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Thema: (?) (295) Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben
Das Thema hat 301 Beiträge:
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Uwe Seif Am: 03.06.2017 18:22:04 Gelesen: 94446# 202 @  
@ filunski [#201]

Hallo zusammen,

Hans-J. Richter berichtet in "Die Normstempel von 1931 und ihre Abweichler", veröffentlicht im Rundbrief 82 der Arge Deutsche Notmaßnahmen [1] über Tagesstempel aus dem Bereich der OPD Hannover, deren Buchstaben holzschnittartig aussehen sowie über Stempel, deren Buchstaben sich zur Stempelmitte hin verjüngen.

Gruß
Uwe Seif

[1] http://www.deunot.de
 
volkimal Am: 29.06.2017 20:36:58 Gelesen: 92314# 203 @  
@ Uwe Seif [#202]

Hallo Uwe,

herzlichen Dank für den Hinweis. Normalerweise müsste ich das Heft durch die Poststempelgilde noch bekommen.

Von mir ein weiterer Stempel mit einem "J" anstelle eines "I":





Der Stempel hat normalerweise Ü-Punkte. Von diesen ist nur der rechte ansatzweise zu sehen.

Der Ankunftsstempel aus Visselhövede ist ein alter Hannover-Stempel mit dem typischen Punkt hinter dem Ortsnamen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.07.2017 18:37:57 Gelesen: 91882# 204 @  
Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich noch einen Stempel mit einem "J" anstelle des "I" bekommen. Das Besondere - bei diesem Stempel habe ich es überhaupt nicht erkannt:



In Köln-Deutz war das Bahnpostamt Inland. Das "J" oberhalb des Steges steht für das "I" von "Inland"

Viele Grüße
Volkmar
 
GSFreak Am: 14.07.2017 00:28:35 Gelesen: 91236# 205 @  
@ Uwe Seif [#202]

Aufgrund dieses Beitrages von H.-J. Richter habe ich mich auch auf die Suche nach Normabweichlern in meinen Beständen begeben und bin fündig geworden:

Hier zeige ich einen Stempel von RUDOLSTADT 1 (UB b) vom 01.09.1959. Beim Ortsnamen wechselte der Graveur nach den ersten fünf Großbuchstaben die Buchstabenbreite und schnitt die restlichen Buchstaben in einer breiteren Schrift.



Ein weiterer Stempel mit unterschiedlichen Schriftbreiten gab es in GUSTAVSBURG (HESS).

Gruß Ulrich
 
Gerhard Am: 14.07.2017 10:28:11 Gelesen: 91169# 206 @  
@ GSFreak [#205]

Hallo Ulrich,

meines Erachtens handelt es sich hier um einen aptierten Stempel, was ich aus den zusätzlichen Strichen im Datumsbalken herleite. Vielleicht kann ja jemand den Originalstempel zeigen?

MphG
Gerhard
 
Uwe Seif Am: 14.07.2017 11:23:58 Gelesen: 91159# 207 @  
@ GSFreak [#205]
@ Gerhard [#206]

Hallo,

die zusätzlichen "Striche" unterhalb des Datums sind m.E. auf Verschmutzungen zurück zuführen.

Gruß
Uwe Seif
 
volkimal Am: 14.07.2017 14:52:46 Gelesen: 91121# 208 @  
@ Gerhard [#206]

Hallo Gerhard,

"Striche" oberhalb oder unterhalb des Datums sieht man immer wieder. Sie haben nichts mit einer Aptierung zu tun. Hier ein paar Beispiele:





Beim letzten Beispiel siehst Du auch, wie so etwas zustande kommen kann: Die Drehziffern des Datums sind nicht ganz mittig eingestellt, so dass die Ansätze des nächsten Datumssatzes zu sehen sind.

Entweder ist es wirklich eine Aptierung, dass wird man aber nie beweisen können. Ich weiß nicht, wie Stempel genau hergestellt werden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass mit fertigen Buchstaben gearbeitet wird, die in den Stempel eingearbeitet werden. Wenn dann eine Größe ausgegangen ist, hat der Hersteller vielleicht einfach mit einer anderen Größe weitergearbeitet. Was wirklich stimmt wird wohl niemals herauszubekommen sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 14.07.2017 16:34:51 Gelesen: 91092# 209 @  
@ volkimal [#208]

Hallo Volkmar,

ich weiß auch nicht genau wie Stempel hergestellt werden, da ich kein Metallfachmann bin. Ich stelle mir dies jedoch folgendermaßen vor: Es wird ein planebener Metallrohling mit entsprechendem Durchmesser genommen und entsprechend graviert, dabei bleiben dann die Buchstaben, Striche (und was man alles so sieht) erhaben stehen und für die Aufnahme der Typenräder wird ein Rechteckfeld ausgefräst. Diese Vorgänge werden wohl seit einigen Jahren mit CNC-Maschinen ausgeführt. Vorstellen kann ich mir, dass heute bereits die Lasertechnik zum Einsatz kommt.

