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Thema: Grosse Briefmarken Sammlung 1850-1890 soll verkauft werden - aber wie ?
Atzinator Am: 26.02.2020 20:45:24 Gelesen: 701# 1 @  
Guten Abend allerseits,

ich bin 32 Jahre alt und mein Vater ist seinerseits begeisterter Briefmarkensammler, aber ein ziemlicher Eigenbrödler. Er kauft und verkauft ziemlich viel auf eBay, aber möchte mit größeren Auktionen oder Vereinen nichts zu tun haben.

Er hat mir nun eröffnet, dass er im Laufe des nächsten Jahres soweit alles an den Mann bringen möchte, sodass nur noch zwei Alben übrig bleiben und diese dann mir gehören sollen. Ich bin dann natürlich ganz anders als mein Vater, habe gegen Auktionen oder Vereine nichts, aber leider nicht so wirklich ein Interesse für Briefmarken. Ich bin ehrlich und möchte diese beiden Alben einfach nur verkaufen. So ist die Jugend nun mal und er hat damit auch kein Problem - ist halt so. Hoffe ich trete mit dieser Einstellung hier keinem zu Nahe und ihr könnt mir trotzdem weiterhelfen.

Ich habe jetzt ganz viele Fragen an euch, ich hoffe es findet sich jemand der sich mit mir unterhalten will. :)

Zum Einen hat er natürlich mittlerweile sehr sehr viele Marken, teilweise auch geprüft oder eben ungeprüft aber theoretisch trotzdem wertvoll. Und natürlich ziemlich viel mittlere Werte im 100er Bereich. Ist eBay hier für ein guter Markt wenn er dort viel verkauft oder gibt es andere Plattformen, die lohnender sind? Natürlich ist da auch viel Bogenware dabei oder nicht ganz so altes was nur 1 Euro Wert ist, aber er sagt immer 1.000x 1 € sind auch 1.000 €. Ist für so etwas eBay richtig?

Hauptgrund für den Beitrag ist ein großes Schaubek Leuchtturm Album mit der ganzen Welt von 1850 bis 1890 und vielen Infos zu den Ländern auf den einzelnen Seiten (über 850 Seiten, auch mit Portomarken, Briefen, Eilmarken usw.) in ausgezeichneter Qualität. Ich habe mir mal angefangen die Mühe zu machen und alles in einer Excel Tabelle festzuhalten, bin aber gerade mal zu 1/8 fertig (komplettes Deutschland, Ösi, Schweiz, Italien komplett und bisschen was). Alle Marken im Album sind teils gestempelt, teils ungestempelt aber keinesfalls postfrisch. Die meisten sind in gutem Zustand, manche natürlich etwas beschädigt. Ich habe mit stampworld.com auch die Werte ermittelt (Michel Kataloge weltweit sind nicht bezahlbar und die die wir haben sind alle schon älter) und komme nach dem 1/8 auf 100.000 €. U.a. ist ein 4 Rappen Schweizer (1843) dabei.

Mir ist bewusst, dass kein Mensch der Welt dieses Album für 100.000 € bzw. wenn ich fertig bin evtl. 500.000 € Wert kauft, aber wie finde ich heraus, was es wirklich wert ist? Woher weiß ich, dass die Marke die bei rotbraun klebt, auch rotbraun ist und nicht vielleicht die ziegelrote die statt 100 € gleich 5000 € wert ist. Woher weiß ich, ob die Marke echt oder gefälscht ist (Bsp. 4 Rappen Schweiz)? Ich kann doch nicht schätzungsweise 200 Marken mit einem Wert je über 1.000 € prüfen lassen? Woher weiß ich, wenn jemand 10.000 € bietet oder ein anderer 12.000 €, dass ein Dritter nicht 30.000 € bieten würde? Und wo bzw. wie verkauft man so etwas am besten? Noch mal konkret zur Schweizer Marke, angenommen sie ist normal gut erhalten - wie viel Prozent von Wert ist sie etwa ungeprüft und geprüft wert. Kann auch gerne Fotos beisteuern später. Hier fällt mir ein, dass bspw. auf stampworld.com viele Marken ohne Bild sind, die in dem Album vorhanden sind. Gibt es auch hierfür Interesse - stelle diese gerne zur Verfügung.

