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Thema: (?) (1075/1082) Rohrpostbelege
Das Thema hat 1082 Beiträge:
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iceland10 Am: 04.01.2013 17:31:25 Gelesen: 740743# 808 @  
Sicherlich auch nicht an jeder Ecke zu finden:

10 Pfennig Krone und Adler Kartenbrief mit 2x 10 Pfennig Zusatzfrankatur als Rohrpostbrief gelaufen.


 
DerLu Am: 05.01.2013 13:32:51 Gelesen: 740596# 809 @  
@ iceland10 [#808]

Stimmt, Kartenbriefe mit der Rohrpost verschickt sind wirklich nicht sehr häufig. Hier ein Kartenbrief aus der Germania-Zeit, der als Rohrpostbrief verwendet wurde:



Viele Grüße
DerLu
 
iceland10 Am: 05.01.2013 14:27:36 Gelesen: 740584# 810 @  
Krone Adler Rohrpostumschlag in Berlin etwas umhergeirrt und dann nach Bonn ins Reichspostgebiet nachgesandt. Postleitvermerke in Berlin durchgestrichen und mit 10 Pfennig für die Nachsendung nach Bonn aus dem Rohrpost Netz nachtaxiert.

§12/I der Rohrpost Betriebsordnung von 1885 besagt:

Wird bei einer Rohrpostsendung in Folge unrichtiger Wohnungsangabe bezüglich eines Wohnungswechsels des Empfängers oder aus einem anderen Grunde die Nachsendung erforderlich, so findet dieselbe mittels der gewöhnlichen Postbeförderungsgelegenheiten statt. Demnächst erfolgt die Bestellung der Sendung wie diejenige einer gewöhnlichen Briefsendung.




 
iceland10 Am: 07.01.2013 21:48:25 Gelesen: 740357# 811 @  
Einfach mal eine hübsche Postsache per Rohrpost, etwas wirr in Berlin umher gelaufen, aber schön. :-)


 
iceland10 Am: 12.01.2013 21:42:01 Gelesen: 739811# 812 @  
Weiter geht es mit einem 30 Pfennig Rohrpostumschlag RU1 mit Zusatzfrankatur Nr.41.

Ich zitiere mal aus purer Faulheit aus dem Befund des BPP Prüfers:

Es handelt sich um einen Brief, der über das Rohrpostnetz hinaus nach Leipzig-Gohlis befördert wurde. Auf Verlangen wurden Rohrpostbriefe und -karten von und nach ausserhalb gegen Vorauszahlung der Gebühr durch die Rohrpost befördert. Solche Belege sind selten.


 
iceland10 Am: 13.01.2013 17:38:29 Gelesen: 739605# 813 @  
Bin gerade dabei gewesen ein paar Bilder für ebay Lose zu machen, dabei auch diese Ortspostkarte 2 Pfg. Germania vom Postamt 87.

Was ich fast nicht gesehen hätte ist einer der Ankunftsstempel, ein Rohrpoststempel, was hat der auf dieser Karte zu suchen?


 
DerLu Am: 13.01.2013 19:48:06 Gelesen: 739576# 814 @  
@ iceland10 [#813]

Wahrscheinlich ist die Karte zunächst an ein falsches Postamt geleitet worden: Ich meine zwei verschiedene Bestellstempel zu erkennen und die Adresse scheint nachträglich mit der Postamtsnummer "12" versehen worden zu sein.

Um den Zeitverlust bei einer falschen Zustellung wieder wett zu machen, wurden Sendungen per Rohrpost zum richtigen Postamt befördert, ohne das dazu eine besondere Gebühr erhoben wurde. Auf einigen dieser Sendungen wurde ein zusätzlichen Stempel "Zur Rohrpost" oder "Mit Rohrpost weiter" abgeschlagen (siehe z.B. Beitrag [#237]).

Gruß DerLu
 
Schmuggler Am: 16.01.2013 09:43:08 Gelesen: 739148# 815 @  
@ iceland10 [#813]

Moinmoin,

ich meine, dass in einem Werk per CD über die Rohrpost notiert wurde, dass diese "Zur Rohrpost weiter" - stempelei ab ca. 10/1902 eingestellt wurde. Verständlich - wenn man diese zerfledderten Stempelabschläge zu dieser Zeit heute sieht.

