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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1712 Beiträge:
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Christian Am: 17.02.2009 22:40:58 Gelesen: 505945# 1 @  
Hallo zusammen!

Nachdem Richard der Meinung ist, dass das Thema "Belege aus Altdeutschland" regen Zuspruch finden dürfte, worüber ich mich sehr freuen würde, erschien eine Aufteilung nach den Gebieten sinnvoll. Deshalb stelle ich einen weiteren Beleg in einem neuen Thema vor und zwar eine Ganzsache aus Bayern. Ich wollte das Thema einmal nicht mit einem "Kreuzer-Beleg", die ich sehr schätze, eröffnen.



Bei dem Beleg handelt es sich meiner Einschätzung nach um den ovalen Wertstempel, Wappen in Kreuzerwährung zu 3 Kreuzer von 1872, da die Unterklappe den kreisförmigen Ausschnitt unter dem Klappenstempel aufweist. Leider verdeckt das Siegel auf der Rückseite das Posthorn. Bei dem was davon zu sehen ist, würde ich eher auf K1 als auf K2 tippen.

Wenn ich richtig liege handelt es bei dem Umschlag um einen U2 K1.Die Echtheit würde ich persönlich nicht anzweifeln.



Abgestempelt wurde der Brief im Postamt München I am 27.9. (1872 oder 1873?) zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags.

Zugestellt wurde der Brief in Ortrand(?) am 28.9.

Je nachdem wie herum man die Rückseite hält, würde ich Signum im Siegel als "M. T." oder S. W. interpretieren.

Eure Meinung sowie weitere Belege wären höchst willkommen!

Grüße

Christian
 
HEFO58 Am: 17.02.2009 23:19:49 Gelesen: 505937# 2 @  
@ Christian [#416]

Hallo
Christian

Ortrand ist eine Gemeinde im Landkreis Liebenwerda:

http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?sachsen_provinz/liebenwerda.htm

Gruß
Helmut
 
bayern klassisch Am: 18.02.2009 17:37:15 Gelesen: 505903# 3 @  
Hallo Christian,

na dann will ich auch mal einen hier präsentieren:

6er Block der Nr. 15 von Bayern auf Brief von Kissingen vom 1.7.1869 über Österreich nach dem Kirchenstaat. Der Brief war für die Strecke bis zur Grenze des Kirchenstaates um 6 Kr. überfrankiert. Ab da kostete es den Empfänger noch 25 Centesimi.



Gruß von bayern klassisch
 
Christian Am: 18.02.2009 18:27:31 Gelesen: 505885# 4 @  
@ bayern klassisch

Hallo Ralph,

ein schönes Stück, um dass ich dich beneide.

Hier noch ein Brief, frankiert mit 3 Kreuzer (Nr. 9a), abgestempelt in Ludwigshafen am 6.3.1866 nach Gimmeldingen im Pfälzerwald? Das Porto spräche dafür.



Grüße Christian
 
bayern klassisch Am: 18.02.2009 18:42:24 Gelesen: 505881# 5 @  
Hallo Christian,

na ja, Pfälzer Wald kommt der Sache schon recht nah; es war, wie die grössere Nachbarstadt Neustadt auch, an der Haardt gelegen. Heute eher an der Weinstrasse, aber diesen Terminus gab es damals noch nicht.

Dein Brief wurde für 3 Kr. Franko innerhalb der Pfalz bis 1 Loth Gewicht transportiert, die letzte Strecke aber mit dem Pfälzer Landpostboten, der, da fest angestellt ab 1.10.1858, kein Geld fürs Austragen bekam.

Wenn weitere 18 Kreuzer - Frankaturen von mir gewünscht werden, kann ich noch etwas nachlegen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Christian Am: 18.02.2009 18:53:18 Gelesen: 505877# 6 @  
@ bayern klassisch

Hallo Ralph,

ich wohne zwar in seit einigen Jahren in der Westpfalz, bin und bleibe aber ein Franke aus Nürnberg. Nicht ich habe die Behauptung von Gimmeldingen im Pfälzerwald aufgestellt. Das tat die Gemeinde höchst persönlich!

http://www.gimmeldingen.de

Ich bitte darum, noch etwas nach zu legen.

Herzliche Grüße

Christian
 
bayern klassisch Am: 19.02.2009 07:58:00 Gelesen: 505845# 7 @  
Hallo Christian,

dann zeige ich mal eine Einzelfrankatur der Nr. 13a auf Brief von Nürnberg vom 5.3.1864 nach Paris. Das Franko ab dem 1.7.1858 war für einfache Briefe auf 12 Kr. bis 10g Gewicht reduziert worden. Dieser hier wog mehr als 10g und hätte folglich als Doppelbrief 24 Kr. kosten müssen. Das hat man verpennt, denn der P.D. - Stempel dokumentierte ja sowohl der französischen Postverwaltung als auch dem Empfänger in Paris, dass er für diesen Brief nichts mehr zu zahlen hatte.

