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Thema: Briefmarkenauktionen: Alle Lose auf Gebot
Richard Am: 27.12.2008 14:30:25 Gelesen: 6154# 1 @  
Heute hatte ich einen Auktionskatalog vorliegen, in welchem über 4.000 Lose 'gegen Gebot' versteigert werden. Das Mindestgebot liegt bei 10 Euro.

Neben der üblichen kurzen Beschreibung jedes Loses wird der 'alte Ausrufpreis' genannt und in wenigen Fällen ein Michelwert.

Was ist von Auktionen ohne Mindestangebot oder mit einem sehr geringen zu halten ?

Welche Vorteile oder Nachteile habe ich als Käufer ?

Gibt es Auktionsfirmen, bei denen solche 'Gebotsauktionen' empfehlenwert sind und Firmen, bei denen man besser nicht bieten sollte ?

Ich bitte die Praktiker, die schon mehrfach an Gebots-Auktionen teilgenommen haben, um ihre Erfahrungsberichte.

Schöne Grüsse, Richard
 
Stempelwolf Am: 27.12.2008 17:40:54 Gelesen: 6125# 2 @  
@ Richard [#1]

Hallo Richard,

dieser Auktionskatalog, den Du meinst (gelber Umschlag), liegt bei mir bestens aufgehoben in der Rundablage. Auktionshäuser, die nicht einmal fähig sind Ergebnislisten zu erstellen (ob per Internet oder auf Papier) finden bei mir keine Beachtung. Es gibt in Freiburg auch so ein Auktionshaus, wo dann jedes Gebot mindestens 5,- Euro zu sein hat und man kann dann Schnäppchen machen. Habe es ausprobiert mit dem Erfolg: Ja, der Schrott ist für dieses Geld zu haben, die Besseren findet man dann im nächsten oder erst übernächsten Katalog mit der gleichen Beschreibung wieder.

Sehr zu empfehlen ist dagegen zB das Württembergische Auktionshaus Erhardt, er macht ab und zu eine reine Gebotsauktion, bei der auch ab den Steigerungsstufen geboten werden kann. Und ganz wichtig: er stellt die Ergebnisse ins Internet!

Beste Grüße
Wolfgang
 
AlleWeltSammler Am: 27.12.2008 18:39:06 Gelesen: 6111# 3 @  
Hallo Richard,

ich nehme hin und wieder bei Rauhut in Mülheim an Gebotslosen teil und gebe in den meisten Fällen nur das Mindestgebot - hier 10 Euro - ab. Bisher konnte ich mit fast allen gewonnenen Losen meine Sammlungen ganz gut ergänzen. Egal ob teilgenommen oder nicht, zu jedem Katalog folgt die Ergebnisliste, welche auch auf der Homepage einzusehen ist.

Da die Zusammensetzungen der einzelnen Lose so unterschiedlich wie nur irgendwas sind, kann man nicht pauschalisieren, ob es sich lohnt oder nicht. So habe ich z.B. einmal ein Los ersteigert, von dem ich nahezu den gesamten Bestand in meine Sammlung übernehmen konnte, ein anderes Los hingegen war der totale Reinfall: Fast nur Massenware, alles andere bereits vorhanden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß das Bauchgefühl während des Lesens der Beschreibungen (auf die man sich blind verlassen muß) eine große Rolle spielt und, daß man einkalkulieren muß, auch mal daneben zu greifen. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte sollte vorsichtshalber nicht bieten oder (wie auch immer) sich das Los/die Lose vorher ansehen.

Viele Grüße, Micha
 
asmodeus Am: 27.12.2008 19:50:30 Gelesen: 6098# 4 @  
@ Stempelwolf [#2]

Bei diesem Auktionshaus in Freiburg habe ich schon sehr gute Lose sehr billig ergattern können. Hin und wieder biete ich mit und wurde bis jetzt nicht enttäuscht. Klar ist es wie Roulette, aber ich biete nicht hoch und habe trotzdem sehr schöne Sachen bekommen - kein Schrott oder Standardmaterial.

Man muß es ausprobieren. In der Regel bevorzuge ich "richtige" Auktionshäuser mit Rücklos- und Ergebnislisten.
 
Stempelwolf Am: 27.12.2008 20:49:54 Gelesen: 6090# 5 @  
@ asmodeus [#4]

Hallo Asmodeus,

das wir uns nicht missverstehen, manchmal geht mir der "Gaul" durch und dann wähle ich die falschen Begriffe. Mit "Schrott" meinte ich im obigen Beitrag Lose, deren Michelwert unter 100 Micheleuro liegen. Aber sobald dieser Wert überschritten ist, wird Dir dieses Los nicht zugeschlagen wenn Du nicht mindestens ??? geboten hast.