Und mit Frau und Hund ab in den Schnee.
 
iceland10 Am: 16.01.2013 17:06:59 Gelesen: 739080# 816 @  
@ iceland10 [#813]

Dankeschön für die Antworten, wieder was gelernt und auf der Rohrpost CD hab ich auch etwas für die Beschreibung des Loses gefunden. Mein Passwort hab ich allerdings länger gesucht. :-(
 
DerLu Am: 18.01.2013 16:59:19 Gelesen: 738739# 817 @  
@ Schmuggler [#815]

Hallo,

dann ist dieser Beleg wohl einer der letzten mit einem solchen Stempel - von Anfang 11/1902 ! Obwohl mir nicht ganz klar ist, warum ihm die "höheren Weihen" einer Rohrpost-Beförderung zuerkannt wurden.



Gruß DerLu
 
blaujacke Am: 18.01.2013 17:23:03 Gelesen: 738729# 818 @  
@ Schmuggler [#815]
@ DerLu [#817]

Und dann noch ein paar Tage später:



Es grüßt blaujacke
 
Schmuggler Am: 18.01.2013 18:15:26 Gelesen: 738715# 819 @  
@ DerLu [#817]

Das WARUM bleibt mir auch verschlossen.

Vermutung: Mangel an Beförderungsstücken?!

@ blaujacke [#818]

Ein schönes Stück!

Wobei die optische "Exotic" und Sauberkeit vom Stempel Budapest plus der mir unbekannte deutsche "Zur Rohrpost" -Stempel noch nicht in meinem Archiv war. Das macht Freude!

Ein mir nicht bekannter Sammler (?) sendete mir ein Bild zu einem mir nicht bekannten "Rohrpostbrief mit Gebrauchsanweisung" zu:



Den Einen schüttelt's - der Andere jubelt:

Ganzsachen-Doppelkarte der Briefpost (Wertstempel MiNr. 52), verschlossen und mit 28 Pfennig Ergänzungsporto (auch MiNr. 52) als Rohrpostbrief von Berlin nach Rixdorf. Alle Rohrpost- und Beförderungsmerkmale sind ohne Tadel.

Wer auf diese Idee gekommen ist: Im nachhinein nach 113 Jahren dem Glücklichen ein Prosit! (Dem heutigen Besitzer natürlich auch)
 
Schmuggler Am: 22.01.2013 12:35:12 Gelesen: 738244# 820 @  
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich so intensiv die Unterscheidung zwischen einer "Rohrpostsendung" und einem "per Rohrpost" befördert, z. B. die Eilbestellung, betone.

In einer aktuellen Auktion habe ich das "Missing Link" gefunden:



Eine Bücherbestellung zum Drucksachenporto (es durften auf dieser Drucksache handschriftliche Ergänzungen enthalten sein) per Karte von Lübeck 1890 nach Berlin - dort per Eilboten zu bestellen.

Die Beförderung vom Ankunfts-Postamt NW40 (= Lehrter Bahnhof) nach W9 erfolgte an das dortige Rohrpostamt (= R6) und wurde von dort "sofort" bestellt.
Diese Darstellung per Eilbestellung von ausserhalb ist wohl allen bekannt.

Neu ist die andere Darstellung:



Ganzsachenumschlag für die Rohrpost, als Drucksache gekennzeichnet und mit 3 Pfennig Weiterleitungsporto frankiert, Vom R14 an den Lehrter Bahnhof per Rohrpostbeförderung geleitet um von dort per Briefpost den gewöhnlichen Postweg nach Bremen zu gehen.

Scheinbar alles korrekt - ABER: Die Rohrpostsendung wurde zwar bis zum Lehrter Bahnhof per Rohrpost befördert - dann aber gestopt und nicht weiter befördert!

Und genau DAS ist der Unterschied:

Eine Eilbestellung der Briefpost konnte per Rohrpost streckenweise befördert werden, wenn sie zur Rohrpostbeförderung etc. geeignet war.

Eine Rohrpostsendung jedoch konnte lt. §2 der Rohrpost-Betriebsordnung nur "die Karte" oder "der Brief" sein - und deswegen ist die "Drucksache per Rohrpost" gestoppt und nicht weiter geleitet worden; Vorschrift ist Vorschrift.
 
DerLu Am: 22.01.2013 20:15:32 Gelesen: 738156# 821 @  
@ Schmuggler [#820]

Hallo,

habe ich dich richtig verstanden, dass die von dir gezeigte "Rohrpost-Drucksache" nicht in Bremen zugestellt wurde, sondern wieder zurück an den Absender ging ?
 
Schmuggler Am: 23.01.2013 10:07:31 Gelesen: 738114# 822 @  
@ DerLu [#821]

Moinmoin,

der letzte Beförderungs-Nachweis (= Stempel) ist vom Rohrpostamt im Lehrter Bahnhof der Ankunftsstempel. Von einem "Zurück an den Absender" ist aber auch nichts notiert - vielleicht hing mal ein Begleitzettel (?!) da dran, der Erhaltungszustand könnte es bestätigen.

