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Thema: (?) (783/793-794) Aptierte Stempel
Das Thema hat 795 Beiträge:
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KarlS Am: 14.10.2016 19:44:53 Gelesen: 225084# 321 @  
@ volkimal [#117]

Hallo Volkmar,

zu [#117], [#164] und [#252] gefragt: wieso sehen die Posthörner der Wertzeichendrucker alle aus wie die auf Markenheftchen der DDR? Ist doch ein Stuttgarter Stempel dabei [#117], der auch "Deutsche Post" sagt, wie in der DDR. Kannst dazu jemand etwas sagen?

Über freundliche Antwort würde ich mich freuen, genau wie über dieses echt interessante Forumthema.

Grüße, Karl
 
volkimal Am: 17.10.2016 17:59:34 Gelesen: 224798# 322 @  
@ KarlS [#321]

Hallo Karl,

dass die Posthörner auf dem Gebiet der Bundesrepublik und der DDR gleich aussehen liegt einfach daran, dass die Post nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den verschiedenen Zonen zunächst noch zusammengearbeitet hat. 1947 wurde z.B. ein einheitlicher Wertrahmen "Deutsche Post mit Posthorn" eingeführt. Dieser Wertrahmen kam in der amerikanischen, der britischen und in der sowjetischen Zone zum Einsatz.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.10.2016 18:07:30 Gelesen: 224795# 323 @  
Hallo zusammen,

in den Beiträgen [#314] und [#318] habe ich aptierte Dienstsiegel als Bestätigungsstempel bei sehr einfach hergestellten Ganzsachen gezeigt. Aptierte Dienstsiegel gib es aber auch als Entwertungsstempel. Hier ein Beispiel:



Aptiertes Dienstsiegel als Notstempel im Postamt Löcknitz (Pommern) verwendet. In der ersten Zeit wurde das Datum handschriftlich eingetragen. Später verwendete man dafür einen Stempel:



Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 17.10.2016 18:43:16 Gelesen: 224780# 324 @  
Hallo,

hier eine Karte vom 30.06.1948 aus Frankfurt a. M. an die Fa. Schmid-Schlenker in Schwenningen. Dieser Stempel wurde sicherlich aptiert.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 21.10.2016 18:36:25 Gelesen: 224323# 325 @  
@ Manne [#324]

Hallo Manne,

natürlich wurde der Stempel aptiert. Hier ein Beispiel wie er ursprünglich aussah und eine weitere Aptierung solch eines Frankfurter Stempels:



Nach dem Krieg wurden derartige Propagandasprüche in mehreren Orten entfernt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.10.2016 18:39:34 Gelesen: 224321# 326 @  
Hallo zusammen,

diesen Brief aus St. Paul bei Pragwald fand ich heute in einer Rundsendung:

St. Paul bei Pragwald liegt in Slowenien und hat heute den Namen Sveti Pavel pri Preboldu. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Slowenien zum Vielvölkerstaat Jugoslawien. Im April 1941 kam der Krieg auch nach Jugoslawien, dessen Armee am 17. April 1941 kapitulierte. Slowenien wurde zwischen Italien, Deutschland und Ungarn aufgeteilt. St. Paul bei Pragwald lag im vom Deutschen Reich besetzten Gebiet. Dieser Teil Sloweniens wurde das in das Großdeutsche Reich eingegliedert. Damit waren dort die normalen deutschen Briefmarken gültig.



Da der Brief gefaltet ist, vermute ich, dass Fritz Träber einen Brief mit diesem Umschlag an das Postamt in St. Paul bei Pragwald geschickt hat. Da die normalen deutschen Marken gültig waren ging es vermutlich um einen Stempelabschlag.

Der Brief trägt den Notstempel „St. Paul bei Pragwald“ (Einzeiler) und zusätzlich einen aptierten jugoslawischen Stempel. In Jugoslawien wurde das Datum in der Regel mit römischen Zahlen angegeben. Auch die Sterne rechts und links sind häufiger bei den zweisprachigen Stempeln zu finden.



Interessant finde ich auch den Stempel oben links. „Sammler-Marken! Auf Grund der Postverordnung gebührenfrei zurück an den Absender“. Kann mir jemand etwas dazu sagen? Welche Postverordnung war gemeint? Ich denke, dass es sich um eine normale Postsache handelt, auch wenn das nicht auf dem Brief notiert ist.

