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Thema: Luftpost Ganzsachen
Gerd Am: 13.12.2007 17:04:33 Gelesen: 24891# 1 @  
Mir liegt ein Ganzsachen Luftpostbrief per Einschreiben und Eilzustellung von Gütersloh aus dem Jahre 1973 vor. Mit den Werteindrucken 100 Sicherheit - 40 Heinemann - 100 Sicherheit - 50 Heinemann - 100 Sicherheit.

Die Adresse ist schwer zu lesen! Abstempelung sind drei Sonderstempel zur Erinnerung der Luftbrücke 1948-1973.

Kann mir jemand sagen, was das ist und was es wert ist?

Bei Bedarf fotgrafiere ich mal das gute Stück!
 
Jürgen Witkowski Am: 13.12.2007 18:19:31 Gelesen: 24888# 2 @  
@ Gerd [#1]

Hallo Gerd,

es wird sich nach Deiner Schilderung höchstwahrscheinlich um ein sogenannte "Privatganzsache" handeln. Die vorkommenden Typen sind im Michel Ganzsachen Katalog Deutschland zwar aufgeführt, jedoch nicht bewertet.

Ein Scan oder ein Foto wäre hilfreich. Ich könnte danach versuchen, konkretere Informationen zu bekommen.

Beste Grüße

Jürgen
 
- Am: 13.12.2007 19:47:55 Gelesen: 24882# 3 @  
Ein Beispiel für eine Privatganzsache: Von der Firma BOREK produziert, um für Marken des Deutschen Reiches zu werben.


 
Gerd Am: 14.12.2007 18:48:16 Gelesen: 24873# 4 @  
@ Concordia CA [#2]

Das ist aber nett, daß Du Dich darum bemühst. Ich werde mal das passende Bild dazu anfügen.

Einen schönen 3. Advent wünscht Gerd


 
Jürgen Witkowski Am: 14.12.2007 21:08:56 Gelesen: 24864# 5 @  
@ Gerd [#4]

Hallo Gerd,

es handelt sich um die Privatganzsache PU 101, die im Michel leider nicht bewertet ist.

Ich habe dem Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein eine Mail mit der Bitte um weitere Informationen geschickt. Ich bitte daher noch um ein wenig Geduld.

Beste Grüße

Jürgen
 
Gerd Am: 14.12.2007 21:27:42 Gelesen: 24863# 6 @  
@ Concordia CA [#5]

Danke, ich kann warten, denn das gute Stück liegt ja schon einige Jahrzehnte bei mir !

Gruß Gerd
 
AfriKiwi Am: 14.12.2007 22:29:55 Gelesen: 24857# 7 @  
@ Gerd [#6]

Im Borek Ganzsachen-Spezial-Katalog von 1980 ist er (101 E) noch DM 15 wert mit Sonderstempel ?

Nach 27 Jahren kann er schon € 15 - 20 sein oder schiesse ich ein bisschen hoch ?

Erich

Unten ein Luftpost Leichtbrief auch eine Ganzsache von Tonga.


 
AfriKiwi Am: 15.12.2007 21:11:47 Gelesen: 24842# 8 @  
Diese Karte war ja für den Inland bestimmt. Ist es jetzt eine Luftpost-Ganzsache da es sicher Portogerecht nach SA ging ?


 
Jürgen Witkowski Am: 15.12.2007 21:53:38 Gelesen: 24841# 9 @  
@ AfriKiwi [#8]

Ich würde sagen, es ist eine normale Postkarte (Ganzsache), die mit Zusatzfrankatur und Luftpostaufkleber versehen und per Luftpost befördert wurde.

Eine Luftpostkarte wäre sie, wenn sie für diesen Verwendungszweck mit dem Aufdruck "Luftpostkarte" einschließlich des Luftpostzeichens gedruckt worden wäre.

Ob Luftpost-Ganzsache oder nicht - Du hast einen tollen Beleg. Danke fürs Herzeigen.

Beste Grüße

Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 20.12.2007 01:10:32 Gelesen: 24803# 10 @  
@ Gerd [#4]

Heute habe ich folgende sehr nette Antwort bekommen:

"Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein von 1901 e.V. - Kassierer: Norbert Sehler

Sehr geehrter Herr Witkowski,

als Anhang füge ich eine Seite des Privatganzsachenkataloges Bundesrepublik vom BGSV bei, auf dem die PU101 verzeichnet ist. Michel hat ja 1994 den letzten Katalog für Privatganzsachen nach 1950 herausgegeben und wird dies wohl in Zukunft auch nicht mehr tun. Der BGSV hat deshalb 2002 erstmalig im Rahmen des Neuen Ganzsachen-Kataloges einen dreibändigen Katalog der Privatganzsachen nach 1950 herausgegeben. Ich hoffe, ihnen mit dieser Information geholfen zu haben."

