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Thema: Alliierte Besetzung SBZ: Fluoreszenz in Farbe, Papier und Gummierung
Holzwuermlein Am: 20.03.2022 08:21:34 Gelesen: 743# 1 @  
Guten Morgen,

ich sammle u.a. fluoreszierende Marken SBZ. Kennt jemand Fälle, in denen Normalgummierung manipuliert wurde, so dass diese unter UV leuchtet?

Mir wurde erklärt, durch Lagerung in falschen Folien kann die Fluoreszenz schwächer werden oder auch auf andere Marken rückübertragen werden. Ich stelle mir das so vor, ich lege zwei Marken mit der Gummierung aufeinander und übertrage damit die Leuchtkraft.

Liebe Grüsse Jens
 
jmh67 Am: 20.03.2022 10:43:29 Gelesen: 708# 2 @  
Grundsätzlich hat in den 1940ern eventuelle Fluoreszenz von Briefmarken noch keine technische Bedeutung gehabt, und wahrscheinlich ist sie - wenn sie denn schon vorhanden war - eher ein Zufallsprodukt und hätte auch als bewusste Manipulation keinen Sinn. Es ist wahrscheinlicher, dass fluoreszierende Stoffe irgendwie auf die Marken übertragen wurden, sei es aus Alben oder Einsteckstreifen, durch Abrieb von anderem Papier oder anderen Stoffen in Kontakt mit den Marken und bei gebrauchten vielleicht sogar durch das Wasser, in dem sie mit neueren Marken zusammen abgewaschen wurden.
 
achim11-76 Am: 20.03.2022 10:43:47 Gelesen: 708# 3 @  
Kannst du da mal ein Beispiel einstellen? Ich kenne aus der SBZ keine Marken mit Fluoreszenz.
 
opti53 Am: 20.03.2022 10:50:16 Gelesen: 706# 4 @  
Hallo,

fluoreszierendes Papier bei SBZ ist mir jetzt auch nicht bewusst.

Sehr wohl gibt es fluoreszierenden Leim: Provinz Sachsen 73 bis 78 (wird zusätzlich mit kleinem y gekennzeichnet). Fluoreszierende Farben: schönstes Beispiel SBZ 215 b (aber auch weitere).

Viele Grüße

Thomas
 
achim11-76 Am: 20.03.2022 13:51:58 Gelesen: 687# 5 @  
Okay jetzt verstehe ich es besser. Das ist dann so wie bei den Gemeinschaftsausgaben der 2. Dauerserienausgabe die sogeannte "Goldtaube" beim 1 RM Wert.
 
Stefan Am: 20.03.2022 14:34:54 Gelesen: 679# 6 @  
@ achim11-76 [#3]

Kannst du da mal ein Beispiel einstellen? Ich kenne aus der SBZ keine Marken mit Floureszenz

Der Vollständigkeit halber: bei der Mi-Nr. 215b ist im Michel Deutschland Spezial eine Floureszenz ausgewiesen (seinerzeit sicherlich ein Zufallsprodukt durch eine eigenständige Auflage). Weitere Ausgaben (Bsp. Mi-Nr. 218b und 225b) leuchten ebenfalls fluoreszenierend unter der UV-Lampe.

Gruß
Stefan
 
opti53 Am: 20.03.2022 17:57:16 Gelesen: 653# 7 @  
Hallo,

damit das alles anschaulicher wird, habe ich ein paar Bilder unter der UV-Lampe gemacht (Qualität ist nicht perfekt, aber man erkennt, worauf es ankommt).

Die fluoreszierende Gummierung ist eher etwas schwach, aber man erkennt den Unterschied:



Von vorne sieht man nichts:



Die fluoreszierende Druckfarbe ist schon deutlicher:



Aber da gibt es einige weitere Beispiele, auch bei den Kontrollrats-Serien.

Viele Grüße

Thomas
 
Carsten Burkhardt Am: 21.03.2022 10:15:20 Gelesen: 611# 8 @  
@ opti53 [#7]

Es gibt sehr viele Marken mit Fluoreszenz, auch in unterschiedlichen Farben.

Bei der Köpfeserie sind es die 6 Pf (violett) 8 Pf (olivgrün) 10 Pf (in 2 verschiedenen Farben: leuchtendgelbgrün und mattgrün), 12 Pf Ganzsache (leuchtendgelbgrün) 16 Pf (leuchtendgelbgrün), 20 Pf Köpfe 2), 30 Pf (orange), 40 Pf (verschiedene), 60 Pf (drei Farben) und 84 Pf (karmin).

