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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 913 Beiträge:
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nor 42 Am: 08.07.2017 18:00:12 Gelesen: 285217# 514 @  
Beide Briefstücke stammen aus der gleichen Korrespondenz, man soll aber klarstellen, dass der Stempel FRANCO privater Herkunft ist, also nicht von der Post aufgebracht.

Nor 42
 
10Parale Am: 11.07.2017 21:35:14 Gelesen: 284720# 515 @  
@ nor 42 [#514]

Klarstellen und präzisieren, Nor42, vielen Dank für die weiterführenden Erläuterungen.

Dein Beitrag hilft mir echt auf die Sprünge, super. Zu was hat man denn die Literatur?

Die offiziellen von der Post aufgebrachten Stempel FRANCO gab es erst ab 1865 zur Zeit von Fürst Cuza (siehe K. Dragomir Stampilografie Postala fig. 1603 - 1612), demnach 7 Rahmenstempel und 3 rahmenlose Stempel.

Tatsächlich benutzten ab 1862 einige Geschäftsleute aus Bukarest, Braila, Galatz und Giurgiu FRANCO Stempel privater Herkunft, so dass man an Hand dieser Stempel exakt verifizieren kann, welcher Geschäftsmann den Brief verfasst hat.

Die Briefe aus [#513] und [#514] sind mit dem Stempel C9P FRANCO ´62, Marmorosch (fig. 1613) versehen, die der Geschäftsmann Jacob Marmorosch in Bukarest privat aufbrachte und benutze, das ist richtig, nor42. Ich habe das Firmenlabel und den zugehörigen Stempel aus einem Brief herausgescannt, um das Ganze zu verdeutlichen.

K. Dragomir nennt den Seltenheitsfaktor Raritate relativa = 0,5 ??? - was immer das auch bedeutet.

Schönen Abend

10Parale


 
Heinz 7 Am: 04.08.2017 19:10:51 Gelesen: 280777# 516 @  
@ 10Parale [#515]

Seltenheitsfaktor Raritate relativa = 0,5 ??? - was immer das auch bedeutet.

Lieber Freund,

Dragomir bewertet in seiner Buch viele der Stempel, er benutzt dazu aber nicht eine Währung, sondern den Buchstaben "R". Ein Stempel mit einem R bedeutet "1000 Punkte" und ist einigermassen selten; ich hörte einmal eine "Faustregel" 1 R = 100 Euro.

Wenn nun ein Stempel mit nur 0.2R bewertet ist (wie z.B. fig 272, siehe Dein Beitrag 46), dann ist er klar weniger selten. 0.2R heisst, der Stempel kommt sehr häufig vor. 0.1R ist meines Wissens die tiefste Stufe, die Dragomir benutzte.

Hat andererseits ein Stempel die Bewertung 2R, wie z.B. fig. 280 (vgl. Beitrag 145, M1-Stempel "Michaleni"), so bedeutet dies, dass der Stempel mit 2000 Punkten bewertet ist.

Ob man die Bewertung linear anwenden soll, ist Ansichtssache.

0.2 R = 20 Euro
1 R = 100 Euro
2 R = 200 Euro

Ich betone, dass die Frage der Umrechnung in einen Euro-Betrag sehr individuell angesehen wird. Die Meinung von nor42 zu dieser Frage (oder von anderen Experten) würde mich dazu sehr interessieren.

Seite 120 des Buches von Dragomir "Stampilografie" ist also eine Super-Anleitung, um den Wert der Stempel zu bestimmen! Die Bewertung gilt für 1990 (Jahr der Herausgabe). Fritz Heimbüchler hat in seinen Handbüchern dann teils ganz andere Bewertungen vorgenommen.

Anbei ein weiterer Brief mit einem FRANCO.-Stempel



Der A 62-Stempel BRAILA (fig. 368 Dragomir) ist rot recht selten. Der blaue Stempel "FRANCO." ist meines Wissens fig. 1613 KD. Die Marke brauche ich Dir nicht vorzustellen. Der Brief ist von 1863 und trägt rückseitig einen Ankunftsstempel von Bukarest.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 27.08.2017 21:21:56 Gelesen: 276424# 517 @  
Die Rumäniensammler (Arge Rumänien) trafen sich an diesem Wochenende in München zum 38. Symposium und ich durfte das erste mal teilhaben. Spannende Vorträge vor allem zu klassischen Themen der Rumänien-Philatelie prägten das Programm, aber mehr noch das Miteinander und zu meiner großen Freude das persönliche Kennenlernen von unseren geschätzten Philaseitenfreunden Heinz 7 und 10 Parale.

Ein Thema war auch, wie das Sammelgebiet Rumänien populärer gemacht werden könnte. Als Problem wurde der sehr ausgeprägte Fokus auf die Klassik diskutiert, ein anderes könnte die Flut von Neuausgaben sein. Beides kann potenziell interessierte Sammle leicht abschrecken.

Wie man bei den Beiträgen in diesem Thema jedoch sehen kann, gibt es viele Möglichkeiten sich in einem Sammelgebiet wohl zu fühlen. Ich nehme mich selbst als Beispiel, denn ich habe erst in diesem Jahr begonnen Rumänien zu sammeln und dazu auch schon einiges gepostet. Vor allem die Inflationszeit von 1991 bis 2005 hat es mir angetan. Dort gibt es noch viel zu entdecken und auch für kleines Geld lässt sich eine schöne Sammlung aufbauen.

