 in Zürich versteigert wurde. Der Preis dafür war hoch, aber das Stück darf meines Erachtens wohl als unübertrefflich bezeichnet werden. Sie hat gestreiftes Papier (Mi. 9Iz), was ohne jede Schwierigkeit erkennbar ist.

Schöne Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 18.10.2018 19:05:02 Gelesen: 165564# 673 @  
@ Heinz 7 [#672]

Das stimmt mich natürlich traurig, dass die Marke, - wohl eine echte Michel Nr. 9 Plattenbuchdruck mit einem Stempel, der da nichts verloren hat -, eine Fälschung darstellt.

Um so mehr, als das ich die Marke von einem Auktionshaus innerhalb eines Lots ersteigert habe.

Natürlich sind auch Fälschungen interessante Lehrobjekte, aber leider nicht mehr. So wird, - ist der finanzielle Rahmen sowieso eng gesteckt -, das begeisterte Sammeln ins Gegenteil, in Frust verkehrt.

So wird Philatelie, - wenn jede Marke geprüft sein will -, zu einem teuren, nicht für jeden zugänglichen Hobby, oder?

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 18.10.2018 22:20:04 Gelesen: 165513# 674 @  
@ 10Parale [#673]

Gute Werte in Lots zu kaufen ist gefährlich. Wenn eine Marke - sagen wir 300 Euro - wert ist, und in einem Lot dann plötzlich für einen Bruchteil davon angeboten wird, dann läuft man vermutlich grosse Gefahr, dass das Stück nicht echt ist.

Ich weiss nicht, was Du für die Marken bezahlt hast, und unter welchen Umständen Du sie gekauft hast. Ich sage auch nicht, ein Stück sei definitiv falsch oder echt - das vermag ich allenfalls, wenn ich die Stücke wirklich sehe. - Einen Teilstempel zu beurteilen, ist immer schwierig.

Was soll ich sagen?

Ich möchte nicht schuld sein, wenn Du gefrustet bist wegen den Briefmarken. Ich gebe mir grosse Mühe, den Sammlern Ratschläge zu geben, dass sie von Schaden verschont bleiben. Dir habe ich empfohlen, z.B. Ganzsachen zu sammeln - die sind praktisch nie gefälscht, und heute in der Regel spottbillig. Leider hast Du meines Wissens nun alle Ganzsachen verkauft, obwohl Du vor einiger Zeit einen guten Einkauf gemacht hast.

Also - Kopf hoch. Es werden immer wieder gute, geprüfte Stücke günstig angeboten. Mit der Zeit kann man sich eine gute Sammlung zusammentragen, wenn man beharrlich daran arbeitet.

Ich wünsche Dir, dass Du keine Fälschungen teuer gekauft hast. Frage Herrn Gmach - er wird Dir sicherlich hilfreich zur Seite stehen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 19.10.2018 21:20:07 Gelesen: 165333# 675 @  
@ Heinz 7 [#674]

Lieber Freund, Berater, Vorbild und Experte,

ich habe für ein Lot von 6 Marken (4 x Michel Nr. 10, 2 x Michel Nr. 9) 120,-- Euro zzgl. Aufpreis, also insgesamt an die 160,-- Euro bezahlt.

Natürlich habe ich spekulativ eingekauft, die Michel Nr. 9 mit dem M3 Stempel von Botosani hat natürlich sofort mein Herz höher schlagen lassen.

Es ist ja so, dass wir alle ein wenig Opfer der digitalen Welt geworden sind, nicht nur deren Profiteure. So habe ich mir die Marken vorab bei philasearch.com sehr gut angeschaut. Sollte die Marke echt sein, - so viel Profi bin ich -, hätte ich wiederum ein Schnäppchen gemacht, ein tolles Schnäppchen.