Diese Hilfsbereitschaft finde ich wirklich lobenswert!

Aus der angehängten Katalogseite geht hervor, dass die Ganzsache mit 13,- € bewertet wird und eine Auflage von 1.000 Stück hatte.
 
AfriKiwi Am: 21.12.2007 03:52:45 Gelesen: 24786# 11 @  
@ Concordia CA [#10]

Da habe ich nicht zu hoch geschossen mit 15 € für ein 2002-er Wert.

Mit NUR 1000 Stück kann so ein Beleg sauber gestempelt und netter Vorkommen schon für mehr gehandelt werden.

Erich
 
AfriKiwi Am: 11.01.2008 03:52:37 Gelesen: 24747# 12 @  
Hallo Zusammen,

Endlich einer von den 2007 Ganzsachen Luftpostbiefen. Hier aber wiedermal das Problem mit ungestempelte Marken. Ich kann natürlich den Brief zurückschicken als abgelehnt.

Oder zurück an Absender, das fehlende Porto erfordern vom Sender auf dem Brief für Neusendung.

Oder man ist wirklich konsequent und gebraucht die Marken wieder.

Hier sieht man daß der Thread leicht verbunden wird mit andere Themas/Threads

Erich


 
Gerd Am: 13.01.2008 12:40:25 Gelesen: 24731# 13 @  
An dieser Stelle möchte ich allen Freunden danken, die mitgeholfen haben, Licht in das Dunkel meines Luftpostbriefes zu bringen. Besonders Dir Jürgen!

Diese Einrichtung hier zeigt doch, daß es eine gute Sache ist sich mit Freunden auszutauschen.

Ich habe noch ein anderes Problem, was mich beschäftigt und mir nicht eindeutig klar ist:

DDR Mi-Nr. 439. Wollte schon einige Exemplare zum Prüfer schicken. Aber ich bin mir nicht eindeutig im Klaren, ob sich diese Aktion lohnt. Wer hat mit Prüfern und speziell mit dieser Marke Erfahrung?

Gerd
 
Pete Am: 13.01.2008 21:04:06 Gelesen: 24723# 14 @  
@ Gerd [#13]

Stelle doch einmal die betreffenden Mi-Nr. 439 als Scan hier ins Forum. Die gute Variante 439aIIgXI kenne ich, hatte selbst bereits ein Exemplar mehrmals in den Händen.

Ich hatte vor einiger Zeit eine solche Marke (Briefstück) in der Sammlung eines Kollegen entdeckt. Dieser hat sich nach der BPP-Prüfung sehr gefreut, als das gute Stück mit Fotoattest zurückkam.

Gruß
Pete
 
Richard Am: 14.01.2008 00:04:41 Gelesen: 24713# 15 @  
@ Gerd [#13]
@ Pete [#14]
@ alle

Bitte HIER nicht antworten. Siehe neues Thema 'Prüfung von DDR Marken':

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=365&CP=0&F=1#newmsg
 
- Am: 14.01.2008 13:47:21 Gelesen: 24699# 16 @  
Ein Luftpostbrief aus Taiwan nach Houston, Texas.


Auf der Rückseite ist die restliche Frankatur.


 
Martinus Am: 01.03.2010 23:19:25 Gelesen: 22871# 17 @  
Da kann ich auch einen schönen Beleg aus meiner Luftpostsammlung beisteuern. Diesen habe ich mal von meinem Onkel erhalten! :-) Heute bin ich ja unter die Luther-Sammler gegangen, aber getrennt habe ich mich davon nie, da er ein schönes Stück Erinnerung inne hat!

Wie selten so was ist, das weiß ich allerdings nicht, aber ich weiß (der Preis steht noch drauf), mein Onkel hat damals 30,- DM dafür bezahlt.

lg Martinus



Auf der Rückseite ist auch noch der Ankunftstempel von Frankfurt am Main / Flughafen zu lesen
 
Kalmimaxiss Am: 03.03.2010 06:59:32 Gelesen: 22839# 18 @  
@ Martinus [#17]

Da wurde der Onkel aber ganz schon abgezockt - heutiger Handelswert ca. 1.-Euro, wenn überhaupt verkäuflich.

