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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 889 Beiträge:
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10Parale Am: 07.10.2019 22:13:06 Gelesen: 115052# 765 @  
@ Heinz 7 [#764]

Stefan cel Mare (Stephen The Great) regierte das Fürstentum Moldau von 1457 bis 1504. Er war ein Zeitgenosse des berühmt-(berüchtigten) Vlad Tepes, der in der Walachei regierte. Durch die Kontrolle der beiden Hafenstädte Chilia und Cetatea Alba sorgte er für gute Einnahmen in die Staatskasse. Chilia hatte zuvor zum walachischen Fürstentum gehört, doch Stefan cel Mare eroberte es für die Moldau. Nur König Karl I. hatte als relativ moderner Regent eine ähnlich lange Regierungszeit wie Stephan der Große.

Besonders beliebt bei den Rumänen auch heute noch ist Stephan der Große, weil er nach Unabhängigkeit strebte, nicht nur gegen die ständigen Okkupationsansprüche (Mehmed II. war Regent in Konstantionopel) des ottomanischen Reiches unter Suleiman Pasha z.B. im Jahr 1475, sondern auch gegen das ungarische Reich (Matthias Corvinus) und das polnische Reich, welche Ansprüche an auf das Fürstentum Moldau stellten. So kämpfte er auch ein zweites Mal gegen Mehmed II, der sein Heer persönlich anführte. Auch mit den Polen führte er blutige Auseinandersetzungen. Schlussendlich fühlte er aber, dass das Christentum und die Päpste ihm nicht wirklich beistanden, sondern das ein friedliches Vasallentum unter türkischer Oberhoheit noch eine bessere Lösung war. Eine Legende sagt, dass er in jedem Jahr seiner Herrschaft eine Kirche bauen ließ (47 Kirchen). Sein Grab findet sich im Kloster Putna, wo auch seine zweite und dritte Frau begraben liegt.

Zurück zur Philatelie: Ich zeige die Vorderseite eines rumänischen Vordruckalbums, welches ich heute begutachten durfte. Es war ein großartiges Erlebnis, in dem echten, originellen Album zu blättern, welches eine abenteuerliche Geschichte hinter sich hat. Mag die 81 Parale Marke, die so aussieht, als hätte sie ein Kind geschnitten, falsch sein, ein Lückenfüller, oder was am unwahrscheinlichsten ist, eine unbekannte Rarität, es war sehr bewegend.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 31.10.2019 22:29:00 Gelesen: 113202# 766 @  
@ 10Parale [#765]

Das ist wirklich ein prächtiges Album. Kann ich es mir auch ansehen?

Die 81-Parale-Marke sieht gar nicht schlecht aus! Und dass mehrere Ochsenköpfe rund geschnitten wurden, das weisst du ja.

Zu Stephan dem Grossen sagte man mir, er habe zu jeder gewonnenen Schlacht eine Kirche gebaut. Die Zahl 47 scheint mir realistisch. Es war ein grossartiges Erlebnis, in der Bukovina einige der schönsten Kirchen/Klöster besichtigen zu können.

Eine Briefmarke zu Stephan habe ich nicht gefunden, darum zeige ich hier die Titelseite eines kleinen Reiseführers zum Kloster Putna.



Die Bilder von Stephan werden hoch verehrt von einem grossen Teil der rumänischen Bevölkerung.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 01.11.2019 09:53:06 Gelesen: 113141# 767 @  
@ 10Parale [#765]

Im Thema Rumänien Fürtentum Moldau: Marken echt oder falsch unter #82 und folgende wurde genau diese 81 Parale Fälschung schon einmal gezeigt.

Gruss
Martin
 
10Parale Am: 01.11.2019 21:20:39 Gelesen: 113060# 768 @  
@ Martin de Matin [#767]
@ Heinz 7 (766)

Das ist wirklich ein prächtiges Album. Kann ich es mir auch ansehen?

Es war auch für mich wohl ein einmaliges Erlebnis, dieses Album ansehen zu dürfen. Ausgerechnet dieses Album wird wohl unverkäuflich sein, was ich sehr gut verstehen kann, da der Vater mehrerer Töchter, die es erbten, aus Rumänien (Siebenbürgen) stammte und somit eine wunderschöne familiäre Erinnerung darstellt. Ich habe auch ein Gebot abgegeben, ebenso für die Altdeutschland- und die Sammlung deutsche Kolonien. Ich habe für die Altdeutschland Sammlung "ohne Sachsen-Dreier" 5.000 Euro geboten, jedoch leider nichts mehr gehört. Solange die Erben ihre komplizierten Angelegenheiten nicht geregelt haben, kann ich nur hoffen.

