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Thema: USA Vorausentwertungen Stempel Mailer's Postmark Permit
T-M 123 Am: 18.07.2011 10:53:52 Gelesen: 15781# 1 @  
Da ich erst einmal alle geeigneten deutschen Stempel, die ich gerade zur Hand habe, in die Datenbank eingegeben habe, habe ich mir einen Stapel Postkarten aus aller Welt angeschaut.

Dabei fiel mir diese Ansichtskarte auf, oder besser deren Stempel:



In den USA gibt es die Möglichkeit, eine Genehmigung zu beantragen, mit Briefmarken frankierte Sendungen selbst zu entwerten und dann bei der Post abzuliefern (Mailer's Postmark Permit). Den dafür benötigte Stempel muss man nach Vorgaben der Post selbst anfertigen lassen. Es gibt in den USA auch einen Mailer's Postmark Permit Club, der sich damit befasst: http://www.mppclub.org/index.html

Dass es in den USA diese Möglichkeit gibt, weiß ich zwar schon länger, aber diese Karte ist das einzige Beispiel dafür, dass ich bisher zu Gesicht bekommen habe.

In der Stempeldatenbank gibt es ein weiteres Beispiel:

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/213

Dort handelt es sich nicht um einen Handstempel, sondern um einen Tintenstrahlaufdruck, der anscheinend von einem Unternehmen ähnlich wie die deutschen Absenderstempelmaschinen verwendet wurde, was vermutlich auch der eigentliche Sinn hinter dem Mailer's Postmark Permit ist.

Hat jemand noch weitere Beispiele?

Gruß
Tim
 
Heinz 1 Am: 20.07.2011 11:03:41 Gelesen: 15683# 2 @  
Hallo Tim,

hier ein paar weitere Stempel.





Deine Erklärung ist soweit sehr zutreffend. Da es sich um Stempel handelt die in privater Hand sind und eine weitere Entwertung der Post nicht mehr nötig ist, handelt es sich bei diesen Abstempelungen um eine Form der Vorausentwertung. Diese ist in Deutschland recht unbekannt, da Belege in Deutschland nur selten zu finden sind. Innerhalb der USA sind diese teilweise recht häufig. Da es meistens darum geht saubere Stempel auf den Briefmarken zu bekommen, wird diese Form sehr häufig von Briefmarkensammlern genutzt. Aber auch große Organisationen und Firmen nutzen diese Möglichkeit der Abstempelung, um dem Empfänger zu suggerieren das es sich um private Post handelt. Denn wenn Werbung erst einmal geöffnet wird ist der Erfolg in der Regel deutlich höher als wenn keine Marken auf dem Briefumschlag sind.

Viele Grüße Heinz 1
 
DL8AAM Am: 20.07.2011 13:56:02 Gelesen: 15667# 3 @  
@ Heinz 1 [#2]

Hallo Heinz,

besten Dank für Deine Info und die wirklich schönen Beispiele.

Ja, leider, hier in DL sind das wirklich seltene Einzelfälle. Der von Tim [#1] angesprochene MPP in der Stempeldatenbank stammte von mir und damit alles auch an einer Stelle auch im Forum selbst zu finden ist, spiele ich den hier nochmals ein. ;-)

Es war der erste seiner Art der mir überhaupt jemals unter die Augen gekommen ist. Ich sammle zwar schon seit über 20 Jahren speziell USA, aber selbst die blosse Existenz dieser Art von Absender-Vorausentwertung war mir bis dato vollkommen unbekannt gewesen. Hatte seinerzeit einem amerikanischen Funkamateur, der mir was schicken wollte, gebeten den Inhalt seiner "Altpapiertonne" als Verpackungs-Füllmaterial zu verwenden, in der Hoffnung auf ein paar interessante "Gebührbezahlt"-Vermerke aus der Tagespost und dann war dieser auch mit dabei, yipppp ;-)))



"Mailer's Postmark Permit" Nummer 9619 aus Salt Lake City, UT 84199.

auch Firmen nutzen diese Möglichkeit der Abstempelung, um dem Empfänger zu suggerieren das es sich um private Post handelt.