Auch später in der DDR Akademie 12 Pf und Bach 16 Pf, Pieck 24 Pf.

Viele Grüße
Carsten
 
H.G.W. Am: 21.03.2022 19:25:15 Gelesen: 569# 9 @  
Hallo,

hier ist eine 60 Pf Marke aus der Serie Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft, Michel Nr 225 w b gelbgrün fluoreszierend, die Marke steht im Michel Spezial.

Gruß Horst


 
Holzwuermlein Am: 21.03.2022 19:51:35 Gelesen: 561# 10 @  
Hallo,

habe ich die Frage etwas unglücklich gestellt?

Ich meinte fluoreszierenden Gummi, nicht Papier und ob jemand Beispiele kennt, dass normale Gummierung nachbearbeitet wurde.

Das mit der Reübertragung der Leuchtkraft und der eventuellen falschen Lagerung habe ich vom SBZ-Prüfer.
 
H.G.W. Am: 21.03.2022 19:56:28 Gelesen: 557# 11 @  
hallo,

welchen Sinn sollte fluoreszierender Gummi haben?

Gruß Horst
 
opti53 Am: 22.03.2022 10:43:17 Gelesen: 531# 12 @  
@ Holzwuermlein [#10]

Hallo,

den fluoreszierenden Gummi habe ich doch gezeigt.

Viele Grüße

Thomas
 
Holzwuermlein Am: 22.03.2022 12:01:35 Gelesen: 510# 13 @  
Hallo mein Thomas,

Marken mit fluoreszierendem Gummi habe ich ausreichend zur Verfügung. Das war auch nicht der Sinn meiner Frage.

Lieben Dank trotzdem.

Gruss Jens
 
hesselbach Am: 22.03.2022 14:30:42 Gelesen: 488# 14 @  
Hallo,

wenn zwei Marken mit der Gummiseite so lange übereinander gelagert werden, sodass eine Wanderung der Fluoreszenz stattfinden kann, würden diese wahrscheinlich zusammenkleben.

Probleme der "Wanderung" wurden schon ausgiebig diskutiert. Evtl. mal die Suche bemühen.

Aus dem Kopf: Meist ist es eher so, dass Marken die Fluoreszenz komplett verlieren, oder ggf. falls diese von anderen Marken verdeckt werden, nur zum Teil. Die Fluoreszenz wandert in die Blätter. Dies wurde auch schon öfters dokumentiert. Dies ist aber mehr ein Problem der Vorderseite.

Dagegen hilft eigentlich nur Unterbringung in Klemmtaschen.

Es wurden früher (70er u.a.) das Druckpapier auch nur mit ein fluoreszierenden Aufdruck versehen. Der Leuchtstoff wurde nicht in das Papier direkt eingearbeitet. Ähnliches Verfahren wohl wie Kreidepapier.

Alles sehr aus dem Kopf, wie geschrieben: Suche bemühen!

SG
Thomas
 
Holzwuermlein Am: 22.03.2022 14:49:06 Gelesen: 483# 15 @  

 
opti53 Am: 22.03.2022 18:12:02 Gelesen: 457# 16 @  
Hallo Jens,

ich verstehe die Aussage von Dr. Jasch so, dass eine Prüfung nicht notwendig ist. Teuer sind eigentlich nur die Marken mit Wz Y und in b-Farbe. Aber die sind ohne Lumo-Leim auch schon teuer. Da wäre es nur interessant, die b-Farbe bestätigt zu bekommen, oder?

Viele Grüße,

Thomas
 
Holzwuermlein Am: 22.03.2022 18:29:57 Gelesen: 453# 17 @  
Genau, eigentlich habe ich alle zusammen. Sind 16 Stk, davon 2 mit Leerfeld.

Schön wären noch Plattenfehler, aber das geht nur durch Zufall und Glück.
 
Carsten Burkhardt Am: 22.03.2022 19:24:37 Gelesen: 440# 18 @  
@ Holzwuermlein [#15]

Ich habe vor 10 Jahren ein Experiment zur Haltbarkeit der Fluoreszenz auf Anraten von Joachim Bernhöft durchgeführt. Wir waren der Meinung, man könnte die unterschiedlichen UV-Farben bei der Köpfeserie katalogisieren.

Die Marken wurden halbiert und eine Hälfte für ein Paar Wochen in das Dachfenster getan. Fazit: Die Fluoreszenz ging verloren.

