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Thema: (?) (281) Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben
Das Thema hat 289 Beiträge:
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volkimal Am: 03.08.2011 17:16:02 Gelesen: 167842# 1 @  
Hallo zusammen,

seit langer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Schrift. Bei den deutschen Stempeln sind mir dabei einige Buchstaben besonders aufgefallen. Heute die Buchstaben, die es im Deutschen eigentlich nicht gibt:

Das U mit anhängendem E

Im Mittelhochdeutschen oder auch im Dänischen gibt es die Buchstaben Æ und Œ, den Buchstaben "U mit anhängendem E" hat es aber nie gegeben.

Trotzdem kenne ich zwei Stempel mit diesem Buchstaben:



Das Ÿ mit zwei Punkten:

Bei zwei Ortsnamen und dem Wort "bayerisch" kenne ich diesen Buchstaben. Im Französischen kommt der Buchstabe ab und zu vor im Deutschen aber eigentlich nicht.



Das m mit einem Strich:

Im Sütterlin oder der alten Deutschen Schreibschrift wurde als Verdopplung des Buchstabens ein Querstrich über dem Buchstaben geschrieben. Dieser Buchstabe ist mir bisher bei einem Tagesstempel und bei einem Nebenstempel aufgefallen:



Das C mit anhängendem K:

Im einem Maschinen-Werbestempel aus Lübeck ist das K an das C angehängt. Diesen Buchstaben habe ich sonst noch nicht gefunden.



Demnächst werde ich die Stempel mit fremden Buchstaben z.B. aus dem deutschen Grenzgebiet oder aus dem Sorbischen sowie Stempel mit spiegelverkehrten Buchstaben vorstellen.

Für heute aber zunächst die Fragen: Wer kennt weitere Beispiele zu den von mir aufgeführten Buchstaben? Oder noch interessanter: Wer kennt weitere Buchstaben bei deutschen Stempeln, die es eigentlich gar nicht gibt?

Mit Sammlergruß
Volkmar Werdermann
 
petzlaff Am: 03.08.2011 17:34:17 Gelesen: 167839# 2 @  
Ausgesprochen interessanter Beitrag - Danke!

LG, Stefan
 
PeterPan100 Am: 04.08.2011 10:00:56 Gelesen: 167770# 3 @  
@ volkimal [#1]

Das ist eine bislang kaum beachtete ganz tolle Anregung, sich mit den Abstempelungen nochmals nach diesen Kriterien zu beschäftigen. War mir bislang völlig neu, jedenfalls nicht bewußt. Leider kann ich zu diesem Thema vorerst nichts zeigen, muß erst suchen. Danke für den tollen Beitrag.

Grüsse
Wolf
 
volkimal Am: 05.08.2011 07:15:27 Gelesen: 167724# 4 @  
„ Æ “ - Das A mit anhängendem E

Dieser Buchstabe kam im Mittelhochdeutschen vor. Das Æ wurde zur Kennzeichnung eines langen Äs verwendet. Das kurze Ä hingegen wurde als Ä oder Aͤ geschrieben. Bei deutschen Stempeln habe ich das Æ bisher zweimal gefunden. Wenn das Æ als langes Ä gesprochen wurde, so wundert es mich, dass Hettstædt heute Hettstedt geschrieben wird.



Zusätzlich ist mir das Æ beim Nebenstempel „FRANCO GRÆNZE“ aufgefallen.



Heute kommt der Buchstabe Æ noch in verschiedenen nordischen Sprachen vor. Vor allem in Dänemark ist er weit verbreitet und kommt auch in verschiedenen Ortsnamen vor. Als Beispiel zeige ich zwei Stempel aus Holbæk.



Ich denke , dass der Buchstabe Æ noch häufiger in deutschen Stempeln vorkommt. Ich bin auf Ihre Meldungen gespannt.

Mit Sammlergruß
Volkmar Werdermann
 
T-M 123 Am: 05.08.2011 16:25:22 Gelesen: 167690# 5 @  
Ich denke, die Verwendung von Æ statt Ä usw. in deutschen Stempeln wird oftmals damit zusammen hängen, dass man bei einem Ä das Problem hätte, die Punkte irgendwo unterzubringen. Meist ist zwischen Buchstabe und Stempelumrandung kein Platz mehr dafür. Natürlich gab es auch andere Möglichkeiten, damit umzugehen, in der Regeln waren die Umlaute in solchen Fälleneinfach etwas kleiner als die übrigen Buchstaben, sodass Platz für die Punkte blieb, oder es wurde in einigen Fällen über dem Umlaut die Stempelumrandung einfach ausgespart und statt dessen die beiden Punkte eingesetzt (solche Stempel wurden neulich auch hier irgendwo im Forum gezeigt, glaube ich, aber ich finde sie nicht wieder). Ich denke aber, die Schreibung Æ, Œ usw. wird aus ähnlichen Gründen erfolgt sein.

Das Œ findet sich übrigens soweit ich weiß nicht im Dänischen, dafür aber im Französischen. Im Dänischen verwendet man hingegen den Buchstaben Ø.

Gruß
Tim
 
volkimal Am: 06.08.2011 15:37:07 Gelesen: 167662# 6 @  
@ T-M 123 [#5]

Hallo Tim,

dass die Verwendung von Æ statt Ä mit dem Platzbedarf zusammenhängt, glaube ich eigentlich nicht. Bei einem Spitzen A ist rechts und links vom A ist eigentlich genug Platz für die Punkte.

Anders ist es beim Ö und Ü. Hier gibt es viele Varianten, wo man die Punkte untergebracht hat. Der Beitrag mit den Punkten im Kreis stammte übrigens von mir und steht beim Thema: Stempel bestimmen: Wer kennt diesen Stempel? Vielleicht stelle ich die viele Ü's auch hier einmal vor - ich habe insgesamt über 30 verschiedene Ü's gefunden.

