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Thema: Bund Ganzsachen Postkarten (nach Michel-Katalog)
Das Thema hat 143 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 21.12.2019 12:57:41 Gelesen: 6109# 119 @  
@ ginonadgolm [#118]

Hallo Ingo,

wunderbar, danke für's Zeigen!

Ich komme nun zu den letzten beiden Ganzsachen-Postkarten mit Wertstempeln Deutsche Bauwerke dieses Themas hier. Mit der P 97 und der Doppelkarte P 98 kam es zu einem geänderten Layout: Für die Anschrift wurden nun sechs Punktzeilen vorgedruckt. Vorher waren es fünf.

P 97 innerhalb von München verwendet am 6.4.1971:



Doppelkarte P 98 mit verwendetem Frageteil und schönem Stempel RICHELSDORF / 30.12.70-11 / 6441:



Dem Wunsch des Versenders wurde offenbar nicht entsprochen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 30.12.2019 08:33:05 Gelesen: 5891# 120 @  
Seit dem 1.7.1971 gab es neue Tarife für Postkarten. Im Inland betrug das Porto nunmehr 25 Pfennig. Die zugehörige Ganzsache erschien jedoch erst am 27.8.1971. In der Zwischenzeit konnten demnach nur auffrankierte Ganzsachen der vorherigen Ausgaben verwendet werden, also beispielsweise eine P 97 mit Zusatzfrankatur. Ganzsachensammler mögen häufig keine auffrankierten Stücke. In diesem Fall würden sie allerdings eine kurze Periode der Postgeschichte dokumentieren. Leider kann ich kein solches Stück zeigen.

Mit dem Wertstempel der Dauerserie Brandenburger Tor sind keine amtlichen Ganzsachen-Postkarten im Michelkatalog verzeichnet. Es geht erst weiter mit dem Wertstempel Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann an eben jenem 27.8.1971.

Hier ist eine P 101, die am 8.6.1972 von Kassel nach München ging.



Die neuen Porti vom 1.7.1971 galten nur für genau ein Jahr. Am 1.7.1972 stieg das Porto für Inlands-Postkarten auf 30 Pfennig. Im Postamt Waldshut wurde daraufhin ein Provisorium hergestellt, indem den Postkarten ein Freistempel-Wertrahmen zu 5 Pfennig beigedruckt wurde. Dieses so genannte Waldshut-Provisorium wurde zwar nicht genehmigt, ist von Sammlern jedoch durchaus gesucht. Mein Exemplar der P 101 Waldshut wurde für ein Preisausschreiben verwendet. Es ging am 17.8.1972 von Waldshut nach München.



Die Ganzsachen-Philatelie Deutschlands blieb auch Anfang der 1970er Jahre spannend.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 10.01.2020 11:48:27 Gelesen: 5691# 121 @  
Mit dem Ansteigen des Postkarten-Portos von 25 auf 30 Pfennig erschien am 20.6.1972 die P 102 zu 30 Pfennig für den Inlandspostverkehr. Der Stichtag für den neuen Tarif war der 1. Juli 1972. Insofern wäre eine Verwendung der P 102 in den letzten Junitagen interessant z.B. als auffrankierte Auslandskarte.

Mein Beispiel der "Allerweltskarte" P 102 hat zumindest einen unter Philatelisten prominenten Adressaten, nämlich den Bundesprüfer Alfred Lippschütz. Die Karte trägt einen Stempel vom 6.11.1973.



Die Auslands-Postkarte P 103 zu 40 Pfennig hatte wieder nur einen kurzen Verwendungszeitraum für genau diesen Zweck, nämlich von September 1971, dem Erscheinungsmonat bis Juni 1972, dem Ende der Portoperiode. Eine solche Verwendung kann ich nicht zeigen. Ab dem 1.7.1974 konnte die Karte für den Inlandspostverkehr verwendet werden, wie dieses Beispiel mit Stempel aus Kiel vom 26.7.1974:



Mit der P 102 erschien zeitgleich die neue Auslands-Postkarte zu 50 Pfennig entsprechend des neuen Tarifs zum 1.7.1972. Hier ist eine P 104 vom 4.8.1973 aus Bayreuth nach Bad Kleinkirchheim, Österreich:



Viele Grüße
Michael
 
GSFreak Am: 10.01.2020 13:54:05 Gelesen: 5668# 122 @  
@ Michael Mallien [#121]

Hallo Michael,

ich habe in meiner Sammlung eine gebrauchte P 103 mit einem Schiffspoststempel vom 01.04.1972. Gilt das als portogerecht gelaufen? Damit habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt.



