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Thema: (?) (53) USA: Malteserkreuzstempel / Fancy Cancels
Das Thema hat 53 Beiträge:
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Briefmarken-Museum Am: 14.03.2009 18:08:51 Gelesen: 35566# 29 @  
Hallo

Gibt es schon irgendwo gedruckte angesammelte Information in deutscher Sprache zu den US Stempeltypen?

LG Jochen
 
Jürgen Witkowski Am: 30.03.2009 00:06:56 Gelesen: 35495# 30 @  
@ Briefmarken-Museum [#29]

Deutschsprachige Literatur, die sich detailliert mit den amerikanischen Stempeltypen befasst, ist mir nicht bekannt. Die Angaben im Michel USA-Spezial kann man bestenfalls als rudimentär bezeichnen.

Einen recht guten, leicht verständlichen Einblick in die Welt der amerikanischen Stempel bis in die 1920er Jahre bietet das Buch von Richard W. Helbrock. "Postmarks on Postcards" - An Illustrated Guide to Early 20th Century U.S. Postmarks. Ansonsten kommt man um die für fast alle Stempeltypen vorhandene amerikanische Spezialliteratur nicht herum.

Von der Theorie zur Praxis:

Ganzsachenumschlag, Scott-Nr. U318, zu 2 Cent mit Circular Date Stamp (CDS) aus Watertown, Wisconsin vom 10. Dezember 1893 und Fancy-Stempel in Form eines Kleeblattes.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
HEFO58 Am: 16.04.2009 17:37:33 Gelesen: 35423# 31 @  
Hallo

Eine Frage an die USA-Experten - ist der Stempel rechts ein Fancy Cancel?

Gruß
Helmut


 
petzlaff Am: 17.04.2009 09:10:49 Gelesen: 35400# 32 @  
@ HEFO58 [#31]

Hallo Helmut,

manche bezeichnen das als Fancy, andere als Killer.

Streng genommen gelten alle Killerstempel mit bildlichen Darstellungen (Wappen, Gesichter, Tiere, Blumen usw.) als Fancy Cancels = stumme Bilderstempel. Der Übergang zum "normalen" Killer (Grid, Target, Masonics, Ziffern etc.) ist fliessend. Fancies sind immer in Eigenregie eines Postamts oder Postmeisters hergestellte Stempel. Killer sind kommerziell vertriebene oder amtlich angeordnete Stempel mit einheitlichem meist symmetrischen Erscheinungsbild (Grid, Target, Ovals, Kreuze, symmetrische Ornamente etc.).

Zahlen im Negativ sind sehr gesucht, insbesondere dann, wenn sie in Kombination mit einem zuordenbaren CDS (Circular Date Stamp) auf Brief vorliegen. Boston ist zwar bekannt für negative Ziffern, aber dieser herrliche Typ ist mir noch niemals untergekommen. Glückwunsch!

Killer wurden übrigens ab ca. 1870 fast immer mechanisch mit dem CDS verbunden, so dass der CDS und der vorgeschriebene Killer mit einem Stempelabschlag erfolgen konnte. Bei deinem Beleg sieht es auf den ersten Blick so aus, als ob die beiden Stempelklischees tatsächlich miteinander verbunden sind, auch wenn die Symmetrie nicht ganz ordentlich ist. Fancies sind immer separate, vom CDS getrennte Stempel und kommen nach dem Bürgerkrieg nur noch selten vor.

Ich würde die negative "2" aus genannten Gründen nicht als Fancy betrachten.
 
HEFO58 Am: 17.04.2009 12:54:54 Gelesen: 35381# 33 @  
@ petzlaff [#32]

Danke für die Erklärungen, wieder etwas schlauer geworden.

Im selben Posten war noch ein alter Beleg, gehört dieser Stempel auch irgendwo in diese Kategorie hinein?

Gruß
Helmut


 
petzlaff Am: 17.04.2009 13:45:23 Gelesen: 35375# 34 @  
@ HEFO58 [#33]

Schöner Stempel - ebenfalls in der Grauzone - ein sog. "Masonic", der wie der Nickname ausdrückt, ein damals sehr populäres Freimaurersymbol zeigt. Diese Typen sind begehrt aber auch relativ häufig. Interessant ist natürlich wie immer die dokumentierte Verbindung mit einem CDS.

Schöner Beleg (vermutlich kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs aufgegeben)!

LG
Stefan
 
HEFO58 Am: 17.04.2009 15:17:15 Gelesen: 35365# 35 @  
@ petzlaff [#34]

Hallo
Stefan

Wiederum danke für die Information.

Gruß
Helmut
 
Postgeschichte Am: 17.04.2009 15:26:10 Gelesen: 35362# 36 @  
Frage an die US-Experten:

Warum wurde die Fancy Cancellation nicht auf der Marke abgeschlagen? Wollte man den Zusatzstempel ungültig machen?



