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Thema: Rumänien Fürstentum Moldau: Marken echt oder falsch ?
Das Thema hat 101 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 10.02.2018 13:35:46 Gelesen: 29028# 77 @  
@ Heinz 7 [#76]

Eine hundert Prozent falsche Marke, die aber trotzdem beliebt ist und eifrig gesammelt wird:



Die Marke sieht (vom Druckbild) sehr echt aus, ist aber eine Ganzfälschung von Meisterfälscher Jean Sperati, hier ale Einzelabdruck auf kleinem Bogen. Die Originalbogen beinhalteten 32 Marken in 4 Reihen.

Dieser Fälscher war sehr eitel und bezeichnete seine Erzeugnisse als Kunstwerke. Dreist drehte er den Spiess um und verbot die Nachahmung seiner "Kunstwerke". Dabei war ER ja der Fälscher.

Nun, diese Sperati-Fälschungen sind heute selber Sammel-Objekte! Zur Zeit wird in Grossbritannien eine zum Verkauf angeboten. GB£ 300 Startpreis scheint mir aber etwas viel. Solche Exemplare findet man gelegentlich auch etwas günstiger.

Philatelistische Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.02.2018 13:43:03 Gelesen: 29027# 78 @  
@ Heinz 7 [#77]

Noch gefährlicher als die Fälschungen der ersten Ausgabe waren aber die Sperati-Fälschungen der 2. Ausgabe; hier ein Exemplar der 5 Parale-Zeitungsmarke



Dieses Druckerzeugnis (Ganzfälschung) ist in dieser Form klar als Nachahmung erkennbar, weil auch diese Marke wurde von der Post nur in 32er-Bogen hergestellt. Marken mit so breiten Rändern gibt es nicht. Hier muss man ja von einem "Kleinbogen mit Einzelmarke" sprechen.

Würde aber ein Besitzer diese "Marke" eng ausschneiden, hätte er eine gefährliche Nachahmung der Michel Nr. 5 in den Händen. Das Papier stimmt zwar nicht, aber das wissen viele Sammler nicht.

Auch dieses Sperati-Produkt wird zur Zeit in England zum Verkauf angeboten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.02.2018 13:50:39 Gelesen: 29024# 79 @  
@ Heinz 7 [#77]
@ Heinz 7 [#78]

Anbei ein Bild der Handpresse, die Meisterfälscher Sperati benutzte.

Ausgestellt war dieses schöne Ding an der Weltausstellung 2015 in London (Mai 2015).



Die britischen Philatelisten brachten den Kerl zur Strecke, vor allem Robson Lowe. Sperati wurde gerichtlich verurteilt. Die Zusammenarbeit mit führenden anderen Philatelisten klappte sehr gut damals, vor über 60 Jahren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.02.2018 14:15:20 Gelesen: 29015# 80 @  
@ Heinz 7 [#79]

Na, das ist ja allerhand!



Auch die 80 Parale-Marke (der 2. Ausgabe, Michel Nr. 7) wird angeboten, in der Farbe rot! Es gibt diesen Druck auch in schwarz. Sperati fälschte meines Wissens "nur" diese 3 Marken der ersten vier Ausgaben von Rumänien (Michel Nrn. 1-13)

Nr. 4: 108 Parale / 1. Ausgabe
Nr. 5: 5 Parale / 2. Ausgabe
Nr. 7: 80 Parale / 2. Ausgabe

Von der 3. und 4. Ausgabe Rumäniens gibt es meines Wissens keine Sperati-Fälschungen.

Fälschungen der Michel Nr. 31 habe ich im Thema "Rumänien: Marken echt oder falsch?" gezeigt (siehe dort, Beitrag 108).

In diesem Thema sollten wir nur Fälschungen der Ausgaben 1858 (Michel Nr. 1-7) besprechen (Fürstentum Moldau).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.05.2019 11:39:16 Gelesen: 19694# 81 @  
@ donfliesio [#1]

Einmal mehr wird ein Angebot gemacht mit einer "garantiert falschen" Marke "Ochsenkopf 108 Parale" (Michel Nr. 4).



