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Thema: (?) (1075/1082) Rohrpostbelege
Das Thema hat 1082 Beiträge:
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blaujacke Am: 15.02.2013 23:28:57 Gelesen: 731109# 858 @  
@ blaujacke [#837]
@ DerLu [#838]

Hier heute ein weiterer Beleg - ein Rohpostbrief vom 21.06.1917 aus Berlin-Schöneberg - der den Nachweis erbringt, daß das Postamt W 56 sich des alten Rohrpostanschlusses des HTA bediente. Auch hier ist als Adresse "C 2" angegeben und in Schöneberg der Leitvermerk "56" angebracht worden. Der Ausgefertigt-Stpl. zeigt gar noch "HTA".


 
Schmuggler Am: 16.02.2013 10:22:05 Gelesen: 731000# 859 @  
@ Postgeschichte [#857]

Guten Morgen,

ich beantworte den Beitrag nicht, da Absender und Empfänger sich nicht auf eine Linie werden einigen können; schlimmer noch: Der Hintergrundleser könnte gelangweilt sein.

Alle 3 Positionen dienen nicht dem Rohrpost-Verständnis und grenzen die Freizeit sowie die private Kreativität ein.

@ blaujacke [#858]

Da hat nicht nur DerLu was zum knabbern. Gut geguckt und gut gemacht!
 
blaujacke Am: 17.02.2013 11:35:12 Gelesen: 730702# 860 @  
Ist bei dem Wertstempel der Rohrpostkarte Reichspost 8 eine Farbabweichung bekannt? Bei der gezeigten Karte erscheint dieser gegenüber allen anderen orangefarben!

Einen schönen Sonntag wünscht blaujacke!


 
Postgeschichte Am: 17.02.2013 12:50:10 Gelesen: 730679# 861 @  
@ Schmuggler [#859]

Ich bin immer für eine klare Verwendung der richtigen Begriffe und wollte von Anfang an eine Diskussion über die unstrittigen Begriffe wie Porto und Gebühr vermeiden, wie in den Beiträgen [#454] bis [#462] ersichtlich. In diesen Beiträgen habe ich Ihnen gerade hinsichtlich der Portofreiheit Hinweise gegeben, die m.E. eine Diskussion über die korrekte Bezeichnung überflüssig macht [#460]. Da Sie sich offensichtlich nicht mehr an die Beiträge erinnert und diese Diskussion wieder aufgegriffen haben, hatte ich ein separates Thema außerhalb dieses Rohrpostthemas vorgeschlagen, damit diese unnötige und für die meisten Sammler ermüdende Debatte hier ein Ende hat. Ich hatte und habe keine Probleme mit dem korrekten Begriff "Rohrpostgebühr", die Sie offensichtlich mit anderen Sammlern hatten [#462].

Ich finde schon, daß nicht nur 3 Punkte meines Beitrages, sondern alle dem Rohrpostthema dienlich sind, wie die o.a. Beiträge zeigen. Nur durch Bekanntgabe der eigenen Meinung können andere ihnen unbekannte Dinge zum Sammelthema erfahren. Wenn man dann noch für andere Argumente offen ist, was Sie offensichtlich ausschließen, steht der Forschung nichts mehr im Wege. Bei unterschiedlicher Meinung, obwohl ich keine zwischen meiner und Ihrer Äußerung ausmachen konnte, bitte ich diese nicht mit persönlichen Angriffen zu versehen. Dies fördert mit Sicherheit nicht die Forschung und die Mitarbeit hier im Forum. Auch wenn Sie der Ansicht sind, daß einige meiner Beiträge nicht Ihrem Rohrpost-Verständnis dienen, vielleicht können andere Sammler damit etwas anfangen.

@ Totalo-Flauti [#854]

Hallo Totalo-Flauti,

hier ein weiterer Eilbeleg von Warschau 2.9.16 nach Leipzig, mit Ankunftstempel des Postamtes "LEIPZIG / -5.9.16 9-10V. / * 13 8", der auf der Vorder- und Rückseite einen Zeitstempel trägt. Eine Beförderung mit der Rohrpost hätte ich auf Grund der Umschlaggröße ausgeschlossen, wird aber anhand des Briefes aus [#583] widerlegt. Der Nachweis müsste trotzdem noch erbracht werden. Bleibt noch die Frage ob es Rohrpoststempel sind oder Stempel der für die Eilsendungen zuständigen Stelle.