Ab in den Tag!

:-(
 
blaujacke Am: 23.01.2013 12:22:35 Gelesen: 738096# 823 @  
@ Schmuggler [#822]

Hallo Schmuggler,

da würde ich aber doch an eine Weiterbeförderung denken; denn bei einer Drucksache war doch wohl nicht mit einem Ankunftsstempel in Bremen zu rechnen!
 
juni-1848 Am: 24.01.2013 01:21:22 Gelesen: 738014# 824 @  
Moin zusammen,

von einem Sammlerfreund erhielt ich diese Bilder und Fragen dazu.

Zu Frankreich:

1. Gab es in Nizza eine postinterne Rohrpost ?

Der Minutenstempel (Ankunftsstempel auf Eilbrief) von 1926 läßt es vermuten.
Wer kann Angaben machen über den Betriebszeitraum ?



"NICE-PL.CHIMALDI \ 10 50 \ 7 -1 \ 26 \ ALPES MMES"

2. Handelt es sich bei diesem Rahmenstempel (außen auf befördertem Telegramm) um einen Rohrpoststempel ?



"PARIS-CENTRAL \ 26-5 * 09 II 09"

3. Gab es in Straßburg eine postinterne Rohrpost ?

Die Minutenstempel (1930 bis 1937 verschiedener Postämter), allesamt Ankunftsstempel auf Eilbriefen, lassen es vermuten. Wer kann Angaben machen über den Betriebszeitraum ?



Zu Dänemark:

4. Gab es in Kopenhagen eine postinterne Rohrpost ? (Leider habe ich den Stempelscan, der zu dieser Frage führte, nicht im Archiv.) Wer weiß etwas über die Betriebszeiträume ?

Zur Schweiz:

5. In welchen SCHWEIZER Städten gab es interne Rohrpostanlagen ? Wer weiß etwas über die Betriebszeiträume ?

Wurden in der Schweizer Bahnpost bei der Umarbeitung eiliger Sendungen Handstempelapparte mit Stempeln verwendet, die denen der Rohrpost-Stechuhren ähneln ?

Danke vorab für Eure Recherchen
und gute Nacht,
Werner
 
juni-1848 Am: 24.01.2013 20:54:03 Gelesen: 737944# 825 @  
N´abend, liebe Rohrpost-Fans,

ich habe bei weitem noch nicht alle Beiträge dieses Themas durchstöbert, also nicht böse sein falls dieser doppelt:



Zwei Rohrpostpläne von Paris 1866 und 1966.

Sammlergruß, Werner
 
blaujacke Am: 25.01.2013 13:08:45 Gelesen: 737820# 826 @  
Rohrpostbetriebsstelle im Reichstag: Wann wurde diese eröffnet? Bei Linden ("Schmuggler") und Büttner wird Dezember 1894 (Fertigstellung des Gebäudes!) und bei Hueske das Jahr 1896 angegeben.



Im Postamt des Reichstages (Leipziger Str. 4 ??) aufgegebene Rohrpostkarte vom 28.04.1893 - über RPBetrSt NW 41 (R5) zur RPBetrSt N 55 (R 14)



Rohrpostbrief vom 09.05.1910 - Von RPBetrSt Reichstag zur RPBetrSt W 8

Voraus vielen Dank für eine evtl. genaue Info.
 
juni-1848 Am: 25.01.2013 15:55:34 Gelesen: 737800# 827 @  
@ blaujacke [#826]

Hallo Blaujacke,

für den Kreissobersegmentstempel "Berlin, W. Reichstag" ist im Büttner die Verwendungszeit 5.12.1884 bis 06. 02.1894 angegeben.

Siehe unsere Stempeldatenbank: [http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/11926] Übrigens wurde das unbestätigte Spätdatum hier "fehlerhaft" übertragen: 06. 12.1894

Es handelt sich NICHT um einen Rohrpost-Stempel. Ich vermute, die Karte wurde nicht im Reichstag, sondern auf dem späteren Beförderungsweg der Rohrpost übergeben - also kein Widerspruch zum Büttner.

Die zweite Karte zeigt einen Rohrpoststempel mit Zeitangabe "6 -" (mit "Strich" anstelle zweier hochgestellter Nullen). Könnte dieser aus der Stempeldatenbank sein: [http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/3726].

Sammlergruß,
juni-1848
 
blaujacke Am: 25.01.2013 18:54:55 Gelesen: 737777# 828 @  
@ juni-1848 [#827]

Danke, da sind jetzt aber die Spezialisten gefragt!