Man ist immer sehr schnell mit dem Wort "Fälschung" zur Stelle, wenn es um teure Marken geht. Die 81 Parale Marke sieht wirklich aus wie von Kinderhand ausgeschnitten. Anbetracht des Wertes, den eine echte Marke haben könnte, traute ich mich nicht, sie hinter der Folie herauszuholen und die Rückseite zu betrachten. Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob es nicht doch eine echte Marke ist. Sie sieht wirklich gut aus. Und die strengen Kriterien, die Dragomir und auch Herr Heimbüchler in Ihren Büchern als Fälschungsmerkmale zum Besten geben, müssen meiner Ansicht nach nicht alle zu 100 Prozent zutreffen.

Sicher, gewagtes Spiel. Ich werde Frau X noch einmal kontaktieren und versuchen, lieber Heinz, dir das Album vorzustellen. Aber ich kann nichts versprechen.

Über Stephan cel Mare erzählt man sich noch folgende Legende: einmal kam er nach Hause von einer verlorenen Schlacht. Seine Mutter empfing ihn abweisend und sagte: "Du bist nicht mein Sohn, gehe wieder". Da zog er hinaus und gewann die nächste Schlacht gegen die Osmanen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Martin de Matin Am: 01.11.2019 23:16:42 Gelesen: 113045# 769 @  
@ 10Parale [#765]
@ 10Parale [#768]
@ 10Parale [#730]

Glaubst du ernsthaft, dass die 81 Parale eine echte Marke ist? Ein Ausdruck bei einem meiner Sammelgebiete (Dschammu und Kaschmir) passt hier gut "Missing Die". Ich habe deine im Beitrag [#730] gezeigte 81 Parale aus der Julius Leverkus-Sammlung mit deinem jetzigen Stück verglichen. Ich habe beide Bilder auf gleiche Grösse gebracht, und das zweite Stück soweit gedreht, das die Wertbezeichnungen übereinander liegen. Dann habe ich das obenliegende Bild transparent gemacht. Jetzt kann man sehen ob die Bilder deckungsgleich sind.



Bei deinem runden Stück beginnt das rechte Ohr auf Augenhöhe. Die Inschriften sind deutlich verschoben, man sieht dies deutlich am Wort Porto mit den Verdopplungen der Buchstaben usw.

Deine zuletzt gezeigte 81 Parale ist genauso echt wie meine unten stehende MiNr.6.



Vielleicht sind ja beide Stücke bisher unbekannte Probedrucke von bisher unentdeckten Druckstempeln? Mit Hilfe moderner Bildbearbeitungsprogrammen ist es auch für Nichtprüfer leicht Unterschiede zu erkennen. Man kann zwar träumen, aber man muß der Realität ins Auge schauen.

Bei der Bezeichnung "Missing Die" fehlt noch ein Wort "Forgery".

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 03.11.2019 00:49:35 Gelesen: 112818# 770 @  
@ Martin de Matin [#769]

Hallo Martin

Du zeigst uns überzeugend, wie man mit einem Bildbearbeitungsprogramm Ganzfälschungen erkennen kann. Gut gemacht!

Tatsächlich kann die 81 Parale-Marke nicht echt sein, das linke Ohr ist viel zu tief, undsoweiter. Gleichwohl sieht die Marke gar nicht so übel aus; man muss schon genau hinsehen, um die Fälschung zu erkennen, finde ich.

Wenn ich mir das Büchlein "Expert; Billig's grosses Handbuch der Fälschungen; Lieferung Nr. 42; Rumänien I" ansehe, dann sind auf den Seiten 7+8+9 nicht weniger als 8 Ganzfälschungen gezeigt! (Abbildungen 14-21). Die Abbildungen im Heft sind nicht sehr klar, aber die Abb. 18 bei Stiedl/Billig kommt meines Erachtens nahe an das Exemplar aus Beitrag [#765] heran.

Die anderen Abbildungen 14-17, 19+20 weichen zum Teil deutlich(er) vom Original ab, will es mir scheinen.

Deine 40 Parale-Marke ist wirklich "sehr falsch". Sie scheint mir mit keiner Abbildung aus Stiedl/Billig überein zu stimmen (Abb. 41-45 zeigen Fälschungen der Nummer 6). Leider gibt es wirklich viele falsche Stücke der Rumänien-Marken aus dem XIX. Jahrhundert.