Das mag vielleicht alles geldgierig klingen, aber ich will nicht wissen, wie viel Arbeit und eigenes Geld in dem Album steckt. Und ich würde es ihm zu Liebe deswegen für den bestmöglichen, aber fairen Wert, verkaufen und mit dem Geld auch eine Freude machen.

Ich hoffe das war jetzt nicht zu viel oder völlig weltfremd - ich lass mich von den Antworten überraschen. Vielen Dank für's Lesen auf alle Fälle.
 
bovi11 Am: 26.02.2020 21:05:00 Gelesen: 678# 2 @  
@ Atzinator [#1]

Es sind letztlich immer die gleichen Fragen.

Wer sich scheut, Marken prüfen zu lassen, wird dafür deutlich weniger erlösen können, als er für aktuell geprüfte Stück bekommen könnte.

Bei der beschriebenen Masse und der nur rudimentären Sachkunde ist eBay der falsche Verkaufsplatz, zumal die skizzierte Menge der Einzelverkäufe als gewerblicher Handel anzusehen wäre.

Der Rat hier im Forum ist deshalb immer, die Sachen durch einen seriösen Auktionator bewerten zu lassen.
 
Briefmarkenburny62 Am: 26.02.2020 21:10:48 Gelesen: 667# 3 @  
Geh auf Philasearch.com, schau dort nach einem Auktionator in der Nähe. Rufe dort an und fahre mit dem Album hin. Ist das sicherste.

Gruß Briefmarkenburny
 
bovi11 Am: 26.02.2020 21:24:25 Gelesen: 651# 4 @  
@ Atzinator [#1]

Ich kann doch nicht schätzungsweise 200 Marken mit einem Wert je über 1.000€ prüfen lassen?

Wieso nicht?

Woher weiß ich, dass die Marke die bei rotbraun klebt, auch rotbraun ist und nicht vielleicht die ziegelrote die statt 100 € gleich 5000 € wert ist.

Die Realität wird in nahezu 100% der Fälle andersherum sein. Ebay ist voll von Verkäufern, die zufällig immer die seltene Farbe erkannt haben wollen.
 
Atzinator Am: 26.02.2020 21:31:33 Gelesen: 644# 5 @  
@ Bovi [#2]

Wie finde ich denn raus, wer seriös ist? Google liefert 100 Ergebnisse. Teilweise besuchen die mich, teilweise Telefon und und und. Und die können ja auch nicht prüfen und schätzen nur und sagen vielleicht wenn echt dann soviel oder wenn nicht geprüft, dann so viel - oder wie läuft das?

@ bovi11 [#4]

Na ja, ich habe das so verstanden, dass die Prüfung einer Marke immer einen gewissen % vom Wert kostet, ob echt oder nicht. Und da bezahle ich mich ja dumm und dämlich wenn alle gefälscht sein sollten. :)

Na ja, das mit dem ziegelrot ist mir nur aufgefallen, weil bei stampworld.com die Marke für 100 € definitiv nicht so aussah wie die im Buch, sondern die daneben für 5.000 € sah aus wie die im Buch.

@ Briefmarkenburny62 [#3]

Habe auf Philasearch keine nur die Liste mit den Auntionshäusern gefunden, aber keine Möglichkeit zur Eingrenzung nach Ort.
 
bayern klassisch Am: 26.02.2020 21:33:26 Gelesen: 639# 6 @  
@ Atzinator [#5]

Sage mir mal deine Postleitzahl und ich sage dir einen guten Auktionator.

LG von bayern klassisch
 
Atzinator Am: 26.02.2020 21:38:02 Gelesen: 631# 7 @  
Habe die extra im Profil als öffentlich gemacht dachte ich :D.

99089 oder 98617 - Deutschlands grüne Mitte ohne Ministerpräsident.
 
bovi11 Am: 26.02.2020 21:42:30 Gelesen: 625# 8 @  
@ Atzinator [#5]

Na ja, ich habe das so verstanden, dass die Prüfung einer Marke immer einen gewissen % vom Wert kostet, ob echt oder nicht. Und da bezahle ich mich ja dumm und dämlich wenn alle gefälscht sein sollten. :)

https://www.bpp.de/ueber-uns/pruefordnung/#Anspruch

hier: Punkt 10.3

Na ja, das mit dem ziegelrot ist mir nur aufgefallen, weil bei stampworld.com die Marke für 100 € definitiv nicht so aussah wie die im Buch, sondern die daneben für 5.000 € sah aus wie die im Buch.