Heute möchte eine andere Möglichkeit zeigen. Man könnte sich z.B. daran machen Blockausgaben auf echt gelaufenen Briefen zusammen zu tragen. Vollständigkeit wäre hier allerdings auch ein Problem, denn es gibt über 500 Blockausgaben.

Ich habe gerade einen Brief aus Cluj-Napaco erhalten, der unter anderem mit diesem Block aus dem Jahr 2015 frei gemacht ist:



Der Block besteht aus zwei Marken zu 2,10 Lei und 14,50 Lei. Eine Besonderheit ist noch, dass die Blockmarken keine Zähnung aufweisen. Zur Einzelverwendung der Marken müssten diese also ausgeschnitten werden. Vielleicht findet man diese ja auch auf Briefen?

Hier noch der gesamte Beleg vom 16.8.2017. Er entstammt der 3. Gewichtsstufe (51-100g) und das Gesamtporto beträgt 20 Lei:



Das ist portorichtig mit

- Auslandsbrief 51-100g (Scrisori externe): 8 Lei
- Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 12 Lei

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 28.08.2017 16:00:34 Gelesen: 276397# 518 @  
@ Michael Mallien [#517]

Es hat mich sehr gefreut, dich anlässlich des 38. Symposiums der ARGE Rumänien am Samstag in München persönlich kennen zu lernen. Dies beweist, dass Internet Foren sich nicht ausschließlich auf den virtuellen Austausch von Gedanken und Fakten beschränken müssen.

Ich schätze sehr den internationalen Charakter dieser Arbeitsgemeinschaft. Obwohl ich nicht wirklich weiß, wie viele Mitglieder wir im Moment zählen und wie sie sich in Deutschland, Europa und der Welt verteilen, habe ich in den mir von unserem Protokollführer zur Verfügung gestellten Exemplaren des Rumäniensammlers nachlesen können, wer in dieser Arbeitsgemeinschaft tätig war und noch tätig ist.

Ich bin auch stets fasziniert von den Vorträgen und besonders von dem Erfahrungsschatz des 1. Vorsitzenden, Herrn Fritz Heimbüchler. Ich habe auch einige Bücher von Dr. Gmach (Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern Band I - III) und ein Buch von Norbert Blistyar (Die österreichische Post in den Donaufürstentümern und der Dobrudscha im XIX. JH.). Herrn Blistyar traf ich in London 2015 und habe mich sehr darüber gefreut.

Auch Heinz 7 war ja schon literarisch tätig und sein großes Werk über die ausländischen Postämter in den Fürstentümern steht ebenso in meinem Bücherschrank.

Falls ich mal etwas schreiben sollte, ginge das mehr in Richtung "Rumänien, philatelistische Schatzkammer im Armenhaus Südosteuropas". Umso mehr freut es mich, dass dein Interessengebiet modern ist und es dir besonders die Inflationszeit von 1991 - 2005 so angetan hat. Mir wird ja oft "Begeisterungsfähigkeit" nachgesagt, was ja auch ein Vorwurf sein kann. Tatsächlich haben mich deine Ausführungen selbst in den Bann gezogen und ich war kurz davor, die Inflationszeit selbst als mein Sammelgebiet zu entdecken.

Ich habe einige Jahr Post von romfilatelia in Bukarest erhalten. Das waren diese berühmten Drucksachen mit dem kleinen Einschnitt in der Ecke. Nun möchte ich mal zeigen, was sich in diesen Drucksachen befand. Darin waren kleine Flyer, 2 - oder 3-seitig, die Informationen über neue Briefmarkenausgaben lieferten.

Ich habe für dich extra den Flyer "LEUL NOU 2005" eingescannt, der die Einführung des neuen Geldes im Jahr 2005 umschreibt und neue Briefmarken vorstellt.

Ein weiterer Flyer beschäftigt sich mit dem "MUZEUL NATIONAL FILATELIC" in Bukarest.

Die Zustellung dieser Briefe hat romfilatelia eingestellt, da ich dort keine Briefmarken bestellt habe. Ich bedaure dies, da ich stets versucht habe, ein Abonnement zu erhalten. Warum es scheiterte, kann ich nur damit erklären, dass diese Firma Kontakte zu Kunden wohl nur im Inland pflegt, leider.

Liebe Grüße

10Parale




 
Michael Mallien Am: 29.08.2017 22:21:14 Gelesen: 276289# 519 @  
@ 10Parale [#518]

Herzlichen Dank für das Zeigen des Flyers. Der ist natürlich sehr interessant, vor allem, wenn man der Inflationszeit vor der Einführung des neuen Lei zugetan ist. Die abgebildete Serie illustriert sehr schön das Ende der Inflation.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 29.08.2017 22:26:06 Gelesen: 276287# 520 @  
@ Michael Mallien [#517]
@ 10Parale [#518]

Liebe Kollegen,

es war mir eine Freude, Euch beim ARGE-Symposium zu treffen. Diese Jahrestreffen sind (für mich) immer Ansporn, wieder eine philatelistische Reise zu unternehmen und hoffentlich auch einen Fachbeitrag/-Vortrag beizusteuern. Nicht zuletzt auch die positive Resonanz und die Erfahrungen, die man dabei sammelt, ermuntern dann vielleicht sogar zu einem grossen Auftritt "vor grossem (fremdem) Publikum", dem Zusammenstellen einer Ausstellungssammlung oder zur Herausgabe eines Buches oder eines Aufsatzes. Mich jedenfalls hat die Mitgliedschaft bei der ARGE Rumänien sicherlich beflügelt.

