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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 955 Beiträge:
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10Parale Am: 30.05.2013 19:56:10 Gelesen: 443950# 31 @  
@ Heinz 7 [#27]

Ja, als "Initiator" der "Plauder-Runde" habe ich wirklich einen Namen gewählt, -10Parale-, und mir dabei auch etwas gedacht. Hier nur ein kurzer Ausflug:

In Fürstemtum Moldau waren wie übrigens auch in deutschen Landen zu jener Zeit verschiedene Geldwährungen im Umlauf, wie z.b. der französische Franken, das türkische Pfund, der österreichische Dukaten und der Leu. So waren auch französische Franken im Umlauf und 27 Parale (Rumänien Michel Nr. 1) entsprach dem Wert von 25 französischen Centimes. Entsprechend dieser Umrechnung entsprachen die weiteren Wertstufen 54 Parale = 50 Centimes, 81 Parale = 75 Centimes und 108 Parale = 100 Centimes = 1 Franc.

Dies war die Umrechnung der sogenannten 1. Moldau-Ausgabe, den berühmten Ochsenköpfen. Bei der 2. Ausgabe ging man auf das Dezimalsystem über und so kam es zu den Werten von 5 Parale (Zeitungsmarke), 40 Parale (= 1 Leu) und 80 Parale (2 Lei).

Der sogenannte Fälscher, der von Heinz 7 erwähnt wird, gab es wirklich und aus welchem Grund wohl versuchte er den Leuten runde Ochsenkopf-Marken im Wert von 10 Parale (9,26 Centimes) anzudrehen? Natürlich, um sich zu bereichern, aber bestand denn wirklich Bedarf an solche einer Marke? Dazu hätte ich gerne mal eine Meinung gehört - und zudem sind solcherart Fälschungen eine Bereicherung jeder historischen Rumänien-Sammlung, wie ich finde.

Es gab damals Vorschriften für die Bearbeitung von Briefsendungen. So schreibt beispielsweise Kiriac Dragomir, dass dem Briefträger, der die Post zustellte, für Privatpost (in Privathäusern) für jeden Brief 5 Parale zu bezahlen war - beim Paket sogar 15 Parale. Vielleicht haben hier wir einen Hinweis.

10Parale ist ein guter Name. Da widerspreche ich Heinz 7.

Im übrigen kann ich Pepe keine Antwort auf seine Anfrage geben. Mein Wissen ist leider beschränkt. Aber ich bleibe am Ball und bei der nächsten Versammlung der ARGE Rumänien werde ich die Fragestellung über die Beurteilung solcher Altprüfungen gerne weitergeben.

Grüße

10Parale



Seltener Stempel von Slatina auf einer Michel Nr. 23 Fürst Karl I. mit Backenbart
 
Pepe Am: 31.05.2013 20:11:53 Gelesen: 443902# 32 @  
@ 10Parale [#31]

Ein Vollstempel, wie auf der 23 gezeigt, wird doch diese Marke um etliches aufwerten. Toll, den könntest du in die Datenbank einstellen. Da sind gerade mal 9 Stempel aus Rumänien zu finden. Sehr mager.

Ich rücke nun vor in das Jahr 1871 und zeige mal diese 142 Jahre alten Marken.



Rumänien 1871 Mi 26a karmin, 26b zinnober



Rumänien 1871 Mi 27 orange, gewöhnliches Papier, Vor- und Rückseite



Rumänien 1871 Mi 28 dunkelolivbraun

Das Prüfzeichen der 27 erscheint mir merkwürdig. Ich hoffe nun auf Betrachterfreude und auf andere 'Artgenossen'.

Nette Grüße
Pepe
 
Stefan Am: 02.06.2013 08:28:26 Gelesen: 443869# 33 @  
@ Pepe [#32]

Das Prüfzeichen der 27 erscheint mir merkwürdig. Ich hoffe nun auf Betrachterfreude und auf andere 'Artgenossen'.

