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Thema: Japan: Stempel bestimmen
Das Thema hat 130 Beiträge:
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ligneN Am: 25.03.2018 13:29:30 Gelesen: 22728# 106 @  
@ DERMZ [#105]

Das sind ganz normale aktuelle Tagesstempel für den Inlandsverkehr.

Ichikawa 27.12.13
Hiroshima-Naka 28.2.29
Musashi-Murayama 27.11.12

Jahr-Monat-Tag von links.

Jahr der Heisei Periode, Umrechnung wird in diesem Thread weiter oben erklärt.

Aber wozu in die Stempeldatenbank?

Es gibt keine Falschstempel bzw. fälschungsgefährdetes Material damit.
 
DERMZ Am: 25.03.2018 18:59:41 Gelesen: 22704# 107 @  
@ ligneN [#106]

Guten Abend ligneN,

das hilft mir enorm weiter.

Beste Grüße

Olaf
 
volkimal Am: 25.03.2018 19:35:57 Gelesen: 22695# 108 @  
@ ligneN [#106]

Hallo ligneN,

wenn nur fälschungsgefährdete Stempel gezeigt würden, dann wäre die Datenbank noch sehr leer. Ich finde es einfach interessant auch einmal über den Tellerrand hinwegzusehen und alle möglichen Stempel - auch solche aus fremden Ländern anzusehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Koban Am: 14.07.2018 15:43:17 Gelesen: 17993# 109 @  
Hallo zusammen,

ich scheitere an der Identifizierung des linken Schriftzeichens dieses Stempelabschlages aus der Präfektur Karafuto (Sachalin) und somit an dessen genauer Zuordnung.

Danke vorab für Eure Hilfe,
Koban


 
volkimal Am: 18.07.2018 11:20:25 Gelesen: 17756# 110 @  
Hallo zusammen,

heute ein Stempel aus meiner Kalendersammlung:



Die Briefmarken sind japanische Besetzungsausgaben im 2. Weltkrieg für Niederländisch-Indien (Java).

Die Jahreszahl ist nach dem Kōki-System angegeben 2603 Kōki = 1943 nach unserer Zeitrechnung.

Si-Gatsu = Shigatsu ist der 4-te Monat im japanischen Kalender.

Der indonesische Stempeltext ergibt nach Google frei übersetzt:

"Wiedereröffnung des Postamtes vor einem Jahr"

Wer kann mir sagen aus welchem Ort der Stempel kommt?

Ich lese "Pering...", finde aber keinen passenden Ort auf Java oder in Niederländisch-Indien.

Viele Grüße
Volkmar
 
Pete Am: 18.07.2018 20:58:00 Gelesen: 17703# 111 @  
@ volkimal [#110]

Wer kann mir sagen aus welchem Ort der Stempel kommt?

Muss es sich hierbei zwingend um eine Ortsbezeichnung handeln? :-)

Wenn man mit den Buchstaben etwas spielt, ergäbe sich u.U. das Wort "Pergingatan", was mit "Benachrichtigung" übersetzt werden könnte.

Gruß
Pete
 
volkimal Am: 20.07.2018 17:53:35 Gelesen: 17576# 112 @  
@ Pete [#111]

Hallo Pete,

deine Idee mit peringatan = Benachrichtigung könnte natürlich stimmen. Weshalb der letzte Buchstabe groß geschrieben ist - keine Ahnung. Ein Stempel ohne Ortsangabe ist allerdings ungewöhnlich, aber warum soll es so etwas nicht geben? Es hätte sogar den Vorteil, dass derselbe Stempel in verschiedenen Orten eingesetzt werden könnte. Allerdings war das Datum mit bei der Negativschrift (weiß auf dunklem Untergrund) mit Sicherheit nicht verstellbar.

Java wurde im 2. Weltkrieg in der Zeit vom 1. bis zum 10. März 1942 von Japan besetzt. Wenn meine Übersetzung stimmt wurde der Postbetrieb eineinhalb Monate später wieder eröffnet. Das könnte durchaus passen.

Mal sehen, ob sonst noch irgendjemand etwas dazu sagen kann.

Viele Grüße
Volkmar
 
ligneN Am: 07.08.2018 13:01:45 Gelesen: 16811# 113 @  
@ Koban [#109]

Das ist eine hentaigana Version von "ne".

