Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Die ersten Jahre des Streifbandes bzw. Kreuzbandes als Ganzsache
Das Thema hat 73 Beiträge:
Gehe zu Seite:  1   2 3 oder alle Beiträge zeigen
 
Christian Am: 05.07.2009 01:11:40 Gelesen: 102777# 1 @  
Ausgaben vor 1933

Nachdem ich feststellte, dass vielseitiges Interesse an den unterschiedlichen Beiträgen zu Ganzsachen besteht, möchte ich hier als Fortsetzung der Beiträge das Streifband in den Mittelpunkt des Beitrages setzen. Streifbänder als Ganzsache sind fast so alt wie die Briefmarke. Ich bin sicherlich kein Experte auf diesem Gebiet, versuche aber einen Beitrag thematisch etwas aufzuarbeiten. So mögen alle Expertenmit einem interessierten Laien etwas Nachsicht üben und im Idealfall mit Ihren Beiträgen dem Thema mehr Glanz verleihen.

Zur Einführung in das Thema möchte ich hier zwei Lexika-Definitionen wiedergeben

Im Meyers Konversationslexikon findet sich folgender Eintrag zu Streifband, bzw. Kreuzband:

„Kreuzband im Gegensatz zum geschlossenen Briefumschlag offene, d. h. bequem zu lösende Umhüllung für Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere, die gegen ermäßigte Gebühren (s. Porto) mit der Post versandt werden sollen. Der K. besteht aus zwei sich rechtwinklig kreuzenden Streifbändern aus Papier oder dünner, haltbarer Pappe und dient namentlich zur Verpackung größerer Drucksachensendungen, die tunlichst noch zu umschnüren sind; für kleinere Sendungen genügt ein einfaches Streifband (franz. sousbande, engl. wrapper), das aber so fest umgelegt werden muß, daß sich andre Sendungen, z. B. Postkarten, nicht hineinschieben können.“

(Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 647.)

Pierer's Universal-Lexikon von 1860 bietet folgende Definition:

„Kreuzband, Brochüren, Zeitungen, gedruckte u. lithographirte (überhaupt auf mechanischem Wege vervielfältigte, jedoch ausschließlich für den öffentlichen Gebrauch dienende) Anzeigen, Bekanntmachungen, Mittheilungen etc. genießen, wenn sie frankirt unter K. (d. h. von zwei schmalen kreuzweis über einander gefügten Papierstreifen umgeben) od. unter Streifband (d. h. von einem breiteren Streifen umschlossen) aufgegeben werden, nach den meisten Postverordnungen eine bedeutende Portoermäßigung; doch dürfen sie außer Adresse, Datum u. Namen (resp. Firma) des Absenders durchaus nichts Geschriebenes enthalten; einzig ausgenommen hiervon sind Correcturbogen, bei denen jedoch auch nur wirkliche Correcturen im engsten Sinne des Wortes gestattet sind. Derartige Sendungen kosten im ganzen Deutsch-österreichischen Postvereine (s. Deutschland [Geogr.]), für je 1 Zollloth 4 Pfennige preußisch, od. 3 Pf. sächsisch, resp. 1 Kreuzer; auch die aus dem Deutsch-österreichischen Postvereine nach Frankreich, der Schweiz, England u. den Vereinigten Staaten etc. zu befördernden Kreuzbandsendungen genießen eine sehr bedeutende Portoermäßigung. Derartige Sendungen irgendwie zu Correspondenzen zu benutzen, wird criminell bestraft. Dagegen genießen im Deutsch-österreichischen Postvereine mehre wohlthätige, wissenschaftliche etc. Vereine innerhalb der respectiven Postgebiete auch für ihre Correspondenz, wenn sie dieselbe unter K. od. in unversiegeltem Couvert aufgeben, volle Portofreiheit. Unfrankirt aufgegebene Kreuzbandsendungen werden wie gewöhnliche Briefe (mit 1 Silbergroschen Zuschlag pro Zollloth, wenn sie über die betreffende Landesgrenze gehen) behandelt.“

(Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 800.)

