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Thema: Bund: Unterschiedliche Farben gleicher Marken bestimmen
lueckel2010 Am: 14.07.2020 22:49:51 Gelesen: 17111# 1 @  
Bund, Mi.-Nr. 1475: Kleid der linken Frau. Farbvarianten?



Das Kleid auf der linken Marke (und weitere xx und o Exemplare in meinem Dublettenbestand) ist hellblau. Daher gehe ich davon aus, dass dies die "Normalausführung" ist. Bei der rechten Marke (zufällig in meinen Dubletten gefunden) ist das Kleid der Frau deutlich dunkler (graublau?).

Beide Marken sind absolut xx und wurden "jahrelang" in Steckbüchern mit Pergaminstreifen aufbewahrt. Eine Verfärbung durch chemische Manipulation, Sonneneinwirkung o. ä. erscheint mir daher unwahrscheinlich, kann letztendlich aber auch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Fragen:

Sind vielleicht weitere Exemplare mit dem "graublauen" Kleid bekannt (und können hier gezeigt werden)?

Gibt es plausible Erklärungen für diese Farbabweichenung?

Freue mich über jede Antwort!

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
HWS-NRW Am: 15.07.2020 21:07:06 Gelesen: 17001# 2 @  
@ TTMarke

Hallo,

ich kann Dir nur zu dieser tollen Entdeckung gratulieren und es wird, z.B. bei den thematischen Sammlern jemanden geben, der Deine Marke haben möchte, versuche es mal bei einem Auktionshaus, Gärtner z.B.

Viel Erfolg und
mit Sammlergruß
Werner
 
lueckel2010 Am: 26.08.2020 17:46:48 Gelesen: 15838# 3 @  
@ lueckel2010 [#44]

Offenbar ist hier im Forum niemand willens oder in der Lage, Statements zu den gezeigten Marken abzugeben:



Ich habe aber auch nicht auf der "faulen Haut" gelegen und etwa drei Wochen lang eine xx "normalblaue" Marke (links) intensiver Sonneneinwirkung ausgesetzt.

Ergebnis: Keinerlei Farb-, Papier und Gummiveränderung!

Bevor ich der Marke eventuell eine Prüfung "verordne", möchte ich zuvor noch den chemischen Weg versuchen. Als absoluter Laie benötige dazu aber Ratschschläge von Fachleuten.

Welche (frei zugänglichen) "Mittelchen" sind erforderlich, um Substanzveränderungen (z. B. Farbmanipulationen) herbeizuführen?

Ich hoffe auf etwas mehr Resonanz und bedanke mich schon im Voraus für hilfreiche Ratschläge.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
lueckel2010 Am: 13.04.2021 22:39:27 Gelesen: 10100# 4 @  
@ lueckel2010 [#44]

Guten Abend,

da bis heute keine Rückmeldungen auf meine Fragen eingegangen sind, gehe ich davon aus, dass es sich bei der rechts vorgestellten xx Mi.-Nr. 1475 (Bund) tatsächlich um eine nicht überprüfwürdige kleinere Farbabweichung handelt, wie mir Prüfguru Schlegel nach Besichtigung eines übermittelten Scans durch einen seiner Untergebenen hat ausrichten lassen.

An der Begutachtung des Originals sei er daher nicht interessiert, wurde mir ebenfalls mitgeteilt. Na gut, dann muss man damit leben, wenn ein Experte so urteilt.

Abschließend möchte ich nur noch kurz mitteilen, dass ich in der Kiloware eine weitere o Graublaue (von mir so bezeichnet) gefunden habe:



Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Christoph 1 Am: 14.04.2021 00:08:22 Gelesen: 10071# 5 @  
@ lueckel2010 [#4]

Hallo Gerd,

ich finde schon, dass das eine sehr markante Farbabweichung ist. Und nun ja bereits in zwei Exemplaren sehr eindeutig. Ich bin zwar beileibe kein Experte, aber ich glaube nicht, dass diese Veränderungen durch Sonne oder chemische Einflüsse erzeugt wurden. Dies mache ich vor allem daran fest, dass Du nun zwei identische Exemplare mit der gleichen markanten Abweichung zeigen kannst.

