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Thema: Umstellung auf 4-stellige PLZ durch Aufnullung am Beispiel Hanau und Burghaun
StephanN Am: 07.11.2021 16:00:44 Gelesen: 2828# 1 @  
Stempel HANAU AM MAIN vs HANAU

Liebe Sammlergemeinde,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit den Poststempeln in Hanau seit der Einführung der 4-stelligen Postleitzahlen im Jahr 1962 bis heute. Die 1970er Jahre waren was die Poststempel betrifft besonders ereignisreich. Zum einen wurde ab 1974 wie in bei anderen Postämtern auch die Postleitzahl von Hanau von 645 auf 6450 „aufgenullt“. Zum anderen wurde ab Mitte der 1970er Jahre die bisherige Ortsbezeichnung im Poststempel von „HANAU AM MAIN“ auf „HANAU“ verkürzt. Beide Änderungen waren nicht streng miteinander verknüpft. So findet man sowohl Poststempel „645 HANAU“ als auch „6450 HANAU“. Andersherum habe ich bisher nur Stempel „645 HANAU AM MAIN“, aber keinen Stempel „6450 HANAU AM MAIN“ gefunden.

Meine augenblickliche Schlussfolgerung daraus ist die, dass die für alle Postämter geltende Verfügung/Weisung zum „Aufnullen“ der Postleitzahl später gekommen ist als die nur für die Hanauer Postämter geltende Weisung, die Ortsbezeichnung im Stempel wie oben beschrieben zu ändern.

Trotz Suche in diversen Datenbanken, Nachfrage beim Stadtarchiv Hanau und bei lokalen Sammlervereinen habe ich bisher keine Dokumente gefunden, die Aufschluss über den „Startschuss“ für die o.g. Änderungen im Poststempel geben. Darüber hinaus interessiert mich auch der Grund für die Namensverkürzung von "HANAU AM MAIN" zu "HANAU".

Ich wäre froh, wenn ich auf dieser Plattform Hilfe zu dieser Frage erhalten könnte und freue mich über jede Antwort.

Viele Grüße
Stephan
 
Stefan Am: 07.11.2021 17:27:56 Gelesen: 2804# 2 @  
@ StephanN [#1]

Ich arbeite mich aktuell (seit Monaten) durch einen großen Haufen Kiloware (etwas weniger als ein Bananenkarton voll Firmenpost), welche ca. 35 Jahre lang angesammelt und für eine spätere Aufarbeitung beiseite gelegt wurde. Dabei kristallisiert sich zwangsläufig die postalische Entwicklung eines in Hessen gelegenen größeren Dorfes ab ca. 1975 bis 2010 heraus, ca. 100 km von Hanau entfernt. Jahrzehntelang ist auch viel Frankatur auf Wunsch des Absenders an den Absender zurückgegeben worden.

Das von dir angesprochene Aufnullen auf vier Stellen in der Postleitzahl ist in meinem Fall nicht relevant (trotz mehrerer Poststempel mit unterschiedlichen Unterscheidungsbuchstaben).

Wenn ich mich allerdings recht entsinne, gab es ca. 1975 die Anweisung der Bundespost, dass neu zu beschaffende Stempel vier Ziffern in der Postleitzahl aufweisen müssen. Dies galt nicht nur für Poststempel sondern auch für Absenderfreistempel. Dennoch kommen ein- bis dreistellige Postleitzahlen in Poststempeln bis zur Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen (01.07.1993) vor.

Bisher noch ohne Aufarbeitung ist die Umstellung der Poststempel in der Inschrift. Diese wurde bei dem Dorf um die Postamtziffer ergänzt. Die Änderung dürfte Mitte der 1970er Jahre erfolgt sein (Anlass unbekannt). Die 1990er Jahre sind bezüglich der Umstellung der Postleitzahlen (1993) sowie Privatisierung der Post (1995) + Umwandlung der Hauptpost in eine Postagentur (in meinem Fall 1998) interessant.

Trotz Suche in diversen Datenbanken, Nachfrage beim Stadtarchiv Hanau und bei lokalen Sammlervereinen habe ich bisher keine Dokumente gefunden, die Aufschluss über den „Startschuss“ für die o.g. Änderungen im Poststempel geben.