Mit postgeschichtlichen Grüßen
Manfred
 
peridot0_6 Am: 18.02.2013 11:25:40 Gelesen: 729751# 862 @  
Ich zeige hier zwei RU 12 Rohrpostbriefe, den oberen kann ich nicht im Ganzsachenkatalog von 2007 finden. Ich glaube, das ist ein Privatumschlag, sollte aber im Katalog sein, oder?

Viele Grüsse aus Australien und Danke im voraus,

Klaus Barrasch


 
blaujacke Am: 18.02.2013 11:28:24 Gelesen: 730357# 863 @  
@ telosgraphein007 [#546]
@ DerLu [#547]
@ blaujacke [#858]

Sollte der Stempel BERLIN Ztr. vielleicht dem alten Rohrpostanschluß im HTA (beim PA W 56) zugeordnet werden? Die gezeigte RP-Karte vom 14.3.21 ist nach "Berlin C 2" adressiert. Die RPBetrSt O 112 hat aber den Leitvermerk "56" angebracht. Lt. Postbuch von 1909 ist die Breite Str. zwar im Zustellbereich von C 2, liegt aber etwa zwischen C 2 und W 56. Bei der von DerLu angeführten Abbildung in der Ausarbeitung von Frau Buschkau ist die Adresse "Schinkelplatz 40" im Zustellbereich von W 56 (Ankunftsstempel "Ztr." !). Sowohl die RPBetrSt Schöneberg (im zuvor gezeigten Beleg) als auch die RPBetrSt O 112 haben den Leitvermerk "56" angebracht, obwohl es diesen Rohrpostanschluß offiziell noch nicht gab! Es muß darüber also interne schriftliche Unterlagen (ge)geben (haben)!



Und nun, liebe Rohrpostsammler, eifrig nach Belegen mit Leitvermerk "56" suchen!
 
ginonadgolm Am: 18.02.2013 13:39:42 Gelesen: 729717# 864 @  
[#862]

Der obere Umschlag ist keine Ganzsache. Allerdings wurde er nach amtlichem Muster hergestellt, also ein Formular ohne eingedrucktes Wertzeichen mit entsprechenden Druckvermerken unten links und rechts.

Beste Grüße von

Ingo aus dem Norden
 
blaujacke Am: 18.02.2013 13:47:09 Gelesen: 730334# 865 @  
@ blaujacke [#863]

Wer suchet, der findet:

Im Adreßbuch von 1921 ist erstmals ein separater Rohrpostanschluß "bei der Telegr. Zweigstelle Oberwallstr. 4a W 56" aufgeführt!

Zum besseren Verständmnis hier Ausschnitte der Adreßbücher von 1919-1921 (es ist dabei davon auszugehen, daß die jeweiligen Veränderungen stets mit erheblicher Verspätung - evtl. 1-2 Jahre - in den Büchern Aufnahme fanden):



Adreßbuch 1919



Adreßbuch 1920



Adreßbuch 1921

Mir fällt dabei auf, daß auch ein "Rohrpostamt" "bei der Telegr. Zweigstelle Potsdamer Tor W 9" neben dem "beim Postamt W 9 Linkstr. 4" genannt wird! Sind beide mit Stempeln belegt?
 
blaujacke Am: 18.02.2013 14:00:24 Gelesen: 729701# 866 @  
@ peridot0_6 [#862]
@ ginonadgolm [#864]

Bei Interesse gibt es zum Thema Rohrpost mehr unter http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=552&CP=0&F=1!

MfG blaujacke

[Beiträge wurden am 21.02.13 redaktionell ins genannte Rohrpost Thema verschoben]
 
DerLu Am: 18.02.2013 18:39:34 Gelesen: 730273# 867 @  
@ blaujacke [#863]

Schaue dir mal die ganzen Admiralstabs-Belege hier im Thread an: Viele die ans Auswärtige Amt adressiert wurde, tragen den Leitvermerk "56". Ansonsten [#589], [#701] und [#702] (ggf. auch ein paar Beiträge davor und dahinter).

In der letzten Thomas-Fischer Auktion wurde eine Karte aus 1920 mit Ankunftsstempel "*Ztr*" (dort als angeblich Literatur-unbekannt angepriesen !) und dem Leitvermerk "56" verkauft.