Heinz
 
10Parale Am: 03.11.2019 09:59:36 Gelesen: 112763# 771 @  
@ Martin de Matin [#769]
@ Heinz 7 [#770]

Ich zitiere aus dem auch o.g. Buch von Stiedl-Billig aus dem Vorwort:

So mancher Anfänger gelangte auf irgendeinem Wege in den Besitz eines "Ochsenkopfes" - wie die Ausgabe schlechtweg benannt wird - und ist, je nach seiner Mentalität, nur schwer zu überzeugen, daß auch sein Exemplar bestenfalls in eine Fälschungssammlung gehört.

Es ist schwer dem Außenstehenden zu erklären, welche Gefühle einem übermannen, wenn man vor dem in Beitrag [#765] gezeigten "ALBUMUL" sitzt und es zum ersten Male aufschlägt. Da ist ja noch eine 108 Parale Marke vorhanden, die ich aber sofort als einfache Fälschung erkannt habe. Tatsächlich ein Lückenfüller.

Die 81 Parale Marke, von der 1173 Stück verkauft wurden, und die ein Durchmesser von 20 mm haben soll und nur auf gewöhnlichem Papier vorkommt, lag mir nun in rundgeschnittener Form vor, deutlich kleiner, und das Papier sah sehr gut aus. Man verzeihe mir meinen Optimismus. Nun, die Marke ist ja nicht in meinem Besitz und nur allzu gerne hätte ich der Besitzerin gesagt, dass diese Marke echt sei. Ich habe die Frage bis heute offen gelassen und mittlerweile ist das Projekt für mich auch Geschichte. Wie aus allen Geschichte habe ich daraus gelernt.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 04.11.2019 00:01:06 Gelesen: 112618# 772 @  
@ Heinz 7 [#764]

Im Thema "Rumänien Blocks" habe ich schon zwei Blocks gezeigt von gemalten Bildern, die dann auf rumänischen Gedenkblocks wiedergegeben wurden. Heute möchte ich ein weiteres Bild zeigen, das auf einer rumänischen Briefmarke gezeigt wird.

Lukas Cranach der Ältere war ein berühmter Maler, und es ehrt die Museen in Bukarest, dass sie auch Bilder zeigen können von diesem grossartigen Künstler. Vielleicht kennen einige Briefmarkensammler von Rumänien die hier gezeigte Marke (Zumstein Nr. 2640 von 1967):



"Venus und Amor" zeigt diese schöne Briefmarke. Mir blieb diese Marke vor allem darum in Erinnerung, weil Amor hier wie ein Kleinkind daherstapft. Oder will er den Pfeil-Bogen spannen?

Gross war nun meine Überraschung, als ich nun das Original-Bild von Cranach in Bukarest sah!



Nicht der kleine Amor fiel mir auf, der stapft exakt daher, wie auf der Briefmarke gezeigt, aber die schöne Venus überraschte mich. Nun sehe ich sie nackt, während sie auf der Briefmarke doch noch im Schambereich von einem Tuch bedeckt war.

War den Post-Verantwortlichen die echte Abbildung zu gewagt? Es ist dies anzunehmen - und so wurde "Zensur" geübt.

"Zensur-Post" kennen wir Philatelisten ja, aber eigentlich verstehen wir darunter etwas anderes.

;-)

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 11.11.2019 22:47:30 Gelesen: 111788# 773 @  
@ Heinz 7 [#772]

Das ist ja wirklich eine aufregende Entdeckung. Nur gut, dass das Originalbild von Lukas Cranach dem Älteren nun dem Publikum präsentiert wird, wie es der Maler auch gemalt hatte. Die Post hatte damals, kurz vor dem Prager Frühling, der auch seine Auswirkungen in Bukarest zeigte, tatsächlich unbemerkt zensiert.

Mir fällt jetzt erst auf, dass die liebe Venus gar nicht so nackt ist, sondern eine Halsband mit einem sehr großen Kreuz trägt. Die römische Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit wurde hier vom Künstler christianisiert.

Auf jeden Fall eine sehr anmutige Figur und der kleine Amor bringt Bewegung ins Bild.

