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Thema: (?) (182) Nachportobelege / Nacherhebung von Porto
Das Thema hat 201 Beiträge:
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London-Dieter Am: 30.07.2019 06:54:13 Gelesen: 12184# 177 @  
Gebührenpflichtige Dienstsache mit Nachgebühr

Ortsbrief Maschinenstempel mit Werbeeinsatz "350 Jahr Mannheim" von Mannheim 2, 1.8.1957. Einzeiliger blauer Stempel "Gebührenpflichtige Dienstsache", roter einzeiliger Stempel "Nachgebühr!". Handschriftlicher Vermerk "10" Pfg.

Wie bereits in einem vorherigen Artikel die Vermutung, dass hier die Dienststelle des Grundbuchamtes die anfallenden Portogebühren vom Empfänger durch den Briefträger einzieht.


 
London-Dieter Am: 30.07.2019 07:15:25 Gelesen: 12178# 178 @  
Auslands-Paketkarte mit Nachgebühr und Aufkleber "Frei von allen Gebühren"

Von Mannheim-Neckarau, vom 14.10.1937 nach Zagreb, Jugoslavien. Roter Oval-Stempel "Gebühr bezahlt"; Schwarzer Durchgangs-Sloganstempel "München - Hauptstadt" der Bewegung" vom 19.10.1937; Schwarzer Ankunftstempel von Ljubljana (schlecht zu entziffern mit "BUREAU D'...") vom 21.10.1937.

Handschriftlicher Vermerk in blau 9 (Pfg).

Aufkleber zweisprachig: "Frei von allen Gebühren" und weiterem Aufkleber "München 3 (Bhf.)" mit zweiter Zeile "Innsbruck 2" (angeschnitten).



Rückseite:

Ankunftstempel Zagreb vom 25.10.1937 auf blau entwerteten jugoslavischen Gebührenmarken, sowie einem darunter hervorschauenden Rest eines 2-sprachigen Stempels in schwarz. (Wahrscheinlich ein Grenzüberschreitungs-Stempel in lateinischer und kyrillischer Schrift).


 
London-Dieter Am: 30.07.2019 07:30:40 Gelesen: 12174# 179 @  
Auslands-Paketkarte mit Nachgebühr

Von Mannheim-Waldhof, Datum unleserlich, nach Zagreb, Jugoslavien. Roter Oval-Stempel "Gebühr bezahlt"; Schwarzer Durchgangs-Sloganstempel "München 3 - Hauptstadt" der Bewegung" vom 7.11.1937; Schwarzer zweisprachiger Ankunftstempel von Zagreb "POST CAR.MAGAZIN" vom 10.11.1937 und weiterem schwarzem, schlecht zu entzifferndem Stempel "BUREAU D' ..." (vermutlich Grenzübertritt-Stempel".

Handschriftlicher Vermerk in blau 13 (Pfg).



Rückseite:

zweisprachiger Ankunftsstempel Zagreb 2, vom 13.11.1937, sowie entwerteten jugoslavischen Gebührenmarken.


 
London-Dieter Am: 30.07.2019 08:13:52 Gelesen: 12170# 180 @  
Drucksache mit "Annahme Verweigert" und Nachgebühr.



Von DARMSTADT am 24.7.1906 nach Baden, Schweiz. Fa. Brown & Boverie.
Blauer "T" Vermerk mit "5" (Rappen?) durchkreuzt. Schweizer Nachgebühr-Marke 5 Rappen überstempelt "UNGÜLTIG".

Mit zweisprachigem Aufkleber "Annahme verweigert." in grün.

Zweiter handschrifticher Vermerk in blau mit "5" und schwarzem "T"-Stempel, handschriftlich geaenderter Anschrift "Mannheim-Käferthal" (= Sitz der Hauptverwaltung Brown & Boveri & Cie. - BBC) - interessanterweise nicht zurück nach Darmstadt.



Auf der Rückseite:

Ankunftstempel BADEN (AARGAU) vom 25.04.1906, handschriftliche Notiz "nicht angetroffen" und einer weiteren Notiz daneben, sowie dem Ankunftstempel MANNHEIM-KÄFERTHAL vom 27.04.1906.