Gruß Ulrich
 
Michael Mallien Am: 10.01.2020 14:15:47 Gelesen: 5662# 123 @  
@ GSFreak [#122]

Hallo Ulrich,

das ist eine gute Frage. Ich vermute, dass die Karte nicht portogerecht gelaufen ist, denn die 40 Pfennig galten als Porto von Deutschland in das Ausland, was hier definitiv nicht der Fall ist.

Ich vermute weiterhin, dass die Nationalität des Schiffes das Abgangsland definiert. Wenn die Prinz Hamlet unter deutscher Flagge fuhr, dürfte nach meinem Verständnis das Inlandsporto gegolten haben. Mit Schiffspost kenne ich mich jedoch nicht aus.

Viele Grüße
Michael

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=9703&CP=0&F=1
 
Michael Mallien Am: 19.01.2020 12:49:46 Gelesen: 5370# 124 @  
Im Michelkatalog stehen als Ausgabedaten für die ersten Heinemann-Ganzsachen-Postkarten zu 25 Pfennig der 27.8.1971. Wie in [#120] angemerkt gab es in der Zeit vom 1.7.1972, dem Beginn der neuen Portoperiode, bis zu diesem Ausgabedatum keine portogerechten Ganzsachen-Postkarten.

Mir liegt nun eine Doppelkarte (P 105) vor, die einen Stempel vom 17.8.1971 trägt:



Hier noch einmal Wertstempel und Poststempel vergrößert:



Im Michelkatalog steht auch für diese Ganzsache das Ausgabedatum 27.8.1971. Entweder stimmt die Angabe im Michel nicht oder es kam im Postamt Richelsdorf zu einer Fehleinstellung des Stempels. Es wäre spannend mehr über dieses Datum zu erfahren. Eine Möglichkeit ist die Prüfung eurer Bestände: Wenn jemand von euch 25-Pfennig-Ganzsachen Heinemann mit Stempeldaten aus der Zeit vom 1.7.1971 bis 26.8.1971 hat, dann möge er sie bitte hier zeigen!

Viele Grüße
Michael
 
Frankenjogger Am: 19.01.2020 15:03:34 Gelesen: 5347# 125 @  
@ GSFreak [#122]
@ Michael Mallien [#123]

Vor ein paar Jahren habe ich mir mal ein Exemplar des Weltposthandbuches von 1948 für meine philatelistische Literatursammlung gegönnt. Endlich kann ich es auch mal praktisch nutzen.

Dort steht unter "Artikel 51 Freimachung der Briefsendungen an Bord von Schiffen" unter dem Zusatz 1):

1) Jedes Schiff kann auf See Postwertzeichen seines Heimatlandes verwenden (Urk. London Band I S. 1491). Für die auf Deutschen Schiffen auf See eingelieferten Sendungen nach Deutschland oder irgend einem anderen Land werden die Gebühren des allgemeinen Vereinsdienstes (allgemeine Auslandssätze) erhoben; verkehren diese Schiffe, ohne fremde Häfen zu berühren, nur zwischen deutschen Häfen, so unterliegen die auf See eingelieferten Sendungen denselben Gebühren wie die in Deutschland eingelieferte Briefpost."

Ich denke mal, dass diese Vereinbarung auch noch 1972 Gültigkeit hatte.