Generell kannst du versuchen, einen Hinweis in den vom Zeitraum her passenden Postamtsblättern der Deutschen Bundespost zu finden - speziell zum Thema Aufnullen (mit Sicherheit eine bundesweit gültige Verfügung) und ggf. uch zur Änderung der Ortsbezeichnung von "HANAU AM MAIN" auf "HANAU" (ggf. bundesweit gültig, ggf. lediglich auf die OPD begrenzt). Vielleicht hast du bezüglich der Amtsblätter in den philatelistischen Bibliotheken Glück. Ansonsten wäre auch die digitale Sichtung von Universitätsbibliotheken ein Versuch wert.

Lässt sich feststellen, ob bzw. wo die Unterlagen der Oberpostdirektion (OPD) Frankfurt/Main archiviert worden sind? Kann man dir ggf. diesbezüglich im Archiv von Frankfurt/Main bzw. Hanau helfen? ich nehme an, dass Hanau aufgrund der geographischen Lage (Speckgürtel von Frankfurt) zur OPD Frankfurt/Main gehört hat.

Gruß
Stefan
 
StephanN Am: 07.11.2021 18:46:18 Gelesen: 2767# 3 @  
@ Stefan

Vielen Dank für deine Anmerkungen. Den Begriff Amtsblatt werde ich gleich mal als Suchwort in den diversen Datenbanken ausprobieren.

Zu deiner Feststellung

Bisher noch ohne Aufarbeitung ist die Umstellung der Poststempel in der Inschrift. Diese wurde bei dem Dorf um die Postamtziffer ergänzt. Die Änderung dürfte Mitte der 1970er Jahre erfolgt sein (Anlass unbekannt).

folgende Anmerkung von mir:

Mitte der 70er Jahre wurde in ganz Deutschland eine Gebiets- und Verwaltungsreform durchgeführt, bei der kleinere Gemeinden einer grösseren Gemeinde angeschlossen oder unter neuem Namen zusammengefasst wurden. Auch kleinere Landkreise und bisher kreisfreie Städte wurden zu neuen (Groß-)Landkreisen zusammengeschlossen. Da auch die ehemals kreisfreie Stadt Hanau zum 01.07.1974 im neugeschaffenen Main-Kinzig-Kreis aufgegangen ist, vermute ich, daß die etwa zeitgleich zu beobachtende Verkürzung des Ortsnamens "HANAU AM MAIN" zu "HANAU" im Poststempel eine Folge der Gebietsreform ist. Aber es ist wie gesagt nur eine Vermutung und deshalb bin ich auf der Suche nach Dokumenten, welche diese Vermutung bestätigen.

Auch die von dir erwähnte Ergänzung des Ortsnamens um die Postamtziffer könnte mit der Gebietsreform zu tun haben, wenn z.B. einige bisher selbständige Gemeinden mit eigenem Postamt in "dein" Dorf eingemeindet wurden.

Nochmals: Alles nur Vermutung, zur Bestätigung müssen Dokumente her. Aber sonst wäre es ja langweilig.

Einen schönen Restsonntag wünscht
Stephan
 
Christoph 1 Am: 07.11.2021 19:43:12 Gelesen: 2749# 4 @  
@ StephanN [#3]

Hallo Stephan,

die erste Verwendung eines Poststempels (nicht AFS) mit Ortsbezeichnung HANAU (ohne Zusatz) finde ich in den beiden relevanten Stempeldatenbanken am 21.2.1972. Da in der Folge zahlreiche weitere Abschläge in kurzen zeitlichen Abständen dokumentiert sind, gehe ich davon aus, dass die Einführung dieser Stempel nicht allzu lange vor dem Februar 1972 erfolgt sein kann. Sonst gäbe es dazu in den Datenbanken auch die entsprechenden Nachweise.

Dass auch nach der Einführung neuer Stempelgeräte die vorhandenen älteren Stempel noch eine Weile weiter verwendet wurden, ist ganz normal. Das ist in allen Orten so.

Gehen wir also von einer postalischen Namensänderung zum Jahreswechsel 1971/1972 aus. Da gibt es demnach weder einen unmittelbaren Zusammenhang mit der deutschlandweiten Einführung der PLZ-Aufnullung, noch mit der Gemeindegebietsreform in Hessen (die war im Jahr 1974).

Leider kann ich Dir die Frage auch nicht beantworten, warum man bei der Post zwischen 1962 und 1972 auf den Zusatz "am Main" so viel Wert legte. Davor war dieser Zusatz ja in den Stempelgeräten (vor Einführung der PLZ 645) auch nicht enthalten gewesen. Auch meine erste Vermutung, dass der Zusatz eventuell der Abgrenzung von einem anderen, gleichnamigen, Ort gedient haben könnte, ließ sich nicht bestätigen. Ich habe keinen anderen Ort namens Hanau gefunden.