Ansonsten hast Du recht. Das Œ findet sich nicht im Dänischen, dafür aber im Französischen.Im Dänischen verwendet man wirklich den Buchstaben Ø. Auf dem dänischen Stempel aus Køge siehst Du es sehr schön.

Viele Grüße
Volkmar


 
volkimal Am: 09.08.2011 06:40:04 Gelesen: 167606# 7 @  
„ Œ “ - Das O mit anhängendem E

Nach Wikipedia: Der Buchstabe Œ, Kleinbuchstabe œ, ist eine Ligatur aus O und E. Ursprünglich aus dem Mittellatein stammend, wird er heute im Französischen noch verwendet. Sein Lautwert entspricht dem des deutschen Umlauts Ö. In der Mittelhochdeutschen Orthographie stand er für ein langes [øː], während Ö oder Oͤ (O mit kleinem e darüber) für ein kurzes [œ] stand.

Den Buchstaben Πhabe ich bisher in drei deutschen Stempeln gefunden:




Bei den beiden Stempeln aus Höchst und Gröningen passt der Text aus Wikipedia, denn sie werden mit einem langen " Ö " gesprochen. Coesfeld liegt in Westfalen und dort gibt es das Dehnungs-E, d.h. der in diesem Fall wird der Buchstabe " O " lang gesprochen. Andere Beispiele des Dehnungs-E's sind: Raesfeld, Soest oder Gelsenkirchen-Buer.

Ich bin gespannt, wer den ersten bisher nicht aufgelisteten Stempel mit einen Πmeldet.

Mit Sammlergruß
Volkmar
 
Matthias Bock Am: 09.08.2011 15:07:39 Gelesen: 167569# 8 @  
Koenig im Grossherzogtum Hessen hatte zur T+T-Zeit ebenfalls ein OE im Stempel. Abbildung reiche ich heute oder morgen abend nach.
 
volkimal Am: 11.08.2011 21:22:42 Gelesen: 167503# 9 @  
@ Hangover [#8]

Hallo,

ich finde schön, dass der erste mir unbekannte Stempel mit einem " Œ " gemeldet wurde. Ich bin gespannt auf die Abbildung. Danke Hangover!

Als Ergänzung ein weiterer Stempel mit diesem Buchstaben. Es ist allerdings kein deutscher Stempel, obwohl es sich um eine deutsche Marke handelt. Le Rœulx ist eine belgische Kleinstadt mit ca. 8.000 Einwohnern in der Provinz Hennegau.

Hinter der Ortsangabe "Rœulx" steht das "Le" in Klammern. Ich vermute, dass es sich dabei um das erste Wort von "Le Rœulx" handelt.

Noch einen schönen Abend
Volkmar


 
Postgeschichte Am: 11.08.2011 23:40:40 Gelesen: 167493# 10 @  
@ volkimal [#9]

Hinter der Ortsangabe "Rœulx" steht das "Le" in Klammern. Ich vermute, dass es sich dabei um das erste Wort von "Le Rœulx" handelt.

Hallo Volkmar,

mit dieser Vermutung liegst Du richtig. Neben dem Ortsstempel mit zusammenhängendem "OE" gibt es auch noch einen in der anderen Schweibweise, "O" und "E" auseinander stehend.





Gruß
Manfred
 
volkimal Am: 12.08.2011 06:06:12 Gelesen: 167490# 11 @  
Hallo Manfred,

herzlichen Dankk für die Information und die Bestätigung meiner Vermutung.

Volkmar
 
volkimal Am: 12.08.2011 21:37:16 Gelesen: 167447# 12 @  
Spiegelverkehrte Buchstaben

Besonders schön finde ich die spiegelverkehrten Buchstaben, die ich bei einigen frühen Stempeln gesehen habe. Bisher habe ich allerdings nur die Buchstaben "N" und "Z" gefunden. Beim Stempel aus Blankenburg steht das "N" gleich zweimal verkehrt herum. Vielleicht kennt jemand noch einen anderen spiegelverkehrten Buchstaben.



Weshalb im Maschinenwerbestempel das "R" in Reformation spiegelverkehrt geschrieben wurde weiß ich bisher nicht. In diesem Fall ist es aber sicher mit Absicht gemacht worden. Leider habe ich gerade keinen besseren Abschlag gefunden.



Ich wünsche noch einen schönen Abend
Volkmar
 
Pommes Am: 15.08.2011 20:02:24 Gelesen: 167394# 13 @  
@ volkimal [#12]

Hallo Volkmar,

Stempel mal aus einer anderen Perspektive, schöne Idee weiter so! An zwei spiegelverkehrte N bei RONNEBURG (Thüringen) kann ich mich erinnern, finde den Beleg aber gerade nicht. Vielleicht habe ich ihn auch gar nicht mehr ?

Aber ich habe einen Maschinenstempel gefunden, der zu Deinem ersten Beitrag passt:



Zwar nur im Werbeklischee, aber immerhin. Jetzt wollte ich den Text hier auch noch verewigen. Ich scheitere aber daran, ein kleines "y" mit Punkten darüber zu finden. In meiner Schriftart im WORD gibt es nur das große "Y" mit Punkten.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
JFK Am: 15.08.2011 20:33:58 Gelesen: 167387# 14 @  
@ Pommes [#13]

Hallo Thomas,

dann nimm dies Ÿ (findest du hier: start/programme/zubehör/systemprogramme/zeichentabelle.

Einfach auf den Buchstaben draufklicken und auf Kopieren klicken. dann kannst ihn z.B. in Word einfügen)

Lieben Gruß
Jürgen (JFK)
 

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