Hier einige aktuelle Angebote in Ebay:

http://briefmarken.shop.ebay.de/i.html?_nkw=Aerogramme&_sacat=40372&_trksid=p3286.m270.l1313&_dmpt=Briefmarke&_odkw=Aerogramm&_osacat=40372&bkBtn=1
 
Martinus Am: 03.03.2010 19:00:31 Gelesen: 22821# 19 @  
Würde ich so nicht sehen, weil es ja ein Erstflug ist, dazu mit Zusatzfrankatur und vor allem gelaufen!

Die Briefe bei ebay sind ja alle recht einfach gestrickt!

lg Martinus
 
Kalmimaxiss Am: 03.03.2010 20:23:27 Gelesen: 22815# 20 @  
@ Martinus [#19]

Glaube mir, es ist so! Massenware!

Dein Beleg ist übrigens ein Aerogramm, eine Ganzsache mit eingedruckter Frankatur!

Und diese 2 Aerogramme sind auch echt gelaufen:

http://cgi.ebay.de/2-verschiedene-Aerogramme-aus-1983-nach-Bangkok_W0QQitemZ220562186160QQcmdZViewItemQQptZBriefmarke?hash=item335a87dfb0

Weitere Beispiele aktuell in Ebay zum Sofortkauf, zwar etwas teurer, aber auch seltener und ca. 20 Jahre älter als Dein Beleg:

http://briefmarken.shop.ebay.de/i.html?_nkw=aerogramm+wien&_sacat=260&_trksid=p3286.m270.l1313&_dmpt=Briefmarke&_odkw=&_osacat=260&bkBtn=1
 
Martinus Am: 03.03.2010 21:11:27 Gelesen: 22809# 21 @  
Vielleicht hat es dann was mit dem Stempel zu tun? Ich kenne mich da nicht so aus, auf jeden Fall würde ich diesen Beleg nicht für 1,- Euro abgeben!
 
Kalmimaxiss Am: 04.03.2010 06:59:33 Gelesen: 22800# 22 @  
@ Martinus [#21]

Wegen des ideellen Wertes ist der Beleg für Dich sicher sehr hoch anzusetzen - nur sollte man sich von dem Gedanken lösen, eine "Rarität" zu besitzen!

Der Stempel ist nichts besonderes, diese österreichischen Erstflugbelege sind ähnlich wie die Lufthansa-Erstflugbelege der späteren Jahre leider Massenware!
 
Cantus Am: 04.03.2010 21:44:13 Gelesen: 22769# 23 @  
@ Martinus

Hallo,

falls du Erstflugbelege sammeln willst, solltest du den gezeigten Beleg als Anfang nehmen, dich aber wirklich von dem Gedanken trennen, dass derartige Erstflugbelege etwas Besonderes sind. Alleine für das Jahr 1977 verzeichnet der österreichische Spezialkatalog ANK für die österreichische Fluggesellschaft AUA zwölf verschiedene Erstflüge, die ganz überwiegend einen Katalogwert von 5 Euro aufweisen.

Der von dir gezeigte Beleg ist zwar ein Erstflugbeleg der deutschen Lufthansa, preislich und auch von der Machart her ist da aber kein Unterschied. Und Handelspreise sind üblicherweise immer nur ein Bruchteil von Katalogpreisen.

Nichts für ungut, aber vielleicht behältst du diese Flugpostganzsache als Andenken oder aber du startest damit eine eigene Sammlung von Erstflug-Belegen.

Viele Grüße
Cantus
 
Cantus Am: 02.01.2018 07:13:57 Gelesen: 6103# 24 @  
@ AfriKiwi [#12]

Hallo Erich,

inzwischen sind mehr als neun Jahre seit deinem Beitrag vergangen, Michel führt in seinem Ganzsachenkatalog von Deutschland (21. Auflage 2014) den gezeigten Ganzsachenbrief auf und auch sonst wäre zu dem Beitrag noch etwas zu sagen.

Unter der Überschrift "Bundesrepublik Deutschland (Dauerwertstempel) / Umschläge" findet man unter anderem den von dir gezeigten Umschlag unter der Bezeichnung U 30 B I/01. An der recht komplizierten Katalognummer kann man erkenen, dass es verschiedene Umschläge mit so einer Wertstempelkombination gibt, die unterschieden werden müssen.