Ein ähnliches Beispiel ist mir aus meinem Sammelgebiet bekannt: Die Stadt Bad Driburg hatte bis Mitte/Ende der 1970er Jahre in allen Stempeln den Zusatz "Westf." also "BAD DRIBURG, WESTF" für Westfalen. Dieser Zusatz ist dann ab etwa 1979 entfallen. Die Gründe sind mir ebenfalls nicht bekannt.

Viele Grüße
Christoph
 
wheilmann Am: 07.11.2021 20:33:37 Gelesen: 2731# 5 @  
Hallo Stephan,

vielleicht helfen dir die von mir zusammengetragenen Informationen zu HANAU ein wenig weiter:



Gruß Wolfgang
 
StephanN Am: 08.11.2021 13:41:48 Gelesen: 2678# 6 @  
Hallo Christoph und Wolfgang,

Vielen Dank für die Vielzahl an Informationen. Ich brauchte erst mal einige Zeit, um alles zu verarbeiten.

Der von Christoph genannte Stempel HANAU 1 / sb / 645 vom 21.02.1972 spricht eine eindeutige Sprache. Da kann ich mich wohl von meiner These über einen Zusammenhang zwischen Namensänderung und Gebietsreform verabschieden. Aber das war ja der Zweck meiner Anfrage. Andererseits ist durch diesen Stempel meine Vermutung bestätigt, daß die Verfügung/Weisung zum "Aufnullen" der Postleitzahl erst später gekommen ist.

Allerdings erhebt sich jetzt für mich die neue Frage, wer über die Namensschreibung des Postortes und evtl. Änderungen zu entscheiden hat. Es hat ja den Anschein, daß der Vorsteher des lokalen Postamts einen Ermessensspielraum hat, ob Namenszusätze im Stempeltext erscheinen oder nicht. Als Konsequenz müsste ich auf der Suche nach Dokumenten zur Namensänderung von "HANAU AM MAIN" zu "HANAU" nicht in Datenbanken wie der Deutschen Digitalen Bibliothek oder BGBL suchen, sondern eher im Altaktenkeller des ehemaligen Hauptpostamts Hanau 1.

In diesem Sinne nochmals vielen Dank an Alle für euren bisherigen Input.

Gruß
Stephan
 
StephanN Am: 08.11.2021 14:17:01 Gelesen: 2666# 7 @  
Frage an den Forums-Administrator,

Wieso wurde der Titel meines Themas geändert.

Mir geht es bei meiner Anfrage primär darum, Informationen über die Namensänderung von "HANAU AM MAIN" zu "HANAU" zu erhalten. Daß das "Aufnullen" der Postleitzahlen in der gleichen Zeitperiode begann, habe ich nur aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt.

Ich finde, man sollte die Themen "Namensänderung in Poststempeln" und "Aufnullen" getrennt behandeln, um beide Threads nicht unnötig aufzublähen.

Gruß
Stephan
 
wheilmann Am: 08.11.2021 17:31:47 Gelesen: 2637# 8 @  
Hallo Stephan,

zum Thema "Aufnullen" hier die entsprechende Verfügung aus dem Jahre 1975:



Gruß Wolfgang
 
Richard Am: 08.11.2021 18:25:12 Gelesen: 2614# 9 @  
@ StephanN [#7]

Hallo Stephan,

Du bist Philaseiten Mitglied seit dem ersten Jahr und solltest diese tägliche Handhabung kennen, wenn Du bisher im Forum mitgelesen hast.

Beides hat miteinander zu tun. Zudem steht Hanau in der Überschrift und der Beitrag wird auch unter Deiner bisherigen Überschrift gefunden.

Und wir müssen die Ordnungskriterien einhalten, die einzigartig für deutsche Foren auf den Philaseiten zu finden sind und zu deren Beliebtheit beigetragen haben. Diese werden alleine (!) von der Redaktion festgelegt, wie Du in der Forumhilfe lesen kannst, auf welche immer wieder hingewiesen wird. [1]

Schliesslich kann die Zahl der Überschriften - jetzt 11.980 Themen - nicht beliebig und für jeden Ort ausgedehnt werden.

Die Beiträge von Stefan, Christoph und Wolfgang innerhalb von 24 Stunden sollten Dir weiterhelfen. Die Fragen zu Hanau können natürlich weiter diskutiert werden.