Ich finde "Begeisterungsfähigkeit" eine sehr schöne und auch nützliche Tugend für unser Hobby Philatelie und hoffe, dass sie weiterhin bei Dir spürbar bleibt.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.09.2017 14:05:20 Gelesen: 275795# 521 @  
@ Pepe [#2]
@ 10Parale [#222]

Pepe, Du hast vor langer Zeit uns eine wunderschöne Serie von Rumänien-Marken gezeigt. Besonders interessant ist aus meiner Sicht dabei der Wert zu 35 Bani, denn er zeigt uns den Drucker bei seiner Arbeit.



Wir wissen, dass die ersten drei Ausgaben von Rumänien mit Handpressen auf kleinen Papierbogen erfolgte. Wir wissen auch, dass es dabei herstellungsbedingt Kehrdruck-Paare gab; offenbar, weil die Druckmaschine zu unflexibel war, um alle 32 Marken des Bogens normalstehend zu drucken (4 Reihen à 8 Marken).

Auf dem Wert zu 35 Bani (Michel Nr. 1750) sehen wir nun eine recht grosse Druckmaschine abgebildet. Der Drucker scheint mit der rechten Hand eine Kurbel zu drehen, mit der linken Hand fixiert er offenbar das zu bedruckende Papier. SEHR INTERESSANT AUCH DER BLICK AUF DEN BOGEN: die Reihen 1, 3 und 4 scheinen "komplett" zu sein, die Reihe 2 aber ist "in Arbeit"; der Drucker bereitet offenbar die dritte Marke der Reihe vor.

Dieses Bild zeigt uns also, dass (nach Vorstellung des Markenentwerfers) zuerst zwei "Arbeits-Reihen" à 8 Marken bedruckt wurden. DANN WURDE OFFENBAR DER BOGEN GEDREHT, sodass die 1. Arbeits-Reihe zur vierten (kopfstehend!) Positions-Reihe wurde und die 2. Arbeits-Reihe zur dritten Positions-Reihe, auch kopfstehend. Hernach druckte der Drucker am oberen Blattrand eine neue Reihe Marken (1. Positions-Reihe, normalstehend), bevor er schliesslich zur vierten Arbeits-Reihe ansetzte (auf dem Bogen die zweite Positions-Reihe).

So entstanden die seltenen, begehrten und teuren Kehrdrucke, von der es heute nur noch wenige gibt:

1. Ausgabe: ein einziges Kehrdruckpaar ist bekannt / weltberühmt: das Kehrdruck-Paar (27 Parale). 10 Parale hat uns dieses Paar (als Reproduktion auf einem Gedenkblock) gezeigt (in Beitrag 222) und im Thema "die wertvollsten Briefmarken der Welt" wurde das 27 Parale-Kehrdruckpaar auch schon besprochen.



2. Ausgabe: hier gibt es ungestempelt doch noch einige KD-Paare. Gestempelt und besonders auf Brief sind sie aber sehr, sehr selten und entsprechend teuer

3. Ausgabe: wie zweite.

Ob die Abbildung der Druckmaschine auf der Briefmarke von 1958 korrekt ist, darf bezweifelt werden, eventuell war die Druckerpresse bedeutend kleiner. Meines Wissens ist das Aussehen der Druckerpresse der 1./2. Ausgabe auch heute noch ungewiss.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 01.09.2017 21:32:28 Gelesen: 275698# 522 @  
@ Heinz 7 [#521]

Ob die Abbildung der Druckmaschine auf der Briefmarke von 1958 korrekt ist, darf bezweifelt werden, eventuell war die Druckerpresse bedeutend kleiner. Meines Wissens ist das Aussehen der Druckerpresse der 1./2. Ausgabe auch heute noch ungewiss.

Meines Wissens wurden insgesamt 752 Bogen zu je 32 Marken der 1. Ausgabe der Ochsenköpfe gedruckt. Rechnet man hoch, dass pro Bogen rein theoretisch 8 Kehrdruckpaare auf Grund der Drucktechnik möglich waren, sind insgesamt 6.016 Kehrdruckpaare möglich gewesen. Du zeigst uns das einzig erhalten gebliebene Paar der 1. Ausgabe und dies ist auch nur deshalb erhalten geblieben, weil es einmal einen Brief geziert hat.

Bislang ist wohl auch kein einziger Bogen der 1. Ausgabe der Ochsenköpfe komplett mit 32 Marken erhalten geblieben, was die Nachforschung über die Drucktechnik und das Aussehen der Druckpresse erleichtert hätte.

