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Thema: (?) (43) VAE Vereinigte arabische Emirate / Arabische Scheichtümer
Das Thema hat 46 Beiträge:
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Pilatus Am: 01.09.2010 00:39:01 Gelesen: 28502# 1 @  
VAE (Vereinigte arabische Emirate) sammelwürdig ?

Was meint Ihr dazu, 1990 habe ich mit einem "Inventur-Abverkauf" eines bekannten Händlers neben Guinea-Äquat. auch einen gewissen Bestand der VAE erworben.

Kürzlich bot mir ein Sammler einen Tausch gegen andere Länder an. Gibt es unter den Philaseitenusern weitere Sammler, die diese Marken sammeln ?

fragt mit besten Grüßen Pilatus
 
Markdo Am: 01.09.2010 10:59:21 Gelesen: 28485# 2 @  
Ich würde mich auch für die VAE interessieren, falls du sie abgeben magst.

VAE sind sammelwürdig und nicht so reine Agenturausgaben wie andere Überseegebiete.
 
petzlaff Am: 01.09.2010 11:37:02 Gelesen: 28479# 3 @  
Lieber VAE als Guinea.

LG, Stefan
 
Cantus Am: 01.09.2010 20:58:39 Gelesen: 28451# 4 @  
VAE kann durchaus ein sehr reizvolles Thema sein. Und wenn du dabei dann noch Belege einbaust und auf die unterschiedlichen Abstempelungen der Staaten achtest, die alle die Marken der VAE verwendet haben, dürfte das richtig spannend werden.

Viele Grüße
Ingo
 
Pilatus Am: 02.09.2010 22:55:14 Gelesen: 28418# 5 @  
@ Markdo [#22]

Unter Deinen "persönlichen Daten" hast Du leider keine Angaben gemacht, wie ich Dich erreichen kann.

Beste Grüße Pilatus
 
Pilatus Am: 04.09.2010 18:33:35 Gelesen: 28387# 6 @  
Um besser zu verstehen, um was es geht, will ich hier einige zeigen.

Beste Grüße Pilatus


 
Pilatus Am: 04.09.2010 18:37:21 Gelesen: 28386# 7 @  
Und einige weitere.


 
Markdo Am: 04.09.2010 21:30:02 Gelesen: 28370# 8 @  
Uih, das sind die "guten" Scheichtümer. Für die gibts ausser in 10 Cent Wühlalben keinen Markt. Reine Agenturware - die haben nie das Ausgabeland gesehen.
 
petzlaff Am: 05.09.2010 06:53:06 Gelesen: 28353# 9 @  
Cantus denkt hier nicht an die "Ausgaben" der Scheichtümer sondern spricht von den Marken der VAE.

An alle, die es noch nicht gemerkt haben: das ist ein himmelweiter Unterschied.

LG, Stefan
 
Cantus Am: 05.09.2010 12:24:11 Gelesen: 28339# 10 @  
@ Petzlaff

Hallo Stefan,

danke für die Richtigstellung. Ich gründe ein Extrathema "Arabische Staaten".

Viele Grüße
Ingo
 
22028 Am: 23.11.2010 07:03:54 Gelesen: 28145# 11 @  
Nun muss ich mich hier auch mal einklinken.

In der Tat, das sind keine Marken der VAE sondern die der früher unabhängigen Scheichtümer. Aber das es dafür keinen Markt gibt kann ich nicht bestätigen, OK, der Markt ist klein, von manchen Ausgaben habe ich hier auch "Berge" herumliegen. Mehrere Sammler in den VAE sind sehr damit beschäftigt das Thema Scheichtum Marken aufzuarbeiten.

Es gibt da nach wie vor vieles zu entdecken und man nimmt da kein Blatt vor den Mund. Es ist für die Sammler dort wichtig festzustellen was echte Ausgaben sind und welche Ausgaben ohne Genehmigung der damaligen Regierungen gedruckt wurden, auch gibt es noch immer Ausgaben und Varianten die unbekannt sind.
 
