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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 913 Beiträge:
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zonen-andy Am: 28.05.2015 19:02:13 Gelesen: 372530# 339 @  
@ 10Parale [#338]

Hallo 10Parale,

auch dir herzlichen Dank für das Nachschlagen der Frankatur des Briefes. Da habe ich ja eine kleine Besonderheit (?) für 0,50 Cent gekauft.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
10Parale Am: 01.06.2015 21:09:05 Gelesen: 372065# 340 @  
@ zonen-andy [#339]

Gerne geschehen, zonen-andy.

Hier noch ein schönes Briefchen mit insgesamt 5 Stempeln, 2 vorderseitig und 3 rückseitig. Die 15 Bani Marke Ährenausgabe wurde wohl hinten verklebt, um den Brief zu schliessen, täusche ich mich?

Der Brief wurde am 16. September 1904 in COLELIA im Kreis Ialomita zur Post gebracht und auf der 15 Bani Marke portogerecht (einfacher Brief bis 15 gr.) entwertet. Der Stempel von COLELIA weist die Abkürzung jud. auf, was für judetul steht und "Kreis" bedeutet. COLELIA war ein von überwiegend Deutschen besiedeltes Dorf mit einer kleinen Kirche, die auch heute noch steht und wo man getrost eine Zivilisationspause einlegen kann.

Der Brief ging in das ca. 25 Kilometer entfernte CIOCHINA, ebanfalls ein kleines Dorf, das auch heute nicht mehr als 4.000 Einwohner zählt. Davon zeugt der Stempel rückseitig vom 16. September 1904.

Am 17. September gelang der Brief an sein Ziel in Bukarest, wo er mit einem Ortsstempel und einem Briefträgerstempelchen mit der Nummer 104 versehen wurde.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 02.06.2015 22:33:41 Gelesen: 371985# 341 @  
@ 10parale

Betr. Brief nach Deutschland 1937: Nehmen Sie sich die Zeit und lesen nochmals C. Marinescu. Auslandbrief nach 1 Juni 1932 - 10 Lei + Luftpostzuschlag für Deutschland nach 1 Marz 1934 - 9 Lei. Da sehen Sie, dass die 19 Lei Frankatur korrekt war.

Alles Gute,
Nor 42
 
10Parale Am: 10.07.2015 22:42:01 Gelesen: 369589# 342 @  
@ Heinz 7 [#309]

Hier eine Ansichtskarte mit wunderschönen Briefmarken der Freimarken König Karl I. aus Michel Nr. 127 - 144 (welche Ausgabe?).

Diesmal echt gelaufen und bildseitig beschrieben, wie es damals üblich war. Ich musste ja richtig lachen. Eine Ganzsache wird ja definiert durch den Eindruck des Wertzeichens. Hier musste also eine Frankatur angebracht werden.

Die angebrachte Frankatur (10 Bani Michel Nr. 133) ist nicht nur portogerecht aufgeklebt worden, sondern auf der Bildseite etwas versteckt vorzufinden.

Erst mal so etwas finden, eine Postkarte, in der von einem Wert sozusagen eine echte und eine virtuelle Marke der selben Wertstufe vorhanden sind.

Die Postkarte legte übrigens einen Weg von über 2.000 Kilometer zurück, von CHITILA (damals kleines Nest, heute Vorort von Bukarest) nach Liège in Belgien. Abschlag 21. Mai 1905 - Ankunft 24. Mai 1905 in Liège.

Liebe Grüße

10 Parale

@ Nor 42 (#341) - Danke für den wichtigen Hinweis.


 
Heinz 7 Am: 22.07.2015 22:07:47 Gelesen: 368973# 343 @  
@ 10Parale [#338]
@ zonen-andy [#335]

Hallo Andi,

Ghana ist bestimmt keine häufige Destination für Rumänien, wenn auch 1958 viel Postverkehr bestand.