Doch zurück zur Philatelie:

aus den vorangegangenen Diskussionen um die 81 Parale habe ich noch einiges gut zumachen. So flog die Tage ein Paket mit mehreren Auktionskatalogen in mein Haus, ohne dass ich diese bestellt hätte. Umso mehr war natürlich meine Freude. Anfang Dezember wird in Zürich ein 81 Parale Marke versteigert und die ist nun zweifellos echt und ein wunderbares Studienobjekt auch für alle, die diese Marke nicht kaufen können. Denn nur einer wird sie kaufen, das steht fest. Nun, der Ausruf steht bei 30.000,-- Schweizer Franken und ich denke, die Marke wird einiges mehr bringen.

Otto E. Stiedl - Fritz Billig nennen in Ihrem Handbuch RUMÄNIEN I 10 Punkte, woran man eine echte 81 Parale Marke erkennt. Ich grefe mal wahllos Punkt 3 heraus "Punkt nach rechter Sternspitze". Wie wir sehen, hat diese von Herrn Heimbüchler 2010 zertifizierte Marke genau diesen Punkt nach der rechten Sternspitze. Bei der von mir gezeigten Fälschung in [#765] ist dieser rechte Punkt gar nicht vorhanden.

Ich bin so froh, dass ich am 4. Dezember an der Auktion teilnehmen könnte, sie beginnt allerdings erst ab 17:30 Uhr.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.11.2019 11:04:52 Gelesen: 110449# 774 @  
@ Heinz 7 [#764]

Ich habe bereits oben gesagt, dass die rumänische Post die Fresken der weltberühmten Moldauklöster als Vorlage nahm für neue Briefmarken-Serien.

1969 kam die erste Serie heraus: 6 Werte 2814-2819
1970 die zweite: 6 Werte 2856-2861
1971 die dritte: 6 Werte 2992-2997



Anbei zeige ich Marke 2996, welche drastisch die Marter und den Tod des Gläubigen "Johannes der Neue" zeigt. Viele Abbildungen der Moldauklöster zeigen solche Szenen, die der Bevölkerung vor Augen führten, dass Mord und Totschlag leider immer schon zur Geschichte der Menschheit gehören.

Nächstes Jahr können wir 75 Jahre Friede in Europa feiern. Wir wissen, dass nicht GANZ Europa in den Jahren seit 1945 von Krieg verschont blieb, aber historisch gesehen waren die letzten 74 Jahre für Europa doch mehrheitlich "ruhig". Seien wir dankbar dafür! Und tragen wir dazu bei, dass es so bleibt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.12.2019 11:39:14 Gelesen: 109390# 775 @  
@ 10Parale [#773]

Guten Tag,

warst Du nun in Zürich an der Auktion? Hast Du die schöne Sammlung (Los 1443) an der Auktion gekauft? Ich nehme an: nein, denn immerhin stieg der Preis von "sehr moderaten" CHF 1200 auf CHF 9000 - und auch sonst wurden ein paar Lose gut bis sehr gut verkauft, wie eigentlich fast immer in den letzten 30 Jahren.

Der schöne Ochsenkopf 81 Parale brachte die geforderten CHF 30'000, der Zuschlag erfolgte bei CHF 34'000. Dieser Preis scheint mir "richtig" zu sein. Der Verkäufer darf damit ebenso zufrieden sein, wie der Käufer. Nicht ganz alle teuren Lose wurden aber auch tatsächlich verkauft; die Bäume wachsen zum Glück auch nicht einfach in den Himmel.

Einen guten Preis erzielte auch Los 1419, ein Sechserblock der Nummer 19



Diese seltene Einheit wurde meines Erachtens zu tief ausgerufen (CHF 150), da habe ich natürlich mitbieten müssen. Beim Zuschlag von CHF 1700 war ich dann aber nicht mehr dabei.

Ein paar Lose sind unverkauft geblieben; es waren also nicht alle Lose einfach zu tief ausgerufen, wie dies meine Besprechung vielleicht vermuten liesse. Vielmehr muss der Sammler entscheiden, was ihm wieviel wert ist. Meine Einschätzung war wohl nicht sehr "offensiv". Von 12 Geboten habe ich aber doch 2 Lose erhalten. Beide freuen mich sehr.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.12.2019 16:40:01 Gelesen: 108850# 776 @  
@ Heinz 7 [#775]

Wenige Tage später. Neue Chance - neues Glück?



Die Michel Nr. 17 ist ungebraucht, als Einzelmarke, keine Seltenheit. Aber als Eckrand-Zwölferblock natürlich ein wunderbares Stück.