Interessant finde ich 2 Hinweise, die uns V. Tebeica in seinem Werk "Die ersten rumänischen Postmarken" gibt. Es gibt einen Probebogen, auf dem alle 4 Werte in 4 Reihen zu 8 Marken gedruckt wurden. Dieser Probebogen wurde 1935 im Archiv der Deputiertenkammer in Bukarest entdeckt. Auf welcher Druckmaschine wurde er hergestellt? Immerhin ist es gelungen, 3 Reihen von Marken (54, 81, 108 Parale) in einer Bogenlage herzustellen. Die Neigung der einzelnen Marken ist bei allen 24 Marken gleich, weil die Klischees ihre Lage während des Drucks beibehielten. Nur die 27 Parale Marke ganz rechts wurde einzeln händisch aufgedruckt, weil der Bogen auf der Platte keinen Platz mehr hatte. Der Drucker hätte zwar den Bogen wenden und das 27 Parale Klischee befestigen können, dies dauerte wohl länger als das Aufpressen des Klischees mittels Handbewegung.

Vielleicht wurden nicht alle 752 Bögen der 1. Ausgabe so gedruckt, dass der Bogen in je 2 Arbeitsreihen zu 8 Marken (wie in [#521] beschrieben) bedruckt wurde, sondern der Drucker druckte z.B. 3 Reihen (der Probebogen beweist, dass dies möglich war) und drehte den Bogen erst dann um 180 Grad. Meines Erachtens bestanden also auf Grund der Größe der Platte und den Abmessungen des Bogens Freiräume, die es den Drucker überließen, wie er beim Druck vorging. Und ich bin sicher, dass der zuständige Drucker keineswegs in irgendeiner Routine verhaftet war (ich denke bei dem Ausdruck an bayern klassisch - nur er weiß warum).

Jedoch sprechen die erhalten gebliebenen Bögen der 2. Ausgabe gegen meine Theorie. Ich müsste sie eingehender studieren. Mich wundert es sehr, dass nur 1 Kehrdruckpaar der 1. Ausgabe erhalten geblieben ist, auch Paare finden sich wenig, die weiteren Aufschluss geben könnten. Bedenkt man aber, dass beispielsweise von der Blauen bzw. Roten Mauritius jeweils 500 Exemplare hergestellt wurden und weltweit von der Blauen noch 12 und der Roten Mauritius noch 15 Stück existieren, will ich die äußerst geringe Häufigkeit der Kehrdruckpaare bzw. von Paaren der 1 Ausgabe hier in die Überlegung mit einbringen.

Weiterhin schreibt Tebeica im Schlussteil seines Buches:

"Auch heute noch kann in der Markendruckerei der Rumänischen Staatsbank ein Urtyp der rudimentären, handbetriebenen Druckpresse des Markenateliers zu Jassy aus dem Jahr 1858 besichtigt werden" ... und ...

explizit auf die 35 Bani Marke eingehend, die du uns im vorgehenden Thread zeigst, schreibt Tebeica (Seite 205): "Als Vorbild diente dem Künstler die in der Markendruckerei noch heute aufbewahrte Druckpresse."

Ich zeige den Interessierten diesen Essai-Bogen, damit jeder sich seine Gedanken machen kann.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.09.2017 18:06:43 Gelesen: 275531# 523 @  
@ 10Parale [#522]
@ Pepe [#2]

Bravo!

Ich habe vergessen, bei Tebeica nachzusehen, aber Du hast die richtigen Stellen gefunden! Ich habe nachgelesen, auf Seite 203-208 geht er in seinem Schlusswort unter anderem genau auf diesen Briefmarken-Satz ein, den uns Pete vorgestellt hat. Und offenbar ist sich Val. Tebeica sicher, dass die Marken-Presse 1858 wirklich verwendet wurde.

Er schreibt (1962): "Der Künstler Serban Zainea schuf in den Werten dieser Jubiläumsausgabe ein wahres Meisterwerk der Miniatur. Die sowohl in den Zeichnungen der 8 Marken als auch in denen des kleinen Bogens ausgedrückte Idee hat repräsentativen Wert, und es gelang dem Künstler, nicht nur Bilder aus dem Wirken der rumänischen Post aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts wahrheitsgetreu wiederzugeben, sondern auch den Weg der ersten Marken von der Druckpresse bis in den Bereich des Postverkehrs zu veranschaulichen."

Ich kann jetzt nicht mehr sagen, woher meine Erinnerung kam, dass das Aussehen der Druckerpresse der 1./2. Ausgabe auch heute noch ungewiss sei. Dank Val. Tebeica wissen wir mehr!

Heinz
 
10Parale Am: 16.09.2017 18:38:53 Gelesen: 272767# 524 @  
@ Heinz 7 [#368]

Von dieser Michel Nr. 25 gibt es 2 Farben (Quelle: Michel).

Ich zeige hier mal ein ungebrauchtes (falzloses) Einzelexemplar mit wunderschöner Farbe indigo/rot als Vergleichsstück zu deinem wunderschön gestempelten Exemplar blau/rot in Beitrag [#368].

Der Steindruck wurde in 2 Druckgängen hergestellt. Erst wurde der Rahmen gedruckt, dann das Mittelstück.