Weitere Informationen und eine Landkarte mit der Aufteilung Sloweniens im Zweiten Weltkrieg siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Sloweniens#20._Jahrhundert

Viele Grüße
Volkmar
 
JohannesM Am: 21.10.2016 21:25:41 Gelesen: 224284# 327 @  
Hier einige aptierte Landpoststempel:





Beste Grüße
Eckhard
 
volkimal Am: 24.10.2016 09:25:01 Gelesen: 224048# 328 @  
Hallo zusammen,

gestern habe ich noch eine Aptierung aus einem weiteren besetzten Gebiet in meiner Sammlung gefunden, diesmal aus dem Memelland. Das Memelland wurde nach Artikel 99 des Versailler Vertrags 1919 ohne Volksabstimmung an die alliierten Mächte abgetreten. Von Anfang 1920 bis Anfang 1923 wurde es von Frankreich als deren Vertreter verwaltet. Am 10. Januar 1923 wurde es von Litauen militärisch besetzt und annektiert. Noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Litauen im März 1939 von Deutschland in einem Ultimatum gezwungen, das Memelland an Deutschland zurückzugeben.



Befreiungsstempel aus Ruß. In Litauen hatte der Ort den Namen Rusnė. Dementsprechend wurde der Ortsstempel RUSNE aptiert, so dass nur „RUS“ übrig blieb. Dabei spielte es keine Rolle, dass RUSS eigentlich mit einem doppelten S geschrieben werden musste. Den Originalstempel seht ihr hier: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=16271

Ab dem 23.03.1939 waren im Memelland wieder deutsche Briefmarken zugelassen. Insofern ist der Stempel ein Ersttagsstempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
Christoph 1 Am: 24.10.2016 22:34:39 Gelesen: 223977# 329 @  
Hallo,

ich habe auch etwas gefunden. Eine Aptierung mal umgekehrt - hier wurde etwas hinzugefügt, und zwar eine "1".

BRAKE (UNTERWESER) 1 / g / 288, Stempeldatum 26.7.1974.



In der Stempeldatenbank findet sich der gleiche Stempel im ursprünglichen Zustand (von 1963): [1]



Und einige Jahre später wurde dann ein neues Stempelgerät hergestellt, das dann auch die komplette vierstellige PLZ 2880 enthielt (hier Abschlag von 1992 aus der Stempeldatenbank): [2]



[1] http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/85988
[2] http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/7064
 
Max78 Am: 27.10.2016 15:09:21 Gelesen: 223681# 330 @  
Hallo zusammen,

was meinen die "Abschlagprofis" zu diesem Beispiel? Nachdem ich ein paar Messungen gemacht habe, glaube ich an das gleiche Stempelgerät, bei dem die Postgebietszahl im oberen Segment hinzugefügt wurde. Beim ellenlangen "Rothenburg ob der Tauber" gab es ja kaum eine andere Möglichkeit:



Der UB wie andere Buchstaben weichen minimal voneinander ab, ich glaube aber, dass dies lediglich ein Ergebnis des unsauberen 2. Abschlags ist. Was denkt Ihr?

mit Grüßen Max
 
volkimal Am: 27.10.2016 15:19:49 Gelesen: 223677# 331 @  
@ Max78 [#330]

Hallo Max,

Du hast recht. Ich denke, dass es sich eindeutig um denselben Stempel handelt. Ich habe die beiden Abdrücke einmal am PC übereinandergelegt und sie sind so gut wie deckungsgleich.

Viele Grüße
Volkmar
 
Max78 Am: 27.10.2016 15:52:00 Gelesen: 223667# 332 @  
@ volkimal [#331]

Vielen Dank Volkmar, für Deine Meinung! Wie machst Du denn das mit dem Übereinanderlegen? Habe ich bis jetzt noch nie ausprobiert. Müßte man dazu eines der Bilder mit einem gewissen Prozentsatz transparent machen, also davor per Bildbearbeitung verändern?

Ich habe einfach alle Abstände usw. gemessen. Als ich aber beim 2. Stempel von 1951 den Abstand vom "N" von Rothenburg zum Kreis gemessen habe, gab es Abweichungen und dachte an ein anderes Stempelgerät. Gerade in dem Bereich sind aber die Buchstaben THEN von Ro thenburg so verformt, dass die Abweichungen wahrscheinlich auf einen "verrutschten" Abschlag zurückzuführen sind.