Wenn es von Herrn Schlegel nicht geprüft wird, dann ist das zwar schade, aber auch kein Beinbruch. Denn dekorativ sind diese Abweichungen doch allemal. Und die schönste Freude sollte ja darin bestehen, dass man als "Jäger und Sammler" selbst auf solche Besonderheiten stößt.

Danke fürs Zeigen und viele Grüße
Christoph
 
Briefuhu Am: 14.04.2021 10:50:04 Gelesen: 9979# 6 @  
@ lueckel2010 [#4]

Hallo Gerd,

bei der Durchsicht meiner Dubletten ist mir auch so eine Farbabweichung aufgefallen.

Die erste Einzelmarke dürfte eine normalblaue sein und der Dreierstreifen eine "graublaue" wie bei Dir.



Schönen Gruß
Sepp
 
Ben 11 Am: 14.04.2021 13:50:16 Gelesen: 9933# 7 @  
@ lueckel2010 [#4]

"tatsächlich um eine nicht überprüfwürdige kleinere Farbabweichung handelt,[...]. An der Begutachtung des Originals sei er daher nicht interessiert."

Hallo Gerd,

jede Abweichung im Druck ist erst einmal überprüfungswürdig, solange man die Ursache nicht kennt, meine ich jedenfalls.

Wenn Du möchtest, kannst Du mir die Marken mal leihweise schicken, ich würde sie mir ansehen und vielleicht lässt sich ja etwas herausfinden.

Schicke mir einfach mal eine Mail.

Viele Grüße
Ben.
 
opti53 Am: 14.04.2021 14:04:36 Gelesen: 9930# 8 @  
Hallo,

ich habe die Nr. 1475 mal etwas vergrößert angeschaut.



Die hellen Flächen haben einen leichten Grauton, der durch eine Art grauer Punktierung entsteht. Diese Punktierung findet sich auch in der blauen Fläche des Kleides. Bei dem rosa Kleid konnte ich diese Punktierung nicht sehen. Ich gehe deshalb davon aus, dass die unterschiedliche Farbwahrnehmung dadurch zustande kommt, dass die Graupunktierung in der Intensität schwankt. Man müsste das zwar auch bei den hellgrauen Flächen sehen können, wahrscheinlich fällt es dort aber nicht so auf, wie in der Verbindung mit hellblau.

Da es sich mehr um die Intensität der Farbkomponenten handelt, kann man wohl nicht von Farbvarianten sprechen, sondern eher von einer Zufälligkeit.

Viele Grüße

Thomas
 
lueckel2010 Am: 15.04.2021 20:45:27 Gelesen: 9813# 9 @  
@ an alle

Guten Abend,

ich freue mich sehr, dass mittlerweile "etwas Leben in diese Bude" (Thema) gekommen ist. Vielen Dank! Weitere Meinungen sind jederzeit willkommmen!

Weil die Bund, Mi.-Nr. 1475 ja nun wirklich keine Seltenheit ist und sich daher Exemplare vermutlich in -fast- jedem Dublettenbestand, sowohl xx als auch o, befinden, rege ich an, gezielt nach "Graublauen" zu suchen und Funde hier vorzustellen. Vereinstreffen und Tauschtage finden ja hoffentlich irgendwann mal wieder statt.

@ Ben 11 [#7]

Hallo, Ben,

ich überlasse Dir die Marken gern leihweise für eine Analyse. Teile mir Deine Anschrift mit, dann schicke ich sie Dir zu. Meine E-Mail-Adresse ist hinterlegt.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Sherlock Am: 16.04.2021 04:56:22 Gelesen: 9763# 10 @  
Hallo,

leider sind die Aufnahmen der beiden Marken im Eingangspost für mich von der Auflösung her zu ungenau, um einen Raster in den Farbflächen auszumachen. Die Vergrößerung von Opti 53 lässt als Erklärung einen "frequenzmodulierten Raster" möglich erscheinen.