Um einen Anfang zu machen, einige Beispiele:



Kap der Guten Hoffnung, Ausgabe 1903, 1/2 Half-Penny, grün auf sämisch, Ascher Nr. Streifband 17a



Argentinien, Ausgabe 1892, 1/2 Centavo blau, Wertstempel mit kleinem Freiheitskopf, Ascher Nr.: Streifband 15



Hier ein deutsches Exemplar:

Gelaufen von Esslingen nach Genf, abgestempelt am 17.5.1985, Ausgabe 1890, 3 Pfennig braun Michel Nr. S7 (analog), Ascher, Privatstreifband Nr. 1



Streifband Schweiz, Schwarz auf gelbem Papier, Ausgabe 1902/03, gelaufen von Burgdorf nach Bern am 11.8.1900, Michel Nr. S13

Jetzt wünsche ich allen viel Spaß mit dem Beitrag, verbunden mit der Hoffnung, sehr viele Exemplare und Erklärungen lesen zu können.

Herzliche Grüße

Christian
 
Jürgen Witkowski Am: 05.07.2009 16:48:36 Gelesen: 102743# 2 @  
Erst im Jahr 1870 wurden in Großbritannien die ersten Streifbänder mit eingedrucktem Wertstempel ausgegeben. Im englischen Sprachraum haben die Zeitungs-Streifbänder den Namen "Newspaper Wrapper". Die letztmalige Ausgabe von Newspaper Wrappers in Großbritannien erfolgte im Jahr 1938.

Außer dem eingedruckten Wertstempel hatten sie sie noch eine vier- oder fünfzeilige Bemerkung eingedruckt, die aussagte, dass man nur Zeitungen oder Zeitschriften damit versenden durfte, ohne Briefe oder dergleichen hinzuzufügen. Andernfalls würde das Porto für einen Brief berechnet.

Das Streifband zu 1/2 Pence, Ausgabejahr 1889, MiNr. S7, ist adressiert an einen Kunden in Battersea, einem Aussenbezirk von London.



Für Pressesendungen gab es besondere Stempel, Newspapaer Branch Postmarks. Sie waren häufig aus Gummi, um auf dem unebenen Untergrund besser abgeschlagen werden zu können. Hier haben wir es mit einem speziellen Londoner Typ zu tun, der am 19.2.1897 abgeschlagen wurde. Andere Typen haben nur die Buchstaben NPB für Newspaper Branch ohne weitere Datumsangaben oder auch FB für Foreign Branch, falls die Sendungen ins Ausland gingen.

Diese Sendung konnte in Battersea nicht zugestellt werden - undeliverable at address. Das Streifband erhielt einen Tagesstempel des Postamtes Battersea vom selben Tag und ging an den Absender zurück.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
BD Am: 05.07.2009 17:45:14 Gelesen: 102731# 3 @  
Streifband 1/3 Gr. grün mit Adler großes Brustschild ( Mi. S3) für Drucksachen bis 40 Gramm, hier als Ortsdrucksache, was aber keine weitere Ersparnis brachte.

Mit besten Grüßen BD


 
Christian Am: 06.07.2009 01:51:02 Gelesen: 102702# 4 @  
@ Concordia CA [#2]

Hallo Jürgen,

zuerst einmal freue ich mich, dass der Beitrag angenommen wurde. Hoffentlich werden noch viele Belege eingestellt.

Hier nochmal das Streifband von Cape of good hope (Kap der Guten Hoffnung), Ausgabe 1903, 1/2 Half-Penny, grün auf sämisch, Ascher Nr. Streifband 17a. Der von dir erwähnte Text wurde natürlich im ganzen Commonwealth verwendet und ist auf diesem ungebrauchten Streifband gut zu erkennen.



Ich stelle hier diese Streifband aus meinem ersten Beitrag nochmal ein, um die Größe (hier die Halbe) darzustellen. Abmessungen: 300mm X 125mm.

Natürlich möchte ich meinen Beitrag nicht beenden, ohne ein weiteres Streifband zu zeigen.



Es handelt sich um ein Streifband aus Natal, Ausgabe 1902, 1/2 Penny grün, Kopf König Edward, leider ohne erkennbares Datum.

Und wenn wir schon dabei sind, noch ein Streifband aus dem Britischen Postgebiet.



Union South Africa, König Georg nach links im Flachdruck, Ausgabe 1913, Ascher: Streifband Nr. 1. Der oben erwähnte Druck der Verwendungsrichtlinien ist hier in Englisch und Holländisch vorhanden.

Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 08.07.2009 00:53:06 Gelesen: 102657# 5 @  
Heute möchte ich zwei Streifbänder aus Frankreich vorstellen:

1 Cent, grau, geflügelte Figur, Ascher: Streifband Nr. 12, Ausgabe 1900.
Verwendung: Innerorts Roubai, abgestempelt am 26.7.1902,



2 Cent, violett, geflügelte Figur, Ascher: Streifband Nr. 13, Ausgabe 1900.
Gelaufen ist das gute Stück von Angers nach Manche am 24.8.1905 (?)