Scheint von einem dieser bewussten Firmengeräte und nicht aus der Hobbyistenszene zu stammen? Bei der Franktur handelt es sich hier ja um eine "Presorted" Marke, d.h. eine markengeworderne "INFOPOST"-Welle für Massen-Mailingaktionen. Im Prinzip gelten diese Briefmarken bereits als "vorausentwertet", eigentlich wäre also hier ein zusätzlicher Stempel vollkommen unnötig. Die P&DC/Briefzentren verlassen diese Belege normalerweise ja ohne jede weitere Entwertung, d.h. der Eye-Catcher fehlt dem Mailing. Tippe in diesem Fall also auf solch einen "Kundentäuschungs"-Stempel. Den Sammler freuts. ;-))

Heinz, gibt es Listen "Genehmigungsnummer und deren Verwender" ?

Gruß
Thomas
 
Heinz 1 Am: 22.07.2011 18:22:50 Gelesen: 15617# 4 @  
Hallo Thomas,

deinen Beleg mit der vorausentwerteten Marke ist sicherlich ebenfalls von einer Firma oder Organisation. Denn der Stempel ist mit Sicherheit von einer Stempelmaschine. Bei dem Beleg von mir aus New York ist der Absender die "UNICEF". Doch glaube ich nicht, dass die UNO oder UNICEF diese Briefe selber produziert hat. Es handelt sich dabei um einen Werbebrief. Sicher werden solche Werbebriefe von Mailingfirmen wie auch hier in Deutschland gedruckt, einkuvertiert, die verklebten Briefmarken mit einem Stempel versehen und dann bei der Post eingeliefert.

"Genehmigungsnummer und deren Verwender"

Wenn es eine Liste gibt, dann sicher bei dem in #1 erwähnten Mailer's Postmark Permit Club. Möglich wäre auch bei der Precancel Stamp Society http://www.precancels.com/. Doch halte ich dies für unwahrscheinlich. Aber versuchen kannst Du es auch dort.

Ab und zu werden bei Ebay USA unter Precancel solche Belege angeboten. Ob diese allerdings teuer oder billig sind kann ich Dir nicht sagen. Wenn Du bei Ebay und Paypal angemeldet bist würde ich bei Ebay.com nach solchen Belegen suchen.

Mit schönen Grüßen

Heinz
 
T-M 123 Am: 23.07.2011 01:34:18 Gelesen: 15590# 5 @  
@ Heinz 1 [#2]

Danke für die gezeigten Beispiele.

Offensichtlich scheint man es in einigen Fällen nicht ganz so genau zu nehmen, was die Vorschriften bezüglich Form und Farbe des Stempels angeht, denn die beiden Flaggen statt Wellenlinien dürften ebenso wenig zulässig sein wie Regegnbogenfarben statt der vorgeschriebenen schwarzen Stempelfarbe.

@ DL8AAM [#3]

Was die von dir gezeigte Verwendung durch Unternehmen angeht (vermutlich der eigentliche Sinn dieser Stempel, ich glaube nicht, dass man sie damals eingeführt hat, um Philatelisten einen Gefallen zu tun), denke ich, dass es wohl wirklich darum geht, den Eindruck von "richtiger", mit Marken frankierter und gestempelter Post zu erwecken, die nicht auf den ersten Blick als Werbung erkannt und aussortiert wird. Also nicht anders als hierzulande Infopost, die mit Marken frankiert und ebenfalls bereits vom Absender mittels Absenderstempelmaschine (voraus-)entwertet wird; das ist auch vom Verfahren her kein großer Unterschied.

Das besondere (aus deutscher/europäischer Sicht) ist wohl viel mehr, dass in den USA diese Möglichkeit auch für "normale" Sendungen verwendet werden darf und auch Privatleuten zur Verfügung steht. Ich kann mir vorstellen, dass einige Philatelisten davon Gebrauch machen, um eher hässliche Maschinenstempel zu vermeiden; gäbe es hierzulande auch so eine Möglichkeit, wäre das hier sicherlich nicht anders.