Gehen wir 50 Jahre zurück ins Jahr 1908. Fritz Fruth aus Bukarest möchte seinem Kollegen einen ...-Gruss schicken und sendet dazu eine hübsche Postkarte mit einem Bild des Teatrul Lyric aus Bukarest.



Soweit ist das sicherlich nichts Besonderes. Auch dass die Postkarte zur Drucksache umfunktioniert wurde und damit nur mit 5 Bani frankiert werden musste, haben wir schon gesehen. Ganz bestimmt interessant ist aber die Adress-Seite der Karte. Erstens lernen wir etwas über den Absender: Fritz Fruth arbeitete vermutlich auf dem Konsulat von Rumänien und grüsste seinen Militärkollegen:

"an den Kanonier Herrn F. (?) Zehetmayr, Artillerie Zug, Deutsche Gesandschaft Schutzwache, Peking"

Die Karte ging also nach China, und erhielt einen schönen Ankunftsstempel PEKING (in kyrillischer Schrift). Welches fremde Postamt hat da wohl den Transport über Tausende von Kilometern durchgeführt? Es muss wohl die russische Post gewesen sein, ob (neben der rumänischen Post (siehe Aufgabestempel)) "in Kombination" mit noch weiteren Postverwaltungen, das weiss ich nicht genau. Möglicherweise hatte die russische Post 1908 auch ein Auslandbüro in Peking und die chinesische Post hatte rein gar nichts zu tun mit dieser Sendung. Die Karte lief "via Sibiria", was für die Zeit ein häufiger Transportweg war. Höchstens 9 Tage benötigte die Karte (Datum Abgangsstempel Bukarest nicht lesbar), handschriftlich aber 23.4.1908.



Für einmal ist also die Adress-Seite sicherlich viel interessanter als die Bildseite, obwohl die Frankatur dort angebracht wurde.

Schöne Sommertage wünscht
Heinz
 
merkuria Am: 23.07.2015 18:47:58 Gelesen: 368888# 344 @  
@ Heinz 7 [#343]

Lieber Heinz,

ein schöner und wohl nicht häufiger Beleg von Rumänien nach China! Du hast recht, Russland unterhielt von 1870 – 1920 Postämter in China. Für eine kleine Geschichte der Russischen Postämter in China verweise ich auf den Link: https://en.wikipedia.org/wiki/Russian_post_offices_in_China

Was den Wert einer solchen Ansichtskarte anbelangt, so denke ich dass dieser im Bereich von 80-100$ liegt. Ich selbst habe für einen vergleichbaren Beleg, einer Ansichtskarte von Griechenland nach China mit Abschlag eines russischen Postamtes in Peking, 80$ bezahlt. Da Griechenland schon damals ein häufigeres Ziel von Reisenden war als Rumänien, würde ich die Rumänien-Karte auch mit 100$ etwas höher ansetzen. Hier die Abbildung dazu:



Ja, mit den Destinationen ist dies so eine Sache. Da gibt es Liebhaber, denen ein Beleg aus China nach einer seltenen Destination wirklich viel Geld wert sind. Untenstehend zeige ich eine Postkarte von China (Tientsin) nach Costa Rica (San José), gest. 6. Juni 1908 mit Ankunftsstempel 11. Juli 1908. Wenn Du den Text der Karte liest, wirst Du feststellen dass dieser Beleg nur Dank einem Philatelisten entstanden ist. Diesen Beleg habe ich vor zwei Jahren an einen Sammler für 9'200 $ verkauft!


 
Heinz 7 Am: 23.07.2015 21:32:28 Gelesen: 368869# 345 @  
@ merkuria [#344]

Lieber Merkuria,

danke für die Angaben! Für "Destinationen" wurden/werden bekanntlich teils astronomische Preise bezahlt, siehe auch "Schweiz", z.B. Strubel oder Sitzende Helvetia. Wenngleich der "peak" da teilweise überschritten ist, wie es scheint. Die Harlan Stone-Auktion war da aufschlussreich.