Der Originalbogen bestand aus 100 Marken in 7 waagrechten Reihen zu je 15 Marken. Aufgrund dieser Anordnung gab es verschieden angeordnete Leerfelder am Bogenrand.

Fritz Heimbüchler schreibt in seinem Werk Vereinigte Fürstentümer ff., dass Originalbogen aller Wertstufen der internationalen Ausgabe Fürst Carol I. mit Backenbart von 1869 nicht bekannt sind.

Umso mehr verstehe ich jetzt, weshalb größere Einheiten so selten und teuer sind.

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 27.09.2017 13:35:04 Gelesen: 270726# 525 @  
@ 10Parale [#524]

Es ist in der Tat schwierig geworden, grössere Einheiten der ersten 14 Ausgaben von Rumänien zu günstigen Preisen kaufen zu können; und das bezieht sich auch auf gestempelte Einheiten (z.B. Viererblocks). Hier ist preislich in den letzten 20 Jahren viel passiert; früher waren solche Einheiten viel weniger gefragt, und man konnte bisweilen Einheiten zu tiefen Preisen kaufen. Die Tatsache, dass aber nicht sehr viel angeboten wurden, deutet auch darauf hin, dass sie recht selten sind.

Einzelne Werte machen hier eine Ausnahme, die sieht man oft und auch verhältnismässig günstig. Weil viele Sammler die Ausgaben 4 bis 8 (Michel Nrn. 11-34) auch gerne plattieren, sind grössere Einheiten davon auch sehr beliebt.

Ich freue mich über das hohe Interesse an solchen Einheiten, denn dies zeigt mir, dass doch einige Sammler dafür gutes Geld auszulegen bereit sind.

Heinz
 
10Parale Am: 29.09.2017 15:09:53 Gelesen: 270322# 526 @  
@ Heinz 7 [#525]

Danke für die Hinweise zu den grösseren Einheiten der ersten 14 Ausgaben.

Ich komme heute zurück auf die insgesamt 21 Stempel vom Typ M3, die in den Jahren zwischen 1859 (2. November 1859: JASSY I) und bis zum 25. Juli 1865 auf Briefen und Marken vorzufinden sind.

Wir haben bereits einige gezeigt. Da ich das Angebot und den Markt für diese Stempel seit langem und relativ intensiv verfolge, glaube ich abschätzen zu können, wie oft dem Sammler einer dieser Stempel über den Weg läuft.

Nach längerer Suche ist es mir nun gelungen, den Stempel M3 Kiriac Dragomir fig. 317 (Stampilografie Postala Seite 87) FRANCO OKNA ausfindig zu machen. Der schön abgeschlagene Stempel befindet sich auf einer Michel Nr. 10 I Handeinzeldurck 30 Parale blau.

Nun, die Marke ist nun nicht gerade ein Prachtexemplar, aber Abschläge mache ich da gerne, denn ich denke, es handelt sich um einen seltenen Stempel.

Wenn ich Kiriac Dragomir richtig verstehe, wurde dieser Stempel auf der 2. Ausgabe der Ochsenköpfe nicht benutzt.

Weitere seltene M3 Stempel, die ich noch nie gesehen habe: FRANCO NIAMTZU; FRANCO VASLUI; FRANCO HUCHII;

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.09.2017 23:27:04 Gelesen: 270251# 527 @  
@ 10Parale [#526]

Es ist eine edle Aufgabe, alle M 3-Stempel zu suchen und zu sammeln. Mir fehlen auch noch ein paar dieser schönen Stempel. Auch VASLUI habe ich nicht.



Dieses Los war vor 10 Jahren in Zürich an einer Auktion angeboten. Eine 7y mit diesem sehr schönen Abschlag "VASLUI" (fig. 321) wurde angeboten, Schätzpreis CHF 300. Ich habe das Los nicht gekauft, vielleicht ein Fehler, denn es kostete nur CHF 380 & Zuschlag (18 %). Der Katalogwert der 7y gestempelt lag damals bei Euro 350. Im Handbuch I Heimbüchler (1994) bewertet er die Stempel nicht detailliert, aber im Werk von Dragomir (1990) sind Angaben zur Seltenheit gegeben.

Die meisten Stempel sind bewertet mit 0.2 R - 0.8 R: 11 Stempel: Bacau, Berlad, Botoscheni, Fokschany, Foltichenii, Galatz I-308, Galatz II-309, Jassy I-311, Jassy II-312, Roman, Tekoutci.

8 weitere Stempel hatten Bewertungen zwischen 1.0 R - 2 R (Doroehoi, Huchii, Ismailu, Kahul, Niamtzu, Okna, Piatra, Vaslui)

Am höchsten bewertet sind:
Michaileni: 3 R
Bolgrad: 4 R

Also zu Deiner Bemerkung: "nie gesehen"

Vaslui ist bewertet mit 1.2 R, also nicht riesig hoch. Huchii ist bewertet mit 2 R, ebenfalls Niamtzu, auch nicht gewaltig hoch. Wenn Du eine Weile den Markt beobachtest, wirst Du früher oder später diese Stempel vermutlich finden. Sie sind aber selten und begehrenswert.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 16.10.2017 21:14:18 Gelesen: 266798# 528 @  
Aus den Tiefen der Klassik komme ich nun zu einer Ausgabe, die eher in eine Motivsammlung passt.