Andere Rasterpunkte sehe ich in den Farbflächen nicht. Genau deren stärkere oder schwächere Ausführung in einer Druckfarbe könnte bereits zu einer vom Auge wahrgenommenen Farbänderung führen.

Bei den bis jetzt gefundenen Marken mit den Farbunterschieden wäre es interessant, ob alle die gleichen Punktgrößen des Rasters in anderen Teilen des Markenbilds aufweisen.
 
Silesia-Archiv Am: 16.04.2021 08:32:53 Gelesen: 9740# 11 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Thema wo ich auch eine Frage los werden möchte. Ein Sammlerfreund und ich haben bei den abgebildeten Marken Farbunterschiede festgestellt, finden jedoch nirgendwo Angaben ob es die wirklich gab. Gibt es Sammler die die Farbunterschiede auch sehen?



Danke, beste Sammlergrüße
Michael
 
peno Am: 16.04.2021 09:38:58 Gelesen: 9721# 12 @  
Lieber Michael,

einen Farbunterschied kann ich sehen und er ist auch digital messbar.

Jeweils aus der Schraffur, dritter Querstrich von oben, etwa Abbildungsmitte entnommen, ergibt sich mit Adobe Photoshop für die obere Marke der Wert ca654f und für die untere Marke der Wert c56559. Welche Bedeutung das hat weiß ich allerdings nicht.

Ich selbst hantiere auch oft mit Farben, Preußen und Bauten, und nutze für beide Gebiete den Kornerup/Wanscher, 3. Auflage 1981.

Liebe Grüße
Peter
 
Silesia-Archiv Am: 16.04.2021 13:14:51 Gelesen: 9690# 13 @  
Lieber Peter,

danke für die schnelle Info die meinem Sammlerfreund und mir zusichert dass wir nicht Farbenblind sind!

Uns war dies bei mehreren Belegen aufgefallen.

Ich hatte die Belege extra mit der mir besten Möglichkeit 600 dpi eingescannt und nicht manipuliert.

Normalerweise interessiere ich mich nicht so intensiv dafür, es war mir nur direkt ins Auge gesprungen.

Danke, liebe Grüße
Michael
 
spain01 Am: 16.04.2021 15:03:28 Gelesen: 9668# 14 @  
Ich halte eine gebotene Vorsicht für angemessen, um vorschnell bei Farbabweichungen auf eine Farbabart zu schließen.

Als Beispiel zeige ich die DDR MiNr. 560:



Die untere Marke ist deutlich heller, als die obere Marke, welche die katalogisierte Markenfarbe zeigt.

Ich hatte die beiden Marken kürzlich Herrn Dr. Ruscher, BPP, vorgelegt und bekam dazu folgenden Kommentar: "2 Marken postfrisch gleiche Farben in unterschiedlicher Helligkeit echt, nichts signiert"

Da die meisten unter uns - ich besonders eingeschlossen - keine ausgewiesenen Farbexperten sind, sich relevante Farbunterschiede durch einen Scan nicht eindeutig feststellen lassen und wohl kaum jemand hier über die technischen Möglichkeiten verfügt, an Hand der Pigmentierung einer Marke einen eindeutigen (prüfwürdigen) Farbunterschied festzustellen, wird eine abschließende (Farb-)Beurteilung eher unmöglich sein. Da bleibt wirklich nur der Weg, solche Marken einem Farbexperten zuzusenden, der die Farbbestandteile tatsächlich unterscheiden und feststellen kann, ob es sich bei der Vorlage tatsächlich um einen bemerkenswerten Farbunterschied handelt.

Wer sich gut mit Farben auskennt wird sicherlich bestätigen können, dass optische Farbnuancen vorkommen (wie im oben gezeigten Beispiel), es sich jedoch nach wie vor um die gleiche Farbe handelt.