Ich habe mich gewundert, dass bisher noch so wenige Stempel von Rothenburg ob der Tauber auf der Datenbank erfasst sind, ist ja immerhin kein kleiner Ort und Ansichtskarten gibt es gefühlte 1000.000 Stück davon. Na ja, so wird da auch mal ein wenig erweitert. :-)

mit herzlichem Gruß Max
 
volkimal Am: 27.10.2016 16:11:39 Gelesen: 223657# 333 @  
@ Max78 [#332]

Hallo Max,

das geht zum Beispiel mit Word. Kopiere einmal beide Stempelabbildungen nach Word. Wenn Du in Word einmal auf den helleren Stempel klickst und anschließend die rechte Maustaste drückst, kommst Du auf Textumbruch. Dort musst Du auswählen "Vor den Text". Anschließend kannst Du den Stempel mit der Maus verschieben und über den anderen Stempel legen.

Deine beiden Stempel sind ideal dafür, da sie exakt gleich groß und genau ausgerichtet sind. Falls das nicht sein sollte muss vorher man die Größe ändern bzw. den Stempel drehen. Beides geht über die rechte Maustaste und "Größe".



Drehen kann man auch über den kleinen grünen Punkt oberhalb des Bildes und die Größe ändern, indem man auf einen der Punkte an den Ecken klickt.

Falls Du noch das alte Word hast musst Du über die rechte Maustaste und den Punkt "Grafik formatieren" gehen. Unter Layout kannst Du dort bei der Grafik "Vor den Text" einstellen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Max78 Am: 27.10.2016 17:11:04 Gelesen: 223637# 334 @  
@ volkimal [#333]

Hallo Volkmar,

vielen, vielen Dank für diesen Tipp. Ich habe das gerade einmal ausprobiert und es klappt einwandfrei.

Was man hier nicht alles lernen kann. ;-)

herzlichen Dank Max
 
volkimal Am: 01.11.2016 10:41:59 Gelesen: 223210# 335 @  
Hallo zusammen,

bei den Stempeln gab es folgende Propagandasprüche, die alle nach dem Krieg aptiert wurden:

Frankfurt (Main): Stadt des deutschen Handwerks
München: Hauptstadt der Bewegung
Nürnberg: Stadt der Reichsparteitage
Stuttgart: Stadt der Auslandsdeutschen

Nicht ganz so bekannt ist der Stempel aus Graz - Stadt der Volkserhebung:



Bei Philastempel fand ich das Original, das FranzG eingestellt hatte:



Zu meinem erstaunen war der Stempel "GRAZ 2 / ac" ein Maschinenstempel. Damit ist vermutlich auch der aptierte Stempel ein Maschinenstempel, der ohne Werbeeinsatz verwendet wurde. Des weiteren ist nett, dass auch dieser Stempel 2x aptiert wurde. Zunächst wurde die Postgebietsleitzahl (12a) nachträglich in den Stempel eingesetzt. Später wurde sie zusammen mit dem Propagandaspruch und dem Hakenkreuz wieder entfernt.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 01.11.2016 11:46:50 Gelesen: 223188# 336 @  
@ volkimal [#335]

"Zu meinem erstaunen war der Stempel "GRAZ 2 / ac" ein Maschinenstempel. Damit ist vermutlich auch der aptierte Stempel ein Maschinenstempel, der ohne Werbeeinsatz verwendet wurde."

Hallo Volkmar,

das kann durchaus so sein, auch bei Bochmann (im Grundwerk) sind bei GRAZ 2 als Handstempel nur die UB a und g vermerkt.

Viele Grüße,
Peter
 
Stempelfreund Am: 13.11.2016 14:28:10 Gelesen: 222109# 337 @  
Hallo in die Runde,

habe gestern eine Nachkriegskarte von 1949 bekommen, mit einem ungewöhnlichen Stempel Cloppenburg. Hier wurde wohl ein ehemaliger Poststellenstempel "ORT X über CLOPPENBURG" die Ortsangabe und das "über" entfernt. Habe so etwas bisher noch nicht gesehen. Ist Jemandem etwas ähnliches bekannt?



Einen schönen Sonntag wünscht
Christian
 
volkimal Am: 17.11.2016 17:16:23 Gelesen: 221603# 338 @  
@ Stempelfreund [#337]

Hallo Christian,

laut einer Liste der ArGe Deutsche Notmaßnahmen gibt es einen aptierten Zweikreisstegstempel bei dem nur noch der Ortsname Cloppenburg und der Unterscheidungsbuchstabe "a" übrig ist. Entfernt wurde der Text Varrelbusch.