US$ 9'200 ist ein stolzer Preis für eine solche Karte, aber wenn etwas extrem selten ist, können solche Preise auf dem Markt immer vorkommen. Wenn man solche Belege "überflüssig" hat, dann kann man natürlich schön Geld verdienen. Ich habe wohl auch das eine oder andere gute Stück, aber ich "kann" (will!) sie nicht verkaufen, weil sonst fehlen sie ja in meiner Sammlung. Und "zusätzliches" Material habe ich nur wenig, aber sicher nicht so hochwertiges!

Gratuliere!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 25.07.2015 14:42:47 Gelesen: 368757# 346 @  
Hier ein Pendant zur Karte die 10 Parale am 10.07 brachte [#342]. Diesmal ist es die 5 Bani Marke. Als Drucksache verschickt könnte auch die 3 Bani als Frankatur benützt worden sein.

Nor 42


 
10Parale Am: 25.07.2015 20:03:14 Gelesen: 368722# 347 @  
@ nor 42 [#346]

Schau her, ein wunderschöner Beleg und ich bin froh, dass es von diesen Ganzsachen auch welche im innerrumänischen Postverkehr gibt. Jetzt gehen wir mal auf Suche nach Drucksachen mit einer 3 Bani Marke.

An dieser Stelle möchte ich eine ungeprüfte Neuerwerbung vorstellen. Die 30 Parale (Michel Nr. 10) hat mich wieder mal in ihren Bann gezogen, hier portogerecht frankiert mit zwei roten Agraffenstempel S62 (A62?) von Bucuresci auf dem Weg nach Braila (Datum 29-07-1862 ?)

Fritz Heimbüchler zeigt den Stempel S62 (es gibt 2 Varianten) auf Seite 99 in seinem Werk "Fürstentum Walachei". Auf Seite 143 zeigt er einen ähnlichen Stempel, nennt ihn aber A62.

Kiriac Dragomir zeigt den Stempel auf Seite 97 in seinem Werk "Stampilografie Postala" und ich bin ziemlich sicher, dass es sich bei diesem roten Stempel um den Stempel A62 Abb. 366 handelt.

Rückseitig der Stempel A62 Abb. 368 von Braila mit Agraffe in blaugrüner Farbe. Hier ein weiterer interessanter Hinweis von Fritz Heimbüchler, der Aufschluss gibt über die Verwendungszeit des Stempels. Er führt aus, dass das Postamt in Bukarest ab Dezember 1862 nur noch schwarze Stempelfarbe verwendete. Demnach müsste der Brief im Juli 1862 verfasst worden sein.

Auf Seite 130 des oben genannten Werkes von F.Heimbüchler zeigt er einen Einschreibebrief von Bukarest mit eben diesem roten Stempel, auch dieser dort gezeigte Brief müsste aus dem Jahr 1862 sein. Übrigens bitte ich Heinz7 gerade mal diesen Brief auf Seite 130 genau anzusehen. Es ist keine Destination angegeben, man sieht nur "la", sowie bei meinem hier gezeigten Brief nach "la BRAILA". Der Brief ging auf jeden Fall in den Kreis Ialomita. Gerne hätte ich einmal die Rückseite dieses Briefes gesehen, in wessen Besitz befindet er sich?

Noch ein Wort zu Marke. Es handelt sich um die Michel Nr. 10I. Der Verkäufer hat den Brief mit Michel Nr. 10 II (Plattendruck) ausgewiesen, auf meinen Hinweis, dass es sich um die Michel Nr. 10 I handelt, gab es keine Reaktion. Also Augen auf!

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 30.07.2015 00:13:37 Gelesen: 368482# 348 @  
@ Alle

Hallo Kollegen,

wir haben in diesem Thema noch nicht viel gesehen und gelesen über die 9. Briefmarken-Ausgabe von Rumänien, obwohl es dazu sehr schöne Stücke und auch sehr gute Literatur gibt.

