Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Alte Kataloge: Was damit tun ?
Harald Zierock Am: 08.10.2009 16:43:58 Gelesen: 6097# 1 @  
Alte Kataloge wegwerfen ?

Hallo,

was würdet Ihr alle machen?

Ich habe viele alte Kataloge (Senf, Appolda, Stanley ) usw.

Viele sagen wegwerfen, aber in manchen alten Katalogen sind noch Ausgaben die heute nicht mehr erwähnt werden, und das kann einem manchmal weiter helfen.

Ihre Meinung ?

Harald
 
petzlaff Am: 08.10.2009 17:19:49 Gelesen: 6084# 2 @  
Um Gottes Willen - bloß nicht wegwerfen.

Viele wichtige Informationen, die früher in den Katalogen enthalten waren wurden später häufig entfernt, um den erforderlichen Umfang der Bücher zu verschlanken.

Ein ganz typisches Beispiel: Ein Michel Deutschland Spezial aus den 60er Jahren enthielt eine Spezialkatalogisierung der Plattenmerkmale der Bizone Bautenserie. Heute wird auf die Spezialliteratur verwiesen.

Anderes Beispiel: Alte Scott- und SG-Kataloge zeigen die Marken in einem wesentlich größeren Format als die modernen Nachfolger (verständlich - große Abbildungen machen den Katalog dick, worauf dieser immer teurer wird).

Noch ein Beispiel: Die sog. "Kettensprenger-Serie" von Slowenien als Teilstaat des damals neuen Jugoslawien wurde seit dem legendären "Goldmichel" für viele Jahre so detailliert, besser gesagt spezialisiert dargestellt wie man es sich heute nur noch in den kühnsten Träumen wünschen kann.

Ich persönlich ziehe viel lieber alte Kataloge zu Rate als moderne. Mir kommt es dabei auch nicht auf die darin vermerkten Preise an. Vielmehr habe ich keine Lust, mir teure Zusatzliteratur zuzulegen, die im Grunde genommen für einen fortgeschrittenen Sammler auch nicht mehr aussagt als die alte Katalogliteratur.

LG
Stefan
 
Briefmarken-Museum Am: 08.10.2009 19:03:11 Gelesen: 6059# 3 @  
Hallo an alle

Das Parallel-Lesen von Katalogen ist m.E. der analytische Beginn eines "echten" Philatelisten, das setzt gleichzeitig die Lust zur Spezialisierung voraus.

Alte preiswerte Kataloge lassen sich wunderbar mit dem Scalpell zerlegen, auf den Scanner gepackt mit einer schwarzen Seite dahinter kontrastreich hochvergrößern und damit für die Augen besser lesbar machen. Mit einem Grafikprogramm lassen sich Sätze oder Einzelmarken aus dem Scan ausschneiden, in einen Ordner packen und Originalmarken oder Vordrucktexte (besseres Bildmaterial s/w) dazu zur Illustration kombinieren und verschiedene Katalogeinträge vergleichend analysieren. Diese kleinen Satz-Scans im Vergleich lassen sich auf der FP viel besser manövrieren und verwalten als auf Papier oder im Album mit den schmalen Pergaminstreifen.

Ansonsten hat Petzlaff das Wichtigste mit auf den Punkt gebracht.

Mit Glückauf plus einen schönen Abend
Jochen
 
Lars Boettger Am: 09.10.2009 08:36:33 Gelesen: 6016# 4 @  
@ Harald Zierock [#1]

Hallo Harald,

die Informationen in alten Katalogen muss man z.T. sehr kritisch bewerten. Der Stand der Forschung ist bei vielen Gebieten deutlich weiter (Oberschlesien, Deutsches Reich). Manchmal stehen grundsätzlich falsche Dinge drin (Luxemburg).

Anders gesagt: Nein, nicht wegwerfen, aber auch nicht alles glauben.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Harald Zierock Am: 09.10.2009 15:54:53 Gelesen: 5967# 5 @  
@ Lars Boettger [#4]

Hallo Lars,

Was ist wahr? Früher oder jetzt?

Mit den alten medizinischen Hausbräuchen ist es das selbe.

Harald
 
Lars Boettger Am: 09.10.2009 16:34:26 Gelesen: 5952# 6 @  
@ Harald Zierock [#5]

Hallo Harald,

darauf gibt es nur eine furchtbar pauschale Antwort: Früher standen mehr, dafür aber auch gerne falsche Informationen drin. Oder anders formuliert: Wenn Du Dich näher mit einem Gebiet auseinandersetzt, dann ist ein alter Katalog ein "Muss", genauso wie weiterführende Literatur. Sonst kannst Du nicht die (wertvolle) Information vom "Müll" trennen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Pete Am: 09.10.2009 18:50:08 Gelesen: 5935# 7 @  
@ Lars Boettger [#6]

die Informationen in alten Katalogen muss man z.T. sehr kritisch bewerten. Der Stand der Forschung ist bei vielen Gebieten deutlich weiter (Oberschlesien, Deutsches Reich). Manchmal stehen grundsätzlich falsche Dinge drin (Luxemburg).[#4]