Übersicht zum runterladen / ausdrucken:

http://users.monash.edu/~jwb/rose.jpg

Was sind hentaigana ?

https://de.wikipedia.org/wiki/Hentaigana
 
Heinrich3 Am: 04.04.2019 19:33:29 Gelesen: 9167# 114 @  
@ ligneN [#106]

Hallo,

DERMZ (Olaf) hat den Stempel von Hiroshima-Naka nun in die Stempeldatei eingeben und ich bin etwas perplex über seinen Stempel-Text, der nicht so mit dem Stempel übereinstimmt. Eingabe derzeit: 広島市

Ich würde das 3. Zeichen ändern auf 中 (Mitte, Zentrum). Auch beim 1. Zeichen bin ich nicht sicher.

Danke und schöne Grüße
Heinrich
 
volkimal Am: 04.04.2019 21:31:52 Gelesen: 9153# 115 @  
@ Heinrich3 [#114]

Hallo Heinrich,

mit dem dritten Zeichen 中 = Zentrum hast Du recht. Das erste Zeichen passt. Hier ein anderer Stempel aus Hiroshima:



Der Sonderstempel kommt aus 広島東 = Hiroshima Ost.

Viele Grüße
Volkmar
 
ragiko Am: 05.04.2019 10:19:48 Gelesen: 9131# 116 @  
@ Koban [#109]

Sorry, ich bin erst heute auf deinen Eintrag gestoßen und beantworte deine Frage nach dem mysteriösen Zeichen auf dem Sachalinstempel.

Ich gehe davon aus, dass du weißt, dass japanische Silbenzeichen aus handschriftlich verkürzten chinesischen Vollzeichen entstanden sind. Früher gab es dafür keine einheitlichen Regeln, die heute gebräuchlichen Silbenzeichen und ihre Form ergaben sich erst im Laufe der Zeit. Bis in jüngste Zeit existieren aber noch Zeichen, die nicht im offiziellen Kanon enthalten sind. Es sind entweder Zeichen, die (a) auf andere chinesische Vollzeichen zurückgehen oder (b) solche, die anders abgekürzt worden sind. Man nennt sie auf Japanisch "hentaigana" (Kana-Zeichen in anderer Form) und werden in Kalligraphie, historisierenden Schreibweisen oder als Gags in der Werbung eingesetzt, etwa bei auf traditionell aufgemachten Sake-Sorten oder dergleichen.

Die fiskalischen Stempel der Vorkriegszeit trugen teilweise solche "hentaigana", zu denen man auch die heute nicht mehr gebrauchten "wi" ゐ und "we" ゑ (im Westen als "ye" wiedergegeben, in Yen (En), Yedo (Edo), Yebisu (Ebisu)) zählen kann.

Konkret zu deiner Frage:

Auf dem Stempel von Sachalin ist das hentaigana "ne", verkürzt aus dem Schriftzeichen 禰 → 祢 →(dein Zeichen) → ね zu erkennen. Es ist Typ b, denn es geht auf dasselbe Zeichen zurück wie das normale ね, ist nur weniger verkürzt.
Den Sammlern der japanischen Klassik ist auch das hentaigana 子 bekannt, das als Silbenzeichen früher japanischer Marken verwendet wurde und ebenfalls "ne" gelesen wird, aber vom "normalen" ね abweicht. Es ist Typ a, denn es beruht auf einem vollkommen anderen Ausgangszeichen.

Herzliche Grüße,

ragiko
 
volkimal Am: 01.07.2019 17:48:55 Gelesen: 7540# 117 @  
Hallo zusammen,

die Sonderausgabe zum Friedensschluss nach dem Ersten Weltkrieg ist in Japan am 01.07.1919 - heute vor 100 Jahren - herausgekommen:



Den Stempeltext habe ich dank des Textes auf der Bildseite herausgefunden:
平和紀念 (von rechts nach links zu lesen)
平和 = Frieden
紀念 = Gedenken, Erinnerung



Leider konnte ich nicht herausfinden, in welchem Ort der Stempel abgeschlagen wurde. Wer kann mir den Ort nennen?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 01.07.2019 21:17:22 Gelesen: 7527# 118 @  
Hallo zusammen,

jetzt habe ich die Antwort auf meine Frage gerade selbst gefunden. Mir ist aufgefallen, dass das Motiv der Karte im letzten Beitrag von einem Ausländer stammt. Unten links ist das Monogramm "KG". Das würde kein Japaner angeben.
Da 1919 noch sehr viele Deutsche in japanischer Kriegsgefangenschaft waren, habe ich meine Stempel aus dem Lager Bando angesehen:



Dieser Stempel kommt aus Tokushima-Bando = 徳島-坂東. Und siehe da - der Ersttagsstempel kommt aus Tokushima = 徳島.

Danach habe ich ein noch besseres Exemplar des Ersttagsstempels bei Delcampe entdeckt.



Der Stempel ist auf einer Karte von der Deutschen Ausstellung 1918 im Lager Bando.