Leider funktioniert eine Farbbestimmung so nicht. Bei vielen Marken (Beispiel Germania Nr. 86) geht eine Farbbestimmung ohne Erfahrung und umfangreiches Vergleichmaterial gar nicht - Werte: Von Centbereich bis in den hohen vierstelligen Bereich.
 
marlborobert Am: 26.02.2020 21:49:52 Gelesen: 615# 9 @  
Das mit dem ziegelrot gebe ich dir recht. Alle Kataloge sind falsch. Die bewerten immer die Farbe höher, die ich nicht habe. ;)
 
marlborobert Am: 26.02.2020 21:53:16 Gelesen: 612# 10 @  
Und mit dem Prüfen lassen kannst nur gewinnen.

Wenn echt ist, dann viel höhere Erlöse, die Prüfgebühren locker 10 mal wettmachen;

und wenn falsch ist, dann meidest jeweils eine Klage/Anklage für nur wenige Euros.

Also win/win.
 
Atzinator Am: 26.02.2020 22:12:37 Gelesen: 588# 11 @  
@ marlorobert

Bei mir ist es ja umgekehrt, ich bin der Meinung, dass die die ich habe höher bewertet wird, als die die es sein sollte.

Vielen Dank auf alle Fälle schon mal bis hier hin!

Also ist folgendes am sinnvollsten:

1. 200 wertvolle Marken aus dem Album prüfen lassen

2. Auktionator mit diesen Zertifikaten schätzen lassen und dann über diesen auch verkaufen. Der wird mir dann auch empfehlen, ob ein Einzelverkauf, Satzverkauf, Landverkauf oder das ganze Album ertragreicher ist?

Jetzt noch zwei allgemeine Fragen - gibt es Diskussionen darüber, ob das Briefmarken Interesse in 10 Jahren höher, geringer oder gleich sein wird? Oder kann das keiner wissen?

Und jetzt noch ein Gedanke, bitte nicht böse sein, aber das Böse schläft nie. :) Das Prüfen der 200 Marken wird ja bestimmt mindestens Tage dauern. Wer garantiert mir denn, dass der Prüfer mir auch die Marke mit "echt" zurückgibt, und nicht gegen eine gefälschte tauscht und "unecht" urteilt? Also gerade bei ungestempelten.
 
Lars Boettger Am: 26.02.2020 22:28:49 Gelesen: 571# 12 @  
@ Atzinator [#11]

Meine Vorredner haben es teilweise schon angesprochen. Wenn ich von der Materie keine Ahnung habe, dann lass ich meine Sammlung von einem vereidigten Sachverständigen schätzen. Das kostet Geld, aber Du erhältst einen fundierten Wert [1].

Zweite Möglichkeit: Lass die Sammlung von Auktions-Profis schätzen, die können Dich beraten, welche Marken geprüft werden sollten. Wenn man ohne Ahnung eine Prüfsendung an einen Prüfer sendet, dann ist das Ergebnis meistens reiner Zufall.

Eine persönliche Anmerkung:

Wer garantiert mir denn, dass der Prüfer mir auch die Marke mit "echt" zurückgibt, und nicht gegen eine gefälschte tauscht und "unecht" urteilt? Also gerade bei ungestempelten.

Das ist mein Rat an jeden Prüfkunden: Macht eine gute Kopie der Marken, die ihr einem Prüfer sendet (Vorder- und Rückseite). Legt eine Kopie der Prüfsendung bei. Dann wird es ganz schwierig, etwas zu drehen. An einem Bild kann man gut erkennen, ob die ungebrauchten Marken, die man zurück erhält, auch die Marken sind, die man hingeschickt hat.

Mit dem obigen Satz hast Du eine Menge Prüfer verprellt, die hier mitlesen und die sich auf den Schlips getreten fühlen.

Beste Grüße!

Lars

[1] https://www.bpp.de/briefmarkenpruefer-des-bpp/sachverstaendige/
 
bovi11 Am: 26.02.2020 22:40:22 Gelesen: 561# 13 @  
@ Atzinator [#11]

Wer garantiert mir denn, dass der Prüfer mir auch die Marke mit "echt" zurückgibt, und nicht gegen eine gefälschte tauscht und "unecht" urteilt? Also gerade bei ungestempelten.

Mir ist kein aktueller Prüfer bekannt, der auch nur an so etwas denken würde.

