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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 885 Beiträge:
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10Parale Am: 16.06.2013 14:28:08 Gelesen: 392899# 61 @  
@ Heinz 7 [#60]

Schade, dass der Postbeamte diesen Fehler gemacht hat, ich hätte zu gerne den Antwortteil gesehen, zumal aus philatelistischer Sicht. Die englische Post hätte doch bestimmt auch ein Scherflein verlangt, gibt es Beispiele für solche Antwortkarten ? Aber was mich fasziniert, ist die komplette Geschichte als eine Erklärung, wie etwas wirklich passiert ist: Philatelie als spannender Roman.

@ Heinz 7 (#56)

Die Michel Nr. 18 als gezähnte Ausgabe, da kann man bei der 6. Ausgabe nur in Spekulation verfallen. Wir wissen, dass es von den geschnittenen Marken recht breitrandige Stücke gab, also ich erkläre mir das dadurch, dass eine ehemals breitrandige geschnittene Marke händisch gezähnt wurde, die Zähnchen sprechen dafür - evtl. aber auch private Zähnung.

Beigefügt noch drei Postkarten aus meinem Fundus:

1. Auslandsverwendung einer CARTA POSTALA von Ploesti nach Anvers (Belgien) - vom 09. September 1887- mit Zusatzfrankatur.

2. Postkarte (Auslandsverwendung 10 Bani) von Focsani (K2 vom 17. AUG.86) nach Berlin. Unten links ein interessanter Ausgabestempel des Berliner Postamtes C45, welches im Bereich der Niederwallstrasse lag. Hier vielen Dank an das philaseiten Mitglied "Dieter", der mir bei der Erkennung des Stempels sehr geholfen hat.

3. Eine aufklappbare Postkarte (CARTA POSTALA INCHISA), die nur innerhalb des Stadtgebietes zur Verwendung kam, hier in Bukarest (Valabila numai in raionul oraselor). Rückseitiger Stempel K2 BUCURESTI CURSA III von 1. September 1894.

So, jetzt verreise ich für eine Woche und bin dann wieder für´s Forum zu haben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 16.06.2013 20:58:51 Gelesen: 392865# 62 @  
Hallo Rumänienfreunde,

ich freue mich über dieses Thema, wenngleich ich feststelle, hier nur ein kleines Lichtlein zu sein. Mit Belegen kann ich leider nicht dienen. Ich will heute erst mal die Marken der 9. Ausgabe vervollständigen. Ich danke für jede Aussage und bin mit großer Interesse dabei.



rotbraun auf hellchromgelb



gelborange (a) -dunkelorange (b) auf hellchromgelb



rosa auf hellrosa

Der Anstrich der linken 5 ist verkürzt. Vergleiche sind gefragt.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 18.06.2013 23:28:29 Gelesen: 392764# 63 @  
@ Pepe [#62]

Hallo Pepe,

ich finde es wichtig, dass sich möglichst viel Interessierte beteiligen und ihre Beiträge einbringen. Natürlich weiss man zu Beginn wenig(er) als die erfahrenen Sammler, aber der Austausch kann doch beiden Parteien etwas bringen. Fortgeschrittene Sammler hoffen andererseits, dass sie die Fragenden nicht "erschlagen" oder mutlos (oder neidisch) machen, wenn sie z.B. immer gute/schöne Stücke vorweisen können oder zu "allem" eine feste Meinung haben. Ich finde, der Austausch mit anderen kann auch dem fortgeschrittenen Sammler viel Freude machen. Ich hoffe, es bleibt so!