Einen schönen Abend wünscht DerLu
 
blaujacke Am: 18.02.2013 18:57:23 Gelesen: 730243# 868 @  
@ DerLu [#867]

An diese diversen Beiträge hatte ich mich natürlich erinnert; aber allem Anschein nach war der Rohrpostanschluß - wie jetzt im Adreßbuch gefunden - nicht als ein offizieller bekannt! Es geht nun ja auch noch um die Frage, ob bei W 56 der Stempel "Ztr." benutzt wurde.
 
cartaphilos Am: 30.03.2013 05:05:50 Gelesen: 719998# 869 @  
@ blaujacke [#868]

Das Rohrpostamt W56 ist in gleichen Gebäude untergebracht gewesen wie das HTA: Französische Straße 33 a-d.

Da es sich um ein Eckgebäude handelt, gab es auch einen Eingang in der Oberwallstraße 4a.



Erklärung: rote Ovale von links: Admiralstab, Potsdamer Bahnhof / W9, Auswärtiges Amt, HTA / W56

Das Rohrpostamt W56 ist eine besondere Funktionsabteilung des HTA gewesen, die sich aus der Bestimmung herleitet, daß Rohrpostsendungen an das Auswärtige Amt in der Wihelmstraße über das HTA zu laufen haben.

Entsprechend finden wir sowohl auf den Rohrpostumschlägen des Admiralstabs der Marine ans Chiffrierbüro des Auswärtigen Amtes mit dem Leitvermerk "56" als auch auf sonstigen Sendungen nach C2 - die vielfach aich den Leitvermerk "56" aufweisen - rückseitig den Automatenstempel des HTA. Dies ist wenigstens zwischen 1916 und 1917 nachweisbar.

Wahrscheinlich gab es vom HTA aus einen Hausrohrpostanschluß ins Auswärtige Amt, denn ich kann es mir nur schlecht vorstellen, daß ein Bote mit pneumatischer Staatskorrespondenz die geschätzten 1000 Meter von der Französischen Straße 33 a-d bis zur Wilhelmstraße zu Fuß unterwegs war. Analog gab es ja auch einen Hausrohrpostanschluß aus dem Gebäude des Admiralstabs der Marine zum Postamt Berlin W9.

Doch nun weiter zum Schicksal des Rohrpostamtes W56: Es war entstanden als die Funktion des Regierungsrohrpostamtes im HTA. Und als das HTA in die Oranienburger Str. umzog, gab es keinen grund anders zu verfahren als bisher: Rohrpostsendungen nach W56 wurden aufs HTA geleitet und dort intern gleich in die Regierungsabteilung W56 weitergeschickt.

Diese Funktion des Rohrpostamtes für Regierungsstellen behielt es bei, auch nach dem Fortzug des HTA und nutze die installierten Anlagen natürlich weiter. Hier nun wurde nach dem Krieg die Einrichtung eines "zentralen" Rohrpostamts für Regierungsstellen aufrechterhalten und nun auch ein Rohrpoststempel geführt:



Wenn es sich nicht um Regierungsstellen gehandelt hat, dann war der Postort Berlin C oder C2, das zuständige Rohrpostamt aber Berlin W56, das einen Rohrpostankunft-Stempel Berlin *Ztr.* verwendete, der auch als Aufgabestempel vorkommt.

Rohrpostsendungen, die nach Berlin C oder C2 adressiert waren, erhielten dementsprechend auch den Leitvermerk "56". In Fällen, in denen bereits der rote Leitvermerk "C" angebracht war, wurde dieser wieder gestrichen und durch "56" ersetzt.



einen schönen guten Morgen allen
telosgraphein007
 
blaujacke Am: 01.04.2013 22:56:40 Gelesen: 719648# 870 @  
@ telosgraphein007 [#869]

Danke für diese ausführliche Erklärung - aber: Wie verhält es sich mit den Bestellbotenstempeln auf den DRUB des Admiralstabes?
 
cartaphilos Am: 02.04.2013 14:57:03 Gelesen: 719505# 871 @  
@ blaujacke [#870]

Da schaun wir doch einmal unter http://www.gutefrage.de nach. ;-)

Oder besser. Ich versuche mir da selbst einen Reim drauf zu machen. Habe bisher aber nur wenig zielführende Ideen. Ich schau einmal größerere Mengen von DRUBS durch, was denn da an Zustellerstempeln drauf ist, wenn es ans Chiffrierbüro geht. Aber es will mir bei all der preußischen Gründlichkeit nicht in den Kopf rein, daß die Umschläge erst mal einen Kilometer weiter befördert werden, um dann zu Fuß oder Fahrrad gleich wieder zurückgebracht zu werden. Das hätte an doch vom Potsdamer Platz genausogut haben können oder eben noch schicker über W8 in der Französischen Straße 9.

grübel grübel
 
blaujacke Am: 06.04.2013 11:02:59 Gelesen: 717203# 872 @  
Ich habe gerade bei Pumpenmeier die "Nachtrags-Dienstanweisung für die Rohrpostboten im Bezirk Berlin" vom Januar 1898 erworben. In § 1 heißt es:

"Für die Bestellung von Rohrpostbriefen und Rohrpostkarten gelten im Allgemeinen die Vorschriften über die Bestellung von Telegrammen (vergl. § 32 u. f. der Dienstanweisung für Briefträger im Orts-Brief und Telegramm-Bestelldienst)."