Wie Lars bereits sagte: Es ist üblich, gute Scans zu fertigen und einen guten Ausdruck der Prüfsendung beizufügen.

Mein Tipp: Einfach mal ein paar Marken eines Prüfgebiets prüfen lassen. Dazu mit dem Prüfer Kontakt aufnehmen und den Ablauf erfragen. Bei einigen Prüfern müssen Sendungen avisiert werden; sie sind dann gesondert versichert.
 
bayern klassisch Am: 26.02.2020 22:42:45 Gelesen: 559# 14 @  
@ Atzinator [#7]

Ich würde nach Wiesbaden zur Firma Köhler fahren (vorher bitte dort anrufen), oder, wenn sie auf Tournee sind, die Sammlung mitgeben. Wer sie abholt, hat auch schon viel Ahnung von der Materie.

Sind teure Stücke dabei, die ungeprüft sind, lässt Köhler sie kompetent prüfen, was dann nicht deine Aufgabe ist.

LG von bayern klassisch
 
bovi11 Am: 26.02.2020 22:45:33 Gelesen: 553# 15 @  
@ bayern klassisch [#14]

@ Atzinator [#11]

Sind teure Stücke dabei, die ungeprüft sind, lässt Köhler sie kompetent prüfen, was dann nicht deine Aufgabe ist.

Die Prüfung geht dann i.d.R. auch deutlich schneller, als bei der "Laufkundschaft".
 
marlborobert Am: 26.02.2020 22:46:54 Gelesen: 550# 16 @  
Als erstes, die Prüfer sind nicht daran interessiert jemandem was zu klauen. Du sollst sowieso alle Marken, die du zum Prüfer schickst einscannen und zwei Kopien ausdrucken. Eine davon schickst mit Prüfauftrag, eine Kopie behältst.

Je nach dem Sammelgebiet dauert die Prüfung bis zu mehrere Monate; mit einigen Tagen ist fast unmöglich.

In 10 Jahren wird es viel weniger Sammler geben, schätze höchstens die Hälfte der heutigen Zahl der Briefmarkensammler. Das wird, glaube mir, jeder im Forum bestätigen können. Ich bin vielleicht sogar viel zu optimistisch was die Zahl angeht.

Nein, mit der Farbe meine ich genau wie du, dass genau meine Marke Höherbewertete sein soll. Das ist nämlich briefmarkensammler-spezifische Farbenblindheit. ;)

Die Wahrheit ist, dass die Farben in Katalogen oder auf Bildschirmen ganz schön täuschen und das Ergebnis immer anders ist als man wahrnimmt.

Es gibt Michel Farbenkatalog mit tausenden Farbtönen.

Und ich sage ganz ehrlich, unter meinen Marken, eventuell mehr als hunderttausend habe ich noch keine gefunden, die exakt gleiche Farbe wie im Farbenkatalog zeigen würde. Egal unter welcher Farbe ich die Marke lege (die Farbtafeln haben in der Mitte ein Loch) ist es nicht die gleiche.
 
bovi11 Am: 26.02.2020 22:54:10 Gelesen: 542# 17 @  
@ Atzinator [#11]

Es gibt Michel Farbenkatalog mit tausenden Farbtönen.

Das ist der Schwaneberger Farbenführer.

Der Gebrauch führt ohne viel Übung und (geprüftem) Vergleichmaterial in den meisten kritischen Fällen nicht zu brauchbaren Ergebnissen.
 
Briefmarkenburny62 Am: 26.02.2020 23:05:05 Gelesen: 534# 18 @  
@ Atzinator
@ bayern klassisch

Köhler in Wiesbaden ist für so etwas eine gute Adresse.

Wenn die alte Schaubek-Schwarte gut gefüllt und einiges geprüft ist (wie beschrieben), kann da durchaus was zusammenkommen.Eine Einschätzung hier im Forum ist kaum möglich.

Gruß Briefmarkenburny
 
saeckingen Am: 27.02.2020 06:49:39 Gelesen: 454# 19 @  
er sagt immer 1.000x 1 € sind auch 1.000 €.

Das ist zwar mathematisch richtig, aber solange es nicht um frankaturgültige Marken geht, bei Briefmarken leider falsch.

Eine Briefmarke mit einem Katalogwert von € 1 ist in der Regel häufig und faktisch unverkäuflich und daher ohne Handelswert. 1000 Mal diese Marke ist daher leider auch nicht viel wert.