Schöne Grüsse, Richard

[1] https://www.philaseiten.de/s/hilfe.html#Forum_7
 
StephanN Am: 08.11.2021 19:59:03 Gelesen: 2598# 10 @  
Hallo Wolfgang,

Volltreffer. Genau das Dokument habe ich gesucht. Ich freue mich riesig. Verrätst Du auch, in welcher Datenbank du diese Verfügung gefunden hast? Oder lag die zufällig bei dir zuoberst in der Schublade?

Auf der Grundlage dieses Dokuments müsste auch der Eintrag in Wikipedia zum Stichwort Postleitzahlen [1] korrigiert werden, denn dort heisst es

Im Zuge der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung wurde 1974 in der Bundesrepublik das System der Postleitzahlen leicht verändert. Die vorher ein-, zwei- oder dreistelligen Postleitzahlen in größeren Orten wurden durch das Anfügen von Nullen auf vier Ziffern ergänzt. Dieses im Postdeutsch „Aufnullen“ genannte Vorgehen sollte alle postamtlichen Stempel und Formulare umfassen.

Ich denke, Dir als dem Finder dieses Dokuments gebührt die Ehre, die Korrektur bei Wikipedia einzureichen.

Nochmals vielen Dank für das Teilen des Dokuments.

Gruß
Stephan

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Postleitzahl_(Deutschland)
 
wheilmann Am: 08.11.2021 21:31:32 Gelesen: 2577# 11 @  
@ StephanN [#10]

Hallo Stephan,

danke für den Hinweis "Wikipedia", das kann ich dann dort selbst ändern.

Gruß Wolfgang
 
Christoph 1 Am: 08.11.2021 22:11:43 Gelesen: 2561# 12 @  
@ StephanN [#10]
@ wheilmann [#11]

Hallo Stephan, hallo Wolfgang,

ganz so einfach ist es nicht. Man muss ja unterscheiden zwischen der grundsätzlichen Einführung der "aufgenullten" PLZ (z.B. bei der Verwendung in der Anschrift und Absenderangabe) sowie bei der Verwendung in Poststempeln.

Ich vermute, dass sich das in der wikipedia genannte Datum auf die Einführung generell bezieht, während die von Wolfgang gezeigte Verfügung lediglich für die Poststempel "nachzieht". Insofern wäre auch eine Änderung bei wikipedia in diesem Fall falsch.

Weiterhin gilt natürlich, dass die von Wolfgang in [#8] gezeigte Verfügung nur bei der Anschaffung neuer Stempelgeräte Anwendung fand. Gleichzeitig wurden aber viele vorhandene Stempelgeräte ohne "Aufnullung" noch viele Jahre weiterverwendet, teilweise sogar bis zum Letzttag der 4-stelligen PLZ am 30.6.1993.

Die Verfügung aus dem Jahr 1975 ist übrigens bereits seit mindestens zwei Jahren hier im Forum verfügbar, sie wurde von unserem Forums-Mitglied filunski von der Poststempelgilde zur Verfügung gestellt [1].

Viele weitere Informationen, die für die hier aufgeworfenen Fragen interessant sind, finden sich im entsprechenden Forums-Thema [2], das im Laufe der Zeit um viele "Rand-Aspekte" ergänzt wurde, die nicht unbedingt zur seinerzeit gewählten Überschrift passen.

Das zeigt auch die Wichtigkeit der von Richard in [#9] nochmals erläuterten Vorgehensweise, die sich leider nachträglich nicht mehr optimal nachholen lässt, wenn die Beiträge bereits eine gewisse Eigendynamik entwickelt haben. In dem von mir seinerzeit gegründeten Thema zur Einführung der 4-stelligen PLZ (siehe [2]) beschäftigen sich die Beiträge ab #45 bis #62 mit der "Aufnullung" von PLZ, in den Beiträgen #67-#76 sowie #94-#119 geht es dann ebenfalls um andere Dinge (gleiche PLZ für Großstädte und benachbarte "Dörfer", die eigentlich mit dem ursprünglichen Thema nur "am Rande" zu tun haben, aber trotzdem interessant sind.

Viele Grüße
Christoph

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/193348
[2] https://www.philaseiten.de/thema/10753 -
 
wheilmann Am: 09.11.2021 20:30:10 Gelesen: 2514# 13 @  
Hallo Stephan, hallo Christoph,

meines Wissens sind in der damaligen Zeit alle Änderungen der Ortsbezeichnungen in den Tagesstempeln unter Beteiligung des Posttechnischen Zentralamtes in Darmstadt verfügt worden.