Von "über" ist nicht die Rede. Leider sind die Stempel der Liste nicht abgebildet. Daher kann ich nicht sagen, ob es der von Dir gezeigte Stempel ist.

Zusätzlich steht mir zur Zeit nur ein Smartphone zur Verfügung und ich habe hier kein WLAN. Daher kann ich nicht gut im Netz nach einem Stempel aus Varrelbusch suchen. Der Verwendungszeitraum des Stempels in der Tabelle ist von 1947 bis 1950.

Vielleicht hilft dir dieser Hinweis ja etwas weiter.

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 17.11.2016 17:56:24 Gelesen: 221593# 339 @  
Hallo,

man kann sich auch direkt an die ARGE Deutsche Notmaßnahmen wenden: http://www.deunot.de - und erhält von dort sicherlich auch Auskunft.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
Stempelfreund Am: 18.11.2016 10:31:06 Gelesen: 221535# 340 @  
@ volkimal [#338]
@ Uwe Seif [#339]

Hallo,

und vielen Dank für die Hinweise und Informationen. Ich habe mal die ARGE angefragt.

Viele Grüße
Christian
 
volkimal Am: 19.11.2016 15:14:34 Gelesen: 221465# 341 @  
Hallo zusammen,

ich mache weiter mit den Stempeln, die Propagandasprüche hatten. Am meisten verschiedene Stempelarten besitze ich aus München. Zunächst der ursprüngliche Stempel mit dem Spruch "München - Hauptstadt der Bewegung" und einem Hakenkreuz.:





Der Bandstempel vom Postamt München 2 mit den Unterscheidungsbuchstaben "ce" hat bei diesem Beispiel aus dem Jahr 1942 6 fallende Wellen. 1947 und 1948 sind bei dem Stempel der Propagandaspruch und das Hakenkreuz entfernt. Diesmal hat der Bandstempel als Entwerter 6 Striche.



Den aptierten Stempel gibt es natürlich auch als einfachen Maschinenstempel mit 6 Strichen als Entwerter oder mit Posteigenwerbung.

Soviel für heute. Viele Grüße
Volkmar
 
Lutwinus Am: 19.11.2016 16:51:55 Gelesen: 221445# 342 @  
Hallo liebe Stempelfreunde!

Habe gerade einen Poststellenstempel aus Schwalbach/Saar in die Datenbank eingestellt, der thematisch gut hierher passt. Der Stempel wurde auf einer Paketkarte im Jahre 1948 abgeschlagen. Das damals zuständige Leitpostamt war Saarlouis, welches vom Anfang 1936 bis etwa Mitte 1945 "Saarlautern" hieß. Der ursprüngliche Text lautete "Schwalbach über Saarlautern". Bei dem hier gezeigten Poststellenstempel wurde "AUTERN" aus "über SAARLAUTERN" entfernt. Ein kleiner Teil des "A" ist noch zu sehen.

Der Paketkartenaufkleber lautet auf "Schwalbach über Saarlouis".



Liebe Grüße Jörg
 
Stempelfreund Am: 20.11.2016 16:11:06 Gelesen: 221382# 343 @  
@ Uwe Seif [#339]
@ volkimal [#338]

Hallo,

die ARGE Deutsche Notmaßnahmen (http://www.deunot.de ) hat sehr schnell geantwortet - vielen Dank - und es ist, wie volkimal vermutet hat, dass es sich um den Stempel von Varrelbusch handelt, bei dem jedoch auch ein "über" entfernt wurde.

Es wäre schön, wenn ein Stempelabdruck des Stempels Varrelbusch über Cloppenburg gezeigt werden könnte.

Herzliche Grüße
Christian
 
Tuffi Am: 21.11.2016 12:35:17 Gelesen: 221298# 344 @  
@ volkimal [#341]

Hallo Volkmar,

bei dem Werbeeinsatz "Postsparbuch" ist ebenfalls eine Aptierung erfolgt: Der Reichsadler wurde entfernt.

Gruß Walter
 
volkimal Am: 21.11.2016 13:21:46 Gelesen: 221287# 345 @  
@ Tuffi [#344]

Hallo Walter,

danke für die Information. Das war mir noch nicht aufgefallen.

Viele Grüße
Volkmar
 

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