Vielleicht fangen wir einfach einmal damit an.



Ich zeige Euch ein Lieblingsstück aus meiner Sammlung. Wäre das Stück auf einem Ganzbrief, wäre das eine super - Rarität, aber auch als loser Sechserstreifen bzw. als Sechserstreifen auf kleinem Fragment gefällt mir das Stück sehr, besonders natürlich auch wegen der sehr kontrastreichen roten Stempel.

Wer weiss, für welche Postsendung dieser Sechserstreifen benötigt wurde? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 08.09.2015 21:36:41 Gelesen: 365131# 349 @  
Auf diesem doppelseitigen Geschäftsbrief, abgeschlagen am 13.06.1862 mit einem schwarzen M1 Galatz - Moldova befindet sich eine blaue Taxierung. Leider kann ich sie nicht entziffern. Könnte jemand behilflich sein?

Der Brief lief schon während der Markenzeit, diese begann in der Moldau mit den berühmten Ochsenköpfen am 22. Juli 1858. Hier stellt sich die relativ einfache Frage, weshalb der Brief nicht mit einer Marke versehen wurde? War keine vorrätig oder hatte man noch die Wahl, wer zahlt, Absender oder Empfänger? Simple Fragen, aber doch nicht einfach zu beantworten.

Würde mich über ein Feedback sehr freuen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 12.09.2015 22:34:57 Gelesen: 364722# 350 @  
Michel Nr. 39, 10 Bani blau, feiner Pariser Bdr. auf seltenem "thimble cancel", Fingerhutstempel (rum. stampile degetar) auf Faltbrief von Ismail nach Galati, rückseitiger Ankunftsstempel. Falte beeinträchtigt Markenbild.

Abschlag: 21. Februar 1873

Stempel: D Abb.549 Stampilografie Postala v. Kiriac Dragomir

Ismail befindet sich heute in der Ukraine und war früher Teil von Bessarabien. Der Name Basarabia stammt von einem sehr alten walachischen Fürstengeschlecht ab, welches im 13. bzw. 14. Jahrhundert regierte. Sehr interessant ist das Wappen Bessarabiens, es stellt einen Auerochsen dar, links eine Rose, rechts ein Halbmond und oben ein fünfzackiger Stern. Bessarabien gehörte bis zum Jahr 1812 zum Fürstentum Moldau. Wir alle kennen die Ochsenköpfe der Moldau, und wir erahnen daraus ein Gefühl für die Zusammengehörigkeit der Landschaft und deren Einwohner.

Was war Ismail 1873 zur Zeit der Beförderung dieses Briefes? Weshalb einer dieser Fingerhutstempel, handelte es sich um ein besonderes Postamt? Wer weiss mehr?

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.09.2015 22:41:48 Gelesen: 364406# 351 @  
@ 10Parale [#350]

Lieber Freund,

die Geschichte von Ismail ist sehr wechselvoll: Ich kopiere aus Wikipedia:

"Die Genuesen bauten hier im 12. Jahrhundert eine Festung, die bis 1484 zum Fürstentum Moldau gehörte. Sultan Bayezid II. eroberte die Festung, und von 1484 bis 1812 waren die Stadt und die Festung Teil des Osmanischen Reichs. Sie wurden am 6. August 1770 von den Russen erobert und nach der Wiederbesetzung durch die Türken am 22. Dezember 1790 von Alexander W. Suworow erstürmt und zerstört; nach der erneuten türkischen Besetzung wurden Stadt und Festung am 26. September 1791 zum dritten Mal von den Russen genommen.

Von 1812 bis 1856 und von 1877 bis 1917 gehörte die Stadt zum russischen Gouvernement Bessarabien, wo auch ein Teil der russischen Donauflotte stationiert war. Ismajil wurde mit der 1810 nahe dabei gegründeten Stadt Tutschkow (Тучков), nach dem Frieden von Bukarest 1812 unter dem Namen Ismajil vereinigt.