Am 25. Juli 1971 erschien die Serie Aktgemälde, bestehend aus 6 Werten und einem Block. Den Block habe ich schon an anderer Stelle gezeigt [1].

Die 6 Werte haben die MiNrn. 2946 bis 2951.

FDC mit MiNr. 2949: E. Delacroix "Odaliske" und MiNr. 2948: N. Grigorescu "Akt am Meeresstrand"



FDC mit MiNr. 2951: J. Palma ilVecchio "Venus und Amor" und MiNr. 2946: Iosof Iser "Akt"



FDC mi MiNr. 2947: Camil Ressu "Akt" und MiNr. 2950: A. Renoir "Akt in Landschaft"



Viele Grüße
Michael

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=10682&CP=0&F=1#newmsg
 
10Parale Am: 17.10.2017 12:21:41 Gelesen: 266676# 529 @  
@ Heinz 7 [#527]

Eine 7y mit M3 Vaslui in fast perfekter Haltung, das muss seinen Preis haben, kommt es an die interessierte philatelistische Öffentlichkeit.

Im Moment habe ich bei ebay ein einziges Angebot mit diesem Stempel entdeckt, aber der Stempel ist relativ grottenschlecht, so dass die 400,-- Euro Ausruf schmerzen, zumal nur der erste Buchstaben von V aslui zu sehen ist.

Ich habe in Burgdorf (CH) bei der Ganzsachenausstellung vor wenigen Wochen einen relativ seltenen Stempel von MARASESTI entdeckt. Ich habe lange gezögert, diese Marke mit dem Stempel zu zeigen, da ich sie anfangs für eine Fälschung hielt, da ich kein vergleichbares Stück fand und auch bei Kiriac Dragomir in der Stampilografie Postala nichts fand. Heinz 7, du hast die Marke Michel Nr. 69, den Höchstwert des Freimarkensatzes von 1885/89, selbst begutachtet und mir zu dem schönen Stück gratuliert.

Nun ist es mir aber gelungen, ein Vergleichsstück zu finden, eine Ganzsache, von der ich annehmen kann, dass sie echt gelaufen ist und dieser Stempel unter Umständen häufiger anzutreffen ist, als ich vermutete.

Die Ganzsache lief am 26. November 1893 von MARASESTI nach BERLAD.

Das Problem ist nun, es gibt 4 verschiedene Ortschaften in Rumänien, die sich Marasesti nennen. Auf Grund der Umstände tippe ich nun mal auf die größte der Ortschaften in der Westmoldau im Kreis Vrancea. Dafür spricht auch die relativ lange Beförderungsdauer von 2 Tagen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 18.10.2017 00:02:19 Gelesen: 266524# 530 @  
@ 10Parale [#529]

Den Höchstwert der 11. Ausgabe nahezu perfekt mit einem klaren Vollstempel zu finden, verdient ganz sicher eine Gratulation! Dass der Verkäufer die Marke zu einem Drittel des Katalogpreises anschreibt, zeigt, dass er die Seltenheit eines solchen Stückes nicht erkannt hat. Gut für Dich!

Der Stempel ähnelt der fig. 662 Dragomir (Gruppe B 2; Stampile postclasice; Dublu cerc cu data pe trei rinduri = Zweikreisstempel mit dreizeiligem Datum).

Beim Ort kann ich nicht weiterhelfen, trotz meinem Buch "Dictionaru topograficu si statisticu alu Romaniei" Bucurecsi 1872. Die Schreibweise ist abweichend, sodass ich aus den Daten die definitiv-richtigen nicht bestimmen kann. Ausserdem finde ich keine Übersetzungen für z.B.

"plassa" oder
"cotuna".

Nach über eine Stunde Kopfzerbrechen gebe ich auf.

Es ist aber toll, dass Du eine Postkarte (Ganzsache) mit einem gleichlautenden Stempel hast!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.10.2017 21:05:49 Gelesen: 266336# 531 @  
Liebe Leser,

was hat eine Österreich-Marke in diesem Thema zu suchen? Die aufmerksamen Leser unserer Rubrik haben bereits gelesen, dass auch fremde Postverwaltungen in Rumänien Postdienst betrieben haben. Die österreichische Post spielte eine wichtige Rolle für den Postdienst in Rumänien.

1853 brach der Krimkrieg aus zwischen Russland und dem Osmanischen Reich. Österreich verlegte Truppen auf das Gebiet des heutigen Rumäniens und richtete eine Feldpost ein.

Der Stempel "GIURGEVO" wurde 1855 eingeführt, also zur Zeit des Krimkrieges. Er ist recht selten und wurde bereits 1966 bei Tchilinghirian mit GB£ 90 bewertet (auf 9 Kreuzer-Marke, fig. 748). Norbert Blistyar bewertete diesen Stempel in seinem Buch mit Euro 250 (2011) (Seite 104). Gertlieb Gmach schrieb zu diesem Stempel: "Sehr selten sind Abschläge auf Marken der ersten Ausgabe Österreichs." (Seite 278 von Band I, 2014).