Ein Zuschlag von Euro 750 ist hier meines Erachtens günstig.

Heinz
 
10Parale Am: 13.12.2019 13:38:21 Gelesen: 108820# 777 @  
@ Heinz 7 [#775]

Leider konnte ich an der Auktion in Zürich aus privaten Gründen nicht teilnehmen. Freue mich, dass du 2 Lose mitnehmen konntest.

Die Zuschläge, die du nennst, - besonders für den 6-er Block Nr. 19 und die 81 Parale Marke zu 34.000,-- Schweizer Franken erstaunen mich nicht so sehr. Rumänien Klassik ist und bleibt ein Highlight der weltweiten und europäischen Philatelie.

Die Zeitungsmarke zu 5 Parale in der seltenen Ausführung (siehe [#1]) blieb bei 30.000 €uro liegen, wie ich gesehen habe.

Ich habe mir ein Los aus Großbritannien ersteigert, welches ich bei Gelegenheit vorstellen werde.

Natürlich werde ich das Marktgeschehen weiter beobachten, bei diesen Preisen wohl aber in diesem Leben nicht mehr zuschlagen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 20.12.2019 22:39:41 Gelesen: 107952# 778 @  
@ Heinz 7 [#776]

Die Steindruck-Ausgaben wurden auf unterschiedlichen Steinen gedruckt. Je nach Grösse der Steine musste die Anordnung der Marken auf dem Stein unterschiedlich erfolgen.

Dieser Fünfer- statt Sechserblock ist ein Resultat dieser Druckstein-Anordnung-Überlegung. Ich kann auswendig nicht sagen, wie die Anordnung auf dem Bogen war, aber anscheinend hätte eine reguläre Anordnung 101, 151 oder 201 Briefmarken auf dem Stein ergeben, das wollte man nicht, darum hat man eine Marke weggelassen, damit man einfacher rechnen kann.



Solch ein Fünfer- statt Sechserblock (oder wie soll ich ihn nennen?) ist meines Erachtens unglaublich attraktiv. Ich muss die Spezialliteratur studieren, um die genaue Stein-Anordnung zu erfahren. Der "Fünfer- statt Schserblock" stammt jedenfalls aus der linken oberen Bogenecke. Ich informiere Euch, wenn ich das Resultat kenne.

Ansonsten wünsche ich einen frohen 4. Advent und schöne Weihnachten. Ich hatte meine Weihnachtsüberraschung schon heute, als ich auf der Post meine neu gewonnenen Lose abholen durfte.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.12.2019 12:08:05 Gelesen: 106946# 779 @  
@ Heinz 7 [#778]

Seltene Destinationen sind ja auch für Rumänien-Briefe hoch attraktiv. Aus der Zeit von 1881 finden wir nur wenig Übersee-Post aus Rumänien.



Den oben gezeigten Brief sah ich in einem Verkaufsangebot. Für einen Festpreis von rund CHF 220 wird er angeboten.

Der Brief/die Destination ist sicherlich selten und attraktiv. Aber der Brief ist in wirklich schlechtem Zustand und zudem fehlen mindestens zwei Briefmarken auf dem Brief. Ich werde den Brief also sicher nicht kaufen.

Aber selten ist er schon. Darum zeige ich ihn hier. Wer kennt Briefe nach Brasilien aus dieser Zeit? Das wäre auch ein Weihnachtsgeschenk.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.01.2020 22:14:56 Gelesen: 103965# 780 @  
@ Heinz 7 [#779]

Meine Leser mögen mir verzeihen, dass ich denselben Beleg in zwei Themen zeige: "Farbfehldrucke" gestern, und heute im Thema "Rumänien für Sammler". Wir haben hier aber leider im 2020 noch keinen Beitrag gesehen, und darum ist es höchste Zeit.

Anhand der Katalogpreise möchte ich zeigen, dass seltene Rumänien-Marken im Preis in der Regel eine schlechtere Entwicklung nahmen als die Marken vieler andere Länder.