Die Festungswerke der Stadt wurden gemäß dem Pariser Frieden 1856 geschleift. Von 1856 bis 1877, von 1918 bis 1940 und während des Zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1944 gehörte Ismajil zu Rumänien. 1940/41 und ab 1944 gehörte es zur Ukrainischen SSR der Sowjetunion bzw. seit 1991 zur unabhängigen Ukraine. Anfangs war es Hauptstadt der Oblast Ismajil, die bereits im Februar 1954 aufgelöst und der Oblast Odessa einverleibt wurde."

Für Rumäniensammler gehört Ismail also, streng genommen, nur wenige Jahre wirklich dazu. Im Jahre 1865 wurde meines Wissens erstmals ein Stempel "ISMAIL" eingesetzt (vgl. Buch Dragomir, fig. 401 auf Seite 100). Ich zeige den schönen Agrafen-Stempel hier auf einem markenlosen Amts-Brief von 1867 von Ismail nach Galatz:



Rückseitig finden wir den Ankunftsstempel "GALATZ 12 / 2" Allerdings kein A 65-Stempel, sondern der alte M 1-Stempel (ab 1858).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.09.2015 22:59:33 Gelesen: 364402# 352 @  
@ 10Parale [#350]

(Forts. zu Beitrag [#351])

Meines Wissens war der Fingerhutstempel ("Degetar") erst der zweite, den Ismail herausgab. Interessant: den Stempel gibt es auf zwei Schreibweisen: ISMAIL (vgl. fig. 548, Dragomir, Seite 111) und JSMAIL (fig. 549).



Dieser Brief vermag die Herzen der Sammler vielleicht eher begeistern als der Brief in Beitrag 351. Am 28. April 1873 wurde der Brief von Ismail auf die lange Reise geschickt: via Wien und Triest wurde der Beleg nach Corfu (Griechenland) transportiert. Dort wurde das Porto erhoben: 100 Lepta, wie bereits mit rot vermerkt wurde.

Rückseitig finden wir tatsächlich Transitstempel von Wien (2/5) Triest (3/5) und KERKYRA (28 APR). Das seltsame Datum (28.4.) erklärt sich durch den unterschiedlichen Kalender (gregorianisch, in Griechenland: julianisch).

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 18.09.2015 20:38:44 Gelesen: 364281# 353 @  
@ Heinz 7 [#351]

Hallo lieber Kollege,

die Angaben von Wikipedia decken sich nicht ganz mit den Angaben von Calin Marinescu in seinem Werk "OFICIILE, AGENTIILE SI GARILE POSTALE ROMANE 1850 - 1950" aus dem Jahr 1999 - Wikipedia nennt als Zugehörigkeit Ismails zu Rumänien den Zeitraum von 1856 - 1877.

Marinescu gibt als "Perioada de functiionare" - der Postämter in Ismail, also den Zeitraum, in dem die rumänischen Postämter in Ismail in Betrieb waren an von 1856 - Oktober 1878.

Immerhin 10 Monate länger als wie bei Wikipedia.

Im Jahre 1865 wurde meines Wissens erstmals ein Stempel "ISMAIL" eingesetzt

So müssten wir uns nun auf die Suche machen nach Stempeln aus dem Zeitraum ´von 1856 bis 1865, wie spannend.

Tatsächlich zeigt unser Freund Kiriac Dragomir in seinem bereits mehrfach erwähnten Werk "Stampilografie Postala" auf Seite 72 fig. 223 einen extrem teuren Brief, freigemacht mit 4 Marken x 40 Parale (Michel Nr. 6) und drei Stempel PM52 "ISMAIL" in kyrillischer Schrift vom 30. Januar 1859 von Ismail nach Iassi an "den türkischen Gasthof in Jassy".