Am nächsten Tag (28.04.1906) wurde der rote Porto-Stempel für eine Nachgebühr abgeschlagen, in Verbindung mit dem 2. Nachgebührvermerk auf der Vorderseite.
 
wuerttemberger Am: 30.07.2019 12:45:57 Gelesen: 12127# 181 @  
@ London-Dieter [#180]

Dir ist der gleiche Fehler passiert, wie dem Postbeamten vor 113 Jahren. Die Drucksache sollte ins badische Käferthal an einen Mitarbeiter der schweizer Firma Brown & Boverie gehen. Der Postler sah Baden und Schweiz und das reichte ihm, um die Drucksache in den Postsack Richtung Basel zu stecken. In der Schweiz hat man natürlich die Unterfrankatur für eine Auslandsdrucksache sofort erkannt und mit 5 Rappen nachtaxiert. Im schweizerischen Baden war zufällig auch der Hauptsitz der oben genannten Firma, aber dort wurde der Adressat natürlich nicht angetroffen.

Vielleicht hat jetzt ein Mitarbeiter der Firma oder ein Postbeamter die Adresse mal richtig gelesen und ist draufgekommen, dass die Drucksache eigentlich ins badische Käferthal bei Mannheim gehört, denn dort gab es auch ein Werk der Firma. Kurzerhand wurde Baden und Schweiz gestrichen und Mannheim notiert und die Drucksache ging zum richtigen Empfänger. Der sollte auch noch 5 Pfennig Nachporto berappen und hat vermutlich die Annahme verweigert.

Gruß

wuerttemberger
 
London-Dieter Am: 30.07.2019 14:47:31 Gelesen: 12102# 182 @  
@ württemberger [#181]

Danke für die Aneinanderreihung einer vermutlich anderen Variante der Irrfahrt. Ich bin immer offen für eine 2. Meinung und ich will (kann) Deine Variante nicht ausschliessen.

Wenn ich aber die Handschriften vergleiche, dann sind doch der Name des Empfängers, Baden, Schweiz + Brown Boverie ein und die selbe. Also meiner Meinung nach die Ursprungs-Addresse. Ankunft richtig in Baden, Schweiz belegt auch durch die Nachgebührmarke.

Dort wurde jedoch mit Bleistift Baden und Schweiz durchgestrichen und Mannheim hinzugefügt. (Könnte in der BBC erfolgt sein, nachdem man feststellte, dass dort kein Mitarbeiter mit diesem Namen bekannt war).

Käferthal wurde durch eine weitere Person (3. Handschrift) hinzugefügt, vielleicht in der Poststelle von BBC. Die Reihenfolge lässt sich leider nicht mehr genau nachvollziehen, wann und wie jemand darauf kam, die Drucksache in die Niederlassung in Deutschland zu senden.

Das ist das spannende an diesen alten Stücken. Die steckt man nicht als Neuheit lieblos Album, sondern sie zwingen einen, sich damit auseinander zu setzen. Sie sprechen und erzählen eine kleine Geschichte. In einem Kriminalfall beraten auch verschiedene Mitarbeiter uber den möglichen Tathergang.

Hat jemand vielleicht noch eine weitere Erklärung? Danke im Voraus!
 
epem7081 Am: 02.08.2019 12:31:37 Gelesen: 11809# 183 @  
Hallo zusammen,

Manches schlummert im Verborgenen



Bei der Übernahme einiger heimatkundlicher Belege erschien die vorstehende Karte besonders eigenartig. Offenkundig wurde die eigentliche Meldekarte mit der Zweiten Anzeige über den Stand der Bauarbeiten vom 10.11.1964 mit dem halben Teil eines (Paket-)Adressaufklebers überklebt. Diese Hälfte trug auch den Tagesstempel BENZENZIMMERN / a / 7081 mit Datum 14.11.1964. Hatte sich der Absender möglicherweise verschrieben und mit der Überklebung die Rettung seiner amtlichen Karte vornehmen wollen?

Die Spekulation wird durch einen "echten Tiefgang" letztlich beendet und es klärt sich die eigenartige Ausstattung.