Die vier hier gezeigten Marken (Mi 40-42) sind schöne Stücke mit guten Zähnungen. Dass Marken dieser Ausgabe völlig perfekt sind, ist äusserst selten und bedingt Liebhaberpreise. Die 25 Bani-Marken zeigen schön die markanten Farbunterschiede, von denen Michel nur sehr wenige auflistet. Der Rumänien-Spezialkatalog CMPR ist da viel genauer, wobei er (wie andere auch) besonders detailliert ist bei der "Klassik": 1.-8. Ausgabe (1858-1872 / Vollbart). Die 9. Ausgabe (1872 / Perlenkreis) zählt der CMPR bereits zur "Postklassik" (1872-1900; Kapitel 2 im Buch, Seiten 132-162). Hier wird auf viele Farbunterschiede etc. auch nicht mehr eingetreten, obwohl sie z.T. sehr markant sein können.

Der verkürzte Anstrich bei der 5 von 50 ist übrigens im CMPR registriert (Seite 135), mit Abbildung (fig. 238), aber meines Wissens nicht besonders bewertet. Hübsch ist diese Auffälligkeit aber auf jeden Fall!

Gruss Heinz
 
DL8AAM Am: 20.06.2013 20:23:28 Gelesen: 392698# 64 @  
Nur zur Info, gerade gefunden:

Das Buch "Timbres de Moldavie et de Roumanie" von 'Le Docteur Magnus' aus dem Jahr 1869 ist frei in Internet online lesbar bzw. steht auch als Download zur Verfügung:

http://archive.org/details/timbresdemoldavi00legr bzw. als Direktlink zum PDF-File http://archive.org/download/timbresdemoldavi00legr/timbresdemoldavi00legr.pdf



Gruß
Thomas
 
Heinz 7 Am: 20.06.2013 22:42:42 Gelesen: 392672# 65 @  
@ DL8AAM [#64]

Hallo Thomas,

ich habe wohl 50 Bücher zum Sammelgebiet Rumänien, aber dieses sehr frühe Werk habe ich nicht. Es ist kaum zu kaufen, es ist ja auch eine bibliophile Rarität, über 140 Jahre alt! Eigentlich sollte man solche Sachen ja nicht einfach kopieren (finde ich), aber mit dieser Ansicht stehe ich (altmodisch) ziemlich allein da. Natürlich werde ich dieses Werk auch gerne studieren. Ich sah es schon in der Bibliothek der Royal Philatelic Society London.

Wenn es dieses Buch zu kaufen gibt, ("echt"), dann bin ich dabei!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
DL8AAM Am: 20.06.2013 23:16:04 Gelesen: 392667# 66 @  
@ Heinz 7 [#65]

Hallo Heinz,

Es ist kaum zu kaufen, ...

Gerade dann ist es doch "gut" und auch wichtig, dass das Buch bzw. die Informationen darin trotzdem allen Interessierten (in Kopie) zugänglich gemacht werden. Es kann oder sollte ja nicht sein, dass die wenigen noch verbliebenen Exemplare in nur einer handvoll ausgewählter öffentlicher oder sogar privater Bibliotheken steht. Auch in der Antike bis ins Mittelalter wurden Bücher 'nur' abgeschrieben, sprich kopiert. D.h. kopieren ist das zurück zu den Wurzeln des "Büchertums", die eigentliche 'altmodische' Art.

Die Jungs vom amerikanischen archive.org haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen weiteren Stein des Gebäudes "Alles Wissen der Welt" jeden frei zur Verfügung zu stellen (und so auch zu sichern), dabei scannen die abertausende von Büchern und stellen sie dann frei ins Netz. Dafür bekommen die Zugang zu vielen großen renomierten Bibliotheken und Sammlungen. Das Rumänienbuch stammt übrigens aus der Library des halbstaatlichen Smithsonian [1], nach eigener Aussage das größte Museums- und Forschungsnetzwerk der Welt, mit Sitz in Washington D.C.