Ich habe im Thema "Farbfehldrucke" Näheres zur seltenen Rumänien Michel Nr. 44F geschrieben. Diese hat(te) im Katalog Michel 2006/07 einen Katalogwert von lediglich Euro 450. Fast zur selben Zeit (Michel 2010) waren ein paar Schweiz und Altdeutschland-Raritäten bewertet wie folgt:

Schweiz/Genf Nr. 4 - gestempelt Euro 1'700 (1847 - Genf, grosser Adler, hell)
Schweiz/Zürich Nr. 2 I - gestempelt Euro 1'600 (1843 - Zürich 6, Untergrundlinien senkrecht)
Altdeutschland/Bremen Nr. 3 - gestempelt Euro 900 (1860 - Staatswappen, 7 Grote, gelb)
Altdeutschland/Schleswig-Holstein Nr. 1 - ungebraucht Euro 400 (1850 - deutscher Adler, 1 Schilling)
Altdeutschland/Bayern, Porto Nr. 2 - gestempelt Euro 2'200 (1870 - 1 Kreuzer schwarz)

Nun blicken wir 80 Jahre zurück.

Da finden wir für eben diese Marken folgende Notierungen im Stanley Gibbons Katalog 1939:

Schweiz/Genf SG No. 4 - gestempelt GB£ 7
Schweiz/Zürich SG No. 5 - gestempelt GB£ 10
Altdeutschland/Bremen SG No. 4 - gestempelt GB£ 10
Altdeutschland/Schleswig-Holstein SG No. 1 - ungebraucht GB£ 7
Altdeutschland/Bayern, SG No. 303 - gestempelt GB£ 8

Warum erzähle ich dies hier alles?

Nun - die oben gezeigte Rumänien-Seltenheit kostete nach Stanley Gibbons im Jahre 1939 GB£ 10 (SG No. 173).

Wir sehen also, dass in den folgenden 70-80 Jahren diese ausgewählten Marken eine andere Wert-Entwicklung erlebten als diese rumänische Rarität. Da sie meines Erachtens wirklich selten ist, finde ich die Katalognotierung bei Michel 2010 als eher tief (zu tief). Rumänien ist ja heute ein beliebtes Briefmarkenland, aber in den Jahren nach dem Krieg fiel es in der Gunst der Sammler markant zurück, wie sich an mehreren Beispielen zeigen lässt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.01.2020 22:26:00 Gelesen: 103961# 781 @  
@ Heinz 7 [#780]

Ich möchte noch die Katalogpreise von 1940 Zumstein vergleichen:

Schweiz/Genf Nr. 4 - gestempelt (1847 - Genf, grosser Adler, hell) = CHF 175
Schweiz/Zürich Nr. 2 I - gestempelt (1843 - Zürich 6, Untergrundlinien senkrecht) = CHF 185
Altdeutschland/Bremen Nr. 3 - gestempelt (1860 - Staatswappen, 7 Grote, gelb) = CHF 200
Altdeutschland/Schleswig-Holstein Nr. 1 - (1850 - deutscher Adler, 1 Schilling) = CHF 70
Altdeutschland/Bayern, Porto Nr. 2 - gestempelt Euro 2'200 (1870 - 1 Kreuzer schwarz) = CHF 110
Rumänien, 1877, Karl I. im Kreis, Bukarester Druck von Pariser Platten, 5 Bani Fehldruck, Nr. 44F = CHF 160

Wir sehen also, dass Zumstein 1940 und Stanley Gibbons 1939 die Preise recht nahe beieinander hatten. Erst später wuchsen die Unterschiede.

Ein Sammler, der 1940 CHF 160 für eine Michel Nr. 44F ausgegeben hat, wird nicht glücklich sein, dass dieselbe Marke 2010 mit nur Euro 450 bewertet wurde.

Viele Leute, die sagen, Rumänien sei "heute sehr teuer", mögen für einzelne Werte recht haben. Es gibt aber auch einige Beispiele, bei denen die Preise nicht hoch sind. Die Michel Nr. 44F ist so ein Beispiel.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.01.2020 14:38:27 Gelesen: 103833# 782 @  
@ Heinz 7 [#780]

Zu der Michel Nummer 45 gibt es weitere Spezialitäten.

Ein Essay zu dieser Marke wurde in der Farbe blassgrün herausgegeben.



Offenbar konnte die Farbe nicht überzeugen, und der Wert wurde in der Farbe blau gedruckt.

Da für die Beurteilung der Marke (ihrer Erscheinung) die Zähnung des Druckbogens nicht wichtig war, unterblieb die Zähnung des Versuchsdruckes und folglich ist die Marke bzw. der Fünferstreifen nun unperforiert.

Solche Essays, vor allem in Einheiten, sind einerseits selten und andererseits sehr attraktiv. Falls man solche Sachen findet, sollte man sich überlegen, solche Einheiten auch zu kaufen.