Das heißt jetzt aber noch nicht, dass die Ganzsache portogerecht ist. Dazu müsste man wissen, wo dieses Schiff fuhr. Es lässt sich auch an keiner Beschriftung oder Markierung erkennen, wo die Karte geschrieben wurde (außer an Bord des Schiffes), und in welchem Land sie aufgegeben wurde. Im Jahre 1972 kommt noch erschwerend hinzu, dass viele europäische Länder schon dem CEPT-Abkmmen beigetreten waren, somit eine Zuordnung evtl. noch schwerer ist.

Es dürfte also schwierig sein, diese Karte als hundertprozentig portogerecht einstufen zu können.

Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit schaffen,
Klemens
 
Regis Am: 19.01.2020 15:49:45 Gelesen: 5336# 126 @  
@ GSFreak [#122]

Die MS Prinz Hamlet war ein Fährschiff auf der Linie Hamburg - Harwich (Autofähre).

Danach galt Auslandsgebühr für alle Sendungen - auch nach Deutschland.

MfG Regis
 
Frankenjogger Am: 19.01.2020 20:32:27 Gelesen: 5306# 127 @  
@ Regis [#126]

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Steht ja auf dem Stempel sogar drauf.

Somit portorichtig. Danke.

Gruß, Klemens
 
Michael Mallien Am: 26.01.2020 12:24:10 Gelesen: 5034# 128 @  
Die P 106 ist die Doppelkarte für den 30-Pfennig-Tarif ab 1.7.1972. Frage- und Antwortteil kann ich als unabhängig verwendete Inlandspostkarten zeigen.

P 106 F mit Stempel OSNABRÜCK vom 10.7.1972. Leider etwas fleckig



P 107 A mit Stempel HAMBURG vom 4.2.1974, innerorts verwendet.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.02.2020 17:05:19 Gelesen: 4365# 129 @  
@ Michael Mallien [#128]

Kleine Korrektur: Die Ganzsache unten ist die P 106 A. Die P 107 ist eine Bildpostkarte.

1973 erschien eine weitere Heinemann-Ganzsachenkarte zu 30 Pfennig mit leicht geändertem Vordruck. Katalogisiert sind zwei Auflagen aus dem Juli bzw. September 1973 mit farblich unterschiedlichem Papier:

a. rahmfarben (Juli)
b. weiß (September)

Anstelle eines Scans zeige ich heute ein Foto der P 110 a und P 110 b, weil dort der Farbunterschied viel besser zu erkennen ist.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 03.03.2020 20:48:42 Gelesen: 4072# 130 @  
Die letzte hier zu zeigende Heinemann-Ganzsachen-Postkarte ist die Doppelkarte P 111. Sie erschien im Juli 1973 und konnte für den vorgesehenen Tarif 30/30 Pf weniger als ein Jahr verwendet werden, denn am 1.7.1974 stieg das Postkartenporto auf 40 Pfennig.

Ich kann leider nur Verwendungen aus der Zeit nach der Portoerhöhung zeigen in Form auffrankierter Karten.

Frageteil P 111 F mit Stempel VORSFELDE 1 vom 29.10.1975



Anwortteil P 111 A mit Stempel WUPPERTAL 1 vom 16.3.1977



Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 04.03.2020 22:23:33 Gelesen: 4050# 131 @  
@ Michael Mallien [#130]

Hallo Michael,

dass die letzte Heinemann-Doppelkarte in der Verwendung ohne Zusatz so selten ist, war mir nicht bewusst; wahrscheinlich, weil ich mit Glück seinerzeit (vor 25 - 30 Jahren) nicht lange danach suchen musste:



P 111F vom 27.2.1974 an den damaligen BPP-Prüfer Pfenninger.



P 111A vom 28.1.1974



P 111A aus Halle/DDR. Der anhängende Frageteil wurde am Portoletzttag 30.6.1974 abgeschickt, der Antwortteil vom 7.7. wurde noch zum alten Porto akzeptiert. Wenig bekannt ist, dass Doppelkarten im innerdeutschen Verkehr noch bis 1976 zulässig waren. Die DDR hatte die Bundesrepublik ab Mitte 1971 zum postalischen Ausland erklärt, aber Antwortkarten wurden noch akzeptiert. Mit dem Postabkommen, das am 1.7.1976 wirksam wurde, war auch damit Schluss.

Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 01.06.2020 19:02:17 Gelesen: 2624# 132 @  
Auf die Heinemann-Ganzsachenkarten folgten die Karten mit dem Wertstempel Unfallverhütung.

Die erste Ausgaben kamen im Juni 1974 an die Schalter mit dem Wertstempel zu 40 Pfennig für den neuen Postkartentarif ab 1.7.1974. Es wurde eine Standardkarte (P 114) und eine Doppelkarte (P 115) aufgelegt. Beide stellen für den Sammler keine große Herausforderung dar. Meine Exemplare zeichnen sich durch den Adressaten aus, denn sie gingen an den unter Sammlern wohlbekannten BPP-Prüfer Alfred Lippschütz.

P 114 mit Stempel BERLIN vom 26.11.1975



Die P 115 kann ich als doppelt gelaufene zusammenhängende Karte zeigen.

Frage- und Antwortteil mit Stempel MÜNCHEN vom 17.3.1977 bzw. BERLIN vom 21.3.1977



Herr Lippschütz kennzeichnete die Frage mit einem Datumsstempel 20. MRZ 1977 und dem Vermerk "erl." für "erledigt".



Viele Grüße
Michael
 
Zacken-willi Am: 25.06.2020 15:09:26 Gelesen: 2252# 133 @  
Wer kann mir weiterhelfen?

Die unten gezeigte Postkarte finde ich nicht im Michel - Ganzsachenkatalog.

Erschien sein muss sie vor dem 24.10.1948, s. Stempel von der Briefmarkenausstellung aus Braunschweig. Gedruckt worden sie bei Wilhelm Eilers jr. in Bielefeld. Leider befinden sich dort einige Locherlöcher, um näheres zu erfahren.




vielen Dank im Voraus
Wilfried
 
ginonadgolm Am: 25.06.2020 16:52:49 Gelesen: 2236# 134 @  
@ Zacken-willi [#133]

Die unten gezeigte Postkarte finde ich nicht im Michel - Ganzsachenkatalog.

Die kann auch nicht in dem Katalog sein, denn es ist keine Ganzsache!
Das ist ein einfacher Postkartenvordruck, wie du ihn auch heute noch in jedem Schreibwarenladen erhälst.

Beste Grüße von
Ingo aus dem Norden
 
Zacken-willi Am: 25.06.2020 17:19:05 Gelesen: 2228# 135 @  
@ ginonadgolm [#134]

Hallo Ingo,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Viele Grüße
Wilfried
 
Ichschonwieder Am: 02.08.2020 19:32:35 Gelesen: 1579# 136 @  
Postkarte mit Motiv Maiglöckchen 45 als Ganzsache



Klaus Peter
 
Michael Mallien Am: 14.08.2020 10:19:49 Gelesen: 1151# 137 @  
@ Ichschonwieder [#136]

Hallo Klaus Peter,

diese Ganzsachen-Postkarte ist als P 169 im Michel verzeichnet. Sie erschien im Mai 2010.

Danke fürs Zeigen.

Ich komme nun zu weiteren Ausgaben mit Wertstempeln Unfallverhütung. Im Dezember 1975 erschienen Ausgaben mit einem geänderten Vordruck.

Hier die P 117 mit Stempel aus Hamburg vom 7.4.1977.



Die P 118 ist eine Auslandspostkarte zu 50 Pfennig. Hier mit einem Berliner Stempel vom 12.5.1976 nach Österreich.



Die Doppelkarte P 119 kann ich als zusammenhängenden Frage- und Antwortteil zeigen. Schön finde ich die nachträgliche Entwertung in Coburg am 12.11.1976. Unten nur die Vorderseiten des Frageteils (links) und des Antwortteils (rechts).