Kann man nur hoffen, dass die bald die gesamte philatelische Literatur 'durch' haben und so der breiten Masse "für immer" zugänglich werden. Im Prinzip geht es bei den Büchern ja mehr um den Inhalt und weniger um die Verpackung - es sei denn man ist ein bibliophiler Büchersammler. ;-)

Beste Grüße
Thgmas

Gruß
Thomas

[1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Smithsonian_Institution
 
Heinz 7 Am: 20.06.2013 23:40:20 Gelesen: 392663# 67 @  
@ DL8AAM [#66]

Hallo Thomas,

ich kann deine Argumente alle nachvollziehen und auch verstehen. Andererseits finde ich, dass man Wissen (oder auch Kunst / Musik) nicht einfach gratis kopieren sollte. Wenn man früher ein Buch oder eine Schallplatte gekauft hat, hat man damit die Arbeit des Urhebers honoriert. Heute gibt es Wissen zum Nulltarif. Gut für die Nutzer, schlecht für die Produzenten.

Und die Museen/Bibliotheken waren Stätten der Bildung, ein Hort des Wissens. Ohne Geld und Nachfrage/Bezahlung werden sie untergehen. - Das ist die Kehrseite des Kopieren ohne Bezahlen.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.06.2013 23:58:19 Gelesen: 392494# 68 @  
@ DL8AAM [#64]

Lieber Thomas,

ich habe das Büchlein studiert, das du uns vorgestellt hast; es ist hochinteressant! - Es zeigt aber auch, wie schwierig das Briefmarkensammeln vor 140 Jahren noch war! Das Büchlein umfasst 61 Text-Seiten (p. 5-65), davon sind nicht weniger als 21 Seiten (p. 15-35) reserviert zur Besprechung der 54, der 81 und der 108 Parale-Marke (Michel Nrn. 2-4) in - ACHTUNG! - JE FÜNF TYPEN!

Heute weiss man, dass jeder Wert nur mit einem einzigen Urstempel gedruckt wurde (Handeinzeldruck). Die übrigen 4 "Typen" (wie der Autor sie nannte) waren also FÄLSCHUNGEN - Unglaublich! Aber auch logisch - die Marken waren bereits beliebt und nachgefragt, aber noch kaum bekannt (meist nur vom Hörensagen). Dies lud offenbar gleich mehrere Fälscher ein, solche Nachahmungen herzustellen und sie den Händlern und Sammlern anzubieten. Sie fanden offenbar genügend Käufer für ihre Schwindelprodukte!

Ich habe in der Zeitschrift "Le Timbre-Poste" von Moens von 1867 nachgesehen, worin dieselbe Arbeit bereits abgedruckt wurde (das gescannte Büchlein ist eine Zweitauflage, von 1869). Und - auch hochinteressant: 1867 kannte der Autor die 27 Parale-Marke (= Michel Nr. 1) noch nicht! Diese wird dann im Büchlein auf Seiten 36-38 ausführlich beschrieben als einzig bekanntes Stück "type unique".

Heimbüchler schreibt in seinem ersten Handbuch treffend (Seite 61): "Aus den Veröffentlichungen von Legrand und J.-B.Moens ist erkennbar, dass sie in anfänglicher Unkenntnis zunächst Fälschungen aus Rumänien oder anderen Quellen erwarben und danach erst lernten, echt und falsch zu unterscheiden." - Und Moens war nicht irgend ein unerfahrener Händler, sondern ein Pionier und ein Wegbereiter der philatelistischen Forschung.

Hübsch an dem Büchlein ist, dass auch Ganzsachen und Essays beschrieben sind.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.06.2013 00:26:56 Gelesen: 392490# 69 @  
@ Pepe [#25]

Hallo Pepe,

ich denke, du wartest immer noch auf eine Antwort auf deine Frage. - Die Marke No. 20 von 1868 (hell) wurde gestempelt mit "JASSY SERA" der Stempelgruppe T 69 (nach Dragomir), die dunkle Marke mit "BUCURE(SCI)" der Gruppe T 67. Die Nrn. 24 + 25 (Marken von 1869) wurden dann gestempelt mit den kleinen Einkreisstempeln der Gruppe H von 1870 ("ROMAN" und "FOCSANI").

Das sind alles Stempel, die zeitlich zu den Marken passen, alle sauber. Die Stempel sind aber "gewöhnlich" im Sinne von "nichts Besonderes". Die Marken sind alle vollrandig und zusammen mit den sauberen Stempeln also gute Sammelstücke (so sehen sie jedenfalls aus).