Diesen Stempel zeige ich hier in einer Abbildung. Ismail gehörte zu jener Zeit also zu Rumänien.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 18.09.2015 23:35:02 Gelesen: 364262# 354 @  
@ 10Parale [#353]

Bravo!

Du hast recht, ich habe die anonymen FRANCO-Stempel nicht beachtet! Was lesen wir dazu im Handbuch 1994 Heimbüchler?

"Nach dem Frieden von Paris 1856 musste Russland den südlichen Teil Bessarabiens abtreten, der an die Moldau fiel. So kamen zu den 14 Postämtern der Moldau noch die neuen Ämter BOLGRAD, CAHUL und ISMAIL hinzu" (siehe Seite 32).

Der Stempel von Ismail ist sehr selten! Meines Wissens hatte auch Grossmeister Heimbüchler diesen Stempel nicht in seiner Grand Prix-Sammlung.

Im Stempelbuch von Dragomir finden wir übrigens 18 "PM52"-Stempel. Wie gelangen wir zu dieser Zahl?

14 Postorte der Moldau
+ 2 weitere Stempel: GALATI + IASI hatten je zwei Stempel
+ 2 ex Bessarabien (1856): CAHUL+ISMAIL. (Von Bolgrad scheint kein solcher Stempel bekannt!)

Neben dem von Dir erwähnten Brief mit 4 x 40 Parale nach Iasi (fig. 223) bildet auch Heimbüchler einen Brief mit dem Stempel von ISMAIL ab: siehe Seite 37 (fig. 36) (Bief Ismail nach Bacau).

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.09.2015 21:16:36 Gelesen: 364070# 355 @  
@ Heinz 7 [#354]

Vielen Dank für die weiteren Ausführungen. Bessarabien (1856) bestand aus 3 Kreisen (judetul - sing. judete - plural)- CAHUL + ISMAIL + (BOLGRAD).

Interessant wäre es in diesem Zusammenhang auch, nach Stempel eines Ortes namens Chilia - Kilianova - zu suchen (siehe auch ttps://de.wikipedia.org/wiki/Kilija). Diese berühmte Donauhandelsmetropole liegt heute in der Ukraine und gehörte zu jener Zeit (1856 ff.) zu Rumänien. Die Geschichte Bessarabiens erinnert mich irgendwie an die Geschichte des Elsass.

Heute zeige ich ein kleines Einschreibe-Briefchen, dass am 7. Mai 1894 in Jassy portogerecht frankiert (25 Bani Gebühr für Briefe bis 20 gramm in die Länder der UPU zzgl. 25 Bani Einschreibegebühr (lt. Marinescu) mit einer Michel Nr. 98 Karl I. 50 Bani orange freigemacht wurde und am 10.V.94 Zürich erreichte.

Incoming Mail - Rumänien - Schweiz

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.10.2015 22:47:44 Gelesen: 363068# 356 @  
@ 10Parale [#313]

Du hast uns alte Belege vorgestellt, da knüpfe ich gerne an.



Dieser Brief wurde von Turnu Oknei nach Roman gesandt. Gestempelt ist der Brief sehr sauber mit einem Zweikreisstempel "M 2", "T. OKNEI", fig. 298 Kiriac Dragomir. Einen Tag später erhielt er rückseitig den Stempel "M 1" "ROMAN 17/10" (fig. 282).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 06.10.2015 23:23:44 Gelesen: 363061# 357 @  
Hallo,

um welchen Ort handelt es sich hier? BAIC??U



Gara steht für Bahnhof denke ich.

Danke, harald
 
10Parale Am: 07.10.2015 09:55:24 Gelesen: 362953# 358 @  
@ bignell [#357]

Es handelt sich um den Stempel PG10 von BAICOI. Diese aus mehreren Ansiedlungen bestehende Ortschaft lag im Kreis PRAHOVA an der Bahnstrecke zwischen Ploiesti und Campina. Ein sehenswerter, in meinen Augen seltenerer Stempel (Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 203).

