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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 9743 Beiträge:
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inflamicha Am: 19.09.2022 21:16:05 Gelesen: 14666# 9719 @  
Guten Abend,

von mir heute eine Postlagerkarte:



Mit so einer Karte legitimierte sich der Inhaber am Postschalter, um an ihn adressierte postlagernde Sendungen in Empfang zu nehmen. Erstmalig wurde die Karte am 23.3.1922 (PP 7) für 3 Monate ausgestellt, pro Monat wurde eine Gebühr in Höhe von 4 Mark erhoben. Für die zusammen 12 Mark wurden 3 Exemplare der Mi 193 verklebt und mit dem Tagesstempel von Berlin W 80 entwertet. Am 27.6.1922 wurde die Gültigkeit der Postlagerkarte um einen Monat verlängert, eine weitere Mi 193 deckte die erneut verlangten 4 Mark ab. Den langen Gebrauch über mehrere Monate sieht man der Karte an, ohne stärkere Spuren ging es leider nicht ab.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 19.09.2022 22:34:20 Gelesen: 14582# 9720 @  
@ inflamicha [#9719]

Huhu Michael,

schon toll, was Du so alles in Deiner Sammlung hast. So etwas hatte ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen.

Gruß
Mümmel
 
JoshSGD Am: 20.09.2022 08:26:55 Gelesen: 13952# 9721 @  
Guten Morgen in die Runde,

ein Fernbrief bis 20g von Hamburg nach Neukölln, gelaufen am 15.3.23 (PP 13: 1.3.1923 - 30.6.1923) und mit 40 Mark portorichtig frankiert, MeF Mi.Nr. 206.



Gruß
Josh

(Datenbank # 16439)
 
muemmel Am: 20.09.2022 10:46:34 Gelesen: 13783# 9722 @  
@ JoshSGD [#9721]

Moin Josef,

das ist aber doch eine Postkarte. Dann stimmt es auch mit dem Porto.

Gruß
Mümmel
 
philast Am: 20.09.2022 14:30:43 Gelesen: 13550# 9723 @  
@ inflamicha [#9719]

Hallo,

Ein toller und seltener Postbeleg aus der Inflationszeit.

Grüße
Philast
 
inflamicha Am: 20.09.2022 21:38:33 Gelesen: 13086# 9724 @  
Guten Abend!

@ muemmel [#9720]
@ philast [#9723]

Danke für die Blumen Ihr beiden, ;-) Leider kann ich nicht täglich mit solchen Kleinodien aufwarten.

Heute habe ich wieder "nur" einen Wertbrief:



Dieser wurde am 15.10.1923 (PP 20) in Wanzleben aufgegeben und war nach Magdeburg adressiert. Für den Brief in der 2. Gewichtsstufe (hier 28 1/2 g) waren 7 Millionen Mark und für die Behandlungsgebühr 5 Millionen Mark zu frankieren, dazu kamen 100.000 Mark Versicherungsgebühr- je 20.000 Mark pro 1 Million Mark Wertangabe. Für die zusammen 12,1 Mio M. wurden die Mi-Nrn. 290, 309 APa und 317 AP (2) verklebt- mehr als das Doppelte des angegebenen Wertes im Brief. Eine verrückte Zeit.

Gruß Michael
 
stampmix Am: 21.09.2022 11:57:20 Gelesen: 11438# 9725 @  
@ inflamicha [#9719]

Hallo Michael,

solange mir das Antworten noch von Betreiberseite gegönnt wird, zu deinem Beitrag passend eine Postkarte an eine Postlager-Adresse:

Eine Ganzsachen-Postkarte vom 1.2.1921 aus Neukölln, adressiert an die "Postlagerkarte 40" beim Hauptpostamt Schöneberg und in der PP5 mit dem 30 Pf. Werteindruck der P-120AI portorichtig freigemacht. Gleichwohl wurde die anfallende Postlagergebühr mit 10 Pf. beim Empfänger erhoben und der "PORTO" Stempel abgeschlagen



mit bestem Gruß
Michael
 
wuerttemberger Am: 21.09.2022 12:08:54 Gelesen: 11425# 9726 @  
@ stampmix [#9725]

Erwähnenswert ist auch der Datumsstempel, der das Ende der Lagerfrist angibt. Das waren nur 2 Wochen.

Gruß

wuerttemberger
 
stampmix Am: 21.09.2022 14:26:37 Gelesen: 11251# 9727 @  
@ wuerttemberger [#9726]

Und die Tatsache, dass man eine Postlagerkarte ohne irgendeine Feststellung der Personalie - im wahrsten Sinne inkognito - erhielt und jeder nur unter Vorzeigen der Postlagerkarte die Post ausgehändigt bekam. Nachdem er/sie die Lagergebühr entrichtet hatte natürlich. ;-)
 
inflamicha Am: 21.09.2022 21:06:25 Gelesen: 10773# 9728 @  
Guten Abend!