Ich muss zugeben, dass ich auch ein paar Marken mit Farbabweichungen habe und mich über eine entdeckte Fehlfarbe gefreut hätte, aber die Realität sieht leider etwas anders aus.

Im Zweifelsfall kann sich die Farbbeschreibung im Michel derart ändern, dass dann da z. B. hell- bis mittelblau oder ähnliches steht. Und schon ist die Farbtoleranz ausgeweitet, ohne dass eine Wertänderung erhoben wird.

Gruß
Michael
 
spain01 Am: 16.04.2021 15:09:18 Gelesen: 9666# 15 @  
@ Silesia-Archiv [#11]

Hallo Michael,

wende dich mal an jothar hier im Forum. Er beschäftigt sich sehr intensiv mit den Farben der Berliner Bauten I.

Gruß
Michael
 
peno Am: 16.04.2021 19:08:03 Gelesen: 9632# 16 @  
Ich glaube, dass es Michael nicht um irgendeinen Wert ging, sondern er nur wissen wollte ob andere auch einen Farbunterschied sehen. Der Farbunterschied ist erkennbar und das reicht doch erstmal.
 
Silesia-Archiv Am: 16.04.2021 21:13:21 Gelesen: 9604# 17 @  
@ peno [#16]

Hallo Peter,

Du hast es erkannt, genau darum ging es uns mit dem Ergebnis dass jetzt beide Belege aufgehoben werden. Andernfalls wäre einer von Beiden mit anderen Belegen in eine Auktion gewandert.

@ spain01 [#15]

Hallo Namensvetter,

danke für den Hinweis, ist aber nicht erforderlich (s.o.).

Gruß Michael
 
lueckel2010 Am: 16.04.2021 22:00:09 Gelesen: 9591# 18 @  
@ opti53 [#8]

Guten Abend, Thomas,

vielen Dank für Deine Begründung, dass es sich bei der gezeigten Farbabweichung um eine Druckzufälligkeit handeln könnte.

Eine Druckzufälligkeit hat der Berliner Prüfguru zwar auch festgestellt, seine Feststellung aber mit keinem Wort begründet. Muss er wohl auch nicht, kann er doch wahrcheinlich mit anderen Prüfungen leichter Geld verdienen.

Schönes Wochenende. Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
jothar Am: 17.04.2021 00:13:12 Gelesen: 9563# 19 @  
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit den Farben der Berliner Bauten Nr. 57. Über Stempelstatistik, Fluoreszenzunterschiede, Plattenfehler und Farbspektren lassen sich bei dieser Marke mindestens 6 Farben sicher bestimmen, die jeder Sammler mit Stempeldaten und nur einfachen technischen Mitteln, UV-Juwelierlampe und eine 10x Lupe auch bestimmen kann. Hierzu wurden allerdings viele tausend Marken gesichtet und vermessen.

Trotz vieler dokumentierter Farbirrtümer bei Berlin Nr. 57 durch die Herren Schlegel, werden die Forschungsergebnisse der "AG Bauten I in der FG Berlin e.V." bisher nicht anerkannt, Unterstützungsangebote bei Farbbestimmung der Nr. 57 ignoriert. Das ist auch der Grund, warum die Farben noch nicht im Michel Spezial gelistet sind. Bei Philotax-online schon.

Ob es sich bei den unterschiedlichen Farben bei der vorgestellten Marke Bund 1475 um unterschiedliche Auflagen handelt ist mit nur 4 Marken und ohne weitere Recherchen über mögliche Ursachen m.E. nicht möglich.

Trotzdem kann ich anbieten, beide "Farben" mit einem Farbspektrometer zu vermessen und die Spektren ohne Kommentar zu dokumentieren.

In meiner Eckrandsammlung habe ich bei beiden Formnummern 1,2 nur die hellblaue Variante gefunden. Hier das zugehörige Spektrum, gemessen mit Farbspektrometer X-Rite DTP41 und der Software von W. Podien.

Viel Spaß bei der weiteren Suche, an deren Ende evtl. eine interessante Erkenntnis steht.