Ein ungewöhnlich schönes Exemplar kam diesen Monat an einer Auktion zum Verkauf. Der Auktionator wusste, dass das Stück gut ist, und es hatte einen hohen Startpreis.



Auktionsbeschreibung:

"Austrian period: 9Kr Type IIIb/ Platte A MP (#5, Eckrandstück 5mm, Ferch. 325€ als Einzelmarke), mittlers GIURGEVO 4/1 entwertet (Mü. 2011a, seltener Stempel aus Walachei/ Rumänien, P.A. in 1857 eröffnet). Einzelmarke auf kl. Ausschnitt"

Korrektur: Der Stempel wurde 1855 eingeführt.

Der Zuschlagpreis ist nun aber erfreulich für den Einlieferer: Euro 950 kostet das gute Stück!

Ich zeige das gerne hier um auch meine Sammlerkollegen zu ermuntern, auf solche Stempel zu achten, es lohnt sich. Nicht immer wissen die Anbieter, dass diese Rumänien-Verwendungen sehr gut sein können. Es gibt noch seltenere Stempel/Verwendungen als Giurgevo!

Heinz
 
10Parale Am: 28.10.2017 23:29:53 Gelesen: 263790# 532 @  
@ Heinz 7 [#531]

Die Bezeichnung "Giurgevo" klingt ja nicht unbedingt österreichisch (bzw. deutschsprachlich) für eine Stadt in der Walachei. Als ein Sammlerkollege nehme ich den Hinweis gerne auf und halte die Augen offen. Hier haben wir ein Phänomen, welches ich in der Philatelie so seit längerer Zeit beobachte. Ein Stempel kann einer gewöhnlichen Marke einen Mehrwert verleihen.

Mein Scan zeigt einen Brief mit gewöhnlichen rumänischen Marken (Michel Nr. 272 und 276, Freimarken König Ferdinand I.). Um die Bedeutung des Stempels und des ganzen Beleges zu erläutern, mache ich eine Zeitreise in die Gegenwart:

Tarutiono (Tarutyne) ist eine Stadt in der Ukraine, genauer gesamt in der südlichen Ukraine in der Oblast (Verwaltungsbezirk) Odessa. Von 1918 bis 1940 gehörte die Stadt zum Königreich Rumänien.

Links oben sehen wir das Firmenlogo des Absenders: "BANCA BASARABIEI". Wir befinden uns demnach in Bessarabien, das einst dem Russischen Zarenreich gehörte, dann dem Königreich Rumänien und heutzutage teils der Ukraine, teils der Republik Moldawien.

Was mich besonders freut, ist die Tatsche, dass die Bank Ihre Zweigstellen auflistet und ich möchte mal ausführen um welche Städte es sich handelt:

- CHISINAU Moldawien (Hauptstadt)
- Balti Moldawien
- Bolgrad Ukraine
- Calarasi Rumänien
- Cetatea-Alba Ukraine
- Chillia-Noua Ukraine
- Comrat Moldawien (Gagausien)
- Ismail Ukraine
- Lipcani Moldawien
- Orhei Moldawien
- Reni Ukraine
- Soroca Moldawien
- Tarutino Ukraine
- Tataresti Ukraine
- Telenesti Moldawien
- Tighina Moldawien (Transnistrien)
 

Die bessarabische Bank hätte demnach, würde sie heute noch existieren, 7 Zweigstellen in der Ukraine, 7 Zweigstellen in Moldawien und 1 Zweigstelle in Rumänien. (Calarasi weicht sehr stark vom Schema ab??, liegt in der Nähe von Bukarest).

Als Rumänien-Sammler gehe ich davon aus, dass in den o.g. Städten der Tabelle in der Zeit von 1918 - 1940 wohl rumänische Postämter existiert haben. Also ebenso wie von Heinz 7 im vorangegangenen Beitrag über den seltenen Stempel von Giurgevo (österreichisches Postamt) empfohlen: Augen auf.

Liebe Grüße

10Parale


 

10Parale Am: 31.10.2017 19:29:50 Gelesen: 263268# 533 @  
@ Heinz 7 [#368]
@ 10Parale [#524]

In Sindelfingen fand ich am Stand von trevorpateman.co.uk (web-Link) diese von dem Vorsitzenden der ARGE Rumänien, Herrn Fritz Heimbüchler (BPP) signierte Michel Nr. 25, die wir in den o.g. Beitragsnummern besprochen haben.

Dieses Stück ist augenfällig retuschiert. Nun muss ich gestehen, dass ich etwas sehe, aber es nicht wirklich erklären kann. Meine Fragen an das Forum:

- was bedeutet "retuschiert" ?
- wie entstehen "Retuschen" und welchen Zweck verfolgen sie ?

Bei den rumänischen Steindruckausgaben sind Retuschen unter Sammlern begehrt? Wer weiß mehr darüber.

Auch ich bin noch einer der Lernenden und würde mich sehr freuen, etwas in Erfahrung zu bringen.