Hermes65 Am: 23.11.2010 08:07:58 Gelesen: 28139# 12 @  
Ich habe die Sätze immer gut verkaufen können, schon wegen der schönen Motive (also die bis 1972 Marken ausgegeben haben).
 
22028 Am: 23.11.2010 12:44:10 Gelesen: 28119# 13 @  
Noch interessanter sind diese Ausgaben auf Bedarfsbriefen. Und ja, die gibt es, ist aber schwer und langwierig, aber auch extrem herausfordernd diese zu finden.
 
DL8AAM Am: 23.11.2010 17:12:58 Gelesen: 28103# 14 @  
@ 22028 [#11]

sondern die der früher unabhängigen Scheichtümer. Aber das es dafür keinen Markt gibt kann ich nicht bestätigen, OK, der Markt ist klein, von manchen Ausgaben habe ich hier auch "Berge" herumliegen. Mehrere Sammler in den VAE sind sehr damit beschäftigt das Thema Scheichtum Marken aufzuarbeiten.

Schön, dass auch hier einmal jemand jenseits der "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"-Regeln denkt. Solange man als Philatelist weiss, was man da in den Händen hält und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, d.h. die Preisklasse "Ein volles Album" für eine "Runde Bier" bei einem gemütlichen Beisammensein, sehe ich bei diesem "Briefmarken"-Ausgaben keinerlei Probleme. Auch ich habe etliche "Berge" davon, leider derzeit etwas lieblos in unscheinbareren Altalben vergraben. Müsste diese Sammlung "zum Schaden der Sammler" mal wirklich viel besser aufwerten.

Auch sind diese Ausgaben wirklich interessante philatelistische Zeitdokumente, insbesondere wenn man sich mit den Hintergründen etwas näher beschäftigt, wie das damalige Agenturunwesen, aber auch die regionalen politischen semikleinstaatlichen Zusammenhänge innerhalb der V.A.E., die das seinerzeit in dieser Form möglich gemacht haben. Bin seit einiger Zeit nebenbei, angestossen durch diesen Thread, etwas tiefer einzusteigen. Danke! Macht wirklich Spass und ist recht interessant, Philatelie bildet. ;-) Man darf sich nur nicht auf die Verdammungstraktate der philatelitischen Nomenklatur und Verbandsoberen beschränken oder sich vom -.- in den Katalogen abschrecken lassen.

Gut, sehr viel interessanter wäre mal ein Bedarfbrief aus Manama, Ajman oder Ras-al-Khaima aus dieser Zeit zu sehen. Auch wenn der Wirtschaftsboom dort in der Breite erst sehr viel später eingesetzt hat, sollte doch der "Nomadenclanchef im 4. Zelt, hinter der 3. Düne links" bestimmt auch mal einen Brief in die große glitzernde Unterscheichtumshauptstadt versandt haben? Selbst wenn die dortige INFOPOST-Werbeflut für neue BMWs und Edelrennkamele erst in den 1990er Jahren eingesetzt haben sollte, muß es einfach echte Belege für Inlandsbedarfspost geben. ;-))) Wohl eher ohne diesen Briefmarken mit Aktbildern von Rubensdamen. ;-)

Und ganz zum "Schaden der Sammler" sind diese Scheichtumsausgaben ja nun wieder auch nicht. Auch ich wurde von der Verwandtschaft damals bei allen möglichen Gelegenheiten mit Tütchen voller dieser Marken bombardiert. Man sollte also besser sagen "Ausgaben zum Schaden meiner Tante". Auch gabs die immer beim Tante-Emma-SPAR-Laden und in der Apotheke als Werbegeschenke nach dem Bezahlen an der Kasse. Aber auch das war u.a. ein Grund, weshalb ich als kleiner unwissender Grundschüler letztendlich doch bei der Philatelie hängen geblieben bin. Den Siebenjährigen von damals konnte man scheinbar noch mit solch simplen Dingen wie bunte Bildchen für etwas begeistern. ;-) Aber ernsthaft, ich möchte nicht wissen wie viele wie ich damals so an das Hobby herangeführt worden sind.