Grüße Lothar


 
Briefuhu Am: 17.04.2021 10:47:38 Gelesen: 9505# 20 @  
Habe jetzt eine Postkarte mit zweimal Michel Nr. 124 Posthorn.

Nach meiner Ansicht haben die Marken verschiedene Farbtöne. Ist das bei dieser Serie bekannt und kommt das oft vor?



Schönen Gruß
Sepp
 
Shinokuma Am: 17.04.2021 12:15:31 Gelesen: 9469# 21 @  
@ Sherlock [#10]

Hallo Sherlock,

die Idee mit den Rasterpunkten ist zwar oftmals naheliegend, aber in diesem Fall leider nicht zielführend, da die Marke im Offsetdruck hergestellt wurde und daher auch unter dem Mikroskop keine Rasterpunkte erkennen lässt.

Mit freundlichen Sammlergrüßen

Gunther
 
peno Am: 17.04.2021 14:14:43 Gelesen: 9435# 22 @  
@ Briefuhu [#20]

Lieber Sepp,

den Farbunterschied kann ich nicht nur sehen sondern sogar hören.

Bei den Posthörnern kenne ich mich nicht so gut aus, aber bei den Dauerserien mit sehr hohen Auflagen, die 4 Pf mit knapp 2 Milliarden, und dazu noch als Bogen- und Rollenmarken sowie für Markenheftchen gefertigt, ergeben sich meines Erachtens zwangsläufig im Laufe der Zeit, eventuell auch durch Papierunterschiede bedingt, Farbunterschiede.

Liebe Grüße
Peter
 
spain01 Am: 17.04.2021 14:52:14 Gelesen: 9423# 23 @  
@ peno [#22]

Da magst du sicherlich recht haben, aber diese beiden Marken befinden sich zusammen auf der Postkarte.

Gruß
Michael
 
peno Am: 17.04.2021 14:53:04 Gelesen: 9423# 24 @  
@ jothar [#19]

Die Grafik macht ja mächtig etwas her, leider übersteigt der Inhalt meinen Horizont bei Weitem.

Liebe Grüße
Peter
 
Briefuhu Am: 17.04.2021 15:16:14 Gelesen: 9414# 25 @  
@ peno [#22]
@ spain01 [#23]

Vielen Dank für die Antworten. Aber wie Peter schon feststellt, sind beide Marken auf einer Karte und da ist der Farbunterschied schon sehr eigenartig.

Schönen Gruß
Sepp
 
jothar Am: 17.04.2021 17:17:59 Gelesen: 9396# 26 @  
Hallo Peter,

die Form der Farbspektren sind wie Fingerabdrücke einer Farbe.

Grüße Lothar
 
lueckel2010 Am: 17.04.2021 17:34:10 Gelesen: 9389# 27 @  
@ jothar [#19]

Guten Abend, Lothar,

sorry, fast hätte ich Ihr Angebot übersehen. Ich nehme es aber sehr gern an und schicke Ihnen noch heute eine E-Mail.

Vorerst schon einmal vielen Dank! Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Ben 11 Am: 17.04.2021 18:14:27 Gelesen: 9379# 28 @  
@ jothar [#26]

die Form der Farbspektren sind wie Fingerabdrücke einer Farbe.

Hallo Lothar,

aus physikalischer Sicht betrachtet, würde ich dem fast zustimmen. Und ich hätte eine Bitte dazu:

Würdest Du mir die Messergebnisse (Messwerte der Remissionskurven und die Farbwerte Lab) der beiden Marken von Gerd und Deiner beiden Vergleichsmarken für meine Untersuchung zur Verfügung stellen?

Und noch eine Frage: kannst Du mit Deinem Gerät die Farbschichtdicke messen?

Viele Grüße und schon mal vielen Dank.
Ben.
 
hopfen Am: 17.04.2021 21:46:46 Gelesen: 9340# 29 @  
Bund, Mi.-Nr. 1475: Kleid der linken Frau in der linken Marke heller wie im Anfangsbeitrag [#44].