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 31.10.2017 23:08:57 Gelesen: 263230# 534 @  
@ 10Parale [#533]

Hallo 10Parale,

Retuschen [1] dienen dazu einen Druckstöckel der abgenutzt wurde wieder in Form zu bringen. Ein schönes Beispiel dazu ist die erste Ausgabe von Österreich. Diese war ursprünglich nur als Übergangslösung eingeführt und sollte bald durch eine neue Ausgabe abgelöst werden, blieb dann aber über acht Jahre in Gebrauch, die Platten wurden für zahlreiche Druckvorgänge verwendet, nutzten sich ab und wurden retuschiert, um das Markenbild wieder klarer hervorzuheben - deshalb werden heute Typen und Platten unterschieden.

Hier ein Beispiel:



An der rechten Marke sieht man besonders schön, dass der Stöckel schon so abgenutzt war, dass die einzelnen Punkte im Wappenmittelstück rechts unten vom Adler zusammenfließen - vergleiche dazu die Punkte rechts oben bei der linken Marke. Auch die Trennlinie zwischen Mittelstück und den Ornamenten ist nicht mehr zu erkennen. Hier wurde nachgebessert, wie am nachstehenden Neudruck gut ersichtlich:



Da es nicht möglich war, die Punkte wieder rundzufeilen, sieht man hier stattdessen Dreiecke und Vierecke. Auch wurde die Trennlinie beim Wappenmittelstück wiederhergestellt.

Über die Retuschen bei rumänischen Marken kann ich nichts sagen, da weiss Heinz sicher Bescheid.

Lg, harald

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Retusche
 
10Parale Am: 03.11.2017 22:15:25 Gelesen: 262708# 535 @  
@ bignell [#534]

Vielen Dank für diesen kleinen Ausflug in das Reich der Retuschen der 1. Ausgaben von Österreich. Bestimmt gehört technisches Geschick und Raffinesse mit dazu, die abgenutzten Druckplatten auf Vordermann zu bringen.

Anhand der Scans kann ich wirklich gut verstehen, um was es sich dabei dreht. Die rumänische Marke scheint mir etwas Schattenhaftes zu haben. Ist ein Neudruck nun auch eine Art Retusche - Scan 3 ?

Von den Markenausgaben Rumäniens 1868 zeige ich hier die 18 Bani Marke, Michel Nr. 20, mit einem seltenen Stempel von BOLGRAD 14/9. Bolgrad ist eine von bulgarischen Flüchtlingen gegründete Stadt, liegt heute in der Ukraine. Sie gehörte zwischen 1856 und 1859 zum Fürstentum Moldau, gehörte zeitweilig zu Rumänien und vorab zur Sowjetunion.

Liebe Grüße

10Parale
 


bignell Am: 03.11.2017 22:31:10 Gelesen: 262702# 536 @  
@ 10Parale [#535]

Hallo 10Parale,

den Neudruck habe ich deshalb gezeigt, weil da die Details besonders schön zu erkennen sind, sonst ja oft von einem Stempel verdeckt. Bei der ersten Ausgabe unterscheidet man (ganz grob gesprochen) Type I - unretuschiert und Type III - retuschiert (Type II kommt nur beim 9 Kreuzer / 45 Centes - Wert vor, hier wurde die Ziffer neu positioniert).

Bei Deiner 50-Bani-Marke scheinen die Konturen des Kopfes retuschiert, auch unter dem zweiten I von CINCIDECI scheint nachgearbeitet worden zu sein.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 07.11.2017 00:06:34 Gelesen: 262121# 537 @  
@ 10Parale [#533]

Lieber Freund,

ich kann Dir (aus der Ferne und fernab von meiner phlilatelistischen Literatur und meinem Scanner) nicht ausführlich Antwort geben auf Deine Anfrage bezgl. retouchierten Marken von Rumänien. Aber die oben gezeigte Marke Michel Nr. 25 existiert mit schönen Retouchen und wird meines Wissens ausführlich besprochen im Handbuch II von Altmeister Fritz Heimbüchler.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.11.2017 20:19:53 Gelesen: 261362# 538 @  
Als ich die Ergbenisliste von Gärtner erhielt, habe ich mich gefreut, denn als Vorzeigeresultat auf der Titelseite präsentierte CG Los 18900:



Dies ist ein Brief mit der Nummer 2 von Rumänien. Gewiss ist dieser Brief sehr selten (von allen vier Marken 1-4 der 1. Ausgabe gibt es total weniger als 100 Briefe!). Im Handbuch III von Fritz Heimbüchler (2007) ist aufgelistet, dass nur 46 Einzelfrankaturen der 54 Parale existieren.

Was darf so ein Brief nun kosten? Zugegeben, es ist ein schönes, sehr breitrandiges Exemplar, aber ganz fehlerlos ist der Brief auch nicht. Ein Ausruf von Euro 15'000 ist aber sicher "vernünftig". Im Handbuch FH 2007 ist ein Wert von Euro 25'000 für eine Einzelfrankatur für die Nummer 2 angegeben (siehe Seite 158). Die Nummern 1 und 4 sind noch wesentlich teurer.

Bei Gärtner wurde dieses Los nun auf immerhin Euro 30'000 hochgesteigert. Wenn wir die Zuschläge von mehr als 20 % hinzuzählen, sehen wir dass diese Rarität einmal mehr einen stolzen Preis erzielte!

Seltenheit erfordert eben meist seinen Preis!

Herzliche Grüsse
Heinz
 

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