Das erste "Aufnullen" steht bereits im kleinen Postleitzahlbuch von 1961 auf der Seite 3 unten. So sollte das auch in Wikipedia stehen, schauen wir mal, was aus meiner Textänderung dort wird.

Wer die Verfügung zur Verfügung gestellt hat, hat Christoph schon erwähnt, Peter (filunski) hat mir in meiner Stempeldatensammelzeit zu Anfang stets immer wieder all meine Fragen vollumfänglich beantwortet, Danke dafür.

Ich habe meine Excellisten um das Früh- u. Spätdatum des Einsatzes des Stempels ergänzt, ich kann den Einsatzzeitraum (ggf. bis zum 30.06.93) eines Bundesrepublik-Stempels mit 1- bis 3-stelliger Postleitzahl so ganz gut bestimmen.

Ich habe von einem Stempelfreund weitere, interessante Stempel-Daten zu HANAU per Mail bekommen, wenn mir die Stempelabdrucke dazu vorliegen, werde ich sie in die Stempeldatenbank einpflegen, vielleicht so gar seine gesamte Sammlung.

Gruß Wolfgang
 
filunski Am: 10.11.2021 15:19:01 Gelesen: 2478# 14 @  
@ StephanN [#10]
@ wheilmann [#13]

Hallo Stephan, hallo Wolfgang,

freut mich, dass dieses Dokument von mir wieder weitere Verbreitung und Nutzen findet. Genauso soll es sein! ;-)

Von mir stammt das ja auch nicht, ich habe es nur irgendwann aus einem Archiv bekommen.

Noch ein paar Anmerkungen, Ergänzungen zu dem "Aufnullen". Das war ja kein Vorgang, wie bei der Einführung neuer PLZ, wo von einem Tag auf den Anderen ein neues System, und nur dieses, galt und das bisherige System außer Kraft trat. Es war nur eine Ergänzung zu den bestehenden Normen und es blieben ja auch alle Stempel die nicht "aufgenullt" waren gültig und in Gebrauch. Bei vielen größeren Städten noch bis zum 30.6.1993 (Letzttag 4-stellg. PLZ). Nur Neuanschaffungen bekamen die "neuen aufgenullten" PLZ und lange nicht immer und überall wurden neue Stempel deswegen angeschafft. Dies ist aber je nach Postort/Postamt/-einrichtung unterschiedlich und das für bestimmte Orte, wie eben z.B. Hanau, nachzuvollziehen ist nur Heimatsammlern möglich, bzw. von solchen gemacht, gesammelt und dokumentiert worden. Wenn das schon früher geschah sind die Dokumentationen dazu, insbesondere lokale Verfügungen, Umsetzungen in bestimmten Postämtern, gut nachvollziehbar und man kann von Glück sprechen, solche Heimatsammler zu haben oder zu kennen, die dies über viele Jahre dokumentiert haben. Aus heutiger Sicht so etwas ohne Rückgriffmöglichkeit auf solche Aufzeichnungen rekonstruieren zu wollen, wird schwierig. Stempel und Stempelsammlungen kann man zusammentragen und auswerten, aber die entsprechenden Dokumentationen, Verfügungen der einzelnen Postämter oder auch der zuständigen OPD jetzt noch im Nachhinein zu bekommen dürfte meist nicht von Erfolg gekrönt sein.

Beim Übergang der staatlichen Bundespost/Deutschen Post (ehem. der DDR) zur privaten Aktiengesellschaft DPAG wurde spätestens bei der Stilllegung, Auflösung sowohl der OPD wie auch der Postämter/-stellen usw. ohne Rücksicht palettenweise Archive und Dokumentationen dieser Stellen vernichtet und dem Altpapier zugeführt. Mancherorts konnte noch der eine oder andere Sammler/Philatelist oder auch interessierte Postler von diesem Material etwas retten, das Meiste wurde aber unwiederbringlich vernichtet. Auch bei den heute vielleicht noch existierenden Postbanken (als Nachfolger der ehem. Postämter) in Hanau dürfte da nichts mehr vorhanden sein.

Soweit noch meine Anmerkungen dazu.

Viele Grüße,
Peter
 
hopfen Am: 10.11.2021 19:04:39 Gelesen: 2440# 15 @  
Aufnullen!

Hier zwei Belege aus 1972 (KEIN DATUMS-IRRTUM!)