@ Heinz 7 [#356]

Dieser M2 Stempel von T.OKNEI fehlt mir noch in der Sammlung. Diese zwischen 1859 und 1965 gebrauchten Stempel haben schon Ihren besonderen Reiz. Ich kann lediglich mit einem M2 Stempel von FOKSCHANI auf einer Begleitliste für Briefe aufwarten, immerhin eine relative Frühverwendung, denn dieser Stempel galt am 22.12.1861 und wurde hier am 4.1.1862 aufgesetzt.

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 07.10.2015 18:31:42 Gelesen: 362894# 359 @  
@ 10Parale [#358]

Hallo 10Parale,

vielen Dank für die Info.

Lg, harald
 
Pepe Am: 25.10.2015 22:06:38 Gelesen: 361635# 360 @  
Nach langer Pause wieder mal im Rumänienalbum angereist. Und da gehe ich ins Jahr 1894. Hier handelt es sicher um Nachauflagen der 13. Ausgabe. Mi vergibt vier Marken Nr.: 95-98, nun mit Wasserzeichen P R. Das wurde vermutlich wegen der Fälschungen von früheren Ausgaben eingeführt. Und dieser Satz hat es insofern in sich, weil erstens das Wz verschiedene Größen und acht verschiedenen Stellungen aufweist und zweitens die vier verschiedenen Zähnungen nach Spezialisierung rufen.

Am Normalsammler geht das vorbei. Er hat nicht die Literatur und kennt nicht die Wertunterschiede. Vielleicht kann er dank euer Hilfe doch etwas mehr erfahren. Ich stelle die vier Marken mal vor.



1894 01 ??, Mi 95, violett, Wz 1, gz: 11½:13½; Mi 96, grün, Wz 1, gz: 13½



Mi 97, ultramarin, Wz 1, gz: 13½; Mi 98, orange, Wz 1, gz: 11½:13½

Die Mischzähnung soll seltener sein. Nun ich freue mich schon auf die Meinung der Experten.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 25.10.2015 22:38:03 Gelesen: 361631# 361 @  
@ Pepe [#360]

Hallo Pepe

schön, vor Dir zu lesen!

Ich erlaube mir, anzumerken, dass in MEINER Zählung diese Ausgabe die 12. ist (nicht die 13.)

1 = 1858 (rund)
2 = 1858 (viereckig)
3 = 1862
4 = 1865 Cuza
5 = 1866 Karl I. Parale
6 = 1868 Karl I. im Perlenkreis
7 = 1869 Karl I. Backenbart
8 = 1871 Karl I. Vollbart
9 = 1872 Karl I. im Perlenkreis
10 = 1880 Karl I. Posta Romana
11 = 1881 Königreich, Ausgabe "Vulturi"
12 = 1890 König Karl I. im Doppeloval
13 = 1891 Regierungsjubiläum
14 = 1893 ff König Karl I., Ährenausgabe

Die Nummern 95-98 mit WZ "PR" werden im CMPR 74 mit 3 verschiedenen Zähnungen aufgeführt: A / B / C.

A = 13.5
B = 11.5
C = 11.5 : 13.5

Es mag etwas überraschen, dass die Zähnung C die am tiefsten bewertete ist.

3 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 4; A = Faktor 1.2
5 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 3; A = Faktor 1.5
25 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 10; A = Faktor 1.5
50 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 3.5; A = Faktor 1.2

Dies jeweils für die gestempelte billigste Farbe.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 26.10.2015 20:15:44 Gelesen: 361572# 362 @  
@ Pepe [#360]

Freut mich sehr, dass du dein Rumänien-Album aufschlägst, ich hoffe, da sind noch viele schöne Marken versteckt.