Für mich sind diese Alben voller Marken aus exotischklingender Scheichtümern (auch wenn diese niemals wirklich "Ihr Land" gesehen haben) noch immer schöne Anker der Erinnerung, nette philatelitsche Hinschauer. Ich finde darin absolut nichts verdammenswürdiges - und für ein nettes gemeinsames Guinness Downtown im Irish Pub bin immer noch gerne bereit ein paar hundert neuer Marken aus Ajman einzutauschen. ;-))

Um zur eigentlichen Frage dieses Thema zurückzukommen:

Solange es Spass macht, stellt sich die Frage der "Sammelwürdigkeit" sowieso nicht !

Aber ebenso wie Frage des Wertes dieser Sammlung.

Der eigentlich Wert fast jeder philatelistchen Sammlung ist der "Spassgewinn" für den Sammler, nicht was später die Erben damit erzielen können. Wer Briefmarken als Wertanlage sammelt hat selbst schuld. Für 95% aller Sammler ist das Hobby eine reine Geldverbrennungsanlage und auch "das ist gut so". Was nicht heissen soll, dass man durch "Fachwissen" seinen Schaden möglichst klein halten kann und muß! Auch wer 5 Cent für eine Blaue Ajman ausgibt, ist selbst schuld. ;-)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 24.11.2010 14:33:08 Gelesen: 28067# 15 @  
@ DL8AAM [#14]

Sorry, damit man mich nicht falsch versteht. Nicht überall wo man auf den ersten Blick V.A.E. vermutet ist auch V.A.E. drin, u.a. gab es ein paar Jahre vorher im Bereich Yemen etliche dieser "unabhängige" Gebiete, in bzw. unter deren Namen - naja nennen wir sie mal - "Briefmarken" ausgegeben wurden.

Da sich wohl kaum einer für diese Gebiete extra einen teuren Katalog besorgt: Es gibt im Internet eine recht gute Übersicht und Auflistung der yemenitischen und V.A.E. Nebengebiete auf der Webseite http://www.ohmygosh.on.ca

Die Listen erfassen zwar vollständig diese Ausgaben (teilweise auch mit guten aber kurzen Einführungen), aber leider unbebildert. Derhalb aus meinen eigenen Beständen hier ein paar Beispiele der Ausgaben aus dem Bereich Aden und der Südarabischen Föderation ("Yemen") aus den 60er Jahren - zum Anfüttern. ;-)

Kathiri State of Seiyun



Mahra Sultanate of Qishn and Socotra



Qu'aiti State in Hadhramaut



State of Upper Yafa



Auch auf die Gefahr mir aus dem Kreis der Anhänger der echten und wahren Lehre viele böse Rümpfer einzufangen, mir machen diese Sachen richtig Spass. Meiner Meinung nach sollen, dürfen und können sie dieses auch. Dabei aber immer das Wissen zu den Hintergründe und Fakten im Hinterkopf behalten !

Übrigens auch der Autor der oben genannten Webseiten schreibt bei den meisten dieser Gebieten "I still need to find any of these stamps postally used." - Sowas wäre wirklich mal nett zu sehen, oder ? ;-)

Gruß
Thomas
 
Lars Boettger Am: 24.11.2010 15:31:23 Gelesen: 28055# 16 @  
@ DL8AAM [#15]

Hallo Thomas,

die Ausgaben der Scheichtümer auf Bedarfsbrief waren vor Jahren mal ein Thema im "American Philatelist". Die bunten Bildermarken wurden dort tatsächlich postalisch verwendet, ein amerikanischer Sammler hatte Kontakt mit dem dortigen Postmeister, der ihm mehrere Briefe mit diesen Ausgaben zugesandt hat. Ob es von "normalen" Bewohnern Belege gibt - habe noch keinen gesehen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
petzlaff Am: 25.11.2010 17:18:51 Gelesen: 27995# 17 @  
Servus zusammen,

hier eine absolut seriöse Ausgabe von Sharjah (VAE) vor der Zeit der philatelistischen Ächtung aus dem Jahr 1963.