Das bekannte US-Auktionshaus Cherrystone bietet eine Sammlung an (Los 4298), bei der die genannte Marke falsch ist, das sieht man auch ohne grössere Studien.

Es wäre von Vorteil, wenn der Auktionator solche Fälschungen aus der Sammlung herausnimmt, weil die Restsammlung kann ja durchaus interessant sein. Aber diese Arbeit scheuen viele Auktionatoren.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 18.06.2019 21:12:24 Gelesen: 19219# 82 @  
@ Rumänien-Experten

Marke echt oder falsch? 81 Parale (Michel Nr. 3) rundgeschnitten.

Die Qualität des Scans kann ich leider nicht ändern.

Liebe Grüße

10Parale


 
Martin de Matin Am: 19.06.2019 21:43:51 Gelesen: 19177# 83 @  
@ 10Parale [#82]

Das ist doch der gleiche Fälschungstyp wie aus Beitrag [#63], oder etwa nicht?

Rechtes Ohr ist hier eine Verlängerung des rechten Auges; beim Original ist das Ohr höher stehend. Der Buchstabe "O" in Drei- Uhr-Position ist viel zu steil, beim Original eher waagerecht liegend. Es sind noch viele weitere Abweichungen vorhanden, die man im Vergleich mit dem Original leicht erkennt.

Gruss
Martin
 
10Parale Am: 20.06.2019 11:24:57 Gelesen: 19143# 84 @  
@ Martin de Matin [#83]

Ich rechne es hoch an, dass ich hier eine Stellungnahme erhalten habe, vielen Dank. Zu dem Beitrag und Bild in [#63] von Heinz7 schreibt er selbst:

"Sieht aber trotzdem "schön" aus, finde ich."

Ich frage mich daher, wie kommt solch ein Stück in eine sonst sehr gute Sammlung? Wo hat der ehemalige Sammler (der es uns leider nicht mehr sagen kann) dieses Falschstück erhalten (oder aus Nr. [#63]).

Man kann es doch auch mal so verstehen: Weil das Stück echt und geprüft unerschwinglich ist, besorge ich mir eine schöne, gute Fälschung.

Hier noch ein Auszug aus dem Rest der Sammlung. Ich habe starkes Interesse an einem Kauf.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 21.06.2019 13:26:52 Gelesen: 19096# 85 @  
@ 10Parale [#84]

Ich hoffe, Du hast die Literatur noch, mit welcher Du die 81 Parale-Marke vergleichen kannst.

Sonst: Kontaktnahme möglich.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 03.11.2019 23:16:29 Gelesen: 17313# 86 @  
@ 10Parale [#82]
@ 10Parale [#84]

Es ist angezeigt, die offene Frage nun definitiv zu beantworten.

Martin hat bereits die entscheidenden Hinweise geliefert und im Thema "Rumänien für Sammler" sogar eine interessante Darstellung gezeigt, als er zwei Druckbilder übereinanderlegte.

Also: Die 81 Parale Marke ist definitiv falsch und es gibt keine weiteren Originale-Druckstempel als die vier, die im Handbuch I von Herrn Heimbüchler (1994) auf Seite 68 gezeigt sind. (4 Druckstempel für 4 Werte, also für die 81 Parale-Marke nur einen).

Da wir in diesem Thema zu den Marken Mi. Nr. 1-7 schon ein paar interessante Beiträge sahen, möchte ich hier diese "Wiederholung" (des Beitrages aus dem Thema "Rumänien für Sammler") einstellen.

Die Fälschung in Beitrag 63 hatte einen Durchmesser von 20 Millimeter. Ich kann das nachmessen, denn diese (schöne) Fälschung ist in meiner Sammlung. Wenn die obige Marke (B. 82) nun "deutlich kleiner" ist, wie 10 Parale schreibt, so kann es nicht die gleiche Fälschung sein, obwohl der Ohransatz bei beiden Fälschungen erstaunlich ähnlich viel zu tief liegt; statt oben am Kopf (bei dem Horn) ungefähr auf der Höhe des rechten Auges.