Aber wahrscheinlich ist es damit wie mit einer Geliebten, die man im Internet kennen lernt, und wenn sie plötzlich unerwartet vor einem steht, bekommt man das Frösteln und Zweifeln an der Naivität, mit der man sich auf das Abenteuer eingelassen hat. Und wenn man das Gefälschte in der eigenen Hand hält, nicht recht weiß, ist es die Marke, ist es der Stempel, die falsch sind. Besteht nicht noch ein Funken Hoffnung, dass die MARKE wider aller Erwarten ein Handeinzeldruck ist?

Von den 6 gekauften Marken im Lot sind 2 zweifelhaft, die übrigen 4 garantiert echt. Mittlerweile habe ich ja auch einige Erfahrung sammeln können.

Deinen Hinweis auf die Ganzsachen nehme ich natürlich gerne und nicht leichten Herzens zur Kenntnis. Aber ich bin überzeugt, dass alles, was dem Handel angeboten wird, auch stets wieder den Handel erreicht. Wer seine Schätze verkauft, übergibt sie lediglich einem anderen Idealisten oder bestenfalls einem begeisterten Sammler, der die Marken studiert und sein Eigentum lieben lernt. Eines Tages wird er die Marken wieder dem Handel preisgeben, so dass eine andere hungernde Seele darauf stürzen kann.

Was will ich damit ausdrücken: Das Wissen ist letztendlich ein höheres Gut als der Besitz, der Besitz letztlich nur eine Leihgabe des Lebens. So scheint es mir mit allem zu sein, sei es eine Briefmarke, die man liebt, oder eine Geliebte, vor der man nicht lassen kann.

Doch zurück zur Realität: ich habe die Marke zu 6 Parale heute noch einmal fleißig studiert und auch bei Val. Tebeica (Die ersten rumänischen Postmarken) nachgelesen. Die 6 Parale Marke im Bogen zu 40 Marken wurde niemals an die Postanstalten ausgegeben (es gibt ein Dokument des Postamtes Botosani, wo darauf hingewiesen wird, dass ein Überbestand von Marken im Handeinzeldruck vorliegt) und ist deshalb gestempelt auch nicht anzutreffen. Deshalb haben wir es hier wohl mit einer Markenfälschung, oder doch mit einer irgendwie gelungenen Handeinzeldruckmarke zu tun, jedoch spricht vieles für die Variante Fälschung.

Let us see it in Bukares 2019.

Die beiden Marken die du in Beitrag [#672] vorstellst, sind natürlich der absolute Hammer!

Liebe Grüße

10Parale

 
10Parale Am: 30.10.2018 20:31:35 Gelesen: 163045# 676 @  
@ 10Parale [#675]

Von der 6 Parale Marke, - von der unverausgabten - , gibt es eine Marke, wo das E von SCRISOREI wie wie ein F aussieht (Plattenfehler).

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 31.10.2018 22:38:27 Gelesen: 162840# 677 @  
Briefe aus Frankreich nach Rumänien aus dem Jahr 1870 werden von vielen Rumänien-Sammlern gesucht und sind werden recht hoch geschätzt. Der hier gezeigte Brief ist nun sogar etwas ganz Spezielles und Seltenes und bringt auch die ganz grossen Sammler ins Schwärmen:



Das Geheimnis der Seltenheit erschliesst sich sofort, wenn wir den Brief betrachten. Wir sehen einen Aufdruck "BALLON MONTé". Dieses Poststück (es ist eine Zeitung "Le Soir") wurde während dem deutsch-französischen Krieg aus dem besetzten Paris mittels Ballonpost befördert! Am 7. Dezember 1870 verliess die Post Paris und nahm seine ungewisse Reise auf.

Er flog nicht bis nach Bukarest, aber - das Wichtigste - er überwand die feindlichen Linien und kam auf dem Festland zu Boden, wurde der normalen Post übergeben. Ein Durchgangstempel "PEST" zeigt den Weg, den der Brief nahm. Dass der Brief Bukarest erreichte, ist sicher, denn wir können einen Ankunftsstempel von Bukarest erkennen! Leider ist das Datum nicht zu entziffern.