Die 3 NP (indische Währung) Marke hat leider nicht in die Hawid-Hülle mit hineingepasst, deswegen nur 3 Marken aus dem Vierersatz:



Ich kann NICHTS Anrüchiges dabei finden.

LG, Stefan
 
ligneN Am: 28.11.2010 11:37:03 Gelesen: 27941# 18 @  
Hallo,

selbst von "Kathiri State of Seyun" gibt es Bedarfsbelege.

Nur muß man bedenken, daß Bedarf aus den Emirates eben fast ausschließlich innerarabisch sowie nach Indien, Pakistan, Malaya bzw. Nord- (besonders Ägypten) Ostafrika gelaufen ist. Gelegentlich findet man etwas nach England - die aus der Kolonial/Protektoratszeit bestehenden Handelsverbindungen gingen ja weiter.

Auch die superbunten Scheichtumsmarken gibt es auf Bedarf, zB Paketkarten. Ich sah zB Goldfolienmarken auf Paketcoupon nach Indien - etwas von dem Zeugs war am Schalter!

Die Masse blieb natürlich gleich bei den Agenturen in USA/Europa, die es dort hatten drucken lassen, und ging ohne Umwege in die Briefmarkenläden.

Wer es "ganz hart" mag, sammelt auch keine Belege von der Versandstelle:

- keine an die Redakteure von Briefmarkenzeitungen
- keine an Abonnenten mit der aktuellen Neuheitenliste

Dann wird es wirklich eine Herausforderung.

Gruß
ligneN
 
Richard Am: 28.02.2011 17:38:30 Gelesen: 27290# 19 @  
@ DL8AAM [#14]

Danke Thomas für Deine interessante Schilderung und natürlich auch an die anderen Diskutanten.

Nun bin ich auch politisch und wirtschaftlich interessiert an den Vorgängen in Nordafrika. Ich denke es kommt zu einer marktwirtschaftlichen Neuausrichtung, so wie in den letzten zwei Jahrzehnten in der UdSSR und in China. Die Folge dürfte eine Nachfrage dortiger Sammler bei der Beschäftigung mit ihrer eigenen Vergangenheit sein, und dazu gehören bunte Bildchen wie Bedarfsbelege.

Schöne Grüsse, Richard
 
22028 Am: 07.11.2012 15:52:43 Gelesen: 24283# 20 @  
Das Thema wieder mal hervorholen - hier einige Bilder von Briefen aus Ajman, Fujeira und Um Al Qiwain an einen Deutschen Briefmarkenhändler.




 
abrixas Am: 11.03.2014 13:54:09 Gelesen: 22746# 21 @  
Auszug aus dem Thema "Wie bringt man die Jugend zum Briefmarken sammeln ?"

Viele Jahre später, nach der markenlosen Sturm- und Drangperiode trat ich in den örtlichen Briefmarkensammlerverein ein. Philatelistische Betreuung durch Alt-Mitglieder fand dort nicht statt. Der Vorstand profilierte sich mit seiner Bayernsammlung, und die alten Knacker stürzten sich auf die zeitweilig erscheinenden Jugendlichen und deren mitgebrachten Alben deren Väter und Großväter und tauschten die "Rosinen" gegen schöne bunte "Briefmarken" der Emirate und andere Marken, die heute jeder Philatelist als rundablagentauglich einstufen würde. Kurz: Das dunkle Kapitel der Nachkriegssammler. Ich weiß nicht in wie vielen Vereinen derartiges sich ähnlich abspielte.
 

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