Herzliche Grüße

Christian
 
Jürgen Witkowski Am: 09.07.2009 12:37:58 Gelesen: 102633# 6 @  
Das Streifband zu 1/2 Pence, Ausgabejahr 1889, MiNr. S6, ist mit einem typischen NPB-Stempel (Newspaper Branch) versehen und nach Stuttgart gelaufen. Ich finde es erstaunlich, dass beim Porto zu dieser Zeit nicht zwischen Inlandversand und Auslandversand unterschieden wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 10.07.2009 22:11:06 Gelesen: 102607# 7 @  
@ Concordia CA [#6]

Einige Firmen nutzen individuelle Streifbänder, die mit Absenderangaben und manchmal auch mit zusätzlichen Vermerken bedruckt waren. Diese privaten Ganzsachenausgaben weisen häufig andere Formate auf und in der Regel fehlt der amtliche Nutzungsvermerk.

Während der in Beitrag [#6] gezeigte Beleg den für gewöhnlich im britischen Inlandsverkehr genutzten NPB-Stempel aufweist, hat dieses Streifband den für den Auslandsverkehr vorgesehen FB-Stempel (Foreign Branch).

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Stempelwolf Am: 11.07.2009 19:37:54 Gelesen: 102583# 8 @  
Auch die Privat-Stadt-Post Stuttgart gab Streifbandausgaben heraus. Hier ist die seltenste dieser Ausgaben:

1 1/2 Pfennig dunkelblau rosaweiß vom 25.3.1893. Jädicke-Nr. 2.88. Laut Jädicke sind kaum Belege vorhanden. Diese Ausgabe wurde bereits am 30.9.1893 durch eine andere Ausgabe abgelöst.



Beste Grüße
Wolfgang
 
Jürgen Witkowski Am: 12.07.2009 22:58:50 Gelesen: 102559# 9 @  
Da der englische Queen Victoria ein langes Leben beschieden war und das Porto stabil blieb, bestand keine Veranlassung die Streifbänder zu verändern.

Um die in einem anderen Thema durch unermüdliches und weitgehend kommentarfreies Zeigen gleichartiger Belege aufkommende Monotonie zu vermeiden, will ich ein wenig die Geschichte erzählen, die ein unscheinbares zerknittertes Zeitungsstreifband hergibt.

Der Aufgabestempel vom Bahnhof Liverpool (Liverpool Exchange) vom 16. November 1894 hat eine Besonderheit in der Uhrzeitangabe. Die Uhrzeit 6 H*P steht für 18.40 Uhr. Beginnend mit dem Buchstaben "A" für 5 bis zum Buchstaben "L" für 55 wurde damit die Minutenzeit im Abstand von 5 Minuten dargestellt. Es gab auch Stempel in denen die Stunden ebenfalls durch Buchstaben von A - M für 1 -12 verwendet wurden. Diese Stempel waren hauptsächlich zwischen 1893 und 1895 in Gebrauch, vereinzelt noch bis ca. 1900.

Der Empfänger, die Baumwollfabrik Herzfeld Söhne, Düsseldorf war seinerzeit eine der bedeutendsten rheinischen Unternehmerfamilien. Vielleicht wurde mit diesem Streifband eine Fachzeitschrift über Maschinen zur Baumwollherstellung oder Weberei verschickt. Auf diesem Sektor hatte England zu dieser Zeit Weltgeltung.

Die Familie Jakob Herzfeld war interessanter weise befreundet mit einem gewissen Karl Marx. Auf die Söhne Joseph und Franz scheint die Bekanntschaft großen Einfluss gehabt zu haben. Joseph Herzfeld wurde zwischen 1898 und 1924 als Politiker und Abgeordneter der SPD, USPD und schließlich der KPD bekannt. Sein Bruder Franz führte unter dem Künstlernamen Franz Held als anarchistischer Dichter, Dramatiker und Prosaautor ein schwieriges Leben, dass in einer Irrenanstalt endete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Herzfeld
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Held_%28Schriftsteller%29

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Christian Am: 14.07.2009 22:59:47 Gelesen: 102532# 10 @  
Guten Abend zusammen.

