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Thema: Irland: Gebühr für Schecks
philamueller Am: 10.06.2021 17:05:14 Gelesen: 814# 1 @  
Ich habe zwei Schecks aus Irland gefunden, die jeweils einen Stempel über 3 Pence haben. Das sieht nach eine Steuer für den Scheck, wie in Deutschland die Wechselsteuer, aus.

Meine Fragen:

- wann gab es diese Steuer
- wann wurde sie berechnet? Bei der Ausgabe des Formulars oder bei Einreichung des Schecks?


 
Quincy Am: 11.06.2021 07:33:50 Gelesen: 794# 2 @  
@ philamueller [#1]

Bislang hat offensichtlich niemand Antworten auf deine Fragen. Als Irlandsammler interessieren sie mich jedoch auch. Deshalb werde ich deine Fragen einmal in die Forschungs- und Arbeitsgemeinschaft Irland [1] und in die Eire Philatelic Association [2] tragen. In beiden Gemeinschaften bin ich Mitglied.

Gruß
Hans-Jürgen

[1] http://www.fai-germany.de/ger/index.html
[2] https://eirephilatelicassoc.org/
 
jmh67 Am: 11.06.2021 10:52:10 Gelesen: 784# 3 @  
Spezifisch zu Irland kann ich nichts sagen, aber in der Schilling-Ära war auf den britischen Inseln und überhaupt im ehemaligen britischen Weltreich eine Steuer ("stamp duty") auf Schecks fällig. Von 1782 bis 1853 betragsabhängig, von 1853 bis 1918ein Penny, von 1918 bis 1971 zwei Pence (im UK). Die musste der Aussteller bezahlen, sie wurde gelegentlich auch mit Briefmarken (Stichwort: "Postage & Revenue") beglichen. Siehe [1] - "Taxes and stamp duty". Irland machte ja ab den frühen Zwanzigern sein eigenes Ding, daher vielleicht der höhere Steuerbetrag, aber die Gebräuche blieben den britischen doch ähnlich.

[1] https://www.chequeandcredit.co.uk/information-hub/history-cheque/taxes-and-stamp-duty
 
philamueller Am: 14.06.2021 11:35:05 Gelesen: 728# 4 @  
Herzlichen Dank für die sehr hilfreichen Hinweise. Besonders die Web-Adresse ist besonders interessant. Eine on-line-Suche ist bei Schecks und Steuer sehr schwierig; man bekommt jede Menge Hinweise zur Zahlung der persönlichen Steuer oder Steuererstattungen per Scheck.
 
Quincy Am: 14.06.2021 13:07:08 Gelesen: 718# 5 @  
@ philamueller [#4]

Freitababends nehme ich bisweilen an einem Online-Treffen irischer Philatelisten teil. Dabei sind absolute Spezialisten, denen ich deine Belege - deine Zustimmung voraussetzend - gerne einmal zeigen werde. Sollten dabei interessante Details zutage kommen, werde ich sie hier kundtun.

Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
philamueller Am: 15.06.2021 10:54:43 Gelesen: 688# 6 @  
@ Quincy [#5]

Die Bilder kannst du gern weitergeben. Ich bilde sie auch im nächsten Nachrichtenblatt der Arge Münzen und Geldwesen ab [1].

Ich war auch etliche Jahre in der FAI, habe das sammeln von Irland aber weitgehend aufgegeben, da mich das Geldwesen auslastet.

Viele Grüße
Werner

[1] http://www.arge-geld.de
 
Quincy Am: 02.07.2021 23:08:57 Gelesen: 423# 7 @  
@ philamueller [#6]

Hallo Werner,

heute habe ich deine irischen Schecks in unserem irisch-philatelistischen Online-Meeting gezeigt und einige Informationen dazu erhalten:

Bei den magentafarbenen Rauten handelt es sich um Maschinenstempel, die analog zu postalischen Absenderfreistempel für Schecks und auch andere gebührenpflichtige Papiere fungierten. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch das Datum, das - wie sollte es auch anders sein - sich jeden Tag änderte oder wenigsten ändern sollte. Auf den beiden Schecks sind die Datumsangaben vom 18.12.61 und 23.06.62 zu erkennen. Oben im Stempelabschlag steht der Tag, links unten der Monat und rechts unten das Jahr.

Wenn die Schecks durch die Stempelmaschine gezogen wurden, lagen sie manchmal nicht genau auf dem Durchzug, weshalb die Stempelabschläge dann leicht schräg erscheinen, wie auch bei den beiden gezeigten Exemplaren.

Wann genau welche Gebühren für solche Schecks galten, konnte heute Abend leider nicht geklärt werden. Jedenfalls begannen diese Gebühren bereits in den späten 1950er Jahren mit 1 Pingin und steigerten sich bis 1962 bis auf 3 Pingin.

Was als Besonderheit vermerkt wurde, ist, dass einer der beiden Schecks in irischer Sprache abgefasst ist.

'Phile' Grüße
Hans-Jürgen
 
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