Auch ich habe zwei postfrische Marken gefunden mit gleicher Farbnuance UND bei der linken Marke ist das ROT von "Deutsche Bundespost" HELLER.

Mit Sonntagabend Gruß
Horst
 
lueckel2010 Am: 17.04.2021 22:04:23 Gelesen: 9328# 30 @  
@ hopfen [#29]

Guten Abend, Horst,

einfach mal zeigen. Je mehr, je besser!

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Sherlock Am: 18.04.2021 00:51:35 Gelesen: 9303# 31 @  
@ Shinokuma [#21]

Hallo Shinokuma.

Zum Verständnis: Ich beziehe mich auf die Mi 1475.

Im Offsetdruck werden sehr wohl Raster eingesetzt. Die allermeisten Briefmarkenkataloge entstehen beispielsweise in diesem Druckverfahren.

Im konkreten Fall zeigt sich in dem "Stöpselbrett" besonders in der Ecke rechts oben die Punktauflösung eines Rasters. Der graue Anzug des Herrn weist zumindest in dem Scan von lueckel2010 pixelartige Artefakte auf. Wenn hier mit zwei unterschiedlichen Methoden Farbverläufe simuliert werden, kann ich mir auch den Einsatz einer dritten Rastermethode vorstellen. Frequenzmodulierte Raster waren zu dieser Zeit dank Computereinsatz en vogue. Darstellbar sind alle im Offsetdruck.

Mit freundlichen Sammlergrüßen
 
Ben 11 Am: 18.04.2021 12:01:07 Gelesen: 9221# 32 @  
@ Sherlock [#31]

Hallo Sherlock,

zumindest auf meinen Marken der Nr. 1475 erkenne ich keine frequenzmodulierten Raster.

Eine Anwendung halte ich auch für nicht wahrscheinlich. Das Verfahren wurde erst 1986 an der TH Darmstadt entwickelt, von den Firmen Hell in Kiel und DuPont Deutschland aufgegriffen, DuPont hat die Entwicklung 1990 wieder eingestellt. Der Rechenaufwand für die Modulation war gegenüber herkömmlichen Rastern wohl doch zu groß, die Rechentechnik noch nicht leistungsfähig genug. Erst 1993 erfolgte durch AGFA mit der "CristalRaster Lithografie" eine industrielle Anwendung. Auch die Fa. Linotype-Hell hat zu dieser Zeit das "Diamond-Raster" eingesetzt.

In der Briefmarkenproduktion hat sich das wohl nicht durchgesetzt. Wer sehen möchte, wie ein frequenzmoduliertes Raster im Vergleich zum herkömmlichen Raster aussieht, der schaue sich bitte mal die Marke zur Internationalen Funkausstellung (IFA) von 1993 an. Da ist das Prinzip auf der rechten Seite der Marke gut zu sehen.



Bei der Wohlfahrtsmarke Nr.1475 sind die schwarzen / grauen Flächen in 45° gerastert. Die farbigen Kleider der Damen, der Fußboden und die Stühle wurden von einer gekörnten Platte gedruckt, was auch eine Art der Rasterung ist.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag.
Ben.
 
lueckel2010 Am: 09.05.2021 22:05:34 Gelesen: 8770# 33 @  
@ hopfen [#29]

Guten Abend, Horst,

ist es nicht möglich, die beiden Marken zu scannen und dann hier vorzstellen?

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
jothar Am: 09.05.2021 22:32:37 Gelesen: 8758# 34 @  
@ Ben 11 [#26]

Mit dem Farbspektrometer Xrite DTP41 lassen sich leider keine Farbdicken messen.

Grüße Lothar
 
hopfen Am: 10.05.2021 18:20:07 Gelesen: 8680# 35 @  
@ hopfen [#29]
@ lueckel2010 [#30][#33]

Hier der Scan:


 
jothar Am: 10.05.2021 18:59:41 Gelesen: 8671# 36 @  


Für die Messung habe ich das Farbspektrometer Xrite-DTP41 benutzt, Blende 2,5 mm. Die Auswertesoftware wurde von Herrn W.Podien programmiert, und wird in vielen Bereichen verwendet (z.B. Farbbestimmung All.Besetzung).