Meine Erfahrung war diese: Ich hatte auch auf ein Los "Frankreich Michelnummer 68F Micheleuro 5000,-" einen ansehnlichen Betrag geboten und dieses Los nicht bekommen. 2 Auktionskataloge später war dieses Los mit der gleichen Beschreibung wieder enthalten! Nun gibt es die Mi 68F nicht gerade wie "Sand am Meer" und so war ich doch erstaunt, daß mir dieses Los nicht zugeschlagen wurde. Übrigens die anderen Lose (die unter Michelwert 100 Euro) habe ich zum teil zugeschlagen bekommen. Nachdem ich diese Auktionsmethoden im Verein zur Sprache brachte, wurde mir dies von meinen Sammlerfreunden bestätigt. Sehr gute Ware erhielt keiner zu 10-30% Michel.

Beste Grüße
Wolfgang
 
Robertomarken Am: 28.12.2008 09:21:10 Gelesen: 6058# 6 @  
@ Stempelwolf [#5]

Mann muss das System verstehen, hier wird verkauft nach dem Werbeslogan, Nicht unter 10-30% Michel bei guten Angeboten WIR SIND DOCH NICHT BLÖD !

Robert
 
doc Am: 28.12.2008 11:15:16 Gelesen: 6042# 7 @  
Wie schon Wolfgang, der Stempelwolf, geschrieben hat, muß das ganze Verfahren nachvollziehbar sein. Das heißt: Wenn keine Ergebnis- oder Rückloslisten aufgelegt werden, sollte man die Finger davon lassen. Ich habe entsprechend schlechte Erfahrungen auch gemacht (Freiburg!).

Dagegen bebiete ich gerade bei den schon erwähnten Häusern Rauhut und vor allem Württembergisches Auktionshaus häufiger einmal Lose und war noch nie enttäuscht, zumal gerade diese beiden Firmen jedes Los, das sich, z.B. bei einer Prüfung durch einen Verbandsprüfer, nicht als einwandfrei herausstellt, anstandslos zurücknehmen.

Wolfgang
 
Rainer HH Am: 03.01.2010 17:15:27 Gelesen: 5696# 8 @  
Da dieser thread ja zeitlos ist, darf man ja auch nach über 1 Jahr noch antworten. ;-)

Bei Realauktionen ziehe ich immer die klassische Auktionsart vor.

Es gibt wohl für jede Sammlung ein Stück, welches ideal passt. Hier ist man bei der klassischen Auktion wesentlich besser aufgehoben. Zur Verdeutlichung (frei erfunden!)

Artikelbeschreibung:
Posthorn Eckrandstück mit Plattennummer auf Bedarfsbrief, Katalogwert 500,- €

Auktionshaus A: Ausruf 150,- €
Auktionshaus B: Gebotsauktion, Mindestgebot 10,- €

Angenommen, dieses wäre ein "Traumstück" für meine Sammlung (was richtig ist) und ich wäre bereit, etwa 400,- € dafür zu bezahlen. Also gebe ich (die Kosten für Aufgeld etc. nicht vergessend) bei genannten Auktionen ein Gebot von je 310,- € ab. Was passiert nun bei nur einem Gegengebot in Höhe von 200,- ?

Auktionshaus A: Ich erwerbe den Beleg zur nächsten Steigerungsstufe, ich zahle 210,- € + Aufgeld

Auktionshaus B: Gebotsauktion, das höchste Gebot gewinnt. Ich zahle 310,- € + Aufgeld, auch wenn ich der einzige Interessent bin!

Sicherlich sind bei umfangreichen Gebotsauktionen Schnäppchen möglich, vorausgesetzt man setzt sein Gebot möglichst tief an und ist der einzige Bieter.

Es ist mir jedoch lieber, der Auktionator vertritt auch mein Gebot interessewahrend, bei seltenen Marken und Belegen ist das für mich absolut unabdingbar.
 
Phila_Tom Am: 03.01.2010 17:33:54 Gelesen: 5683# 9 @  
@ Rainer HH [#8]

Dein Beispiel stellt sehr gut den Unterschied zwischen Gebotsauktion (oder Ausruf gegen Gebot) und "klassischer Auktion" dar. Es suggeriert aber auch, dass bei der "klassischen Auktion" grundsätzlich streng interessenwahrend verfahren wird. Dies ist aber leider nicht immer der Fall. Viele Auktionshäuser weisen in ihren Versteigerungsbedingungen darauf hin, wenn sie so verfahren.
 
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