Den Stempel auf der Nr. 25 dunkel konnte ich nicht identifizieren.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 05.07.2013 22:04:40 Gelesen: 392334# 70 @  
@ Heinz 7 [#69]
@ pepe

Hier noch schöne Pendants zu obigen Briefmarken und Stempeln von PEPE:

Michel Nr. 18a/23a auf kleinem Briefstück mit Stempel JASSY SERA 23/8 - Gruppe T69 nach Dragomir.

Michel Nr. 26a geprüft Heimbüchler mit Einkreisstempel (klein) BUCURESCI 11 Jul. 71 (diese Marke ist bald 142 Jahre alt.

Michel Nr. 27 mit kleinem Einkreisstempel FOCSANI 18 SEP. 71. (verdrehte Zahl 18)

Michel Nr. 26 großer Einkreisstempel GALATI vom 15/4.

Liebe Grüße aus Südbaden

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.07.2013 01:15:05 Gelesen: 392293# 71 @  
@ 10Parale [#70]

Hallo 10 Parale!

Du zeigst uns eine schöne Mischfrankatur 6./7. Ausgabe. Hintergrund dazu: Am 1.1.1868 gab es eine Währungsreform. Der Posttarif blieb unverändert, aber die Briefgebühren wurden neu festgelegt: 5 Parale = 4 Bani, 20 Parale = 18 Bani. Am 1. Februar 1868 gab es dazu die neue Markenserie (Mi 17, 19 + 20; 2 Bani orange, 4 Bani blau, 18 Bani rot). Die Marken wurden bis zum 12.10.1872 verwendet. Anbei lege ich Euch einen Brief von 1870 vor.



14 Monate später, am 1. April 1869 kam eine neue Serie "Carol I. mit Backenbart" zur Ausgabe, nun 5 Werte, weil erstmals auch Marken für Auslandsbriefe herausgegeben wurden (die österreichischen Postämter beendeten per 31. März 1869 ihre Postdienste). Als Michel Nr. 23 kam dabei eine 15 Bani-Marke zur Ausgabe. Sie war vorgesehen für Briefe in eine Nahbereichszone innerhalb einiger österreichisch-ungarischer Gebiete.



Auch diese Markenausgabe hatte eine Gültigkeitsduaer bis 12.10.1872.

Die 18 Bani-Tarifstufe hatte aber noch nicht ausgedient. Es wurde 1870 nun ein Ergänzungswert zu 3 Bani produziert (= Mi. Nr. 18), der, kombiniert mit Nr. 23, auch wieder die 18 Bani-Tarifstufe ergab. So ergab sich eine Mischfrankatur 6./7. Ausgabe.



Dieser Brief von 1870 gefällt mir besonders. Diese Kombination Mi. 23+18 (15+3=18 Bani) findet man gelegentlich, denn die Briefgebühr für Inlandbriefe betrug bis zum 15. Oktober 1870 18 Bani je 15 Gramm. Wer keine 18 Bani-Marke von 1868 mehr hatte, konnte sich mit dieser Kombination behelfen.

Heinz
 
10Parale Am: 08.07.2013 20:24:23 Gelesen: 392206# 72 @  
@ Heinz 7 [#71]

Das sind ja sehenswerte Stücke, der Inlandsbrief von 1870 würde ich als gelegentliche "Rarität" bezeichnen, denn die 3 Bani Marke wurde ja im Mai 1870 von der rumänischen Post für "Drucksachen" herausgegeben, konnte aber wie oben gezeigt auch variiert werden.

Es gab also nicht nur am 1.1.1868 eine Währungsreform (Umstellung auf das Dezimalsystem und Einführung des Lei, 1 LEU = 100 Bani, Mehrzahl Lei), sondern auch etwas später mit der Übernahme des Postverkehrs mit dem Ausland durch die rumänische Post (ausländische Postanstalten beendeten Ihre Tätigkeit in Rumänien am 31.3.1869) zu einer Änderung des Posttarifs.