Einzelfrankaturen, noch dazu vom Rand, sind nicht häufig; ebenso wenig unerkannt durchgeschlüpfte Unterfrankaturen.

Bei Interesse, könnte ich noch etwas nachliefern. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
Christian Am: 19.02.2009 15:20:58 Gelesen: 505826# 8 @  
@ bayern klassisch

Hallo Ralph,

um auch die humoristische Variante nicht ganz außer Acht zu lassen, habe ich eine Drucksachenpostkarte mit Michel-Nr. 60y b (meine Einschätzung), gelaufen von Nürnberg nach Rothenburg ob der Tauber vom 22.10.1906.



Irgendwie würde ich den Begriff "Bekennerschreiben" aus heutiger Sicht anders interpretieren.



Mit der bitte um Nachlieferung verbleibt
herzlichst grüßend

Christian
 
bayern klassisch Am: 19.02.2009 19:00:27 Gelesen: 505810# 9 @  
Hallo Christian,

feine Karte - die Zuordnung wird wohl stimmen - ich bin aber kein Pfennigzeitsammler.

Wenn du erlaubst werde ich, um niemanden zu langweilen, mal zur Abwechslung eine 36 Kreuzer - Frankatur zeigen, ehe ich wieder auf die bekannten 18 Kr. Frankaturen zurück kommen werde.

Es war dies eine Parteisache aus Nürnberg vom 24.10.1852 an den Staatsprocurator in Strasbourg. Nach dem Vertrag vom 1.7.1847 waren Parteisachen, also Dienstbriefe, deren Inhalt von Privaten initiiert worden waren, ins Ausland zu frankieren, wie hier auch geschehen.

Ab dem 1.10.1851 waren Briefe nach Frankreich mit Marken, zuvor siegelseitig bar, zu frankieren. Es war somit ein Brief der 3. Gewichtsstufe, denn er kostete 3 x 9 Kr. für Bayern und 3 x 3 Kr. für Frankreich = 36 Kreuzer.

Das besondere an diesem Vertrag war, dass Briefe hin und her unterschiedlich behandelt und frankiert bzw. taxiert wurden.

Frankobriefe aus Bayern wurden nach halbem Lothgewicht frankiert (=8,75g), während Frankobriefe aus Frankreich nach 7,5g Gewichtsschritten zu frankieren waren.

Bei Portobriefen war es genau umgekehrt: Portobriefe aus Bayern wurden von Bayern nicht taxiert und nur von der franz. Postverwaltung mit manuellen Gebührenvermerken oder Taxstempeln versehen und wieder nach 7,5g Schritten tarifiert.

Bei Portobriefen aus Frankreich sollte die franz. Post diese unbehandelt lassen und Bayern tarifierte nach 1/2 löthigen Stufen die Briefe.

Dieser hier war also zwischen 1 und 1,5 Loth schwer.

Sollte jemand Fragen zu diesem Brief oder zu anderen haben, werde ich versuchen, mein spärliches Wissen zur Beantwortung derselben einzusetzen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 20.02.2009 08:00:25 Gelesen: 505793# 10 @  
Hallo Christian,

nachdem es keine Fragen zu geben scheint, möchte ich mal einen Brief aus 1864 zeigen, den man mir mal erklären könnte.

Er lief von München nach Rom, war aber jetzt ohne Taxansatz im Kirchenstaat geblieben.

Jede Antwort ist willkommen, keiner braucht sich zu schämen, wenn er es nicht 100%ig weiß.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 21.02.2009 07:57:46 Gelesen: 505755# 11 @  
Hallo,

nachdem ich mit PNs zugeschüttet wurde, hier noch ein letzter Versuch, die wunderbare bayerische Postgeschichte ins Laufen zu bringen.

Ein Laufzettel aus dem Jahr 1852 von Ansbach über Berlin nach Posen (Preußen) hat damals wie viel Geld gekostet?

Fragende Grüsse von bayern klassisch


 
duphil Am: 21.02.2009 10:06:26 Gelesen: 505738# 12 @  
@ bayern klassisch

Hallo bayern klassisch!

Bitte nicht aufgeben. Ich sammele kein Bayern oder Altdeutschland allgemein, bin aber hier wie bei vielen anderen Themen immer daran interessiert, etwas Neues zu lernen.

Eventuell musst Du halt ein wenig Geduld haben, bis sich die Spezialisten aus der "Deckung" trauen. Wie sich so etwas dann entwickeln kann, sieht man beim Thema "Rohrpost". Dazu kommt, das sicher viele Mitglieder erst am Wochenende hier reinschauen.

Ich hoffe jedenfalls, das diese Thema weiterhin ausgebaut wird, auch wenn Christian und Du im Augenblick die einzigen Schreiber hier seid.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 

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