Vielleicht wurde im vorletzten Jahrhundert mit einzelnen Buchstaben gearbeitet und so Einzeiler etc. zusammengestellt? Diese Arbeitsweise wäre aber für Kreisstempel m.E. viel zu aufwendig. Diese einzelnen Bestandteile müssen ja nach dem Zusammenfügen eine planebene Fläche ergeben, damit der Stempel komplett abgedruckt werden kann- sitzt ein Buchstabe einen halben Millimeter zu tief, so würde dieser beim Abdruck fehlen. Dies bedeutet für mich, dass die zusammen gesetzten Stempel noch zusätzlich abgeschliffen werden müssten. um eine Ebene zu erhalten.

Bei Umarbeitungen (Aptierungen) der Stempel muss dann natürlich mit einzelnen Bestandteilen gearbeitet werden. Eine andere Möglichkeit sehe ich für das nachträgliche Einfügen von irgendwelchen Bestandteilen (z.Bsp. alte PLZ "(14a)") nicht und diese mussten dann durch löten (?) dauerhaft befestigt werden (Sekundenkleber gab`s früher ja nicht, und ob dieser eine ausreichende Haltekraft hätte, weiß ich nicht). Diese nachträglich eingefügten Bestandteile müssen dann mit den ursprünglich vorhandenen Buchstaben eine Fläche bilden, damit alles im Abdruck gleichmäßig sichtbar ist. Das nachträgliche Einfügen von Bestandteilen wäre heute wohl aufgrund der anfallenden Lohnkosten nicht mehr vorstellbar.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
calliostoma Am: 14.07.2017 18:44:56 Gelesen: 91064# 210 @  
@ volkimal [#193]

Hallo,

es gab einen stumpfovalen Bahnpoststempel OBERHAMER - VALLERYST.-DREIBRUNEN - das M und N jeweils mit einem Strich.

Dieser Stempel beruht wohl auf einer Verordnung, dass Stempelinschriften nicht mehr als 28 Zeichen haben sollten und so passt es dann.



Gruß

Dirk
 
volkimal Am: 15.07.2017 08:11:29 Gelesen: 90945# 211 @  
@ calliostoma [#210]

Hallo Dirk,

ein super Beispiel für ungewöhnliche Buchstaben. Den Strich anstelle eines Doppelbuchstabens kenne ich bisher nur von zwei Stempeln. Dieses Exemplar mit dem sehr sauberen Stempel aus Sommerfeld bekam ich vor kurzem geschenkt. Es ist ein Post-Insinuation-Document vom 9. September 1865:



Der zweite mir bekannte Fall ist der "Recommandirt"-Stempel:



Deinen Bahnpoststempel mit gleich zwei Strichen habe ich noch nie gesehen. Das ist aber auch kein Wunder, denn es ist eine sehr kurze Bahnstrecke in Lothringen von ca. 10 km Länge. Ich habe einige Zeit gebraucht, um die Strecke zu finden. Hier der entscheidende Link: http://www.trains-en-voyage.com/dossiers/infrastructure/lignes/sarrebourg_abreschviller_vallerysthal.htm

Oberhammer = La Forge gibt es bei Google Maps nicht auf der Karte. Vallerysthal = Vallérysthal ist ein Ortsteil von Dreibrunnen = Troisfontaines. Hier die Bahnstrecke auf einer Karte im Andrees Handatlas (1910):



Mal sehen, ob ich den Stempel jemals auftreibe - ich kann es mir kaum vorstellen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Hatten Am: 15.07.2017 14:27:49 Gelesen: 90894# 212 @  
Hallo,

ich habe hier einen Tagesstempel von LEIPZIG N 18 / b vom 4.12.1957.



Der Buchstabe P von Leipzig ist mit Punkt! Ist das bekannt? Oder ist es lediglich eine Verschmutzung?