Es gab also im gesamten Geflecht etliche Werte zu 5, 10 und 15 Bani, die für die Frankatur von Briefen im Inland und ins benachbarte Ausland von Bedeutung waren. Solche Ganzsachen mit dem Markenbild von Fürst Karl mit Voll- bzw. Backenbart sind gesuchte Sammlerstücke in der klassischen rumänischen Philatelie.

Der Kastenstempel oben rechts scheint mir auch ein interessantes Objekt zu sein, etwa kyrillische Schrift?

Der schöne Brief von Craiova nach Bucuresti entstammt einer Korrespondenz an den Namen Theologu. Es gibt auch Briefe mit diesem Namen als Absender, es gibt auch Ochsenköpfe, die diese Korrespondenz zieren. Sicherlich auch ein sammelwertes Thema der klassischen rumänischen Philatelie.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 10.07.2013 23:52:38 Gelesen: 392150# 73 @  
@ 10Parale [#72]

Lieber Kollege,

danke für Dein Interesse. Nein, der Stempel rechts oben ist der Stempel fig. 1597 (Dragomir), Seite 281: "DUPA PLECARE", also "nach Abgang der Post".

Ja, die Portoanpassungen waren markant zu dieser Zeit. Fassen wir zusammen: (gemäss Ing. Calin Marinescu: "Evolutia Tarifelor postale si a taxelor pentru obiectele de corespondenta in Romania 1852-1992" (Bukarest 1993)):

Moldau:
Brief 1852: 40 Parale ("scrisoara simpla")
1.5.1858: 27 oder 54 Parale, je nach Entfernung, für Briefe bis 2.5 Dramuri = nur 8 Gramm Gewicht
1.11.1858: 40 Parale für Briefe bis 2.5 Dramuri = nur 8 Gramm Gewicht

Vereinigte Fürstentümer/Rumänien:
1.5.1862: 30 Parale ("scrisori alte localitati") (= Inlandbrief, aber nicht Ortsbrief)
1./13.1.1865: 20 Parale
1./13.1.1868: 18 Bani (Währungsumstellung; 20 Par.= 18 Bani (gleichwertig))
3./15.10.1870: 10 Bani
10./22.8.1876: 15 Bani (bis 1914 gültig!)

Man sieht also, der Postdienst wurde die ersten Jahr massiv billiger! Er erhöhte sich dann wieder (zum Teil) und blieb dann über fast 40 Jahre konstant.

Die Markenausgaben bilden diese Portoentwicklungen mehr oder weniger 1:1 ab, was ja auch logisch ist.

Liebe Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 12.07.2013 21:17:07 Gelesen: 392095# 74 @  
@ Heinz 7 [#73]

Die Nachfrage bestimmte also den Preis, oder? Diese Informationen sind gehaltvoll, vielen Dank.

Nach dieser Exkursion in die Vergangenheit denke ich ist es an der Zeit auch mal in die Gegenwart zu blicken. Ich habe hier einen Einschreibebrief ins Ausland vom 07.01.2013 eingescannt mit einer schönen Misch- bzw. Mehrfachfrankatur, freigemacht mit 9,30 Lei (etwa 2,10 €uro), 3-er Streifen Michel Nr. 6601, Nicolaie Grigurescu, rumänischer Maler und Michel Nr. 6651, 150 Jahre rumänische Post.

Hier wird an die Anfänge der rumänischen Philatelie erinnert, die Michel Nr. 8 - 10 sind auf der Marke abgebildet. Abgeschlagen wurde der Brief in Brasov, rückseitig findet man sogar noch ein Einschreibe-Label der Deutschen Post.