Die Frage, wieviel man dafür bezahlen soll ("darf"), wird individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.01.2020 18:42:37 Gelesen: 103182# 783 @  
@ Heinz 7 [#778]

Ich möchte eine Auskunft noch nachliefern.

Ich konnte vor Weihnachten die Drucksteinanordnung eines Blockstückes nicht auswendig angeben, habe nun aber das Handbuch II Heimbüchler konsultiert und kann nun den oben gezeigten Block genau platzieren.

Die Michel Nr. 13 (= 20 Parale Marke Cuza) kam zuerst in grossen Bogen zu 192 Marken heraus (16 Reihen zu 12 Marken). Bei einer zweiten Auflage wurden dann aber 200 Marken gedruckt, um die Abrechnung einfacher zu machen.

Nun waren 17 waagrechte Reihen à 12 Marken vorgesehen (Druckstein II); dies hätte also 204 Marken ergeben. Was tun, also? Eine Möglichkeit war, die ersten 4 Felder nicht zu bedrucken. Die erste Reihe hatte also nur 8 Marken.

Die Abbildung stammt aus dem Buch Heimbüchler II, Seite 151. Sie zeigt einen "Zwölf minus vier = Achterblock".



Mein "Sechs minus eins = Fünferblock" (778) ist also offenbar doch kein Eckrandblock, sondern zeigt folgenden Ausschnitt des Drucksteins II:
4.-6. Feld der 1. Reihe (wobei 4. Feld = unbedruckt)
4.-6. Feld der 2. Reihe (gleich 16.-18. Feld des Gesamtbogens)

Heinz
 
10Parale Am: 21.01.2020 21:17:23 Gelesen: 102802# 784 @  
@ Heinz 7 [#783]

Ich verstehe zwar, dass mit der Zahl 200 leichter buchhalterisch abzurechnen ist wie mit der Zahl 192 (16 senkrechte Reihen zu je 12 waagrechten Cuza-Marken), doch wäre es auch möglich gewesen, einen Druckstein II zu schaffen mit 20 senkrechten Reihen zu je 10 Marken?

Nun, diese Druckplatte II bietet also die Möglichkeit, wirklich seltene Markenanordnungen zu sammeln und da macht Sammeln erst richtig Spaß!

Aus der folgenden Karte können wir ersehen, dass es in der 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bereits rege Geschäftsbeziehungen von Tourismusveranstalter in ganz Europa gab.



"SARDEV" war das Amtliche Reisebüro der Rumänischen Staatsbahnen. Was gab es und gibt es nichts Schöneres, als einen Urlaub in St. Wolfgang am Wolfgangsee zu erleben. SARDEV bittet die KURKOMISSION (BADEDIREKTION) um Zusendung von 100 Prospekten via Drucksache, das sonst der "Zoll" die Lieferung verteuern würde.

Freigemacht mit insgesamt 2 Lei aus der Freimarkenserie König Ferdinand I. als Drucksache am 31. März 1926 in Oradea (Kreis Bihor).

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 28.01.2020 00:04:21 Gelesen: 101927# 785 @  
@ 10Parale [#784]

Es freut mich, dass Du wieder etwas zu Rumänien einstellst!

Die Briefmarkenausgabe zu König Ferdinand (ab 1920) gibt ein reiches Feld an schönen Kombinationen / Frankaturen!



Der hier gezeigte Brief sieht von vorne aus, als wäre er unfrankiert. Doch wenn wir den Brief drehen, sehen wir eine schöne Vierfarben-Frankatur im Gesamtwert von 3.75 Lei.



Der Brief ist sauber gestempelt mit dem grossen "CURSA"-Stempel von Braila.

Die handschriftliche Notiz ist übrigens keine aktuelle Preisnotiz. Ein Vierfarbenbrief von Rumänien aus der Zeit von 1870 könnte zwar durchaus Euro 2'500 kosten (oder mehr), aber einen Vierfarbenbrief von 1923 findet man mit etwas Glück für "einen Apfel und ein Ei".

Heinz
 
bignell Am: 28.01.2020 00:25:54 Gelesen: 101917# 786 @  
@ Heinz 7 [#785]

Hallo Heinz,

mit zwölf Farben wohl der bunteste Brief in meiner Sammlung, eindeutig philatelistischer Natur:



1925-03-09 3+5+10+2x25+21x30+40+50+60 Bani +1+3x2+5+7.5 Lei, von Brasov nach Bern

Liebe Grüße, harald
 
Heinz 7 Am: 02.02.2020 22:38:44 Gelesen: 101198# 787 @  
1872 kam die 9. Ausgabe von Rumänien zur Ausgabe: Fürst Karl I. im Perlenkreis. Die erste Serie bestand aus 7 Werten, von 1.5 Bani bis 50 Bani (Michel Nr. 36-42). Ein Auslandsbrief ins nahe Ausland kostete damals 25 Bani.