Eigentlich wollte ich einen längeren Beitrag zur Geschichte der Streifbänder sowie deren Bedeutung für die Zeitschriftenindustrie schreiben, komme aber aus Zeitmangel nicht dazu, die entsprechenden Quellen aufzuarbeiten.

Aus diesem Grund möchte ich hier einige interessante Links zum Thema einstellen.

Interessierte finden hier bestimmt das ein oder andere Interessante zu diesem Thema.

http://www.zeitschriften.ablit.de/graf/g1.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Elnolde/vineta-provisorium

http://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_das_Postwesen_des_Norddeutschen_Bundes

http://www.legilux.public.lu/leg/a/archives/1856/0008/a008.pdf

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 14.07.2009 23:15:13 Gelesen: 102529# 11 @  
@ Concordia CA [#9]

Hallo Jürgen,

um deinen letzten Beitrag aufzugreifen, möchte ich an dieser Stelle noch weitere Streifbänder mit der Queen Victoria zeigen.

Als erstes ein Exemplar aus Ceylon



5 cents olivgelb, Kopf der Königin Victoria im Hochrechteck, Ausgabe 1895, Ascher Streifband Nr. 5 II, bräunliches Hanfpapier. Das Streifband hat eine Länge von 32 cm.

Als Zweites ein Streifband aus Trinidad



Half Penny, grün auf gelblichem Papier, Ausgabe 1884. Der Gebrauch war innerorts in Arima, abgestempelt am 25. September 1891.

Herzliche Grüße

Christian
 
HEFO58 Am: 15.07.2009 00:16:18 Gelesen: 102523# 12 @  
Hallo

Dann will ich hier auch einmal was zeigen. Ein Streifband der USA - Ausgabe 1887/95, Ascher Streifband Nr. 17 I G (Dank an Christian für diese Angaben), 1893 gelaufen nach Nürnberg.

Gruß
Helmut


 
Carolina Pegleg Am: 15.07.2009 01:10:04 Gelesen: 102518# 13 @  
Nun bin ich nach HEFO58 nicht der erste, der ein amerikanisches Streifband zeigt:



Gelaufen ist es von Boston, Mass. nach Foxboro, Mass. Der Stempel ist -- wie auch bei dem in [#12] gezeigten Stück -- ein typischer Stempel wie er auf diesen Belegen oft vorkommt, da Streifbänder vorschriftsmässig nicht mit Datum gestempelt werden sollten. Diese Ovalstempel finden sich auch häufig auf Paketsendungen oder zur Entwertung der Marken bei Einschreibebriefen.

Kurioserweise gehörten in den USA bei Einschreibesendungen, wenn man "exakt nach Vorschrift" ging, zwei Abschläge des Aufgabestempels auf die Rückseite. Die Vorderseite war bei Einschreibesendungen für den Aufgabestempel ausdrücklich tabu, weswegen dann oft diese Ovalstempel oder sonstige "Killer" dort zur Anwendung kamen. Jetzt müsste ich eigentlich einen passenden Einschreibebrief zeigen, aber diese Information gehört ja eigentlich gar nicht hierhin, wollte nur die Stempel erläutern.

Die Buchstaben, bei HEFO58 New York "P" und bei mir Boston "R" indizieren das Zweigpostamt. Also New York City, Station P. Das war das Postamt an Brodway und Stone St. Für den Bostoner Stempel kann ich das Zweigpostamt "R" nicht identifizieren. Die Stations der grossen Städten wurde allesamt in den 1900ern/1910ern nach und nach von Buchstaben in "Klartext" unbenannt. Nur ganz gelegentlich kann ich anhand von meiner Stempelliteratur den Namenswechsel nachvollziehen.
 
Jürgen Witkowski Am: 19.07.2009 23:55:17 Gelesen: 102483# 14 @  
Nach dem Ableben von Queen Victoria folgte ab 1902 das Konterfei von König Eduard VII. auf den Wertstempel der britischen Streifbänder. Da man in der Regel nur die zusammen gefaltenen und verklebten Streifbänder kennt, will ich einmal ein unbenutztes MiNr. S 11 zu 1 P. in voller Größe von 125x300 mm zeigen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Christian Am: 21.07.2009 02:04:20 Gelesen: 102460# 15 @  
Streifbänder Argentiniens von 1878 - 1917 Teil I

Mit diesem und den folgenden Beiträgen, möchte ich die Streifbänder Argentiniens vorstellen. Bei der Suche nach einem schönen Exemplar, stellte ich fest, dass ich gerade aus Argentinien eine ganze Reihe von Streifbändern habe. Zuerst hatte ich versucht einen Sammelbeitrag zu schreiben, musste aber bei näherer Beschäftigung mit den Objekten feststellen, dass mir die Zeit fehlt, alles an einem Stück einzustellen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mehrere Beiträge nach und nach einzustellen.