Obwohl die 2. Marke links oben beschädigt ist, ist der gesamte Brief in meinen Augen ein schönes Sammlerstück. Der Wert ist ideell, der Brief informiert über Geschichte und Kultur. Grigorescu hat wunderschöne Landschaftsbilder gemalt und bei einer Ausstellung in Sibiu habe ich Originale gesehen, die mir sehr gefallen haben. Solche Briefmarken wie die Michel Nr. 6651 zeugen davon, das Rumänien stolz ist auf sein Geschichte. Dies ist wichtig für ein Land und wichtig im Zusammenhang mit dem gesamteuropäischen Gedanken, der sich nicht allein auf monetäre Gemeinsamkeiten beschränken sollte.

Nun gut, so weit ein kleiner Ausflug.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 15.07.2013 22:11:04 Gelesen: 392025# 75 @  
@ Heinz 7 [#69]
@ 10Parale [#70]

Nach kleiner Pause (Gartenpflichten und Gartenfreuden) möchte ich Euch danken für die interessanten Artikel. Habe heute mal wieder einen Philarekord entdeckt. Eine nur drei hundertstel Millimeter dünne Rumänienmarke! Der Joker meiner kleinen Sammlung. Müsst Euch noch gedulden. Nun fallen zwar die Katalogwerte, trotzdem möchte ich die alten Stücke zeigen. Vielleicht erkennen die "Kenner" irgend etwas Interessantes.



olivgrün



grauoliv



olivgelb, olivbraun auf gelblich



blau (a)-ultramarin (c) auf gelblich



rotbraun (a)-braun (b) auf gelblich



ziegelrot auf gelblich, leider zweite Wahl, unten repariert

Nette Sommergrüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 17.07.2013 19:27:46 Gelesen: 391975# 76 @  
@ Pepe [#75]

Lieber Pepe,

Du zeigst uns einige schöne Farben zur 9. Ausgabe "Fürst Karl I. im Perlenkreis". Die Kataloge zeigen uns, dass diese 9. Ausgabe unterschieden werden kann nach "Feiner Pariser Buchdruck" (Mi 36-42) von 1872 und nach "Mangelhafter Bukarester Buchdruck von Pariser Platten" (Mi. 43-47) (Jahre 1876-1879). Schliesslich gab es dann noch den "Bukarester Buchdruck" (1879) Mi. 48-54 in meist geänderten Farben (10 Bani nun hellrosa statt blau, usw.). Es ist auch für den geübten Sammler nicht einfach, von blossem Auge eine Zuteilung zu machen; es ist nicht immer so klar wie bei Deiner Nr. 39 (Beitrag 41) und Deiner Nr. 45 (Beitrag 75). Bei Deiner Nr. 39 stimmt aber auch das Verwendungsdatum (1872) und darum ist die Zuteilung zu "Feiner Pariser Buchdruck" hier klar.

Alle diese Marken der 9. Ausgabe haben zum Teil seltene Zähnungen, worüber z.B. der CMPR Auskunft gibt. Aber auch der Europa Katalog vom "Zumstein" macht eine Katalogisierung der Nummern 43-56 nach den vier Haupt-Zähnungen (z.B. im Katalog von 1992)! Das Haus Zumstein gab über 80 Jahre lang sehr wichtige Kataloge heraus, die weltweit einen sehr guten Ruf hatten.



Leider mussten die "Europa"-Kataloge in den Neunziger-Jahren aufgegeben werden; es gibt von Zumstein nur noch die Schweiz-Kataloge. Antiquarisch findet man Zumstein-Europa-Kataloge aber noch.

Die Zähnung Deiner Marken 43 bis 47 ist leider sehr oft mangelhaft. Darum lohnt es sich, gut gezähnte Marken zu suchen und zu kaufen, wenn man sie findet; sie sind relativ rar.

Grüsse Heinz
 
10Parale Am: 17.07.2013 22:16:49 Gelesen: 391956# 77 @  
@ Heinz 7 [#76]

Du scheint mir hier der bestbewanderte Rumänien-Sammler zu sein. Auch ich habe da mal eine Frage, vielleicht weißt Du eine Antwort darauf:

Auf dem abgebildeten Brief von Jassy vom 02.12.1858 nach Paris an die Gebrüder Rothschild (der Brief lief über Lemberg) und rückwärtiger Ankunftsstempel Paris (60) vom 11. Dezember 1858 ist ein blaues A. beigesetzt.