Da die Karte mit oder ohne Absicht, auf jeden Fall ohne Postwertzeichen auf den Weg gebracht wurde, löste dies eine Nachgebühr von 45 Pfg. aus. Die Kreisbaumeisterstelle verweigerte lt.handschriftlichem Eintrag des Postzustellers am 12.11. dann die Annahme und die Karte ging zurück an den Absender. Dieser hatte sicher die Nachgebühr zu entrichten, ohne dass seine Karte den Empfänger erreicht hätte. Da kam ihm nun die Idee, mit dem halben Adressaufkleber und ordnungsgemäßer Frankatur den Briefwechsel neu zu starten. Der Eingangsstempel der Kreisbaumeisterstelle BOPFINGEN weist dann auch die endgültige Landung beim Adressaten für den 16. NOV. 1964 aus.

Hier gilt die Erkenntnis: Man muß den Dingen auf den Grund gehen.

Schönes Wochenende wünscht
Edwin
 
epem7081 Am: 29.02.2020 19:29:24 Gelesen: 4451# 184 @  
Hallo zusammen,

heute wieder einmal ein grenzüberschreitender Beleg für die Nachportoexperten. Der Brief ist heute bei mir mit (vollständigem?) Inhalt angelangt und bringt aktuell 12 Gramm auf meine Küchenwaage. Fällt vielleicht das Format mit 17 x 13 cm etwas aus dem Rahmen?



Offenkundig wurde wohl nach der Aufgabe des Briefes bei POSTE ROMA FERROVIA am 11. März 1963 eine mit 30 Lire unzulängliche Frankierung festgestellt und mit dem schwarzen Stempel T 36/CENT.ORO dokumentiert. Soll vielleicht die 47 für das anfängliche Gewicht des Briefe stehen?



Ganz dienstbeflissen wurde bei der Ankunft in Berlin am 15.3.1963 ein roter Kastenstempel Nachgebühr aufgebracht und nun sollte kassiert werden. Das war gemäß handschriftlichem Eintrag auf der Rückseite offenkundig nicht möglich:" Empf. nicht angetroffen. / Nachricht hinterlassen / 15/3 (Name)". Erledigt werden konnte dann die ganze Angelegenheit laut handschriftlicher Anmerkung beim roten Stempel am 28.3.1963.

Welcher Betrag nun eigentlich nacherhoben wurde wird uns aber leider nicht konkret überliefert.

Hier sind nun die Nachportoexpertengefragt.

Schönes spannendes Wochenende erhofft sich
Edwin
 
epem7081 Am: 27.03.2020 17:28:33 Gelesen: 3562# 185 @  
Hallo zusammen,

"Was passiert mit nicht ausreichend frankierter Post?"

diese Frage hat sich vielleicht schon mal dem Einen oder Anderen gestellt. Kompetent beantwortet wurde sie in meiner heutigen Tageszeitung "Rieser Nachrichten/Augsburger Allgemeine" im Interview mit Lea Binzer durch Erwin Nier, Pressesprecher bei der Post.



Diesen Artikel gebe ich gerne zur abendlichen Unterhaltung weiter.

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht
Edwin
 
saeckingen Am: 27.03.2020 18:03:41 Gelesen: 3556# 186 @  


Postkarte aus Herrsching vom 25.9.1905 an einen Angehörigen der Feld-Kompanie von Schlichting, Ost-Afrika. Die Truppen, die an der Niederschlagung des Maji-Maji Aufstandes in Deutsch-Ostafrika beteiligt waren, genossen keine Feldpostfreiheit. Die Karte hätte also ganz normal zum Inlandstarif von 5 Pf. freigemacht werden müssen. Daher wurde als Nachporto 10 Pf. (doppelter Fehlbetrag) mit Blaustift notiert. Die Karte lief über das Marine-Postbüro in Berlin und kam am 21.10.05 laut Ankunftsstempel in Dar-es-Salaam an. Dort wurde als Zielort Muansa am Viktoriasee vermerkt und die Karte über Zanzibar (26.10.05) nach Mombasa/Britisch Ostafrika geschickt und von dort mit der britischen Ugandabahn nach Kisumu/Britisch Ostafrika (1.11.05) an den Viktoriasee transportiert. Über den Viktoriasee ging es dann per Schiff wieder nach Deutsch Ostafrika, wo die Karte am 16.1105 in Muanza ankam.
In Deutsch Ostafrika wurde der Nachportovermerk von 10 Pf. gestrichen und durch 7 ½ Heller, dem Äquivalent in der in DOA gültigen Rupien/Heller Währung, ersetzt.