Anfangen möchte ich natürlich mit der Nummer 1, Ausgabe von 1978, Brustschild des Generals Arenales. Laut Ascher Ganzsachenkatalog werden hier zwei Type unterschieden:

Typ a, karmin, abgerundetete Klappe



Mir fehlt leider das Vergleichsmaterial, um sagen zu können, ob der Text wie bei Nr. 1b vorhanden, fehlt.

und Typ b, ziegelrot, schräg geschnittene Klappe



Hier noch zwei gelaufene Stücke, die deutlich machen, wie stark die Farbe bei der Nr. 1b schwanken. Die Stempel konnte ich nicht entziffern.





Nr. 1b mit Zusatzfrankatur 1 Centavo (Abbildung von Velez Sarsfield), 1888/1891, Michel Nr.64, gelaufen nach Lüneburg.

Streifband Nr. 2, Abbildung: Brustschild Agüeros, 4 Centavo blau, Ausgabe 1880



Im nächsten Beitrag möchte ich die Serie "Wertziffer im Brief" von 1882 - 1889 vorstellen.

Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 27.07.2009 23:42:26 Gelesen: 102396# 16 @  
Streifbänder Argentiniens von 1878 - 1917 Teil II 1882 - 1890

Bei den hier gezeigten Beispielen handelt es sich um die Wertziffer im Brief. Für die Auswahl der Beispiele zu diesem Beitrag habe ich um die 30 Stücke angesehen. Nach längerer Beschäftigung musste ich feststellen, dass keines wirklich dem anderen gleicht. Leider habe ich über den Ascher Ganzsachen-Katalog hinaus keine Literatur, die die unterschiedlichen Abarten und Farbnuancen näher beschreibt. Ich hoffe ihr habt trotzdem Freude an diesem Beitrag.

Streifband Nr. 3, Ausgabe 1882, Gerade Klappe, Ecken abgeschrägt, rückseitiger Druckvermerk
"LIBERIA EUROPA I. Jacobsen & Ca., 242, Calle Florida, Buenos Aires."
Bei der Nr. 3 ist der Strich unter Impressos 11 oder 13mm lang



Streifband Nr. 4, Ausgabe 1884 mit veränderter Zeichnung, gerade Klappe, Ecken abgeschrägt.



Streifband Nr. 6, Ausgabe 1888, Wertstempel etwas schmäler und Häckchen der zwei geschweift. Alle Karten weißen extreme Unterscheide in Farbe, Druckqualität und Druckfehlern auf.





Streifband Nr. 7, Ausgabe 1889, Wertstempel von Nr. 4 grob retuschiert, Posthorn ohne Schnüre.



Streifband Nr. 8, Ausgabe 1899, Wertstempel im unteren Teil. Es werden grundsätzlich zwei Papiersorten unterschieden, A: gewönhliches Papier, hell- und dunkelsämisch und B: Durchsichtiges Hanfpapier

Beispiele Typ A



Fehldruck, Wertstempel links


Beispiele Typ B Hanfpapier. Es werden zwei Papierfarben unterschieden (auf dem Scan leider nicht sehr deutlich), graubräunlich und gelblichweiß



Der dritte Teil wird sich mit den Streifbändern aus dem Zeitraum 1890 - 1916 befassen. Ich hoffe, die Darstellung ist nicht zu langweilig.

Herzliche Grüße

Christian
 
Jürgen Witkowski Am: 29.07.2009 23:49:58 Gelesen: 102353# 17 @  
@ Christian [#16]

Nachdem ich die argentinischen Streifbänder im Original gesehen habe, muss ich Dir beipflichten: Jedes Stück scheint ein Unikat zu sein. Ob das nun auf mangelhafte Katalogisierung oder auf stark schwankende Ausführungsqualität bei der Herstellung zurückzuführen ist, werden wir wahrscheinlich nicht klären können.

Zur Abwechslung ein Streifband, bei dem es nicht viel zu rätseln gibt. Es kommt aus Britisch Guiana, Ausgabe 1884, Ascher-Nr. 2 I, zu 2 Cent und ist im Jahr 1888 nach Bremen gelaufen. Die Entwertung erfolgte mit einem Squared Circle Postmark von Georgetown, British Guiana (Type B nach Fernau).

