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Thema: Alliierte Besetzung SBZ: Nichtamtliche Ausgaben / Privaterzeugnisse
Martinus Am: 16.05.2010 14:58:32 Gelesen: 8673# 1 @  
Werte Sammlerfreunde,

eine Bitte, wer kennt sich mit Lokalausgaben aus? Wer kann mir hier weiter helfen? Außer Sammlerbrief oder Händlerbrief höre ich keine weiteren Aussagen! Dazu immer den Hinweis, ein schönes Stück!

Meine Frage ist, war das nur ein Brief der gar nicht unterwegs war? Hat auf der Rückseite keinen Ankunftsstempel! Aber der R-Zettel ist doch echt! Wäre schön, wenn mir hier jemand helfen kann!



mfg Grüßen Martinus!
 
Martinus Am: 16.05.2010 15:09:44 Gelesen: 8668# 2 @  
Hier nun habe ich mein Stück aus meiner Sammlung! Die Anschrift ist die selbige! Der R - Zettel hat die Nr. 165! Dazu habe ich eine Urkunde von "Arenz"? der den Block am 27.11.2002 als Spendenmarken, keine Postwertzeichen einstuft!

Im Spezialkatalog sind diese aber drin! Wer kann mir hier helfen?




 
Postgeschichte Am: 16.05.2010 15:29:15 Gelesen: 8663# 3 @  
@ Martinus [#2]

Hallo Martinus,

bei den von Dir gezeigten Ausgaben handelt es sich um Privaterzeugnisse (keine Lokalausgaben). Nähere Informationen sind im Michel Spezial enthalten. Hierin steht auch, daß aus Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit oder auch Willfährigkeit einzelner Postbediensteter Briefe mit echten Poststempeln vorkommen können.

Ob die gestempelten Marken nachträglich auf einen Umschlag aufgeklebt wurde und ein anderweitig verwendeter Einschreibzettel aufgeklebt wurde, ist vermutlich nicht festzustellen. Eine Prüfung solcher Machwerke durch einen Prüfer des Prüferbundes ist ausgeschlossen. Den Vermerk von Herrn Arenz würde ich aber nicht als Urkunde, eher als Hinweis werten.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 16.05.2010 15:34:48 Gelesen: 8662# 4 @  
Hallo Martinus,

im September 1946 wurde in Wittenberg ein Spendenblock mit 6 Marken zum 400. Totestag von Luther in einer Auflage von 60.000 Stück mit postamtlicher Genehmigung gedruckt. Vor dem Schalterverkauf wurde die Genehmigung der Post zurückgezogen, eine unbekannte Menge ging unberechtigt an Händler, der Rest wurde postamtlich vernichtet.

Dein "Brief" ist eine Mache des Händlers in Oberwiesenthal. An sich selbst addressiert im Jahr 1949, mit ungültigen Marken, die selbst wenn 1946 amtlich herausgegeben, keine Frankaturkraft mehr hätten. Diese Gefälligkeitsabstempelung samt R-Zettel sollte unwissenden Käufern eine postalische Verwendung vortäuschen.

Leider sind jetzt die Marken in meinen Augen wertlos.

Beste Grüsse Bernd
 
Jürgen Witkowski Am: 16.05.2010 15:45:39 Gelesen: 8657# 5 @  
@ Martinus [#2]

Es stehen doch im Michel Spezial alle erforderlichen Angaben: "Die Herstellung des Blocks war zunächst amtlich genehmigt, die Erlaubnis zum postalischen Verkauf wurde dann aber vor Eröffnung des Schalterverkaufs widerrufen."

Die Bewertung ist demnach für **, * und "Abstempelung zu philatelistischen Zwecken".

Ob dann nun jemand noch einen Einschreibzettel oder eine tibetanische Papstmarke dazuklebt ändert nichts mehr am Status des Blockes als Nichtamtliche Ausgabe/Privaterzeugnis.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Martinus Am: 16.05.2010 18:29:09 Gelesen: 8633# 6 @  
Also doch widersprüchliche Antworten! Danke jedenfalls für die Hilfen!

Es geht ja auch darum, dass sich diese Blocks immer wieder in Ausstellungs - Themen - Sammlungen befinden. Und dass ich gern diesen Beleg auch darin unterbringen würde!

Vielleicht ist ja hier unter den Lesern jemand, der sich mit der Bewertung von solchen Stücken in einer (Rang 3 oder höher) Ausstellung auskennt?

mfg Martinus
 
Postgeschichte Am: 16.05.2010 18:31:05 Gelesen: 8630# 7 @  
@ Martinus [#6]

Also doch widersprüchliche Antworten!

Wo siehst Du in den Antworten einen Widerspruch?

Gruß
Manfred
 
Martinus Am: 16.05.2010 18:45:51 Gelesen: 8627# 8 @  
Nun, weil der eine sagt, es durfte nicht abgestempelt werden, der nächste sagt für philatelistische Zwecke schon, der nächste sagt, ein Postbeamter hat da mitgeholfen und ein nächster es ist nix wert! Habe ich was vergessen?

Meine Frage ist halt die, ob ich so einen Beleg in einer Ausstellungssammlung bringen darf oder nicht? Im Spezial Katalog sind die Blöcke ja sogar in gestempelt (Gefälligkeit) bewertet! :-(

lg Martinus
 
Postgeschichte Am: 16.05.2010 19:27:40 Gelesen: 8618# 9 @  
@ Martinus [#8]

Nun, weil der eine sagt, es durfte nicht abgestempelt werden, der nächste sagt für philatelistische Zwecke schon, der nächste sagt, ein Postbeamter hat da mitgeholfen und ein nächster es ist nix wert! Habe ich was vergessen?

Ich lese dies etwas anders. Aber wenn Du "so einen" Beleg unbedingt in eine Ausstellungssammlung aufnehmen möchtest, dann mach es doch und berichte uns mal über das Ergebnis. :-)

Gruß
Manfred
 
Jürgen Witkowski Am: 16.05.2010 19:52:10 Gelesen: 8613# 10 @  
@ Martinus [#8]

Du solltest beachten, dass die fraglichen Stücke zum Beispiel im Michel Spezial unter der Rubrik "Nichtamtliche Ausgaben/Privaterzeugnisse" geführt und nicht als Briefmarken, sondern als "Produkte" bezeichnet werden.

Falls Du eine Ausstellungssammlung aufbaust, wirst Du Dir sicher schon die entsprechende, beim BDPh kostenlos erhältliche Ausstellungsordnung mit dem passenden Leitfaden Bewertungsmerkmale zum Beispiel für Thematische Philatelie oder Postgeschichte besorgt haben. Darin erhälst Du wertvolle Hinweise.

Du wirst, wenn ich es richtig sehe, das Exponat zum ersten Mal präsentieren. Wenn Du den Skeptikern hier nicht Glauben schenkst, bringe den Beleg mit einer plausiblen Begründung dort ein und warte die Bewertung und vor Allem das Jurygespräch ab. Dann bekommst Du aufgezeigt, wohin der Weg geht.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Martinus Am: 16.05.2010 20:33:27 Gelesen: 8604# 11 @  
danke! :-)
 
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