Diese Art Umschläge wurden als Luftpostbriefe für das europäische Ausland hergestellt, nicht jedoch für den Postverkehr nach Übersee, was das hinzugeklebte Porto erklärt. Die Umschläge gelangten zwischen Januar 2006 und dem Jahr 2009 zum Verkauf und weisen einen engen Abstand zwischen den beiden Wertstempeln auf. Ab April 2009 erschien eine Folgeauflage mit gleicher Wertstempelkombination, dort aber existieren dann Zwischenräume zwischen den beiden Wertstempeln von 7,5 oder 10 mm Abstand; diese Folgeauflage wird im Katalog mit neuer Bezeichnug als U 36 geführt.

Bei dem aktuell gezeigten Beispiel gibt es Umschläge ohne Fenster (U 30 A) und solche mit Fenster (U 30 B). Bei den Fenster-Umschlägen gibt es verschiedene Unterscheidungsmerkmale, vorderseitig - und damit auf den ersten Blick - unterscheidet man nach den gedruckten Texten im Adressfenster, Druckvermerk genannt.

Es gibt Umschläge ohne Druckvermerk im Fenster, diese lauten auf U 30 B II. Alle Umschläge mit Druckvermerk im Fenster werden unter U 30 B I zusammengefasst. Dabei wird zwischen den verschiedenen FSC-Vermerken (vorletzte Textzeile) unterschieden. Es gibt FSC-Vermerke ohne zusätzlicher BA-Nummer (dein Umschlag), diese werden unter U 30 B I/01 geführt. Wenn aber der eingedruckten Zertifizierungsnummer noch eine BA-Nummer angefügt ist, lautet die Bezeichnug auf U 30 B I/02. Der Druckvermerk bei U 30 BI/01 besteht aus 30 Zeichen, der Druckvermerk bei U 30 BI/02 aus 37 Zeichen.

Die Umschläge der Art U 30 B I/01 wurden ausschließlich in Packungen zu 100 Stück zum Preis von insgesamt 75,20 Euro verkauft, es dürften sich daher nur in Ausnahmefällen solche Umschläge finden lassen, die privat genutzt worden sind, denn wer legt sich privat schon solche Mengen an Umschlägen für den Luftpostverkehr ins europäische Ausland als Umschlagsreserve hin.

In der Anfangszeit der Verwendung von Ganzsachen war es teilweise verboten, den Wertstempel einer Ganzsache mit Poststempel zu entwerten, statt dessen war der Poststempel irgendwo auf der Ganzsache abzuschlagen und der Wertstempel handschriftlich durch einen Strich zu entwerten. Später dann wurde es den Postbeamten freigestellt, ob der Tagesstempel der Post irgendwo auf der Ganzsache abgeschlagen und damit die Ganzsache entwertet wurde oder ob er sich speziell auf dem Wertstempel befinden sollte. Beides gilt als korrekt entwertet.

An der Regelung, dass eine Ganzsache dann entwertet ist, wenn sich irgendwo auf der Adressseite ein Abgangsstempel der Post befindet, hat sich bis heute grundsätzlich nichts geändert, denn die Ganzsache ist das Postwertzeichen und nicht etwa nur der Wertstempel, die Gepflogenheiten der letzten Jahrzehnte haben aber die postalische Abstempelung des Wertstempels bzw. der Wertstempel in den Vordergrund gerückt, sodass, zumindest für Sammler, die Ganzsache nur dann als entwertet angesehen wird, wenn der Poststempel auch den aufgedruckten Wertstempel trifft. Dabei ist es unerheblich, ob auch zugeklebte Ergänzungsfrankaturen vom Poststempel getroffen worden sind, denn im Vordergrund steht die postalische Entwertung der Ganzsache und das ist bei dem von dir vorgestellten Umschlag korrekt erfolgt.

Angesichts des schwierigen Erwerbs des Umschlages durch Privatpersonen und der korrekten und noch lesbaren Entwertung der Wertstempel durch Tagesstempel dürfte der von dir gezeigte Umschlag, selbst wenn er nicht korrekt für den Postverkehr ins europäische Ausland verwendet worden ist, angesichts der sicherlich seltenen Destination Neuseeland zu den selteneren Exemplaren im Ganzsachenbereich gehören, für die ein Katalogpreis von 4 Euro nicht angemessen ist.

Insgesamt ist dein Beleg ein auf den ersten Blick unbedeutender, bei näherem Hinschauen aber sehr interessanter und korrekt entwerteter Ganzsachenbrief, der einen angemessenen Platz in einer entsprechenden Ganzsachensammlung finden sollte.

Viele Grüße
Ingo
 
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