Wenn ich die Signatur auf der Mi-Nr. 27 richtig lese, dann lautet der Namenszug "Rohr". Dabei handelt es sich m.E. um den Briefmarkenhändler Rudolf Rohr aus Berlin. Bei ebay wird aktuell eine Drucksachenkarte mit Angeboten dieses Händlers angeboten - eBay 170386408599 und google liefert einzelne weitere Treffer.

Der Händler Rohr war kein Prüfer, auch wenn es sich bei seiner Signatur um das Zeichern seiner Echtheitsgarantie handelt, die nach heutigen Maßstäben nicht grundsätzlich immer zuverlässig ist.

Gruß
Pete
 
Pepe Am: 02.06.2013 12:10:20 Gelesen: 443846# 34 @  
@ Pete [#33]

Da hast Du einen Volltreffer gelandet. Ich danke für die Recherche. In den 30iger Jahren waren die Marken ja doch noch erschwinglich. Und die 27 wird wohl in Berlin verkauft und auch verblieben sein. Ob Echtheit vorliegt, da erhoffe ich Kommentare der Fachleute. Und da würden dann auch Abbildungen nicht schaden.

Mir liegt der erste Michel Europa 1910 (Reprint?) vor und da kostete die 27 ganze 1,80 RM. Und haargenausoviel kostete der Katalog.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 03.06.2013 22:20:29 Gelesen: 443811# 35 @  
@ 10Parale [#31]

Lieber Kollege,

ich bin aus den Ferien zurück, schon eine Woche, komme aber erst jetzt dazu, wieder nachzusehen - schön, dass es Reaktionen gegeben hat!

Vorweg - natürlich ist "10 Parale" ein guter Name, warum auch nicht? Ich habe das augenzwinkernd gemeint und wollte nur auf die Fälschung hinweisen. Man kann sich ja auch Fournier oder Sperati oder Moroiu nennen. Letzterer war für Rumänien-Marken ein gefährlicher Mann, doch davon später mehr.
 
Heinz 7 Am: 03.06.2013 23:40:53 Gelesen: 443798# 36 @  


@ Carolina Pegleg [#28]

Hallo Arno

Deine Nr. 10 (Beitrag [#19]) scheint mir zwar nicht "zu schön", sondern echt (ich hoffe, ich blamiere mich nun nicht). Die Marke sieht m.E. rein optisch gut aus. Solche Marken erkenne ich aber am besten am Papier. Der Stempel PITESTI *DIM* (Dragomir fig. 475) passt aber nicht auf die Marke, die nur bis Ende 1864 gültig war. Der Stempel T 69 wurde aber erst 1869 herausgegeben! Hat hier jemand eine ungebrauchte Marke nachgestempelt? - Schade!

Zu deiner Nr. Michel 14 - ja, ich denke, es handelt sich um eine Spiro-Fälschung! Ich habe einen 25-er-Kleinbogen dieser Marke, wovon ich anbei die unteren 10 Marken abbilde. Sehr schön sieht man darauf die Phantasie-Stempel: 5 oder gar 6 verschiedene Punkt- oder Strichstempel, die sonst meines Wissens auf Rumänien-Marken nicht vorkommen.

Zur Frage nach einem Fälschungsbuch empfehle ich dir: EXPERT; Billig's grosses Handbuch der Fälschungen, von Otto E. Stiedl & Fritz Billig. Die drei Hefte zu Rumänien (Lieferung 42, 43, 44) sind zwar alle ziemlich alt (1938), aber die Hefte zeigen auf wenigen Seiten mehr als 300 Originale und Fälschungen (alle Fotos: schöne Vergrösserungen).