Dass es aber noch weit plumpere Fälschungen gibt, als die oben gezeigte, möchte ich anbei beweisen: ich zeige eine weitere Fälschung einer 81 Parale-Marke.



Ich nehme an, dies sei eine sehr frühe Fälschung des XIX. Jahrhunderts, als es erst sehr wenige Abbildungen (oder gar keine) von echten Marken gab. In den ganz frühen Katalogen wurden die Marken teils nicht originalgetreu abgebildet; dies war eine "Einladung" für Fälscher, auch nur bild-ähnliche Marken auf den Markt zu werfen. Offenbar hatten sie damit einigen Erfolg.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.11.2019 21:31:59 Gelesen: 16983# 87 @  
Am Tag der Briefmarke in der Schweiz (Bulle) fand ich bei einem der Händler eine Briefmarke mit einem fünfstelligen Katalogwert:

1858 - 54 Parale ungebraucht, ohne Gummi.



Neben der Briefmarke ist ein Fragezeichen. - Zu Recht! Die Marke ist falsch!

Ich wies den Händler freundlich darauf hin, dass die Marke "garantiert" falsch sei. Er lächelte freundlich und sagte, auch eine Fälschung habe einen Wert. Wie viel war nicht klar; ich wollte die Marke ja auch nicht kaufen. Den Preis, den ich dafür bezahlt hätte, ist nur sehr klein.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.11.2019 21:43:18 Gelesen: 16978# 88 @  
@ Heinz 7 [#87]

Im gleichen Album war eine weitere sehr teure Marke zu finden. Auch sie mit einem fünfstelligen Katalogwert.



Wieder steht neben der Marke ein Fragezeichen. Wieder zu recht. Wieder ist die Marke sicher falsch. Es wäre zu wünschen, dass der Händler sie klar und unmissverständlich als Fälschung bezeichnet.

Ich habe es ihm gesagt. Er lächelte freundlich.

Heinz
 
10Parale Am: 02.12.2019 20:11:21 Gelesen: 16908# 89 @  
@ Heinz 7 [#87]

Wer Marken mit Gewinnerzielungsabsicht mit einem bestimmten Katalogwert über X zum Verkauf anbietet, sollte einer Prüfpflicht unterliegen, besonders Händler.

Zudem wäre eine Provenienz zu wünschen.

Liebe Grüße

10Parale
 
bovi11 Am: 02.12.2019 20:21:24 Gelesen: 16902# 90 @  
@ 10Parale [#89]

Wer Marken mit Gewinnerzielungsabsicht [...] zum Verkauf anbietet

Die Gewinnerzielungsabsicht ist quasi nie nachweisbar; deshalb ist sie auch im Wettbewerbsrecht nicht erforderlich, um einen gewerblichen Verkauf anzunehmen.
 
Heinz 7 Am: 27.12.2019 12:22:01 Gelesen: 16549# 91 @  
Eine Fälschung, auf die wohl niemand hereinfällt, die aber trotzdem existiert, zeige ich anbei:



Eine 8 Parale-Marke gibt es nicht, und als 81 Parale-Marke lässt sich diese Marke ja wohl auch nicht anbieten. Also fragen wir uns schon, was sich der Fälscher hier gedacht hat.

Da so eine Fälschung aber (offenbar, ich konnte es noch nicht nachprüfen) in einer Zeitschrift von Stanley Gibbons 1903 einmal besprochen wurde und angeblich auch bei Earie Erwähnung fand, meint der Verkäufer für das eben-nicht-gute Stück rund CHF 525 verlangen zu können.

Das würde ich nun wirklich nicht bezahlen, auch wenn die Marke bestimmt Aufmerksamkeit erregt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 17.02.2020 10:40:41 Gelesen: 15780# 92 @  
Wir haben hier in diesem Thema, das ja nur die Michel Nrn. 1-7 behandeln soll, doch schon fast 100 Beiträge gesehen mit einigen offensichtlichen Fälschungen.

