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Thema: Berlin Portostufen Wertbriefe
hubtheissen Am: 25.12.2020 12:52:38 Gelesen: 4059# 1 @  
Hallo,

als drittes Gebiet, für das ich gerne Wertbriefe und ihre Portostufen vorstellen möchte, ist Berlin.

Ich fange einmal an mit einem Wertbrief der 2. Gewichtsstufe (20 - 250 g) und einem Versicherungswert von 500 DM, der als weitere Zusatzleistung noch eine Nachnahme über 398,85 DM hatte.

Im Tarifzeitraum von 01.06.1949 - 30.06.1954 setzte sich das Briefentgelt zusammen aus:

0,40 DM Porto für den Fernbrief + 0,75 DM Versicherungsgebühr bis 500 DM + 0,30 DM Nachnahmegebühr = 1,45 DM.

Auf dem nachstehenden Brief von Berlin nach Hanau vom 22.12.1949 wurde das Beförderungsentgelt durch 2 x 60 Pfg. Rotaufdruck, 2 x 10 Pfg. Bauten I und 1 x 5 Pfg. Bauten I aufgebracht.



Natürlich ist jeder herzlich eingeladen, hier Wertbrief und Portostufen zu zeigen.

Gruß

Hubert
 
Frankenjogger Am: 25.12.2020 19:36:57 Gelesen: 4034# 2 @  
Hallo Hubert,

ein schönes Thema, das du hier eröffnest und, du beginnst natürlich wieder auf einem sehr hohen Niveau!

Wertbriefe aus der Berliner Anfangszeit, also der Jahre 1948-1950, sind generell seltene Belege, egal ob Frankaturen mit Schwarz-, Rot-, Grün-Aufdrucken, Stephan oder Bauten I. Mischfrankaturen bzw. Buntfrankaturen sind es eh meist, Einzel- oder Mehrfachfrankaturen wären Raritäten.

Ich habe, obwohl ich Berlin-Sammler bin, bisher keinen Beleg mit Schwarz- oder Rotaufdrucken, die sind immer teuer! Was ich zeigen kann, ist ein Briefstück, und das auch noch 5 Pf überfrankeirt. Aber auch solch ein Stück muss man erst einmal haben.

Das Porto errechnet sich aus: Brief 2. Gew. 40 Pf, Wert-Behandlung 60 Pf, Gebühr je 500 DM 15 Pf mach 115 Pf. Das galt ab dem 1.6.1949.



Ich bin gespannt, wie du weiter machst,
Klemens
 
hubtheissen Am: 26.12.2020 14:28:43 Gelesen: 4010# 3 @  
@ Frankenjogger [#2]

Hallo Klemens,

prima, dass Du aus Deinem Fundus auch in diesem Thema schöne Briefe zeigen willst.

Ich mache mal mit einem Brief aus der kurzen Tarifperiode vom 01.03.1963 bis 01.04.1964 weiter.

Der Brief der 2. Gewichtsstufe (40 Pfg. Porto), einem Versicherungswert von 4.000 DM (Versicherungsgebühr 8,00 DM) und einer Luftpostbeförderung Inland (4 x 5 Pfg LP-Gebühr) zeigt eine MiF der Ausgaben Stadtbilder, Bedeutende Deutsche und Alt-Berlin.



Gruß

Hubert
 
notna1 Am: 11.04.2021 17:09:50 Gelesen: 3756# 4 @  
Hallo zusammen,

von mir hier ein Scan von einem Wertbrief mit einer Berliner Bauwerke-Frankatur.

Wie sich das Porto von 10,70 DM zusammensetzt, weiss ich leider nicht.
Eventuell: 10 x 1,00 DM Gebühr für Wertsendung plus 0,70 DM für Porto.

Der schwer zu entziffernte Poststempel stammt wohl aus dem Jahr 1970.

Viele Grüße

notna1


 
hubtheissen Am: 11.04.2021 17:48:49 Gelesen: 3748# 5 @  
@ notna1 [#4]

Hallo notna1,

einen schönen Brief zeigst Du hier.

Mit Deiner Vermutung bezüglich des Beförderungsentgelts hast Du recht.

Das Porto für einen Brief in der 3. Gewichtsstufe (100 - 250 g) kostete 70 Pfg. Für die ersten 500 DM Versicherungswert waren 1,00 DM fällig und dann für jede weiteren 500 DM 1,00 DM. Das sind dann 10,00 DM für 4,900 DM.

Gruß

Hubert
 
notna1 Am: 11.04.2021 20:09:55 Gelesen: 3739# 6 @  
@ hubtheissen [#5]

Hallo,

"Danke" für Deinen Beitrag.

Ich habe wegen der Portohöhe ja auch vorher nachgesehen und dabei etwas gefunden.

In der "Porto-Fibel Deutschland" aus dem Stollberger BM Verlag steht unter der Porto-Periode 01.04.1966 - 31.08.1971 bei "Wertbriefe":

Briefgebühr plus bis 500,- DM 100 Pf
jede weitere 500,- DM 80 Pf
 

Dickes Fragezeichen von mir!

Viele Grüße

notna1
 

hubtheissen Am: 11.04.2021 20:43:47 Gelesen: 3734# 7 @  
@ notna1 [#6]

Hallo notna1,

in der Gebührenordnung, die ab dem 01.04.1966 galt, steht, dass je 500 DM Versicherungswert 1 DM Gebühr anfällt.

Dies steht auch so im Michel Postgebührenhandbuch.

Komischerweise weist das ansonsten sehr gute Posthandbuch 1945-1992 von Hr. Steven da eine Lücke auf. Für den Tarifzeitraum ab dem 01.03.1963 steht dort für die ersten 500 DM 1 DM und für jede weiter 500 DM 0,80 DM. Dies steht so nicht im Michel Handbuch, sondern dort werden für jede weiter 500 DM 1 DM Gebühr aufgeführt.