Das meint Dr. Jasch damit. Deshalb ist die Prüfung nicht sinnvoll. Und finanziell macht sie ja auch keinen Sinn.

Viele Grüße
Carsten
 
Thilo Nagler Am: 23.03.2022 09:50:04 Gelesen: 401# 19 @  
@ Carsten Burkhardt [#18]

Hallo Carsten,

derartige Experimente habe ich auch durchgeführt. Insbesondere bei Briefmarken, deren Farb-Typen durch Fluoreszenz unterschieden werden.

Durch thermische Manipulation lässt sich die Fluoreszenz-Reaktion auch beeinflussen. Ich habe darüber gerade einen Artikel zur Michel-Nr. 97 geschrieben.

Hier zwei Abbildungen, wie sich durch Erhitzen aus einer Michel-Nr. 97 AX a t eine 97 AX ba t zaubern lässt:



Das Bild zeigt v.l.n.r. unter Fluoreszenz eine 97 AX a t, eine echte 97 AX ba t und eine 97 AX a t.



Das Bild zeigt v.l.n.r. unter Fluoreszenz eine 97 AX a t, eine echte 97 AX ba t und die jetzt thermisch behandelte 97 AX a t mit einer Fluoreszenz-Reaktion ähnlich einer 97 AX ba t.

Ich suchte zwingend eine Möglichkeit, diese Manipulation zweifelsfrei erkennen zu können. Dabei stieß ich auf die Möglichkeit der Mikroskopie. Mit bis zu 630-facher Vergrößerung lässt sich eine echte ba-Farbe, eine a-Farbe und eine thermisch manipulierte Farbe eindeutig abgrenzen.

Beste Grüße

Thilo
 
opti53 Am: 23.03.2022 09:55:44 Gelesen: 398# 20 @  
@ Carsten Burkhardt [#18]

Hallo Carsten,

ist es nicht so, dass intensives Sonnenlicht generell eine Briefmarke und anderes beschädigen kann? Entweder vergilbt das Papier oder die Druckfarbe bzw. ihre Komponenten verändern sich. Wenn nun eine fluoreszierende Farbe seltener und damit teurer ist, wird sie durch Beschädigung mit Sonnenlicht im Wert reduziert. Eigentlich sind dann gut erhaltene Stücke noch seltener. Umgekehrt wäre es ein Problem.

Nicht alle Farbstoffe sind lichtstabil. Es gab mal etliche Produkte aus hellem Kunststoff, die im Laufe der Zeit und durch Sonnenlicht ihre Farbe zu einem häßlichen Gelbton wandelten.

Viele Grüße

Thomas
 
Carsten Burkhardt Am: 23.03.2022 13:49:50 Gelesen: 367# 21 @  
@ Thilo Nagler [#19]

Hallo Thilo,

ich habe gerade einen Artikel im Clubjournal über dieses Thema geschrieben und in den letzten Monaten intensiv auch zu den Farben der Sondermarken der DDR geforscht.

Wie Du weißt, benutze ich ein Spektrophotometer und kann die Kurven der unveränderten und veränderten Marken vergleichen.

Auch bei den Thüringen-Marken ist es sicher so, dass sich die Veränderung an der Kurve nachweisen lässt. Bei allen anderen Marken, die ich bisher bewusst selbst manipuliert habe oder die ich verfärbt gefunden habe, lässt sich die Ausgangsvariante der Kurve nachweisen. Die Farbveränderung betrifft immer nur Teile des Farbspektrums, das heißt, die Kurve verändert sich auf einen charakteristische Weise.

Mit einem Fluoreszenz-Mikroskop kann man sicher auch auf die Suche nach den fein verteilten Pigmenten gehen, weil niemals alle verändert werden, sondern immer nur ein Teil. Ich benutze derzeit ausschließlich ein USB-Mikroskop mit LED-Beleuchtung, die man abschalten kann. Seitlich zugefügtes UV-Licht zeigt bei entsprechender Vergrößerung die leuchtenden Pigment-Partikel. Damit ist im Zweifelsfall eine Manipulation beweisbar.

Viele Grüße
Carsten
 
Carsten Burkhardt Am: 23.03.2022 13:51:43 Gelesen: 366# 22 @  
@ opti53 [#20]

Hallo Thomas,

ein Problem besteht nur dort, wo die nicht leuchtende Variante die teurere ist. Bei den DDR-Sondermarken ist es die 12 Pf Akademie. An der Spektralkurve lässt sich eine Manipulation beweisen.

Viele Grüße
Carsten
 
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