Und der Stempel ist aptiert: Reste vom Doppel-M sind noch erkennbar.

Ich bin gespannt auf Eure Antwort.

Viele Grüße
Horst
 
volkimal Am: 21.07.2017 12:21:22 Gelesen: 90414# 213 @  
@ Hatten [#212]

Hallo Horst,

den Punkt im P halte ich ganz klar für eine Verunreinigung.

Wie Du schon schreibst, wurde das Doppel-M aptiert. Zusätzlich hat man unten im Bogen das Wort "REICHSMESSESTADT" entfernt.

Ungewöhnliche P's kenne ich eigentlich nur aus Werbeklischees wie zum Beispiel das "P mit Herz" von Hipp:



Viele Grüße
Volkmar
 
Hatten Am: 21.07.2017 20:09:02 Gelesen: 90348# 214 @  
@ volkimal [#213]

Hallo Volkmar,

danke für Deine Information. Ich hatte auch mal daran gedacht, das während der Aptierung sich jemand einen Spaß erlaubt und diesen Punkt dort gesetzt hat. Aber dann wären bestimmt noch einige Stempel aufgetaucht.

Viele Grüße
Horst
 
volkimal Am: 17.08.2017 21:37:22 Gelesen: 87196# 215 @  
@ calliostoma [#210]

Hallo Dirk,

inzwischen konnte ich den Stempel OBERHAMER - VALLERYST.-DREIBRUNEN - das M und N jeweils mit einem Strich erwerben. Er ist doch nicht so selten, wie ich ursprünglich gedacht habe.





Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.10.2017 18:52:05 Gelesen: 82864# 216 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich noch einmal den Buchstaben "ß" ansprechen. Es herrscht immer wieder Verunsicherung darüber, wie ein Wort mit "ß" richtig geschrieben wird. Hier das erste Beispiel:





Vom Stempel "Vergiß nicht Straße und Hausnummer anzugeben" gibt es drei Typen.

1) Bei Bochmann Nr. 60 wurden sowohl "Vergiss" als auch "Strasse" mit "ss" geschrieben. Der Stempel mit der falschen Schreibweise ist ab dem 27.08.1926 bekannt.

2) Bei Bochmann Nr. 70 wurde die Rechtschreibung korrigiert. Beide Worte werden mit "ß" geschrieben. Diesen Stempel gibt es seit dem 05.05.1927

3) Schließlich gibt es ab dem 28.07.1929 den Stempel mit dem Ausrufezeichen am Ende (Befehlsform).

Nach der neuen deutschen Rechtschreibung wäre übriges "Vergiss" bzw. "Straße" richtig. Alle Worte, die früher ein "ß" hatten und kurz gesprochen wurden, weren heute mit "ss" geschrieben. Bei lang gesprochenen Worten ist das "ß" geblieben.

Ein zweites Beispiel:



In diesem Fall ist die Schreibweise "Gera (Reuß)" im Stempel korrekt. Der Absender hat mit "Reuss" die falsche Schreibweise gewählt. Reuß-Gera ist eine ehemaligen Grafschaft. Sie bestand aus Gera als Hauptgebiet und den Enklaven Triebes, Hohenleuben und Pohlen als exterritorialen Gebieten.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.10.2017 20:46:54 Gelesen: 82238# 217 @  
Hallo zusammen,

in einer Rundsendung habe ich wieder einmal einen Stempel mit dem Buchstaben "Ÿ" gefunden.



Leider ist der Stempel nicht vollständig zu sehen. Wer kann mir sagen, welcher Ort den Text "PARFY" enthält?

Bisher ist das der dritte preußische Stempel mit dem Buchstaben "Ÿ". Die anderen sind Barby [#1] und Ryczywol [#93].

Viele Grüße
Volkmar
 
becker04 Am: 12.10.2017 21:04:28 Gelesen: 82227# 218 @  
@ volkimal [#217]

Hallo Volkmar,

das ist der R2 aus PAREY (Feuser Pr 2519)

Viele Grüße
Klaus
 
volkimal Am: 12.10.2017 21:10:55 Gelesen: 82223# 219 @  
@ becker04 [#218]

Hallo Klaus,

vielen Dank! Da hat mich der fehlende untere Strich beim "E" irritiert.

Viele Grüße
Volkmar
 
Eilean Am: 18.10.2017 23:31:21 Gelesen: 81725# 220 @  


Heute mal ein Stempel aus GÜLS, Kreis Koblenz. Ein schöner Stempel, der wohl den Krieg überlebt hat, hier vom 13.12.1954.