Was hat dieses A. zu bedeuten, habe es noch nirgends beobachtet?

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 17.07.2013 22:30:13 Gelesen: 391951# 78 @  
Hallo 10Parale,

erinnert mich an A.1/A.2/A.3-Stempel wie sie in alter österreichischer Post nach z.B. Italien vorkommen: 1./2./3. Rayon autrichienne.

Schau mal auf ebay: eBay 161053957602 - selbe Firma, Brief nach Paris.



Lg, harald
 
10Parale Am: 18.07.2013 20:02:26 Gelesen: 391910# 79 @  
@ bignell [#78]

Ja, danke, der Brief scheint aus der selbigen Korrespondenz zu stammen, aber ich sehe kein blaues A.

Sorry.

Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 20.07.2013 00:00:56 Gelesen: 391865# 80 @  
@ 10Parale [#77]

Danke "für die Blumen". Ich kenne den Stempel A. tatsächlich, aber ganz genaue Auskunft darüber kann ich Dir im Moment nicht geben. Ich will aber "am Ball bleiben" bzw. mich schlau machen und hoffe, dass ich schon bald die korrekten Angaben machen kann.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Pepe Am: 11.10.2013 20:39:15 Gelesen: 390649# 81 @  
Heute beginne ich mal die 11. Ausgabe zu eröffnen. Dies geschieht nun in höherer Auflösung. Ich denke man tut es den alten Klassikern recht, denn wo sonst sieht man sie in dieser Größe. Lupe erübrigt sich. Wie schon bei den Luxemburgern gesagt; im modernen 'vierzig Zoller' wird so eine Marke 40 cm breit und 50 cm hoch in lupenreiner Qualität abgebildet. Die Größe schafft dann schon Eindruck. Die Australia haben in den Postagenturen die Neuerscheinungen stets per Poster, mindestens 50 x 60 cm, angekündigt. Dem Interessierten fallen diese großen Markenbilder sofort ins Auge.

Die erste heute gezeigte trägt das Stempeldatum 25. März 1883. 130 Jahre.



Rumänien, Ausgabe 1879, Katalognr: 48, schwarz auf gelblich, gez. 11,5

Nette Grüße
Pepe
 
buzones Am: 11.10.2013 23:20:33 Gelesen: 390626# 82 @  
@ 10Parale [#77]

Der gezeigte Stempel „A.” ist im Ergänzungsband von James van der Lindens Catalogue des marques de passage von 1998 in schwarzer Stempelfarbe für das Jahr 1864 gelistet. Dort wird er als Stempel für Post von der Türkei ins Ausland, verwendet in Kustendje (= Constanza; rum. Constanța), Czernavoda und Galatz, bezeichnet – was wohl dem damaligen Kenntnisstand entsprach.

Da er auf dem Brief aus Jassy von 1858 (in blau) abgeschlagen ist und der französische Bahnpoststempel AUTRICHE 2 ERQUELINES 2 auf den Postweg über/aus Österreich hinweist, vermute ich stark, dass das A. für Österreich (also Austria bzw frz. Autriche) steht. Wo der Stempel geführt wurde, bleibt zunächst unklar. Vielleicht hat Heinz 7 mittlerweile neue Erkenntnisse?
 
Pepe Am: 17.10.2013 22:18:04 Gelesen: 390406# 83 @  
Hallo Rumänienfreunde



Rumänien, 1879, Mi Nr. 49, mattolivgrün auf bläulich, gezähnt 11,5



Rumänien, 1879, Mi Nr. 50, grün auf grünlich, gezähnt 11,5



Rumänien, 1879, Mi Nr. 50, grün auf grünlich, und russischgrün auf grünlich, gez. 11,5

Bei diesen Marken hat man den Abstand der nebeneinander liegenden Marken zu gering gewählt. Folglich wird es nur sehr wenige mit nicht angezähnten Rändern geben. Die 49 ist sehr unscharf gedruckt.