Viele Grüße
Volkmar
 
ligneN Am: 03.07.2019 18:39:47 Gelesen: 7500# 119 @  
Beim Tagesstempel "Tokushima.Bando" meint "Tokushima." die Präfektur.

Beim Sonderstempel mit nur "Tokushima" bezieht sich die Angabe auf die Stadt Tokushima selbst.
 
volkimal Am: 03.07.2019 19:12:31 Gelesen: 7498# 120 @  
@ ligneN [#119]

Hallo ligneN,

danke für die Korrektur. Das kann ich bei Philastempel gleich korrigieren.

Viele Grüße
Volkmar
 
London-Dieter Am: 19.07.2019 20:10:06 Gelesen: 7232# 121 @  
Japan Stempel auf alter Ganzsache

Hallo an evtl. Japan-Spezialisten,

habe die gezeigte Ganzsache bekommen und kann in Ermangelung der Kenntnis der japanischen Schrift weder den Absender- noch den Ankunfts-Stempel entziffern. Auch Datum/Jahr entzieht sich total meiner Möglichkeiten.

Kann mir jemand weiterhelfen, wie man zumindest die Zahlen für das Datum mit Jahr entziffern kann? Ich könnte noch nicht einmal sagen, wo diese genau in den Stempeln platziert sind. Bin aber gerne jederzeit bereit dazuzulernen.
Danke bereits im Voraus.




 
volkimal Am: 19.07.2019 21:23:00 Gelesen: 7225# 122 @  
@ London-Dieter [#121]

Hallo Dieter,

zum Ort kann ich nichts sagen. Das Datum kann ich aber lesen. Es ist auf beiden Stempeln dasselbe Datum.

Im Stempel steht 29 Jahr 7 Monat 16 Tag. Das Datum bei den japanischen Stempeln ist nach Gengō-System angegeben.

Tag und Monat stimmen mit unserem (gregorianischen) Kalender überein. Die Jahreszählung beginnt mit jedem Tenno neu.

Bei deiner Karte ist der Stempel vom 16. 07. Meiji 29. Zum Meiji-Jahr musst du 1867 Jahre addieren. Der Stempel ist also vom 16.07.1896 AD.

Weitere Informationen zum Umrechnen von Stempeldaten findest Du beim Thema "Die Unterschiedlichen Kalender". Die japanischen Kalender beginnen beim Beitrag 15, das Gengō-System beim Beitrag 16 [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=98953#M16
 
London-Dieter Am: 20.07.2019 03:46:48 Gelesen: 7209# 123 @  
@ volkimal

Vielen Dank für Deine schnellen Informationen.

Habe mich beim angegebenen link schon einmal etwas schlau gemacht. Da wird das Datumsthema gut erklärt. Scheint zuerst etwas kompliziert, aber vielleicht schaffe ich es ja, neu eintreffende Ganzsachen datumsmässig dann selbst zu bestimmen.
 
ligneN Am: 23.07.2019 19:09:13 Gelesen: 7124# 124 @  
@ London-Dieter [#121]

Abgang schwarzer Stempel "Harima.Takasago 29.7.16 ha (3. Abfertigung)", an brauner Stempel "Settsu.Kobe 29.7.16 ri (9. Abfertigung)".

Takasago ist natürlich kleiner als der große Hafen Kobe, da tippe ich mal auf gesamt 4 Abfertigungen pro Tag, also früher Nachmittag. 9. Abfertigung bei der Zustellung in Kobe wäre dann früher Abend.

Harima ist eine Nachbarprovinz westlich von Settsu, mit der Bahn ging das ganz fix.

Heute alles Präfektur Hyogo.
 
Koban Am: 01.02.2020 22:06:47 Gelesen: 2980# 125 @  
Hallo zusammen,

Lese und übersetze ich den Stempelabschlag 根室 志發 richtig als NEMURO SHIBOTSU?

Handelt es sich hier tatsächlich, wie von mir vermutet, um die Insel Shibotsu/Zelyony, russisch Зелёный?

Die Unterpräfektur Nemuro auf der Insel Hokkaido erstreckte sich bis über die südlichen Kurilen-Inseln. Seit 1945 sind die Inseln Iturup, Shikotan und Kunashir russisch, werden aber von Japan bis heute beansprucht. Stichwort Kurilenkonflikt.

Weniger bekannt sind die deutlich kleineren Habomai-Inseln (von denen Shibotsu wiederum die grösste Insel ist) die ebenfalls zur Gruppe der von Japan beanspruchten Inseln gehören. Heute befindet sich auf der 58 km² großen Insel lediglich ein winziger Grenzposten der russischen Armee (3 Mann). Nach anderen Angaben gilt sie heute als unbewohnt.