Für die Auswertung habe ich auch den Farbspezialisten Wolfram Podien (Farben der Köpfeserie Sowj. Zone, DDR) hinzugezogen. Seine Beurteilung siehe unten.

Es handelt sich also eindeutig um 2 verschiedene Farben. Als Anhang die Diagramme.

Es könnte sein, dass Schlegel diese Farben prüft, und der Michel diese Farben aufnimmt. Vielleicht sind auch Bogentaschen mit Kontrollstempel bei dem Archiv in Bonn hinterlegt.

Hier die Beurteilung von Wolfram Podien:

So etwas schön getrenntes habe ich selten gesehen.
Im ab oder auch Ch Diagramm sind die Wolken sauber getrennt.
Auch die Kurven unterscheiden sich im Bereich von 500 bis 600 nm durch den veränderten Buckel.
Deutlicher geht es eigentlich kaum.
Alle Messkurven lassen sich auch einwandfrei zuordnen.


Hier die Meßwerte und die Darstellung als Farbwolken:






 
Ben 11 Am: 10.05.2021 21:59:35 Gelesen: 8626# 37 @  
Guten Abend Zusammen,

Gerd hatte mir freundlicherweise seine Marken zur Untersuchung überlassen und mich heute gebeten, auch diese Ergebnisse zu veröffentlichen.

Was ich hiermit sehr gern mache. In die Untersuchung wurde von mir ein Kleinbogen mit 25 Marken einbezogen.

Die Farbunterschiede beider Marken sind deutlich wahrnehmbar und lassen sich in einem Lab-Farbraum Diagramm gut darstellen. Während sich die Vergleichsmarken um ein Zentrum L=88,26; a=-11,44; b=-7,7 gruppieren, liegen die beiden dunklen Varianten deutlich abseits.

Die Unterschiede liegen in der Helligkeit, im Anteil Grün und im Anteil Blau und lassen sich mit der aufgetragenen Farbschichtdicke erklären. Alle anderen Farben zeigen keine Unterschiede.

Drucktechnisch gibt es keine Auffälligkeiten. Die blaue Farbe des Kleides wurde von gekörnten Platten gedruckt.




Die helle Marke:

Die blaue Farbe des Kleides erscheint sehr hell und ist durchscheinend (nicht deckend). Man erkennt durch die Farbe die Faserstruktur des Papieres.
Gemessene Papierdicke (inklusive der Farbe) im unteren Bereich des Kleides beträgt 0,080 mm.

Die Farbwerte der blauen Farbe liegen bei L=84,54; a=-11,31; b=-9,29. Sie ordnen sich in die Gruppierung der vorliegenden Vergleichsmarken ein.




Die dunkle Marke:

Die blaue Farbe des Kleides erscheint sehr kräftig und dunkel. Sie ist nicht durchscheinend (deckend). Sichtbar ist lediglich die Körnung der Druckplatte.
Gemessene Papierdicke (inklusive der Farbe) im unteren Bereich des Kleides beträgt 0,083 mm.

Die Farbwerte der blauen Farbe liegen bei L=79,74; a=-6,12; b=-16,47 und L=80,29; a=-3,55; b=-15,58. Sie weichen von der Gruppierung der vorliegenden Vergleichsmarken erheblich ab. Die Farbabstände "Delta E" betragen 113 und 132.




Nach meiner Einschätzung ist die dunklere Farbe eine eigenständige Farbe im Sinne der Farbwahrnehmung und somit katalogrelevant. Zu prüfen wäre, welchen Einfluss, bzw. welche Ursache die unterschiedliche Farbschichtdicke hat.
Auch eine Papieruntersuchung wäre sinnvoll.