Im Michel-Ganzsachenkatalog steht zu der P 119 der sehr interessante Hinweis:

P 119 aus zwei zusammenhängenden Antwortteilen lag vor

Ich frage mich, wie solche Stücke entstehen können? Weiß jemand mehr? Und kann vielleicht jemand ein solches Exemplar zeigen? Das würde mich sehr interessieren!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 29.08.2020 11:01:58 Gelesen: 698# 138 @  
Mit der Inlands-Ganzsachenpostkarte P 121 beginnen die Ausgaben mit Wertstempeln der Dauerserie Burgen und Schlösser.

Hier eine P 121 mit Stempel aus Göttingen vom 24.11.1977 an den Prüfer Alfred Lippschütz in Berlin.



Im Michel-Ganzsachenkatalog ist die Auflage dieser Karte angegeben mit knapp 275 Millionen. Entsprechend häufig ist die Ganzsache zu finden.

Im Katalog finde ich darüber hinaus noch irritierende Angaben: Einerseits wird der 14.4.1977 als Ausgabedatum der P 121 angegeben. Andererseits finde ich den Vermerk: Die Karten mit Wertstempel ak (= der Wertstempel der P 121) wurden gleichzeitig mit der bildgleichen Briefmarke ausgegeben. Stempelung mit Ersttags-Sonderstempel war daher möglich.

Die bildgleiche Briefmarke erschien jedoch schon am 16.2.1977. Das würde ich nun nicht gerade als "gleichzeitig" bezeichnen. Ich vermute vielmehr, der Hinweis zielt darauf hin, dass es die Ganzsachen mit dem Ersttags-Sonderstempel von eben jenem 16.2.1977 gibt, obwohl sie erst am 14.4.1977 ausgegeben wurden. Die Ersttags-Sonderstempel wären in diesem Fall ziemlich lange in Gebrauch gewesen. Ob das üblich war oder auch heute noch ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 30.08.2020 18:53:31 Gelesen: 608# 139 @  
@ Michael Mallien [#138]

Hallo Michael,

die unterschiedlichen Ausgabedaten von Briefmarke und Ganzsache sind bemerkenswert und waren mir noch nicht aufgefallen. Der Text im Ganzsachenkatalog muss diesbezüglich angepasst werden.

Das Ausgabedatum 14.4. für die Postkarte ist jedenfalls richtig, ich habe ein entsprechendes Exemplar:



Am gleichen Tag wurden die Werte zu 10 und 30 Pf. ausgegeben, für die der Ersttagsstempel ursprünglich angefertigt wurde.

Die Nachfrist für Sonder- und Ersttagsstempel betrig damals übrigens noch 2 Monate, allerdings nur für nicht adressierte 'Vorlagen'. Für echt laufende Sendungen betrug die Frist bei Ersttagsstempeln fünf Tage. Bei Sonderstempeln gab es für echt laufende Sendungen gar keine Nachfrist! Irgendwann in den 1980er Jahren wurde die Nachfrist für die Vorlagenstempelung auf 4 Wochen gesenkt und inzwischen kann man innerhalb dieser Frist die Belege sogar noch befördern lassen.
 
Michael Mallien Am: 02.09.2020 18:36:47 Gelesen: 484# 140 @  
@ piems [#139]

Hallo Clemens,

danke für die Info und das Zeigen des Exemplars mit dem Ersttags-Sonderstempel. Ich schließe mich Deiner Schlussfolgerung an, dass der Vermerk im Katalog wohl nicht korrekt ist.

Heute komme ich zu der Auslands-Postkarte P 122 zu 50 Pfennig. Die Auslands-Ganzsachen wurden und werden sehr viel weniger verwendet, als die Inlandskarten. Ein gutes Indiz dafür ist der Vergleich der Auflagen:

Auflage Inlandskarte P 121: ca. 275 Millionen
Auflage Auslandskarte P 122: ca. 580 Tausend

Das entspricht einem Verhältnis von ca. 500:1. Hinzu kommt bei den Auslandskarten noch, dass sie eben ins Ausland versendet wurden und nicht unbedingt den Weg zurück nach Deutschland gefunden haben. Aktive Ganzsachen-Sammler aus der damaligen Zeit haben Wege gefunden, wie sie doch an echt gelaufene Exemplare kommen, wie sehr wahrscheinlich in diesem Fall: Die P 122 ging am 27.12.1978 von Wiesbaden nach Badgastein, Österreich.