Falls ich mit der Bestimmung richtig liege, würde mich auch eine Wertschätzung interessieren, auch wenn ich die Marke gar nicht abgeben möchte.

Vielen Dank vorab,
Koban


 
ragiko Am: 02.02.2020 10:37:23 Gelesen: 2940# 126 @  
Hallo Koban,

ich denke mal, deine Lesung ist richtig. Die Marke ist die im Juli 1931 an die Schalter gelangte Mi.Nr.175 II. Zu diesem Zeitpunkt waren nach japanischen Websites auf der Insel Shibotsu zwischen 1700 und 2500 Personen zeitweise ansässig. "Zeitweise" bedeutet, sie verbrachten dort nur die Sommermonate als Fischer und ernteten Kombu-Seetang, der für die japanische Cuisine als Würze unentbehrlich ist.

Ein Postamt gab es dort nicht, zumindest kein ganzjährig festes Postamt. Ein solches Postamt hätte den Namen Chishima-Shibotsu geführt, denn die Kurilen heißen in Japan Chishima, und alle mir bekannten Postämter der japanischen Südkurilen führen die Schriftzeichen für Chishima 千島 vor dem Ortsnamen. Dass dein Stempel stattdessen Nemuro aufweist, bedeutet meiner persönlichen Meinung nach, dass es sich um eine vermutlich nur im Sommer auf Shibotsu tätige Zweigstelle des Postamts Nemuro handelt, die irgendwann im Herbst einpackte und bis zum nächsten Frühjahr ihren Stempel in Nemuro in die Abstellkammer legte.

Marken mit lesbaren Chishima-Stempeln werden hier (ich lebe in Tokyo) auf Auktionen je nach Lesbarkeit und Seltenheit zwischen 1000 und 3000 Yen verkauft, aber die Preise sind sehr variabel und können bei schönen Exemplaren auch mal deutlich darüber liegen.

Dein Shibotsu-Stempel zählt sicherlich zu den sehr seltenen Abschlägen, aber weil das Datum fehlt, ist es wiederum kein Superstück. Ein Preis ist schwer abzuschätzen; wenn sich zwei Südkurilensammler darum raufen, kann es sehr teuer werden, aber wer kann das schon vorhersagen ?

Wenn die Marke zum Verkauf stände, würde ich persönlich bis zu 3000 Yen dafür bieten, denn an der Authentizität und Seltenheit bestehen meiner Ansicht nach keine Zweifel.

Übrigens: Seit 1959 ist Shibotsu (nach japanischer Verwaltung, in der Theorie) eingemeindet und Teil der Stadt Nemuro geworden.

Beste Grüße,

ragiko
 
jmh67 Am: 16.06.2020 21:13:45 Gelesen: 407# 127 @  
Wellenstempel

Der Michel-Katalog schreibt, dass ab 1963 "im Rahmen des 'Gebühr-getrennt-bezahlen'-Verfahrens größere Mengen Marken, später oft in Bogenform, mit speziellen Wellenstempeln entwertet" und als Kiloware abgegeben wurden. So weit, so gut, nur ist da kein Beispiel abgebildet. Jetzt sind mir einige Marken in die Hände gekommen, bei denen ich den Verdacht habe, es könne sich bei deren Entwertungen um solche "speziellen Wellenstempel" handeln (siehe untenstehendes Bild). Mag das jemand bestätigen oder widerlegen?

-jmh


 
ragiko Am: 17.06.2020 06:41:32 Gelesen: 390# 128 @  
@ jmh67 [#127]

Ja, dazu ist die folgende Information möglich.

Wie aus der angehängten Seite des japanischen Stempelhandbuchs zu ersehen ist, existieren die fiskalischen Rollstempel in vier Typen. Die älteste (1) sind Wellenstempel ohne Ortsnamen. Sie wurden 1963 eingeführt, existieren aber auf allen seinerzeit bei der Post erhältlichen Marken, etwa ab Mi-Nr.576. Marken von 1952 mit diesen Stempeln sind gesucht.

Type (1) wurde 1979 durch Type (2) ersetzt. Die Wellen haben einen weiteren Abstand, Name des PAs ist eingefügt. 1985 wurde vorübergehend ein Rollstempel mit geraden Linien eingesetzt, Type (3), mit Datum und PA, der sich aber als nicht sonderlich praktisch erwies und schon bald, 1987, durch Type (4) ersetzt wurde. Hier stehen Datum und PA untereinander.