Viele Grüße
Ben.
 
jothar Am: 10.05.2021 23:13:35 Gelesen: 8601# 38 @  
Der Vollständigkeit halber hier auch die Lab-Datenreihe:


 
marcofilius Am: 25.07.2021 18:12:45 Gelesen: 7695# 39 @  
Hallo zu [#44] bis [#38] (mit kleiner Unterbrechung)!

Beim Aufräumen fand ich einen Artikel in der DBZ von 3/96 mit dem Titel "Farbvarianten bei modernen Bund-Marken" von Gerd B. Hövelmann. Als ein Beispiel ist dort die Nr. 1475 vertreten mit 3 Bildern und dazu dem Text: "Besonders ausdrucksstarkes Beispiel variabler Farbabweichungen... Daß unterschiedliche Farben auch in Abstufungen entstehen können, verdeutlicht vor allem das Kleid der linken Telefonistin." Weitere Erläuterungen dann im Haupttext.

Manch einer würde jetzt sagen: olle Kamellen!

Schöne Grüße
Heinrich
 
spain01 Am: 06.11.2022 15:07:39 Gelesen: 4804# 40 @  
Hallo Allerseits,

beim sortieren sind mir die abgebildeten Marken (Bund MiNr. 1801, je postfrisch) wegen deutlicher Farbunterschiede aufgefallen. Die mittlere Marke zeigt die richtige Farbgestaltung, während die linke erkennbar und die rechte Marke sehr deutlich rötlicher ist:




Die leichten Passerverschiebungen bei der rechten Marke können kaum die Ursache sein.

Bin gespannt auf eure Meinungen dazu!

Gruß
Michael
 
Ben 11 Am: 06.11.2022 18:30:24 Gelesen: 4758# 41 @  
@ spain01 [#40]

Hallo Michael,

wenn Du möchtest, stecke die Marken in einen Umschlag und schicke sie mir mal zur Untersuchung. Vielleicht finden wir heraus, warum die Farben sich unterscheiden.

Viele Grüße, Ben.
 
spain01 Am: 06.11.2022 19:22:27 Gelesen: 4735# 42 @  
@ Ben 11 [#41]

Hast Post.
 
spain01 Am: 06.11.2022 19:28:48 Gelesen: 4732# 43 @  
@ spain01 [#40]

Hallo Allerseits,

und hier noch die Bund MiNr. 1800 (alle postfrisch) mit einer sehr vergleichbaren Farbabweichung wie oben bei der Bund MiNr. 1801:




Gruß
Michael
 
funnystamp Am: 28.03.2024 15:56:30 Gelesen: 915# 44 @  
Bund: Unterschiede bei MiNr 3822, America´s First

Wieder gibt es einen Briefmarkenblock, der nicht an den ortsüblichen Schaltern zu erhalten ist.

MiNr Bl 93, America´s First, mit Ausgabe MiNr 3822.

Allerdings kann man diesmal einen Unterschied zwischen Blockmarke und Bogenausgabe im Markenbild erkennen, und das auch ohne Lupe.

Bei der Marke im Block erkennt man rechts des Briefstücks bei der Marke 30 Réis eine braune Schattenlinie entlang der Briefkante. Diese Kante fehlt bei der Bogenausgabe.

Ich bin gespannt, ob die Michel-Redaktion dies zumindest in einer Anmerkung zur Marke erwähnt.



Mit besten Grüßen

Hermann
 
Michael Mallien Am: 29.03.2024 10:32:22 Gelesen: 837# 45 @  
@ funnystamp [#44]

Zusätzlich fällt mir spontan die unterschiedliche Stellung der Jahreszahl zum Datamatrixcode auf. Allerdings weiß ich nicht, ob die Position des DMC generell variiert.

Viele Grüße
Michael
 
funnystamp Am: 29.03.2024 12:43:03 Gelesen: 803# 46 @  
Der Matrixcode wird erst zum Schluss aufgetragen. Die Position kann dabei z.T. erheblich von Bogen zu Bogen variieren. Ja selbst innerhalb eines Bogens kann die Lage variieren.

Grüße
Hermann
 
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