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Thema: Portugal Ganzsachenausschnitte
Thomas71 Am: 24.03.2020 16:56:19 Gelesen: 620# 1 @  
[Beiträge [#1] bis [#7] redaktionell in dieses neue Thema verschoben]

Hallo an alle,

es hat sich ja nun länger nichts mehr getan hier im Forum, also wird es Zeit, dass man es wieder aufgreift.

Erst einmal Danke für die tollen Beiträge und Bilder, dadurch habe ich eine Menge gelernt und mir einen vernünftigen Katalog besorgt. Der Mundifil ist ein Super Werkzeug und meiner Meinung nach unverzichtbar, wenn man Portugal, vor allem Klassik, sammelt.

Nun habe ich eine Marke erworben, die ich nicht zuordnen kann.



Laut Michel wäre es die 39, aber da nur gezähnt und in grün, im Mundifil ebenso.

Die Prägung ist sehr gut und das Papier leicht bräunlich.

Wäre super, wenn mir jemand weiter helfen könnte und wünsche allen, dass wir gut durch die Zeit kommen.

Beste Grüße Thomas
 
JohannesM Am: 24.03.2020 17:36:37 Gelesen: 611# 2 @  
@ Thomas71 [#1]

Wenn du die Marke im Michel nicht findest, wird es wohl ein Ganzsachenausschnitt sein.

Beste Grüße
Eckhard
 
buzones Am: 24.03.2020 18:25:20 Gelesen: 595# 3 @  
@ Thomas71 [#1]
@ JohannesM [#2]

Ganz genau: Ein Ausschnitt aus dem Ganzsachenumschlag Michel-Nr. U2 von 1879; 50 Reis rosa.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Thomas71 Am: 25.03.2020 08:03:20 Gelesen: 565# 4 @  
Hallo,

und vielen Dank für die schnellen Antworten.

Leider ist in meinen Katalogen mit Ganzsachen nichts vermerkt. Briefumschlag würde die Papierdicke erklären, aber warum so ein tiefer Prägedruck
und auf der Rückseite Gummi?

In welchem Katalog sind die Ganzsachen mit enthalten, oder eventuell ein Bild aus dem Katalog hier einstellen?

Viele Grüße

Thomas
 
JohannesM Am: 25.03.2020 11:33:22 Gelesen: 551# 5 @  
@ Thomas71 [#4]

Ich kann nur mit einem Auszug aus dem Ascher von 1925 dienen, aber so ein Ausschnitt hat keinen monetären Wert, da die Ganzsache ja zerstört ist.



Beste Grüße
Eckhard
 
Cantus Am: 25.03.2020 19:45:50 Gelesen: 533# 6 @  
@ Thomas71 [#4]

Hallo Thomas,

hier is ein Ausschnitt aus dem US-amerikanischen Higgins & Gage:



Das, was du zeigst, ist garantiert ein Ausschnitt aus dem Umschlag U2, wie Ralf schon geschrieben hat. Der komplette Umschlag hatte 1973 einen Katalogwert von 0,75 US-Dollar, ein loser Ausschnitt ist aber wertlos.

Viele Grüße
Ingo
 
Thomas71 Am: 26.03.2020 08:27:19 Gelesen: 515# 7 @  
Besten Dank für eure Hilfe.

Bedauernswert ist, dass im Michel darüber gar nichts steht. Das eigentliche Wissen muss man sich, zum Glück gibt es die Philaseiten, hier holen, der Michel ist nur (habe ich, habe ich nicht) eine Orientierung was es alles geben kann.

Gerade bei den Klassik Marken geschnitten gibt es Neudrucke aus verschieden Zeiten, aber wie unterscheidet man die?

Der Mundifil ist da sicher eine Hilfe, man muss sich halt alles übersetzen. Es bleibt ein Interessantes und schönes Sammelgebiet.

Viele Grüße

Thomas
 
DL8AAM Am: 26.03.2020 18:46:52 Gelesen: 488# 8 @  
@ Thomas71 [#4]

Briefumschlag würde die Papierdicke erklären, aber warum so ein tiefer Prägedruck und auf der Rückseite Gummi?

Ein "postfrischer" GAA mit rückseitigem Gummi wäre schon recht ungewöhnlich. Denkbar wäre hier u.a., dass in Portugal damals GAA regulär zur Frankatur zugelassen waren (wäre weltweit gesehen nicht wirklich etwas außergewöhnliches) und dass hier jemand (womöglich ein Händler) u.U. eine größere Charge rumliegender alter GA (womöglich in einer nun unpassenden Wertstufe) in GAA umgewandelt und diese GAA dann (nach-) gummiert hat, u.U. um diese GAA dann als Frankaturware zu verkaufen. Soweit eine Idee einer möglichen "legalen" Anfertigung, wenn man nicht immer gleich an einen Betrugsversuch denken will.

Auch wenn Ingo es immer wieder schreibt ;-) "ein loser Ausschnitt ist aber wertlos.", gilt das nicht zwingend für alle Gebiete und Markt-Länder. Insbesondere "klassische" GAA haben oft durchaus einen Handelswert, zwar in aller Regel nicht in Deutschland oder Europa, und auch nicht "so teuer", aber in den USA werden GAA noch immer ganz "normal" gesammelt, gehandelt und selbst weiterhin katalogisiert. Nur, wenn schon die intakte GA nicht einmal 1$ kostet, dann wird selbst in den USA, der GAA maximal im "5 Cent-Buch" zu verkaufen sein, maximal.