6450 Hanau 5 vom 12.6.72
8370 Regen - siehe auch Interne Stempelnummer: 068405



Vielleicht gibt es ja noch andere FRÜH-Belege.
 
wheilmann Am: 12.11.2021 15:09:27 Gelesen: 2389# 16 @  
@ StephanN [#10],
@ Cristoph1 [#12],
@ filunski [#14]

Hallo zusammen,

die Redakteure der Wikipedia-Seiten haben meine Änderungen angenommen:

"Bereits 1961 wurde Postkunden, die mit mechanischen oder automatischen Adressmaschinen arbeiten, empfohlen, die Postleitzahl stets vierstellig anzugeben. Hierzu sollten alle gemäß dem Postleitzahlenbuch ein- bis dreistelligen Postleizahlen am Ende mit Nullen auf vier Stellen ergänzt werden." (Absatz eingefügt) und

"Mit Verfügung der Oberpostdirektion Frankfurt (30.04.1975) wurde dieses „Aufnullen“ auch für neu zu beschaffenen Tagesstempel der Bundesrepublik Deutschland (und alle anderen Stempel mit Postleitzahlen) angeordnet." (ebenfalls eingefügt).

Gruß Wolfgang
 
bernhard Am: 12.11.2021 16:01:12 Gelesen: 2380# 17 @  
@ wheilmann [#16]

Hallo Wolfgang,

genau genommen hatte die OPD Frankfurt für die Tagesstempel der Bundesrepublik Deutschland nichts verfügt, sondern sie hat nur für ihren Zuständigkeitsbereich (OPD Frankfurt/Main) eine Anweisung weitergegeben. Die eigentliche Verfügung kam von weiter oben, dem PTZ, Postministerium oder Postminister, zu irgendeinem April-Datum 1975. Die Oberpostdirektionen gaben diese Anweisung, zu sicherlich leicht unterschiedlichen Zeiten, an die Ämter ihres jeweiligen Bezirks weiter.

Viele Grüße,
Bernhard
 
StephanN Am: 10.12.2021 20:47:23 Gelesen: 2185# 18 @  
@ bernhard [#17]

Hallo Bernhard

Vielen Dank für deine Einordnung der Verfügung der OPD Frankfurt/Main(FFM). Ich denke inzwischen auch, daß die OPD FFM nur für ihren Zuständigkeitsbereich Verfügungen erlassen konnte. Eine Verfügung von weiter oben habe ich in den Amtsblättern des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen bisher nicht gefunden.

Einen - wie ich meine - entscheidenen Hinweis findet man allerdings in der Verfügung der OPD FFM selbst. Dort heißt es im zweiten Absatz, daß die Umstellung der Tagesstempel auf eine vierstellige Angabe der Postleitzahl eine Reaktion auf eine anstehende Neufassung der DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung) ist. Da das PTZ im Deutschen Normausschuss mitarbeitete, kann man diese Neufassung der DIN 5008 als indirekte Empfehlung/Weisung des PTZ auffassen. Im Wikipediaeintrag zur DIN 5008 findet man, daß die Aktualisierung zum November 1975 erfolgte. Eine Entwurfsfassung war - wie bei Neufassungen von Normen üblich - schon Monate im voraus im Umlauf, damit sich betroffene Stellen rechtzeitig darauf einstellen konnten und um evtl. Fehler noch korrigieren zu können.

Einen weiteren Hinweis zur Bedeutung der DIN 5008 für die Schreibweise der Postleitzahlen findet man im bereits früher zitierten Wikipediaeintrag zu den Postleitzahlen. Dort heißt es knapp "Die Schreibweise richtete sich nach der jeweils gültigen Version der DIN 5008".

Für mich dient die Verfügung der OPD FFM als ein schönes Beispiel, wie die Entscheidungswege bei der Post funktioniert haben. Wenn man bedenkt wie die DPAG mit alten Dokumenten umgegangen ist (siehe Beitrag [#14] von Peter [filunski]), kann man froh sein, daß so etwas noch existiert.

Viele Grüße
Stephan
 
filunski Am: 10.12.2021 21:02:33 Gelesen: 2178# 19 @  
@ StephanN [#18]

Hallo Stephan und alle die es interessiert,

noch als Ergänzung dazu, die entsprechende PTZ Norm 1341.04 die die Gestaltung der Stempelbilder regelt, für den gesamten Bereich der damaligen DBP, erschien erst im Januar 1983.

Hier die erste Seite davon:



Sollte jemand am kompletten Dokument interessiert sein (als PDF) kann er es bei mir anfordern (Daten, E-Mail hinterlegt). ;-)

Viele Grüße,
Peter
 
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