"Hauptpostlagernd", vermutlich, damit sie wieder zurück geschickt wird, wenn sie nicht abgeholt wird.

Seltsam ist hier allerdings, dass die Stempel aus Wiesbaden und Badgastein exakt das gleiche Datum und die gleiche Uhrzeit (10) zeigen. Es kann natürlich sein, dass in Badgastein Uhrzeit nach 12 Uhr mittags nicht mit 13, sondern mit 1 fortgesetzt werden, wodurch die 10 dann eigentlich 22:00 Uhr wäre. Ich weiß es nicht.

Rückseitig ist noch ein Stempel "nicht behoben" angebracht und ein weiterer Stempel aus Badgastein vom 16.1.1979, dem vermutlichen Datum der Rücksendung.



Die P 122 wurden nach der Portoerhöhung vom 1.1.1979 auch im Inlandsverkehr aufgebraucht. Oder auch noch viel später, wie dieses Beispiel vom 4.6.1996, auffrankiert zum Inlandstarif von 80 Pfennig.



Auch solche Verwendungen sind bestimmt ein interessantes Sammelgebiet.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 09.09.2020 20:00:00 Gelesen: 301# 141 @  
@ Michael Mallien [#140]

Hallo Michael,

die Doppelkarte P 123 bzw. ihre Einzelteile sind echt gebraucht meiner Erfahrung nach schwer zu finden. Das liegt vermutlich daran, dass sie nur eine relative kurze Laufzeit von etwas 20 Monaten hatte und wohl noch ausreichend Exemplare der Vorgängerausgaben mit dem Wertstempel Unfallverhütung vorhanden waren. Die niedrigen Katalogpreise sind aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt. Hier kann ich beide Teile zeigen:

- P 123 F vom Bundesgebiet nach Berlin:



- P 123 A innerhalb von Westdeutschland gelaufen:



Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 13.09.2020 11:46:30 Gelesen: 218# 142 @  
@ piems [#141]

Hallo Clemens,

auch der Vergleich der Auflage mit den anderen Karten zeigt, dass sie weniger gebraucht wurde. In Beitrag [#140] habe ich die Auflagen der P 121 (Inlandskarte) und P 122 (Auslandskarte) angegeben, die sich schon um den Faktor 500 unterscheiden. Für die P 123 ist Auflage mit 346 Tausend angegeben, also noch einmal deutlich weniger als die der Auslandskarte.

Ich kann eine zusammenhängende doppelt gelaufene P 123 zeigen aus rein philatelistischem Bedarf. Die Karte lief im August 1985 als Ortskarte innerhalb Berlins, womit sie zumindest portorichtig verwendet wurde.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.09.2020 07:38:16 Gelesen: 35# 143 @  
Am 1.1.1979 erhöhte sich das Postkartenporto (Inland) auf 50 Pfennig, bzw. 60 Pfennig für den Auslandsverkehr. Es erschien eine neue Serie der der Ganzsachen-Postkarten.

Inlandskarte zu 50 Pfennig P 126, versendet am 20.12.1980 in einer sehr häufigen Verwendung, nämlich zur Teilnahme an einem Preisrätsel.



Auslandskarte zu 60 Pfennig P 127, versendet am 30.6.1982 nach Portugal.



Die Karte wurde postlagernd adressiert, der Eingang in Ponte de Sor am 6.7.1982 dokumentiert und die Karte am 31.8.1982 zurück gesendet.



Die Auflagen dieser beiden Karten und der noch zu zeigenden Doppelkarte sind:

P 126: 283.270.000
P 127: 754.000
P 128: 401.000
 

Das ist eine ähnliche Verteilung wie bei den Karten aus 1977 (P 121 bis P 123).

Viele Grüße
Michael
 


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