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Christian Am: 04.08.2009 23:16:44 Gelesen: 102272# 18 @  
@ Concordia CA [#17]

Der Vollständigkeit halber hier noch
Streifbänder Argentiniens von 1878 - 1917 Teil III[ 1890 - 1906

Streifband Nr. 9, Ausgabe 1890, Kopfbild General Arenales, 1 Centavo, blaugrün. Variante

a), sämisch, gewöhnliches Papier



b), graugelb, durchsichtiges Papier



PS: es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich Farben auf unterschiedlichen Papieren wirken.

Streifband Nr. 10, Ausgabe 1890, Kopfbild Alvear, 2 Centavos, violett




Streifband Nr. 11, Ausgabe 1890, Kopfbild San Martin, 4 Centavos, blau, Variante a.



Streifband Nr. 14, Ausgabe 1892, Kopfbild San Martin, Alvear, 2 Centavos, violett, wie Nr. 10, jedoch "Impresos" links größer.



Streifband Nr. 17, Ausgabe 1892, Brustbild Rivadaviaa, 2 Centavos, gelbgrün


Streifband Nr. 18, Ausgabe 1892, Brustbild Rivadaviaa, 4 Centavos, graugrün



Streifband Nr. 19, Ausgabe 1896, Freiheitskopf im Prägedruck, 1/2 Centavo, himmelblau



Streifband Nr. 20, Ausgabe 1896, Freiheitskopf im Prägedruck, 2 Centavos, hellgrün



Streifband Nr. 28, Ausgabe 1899, Freiheitskopf im Prägedruck, 2 Centavos, schwarzblau



Streifband Nr. 30, Ausgabe 1902/03, Freiheitskopf im Falchdruck, 1 Centavo, blau

Abbildung mit Zusatzfranktur, gelaufen nach Antwerpen


Streifband Nr. 31, Ausgabe 1902/03, Freiheitskopf im Falchdruck, 2 Centavos, schwarzblau



Streifband Nr. 34, Ausgabe 1906, Brustbild San Martin, 1 Centavo, blau



Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 06.08.2009 22:24:49 Gelesen: 102203# 19 @  
Gestern hatte ich noch 3 Streifbänder vergessen:

Streifbänder Argentiniens von 1878 - 1917 Teil III ab 1890 - kleine Ergänzung

Streifband Nr. 15, Ausgabe 1892, Brustbild Rivadavia, 1/2 Centavo, blau



Streifband Nr. 16, Ausgabe 1892, Brustbild Rivadavia, 1 Centavo, rotbraun



Streifband Nr. 40, Ausgabe 1911, Landmann mit Pflug, 4 Centavos, grün



So, damit beende ich mal die Streifbandserie Argentinien.

Herzliche Grüße

Christian
 
Jürgen Witkowski Am: 08.08.2009 17:52:52 Gelesen: 102168# 20 @  
Aus dem Jahr 1891 stammt dieses russische Streifband, MiNr. S 4A, zu 2 Kopeken.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Christian Am: 10.08.2009 23:16:22 Gelesen: 102125# 21 @  
Hallo,

Ägypten war noch nicht vertreten. Hier das Streifband Nr. 1, Pyramide mit Sphinx, 1 Millième braun, Ausgabe 1889.



Gelaufen ist das Streifband am 14.1.1896. Ich vermute, dass die Empfängeradresse auf der Drucksache angebracht war.

Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 18.08.2009 23:23:53 Gelesen: 102008# 22 @  
Hallo zusammen.

Nach den vielen Streifbändern aus Argentinien hier zur Beruhigung zwei Streifbänder aus Deutschland.





Es handelt es um das Streifband S6, 3 Pfennig, grün, Ausgabe 1880.

Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 23.08.2009 23:59:38 Gelesen: 101955# 23 @  
Hallo zusammen!

Noch ein kleiner Ausflug nach Südamerika. Diesmal nach Honduras.

Ausgabe 1892, großer Hochrechteckiger Zierrahmen mit Standbild in Prägedruck



1 Centavo, schiefergrau, Ascher Streifband Nr. 9 und 2 Centavos karminrot, Ascher Streifband Nr. 10



5 Centavos, grün, Ascher Streifband Nr. 11 und 10 Centavos blau, Ascher Streifband Nr. 12

Herzliche Grüße

Christian
 

Das Thema hat 73 Beiträge:
Gehe zu Seite:  1   2 3 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.