Dieser seltene Brief kam 2013 zur Auktion (Mai, David Feldman Genf). Gemäss Losbeschreibung wurde der Brief im Ballon "Le General Renault" transportiert. Ich nehme es, es gibt Aufzeichnungen darüber, wo dieser Ballon im Winter 1870 niederging. Leider habe ich die entsprechende Spezialliteratur heute nicht zur Hand.

Bestimmt aber ist ein Brief per Ballon monté nach Rumänien ausserordentlich selten! Der Schätzpreis war Euro 10'000. Ich habe diesen Brief nicht beboten und kenne den Zuschlag nicht.

Heinz
 
bayern klassisch Am: 01.11.2018 06:32:19 Gelesen: 162787# 678 @  
@ Heinz 7 [#677]

Hallo Heinz,

entweder es weiß hier die liebe Lulu, oder du mailst mir kurz und ich gebe dir die Mail - Adresse eines großen Spezialisten des 1870/71er Krieges weiter, der dir sicher gern und schnell helfen wird.

Was für eine Granate!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 01.11.2018 16:47:39 Gelesen: 162694# 679 @  
@ bayern klassisch [#678]

Danke, lieber Ralph,

da ich das Stück leider nicht selber besitze, muss ich es auch nicht beschreiben. Es ist mir also nicht ganz so wichtig, im Moment, wo der ballon niederging.

Ich vermute aber einmal, dass in dem folgenden Buch die Angaben zu finden sind:

Auszug aus Angebot bei "Philabooks" Burkhard Schneider:



"Lhéritier, Les Ballons Montés, Boules de Moulins Pigeongrammbirkenes Papillons de Metz, 1990, Handbuch der Ballonflüge während der Belagerung von Pair und Metz während dem Deutsch-Französischen-Krieg von 1870-71, 251 S., mit farbigen Abb. & Bewertungen, Kunstleder."

Das Buch ist nicht in meiner "Kern-Bibliothek", aber in einer mir zugänglichen philatelistischen Bibliothek ist das Buch enthalten. Bei Gelegenheit werde ich einmal nachsehen. Vorerst bin ich aber gespannt, ob "die liebe Lulu" oder sonst jemand die Antwort kennt!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
bayern klassisch Am: 01.11.2018 16:53:11 Gelesen: 162691# 680 @  
@ Heinz 7 [#679]

Lieber Heinz,

klasse - das hilft schon weiter.

By the way: Lulu ist ein Spitzenphilatelistin, die weiß unheimlich viel.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
saintex Am: 02.11.2018 00:03:19 Gelesen: 162631# 681 @  
@ Heinz 7 [#679]

Ich weiss zwar nicht so viel wie die liebe Lulu dafür habe ich aber das Handbuch von Gérard Lhéritier in meiner Bibliothek und kann Euch daher sagen, dass der Ballon Le Général Renault am 11.12.1870 gegen 5:30 Uhr nach einer Fahrtzeit von 3 Stunden 15 Minuten und einer Fahrtstrecke von 143 km in einem Wald in der Nähe der Ortschaft Baillolet 7 Kilometer nord-nordwestlich von Neufchatel-en-Bray im Departement Seine-Inférieure landete. Obwohl der Landeort in dem von den Preussen besetzten Gebiet lag, gelang es den Ballonfahrern, die beiden beförderten Postsäcke bei den Postämtern in Fourcamont und Abbeville abzuliefern.

Wolfgang
 
Koban Am: 02.11.2018 02:36:00 Gelesen: 162603# 682 @  
@ Heinz 7 [#677]

Die Destination Rumänien (80 Centimes/Landweg) wird im Spink/Maury (2016) für "normale" Ballonbriefe allgemein mit 35.000 Euro bewertet. Gleiche Bewertungen z.Bsp. für die Ziele Syrien, Mauritius oder Peru. Ein mit dem Ballon Le "Général Renault beförderter Brief(innerh. Frankreichs) wird sonst mit 500 Euro bewertet, "Le Soir" N° 9 mit immerhin 5.500 Euro.

Gruß,
Koban
 
Heinz 7 Am: 04.11.2018 12:14:46 Gelesen: 161099# 683 @  
@ saintex [#681]
@ Koban [#682]

Wunderbar!