@ stampmix [#9725]

Hallo Michael,

da hast Du wirklich ein schönes Gegenstück zu meiner Postlagerkarte.

Die 30 Pf. des Wertstempels deckten nur das Ortspostkarten-Porto ab. Ab der hier zutreffenden Portoperiode 5 wurde erstmals eine Gebühr für postlagernde Sendungen erhoben, die sowohl der Absender als auch der Empfänger zahlen konnte. Für den Absender waren das seit dem 6.5.1920 10 Pf.- der Empfänger hätte eigentlich das Doppelte davon, also 20 Pf. bezahlen müssen. Warum sich die Post bei Deiner Karte nur mit 10 Pf. begnügte kann ich jedoch nicht sagen.

Leider habe ich im Moment nichts passendes gescannt, da muss eben dieser Wertbrief herhalten:



Wir haben hier einen eiligen Wertbrief mit 28 g (= 2. Gewichtsstufe) und einer Wertangabe von 10 Billionen Mark von Trachenberg (Schlesien) nach Halle an der Saale, aufgegeben am 20.11.1923, dem Ersttag der PP 25. Die Gebührenrechnung sieht so aus: Fernbrief II 28 Milliarden Mark, Eilzustellung 40 Mrd. M., Behandlungsgebühr 20 Mrd. M. sowie die Versicherungsgebühr 200 Mrd. M. (pro 1 Mrd. M. Wertangabe waren das 20 Millionen Mark) ergaben zusammen 288 Milliarden Mark.

Rückseitig wurden 4 Exemplare der Mi 337 AP verklebt, das entsprach der Eilzustellungsgebühr. Der Rest wurde bar am Schalter entrichtet. Der Postbeamte rechnete sich den fehlenden Betrag auf 248 Mrd. Mark zusammen, notierte "durch Einnahmenachweisung" und setzte seine Unterschrift dazu. Diese Art der Freimachung wird als Teilbarfrankatur bezeichnet.

Gruß Michael
 
philast Am: 22.09.2022 18:37:23 Gelesen: 9259# 9729 @  
@ inflamicha [#9728]

Hallo,

eine seltene Kombination einer Teilbarfrankatur. Feines Stück.

Zur Frankatur sei noch die Haupttype des Korbdeckelsprungs angemerkt, sowie die erstaunliche Verschiebung des Aufdrucks. Gegenüber der obersten Marke ist der Aufdruck der zweiten Marke nach unten und nach rechts verschoben. Normalerweise dachte ich dass die Bögen sowohl bei den Markenbildern wie auch bei den Aufdrucken in 25er Klischees aufgeteilt ist, die von ihrer Ausrichtung immer passen. Sichtbare Verschiebungen zwischen 5./6. Reihe/Spalte sieht man demgemäß häufiger. Aber Dank der HT (Feld 13,18,63,68) besteht die Möglichkeit, dass der Aufdruck ev. um eine Reihe tiefer steht. Ist das plausibel?

Oder gibt es noch eine andere Erklärung?

Grüsse
philast
 
muemmel Am: 22.09.2022 20:35:02 Gelesen: 9140# 9730 @  
@ philast [#9729]

Servus philast,

bei den Überdrucken kamen überwiegend 10er-Klischees (2 Reihen je 5 Marken) zum Einsatz. Mitunter wurden aber auch 5er-Klischees verwendet.

Schönen Gruß
Mümmel
 
inflamicha Am: 22.09.2022 21:48:56 Gelesen: 9053# 9731 @  
Guten Abend,

heute wirklich mal was einfaches:



Der Dienstfernbrief mit Zustellungsurkunde ging am 6.10.1922 (PP 9) auf die Reise nach Bad Wildungen. Porto 6 Mark, Zustellgebühr 3 Mark und weitere 6 Mark für die Rücksendung der Urkunde summieren sich auf 15 Mark, wofür beim Absender, dem Finanzamt Corbach, ein senkrechter Dreierstreifen der D 33 verklebt wurde. Links unten vermerkte der Postzusteller "Zug(estellt) am 7. Oktober 1922" und setzte seine Unterschrift dazu.

Gruß Michael
 
stampmix Am: 23.09.2022 09:22:14 Gelesen: 7335# 9732 @  
@ inflamicha [#9728]

Hallo Michael,

vielen Dank für die ergänzenden Informationen.

mit bestem Gruß
Michael
 
JoshSGD Am: 23.09.2022 13:57:41 Gelesen: 7027# 9733 @  
@ inflamicha [#9728]

sehr schöner Beleg, der durchaus in die ein oder andere Sammlung passen würde.

Empfänger war der Vorgänger der heutigen Halloren Schokoladenfabrik, bekannt durch die Hallorenkugeln. Entweder man liebt sie oder man hasst sie, ein Zwischending ist mir bisher bei niemandem bekannt geworden. :-))
 
philast Am: 23.09.2022 19:47:12 Gelesen: 6649# 9734 @  
@ muemmel [#9730]

Hallo,

danke für die Information, das erklärt es.