Kennt oder hat jemand diese Dienstanweisung? Ich hätte davon gern eine Kopie!



Allen ein schönes Wochenende mit ein bißchen Sonnenschein!
 
Richard Am: 08.04.2013 06:43:34 Gelesen: 716835# 873 @  
Eine Frage, die ich per Mail erhalten habe:

Was bedeutet die im Rohrpost Thema verwendet Abkürzung Drub ?

blauejacke hat mir per Mail geantwortet:

Die Abkürzung DRUB steht im Michel für "Dienst-Rohrpost-Umschläge auf Bestellung des Admiralstabs"!

Vielen Dank für die Antwort und weiterhin die Bitte an alle, gerade die Fachbegriffe in keinem Thema abzukürzen, damit sie von Anfängern verstanden sowie von der Forumsuche und der Google-Suche gefunden werden. Die Abkürzung DRUB habe ich bei Google massenhaft gefunden, nur nicht im Zusammenhang mit Dienst Rohrpost Umschlägen.

Schöne Grüsse, Richard
 
blaujacke Am: 13.05.2013 08:55:49 Gelesen: 707569# 874 @  
Wann wurde die Rohrpostbetriebsstelle Wilmersdorf 2 eröffnet?

Angaben Büttner: 07.07.1913
Angaben Fiege (in SD 5/1969): 07.04.1913
Angaben Hueske: 1913
Berliner Adressbücher ab 1907 unter den Vororten (s. Scan) und ab 1914 (!) unter der Gesamtauflistung der Berliner Rohrpostämter



Wer verfügt über genauere Daten?
 
Schmuggler Am: 16.05.2013 09:56:54 Gelesen: 707027# 875 @  
Moinmoin,

im "Postbuch von Berlin" wird die "Postzweigstelle Wilmersdorf 2 b. Berlin", am Kaiserplatz 6, erstmals 1907 genannt. Der Erscheinungsmonat dieser Nachschlagewerke war im Allgemeinen der Oktober; vereinzelte Ausnahmen (z.B. 1900) bestätigen diesen Zeitraum.

Kurz: Die Eröffnung muß vor 10/1907 liegen.

Salute!
 
blaujacke Am: 16.05.2013 14:38:25 Gelesen: 706984# 876 @  
@ Schmuggler [#875]

Ob auch das Postbuch irrt? In der mir vorliegenden Ausgabe (Reprint) vom Oktober 1909 wird Wilmersdorf noch ohne Rohrpost (nur Telegraphenbetrieb) geführt!
 
Schmuggler Am: 16.05.2013 17:22:13 Gelesen: 706947# 877 @  
@ blaujacke [#876]

'Tschuldigung.

Ich habe einen Fehler eingebaut. Deswegen nochmals das Ganze bis zum Anschlag:

- 10/1907 wird Wilmersdorf 2 erstmals als Zweigstelle zu 1 genannt. Richtig: Von Rohrpost steht da in den Symbolen nix; W 2 hatte einen Telefonautomat und einen Telegrafenbetrieb.

- 10/1911 wird Wilmersdorf 2 letztmalig mit dem Standort "Kaiserplatz" genannt. Das Rohrpostsymbol fehlt immer noch, der Rest wie gehabt.

- 10/1912 wird Wilmersdorf 2 erstmals mit dem Standort "Mainzer Str. 16" genannt. Alles andere blieb wie genannt, nur der Telefonautomat wurde um eine öffentlichen Fernsprechzelle ergänzt.

- 10/1913 erscheint neben dem Telefonautomat, dem Telegraphenbetrieb und der öffentlichen Telefonzelle erstmals das Symbol der Rohrpost: Liegendes Kreuz im Quadrat ...

... und dann kam der Krieg.