Ich staune immer wieder, wie viele Details die Philatelisten wissen! Man muss sich das einmal vor Augen führen: Wir wissen dank dem Forschen der Pioniere, wie lange ein Ballon vor 148 Jahren in der Luft war - unglaublich!

Hunderte, Tausende von Autoren haben - oft nach wissenschaftlichen Grundsätzen - ihre Erkenntnisse dokumentiert - die Philatelie darf für sich in Anspruch nehmen, sehr viel Wissen geschaffen/erschlossen/konserviert zu haben!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.11.2018 22:24:03 Gelesen: 159761# 684 @  
@ 10Parale [#676]

Rumänien verausgabte Zwangzuschlagsmarken. Zu den Ajutor-Ausgaben schreibt Michel:

Die Ajutormarken stellen eine Kriegssteuer dar. Alle Briefe (ausser den Ortsbriefen) mussten mit einer TIMBRU-DE-AJUTOR-Marke zu 5 Bani neben der vorschriftsgemässen Frankierung versehen sein. (...)

1916, also während dem 1. Weltkrieg, wurde die anbei gezeigte Marke herausgegeben. Das Motiv zeigt die Königin am Webstuhl.



Das war zu dieser Zeit ein Motiv unter vielen, als die Königin als Wohltäterin oder fleissige, vorbildliche Frau gezeigt wurde (siehe auch Wohlfahrts-Marken von 1906).

Die erste Marke "Königin am Webstuhl" zu 5 Bani Marke ist schwarz (Nr. 3). Doch 1918 gab es eine Farbänderung (Nr. 7) zu grün.

Heinz
 
bignell Am: 08.11.2018 23:05:21 Gelesen: 159749# 685 @  
@ Heinz 7 [#684]

Hallo Heinz,

die schwarze kann ich zeigen:



19.6.1917 von Tecuci über Ilfov, Bukarest ans Rote Kreuz in Genf, kyrillischer Zensurstempel

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 08.11.2018 23:05:50 Gelesen: 159748# 686 @  
@ Heinz 7 [#684]

Die anbei gezeigte Marke mit Karl mit Aufdruck TIMBRU DE AJUTOR suchen wir im Katalog Michel vergeblich. Der CMPR '74 Katalog aber listet diese Marke als TA 10.



Im Michel lesen wir:

Die höheren Werte sind rein fiskalische Marken und kommen nur mit Gefälligkeitsstempel vor. Gemeint sind Marken mit einer Nominale von über 10 Bani.

Der hier gezeigte Wert hat eine Nominale von ganzen 5 Lei und wurde 1915 herausgegeben, mit einer eigenen Zeichnung und im Grossformat.

Die in Beitrag [#684] gezeigte Zwangszuschlagmarke 5 Bani grün hat im CMPR'74 übrigens die Nummer TA. 25. Beide Marken sind tief bewertet.

Gute Nacht!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.11.2018 20:01:40 Gelesen: 157367# 687 @  
Liebe Leser,

es kann sehr informativ sein, einmal die Auktionen wieder durchzusehen, die vor ein paar Jahren stattfanden.

Aus gegebenem Anlass habe ich mir die Auktion Harmers London, 25.7.2006, wieder vorgeknöpft: sale 4756: "The "Roberto Sciaky" collection of Rumania". Auch meine eigenen Gebote habe ich nochmals studiert und geprüft, wie ich heute wohl entscheiden würde.

Soviel vorweg: 2006 habe ich viele Gebote auf dieses Angebot abgegeben. Die Sammlung umfasste 192 Lose, von denen mich einige interessierten. Ich habe rund zwei Dutzend Gebote abgegeben und war dann etwas frustriert, dass ich nur ein Los zugeschlagen erhielt.

Auf folgendes Los habe ich auch ein Gebot abgegeben:

Los 674, 50 Bani-Marke, Michel Nr. 31 auf Brief von Bukarest nach Genua. Der Ausruf lag bei nur GB£ 1'000. + GBP galt damals = CHF 2.304 oder Euro 1.461 (Info gemäss Ergebnisliste).