Grüße
philast
 
muemmel Am: 23.09.2022 20:43:29 Gelesen: 6579# 9735 @  
Guten Abend,

heute mal ein Sonntagsbeleg außer der Reihe:



Ganzsachenkarte P 107 vom 11.1.20 (Portoperiode 4) ab Zell (Wiesenthal) nach Regensburg. Da das Porto zu der Zeit bereits 15 Pf. betrug, wurde mit einem senkrechten Paar der MiNr. 98 auffrankiert.

Herbstliche Grüße
Mümmel
 
inflamicha Am: 23.09.2022 21:41:54 Gelesen: 6513# 9736 @  
Guten Abend,

eine Dienstpostkarte aus Bielefeld:



Die Versorgungsstelle Bielefeld sandte diese am 19.8.1920 (PP 5) nach Niederjöllenbeck. Orts- und Fernpostkarten kosteten in dieser Portoperiode das gleiche- 30 Pfennig. Frankiert wurde die Karte mit einer D 20.

Gruß Michael
 
stampmix Am: 24.09.2022 09:13:57 Gelesen: 5554# 9737 @  
@ inflamicha [#9728]

Ab der hier zutreffenden Portoperiode 5 wurde erstmals eine Gebühr für postlagernde Sendungen erhoben, die sowohl der Absender als auch der Empfänger zahlen konnte. Für den Absender waren das seit dem 6.5.1920 10 Pf.- der Empfänger hätte eigentlich das Doppelte davon, also 20 Pf. bezahlen müssen. Warum sich die Post bei Deiner Karte nur mit 10 Pf. begnügte kann ich jedoch nicht sagen.

Falls egal war, ob die Lagergebühr der Postlagerkarte durch Sender/Empfänger bezahlt wurde, müsste sie doch für beide Seiten 10 Pf. betragen haben. Waren zudem unzureichend frankierte Sonderdienste nicht ohne Strafgebühren nachzuentrichten?

besten Gruß
Michael
 
wuerttemberger Am: 24.09.2022 10:15:11 Gelesen: 5491# 9738 @  
@ stampmix [#9737]

In einem anderen Forum gibt es einen thread über postlagernde Sendungen. Dort sind mindestens 2 Belege enthalten, bei denen die Postlagergebühr nicht im Voraus bezahlt wurden. Dort wurde immer die Nachgebührregelung angewandt. Einmal verdoppelt und einmal 1,5 fach.

Gruß

wuerttemberger
 
stampmix Am: 24.09.2022 10:17:04 Gelesen: 5487# 9739 @  
@ wuerttemberger [#9738]

danke
 
inflamicha Am: 24.09.2022 11:21:41 Gelesen: 5367# 9740 @  
@ stampmix [#9739]

Hallo Michael,

egal war es für die Post, wer die Lagergebühr bezahlt. Sie ließ sich allerdings den erhöhten Arbeitsaufwand bei der Bezahlung durch den Empfänger vergüten. Bis zur PP 12 erhob sie das Doppelte, danach das 1 1/2-fache des Fehlbetrages, zumindest bei Inlandssendungen, teils noch auf "runde" Beträge aufgerundet.

Das betraf im übrigen auch alle anderen Postgebühren mit einer Ausnahme: Bei Paketkarten bestand Freimachungszwang. Das heißt der Absender musste alle anfallenden Gebühren, also auch die Postlagergebühr frankieren. Beispiele dafür sind meine Belege vom 1.8.2020 [#8440] und vom 10.1.2021 [#8712].

Gruß Michael
 
muemmel Am: 25.09.2022 17:53:13 Gelesen: 3353# 9741 @  
Guten Abend,

manno, schon wieder Sonntag. Dann aber flugs mit einem dazugehörigen Beleg her:



Ganzsachenkarte P 115 gelaufen am 7.9.19 (Portoperiode 3) ab Freiburg (Breisgau) nach Gerlachsheim bei Tauberbischofsheim.

Schönen Gruß
Mümmel
 
Frankenjogger Am: 25.09.2022 19:47:07 Gelesen: 3192# 9742 @  
@ muemmel [#9741]

Tja, immer wieder Sonntags, kommt die Erinnerung, ... dibbe dibbe dibdib, usw, usf.

Immer wieder schön, dein Sonntagsbeitrag. Sollte dir das Material mal ausgehen, kannst du ja Feiertage mit dazu nehmen.

Ich bin mir sicher, da hast du auch einige zu bieten.

Sonntagsgrüße,
Klemens
 
inflamicha Am: 26.09.2022 20:48:44 Gelesen: 530# 9743 @  
Guten Abend,

ein Sonderstempelbeleg:



Die Postkarte nach Haiger im Dillkreis vom 6.5.1922 (PP 7) kostete den Absender 1,25 Mark, wofür eine Mi 151 a verklebt wurde. Die Entwertung erfolgte mit dem Sonderstempel OLDENBURG Oldenburger Woche 21.-31. Mai 1922 (Filbrandt Nr. 266).

Gruß Michael
 

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