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Thema: Welche UV Quelle ist zur Prüfung geeignet ?
Olilux Am: 03.01.2018 21:16:30 Gelesen: 1579# 1 @  
Geeignete UV Quelle

Guten Abend,

um mir eine sehr gut geeignete UV Quelle anzuschaffen bräuchte ich Hilfe.

Der Hauptgrund der Anschaffung ist, um Manipulationen auf Marken / Briefen festzustellen und um Falschstempel enttarnen zu können.

In den Prüfstandards des BPP, unter Punkt 5 Technische Hilfsmittel fand ich Folgendes:

UV-Lampe mit 366 nm Wellenlänge und einer Leistung von mindestens 100 Watt, bei Phosphoreszenzprüfung 256 nm Wellenlänge.

Doch bei Nachfrage bei einem Fachhändler, spezialisiert auf (unter anderem) UV Quellen, bekam ich als Antwort, dass bei Ihnen die Intensität der UV Quelle in μW/cm2 bei einer Distanz von 400 mm angegeben wird. Da er kein Experte für Briefmarken ist, konnte er mir nicht weiter helfen.

Nun meine Frage: Um in eine sehr gut geeignete UV Quelle (366 nm) zu investieren, wieviel μW/cm2 werden vorgeschlagen, um Manipulationen auf Marken / Briefen festzustellen? Oder spielt diese genannte Intensität keine Rolle ?

besten Dank und herzliche Grüsse

Olivier
 
jmh67 Am: 03.01.2018 21:41:16 Gelesen: 1561# 2 @  
Im Prinzip geht es bei der von Dir genannten Wellenlänge im UV-A-Bereich um eine volkstümlich so genannte "Schwarzlichtlampe", und mit den 100 Watt ist wahrscheinlich die Leistungsaufnahme gemeint.

Diese elektrische Leistung geht natürlich nicht hundertprozentig in Licht über, und wegen der unterschiedlichen Bauarten kann man das nicht ohne Weiteres in eine Lichtleistungsdichte umrechnen. Trotzdem wäre das ein ziemlicher "Klopper", also sollte man mindestens die Augen schützen.

Für den Anfang genügt sicher eine der handelsüblichen batteriebetriebenen UV-Lampen, die als Geldscheinprüfer oder dergleichen gehandelt werden.

-jmh
 
Markus Pichl Am: 06.01.2018 08:32:32 Gelesen: 1423# 3 @  
Hallo Olivier,

welche UV-Quelle geeignet ist, kommt immer darauf an, welcher Sachverhalt an was genau zu überprüfen ist. Es gibt Prüfer, die haben eine ganze Armada von UV-Geräten in Verwendung. Meiner Einer selbst kommt mit 18 Watt Leistung wunderbar klar.

Wenn es um Phosphorenzprüfungen geht, dann sind 256 nm Wellenlänge notwendig. Es gibt auch Druckfarben, die sich bei dieser Wellenlänge besser unterscheiden lassen, als bei 366 nm. Für die meisten Untersuchungen sind aber 366 nm die richtige Wellenlänge.

Je höher die Leistung der UV-Quelle, desto deutlicher können in bestimmten Fällen die Ergebnisse ausfallen. Eine höhere Leistung ist aber nicht immer ideal.

Durchaus gibt es derartig gut gemachte Manipulationen, dass auch eine leistungsstarke UV-Quelle nicht weiterhilft und ein Mikroskop dann widerum das geeignete Gerät ist, um die Manipulation zu erkennen. Es soll sogar so gute Manipulationen geben, die nur durch einen Abgleich mit Archivbildern erkannt werden konnten. Letzteres ist mir aber nur aus der Erzählung von Kollegen bekannt, im Gegenzug konnte ich aber auch schon bei als einwandfrei attestierten Marken Manipulationen nachweisen. Vielleicht wurde bei solchen Stücken aber auch nur nicht richtig vom jeweiligen Prüfer untersucht? Wie auch immer.

Das Thema ist insgesamt schwierig und mit einem bestimmten Einsatz von Geld, für eine leistungsstarke UV-Quelle, kann nicht ein bestimmter Erfahrungswert oder Kenntnisse zum untersuchenden Sachverhalt mitgekauft werden.

Im nächsten Beitrag werde ich ein Beispiel aufzeigen, wo ich selbige Marken unter drei verschiedenen UV-Quellen fotografiert habe.

Beste Grüße
Markus
 
Meinhard Am: 06.01.2018 09:00:52 Gelesen: 1410# 4 @  
@ jmh67 [#2]

Meinst Du so eine Lampe ?

Gruß, Meinhard


 
Olilux Am: 06.01.2018 10:00:59 Gelesen: 1393# 5 @  
@ Markus Pichl [#3]

Besten Dank Markus für deine Antwort.

Selbst habe ich 2 schwache UV-Quellen von jeweils 6 Watt, die mir nicht ausreichend sind, um Manipulationen festzustellen. Mein Stereoskop ist in diesem Fall hilfreicher.

Dein Satz:

Das Thema ist insgesamt schwierig und mit einem bestimmten Einsatz von Geld, für eine leistungsstarke UV-Quelle, kann nicht ein bestimmter Erfahrungswert oder Kenntnisse zum untersuchenden Sachverhalt mitgekauft werden.

gefällt mir sehr gut. Deswegen zögere ich auch, in eine teure Lampe (per Versand) zu investieren, ohne diese je getestet zu haben.

Herr Goebel, AIEP Luxemburg-Prüfer bis Ende 2014, hatte mir auch schon von solchen Manipulationen gesprochen, die nur durch einen Abgleich mit Archivbildern erkannt werden können. In einem nächsten Beitrag präsentiere ich ein solches Stück.

Dein Beispiel das du zeigen möchtest mit drei verschiedenen UV-Quellen interessiert mich sehr,

beste Grüsse

Olivier
 
jmh67 Am: 06.01.2018 11:33:53 Gelesen: 1358# 6 @  
@ Meinhard [#4]

Was Du zeigst, ist die "Taschenvariante". Es gibt auch Schwarzlichtlampen für Netzspannung im Format althergebrachter Glühlampen, die bringen natürlich etliche Watt mehr.

Anekdote: Die Fluoreszenz deutscher Briefmarken ist mir das erste Mal so richtig aufgefallen, als ich einen Brief in den Kasten werfen wollte und in einem Schaufenster daneben eine solche Schwarzlichtlampe an war. Mein je, war das Markenpapier plötzlich quittegelb.

-jmh
 
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