Ich finde die Aufgabe, Fälschungen anhand von Büchern bestimmen zu wollen, sehr schwierig. Am besten schaut man sich immer und immer wieder gute, geprüfte, echte Stücke an, dann speichert man das Bild im Gedächtnis. Danach sieht man einer Ganzfälschung oft an, dass irgend etwas nicht stimmt (ohne dass man manchmal genau weiss, was es ist!). - Leider ist Rumänien ein Gebiet mit vielen Fälschungen, das muss man zugeben. Aber das ist einer der wenigen Nachteile dieses Gebietes, sonst gibt es fast nur Positives dazu zu sagen.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.06.2013 00:02:52 Gelesen: 443790# 37 @  
@ Pepe [#30]

Hallo Pepe,

der Einblick in den Lipsia-Katalog ist sehr interessant. Die Kataloge sind bisweilen ganz schön unterschiedlich: Nicht alles, was bei Michel steht, wird in anderen Katalogen genau gleich wiedergegeben, z.T. gibt es wichtige Abweichungen (Zumstein, Yvert, CMPR (= Rumänischer Spezialkatalog), Stanley Gibbons, Scott). Auch der Blick in alte Kataloge (Senf, Moens, etc.) lohnt sich, manche alte Kataloge enthalten Angaben, die heute fehlen!



Ich stelle ein Foto eines Paares ein, das zwar auch nicht viel "wert" ist, aber mir gefällt es trotzdem sehr. Versucht einmal, ein Paar in dieser Qualität zu finden! Die 9. Ausgabe ist zwar nicht selten, aber die meisten Marken haben irgendwelche Fehler.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 00:08:51 Gelesen: 443755# 38 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Lieber Arno,

ich wollte Dir noch bestätigen, dass Du da mit der 18 Bani-Marke (Mi Nr. 20) ein wunderschönes Stück hast mit einem tollen Stempel: "RECOMMANDEE N. __ GALATZ" (französisch geschrieben), siehe fig. 1596 nach Kiriac Dragomir (Stampilografie postala Romania 1822-1910; Tirgu Mures, Rumänien, 1990, DAS Stempelbuch). Also ein Stempel für Einschreibebriefe, der m.W. normalerweise auf dem Brief, seltener direkt auf der Marke abgeschlagen wurde. Eine Riesen-Seltenheit ist es zwar nicht, aber in dieser Schönheit doch ein super Stück.

Gratuliere!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 00:27:20 Gelesen: 443753# 39 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Arno,

der Einschreibestempel Galatz hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin froh, Dir auch ein Beispiel zeigen zu können. Leider ist der Stempel nicht so klar wie bei Deiner Marke, aber auf Brief ist das Ganze natürlich auch nicht schlecht.

Das ist ein Brief von Galatz vom 16. Januar 1875 nach Bukarest, frankiert mit 9. Ausgabe, Pariser Druck. Karl im Perlenkreis, 40 Bani (Mi. Nrn. 39
und 40). Der Stempel war also einige Jahre in Gebrauch (Dein Stempel auf Marke der 6. Ausgabe 1868). Bei meinem Brief ist die Nummer des Einschreibens eingetragen, wie das vorgesehen war. Nur die Stadt Buzeu hatte einen ähnlichen Stempel, aber nicht auf französisch, sondern rumänisch geschrieben "RECOMANDAT".

Herzliche Grüsse Heinz


 
10Parale Am: 05.06.2013 20:54:35 Gelesen: 443696# 40 @  
@ Heinz 7 [#37]

Ich bin langsam sehr begeistert hier. Aus den verschiedenen Beiträgen habe ich sehr viel dazugelernt.

Der Einschreibestempel Galatz auf der 18-Bani Marke Michel Nr. 20 [#15] und auf dem Brief von Galatz [#39] sind wirklich historische Dokumente und jeder Sammlung mehr als würdig, Gratulation an Carolina Pegleg und Heinz 7.



@ Heinz 7

Das Paar 25 Bani mit dem Stempel von Bukarest ist selten schön und einen guten Aufschlag wert. Ich habe eben mal meine Sammlung der Marken dieser Zeit durchstöbert und nichts dergleichen gefunden.