Grüße
Harald
 
Lars Boettger Am: 27.03.2020 18:18:15 Gelesen: 3551# 187 @  
@ epem7081 [#184]

Hallo Edwin,

der schwarze italienische Stempel T 36/CENT.ORO gibt den Fehlbetrag in der UPU-Verrechungseinheit Goldfranken an. Möglicherweise entsprechen die "47" dem vom Empfänger zu erhebenden Nachporto. Bin aber kein Experte für Nachtaxierungen, was die Nachkriegszeit angeht.

Beste Grüße!

Lars
 
fogerty Am: 01.04.2020 16:53:44 Gelesen: 3383# 188 @  
Dieser Brief ohne Inhalt, noch verschlossen, gibt mir Rätsel auf. Nachporto, dann anscheinend doch wieder nicht, vielleicht fällt jemandem was dazu ein?



Grüße
Ivo
 
Stempelfreund Am: 07.04.2020 16:34:17 Gelesen: 3134# 189 @  
Hallo,

heute zeige ich eine Postkarte vom 24. Mai 1951 von Bautzen nach Nadelwitz bei Bautzen, mit 10 Pfg. freigemacht. Die Karte erhielt einen Stempel Nachgebühr und mit blauem Stift notiert eine 3 für 3 Pfennig einzuziehende Nachgebühr. Eine Postkarte im Fernverkehr kostete zu der Zeit 12 Pfennig, die Nachgebühr beträgt das 1,5 fache des fehlenden Betrages. Nun ist die 3 mit Bleistift gestrichen, der Hinweisstempel Nachgebühr jedoch nicht.

Es stellt sich die Frage, wurde die Nachgebühr gestrichen, da Nadelwitz (heute ein Stadtteil von Bautzen) noch zum Ortsverkehr zählte und damit 10 Pfennig Porto ausgereicht hat? Der Ortsverkehr rechnete doch auch für das Landzustellgebiet. Leider finde ich nichts dazu, ob Nadelwitz zum Landzustellgebiet von Bautzen gehörte. Kommunal war es damals der Gemeinde Baschütz zugeordnet.

Hat jemand genauere Kenntnis von den dortigen Postverhältnissen um 1951?



Grüße vom Stempelfreund
 
Lars Boettger Am: 07.04.2020 18:29:05 Gelesen: 3112# 190 @  
@ fogerty [#188]

Hi Ivo,

es ist kein "Brief" (auch wenn er so aussieht), sondern es sind "Geschäftspapiere" (siehe Stempel links). Wenn ich jetzt von Luxemburg auf Österreich schliessen darf, dann gehört die Sendungsart "Geschäftspapiere" zu den Drucksachen. In der Regel mussten Geschäftspapiere offen aufgegeben werden, hatten eine andere Gewichtsprogression und eventuell niedrigere Portosätze. Entweder beträgt die Gebühr für Geschäftspapiere zu der Zeit nur 1 Schilling oder - was auch gut möglich ist - das Gewicht war höher, als es für einen Brief damals zulässig war. Ich gehe davon aus, dass der T-Stempel irrtümlich abgeschlagen wurde und irgendwann auffiel, dass der Umschlag "Geschäftspapiere" enthielt und dafür 1 Schilling ausreicht. Also wurde der T-Stempel gestrichen und der Umschlag ohne Nachgebühr befördert.

Beste Grüße!

Lars
 
epem7081 Am: 16.04.2020 23:26:32 Gelesen: 2750# 191 @  
Hallo zusammen,

Nachgebühr für eine Postkarte mit Innenleben.

Anläßlich von einem Kuraufenthalt fern der Familie in Kindheitstagen freuten mein Bruder und ich uns natürlich über Post aus dem Familienkreis. Auch Onkel und Tanten waren nicht schreibfaul. Eines Tages gab es im Kinderheim eine gewisse Aufregung.



Für mich war im Mai 1955 die vorstehende Postkarte eingetroffen, frankiert mit 10 Pfg. - dem aktuellen Postkartenporto - für die überraschend eine Nachgebühr gefordert wurde.