Am Sonntag gab es nun einen sehr interessanten neuen Beitrag, den ich hier gerne auch "verknüpfen" möchte. Im Thema "Ochsenköpfe aus Rumänien Fürstentum Moldau und aller Welt" (Beitrag 34) zeigt uns "Marco75" einen sehr spektakulären Brief, der eine teure Weltrarität wäre, sofern er echt wäre. Dazu bestehen aber erhebliche Zweifel, wie in den Beiträgen 35-39 zum Ausdruck kam.

Ich erlaube mir, hier nur zwei Fotos von Marco75 und einen Teil meines Beitrages 39 zu wiederholen, verweise aber auch auf die lesenswerten Beiträgen von 10 Parale, Martin de Matin und Lars Boettger im oben genannten Thema.



Auszug aus Beitrag 39 (Kopie):

"... der Brief ist sehr wahrscheinlich eine Fälschung.

Aufgrund eines scans kann man nur wenig Verbindlches sagen, aber anbei trotzdem ein Versuch:

1) Der Briefbogen sieht echt aus. Die Adresse des Briefempfängers ist wohl bekannt und es gibt hunderte von Briefen an diese Adresse.
2) es irritieren mich aber diese seltsamen gelben, roten und schwarzen Punkte
3) die Marke hat ein schwaches, sehr schwaches Druckbild. Das heisst noch nichts, und ist - bei einer Marke, die im Hand-Einzeldruck hergestellt wurde - auch möglich. Sie erschwert uns aber die nähere Bestimmung
4) der Schnitt der Marke ist interessant (unregelmässig, 2 Ecken sind leicht abgetrennt). Ein Fälscher würde dies wohl kaum machen.
5) die Farbe des Papieres (der Briefmarke) gefällt mir gar nicht. Die Marke sollte auf bläulichem Papier gedruckt sein. Im vorliegenden Fall sehe ich eher weisses (bis gelbliches) Papier. Dies würde wieder auf eine Ganzfälschung hindeuten
6) Martin hat richtig auf das unstimmige Datum hingewiesen! Der Stempel "FOKSCHANI 6/3"(?) passt nicht. Gemäss Handbuch Heimbüchler gilt "Bislang sind auf der 1. Ausgabe Daten vom 29.7.-31.10.1858 bekannt" (Handbuch 1994, Seite 70)

Drehe doch den Brief einmal um. Ist der Briefbogen beschrieben? Hat er ein Datum?

Ich vermute, dass ein echten Theologo-Brief mit einer Fälschung der Nummer 3 ergänzt wurde. Um das Ganze glaubhafter zu machen, wurde ein falscher(?) roter Zweikreisstempel "MOLDOVA" (Gruppe M1) angebracht. Dabei hat der Fälscher einen groben Fehler gemacht, weil er der Verwendungszeit keine Beachtung schenkte.

Trotzdem ist das Ganze ein atemberaubendes Stück, das ich zur definitiven Prüfung unbedingt an den Rumänien-Prüfer Dr. Gertlieb Gmach schicken würde. Seine Adresse ist:

Dr. Gmach, Gertlieb

Zankenhauser Str. 29
82279 Eching a. Ammersee
Deutschland
Fon: +49 8143 8659
E-Mail: gertlieb@t-online.de";

Ergänzung:

Vielleicht genügt es, den Briefbogen umzudrehen? Viele dieser Bogen dienten nicht nur zum Einpacken eines Briefes, sondern wurden beschrieben. Wenn nun auf dem Briefbogen ein Datum z.B. von 1865 trägt, ist der Fall klar: ein unfrankierter "Theologo-Brief" wurde als Basis verwendet für eine gefährliche Verfälschung.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 17.02.2020 21:03:23 Gelesen: 15725# 93 @  
@ Heinz 7 [#92]

Hat Dr. Gmach, zuminstens beim BPP, nicht zum 31.12.2019 seine aktive Prüftätikeit beendet?