Oder anders formuliert: Wenn Du Dich näher mit einem Gebiet auseinandersetzt, dann ist ein alter Katalog ein "Muss", genauso wie weiterführende Literatur. Sonst kannst Du nicht die (wertvolle) Information vom "Müll" trennen.[#6]

Bezogen auf das angesprochene Abstimmungsgebiet Oberschlesien kann ich Lars seine Äußerungen vollauf bestätigen. Manche Angaben, z.B. Aufdruckunterschiede des Plébiscite-Satzes Mi-Nr. 30-40 (Hinweise zu echten Aufdrucken und der häufigsten Fälschung) und Oppelner Notausgaben Type I und II (Type I = Original; Type II = häufigste Aufdruckfälschung) wurden leider aus dem Michel-Spezial entfernt. Dank des Internets lässt sich auf eine kostengünstige Beschaffung dieser Informationen (Kauf von alten, kostengünstigen Michel-Katalogen bei online-Auktionen) hinweisen, wenn man keine Gelegenheit hat, sich das Handbuch von Oberschlesien zu kaufen (sofern angeboten) bzw. zu leisten (Kostenpunkt aktuell ca. 250-300 Euro brutto).

Die Kenntnis des Handbuches verhilft zur besseren Einschätzung der Informationen in alten Katalogen.

Bei ungeprüften Exemplaren des Plébiscite-Satzes bzw. der Oppelner Notausgaben, die auf Tauschtagen oder auch online angeboten werden, sollte man vorsichtig sein. Der Anteil der Fälschungen liegt meiner Erfahrung nach jeweils deutlich über 50% der angebotenen Menge.

Gruß
Pete
 
Richard Am: 11.10.2009 08:21:02 Gelesen: 5878# 8 @  
Alle, die sich von ihren Katalogen und Fachbüchern trennen möchten, möchte ich nochmals auf die Seite 'Bücherbörse' aufmerksam machen.

Dort können Sie Ihre Fachliteratur den anderen Mitgliedern der Philaseiten zu Ihren Konditionen anbieten. Mir ist es wichtig, dass Neulinge preisgünstige Kataloge, Bücher und Rundschreiben der Arbeitsgemeinschaften erwerben können um so tiefer in die Philatelie einsteigen zu können. Diesen neuen oder jungen Sammlern können Sie dabei helfen:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/bxchange.pl?sort=art

Bisher wurden 55 Angebote für 610 Euro über diese Bücherbörse erworben.

Der Service ist wie alles auf den Philaseiten kostenfrei für alle Mitglieder.

Schöne Grüsse, Richard
 
chuck193 Am: 13.10.2010 14:39:31 Gelesen: 5456# 9 @  
@ Briefmarken-Museum [#3]

Hallo Jochen,

bei Deinem Beitrag hast Du gesagt, man kann Seiten oder Auszüge von Katalogen Kopieren, und vergrössern, ohne Genehmigung des Katalog Herstellers, verstöst das aber gegen die Gesetze, also aufpassen, und die ersten Seiten im Katalog Lesen. Mir wurde das auch schon klargemacht: Copyright !

Schöne Grüsse,
Chuck
 
petzlaff Am: 13.10.2010 14:53:55 Gelesen: 5451# 10 @  
@ chuck193 [#9]

Wenn du das nur für den eigenen privaten Gebrauch machst, verstösst du gegen kein Gesetz.

LG, Stefan
 
chuck193 Am: 13.10.2010 15:11:09 Gelesen: 5444# 11 @  
@ petzlaff [#10]

Hi Stefan,

das steht leider nicht im Katalog. Natürlich weis ich auch, dass viele Abzüge ohne Genehmigung gemacht werden, wenn jedesmal jemand was kopieren will, und muss erst den Hersteller fragen, müsste die Firma ja mehr Personal einstellen!

Nur es steht eben im Katalog.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Polar-Tibeter Am: 14.10.2011 13:14:57 Gelesen: 4523# 12 @  
Wenn man wirklich die wichtigsten Infos und Abbildungen aus den Katalogem scannen und auf der FP speichern möchte, hat man sicher viel zu tun.

Dann aber bitte von allem auch immer direkt eine Sicherheitskopie auf CD-Rom machen. Denn wenn der PC mal so crasht, daß die Daten auf der Festplatte nicht mehr zu retten sind und man sich von den Katalogen eventuell schon getrennt hat, dann sind alle Infos eben unwiederbringlich verloren.

Dürfte zudem viel Speicherplatz verbrauchen, da die ganzen kleinen Bildchen und Texte mit einem höheren DPI-Wert (= große Dateien) eingescannt werden müssen. Das Hochvergrößern (Skalieren) bringt nichts, weil die kleinen Bilder der Marken dann sehr pixlig werden, zu erkennen ist dann nichts mehr.
Außerdem entsteht, wenn man jeden Satz mit Bild und Text einzeln speichert, eine sehr bald wohl unübersichtliche Dateienflut.

Und imho geht es schneller, im Katalog die gesuchten Informationen zu finden, als erst auf der FP danach zu suchen, Programm öffnen usw. Vor allem, wenn der Rechner aus ist. Das papierlose Büro hat nicht nur Vorteile.

Also ich würde mich grundsätzlich immer für den Katalog entscheiden, vor allem, wenn man genug Platz im Regal hat.

Polar-Tibeter
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.