Würde mich mal über Vergleichsstücke freuen. Und natürlich auch über Fachkommentare.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 19.10.2013 22:45:56 Gelesen: 390309# 84 @  
@ Pepe [#83]

Hallo Pepe,

Du zeigst uns ein wunderbares Beispiel, wo EINE Briefmarke unter derselben Nummer (hier: Michel 50) wirklich stark unterschiedlich aussehen kann: Michel 50 a (grün) und Michel 50 b (russischgrün). Die meisten Sammler werden Dir beistimmen: Das sind (fast) zwei verschiedene Marken! Oder doch nicht?

Da sind wir nun bei der Katalogisierung, einem uralten Problem der Philatelie. Wann kriegt eine Marke eine eigene (neue) Nummer? Ich finde den Ansatz von Michel, Farbunterschiede mit Kleinbuchstaben zu lösen, eigentlich die beste Lösung, denn die anderen Systeme geben zu unendlichen Diskussionen Anlass.

Stanley Gibbons, Weltkatalog seit Urzeiten, vergab bereits sehr früh für diese Marke vier Hauptnummern! 177 "emerald-green", 178 "pale blue-green", 179 "blue-green", 180 "deep blue-green" (Catalogue 1906-07). Altmeister Moens benötigte dafür 2 Nummern (Katalog 1883): 151 "vert-bleu", 152 "vert-bleu pâle". Yvert & Tellier listete 1907 knallhart nur 1 Marke: No. 50 "vert". Dass sie dabei deckungsgleich sind mit Michel ist aber nicht durchgängig so! Scott, USA: No. 68 und 68a für "green" und "dark green".

Und die Spezialwerke? Altmeister Eduardo Cohen unterschied in seinem Büchlein "Les Timbres de Roumanie des émission de 1872 à 1879" (Lisbonne 1952) fünf Farben, und verwendete dazu auch die Bezeichnung "vert russe". Der CMPR 1974 listet ebenfalls 5 Farben (und dazu noch 5 Zähnungen!).

Übrigens: Der allgemeine Europa-Katalog Zumstein nannte zwar nur 2 Farben, gibt aber im Katalog (1992) immerhin 4 verschiedene Zähnungen an (mit Bewertung)!

Wer hat nun recht? - Das mag jeder selber entscheiden. Wichtig ist es, die Unterschiede zu kennen und sich selber ein Bild zu machen.



Zum Abschluss meines Beitrages noch ein echt hübsches Brieflein (finde ich). Die zwei 5 Bani Marken haben zwei verschiedene Farbtöne (nicht markant, aber doch erkennbar). Der Reko-Brief von Bukarest nach Brünn benötigte 75 Bani und wurde frankiert mit einer Mischfrankatur 9./10. Ausgabe. Vor 17 Jahren gekauft - seither sehr geschätzt in meiner Sammlung.
 
Heinz 7 Am: 19.10.2013 22:59:10 Gelesen: 390304# 85 @  
@ Pepe [#83]

Nachsatz: Der Farbunterschied der Michel Nr. 50a zur 50b ist wirklich markant, darum habe ich trotz meinem schönen Brief (mit 50a; siehe Beitrag [#84]) den zweiten Brief (mit 50b) auch sehr gerne gekauft; ein Paar russisch-grün! Dass dieser REKO-Brief auch wieder eine Mischfrankatur mit der 10. Ausgabe darstellt, ist ein schöner Zusatz



Für viele Klassik-Sammler Rumänien ist diese 9. Ausgabe von Rumänien schon "zu spät". Ich finde diese Ausgabe sehr schön und bereue nie, dass ich auch diese und noch folgende Ausgaben sammle. Sie sind auch preislich längst nicht so hoch wie die früheren Steindruck-Ausgaben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 

Das Thema hat 885 Beiträge:
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