Siehe auch Beitrag 112 "Neues vom BPP".

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 17.02.2020 21:32:14 Gelesen: 15712# 94 @  
@ Martin de Matin [#93]

Lieber Martin.

das ist richtig. Per 31.12.2019 ist beim BPP Schluss. Er ist aber immer noch Prüfer bei der AIEP.

https://www.aiep-experts.net/experts/page/4/

Liebe Grüsse

Heinz
 
marlborobert Am: 17.02.2020 21:32:37 Gelesen: 15711# 95 @  
Herr Gmach prüft weiterhin als AIEJP Prüfer.

Grüße,
sanane
 
EinStein Am: 28.07.2020 14:18:08 Gelesen: 13888# 96 @  
Hallo,

ich melde mich hier auch mal wieder. In einem Paket voller Briefmarken, das ich bei Ebay erstanden hatte, war auch folgende Marke dabei und ich hab keine Ahnung woher diese Marke stammt. Den beiliegenden Zettel kann ich leider nicht richtig entziffern. Kann mir irgendjemand sagen, was das für eine Marke ist? Irgendwie wäre es zu schade, wenn ich diesen Schnipsel Papier entsorgen würde.



Lg Eini
 
Martin de Matin Am: 28.07.2020 17:45:34 Gelesen: 13870# 97 @  
@ EinStein [#96]

Es ist eine primitive Fälschung von Rumänien (Fürstentum Moldau) MiNr.4. Beim Original zeigt die obere Spitze des Sterns über dem Ochsenkopf auf die Mitte des Buchstaben "K". Die Schraffur in der Schallöffnung Posthorn ist fast senkrecht. Der Stempel ist ein Fantasieszempel (es gibt nur Zweikreisstempel auf der ersten Ausgabe).

Eine Frage meinerseits: Wie kommt man darauf, das die Marke aus Rumänien (Thema: Rumänien Marken bestimmen) kommt? In diesem Thema wurde bisher keine rumänische Marke mit kyrillischer Schrift gezeigt; im Gegensatz dazu aber beim Thema "Rumänien Fürstentum Moldau Marken echt oder falsch" wo auch Marken dieser Art besprochen wurden.

Gruss
Martin

[Beiträge [#96] bis [#98] aus dem Thema "Rumänien: Marken bestimmen" in das von Martin genannte Thema verschoben]
 
10Parale Am: 28.07.2020 20:10:42 Gelesen: 13846# 98 @  
@ EinStein [#96]

Martin de Matin [#35] ist zuzustimmen. Es wäre ja zu schön gewesen....eine simple Fälschung. Der Zettel anbei ist in französischer Sprache und spricht noch von geripptem (gestreiftem) Papier (papier vergé).

Ein bisschen Ahnung hatte EinStein ja wohl schon, woher die Marke stammt, sonst hätte er sie nicht unter diesem Thema Rumänien ... eingestellt.

Der Michel macht es ja gleich und somit hätte man Martin de Matin´s Frage auch beantwortet. Das Fürstentum Moldau (und das Fürstentum Walachei nicht minder) sind der glorreiche Beginn von dem, was 1862 in die Vereinigten Fürstentümer mündete und später in das Königreich Rumänien und in all die Verwicklungen, die dieses Land (übrigens wie viele Länder Europas) noch bis in die Neuzeit erleben musste. Wir denken dabei an die Abspaltung der Republik Moldawien oder andere schwelende Autonomieansprüche einiger Magyaren in der Harghita.

Im Thema "Rumänien Fürstentum Moldau Marken echt oder falsch" wäre diese Marke zwar auch nicht gut aufgehoben, aber die Fragestellung wäre dort berechtigt.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 05.07.2021 17:59:30 Gelesen: 7371# 99 @  
Für Interessierte:

Im Thema
Thema: Rumänien: Marken echt oder falsch ?
werden in Beitrag 192

5 verschiedene Marken/Einheiten der angeblichen Nummern 3, 6 und 6 KD gezeigt.