Die Rohrpostkarte ist - wie von mir ja angeführt - noch beim Postamt des Reichstages in dem (vermute ich) Provisorium Leipziger Str. 4 aufgegeben worden. Da gab es mit Sicherheit noch keine RPBetrSt.

Der Brief hat aber so - glaubte ich jedenfalls - den Rohrpoststempel. Die volle Stunde wird doch auch bei den Rohrpoststempeln der Schweizer Type mit einem waagerechten Strich angezeigt! Worin unterscheiden sich aber die Stempel des Postamtes und der RPBetrSt?

Meine Frage war dann auch noch nach dem Eröffnungszeitpunkt der RPBetrSt.

Einen schönen Abend und ein eisfreies Wochenende wünsche ich!
 
blaujacke Am: 25.01.2013 20:51:17 Gelesen: 737751# 829 @  
@ blaujacke [#826]

Ähnliches beim Abgeordnetenhaus: Nach meinen Unterlagen wurde der Rohrpostanschluß 1899 hergestellt.



Die Karte wurde am 23.05.1892 nach Aufgabe bei dem Zweigpostamt im Abgeordnetenhaus aufgegeben. Die weiterbefördernden RPBetrSt hat hier keinen Stempel angebracht. Welche mag das gewesen sein?
 
DerLu Am: 26.01.2013 15:11:17 Gelesen: 737594# 830 @  
@ blaujacke [#829]

Hallo,

leider kann ich dir keine genauen Anschlußdaten des Reichstages und des Abgeordnetenhauses liefern. Aber vielleicht helfen dir diese Informationen zu den Postämtern weiter:

Lt. Steinwasser "Berliner Post" war das Postamt im Reichstag dem PA NW 7 und das Postamt im Abgeordnetenhaus dem PA S12 (verwaltungstechnisch) zugeordnet und nur während der Sitzungsperioden geöffnet. Vor dem Anschluß der beiden Häuser an das Rohrpostnetz wurde die Rohrpostsendungen per Boten an das nächstgelegene Rohrpostamt gebracht, wobei "nächstgelegene" wahrscheinlich eher zeitlich gemeint war und es daher nicht zwangsläufig ein einziges PA gab. Das Abgeordnetenhaus wurde dann an das Rohrpostnetz per Seitenlinie (820 m) mit dem PA S12 verbunden.

Gruß DerLu
 
Schmuggler Am: 27.01.2013 10:19:19 Gelesen: 737475# 831 @  
juni-1848 [#824]

Moinmoin,

wegen Deiner 5. Frage (= Schweiz) kann Dir bestimmt im Briefmarkencaffe via phil geholfen werden. Der Informationsweg geht sodann an Herrn Steinbüchel (?) weiter, Mitglied der schweizer Rohrpost-Forschungsgruppe.

blaujacke [#826]

In der von Dir genannten Ausarbeitung wird im 1. Band ab S. 120 ausführlich auf die Einführung eines Brücken-Gitterstempels(BG) für die Rohr - und die Briefpost im Reichstag eingegangen. Die direkte postalische Öffnung für den Anschluss an die Brief- und Rohrpost muß ergo zwischen dem 10.-14.12.1894 gelegen sein. Ansonsten: Siehe Beitrag [#830] vom Lu in DA.



Vom Abgeordnetenhaus ist mir nur die Jahreszahl "1899" als Rohrpost-Anschluß bekannt.
 
Schmuggler Am: 27.01.2013 11:46:41 Gelesen: 737443# 832 @  
@ blaujacke [#828]

Sorry, lese Deine Frage erst jetzt.

Ein eigenständiges bzw. selbstständiges Rohrpostamt hat ab dem 2.3.1886 im neuen, einheitlichen Rohrpoststempel das Post- UND das Rohrpostamt genannt. Die Personalhierarchie war wie bei einem gewöhnlichen, selbstständigen Brief-Postamt auch.

War wohl für die kleine Rohrpost auf Dauer zu viel Personal = zu teuer: Die Rohrpostämter wurden den Briefpostämtern unterstellt - das bisherige Rohrpostamt wird nicht mehr im Stempel genannt; nur das vorgesetzte Briefpostamt ist noch genannt - siehe die Brücken-Gitterstempel (BG) der Rohrpost ab 1888.

War das ehemalige Rohrpostamt "degradiert", wurde es freundlich mit "Rohrpost Betriebsstelle" oder bockiger und offiziell "Rohrpost Betriebsstätte" in den Unterlagen und Betriebsordnungen genannt.
 

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