Rot prangte der Stempel Nachgebühr quer über der Anschrift und in blau dazu eine große "15". Wie kam das zustande? Des Rätsels Lösung war das "Innenleben der Karte". Unter dem Gruß aus Burgsteinfurt i. Westf. verbarg sich ein kleines Leporello mit weiteren winzigen Ansichten des Städtchens.



Damit hatte die Karte ihre schlichte Unschuld verloren und musste nun als Brief ordentlich freigemacht werden. Peinlich, peinlich. Heute dient sie nun dazu diese kleine Geschichte in diesen Thread einzubringen.

Eine gute erholsame Nacht mit frohem Erwachen am Morgen wünscht
Edwin
 
8049home Am: 19.04.2020 10:54:31 Gelesen: 2576# 192 @  
Ich habe eine Antwortkarte frankiert zu 15 Rappen, im Dezember 1928 von Frankreich zurück in die Schweiz.

Die 15 Rappen waren zu wenig, 20 Rappen wären richtig gewesen. Der Absender hat daher 25 Französische Centimes zu frankiert. Das Auslandspostkartenporto in Frankreich war damals 90 Centimes. Der Sender hat wohl gedacht, er könnte die fehlenden 5 Rappen mit 90centimes/4 --> aufgerundet gleich 25 centimes bezahlen.

In der Schweiz wurden 30 Rappen Nachporto verlangt. Weiss jemand, wie das Nachporto berechnet wurde?


 
Baldersbrynd Am: 19.04.2020 11:51:12 Gelesen: 2561# 193 @  
Hallo,

Brief aus Roskilde, Dänemark nach Flensburg, gesendet am 7.3.1953.

Porto 60 øre für Briefe bis 20 Gramm, der Brief war in 2. Gewichtstufe, dann fehlt 35 øre.

Der Porto war gültig von 1.7.1952 bis 14.5.1965.

Fehlende 35 øre umgerechnet bis 22 Pf. (Kurs 1 DM = 1,65 DKK) 22 Pf. mal 1½ = 33 Pf. erhöht bis 35 Pf. erhoben bei dem Empfänger.

Der Brief ist auch geöffnet bei der Devisenkontrolle in Flensburg.

Viele Grüße
Jørgen


 
SH-Sammler Am: 19.04.2020 14:57:04 Gelesen: 2535# 194 @  
@ 8049home [#192]

Hallo 8049,

da der Antwortteil der Postkarte nicht korrekt frankiert war, wurde die vorhandene Schweizer Teilfrankatur vom französischen Postbeamten nicht anerkannt.

Dafür wurde die französische Teilfrankatur von 25 Centimes berücksichtigt.

Die Berechnung der Nachportotaxe geht dann wie folgt:

Schweizer BRIEFporto ins Ausland (30 Rp.) dividiert durch die französische BRIEFtaxe in die Schweiz (150 Centimes) ergibt den Faktor 1/5 oder 0,2. Diesen Faktor multiplizieren mit der FEHLENDEN französischen Frankatur (65 Centimes). Diese Zahl verdoppeln = 26, dann aufrunden auf die nächst höhere Stufe (in 5-er Schritten) = 30 Rappen.

Achtung: Auch wenn es eine Postkarte war, wurde das Nachporto "immer" auf der Basis der Brieftaxen berechnet.

Viele Grüsse nach Höngg (8049)

SH-Sammler
Hanspeter
 
8049home Am: 19.04.2020 20:09:19 Gelesen: 2486# 195 @  
@ SH-Sammler [#194]

Vielen Dank!
 
fogerty Am: 19.04.2020 20:31:14 Gelesen: 2481# 196 @  
@ Lars Boettger [#190]

Etwas spät, ich weiß, mein DANKE !
 
SH-Sammler Am: 20.04.2020 08:47:53 Gelesen: 2403# 197 @  
@ epem7081 [#191]

Hallo Edwin,

ja, diese Leporello – Karten haben es in sich. Auch ich kann eine zeigen, die mit Nachporto belegt ist. Für den Postbeamten mit seinen scharfen Augen ist das halt keine Ansichtskarte mehr, sie wird als Brief taxiert.



“Karte” von Krefeld nach Schaffhausen vom 21. August 1953, belegt mit 20 Rappen Nachporto.

