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Thema: Altdeutschland Sachsen: Michel-Nr. 16 Farben
Markus Pichl Am: 01.11.2018 11:21:09 Gelesen: 572# 1 @  
Hallo,

mit den Farben der Michel-Nr. 16 hatte ich mich bisweilen nicht intensiv beschäftigt. Der Grund liegt ganz klar in den Katalogwertnotierungen, welche für mich als Händler nicht wirklich interessant sind.

Im Michel wird wie folgt katalogisiert:

16 a) lebhaftlilarot (Töne) (ab 1866)
16 b) magenta (1. Juli 1863)

Auch hier wieder einmal die zuerst verausgabte Variante in der Katalogisierungsreihenfolge hinten angestellt.

Dieser Wertstufe unterliegt 18 Bestellungen, sprich 18 Auflagen. Zu der damaligen Zeit wurden die Druckfarben nicht in Dosen mit aufgedruckter RAL-Nummer gekauft sondern noch selbst angemischt und dies mindestens bei jeder Auflage neu, ggf. wurde sogar der farbgebende Stoff gewechselt. Daraus sollte sich eine gewisse Mehrzahl an Schattierungen in der Farbwirkung oder sogar tatsächlich unterschiedliche Farben ergeben.

Nun habe ich mir doch einmal genauer angesehen, was mir an Marken von MiNr. 16 vorliegt oder ich bei gleicher Kalibrierung mit ICC-Profil "Epson sRGB", bei Bildschirmgamma 2.2 so alles in den letzten Monaten eingescannt habe und das nachstehende Bild aus solchen Marken erstellt.

1. Reihe: dort befinden sich Marken, die durchgängig von Herrn Rismondo BPP als a-Farbe signiert wurden. Die Druckfarbe wirkt gegenüber den Marken in zweiter Reihe heller.

2. Reihe: die Marken zeigen dunklere Farbtöne und dier ersten beiden Marken Stempeldaten aus 1863 bzw. 1864, können somit gemäß Katalogisierung nur in die b-Farbe fallen.

3. Reihe: die dort befindlichen Marken zeigen Farbtöne mit einem höheren Blauanteil und gehen in Richtung Violett.

4. Reihe: diese Marken zeigen einen wirklich anderen Farbton, der aufgrund seines geringeren Blauanteils nach Rot geht und sich von den ersten drei Farbreihen deutlich abhebt. Im HSV-Farbraum liegt der Farbwinkel dieser drei Marken knapp bis deutlich über den Farbwinkeln der Marken aus den Reihen zuvor.



Auch wenn sich die Farbtöne der Marken aus 1. bis 3. Reihe etwas unterscheiden, so ist es letztendlich dennoch ein Farbton und zwar "Magenta" - mal heller, mal dunkler und auch mal etwas blauer. Nur die Marken in meiner vierten Reihe zeigen einen für sich stehenden Farbton, der sich nicht durch eine Verdunkelung der Druckfarbe oder sich gar durch eine Sulfidierung ergibt.

Nachstehend die jeweils erste Marke aus allen vier Reihen nebeneinander gesetzt.



Wo auch immer der Michel oder der BPP die verschiedenen Farbtöne einsortiert, ist mir persönlich so ziemlich egal. Nach meinem Archiv zu urteilen, könnte es sein, dass der Farbton aus der vierten Reihe etwas weniger häufig ist. Annehmbar ist aber, dass es genügend Marken in jedem dieser Farbtöne gibt, wenn man genügend Marken der Michel-Nr. 16 untersucht und korrekt einteilt.

Beste Grüße
Markus
 
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