Nichtsdestotrotz sind "historische" GAA von solchen klassischen Ausgaben nichts für den Papierkorb! Man macht heute zwar keine (!) GAA mehr, aber alte haben trotzdem ihre Weiterlebensberechtigung.

Beste Grüße
Thomas
 
Lars Boettger Am: 26.03.2020 19:23:18 Gelesen: 481# 9 @  
@ Thomas71 [#4]

und auf der Rückseite Gummi?

Hallo Thomas,

Prägedruck war nicht ungewöhnlich, schon 1843 gab es die ersten englischen Ganzsachen mit Prägedruck.

Für die Gummierung gibt es eine sehr einfache Erklärung: Ein Briefmarkenverfälscher hat den GAA für eine ungebrauchte Marke ohne Gummierung gehalten und sie gummiert. Leider ist das Rückseitenbild nicht wirklich gut, hier würde ich empfehlen, die Marke auf einen Scanner zu legen und mit 600 DPI zu scannen und dann noch einmal einzustellen.

Oder Du betrachtest Dir die Ränder unter einer guten Lupe (neunfache Vergrößerung) - auf der Schnittfläche dürfte keine Gummierung sein. Ist sie es, dann spricht das für eine Nachgummierung des GAA. Habe ich zwar auch noch nie gesehen, kann mir so etwas aber gut vorstellen. Ein Indiz für Nachgummierung ist auch Gummi auf der GAA-Vorderseite.

Vielleicht sehe ich die Welt als schlechten Ort an und die Erklärung ist ganz unschuldig (Frankaturware). Aber warum sollte sich jemand diese Mühe machen, wenn man die GAAs mit etwas Klebstoff auch verwenden kann. Dann schon eher ein versuchter Betrug.

Beste Grüße!

Lars
 
Cantus Am: 27.03.2020 13:04:45 Gelesen: 461# 10 @  
@ Lars Boettger [#9]

Hallo Lars,

mir ging dazu noch durch den Kopf, dass es sich als letzte Variante um einen Probedruck handeln könnte, aber warum sollte jemand den ausschneiden und dann noch gummieren? Informationen dazu habe ich weder bei Michel noch bei Ascher noch bei H&G gefunden.

Viele Grüße
Ingo
 
JohannesM Am: 27.03.2020 13:41:21 Gelesen: 455# 11 @  
@ Thomas71 [#7]

Bedauernswert ist, dass im Michel darüber gar nichts steht

Natürlich steht das im Michel, aber da mußt du dir eben den Ganzsachenkatalog beschaffen.

Beste Grüße
Eckhard
 
DL8AAM Am: 27.03.2020 14:04:18 Gelesen: 445# 12 @  
@ Lars Boettger [#9]

Vielleicht sehe ich die Welt als schlechten Ort an und die Erklärung ist ganz unschuldig (Frankaturware). Aber warum sollte sich jemand diese Mühe machen, wenn man die GAAs mit etwas Klebstoff auch verwenden kann. Dann schon eher ein versuchter Betrug.

War ja auch nur eine Idee, um eben nicht immer nur gleich das Böse im Menschen zu sehen. Denkbar wäre halt, das ein großer Händler eine größere Charge ("Tausende") ungenutzter Ganzsachen rumliegen hatte, er den Wertstempel vom "Praktikanten" hat auschneiden lassen, dann hat er die alle privat nachgummiert, um diese zur Verwendung als "normale Frankatur" weiterzuverkaufen. Falls Portugal überhaupt mal regulär GAA zur Frankatur zugelassen haben sollte. Wie gesagt denkbar, aber in aller Regel ist immer die einfachste Idee (d.h. Betrugsversuch) die richtige. Deshalb liegst Du wahrscheinlich auch richtiger.

Beste Grüße
Thoma
 
Martin de Matin Am: 27.03.2020 15:12:50 Gelesen: 437# 13 @  
@ Thomas71 [#1]
@ JohannesM [#5]

Ich hätte ein paar kleine bescheidene Fragen.

Ist der Ganzsachenausschnitt schlecht eingescannt worden?
Hat die originale Ganzsache wirklich so ein merkwürdiges "rosa"?

Ich persönlich halte die Farbe eher für orange. Bei der Markenausgabe im gleichen Motiv wird die Farbe für die 25 Reis als rosa angegeben, aber dieses rosa hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Farbe des "Ganzsachenausschnitts". Auch die Briefmarkenausgabe hat einen sehr tiefen Prägedruck der alle weissen Flächen innerhalb des Markenbildes betrifft.



Gruss
Martin
 
Lars Boettger Am: 27.03.2020 17:31:22 Gelesen: 416# 14 @  
@ DL8AAM [#12]

Hallo Thomas,

das kann man nicht ausschließen, dass sich das so abgespielt hat. Um hier eine finale Antwort zu finden, bräuchten wir einen Portugal-Spezialisten.

@ Martin de Matin [#13]

Hallo Martin,

meine Vermutung wäre ein Foto mit einer Mobiltelefonkamera. Bei einem Scan liegt die Marke in der Regel flach auf dem Scanner (siehe Deine 25 Reis-Marke). Die exakte Darstellung von Farben am Bildschirm ist sowieso eine Wissenschaft für sich.

Beste Grüße!

Lars
 
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