Ein Briefchen, abgeschlagen am 3. August 1876 in Turnu Severin (kleine Walachei - römische Siedlungsspuren) nach Langnau im Schweizer Emmental, auf der Rückseite mit Ankunftsstempel Burgdorf und Langnau vom 8.VIII 76 ist vielleicht ein sehenswertes Dokument ebenfalls für diese Marke.

Ich freue mich auf jeden weiteren Beitrag in diesem interessanten Forum.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 05.06.2013 21:47:25 Gelesen: 443687# 41 @  
Hallo Freunde der Rumänien Klassik,

das sind schon beeindruckende Stücke, welche hier auf uns einwirken. Um auch für Neulinge oder Nebenbei-interessierte Sammler eine Erleichterung zur Orientierung zu schaffen, schlage ich vor, jedem gezeigten Stück eine eindeutige Beschriftung zuzuordnen. Dein schöner Brief ist jetzt mit "Gratulation an ..." beschriftet.

Gut wäre, wenn Du unter dem Brief die wichtigen Daten dazu geschrieben hättest. Das hilft dann in der Zukunft anderen, die mal eine Rumänienmarke suchen.

Und aus meiner Sicht noch mal zum Wert der gezeigten Marken. Ich meine den Wert sollten wir außen vor lassen. In diesem Klassik Thema gehören alle Klassiker hinein. Völlig egal ob 5 oder 50 € Wert. Das Alter ist doch entscheidend.

Jedenfalls allen noch mal vielen Dank und weiter so.

Von mir nun die ersten gezähnten von 1872



1872 10 01 Mi 36 und nachfolgende



Mi 39 mit verdrehter Jahreszahl im Stempel

Der Michelwert war drei mal je 5 und ein mal 6,- Mi €. Katalog 2003/2004.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 22:33:53 Gelesen: 443677# 42 @  
Hey, 10 Parale!

Mir geht es ähnlich! Ich finde es super, mit Interessierten Gedanken zu wälzen über unser faszinierendes Sammelgebiet Rumänien!

Weisst Du, dass Du da einen Vertreter einer berühmten Korrespondenz zeigst? Über die "Joost"-Briefe gab es sogar einmal einen Vortrag in der ARGE Rumänien (ein Beitrag von mir), als ich 38 "Joost"-Briefe vorstellte, die ich bei einem Schweizer Auktionshaus ausfindig machen konnte. Sie umfassten Frankaturen von 5 bis 75 Bani, wovon mir mehrere Frankaturstufen unerklärbar waren (35 Bani wäre für einen Brief der 1. Gewichtsstufe damals üblich gewesen). Interessant: Ich fand damals 2 x 25 Bani Briefe (1872 und vermutlich 1872(?)), die beide einen Vermerk trugen: "AFFRANCHISEMENT INSUFFISANT" (also: "Frankatur ungenügend"). Dein Brief von 1876 trug diesen Vermerk NICHT! Ich bin nicht der ultimative Posthistoriker, der das alles erklären kann.

Ich zeige anbei noch einen Super-Brief aus der Joost-Korrespondenz, der sogar einst die Titelseite eines Auktionskataloges zierte (Yaman, Bucharest, 2007). Als Mischfrankatur (Vollbart gezähnt und ungezähnt) war der Brief besonders attraktiv, aber dementsprechend auch ziemlich teuer. Ich habe ihn leider nicht, kann mich aber trotzdem darüber freuen.