Die Berechnung der Nachportotaxe geht folgendermassen:

Sollfrankatur für Brief aus Deutschland…= 30 Pfennige
Fehlende Frankatur……………………….= 10 Pfennige
Taxe für Brief Schweiz – Deutschland….= 40 Rappen

Berechnung:

Doppelte fehlende Frankatur (= 20) multipliziert mit dem Schweizer Briefporto (40), dann das Ganze dividiert durch das deutsche Auslandbriefporto (30) ergibt 26,67

Nun folgt eine Besonderheit: Ab 01. Juli 1953 wurde die Nachportotaxe in der Schweiz reduziert auf 5/8 des errechneten Betrages. Ab 1959 wurde der “Rabatt” auf 7/10 gesetzt. Diese Rabatte waren aber nur bis 1965 gültig.

Für unsere Leporello – Karte heisst das nun, dass die errechnete Nachgebühr von 26,67 reduziert wurde auf 16,67. Dieser Betrag wurde dann aufgerundet auf 20 Rappen, welche der Schweizer Postbeamte beim Empfänger einziehen durfte.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
epem7081 Am: 04.05.2020 10:22:50 Gelesen: 1780# 198 @  
@ SH-Sammler [#197]

Hallo Hanspeter,

ich bin erst verspätet zur Durchsicht meiner letzten Beiträge im Forum und zu Deiner Antwort gekommen. Umso herzlicher Dir Dank für Deinen Kommentar und das weitere interessante Beispiel. Ich kann mich erinnern, dass in den 1950er und 1960er Jahren solche Leporellokarten vielfach angeboten wurden. Ob es da im Sammlerkreisen wohl noch weitere Entdeckungen gibt?

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
Marcello Am: 25.05.2020 01:26:18 Gelesen: 646# 199 @  
Hallo miteinander,

mir ist mal wieder eine P43 zugeflogen.

Des weiteren trägt die Ganzsache einen schönen roten Nachportostempel von Hannover. 

Die P43 verlor wie alle anderen Wertzeichen mit Inschrift Reichspost ihre Gültigkeit am 31.12.1902.

Da sie jedoch am 15.10.1911 verwendet worden war, war sie ja dementsprechend 5 Pfg unterfrankiert und wurde mit dem doppelten des Fehlportos von 10 Pfg in blau handschriftlich und mit dem Nachportostempel erhoben.

Schönen Abend und Grüße
Marcel


 
Cantus Am: 25.05.2020 01:48:54 Gelesen: 640# 200 @  
@ Marcello [#199]

Hallo Marcel,

ein sehr interessanter Nachporto-Stempel von Hannover; er passt sicherlich gut in die Philastempel-Datenbank.

Viele Grüße
Ingo
 
Marcello Am: 25.05.2020 21:58:48 Gelesen: 545# 201 @  
@ Cantus [#200]

Hallo Ingo,

wenn ich meine Germaniasammlung auf Vordermann gebracht habe, werde ich mich mal dem Thema Philastempel annehmen.

Heute möchte euch zwei Belege mit Nachporto vorstellen. Schon damals haben es die Leute versucht, die Post zu bescheissen oder versucht, das Porto zu sparen.

Der erste Versuch war es auf einer Ansichtskarte mit einen ausgeschnittenen Ganzsachenwertstempel Bildnis Germania mit Inschrift Germania zu versuchen. Jedoch hat der aufmerksame Postbeamte gut aufgepasst und den Schwindel bemerkt. Die Marke oder vielmehr der Auschnitt wurde mit Blaustift umrandet und mit dem doppelten Fehlporto in blauer 10 ausgewiesen. Das Nachsehen hatte der Empfänger.



Der zweite Versuch war imgrunde wie der erste, jedoch war der Versender etwas cleverer. Er hat den Ganzsachenwertstempel sauber ausgeschnitten, so das man im ersten Moment von einer Marke ausgehen könnte. Auch hier hat der Postbeamte aufgepasst. Das ganze wieder mit Blaustift umrandet und mit dem doppelten Fehlporto in blauer 10 ausgewiesen. Auch hier hatte der Empfänger wieder das Nachsehen.



Schönen Abend und Grüße
Marcel
 

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