Das "Postbuch" ist die einzige halbamtliche Informationsquelle, gedruckt in dem R. Decker Verlag - der ehemaligen Hof-Druckerei. Eine "amtliche" gab es zu dem Thema zu dieser Zeit nicht. Alle "Konkurrenten" schrieben von dort ab bzw. verwendeten diese Informationen. Fehler können ergo sich immer einschleichen - spätestens beim Autor, siehe oben.

:-)
 
bekaerr Am: 20.05.2013 15:11:56 Gelesen: 706129# 878 @  
Hallo zusammen,

ich wurde von Schmuggler auf dieses Thema hier aufmerksam gemacht. Bin fast erschlagen ob der Informationsflut. :-) Beim Lesen und versuchsweise Mitdenken, ist mir eingefallen, dass ich in einem alten "Archiv für Post ..." mal einen Artikel gesehen hatte, der zum Thema passt. Hat zwar nichts mit den Tarifen zu tun, aber ich vielleicht ist er dennoch für den Einen oder Anderen von Interesse.




 
bekaerr Am: 20.05.2013 16:31:00 Gelesen: 706111# 879 @  
Hallo noch einmal,

"mein" Thema ist eigentlich der Orts- und Nachbarortsverkehr. Da ca. 40 % aller Nachbarortsverbindungen auf die OPD Berlin entfielen, habe ich meine Belege mal unter dem rohpostalischen Aspekt durchgesehen. Bei folgendem Beleg bin ich nicht ganz schlüssig:



Meine Interpretation:

Aufgegeben beim Postamt im Abgeordnetenhaus am 25.7.1915 zwischen 11 und 12 Uhr Vormittags. Von dort per Rohrpost zum Postamt Berlin 9 (rote 9 als Leitvermerk und Stempel "Berlin / 25.7.15 1110 V / * 9 a")

Der Brief sollte nach Lichterfelde, einem Postort in der Gemeinde Groß-Lichterfelde (Nachbarortsverkehr zugelassen erst ab 30.4.1912!) und dort per Eilboten zugestellt werden. Porto und Gebühren errechnen sich aus 5 Pf für den Brief im NOV zzgl. 25 Pf für die Eilbestellung. Soweit passt alles. Meine Fragen nun: Wurden alle abgehenden Briefsendungen vom Postamt "Abgeordnetenhaus" mit der Rohrpost verschickt? Weiter oben schreibt Schmuggler [#375], dass es sich um einen Rohrpost-Stempel handelt.

Auch macht mich stutzig, dass sich auf dem Umschlag keine weiteren Stempel befinden. Zumindest vermisse ich einen Ankunftsstempel von Lichterfelde. Die Rückseite ist leer. Was haltet Ihr davon?

Grüße,
Bernd
 
blaujacke Am: 20.05.2013 18:33:55 Gelesen: 706087# 880 @  
@ bekaerr [#879]

Seit 1887 ging für die Rohrpost geeignete Eilpost (im Ortsverkehr!) über diese Beförderungsmöglichkeit! Die Rohrpostbetriebsstelle Abgeordnetenhaus hatte allerdings einen eigenen Rohrpoststempel, der hier nicht abgeschlagen wurde.

Mit Pfingstgruß
blaujacke
 
DerLu Am: 21.05.2013 07:01:22 Gelesen: 705983# 881 @  
@ bekaerr [#879]

Hallo Bernd,

vielleicht noch ein paar zusätzliche Worte zu deinem Brief und den Ausführungen von Blaujacke: Wie schon Blaujacke anmerkte, ist der abgeschlagene "Abgeordnetenhaus"-Stempel nicht der Rohrpoststempel, sondern der Briefstempel: Erkennbar an der Uhrzeit ('10-11V') und dem Unterscheidungsbuchstaben 'a'.

Der zweite Stempel ist, wie du richtig geschrieben hast, der Rohrpoststempel vom Postamt W9 am Potsdamer Bahnhof. Von dort ging der Brief dann, wahrscheinlich mit der Bahn, nach Lichterfelde.

Auf die Gefahr hin, daß der Rohrpoststempel des Abgeordnetenhaus schon mal gezeigt wurde:



Gruß DerLu
 
DerLu Am: 23.05.2013 21:48:23 Gelesen: 705592# 882 @  
@ Concordia CA [#434]

Ich habe noch einen weiteren der ungewöhnlichen Botenstempel des Postamtes SW 12 gefunden: *2.*

Er befindet sich auf einer auffrankierten Postkarte P63 die am 3.10.1903 vom Postamt W30 nach SW12 lief. Auch vom Verwendungszeitpunkt passt er zu den bisher bekannten Stempeln.



Gruß DerLu
 

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