- Bis bald ! - Heinz

).
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 22:55:58 Gelesen: 443674# 43 @  
@ am1937a [#24]

Werte Kollegen

Ihr diskutiert die Frage der Prüfung von Marken. Es ist so, dass Herr Fritz Heimbüchler nicht mehr der Jüngste ist, und darum kein Bundesprüfer mehr ist. Für die "Association Internationale des Experts en Philatélie" AIEP prüft er aber meines Wissens immer noch, allerdings meist nur die ganz grossen Sachen (oft noch wichtige Auktionslose); vor allem die Ochsenköpfe Nr. 1-5. Er hat ein phantastisches Auge für Drucke, Farben, Papiere, etc. und hat die Rumänien-Philatelie der letzten -zig Jahre geprägt.

Herr Gertlieb Gmach ist auch ein äusserst kenntnisreicher Prüfer (Vorsitzender des Münchener BM-Clubs); er ist der geborene Posthistoriker, der unglaublich viel weiss über Verträge, Frankaturen, etc.; er ist übrigens äusserst hilfsbereit.

Natürlich kosten die Arbeiten dieser beiden Herren etwas, aber die Prüfung von Briefmarken und Belegen und Stempel ist ja auch eine knifflige und aufwändige Angelegenheit. Wer in München wohnt, oder in der Nähe, sollte unbedingt Mitglied sein beim Münchener BM-Club; ein äusserst aktiver Verein mit gleich mehreren Spitzenkönnern für Rumänien (= quasi "das Herz" der ARGE Rumänien).

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 23:28:14 Gelesen: 443668# 44 @  
@ Pepe [#41]

Hallo Pepe,

ich finde, Du hast recht. Man kann auch ganz tolle und schöne Dinge finden im Euro-Bereich ein- bis zweistellig, vor allem ab der 9. Ausgabe 1872, welche zwar von einigen (z.B. CMPR) bereits als "Post-Klassik" bezeichnet wird (oder "Semi-Klassik"), aber das ist Ansichtssache. Ich persönlich sammle alles bis und mit 14. Ausgabe 1900 (sog. "Ährenausgabe" Michel Nr. 144); allein diese Ausgabe (Michel 99-144) gibt unendlich viel Möglichkeiten. Auch bei Ganzsachen findet man phantastische Stücke, oft für fast kein Geld, obwohl die Sachen z.T. auch schwer zu finden sind. Ganzsachen werden von vielen Sammlern seit ca. 100 Jahren sträflich vernachlässigt, obwohl die Ganzsache die "Schwester" der Briefmarke ist!

Anbei zeige ich eine Doppelpostkarte von 1890 (Frage- und Antwortteil, zusammenhängend, ungebraucht). Der Absender konnte so dem Empfänger das Porto für die Antwort bereits zusenden (Michel P 22). Auch dieses Stück hat nur 3 Euro gekostet.

Herzliche Grüsse - Heinz


 
10Parale Am: 10.06.2013 16:50:28 Gelesen: 443539# 45 @  
@ Heinz 7 [#44]

Die Ganzsache ist die Schwester der Briefmarke und mir sind sie lieber als einzelne Marken, weil Sie wirklich auch eine Geschichte erzählen.

Die beigefügte Postkarte dürfte die Hälfte der von Heinz 7 gezeigten P22 und für die Antwort benutzt worden sein. Die 5 Bani Postkarte wurde portogerecht mit einer 5 Bani Marke versehen und am 20. Oktober 1891 in Bukarest abgeschlagen. Empfänger ist ein Herr Zemsch in Worms am Rhein, Ankunftsstempel von Worms vom 22. Oktober 1891.

Die 5 Bani Marke dürfte die Michel Nr. 85 sein, übrigens im rumänischen Katalog "Catalogul Timbrelor Postale Romanesti" von Lazar Carjan und Mircea Gheorghe Manole die Nr. 84. Die gibt es in 3 Zähnungen (11 1/2 und 11 1/2; 13 1/2 und 13 1/2 und 11 1/2 und auch ungezähnt und dem Wasserzeichen "Stema Mica" (kleines Wappen), welches auch kopfstehend vorkommen soll.