Eine Marke mit einem Katalogwert von € 1000 ist daher vermutlich 100 mal mehr wert, als 1000 Marken zu € 1.

Bei einem Verkauf einer Briefmarkensammlung kann man in der Regel, alle Marken mit einem Katalogwert im einstelligen Bereich (außer Frankaturware) komplett außer Betracht lassen.

Grüße
Harald
 
obelix27 Am: 27.02.2020 07:20:10 Gelesen: 436# 20 @  
Hallo,

es ist schon vieles -richtiges- geschrieben worden! Ich löse seit längerem (mit langem Atem) meine eigene Sammlung auf. Der Hinweis auf Auktionshäuser erscheint mir bei der gegebenen Ausgangssituation der passende und richtige.

Ein Thema ist bisher noch stiefmütterlich behandelt worden, Katalogwert versus erzielbarer Preis. Das ist leider ein himmelweiter Unterschied, der zudem auch bei verschiedenen Sammelgebieten unterschiedlich ist - leider!

Haben wir eine einzelne Marke mit einem Katalogwert im Bereich von um 1.000.- Michel-€, einwandfreie Qualität und ggfls. kompetent geprüft, wird sich über eine Auktion ein Verkaufspreis von etwa 150.- - 250.- € erzielen lassen, in Einzelfällen (schöner Stempel, Randstück, etc. etc.) auch etwas mehr. Von diesem Preis werden Provisionen und Losgebühren und Steuer etc. abgezogen, im Durchschnitt 25%. (Eine Selbstvermarktung z.B. über Ebay erfordert sehr viel Zeit und Wissen, ebenso ein Händchen für attraktive Angebotstexte. Auch hat das Finanzamt mitunter ein Auge auf eine eventuelle gewerbliche Aktivität.)

Bei der angesprochenen Bogenware wäre das Beispiel 100 Marken x 1.- € = 100.- € Katalogwert eine "Milchmädchenrechnung", leider! Auch hier sind viele auch qualitative Aspekte zu berücksichtigen! Sind die Bogenränder einwandfrei? Sind auf den Bogenrändern zusätzliche Besonderheiten, z.B. Aufdrucke, Drucker- und/oder Druckereizeichen, etc., sind viele (auch nicht katalogisierte) Plattenfehler enthalten, kann sich hierdurch ein deutlich höherer Katalogwert ergeben.

Ein "stinknormaler" Bogen mit einem Katalogwert von 100 Michel-€ wird von vielen Auktionshäusern als Einzellos nicht angeboten, sondern meist nur als "Lot", z.B. 10 Bögen im Gesamtkatalogwert von rund 1.000.- €. Aber, der Ausrufwert liegt eher im Bereich von 5 - 10 %, also 50.- - 100.- € abzüglich, siehe oben.

Auch die Beliebtheit eines Sammelgebiets spielt beim Verkauf eine große Rolle.

Bitte richtig verstehen: Bei einem Gesamt-Katalogwert in Höhe von 1 Mio Michel-€ !!! kann der realistisch erzielbare Verkaufserlös zwischen 2.500.- - 100.000.- € liegen. Ein kleines Album, gefüllt mit altdeutschen Spitzenwerten wie Bayern-Einser, Sachsendreier oder anderen klassischen Werten würde sicher den vorgenannten Spitzenpreis (oder mehr) erzielen.

Andererseits (dies als gesonderter Hinweis) gibt es einige Händler, die "große" Posten mit Riesen-Katalogwerten für "supergünstige" und "einmalige" nur 2.500.- € anbieten, dies um mindestens den Faktor 10 überteuert.

Das Thema ist insgesamt extrem komplex. Auch aus diesem Grunde ist die Kooperation mit Auktionshäusern (Berufsphilatelisten) empfehlenswert, denn diese haben es regelmäßig mit allen Sammelgebieten zu tun und haben etliche absolute Spitzenstücke auch bereits selbst gesehen. Generell lässt sich sagen, je stärker Sie den Gesamtbestand vereinzeln können, desto mehr lässt sich vermutlich erlösen. Das Vereinzeln erfordert aber viel philatelistisches Knowhow. Lassen Sie sich daher von mehreren Auktionshäusern ein Angebot machen.

Viel Erfolg und ein glückliches Händchen - Klaus
 
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