Heinz
 
10Parale Am: 06.11.2021 22:23:00 Gelesen: 4784# 100 @  
Heute war ich auf einer Sammlerbörse in Basel im Rahmen der berühmten Herbstmesse. Neben allerlei Antiquitäten, Schmuck, Spielzeug, Uhren, Literatur etc. waren auch hochkarätige Schweizer Briefmarkenhändler vor Ort. Diese Sammlerbörse ist auch morgen noch besuchbar, allerdings ist es vorteilhaft, einen Impfnachweis gegen COVID19 mit sich zu führen.

Als ich so durch die Kisten und Angebote stöberte stieß ich bei unterschiedlichen Händlern auf je 1 Briefmarke, denen mir auffiel, dass sich nicht mit einem Preisvorschlag ausgezeichnet waren. Der Grund war einfach: Die Marken waren nicht geprüft und besonders eine Marke aus Bermuda erregte meine Aufmerksamkeit.

Eine Stanley Gibbons #12, 3d (THREE PENCE), schräger Aufdruck on 1 d., rosa-rot, steht bei Michel mit 19.000 € im Katalog. Der Händler wollte keinen Preis nennen, meinte aber, wenn ich ernsthaft Interesse an der Marke hätte, würde er sie einer Prüfung unterziehen. Allerdings ist es sehr schwer, einen Prüfer für Bermuda zu finden, fügte er hinzu. Ein weiterer Gast am Tisch meinte, dass man da in England bestimmt jemand finden würde. Okay, ich ging weiter.

Am nächsten Tisch fand ich in einem Lot klassischer Marken aus Rumänien die 5 Parale Zeitungsmarke. Alle anderen Marken waren mit einem Preis versehen, nur diese Marke nicht (siehe Scan), lediglich eine hohe Notierung des Katalogpreises im 5-stellingen Bereich. Die Verkäuferin war sehr ehrlich und meinte, dass manche Marken zu schön seien, um wahr zu sein. Ich lieh mir eine Pinzette aus und begutachtete die Marke. Das dünne Papier gefiel mir sehr gut, die Zeichnung der Marke ebenfalls und ich erkannte auch sofort einen kleinen Rahmenbruch unter dem A, was für eine Michel Nr. 5 Iy spricht. Zunächst wollte die Verkäuferin 100 Schweizer Franken, dann sagte sie 80 Franken auf Risiko. Ich drehte eine kleine Rund, kehrte zurück und kaufte das Stück auf Risiko nach einer kleinen Verhandlung für 60 Schweizer Franken. Ich erklärte der Verkäuferin, dass ich die Marke für echt halte und zeigte ihr im Katalog den Wert von 300,--Euro, der ja auch in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Ich habe sie nun zu Hause vor mir liegen und glaube, die Marke ist wirklich echt, allerdings ungeprüft.

Ich denke, es ist gut, wenn Händler so wie erlebt, die Wahrheit sagen und es dem Verkäufer überlassen, "ein Risiko" einzugehen. Ein weiterer Herr am Tisch meinte, wenn sie falsch wäre, hätte ich wenigstens eine "gute Fälschung" gekauft.

Ich hoffe, es ergibt sich eines Tages die Gelegenheit, diese Marke Herrn Dr. Gmach oder sonst einem versierten Kenner der Rumänien Philatelie zur Prüfung vorzulegen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.11.2021 08:27:03 Gelesen: 4642# 101 @  
@ 10Parale [#100]

Ich freue mich, dass Du Dich erneut aktiv an das Thema "Rumänien" herantastest und dass Du wieder neue Belege und Marken kaufst. Dazu fällt mir ein Sprichwort ein: "Alte Liebe rostet nicht"

Die Möglichkeit, eine Briefmarke Herrn Gmach zur Prüfung vorzulegen, besteht jederzeit. Benötigst Du nochmals seine Postadresse? Siehe Dein e-mail.

Heinz
 

Das Thema hat 101 Beiträge:
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