Wer sammelt hier die Üs in deutschen Stempeln?

Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 20.10.2017 20:45:22 Gelesen: 81550# 221 @  
@ Eilean [#220]

Hallo Andreas,

ein netter Stempel! Den Ortsnamen in Antiqua sieht man nicht so oft. Auch insofern sind es "ungewöhnliche" Buchstaben.

Der Sammler mit den Ü's bin übrigens ich.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.10.2017 15:20:06 Gelesen: 81231# 222 @  
Hallo zusammen,

bei den Frakturschriften und beim Sütterlin kann man gut erkennen, wie der Buchstabe "ß" entstanden ist.



Außerdem gibt es bei diesen Schriften neben dem "ß" noch zwei verschiedene Formen des kleinen Buchstaben "s". Am Wort- bzw. Silbenende wurde ein rundes "s" geschrieben. Innerhalb einer Silbe dagegen ein langes "s". Bei diesem Stempel in Sütterlin kommen alle Formen des "s" vor. Zusätzlich sieht man auch noch das große Sütterlin "S":



Das lange "s" innerhalb einer Silbe beim "sch" des Wortes "deutsche".
Das runde "s" am Ende eines Wortes beim Wort "uns".
Das runde "s" am Ende einer Silbe beim Wort "Ausland"
Das "ß" beim Wort "Laßt".

Der Stempeltext lautet insgesamt: "Laßt uns deutsche Schulen im Ausland bauen!"

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 30.10.2017 22:10:50 Gelesen: 80246# 223 @  


Dreiecke statt Ö-Punkte sind mir bisher noch nicht aufgefallen. Der Stempel aus Kötzing zeigt sie jedenfalls in aller Deutlichkeit.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Koban Am: 30.10.2017 22:19:05 Gelesen: 80239# 224 @  
@ Jürgen Witkowski [#223]

Die Seriphenform des "Z" scheint mir, für einen in Groteskschrift gehaltenen Stempel, ebenfalls ungewöhnlich zu sein.

Gruß,
Koban
 
volkimal Am: 31.10.2017 08:21:39 Gelesen: 80182# 225 @  
@ Jürgen Witkowski [#223]

Hallo Jürgen,

ein sehr schönes Beispiel für ein ungewöhnliches "Ö". Die dreieckigen Ö-Punkte habe ich bisher auch noch nicht gesehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.10.2017 08:49:14 Gelesen: 80176# 226 @  
Hallo zusammen,

das „ß“ wird im Stempel unterschiedlich angegeben. Man kann vier Fälle unterscheiden.

1) Am häufigsten wird es als doppeltes großes S, also als „SS“, angegeben. Hier zwei Beispiele aus Gießen:





2) Als Kleinbuchstabe „ß“ kommt es in Kleinschriftstempeln vor. Auch hier zwei Stempel aus Gießen:





3) Als Großbuchstabe „ẞ“. Anfang 2008 wurde das große ẞ als neues Zeichen in den internationalen Standard Unicode für Computerzeichensätze aufgenommen. Seit dem 29. Juni 2017 ist das ẞ Bestandteil der amtlichen deutschen Rechtschreibung.



Das große „ẞ“ habe ich bisher nur in Absenderfreistempeln gesehen. Hier zwei Beispiele aus Großräschen und Neustadt an der Weinstraße. Im Beitrag [#112] zeigt DL8AAM ein weiteres Beispiel aus Roßdorf.

4) Bei einigen Orten hat man auch die beiden Großbuchstaben „SZ“ verwendet. So heißt es noch in der 10. Auflage des Dudens 1929: „Für ß wird in großer Schrift SZ angewandt“; später galt SZ nur noch als Möglichkeit neben SS, um Verwechslungen in Fällen wie MASZE - MASSE zu vermeiden.









In meiner Sammlung habe ich die Stempel aus Groß-Lichterfelde (GROSZ-LICHTERFELDE) und Weißensee (WEISZENSEE). Weitere Beispiele mit "SZ" siehe im Beitrag [#108].

Zu den beiden ersten Fällen „SS“ und Kleinbuchstabe „ß“ kann man noch einiges mehr sagen. Dazu aber später.

Weitere Informationen im Netz:

Zum Buchstaben "ß": https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9F
Zum Großbuch staben „ẞ“: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F

Viele Grüße
Volkmar
 

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