Bei Briefen ist es fast unmöglich, eine genaue Bestimmung dieser 12. Ausgabe vorzunehmen. Da gibt es beispielsweise aus dem Jahr 1890/91 eine Marke zu 25 Bani mit dem Pseudofiligran "Kleines Wappen" in zwei Farben: A. blau und B. ultramarin, die wiederum in 3 verschiedenen Zähnungen vorkommen, zudem soll es diese Marken auch ungezähnt geben und mit einem auf dem Kopf stehenden Wasserzeichen.

Dann gibt es die Ausgabe 1890/91 ohne Wasserzeichen mit der Zähnung 13 1/2 und auch in Mischzähnungen, davon auch wieder ungezähnte Ausgaben.

Im Jahr 1894 wurden die von dir gezeigten 4 Marken herausgegeben mit dem Wasserzeichen PR II. Ich bin der festen Meinung dass der Brief, den ich hier zeige, mit exakt der gleichen Marke Michel Nr. 97 in Zähnung 13 1/2 abgeschlagen wurde, wie du sie zeigst. Ich müsste die Marke ablösen um das Wasserzeichen zu eruieren, was ich aber nicht tun will, mir gefallen diese Briefe so wie sie sind.

Das Brieflein wurde am 23. Mai 1894 portogerecht abgeschlagen und ging nach Wien, wo es am 25. Mai mit einem Stempel in Empfang genommen wurde.

10 Parale


 
Pepe Am: 26.10.2015 21:58:51 Gelesen: 361560# 363 @  
@ Heinz 7 [#361]

Hallo Heinz,

mein kleiner Irrtum hat was Positives gebracht. Die kleine Übersichtstabelle habe ich nun in meinen alten Mi übertragen. Und so wurde mir wieder geholfen. Für die schnelle Reaktion auf meine 4 Marken ein großes Dankeschön. Soll ja auch Neulinge für die Rumänienphilatelie anlocken. Nun wird einmal mehr deutlich, wie stark man sich hier spezialisieren könnte.

Noch werden ja massenhaft preiswerte Marken herumschwirren. Mich persönlich halten natürlich die so oft erwähnten Fälschungen von jeglichen Investments in Marken ab. Das nimmt ja mehr und mehr zu, in allen Bereichen bis hin in die moderne Marken und Stempelwelt. So hat mich die Sammelfreude langsam aber sicher verlassen.

Der Mi erwähnt für diese Ausgabe die 4 Zähnungen und berichtet im Vorfeld von der Seltenheit der Mischzähnungen. Da wird einmal mehr deutlich, wie hoch der Nachholbedarf in der deutschen Hochpreisliteratur tatsächlich ist. Allerdings könnte ja der neueste Katalog schon neueste Forschungsergebnisse eingearbeitet haben. Meiner ist von 2003 und schon nicht mehr aktuell.

Wenn du von der billigsten Farbe sprichst, gehe ich von aus, bei den Farben wird es weitere Spezialisierungen geben. Also ein Abenteuerland - die alte Rumänienklassik. Einige wenige werde ich auch noch zeigen können. Und freue mich immer auf die Meinung der Experten.

@ 10Parale [#362]

Auch dir großen Dank für den Beitrag. Ja dieses Wasserzeichen hat es in sich. Von den 4 Marken ist nur bei einer (Mi 97) ein vollständiger Buchstabe gut erkennbar. Bei allen anderen nur Teile der "P" und "R". So ist auch hier ein mühsames Mosaikspielen erforderlich. In euer Spezialliteratur wird sicher ausführlicher über die Wasserzeichenunterschiede berichtet. Bei meiner 97 könnte ich die Breite und Höhe und die Abstände zu den benachbarten Buchstaben ausmessen.

Der Blick gegen das Licht bringt hier leider nichts. So bleibt ein Briefgeheimnis. Schön am Brief ist natürlich das Datum und bedenkt man die 121 Jahre, das ist super stark.

Nette Grüße
Pepe
 

Das Thema hat 913 Beiträge:
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