Es könnte aber auch die rumänische Nr. 91 sein, ohne Wasserzeichen, die es in gelbgrün oder dunkelgrün gibt und die selben Zähnungstypen aufweist wie die Nr 84.

Zu guter letzt gibt es von dieser 5 Bani Ausgabe noch eine dritte Variante aus dem Jahr 1894, die man hier aber ausschließen kann. Sie hat das Wasserzeichen PR.

So spannend kann Philatelie sein und auf ich freue mich auf weitere Beiträge.

10Parale


 
10Parale Am: 11.06.2013 21:10:22 Gelesen: 443466# 46 @  
Hallo Rumänien-Sammler,

die berühmten sogenannten "Moldau-Stempel" lösten 1858 die Siegel-Stempel ab, sie sind die ersten runden Tages-Stempel, mit den Marken in der Moldau entwertet wurden. Sie sind bekannt als die Stempel M1. Insgesamt gibt es 14 Stempel vom Typ M1, die auch in unterschiedlichen Farben bekannt sind. Interessant ist ein Aspekt: Der Name des Ortes des Postamtes ist in deutscher Schreibweise, während die Bezeichnung "Moldova" die rumänische Schreibweise bedient. Dies lag daran, das der Graveur in Wien die Stempel bestellte.

Hier zwei Beispiele:

1. 1862 Galatz-Moldova, M1 (K2) auf einem Firmenbrief nach Jassy, komplett erhalten, taxiert, d.h. noch ohne Marken, es wäre interessant, die Taxierung noch genauer zu bestimmen. Interessant auch der Firmenstempel des Absenders: Theologo-Frères, Galatz, aus dieser Korrespondenz stammen auch Briefe mit den berühmten Ochsenköpfen.

2. 1861 Berlad-Moldova, M1 blau, 11. Juli, kompletter Firmenbrief an "Theologo", ebenfalls blau taxiert.

So schön kann Philatelie sein. Vielleicht hat noch jemand einen M1 auf Lager.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.06.2013 22:45:47 Gelesen: 443409# 47 @  
Hallo 10 Parale!

Deinem Aufruf möchte ich gerne folgen und stelle einen schönen Brief ein, der sogar zwei M 1-Stempel zeigt; einen Abgangs- und einen Ankunftsstempel. Schön ist, dass daneben sogar noch weitere Stempel zu finden sind: Ein Stabstempel "RECEPISSE" (zur Anzeige: EINSCHREIBEN) und ein Stempel der Gruppe M 3 (FRANCO-Stempel), über die oben ja auch schon gesprochen wurde.

Wir haben also einen Einschreibebrief von Roman nach Piatra vor uns, der vom Absender im voraus voll bezahlt wurde. Genau datieren lässt sich der (nicht ganz komplette) Brief nicht, er dürfte ca. 1860 gelaufen sein. Nach dem Stempelbuch von K. Dragomir haben die Stempel die Nummern

fig. 282 (M 1 - Roman, Seite 81)
fig. 319 (M 3 - FRANCO ROMAN, Seite 87)
fig. 1471 (C 1 - RECEPISSE, Seite 261), alle drei dunkelblau
fig. 281 (M 1 - Piatra, Seite 81), blau

Blau und schwarz sind die normal-Farben für diesen Stempel M 1, grün und rot sind selten; von Ort zu Ort verschieden.


 
Heinz 7 Am: 12.06.2013 23:18:17 Gelesen: 443403# 48 @  
@ Pepe [#41]

Hallo Pepe,

Deine Nr. 39 ist auch ein schönes Stück, mit dem sehr klaren Stempel von BRAILA mit der kopfstehend eingesetzten Stempel (18)72.