Gruß
Manfred
 
petzlaff Am: 17.04.2009 16:00:12 Gelesen: 35360# 37 @  
Hallo Manfred,

es gab im 19. Jh. eine Postvorschrift, die gebat, einen CDS (Datumsstempel) zum Nachweis der Aufgabe am Postschalter nicht auf die Marke selbst , sondern lesbar neben die Frankatur zu platzieren. Zusätzlich war die Entwertung der Marke durch "was auch immer" vorgeschrieben (z.B. Fancies, Killer, Federstrich etc.)

Der von dir gezeigte Beleg hat mit Fancies oder Killers des 19.Jh. absolut nicht zu tun. Trotzdem ist er ausgesprochen spannend. Ovalstempel waren weit vor der Ausgabe der gezeigten Airmail-Liberty die übliche Entwertung für Einschreiben in das Ausland. Allerdings waren die größer und meist mit Legenden versehen. Wer weiss, wer da in irgendwo (leider nicht lesbar) die Post veranlasst hat, "Postage Due" (Nachporto - siehe lila Stempel) zu verhängen - der Brief dürfte kaum unterfrankiert gewesen sein.

LG
Stefan
 
roteratte48 Am: 18.04.2009 10:50:58 Gelesen: 35336# 38 @  
Zwei späte Abschläge (1900) mit CDS (Everglade ?) auf private mailing Cards. An zwei verschiedene Anschriften gelaufen findet lustigerweise ein getrenntes Markenpaar 109 Jahre später wieder in einer Sammlung zusammen (Schrift im Unterrand beachten).

Gruss - Rolf


 
Lars Boettger Am: 18.04.2009 12:10:33 Gelesen: 35326# 39 @  
@ Postgeschichte [#36]

Hallo Manfred,

seit der Altbriefzeit ist es üblich, "falsche" bzw. unrichtige Stempel wieder zu überstempeln. Entweder mit dem "richtigen" Stempel, oder mit einem anderen Stempel, der die Information des falschen Stempels überdeckt. Das ist auch in Deinem gezeigten Fall geschehen. Im Prinzip hätte auch ein Kulistrich genügt, um den Nachportostempel ungültig zu machen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Postgeschichte Am: 18.04.2009 12:39:39 Gelesen: 35321# 40 @  
@ petzlaff [#37]
@ Lars Boettger [#39]

Vielen Dank für die Hinweise. Ich hatte mir dies gedacht, habe aber hinsichtlich des Postverkehrs der USA keine vergleichbaren Belege vorliegen.

Gruß
Manfred
 
petzlaff Am: 19.04.2009 08:06:55 Gelesen: 35280# 41 @  
@ roteratte48 [#38]

Meinen Allerherzlichsten - von so einer Wiedervereinigung kann man nur träumen - oberaffenstark !

LG
Stefan
 
asmodeus Am: 01.09.2010 08:19:24 Gelesen: 65384# 42 @  
Ich habe ja ein Faible für britische Malteserkreuz Stempel.






 
petzlaff Am: 01.09.2010 13:00:02 Gelesen: 65352# 43 @  
@ asmodeus [#42]

Die "DI" von Platte 16 ist ein Traum !

Die "IA" dürfte wohl auch Platte 16 sein.

Super gut gefällt mir auch der "basal shift" und die "blurs" auf der "NK" - ist das vielleicht eine "black plate" #9 ;-))) ?

Nicht zu verachten natürlich ganz besonders der "Leeds-Malteser" auf der "EE" :-) - und die Marke hat auch so herrliche "upper shifts".

LG, Stefan
 
asmodeus Am: 01.09.2010 17:45:44 Gelesen: 65322# 44 @  
@ petzlaff [#43]

"DI" ist Platte 15.

"IA" müßte ich nochmal nachschauen - keine Lust die Sammlung zu durchforsten. ;-)

"NK" ist keine Black Plate und der Stempel auf "EE" ist Greenock Special.
 
petzlaff Am: 01.09.2010 17:55:42 Gelesen: 65318# 45 @  
@ asmodeus [#44]

Naja - so ganz daneben gelegen habe ich nicht, leider kann man aufgrund des Scans die Eckbuchstaben nicht vermessen.

Obwohl - über den "DI" lässt sich hervorragend diskutieren. Ich denke, dass die Ecklücke oben rechts zu weit für eine Platte 15 ist. Zudem fehlen die für die Platte 15 im oberen Bogenbereich ("DI") durchgängig fehlenden "basal shifts".

Aber - "EE" - Greenock interessiert mich schon - ist das wirklich eine Whitney #129 oder nicht doch eine #131 ?

Ich orientiere mich dabei an den typischen fast kreisrunden dicken Einbuchtungen zwischen den Kreuzbalken.

LG, Stefan
 
asmodeus Am: 01.09.2010 18:59:03 Gelesen: 65302# 46 @  
@ petzlaff [#45]

"DI" - bei Platte 16 wären die Buchstaben geneigt und das "I" klein. Hier sind die Alphas "gerade" und das "I" ist tall und leicht beschädigt. Die Messung stimmt auch. Der Rahmenbruch oben rechts stimmt auch.