Die Marke ist auf Brief unglaublich selten!



Nun - ich mach es kurz: Als ich die Ergebnisliste betrachtete wunderte ich mich, dass Los 674 als unverkauft gemeldet wurde (obwohl ja mein Gebot vorlag). Die Erklärung folgte später, als ich bei Harmers anfragte:

Der Brief ist verfälscht! Der Stempel wurde als falsch erkannt und das Auktionshaus nahm das Los zurück. - Die Atteste von 1973 und 1987 hatten sich nicht zu dem Stempel geäussert! Man muss also darauf achten, dass der Prüfer, der ein Attest ausstellt, alle Aspekte beurteilen kann, nicht nur die Marke, sondern auch die Stempel/die postalische Verwendung!

Heinz
 
10Parale Am: 22.11.2018 18:56:08 Gelesen: 156268# 688 @  
@ Heinz 7 [#687]

"Der Stempel wurde als falsch erkannt und das Auktionshaus nahm das Los zurück."

Bei dem Stempel handelt es sich wohl um den Stempel H (stampile mica cu ornament "Stea", also mit Sternen-Ornament). Davon gibt es 2 verschiedene Stempel (Kiriac Dragomir fig. 488 oder 489 je nach Durchmesser). Als Verwendungszeit ist der Zeitraum zwischen dem 13. Februar 1870 und dem 2. März 1883 (Craiova) genannt.

Auf den ersten Blick kann ich nun wahrlich nichts Falsches an dem Stempel deuten. Ich lese als Datum dem 11. MAR. oder 11. MAI 1872.

Auch der P.D. Stempel im Rahmen (C5) für den internationalen Postverkehr gedacht dürfte auf dem Brief nach Genua nicht fehl am Platze sein.

Interessant, dass 2 Atteste nun einer neuen Prüfung des Stempels nicht Stand halten konnten. Gerne würde ich erfahren, welcher Grund für die Falschheit des Stempels angegeben wird.

Ich zeige in Anlehnung an Beitrag [#671] heute eine Michel Nr. 10 II, also Plattenbuchdruck, auf bläulichem Papier. Auch hier hilft nur der geübte Blick. Was mich wundert, ist, dass der Michel online Katalog hierzu keine Preisangaben macht. Diese Marke ist heutzutage schon in gutem Zustand für um die 30,-- Euro zu haben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.11.2018 22:08:39 Gelesen: 155414# 689 @  
Heute war einmal mehr eine Auktion, an der es hektisch zuging. Bei Corinphila in Zürich wurden 127 Lose angeboten zum Thema Rumänien (Lose 1237-1363) und 125 Lose wurden verkauft. Nur zwei kleine Lose blieben unverkauft.

15 Lose wurden zum Ausruf verkauft und weitere 34 Lose stiegen auf 107 bis 200 % des Ausrufpreises.

Ja, und was ist mit dem Rest?

Ja, richtig: 76 Lose wurden zugeschlagen über 200% des Startpreises; also 60 % der Lose! Dreifacher, fünffacher, ja zehnfacher Preis kamen vor, nicht einmal, sondern mehrfach.

Einige Lose waren sicherlich sehr tief geschätzt worden. Aber Schnäppchenjäger hatten es sehr schwer. Nur sehr wenige Lose gingen wirklich günstig weg.

Den "Vogel abgeschossen" hat Los 1293.



Dreimal 80 Parale auf kleinem Fragment, mit dem sehr schönen, raren Stempel "FRANCO KAHUL". Dieses Los war mit CHF 250 natürlich viel zu tief geschätzt. Der Zuschagpreis von CHF 9'500 ist dann aber extrem, das 38-fache des Schätzpreises.

Mich haben 12 Lose besonders interessiert. Sie wurden mir aber alle zu teuer. Mir zeigen solche Resultate aber, dass ich nicht so falsch liegen kann.

Heinz
 

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