Zumindest ab dem 01.08.1964 waren lt. der Postgebührenodnung auf jeden Fall 1 DM je 500 DM fällig. Davon findet sich im Posthandbuch nichts, dort werden erst wieder für die Tarifzeiträume ab dem 01.09.1971 Angaben gemacht.

Ich vermute hier mal einen Fehler in der Porto-Fibel.

Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 08.09.2021 21:03:26 Gelesen: 3214# 8 @  
Hallo,

diesmal eine vermutlich philatelistisch beeinflusste, aber gelaufene, Portostufen-Spielerei.

Der Wertbrief mit Rückschein von Berlin nach Cuxhaven vom 20.12.1991 ist mit einem 5er-Streifen + Leerfeldern der Mi. 539 als Rollenmarke (1,00 DM für den Brief + 6,00 DM Versicherungsgebühr + 2,50 DM Rückschein = 9,50 DM).

Der Rückschein wurde als Einschreiben zurückgesendet und ist 2,50 DM wohl bereits in Berlin frankiert worden.





Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 09.01.2022 19:32:55 Gelesen: 2898# 9 @  
Hallo,

ich habe mal wieder einen interessanten Wertbrief-Zugang.

Der Brief ging am 04.05.1956 vom bekannten Berliner Auktionator Heinrich Salomon per Luftpost nach Bad Tölz und war mit 2.000 DM versichert. Der Brief ist gesiegelt und hat einen Ankunftsstempel.

Der Brief (104 g) kostete im Tarif bis 250 g 40 Pfg. Dazu kamen 1,30 Versicherungsgebühr für einen Wertbrief bis 2.000 DM und 30 Pfg. LP-Zuschlag (6 x 0,05 DM für je 20 g Gewicht).

Er ist portorichtig mit 2,00 DM mit der für Briefmarkenhändler üblichen Buntfrankatur freigemacht. Ich hätte den Brief aber auch genommen, wenn 2 x 1 DM Stadtansichten oder eine 2 DM Bauten I drauf gewesen wären. ;-)



Gruß

Hubert
 
Frankenjogger Am: 26.01.2022 19:53:51 Gelesen: 2755# 10 @  
@ hubtheissen [#9]

Ich hätte den Brief aber auch genommen, wenn 2 x 1 DM Stadtansichten oder eine 2 DM Bauten I drauf gewesen wären. ;-)

Das glaube ich dir gerne. :-)

Ich zeige auch mal wieder einen Wertbrief, heute mit der Dauerserie Bedeutende Deutsche. Der Brief wurde im September 1965 von Berlin 311 (früher Berlin-Halensee 2) per Luftpost nach Hersel Kreis Bonn, postlagernd verschickt. Der Brief wog 313 g, der Wert war 1,231,- DM und beinhaltete wohl Geld.

Die Gebühr berechnet sich wie folgt: Brief (251 - 500 g) 70 Pf, Luftpost 16x 5 Pf = 80 Pf und Wertgebühr 3,00 DM (je angefangene 500,- Wert, 1,00 DM).
Frankiert sind für die 4,50 DM Porto 2x 2 DM plus 2x 25 Pf Bedeutende Deutsche.



Mittwochsgrüße,
Klemens
 
hubtheissen Am: 29.05.2022 17:15:28 Gelesen: 2436# 11 @  
Hallo,

heute zeige ich einen Nachnahme-Wertbrief von Berlin nach München vom 05.11.1968, der mit 1.500 DM versichert wurde. Der Brief der 2. Gewichtsstufe kostete 0,50 DM, die Nachnahmegebühr betrug 0,80 DM und die Versicherungsgebühr bis 1.500 DM 3,00 DM = 4,30. Portorichtig frankiert wurde der Brief mit 4 x 1,00 DM Brandenburger Tor und 1 x 0,30 DM Brandenburger Tor. Die Stempel sind leider nur schlecht lesbar, aber die Ankunftsstempel auf der Rückseite bestätigen meine Lesart.



Gruß

Hubert
 
Frankenjogger Am: 21.10.2022 20:40:25 Gelesen: 1966# 12 @  
@ Frankenjogger [#2]

Vor zwei Jahren schrieb ich noch, dass ich keinen Wertbrief mit Schwarzaufdrucken habe.

Das hat sich dieses Jahr geändert.

Das Problem bei Wertbriefen aus Berlin mit Schwarzaufdruck war die Berlin-Blockade. Alle Post wurde über die Luftbrücke transportiert, außer Wertbriefe. Die liefen noch über Ost-Berlin und per Bahn durch die SBZ. Das Risiko von Verlusten war im Luftverkehr wohl zu groß. Das Problem des Transfer durch die SBZ war die Kontrolle durch die Ostzone. Man muss annehmen, dass alle Wertbriefe geöffnet wurden und sicher wurde nicht aller Inhalt im Brief gelassen. Wertbriefe zu verschicken, und das galt auch in die SBZ, war ein Risiko. Entsprechend wurden wenig Wertbriefe verschickt.

Mein Brief ging am 3.10.1948 von Berlin-Friedenau 1 nach Gmund am Tegernsee (Ankunft 18.10.1948). Der Brief wog 17 g. Die Gebühr berechnete sich zu der Zeit wie folgt: Fernbrief 24 Pf, Wert-Behandlungsgebühr (über 100 DM Wert) 1,00 DM, plus 20 Pf je 500,- DM Wert, also 1,44 DM.

Die lange Laufzeit deutet schon eine entsprechende Wartezeit aufgrund der Inhaltskontrolle an.



Viele Grüße,
Klemens
 
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