Ach Whitney ...



"NK" ist Platte 33 und hat den Malteser von Dublin.
 
asmodeus Am: 01.09.2010 19:06:35 Gelesen: 65301# 47 @  
Marke "IA" ist von Platte 26. Vertikale Führungslinie Nordostecke. Bei Platte 16 wäre das "A" doppelt.
 
petzlaff Am: 02.09.2010 08:35:57 Gelesen: 65206# 48 @  
@ asmodeus [#47]

Hat die "IA" den "10 o'clock flaw" links oben? - Kann man auf dem Scan schlecht sehen.

Danke für die Infos zu GREENOCK.

LG, Stefan
 
asmodeus Am: 02.09.2010 09:29:04 Gelesen: 65197# 49 @  
@ petzlaff [#48]

Hallo Stefan,

ja, hat den 10 o´clock flaw.

Die Abbildungen der Malteser sind aus dem Buch "THE MALTESE CROSS" von Rockoff/ Jackson. Im zweiten Band sind Abbildungen von Malteser aus meiner Sammlung.
 
asmodeus Am: 03.09.2010 07:58:05 Gelesen: 65076# 50 @  
Hier ein Malteserkreuz von Norwich:


 
petzlaff Am: 18.11.2010 17:53:59 Gelesen: 33618# 51 @  
@ roteratte48 [#38]

Durch Zufall bin ich nach langer Zeit einmal wieder auf diese "Wiedervereinigung" gestossen und habe sie mir noch einmal genauer angeschaut.

Entgegen meiner im April 2009 spontan geäußerten Begeisterung [#41] über die "Wiedervereinigung" handelt es sich leider doch nicht um eine solche.

Schau dir bitte nur mal die Zähnungslöcher am vermeintlich ehemals zusammengehörigen Unterrand an, der den Druckvermerk des BEP (Bureau of Engraving and Printing) trennt. Das passt nicht zueinander - es kommt doch nicht immer zusammen, was zusammengehört. ;-)

LG, Stefan
 
DL8AAM Am: 19.11.2010 13:39:03 Gelesen: 33584# 52 @  
@ petzlaff [#37]

Wer weiss, wer da in irgendwo (leider nicht lesbar) die Post veranlasst hat,

"Postage Due" (Nachporto - siehe lila Stempel) zu verhängen - der Brief dürfte kaum unterfrankiert gewesen sein.

Wenn man genau hinschaut, sieht es aber so aus, als ob die rechte 15 c Marke entwertet wurde, während die zweite linke noch nicht verklebt wurde! Die linke Marke zeigt also nur eine Entwertung, während die rechte zwei Stempelabschläge aufweist! Es sollte sich hier nicht um eine Unkenntlichmachung einer fälschlich angebrachten auxiliary marking handeln, sondern um die für eine Unterfrankatur übliche Verfahrensweise ?

Für mich stellt sich dies also so dar: Der Absender hat den Brief mit 15 Cent frankiert in den Kasten geworfen. Die Post meinte eine Unterfrankierung "erkannt zu haben". Vielleicht wegen einer Gewichtsüberschreitung (1 Unze > "1 Oz")? Sie brachte also einen ihrer hierfür üblichen "Zuwenig Porto"-Stempel - auch "postage due marking" genannt - auf und ergänzte handschriftlich den fehlenden Portoanteil "xxx MORE". Leider kann ich den genauen Betrag auf Grund der Stempel nicht erkennen, könnte aber gut " 15 ... MORE" heissen.

Der Brief wurde dann an den Absender returniert (returned for additonal postage), der klebte links neben der ersten 15 Cent Marke eine weitere 15er auf, warf den Brief erneut in den nächsten Kasten oder gab ihn bei der Post persönlich ab. Dieser vervollständigte Brief wurde erneut mit dem Maschinenstempel entwertet. Das erklärt die "zwei Ebenen"-Entwertung der beiden Marken. Die Post hat dabei zusätzlich ihren "Zuwenig Porto"-Stempel unkenntlich gemacht, damit der Brief nicht irrtümlich erneut dem Absender zugestellt wird.

Siehe übrigens unseren Thread "Auxiliary Marking USA: Returned for additional postage" -> http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=19330 oder http://www.postal-markings.org

Gruß
Thomas
 
Central Am: 11.09.2019 00:14:15 Gelesen: 386# 53 @  
Liebes Forum,

in einem sehr alten Bündelposten habe ich einige Marken aus den USA mit Killer bzw. Fancy Cancels gefunden.

Ein paar der Marken habe ich nachfolgend eingescannt. Ist hier jemand mit dem Thema näher vertraut und kann mir sagen, ob diese Massenware oder doch etwas seltener sind.

Vielen Dank für Eure Hilfe und viele Grüße

Roman


 

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