Fiskalische Stempel dienen nur internen Abrechnungen. Hierfür werden Restbestände von Marken, oft bogenweise, auf billiges Recycling-Papier geklebt und mit dem Roller entwertet. Man findet sie häufig in Missionskiloware.

Vor der Einführung dieser fiskalischen Rollstempel wurden normale Poststempel verwendet. Wenn ganze Bögen hoher Nennwerte, etwa der Nr.641, mit Rundstempel entwertet angeboten werden, sind es fiskalische Entwertungen, die sich aber von postalischen nicht unterscheiden.

Solche fiskalischen Entwertungen existieren in Japan seit etwa 1880; die dafür verwendeten Stempel fiskalischer Natur ähneln den Poststempeln, haben aber eine andere Inschrift. Spezialisten können sie entziffern und unterscheiden.


 
jmh67 Am: 17.06.2020 10:31:58 Gelesen: 380# 129 @  
@ ragiko [#128]

Vielen Dank!

Mir sind also offenbar die Typen 1 und 2 dieser Entwertungen untergekommen.

Wieder was dazugelernt!

-jmh
 
ligneN Am: 17.06.2020 19:39:02 Gelesen: 363# 130 @  
Es sind keine "fiskalischen" Entwertungen. Mit Steuern hat das nichts zu tun. Auch nicht mit den Stempeln/inschriften für Postgeld- und Telegraphiedienste, seit 1949 werden keine Marken mehr dafür verwendet.

Man sollte sie korrekter als "Innendienststempel" bezeichnen. Sie dienten aber zu postalischen Zwecken.

Es handelt sich vielmehr um spezielle Handrollstempel zur Entwertung von Ganzbogen, eingeführt 1963. Seit 1985 mit eingefügtem Amtsnamen.

Es gab noch weitere Typen mit senkrechten Linien und eingefügtem Datum bis mindestens in die 1990er Jahre (in Ragikos Abbildung rechts). Damit wurde nicht mehr handgestempelt, vielmehr wurden die aufgeklebten Bögen in spezielle Stempelmaschinen eingeführt.

Danach bis ca. 2018** wurden die Bögen aus diesem Verfahren nicht mehr gestempelt, sondern einfach mit Papierschreddern vernichtet.

Wer es genau wissen will, soll seine Sondermarkendubletten auf solche Stempel hin durchsehen, um einen ungefähren Endjahr zu ermitteln.

Wozu wurden diese Bogen nun verwendet?

Es handelt sich um das "Gebühr getrennt bezahlt" Verfahren. Unter diesem Namen gibt es das in Japan seit 1937, eingeführt im April 1919 als "mit Briefmarken getrennt bezahlt".

Dabei werden die Postsendungen mit einem entsprechenden vorgeschriebenen Stempel (gibts noch heute im Vorraum jedes Postamts zur Nutzung durch den Postkunden) versehen oder gleich mit entsprechendem Eindruck versehen am Schalter aufgeliefert.

Bezahlt werden konnte auch mit postgültigen Briefmarken, auch Ganzbogen. Diese wurden vom Postbediensteten auf Unterlage aufgeklebt und mit Aufkleber oder gleich am Rand mit Stückzahl, Kundendaten usw. versehen. Für große Postämter mit entsprechendem Anfall an Massensendungen war das eine erhebliche Arbeitserleichterung.

Bis in der bürokratischen Moderne Schredder preiswert und in jedem Büro die Norm wurden.

Solche Ganzbogen-Handrollstempel hatten nur größere Postämter. Bei geringerem Aufkommen lohnte es sich nicht. Dann wurden normale Tagesstempel, vorzugsweise Rollerstempel verwendet.

Nach der Lagerfrist von einem Jahr wurden die Bogen dann vernichtet bzw. teils auch zur amtlichen Kilowaren verwertet.

Seit ?der Privatisierung 2001? wurden diese Bogen noch am gleichen Tag nach Schalterschluß geschreddert.

**Ca. 2018 wurde die Annahme von Bogen oder Bogenteilen für diese Verfahren ganz eingestellt und ganz auf Bargeld/Einzug umgestellt.

Einige Postler hatten sich nämlich die ungestempelten aufgeklebten Ganzbogen zur "privaten Verwertung" abgezweigt, statt sie zu schreddern. Das flog bald auf, der Skandal ging damals durch die japanische Presse.

Solche gestempelten Ganzbögen aus dem Gebühr-bezahlt-Verfahren sind eine preiswerte Möglichkeit für Ganzbogensammler bzw. Spezialisten, die Plattenfehler der Dauerserien finden und plattieren wollen.

Bei den Nummernsammlern (1 Stück pro Katalognummer) sind sie unbeliebt.
 

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