Dass nun eine Einheit zum Einsatz kam, welche 125 Bani Porto erforderte, zeigt uns, dass es entweder eine schwere Sendung war, oder dass die Destination weit weg lag. Ein Brief nach Kolumbien kostete 1871 genau 125 Bani, allerdings wurde (auch 1871) der Tarif offenbar erhöht auf 160 Bani (siehe: Calin Marinescu, 1993, "Evolutia Tarifelor Postale ..." (Seiten 35+36)).

Solche Postsendungen sind heute bei Sammlern natürlich höchst beliebt.

Einen ganzen Brief mit einer Frankatur 125 Bani kann ich im Moment nicht zeigen, aber immerhin eine interessante gestempelte Einheit.



Michel Nr. 41 b, Fünferstreifen, mit 3 Stempeln "Folticeni".

Sehr schön. Finde ich,
Heinz
 
Heinz 7 Am: 03.02.2020 14:26:53 Gelesen: 101101# 788 @  
@ bignell [#786]

Lieber Harald,

ich habe Dir zu Deinem schönen Beleg gratulieren wollen, aber irgendwie ist das im digitalen Universum untergegangen.

Dein Brief ist wirklich sehr bunt! 2 verschiedene Ausgaben (die dritte und sechste Marke sind nicht bildgleich mit den anderen Marken) und zwölf verschiedene Wertstufen - das ist wirklich rekord-verdächtig.

Weil wir zwei verschiedene Briefmarkenausgaben vor uns haben, sprechen wir besser von einer Mischfrankatur als von einer Buntfrankatur.

Vermutlich hat da wirklich ein Briefmarkenfreund einem anderen (oder sich selber) eine Freude machen wollen und über-reichhaltig seinen Brief frankiert. Die verklebten Lei 27.98 waren postalisch nicht geschuldet, der Brief ist also massiv überfrankiert. Es wäre interessant, herauszutüfteln, wie viel der Einschreibe-Brief regulär gekostet hätte. Die Verwendung fand ja während der normalen Gültigkeitsdauer der Marken statt; es ist also nicht so, dass z.B. die Hälfte der Marken schon gar nicht mehr gültig (oder durch Inflation völlig entwertet) war.

Sicher gelingt es einem hier lesenden Sammler den wahrscheinlich richtigen Tarif bestimmen zu können. Wir kennen zwar das Gewicht des Briefes nicht, aber ohne besonderen Vermerk legen wir wohl am Besten einen einfachen Brief zugrunde. Der Brief zirkulierte eindeutig im März 1925, wie aus Abgangs- und Ankunftsstempel zu ersehen ist.

Gutes Gelingen beim Bestimmen wünscht

mit lieben Grüssen

Heinz
 
bignell Am: 03.02.2020 15:51:18 Gelesen: 101087# 789 @  
@ Heinz 7 [#788]

Lieber Heinz,

da der Inhalt nicht erhalten ist, kann ich über das Gewicht nichts sagen, der Umschlag selbst ist nicht verstärkt (sodass man schweren Inhalt annehmen könnte, so wie man es z.B. von Bankbriefen kennt, mit denen Banknoten verschickt wurden) oder bügig/wellig (wie bei Mustern ohne Wert).

Ob der Empfänger Briefmarkensammler war weiß ich nicht, aber warum sonst der Aufwand so viele verschiedene Wertstufen unterzubringen? Einzig der Zwanzigerblock der 30-Bani-Marke verwundert mich, wenn man philatelistisch überfrankiert, warum dann die große Einheit bzw. die 2-Lei-Marke dreifach?

Der Empfänger Ernst Trechsel ist kein Unbekannter (Autor von "Die Gesellschaft zu den Schuhmachern von Bern." [1]), zum Absender konnte ich nichts rausfinden.

Liebe Grüße, harald

[1] https://www.booklooker.de/Bücher/Ernst-Trechsel+Die-Gesellschaft-zu-den-Schuhmachern-von-Bern/id/A0212SNN01ZZs
 

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