Ich versuche, zu den Marken auch Briefe zu finden, gerne stelle ich Euch eine Einzelfrankatur der Nr. 39 vor. Ein Brief von 1873 von Campu-Lung via Pitesti (rückseitig Durchgangsstempel) nach Bukarest (rücks. Ankunftsstempel). Die 9. Ausgabe (Karl im Perlenkreis) gibt es in verschiedenen Varianten. Zuerst wurde diese Marke in Paris gedruckt (Jahr: 1872). Ein paar Jahre später gab es einen Nachdruck in Bukarest von den Pariser Platten



Viele Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2013 22:14:47 Gelesen: 443302# 49 @  
@ Pepe [#11]

Hallo Pepe,

zu der Nr. 16 gibt es Folgendes zu sagen: Die wichtigste Unterscheidung ist, ob die Marke auf dünnem oder dickem Papier gedruckt ist. Dickes Papier = 100-110 Mikrometer, dünnes Papier = 60-65 Mikrometer (gemäss Handbuch 2 von Fritz Heimbüchler, 2002, Seite 172). Man kann den Unterschied gut erkennen, wenn man beide Varianten schon zwischen den Fingern hatte. Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dickes Papier, darum ist auch die erstere deutlich teurer. Alle Kataloge machen meines Wissens diese Unterscheidung nach Papierdicke (Michel Nummern 16x und 16y).

Wer es dann noch genauer wissen will, kann den Spezialkatalog CMPR von 1974 nehmen, der unterscheidet noch nach Typ I+II und nach vier verschiedenen Farbtönen. Die Marken weichen z.T. wirklich stark voneinander ab. Da die Marken im Steindruck gedruckt wurden, kann der Spezialist noch 6 Typen unterscheiden; viele Sammler haben dies gemacht. Der CMPR nennt dann noch eine 20 Parale auf halbickem Papier.



Ich zeige Euch anbei je eine schöne Einzelfrankatur der 20 Parale Marke 1866 hell und dunkel. Es ist schön, wenn man die 5. Ausgabe auch auf Brief haben kann, weil die kleinen Werte zu 2 oder zu 5 Parale (Michel Nr. 14+15) sind auf Brief/Drucksache/Formular äusserst selten und sehr teuer.

Schön finde ich auch den "GRATAR"-Stempel (Gitter-Stempel) auf dem Brief von Braila nach Bukarest. Ob sich der Fälscher Spiro von diesem Stempel inspirieren liess (siehe Beitrag [#36]) ?

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2013 22:23:56 Gelesen: 443296# 50 @  
@ Carolina Pegleg [#23]

Arno, zu 23 siehe Antwort auf [#38] und [#39] !

Heinz
 
duphil Am: 13.06.2013 22:39:30 Gelesen: 443292# 51 @  
@ Heinz 7 [#49]

Hallo Heinz!

Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dickes Papier,

Da ist wohl ein kleiner Fehler passiert.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
Carolina Pegleg Am: 14.06.2013 14:48:52 Gelesen: 443229# 52 @  
Hallo Heinz_7 und 10Parale,

vielen Dank für die weiteren Informationen zum Einschreibestempel von Galatz und auch zu den Marken.

Dass die Strichstempel (vergleiche [#36]) nicht gut sind, überrascht mich nicht. Etwas enttäuscht bin ich allerdings schon über die mögliche nachträgliche Entwertung auf der Nr. 10 (Beitrag [#19]). Warum jemand schon in den 1860er Jahren eine damals (und im Prinzip auch noch heute) billige Marke nach-gestempelt haben soll, überrascht mich doch ein wenig. Ist die Angabe in Dragomir sicher? Oder kann der Stempel doch eventuell früher verwendet worden sein (Fehler in der Liste?). Sind nachträgliche Entwertungen bei dieser Ausgabe häufig? Wenn sonst alles OK aussieht, d.h. der Stempel nicht als typischer falscher oder nach-verwendeter Stempel bekannt ist, gibt es vielleicht doch eine andere Erklärung? Wie gesagt, in 1869 gab es doch kaum schon Philatelisten, und die die es gab, hätten sich die Marke sicher auch ungebraucht in die Sammlung getan. Oder war der Stempel Pitesti / Dim. jahrzehntelang in Verwendung, so dass es eine 'moderne' Nachentwertung sein könnte?

Arno
 
10Parale Am: 14.06.2013 21:07:51 Gelesen: 443184# 53 @  
@ Pepe [#41]

von mir nun die ersten Gezähnten von 1872

Hallo Pepe,

meines Wissens eine kleine Korrektur:

Die ersten 3 gezähnten Briefmarken Rumäniens stammen aus dem Jahr 1872 und stellen König Karl I. mit Bart dar, es waren 3 Werte zu 5, 10 und 25 Bani, die eine Zähnung von 12 1/2 aufwiesen. Hier die Werte zu 10 und 25 Bani in der Abbildung, der 5 Bani Wert fehlt mir noch.

Beigefügt noch ein Brief mit den tatsächlich frühen gezähnten Marken Rumäniens. Es handelt sich um einen Brief aus Giurgiu (historisch Große Walachei - heute mehr als 70.000 Einwohner) vom 11. Mai 1873 nach Dresden, Schillerstrasse zu Händen von "Mademoiselle La Comtesse Louise de Ross".

Payé à déstination (P.D) - Porto bis zum Bestimmungsort bezahlt -, prächtig links neben der Marke (Michel Nr 41b - 25 Bani dunkelorange auf hellchromgelb) mit zentriertem K1. Leider ist der Brief oberseitig eingerissen.

Rückseitig ein Siegel mit Krone und ein Ankunftsstempel von Dresden. Einer meiner Lieblingsbriefe, eine frühe Auslandsdestination.

Übrigens begeistert mich dieses Forum immer mehr ...

Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 15.06.2013 11:29:47 Gelesen: 443139# 54 @  
@ duphil [#51]

Hallo Peter,

klar, ein Versehen, sorry! Es sollte (zu Michel Nr. 16 x/y) heissen: "Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dünnes Papier".

Danke für den Hinweis!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.06.2013 12:00:15 Gelesen: 443132# 55 @  
@ 10Parale [#53]

Hallo, 10 Parale!

Nun weiss ich, wer Du bist, aber ich nenne Dich weiterhin 10 Parale, wenn Du das so wünschst. Du hast recht mit Deinem Hinweis an Pepe bezüglich erste gezähnte Marken Rumäniens: die 8. Ausgabe "Karl I. mit Vollbart" war sehr vielseitig. Zuerst (Januar 1871) wurden (nur) die drei Werte 5, 10 (Farbe ORANGE) und 25 Bani verausgabt, doch kurz darauf gab es

2.) Ergänzungswerte
3.) dieselbe Ausgabe GEZÄHNT (Februar 1872)
4.) eine sogenannte "Notausgabe" (August 1872): einerseits der neue Wert zu 50 Bani, andererseits die 10 Bani BLAU, in einer NEUEN Type.

Der Michel-Katalog wählte dafür (früh schon) eine meines Erachtens unglückliche Nummerierung, weil die Nummern 29 II und 31 kommen zeitlich NACH den Nummern 32-34. Ob die Nummer 29 II nicht eine eigene Nummer "verdient hätte", können wir später diskutieren, sie unterscheidet sich nämlich deutlich von der Nr. 29 I.

Die ERSTEN gezähnten Marken von Rumänien sind also wirklich im Februar 1872 erschienen (und nicht erst im Oktober 1872 = 9. Ausgabe: Karl im Perlenkreis).
Ich liefere gerne ein Bild nach der Nr. 32: 5 Bani, die Dir jetzt noch fehlt.



Interessant bei diesem Paar ist sicherlich die Abart: "senkrecht ungezähnt". Man findet solche Abarten bei diesen Marken noch relativ günstig, obwohl es ja eigentlich eine sehr markante Abart ist.

Herzliche Grüsse - Heinz
 

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