Ob die "Presortet"-Marken bereits als Vorausentwertung gelten, dazu kann ich nichts sagen, da ich mich mit den USA nicht auskenne. ich weiß nur, dass es dort Marken gibt, die als vorausentwertet gelten und daher nicht mehr entwertet werden müssen; zu ihrem gebrauch ist wiederum ein entsprechender "Permit" erforderlich. Wenn du als USA-Sammler das so sagst, dann wird es aber sicherlich so sein. Ich schätze, der Stempel wurde in diesem Fall dann nur angebracht, um den Eindruck "richtiger" Post mit einer "richtigen" Marke zu verstärken. In gewisser Weise wäre die Marke dann doppelt vorausentwertet.

Ich glaube nicht, dass es da Listen gibt, denn die Nummern werden, wenn ich es richtig verstanden habe, von jedem Postamt einzeln geführt.

Gruß
Tim
 
DL8AAM Am: 10.03.2015 03:40:53 Gelesen: 11821# 6 @  
@ T-M 123 [#5]

dass es wohl wirklich darum geht, den Eindruck von "richtiger", mit Marken frankierter und gestempelter Post zu erwecken, die nicht auf den ersten Blick als Werbung erkannt und aussortiert wird.

Ganz speziell aus dieser Kategorie hätte ich einen aktuellen aus dem Postfach-Papierkorb gezogen:



Mailer's Postmark Permit 2492 (Absenderstempel mit der postalischen Genehmigungsnummer 2492) aus Los Angeles, CA aus Februar 2015, frankiert mit einer (bereits beim Kauf) vorausentwerteten "Presorted Standard" Briefmarke von 2007. Bei dieser Marke handelt es sich um eine spezielle Ausgabe für die Frankatur von vorsortierten Standard-Werbemassen-Mailings. Der schwarze, postalische Intelligent Mail Barcode (IMb - IM barcode) [1] mit dem Zusatz "AUTO" (für automatisiert lesbar) wurde bereits vom Versender mit eingedruckt. Absender ist Aleksander Olsen (2340 Mira Mar Avenue, Long Beach, CA 90815) dahinter verbirgt sich eigentlich Immunocorp [2], eine Firma, die bekannt ist, dubiöse Wundermittelchen, wie Arctic Ruby Oil, zu vertreiben [3]. Auch bei den amerikanschen Scam-Wächtern ist diese bereits gut bekannt [4].

Bei diesen Beleg wurde vom Versender richtig viel Energie aufgewendet, um diesen "Privatbrief"-Eindruck zu erzielen! Auch das ist bereits ein Zeichen für eine 'besondere Seriösität' des Absenders (...). Aber auch als als Europäer, der mit der amerikanischen Werbebranche nicht so vertraut ist, kann man als Philatelist deren Spielchen doch recht schnell durchschauen, oder? ;-)

- handschriftliche Anschrift
- einfacher, "privater" Absenderaufkleber (nur Name, ohne Firmenangabe)
- farbiger Umschlag im Glückwunschkartenformat, ohne Werbezudurck
- aufgeklebte Briefmarke
- maschinenstempelähnliche Tintenstrahl-"Entwertung"

Einen kleinen Fehler unterlief dem Versender trotzdem: Diese Presorted Standard-Briefmarke gilt ja bei dem Verkauf bereits als vorausentwertet und bedarf prinziell keiner weiteren Entwertung, diese Sendungen werden normalerweise in den Briefzentren deshalb auch nicht mehr gestempelt. Eine zusätzliche Stempelung durch einen Absenderstempel "Mailer's Postmark Permit", eine normale Postsendung nachahmend, ist aber möglich, nur hatte der Versender die Briefmarke in diesem Fall erst nach der Stempelung aufgeklebt. ;-)



Gruß
Thomas

[1]: http://en.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Mail_barcode
[2]: http://www.immunocorp.com
[3]: https://www.ratemds.com/doctor-ratings/3607986/Dr-Aleksander-Olsen-Long%2BBeach-CA.html
[4]: https://drowndinginmail.wordpress.com/2014/11/24/drowning-in-junk-mail-this-week-in-junk-mail-15-pieces-2
 
jmh67 Am: 10.03.2015 08:18:15 Gelesen: 11802# 7 @  
Einen habe ich auch. Habe ihn auch schon in die Stempeldatenbank gestellt, aber da scheint jetzt der Run auf die 100.000 zu laufen, die Redakteure kommen kaum nach. ;-)

Jan-Martin


 
DL8AAM Am: 11.03.2015 02:30:20 Gelesen: 11749# 8 @  
Martin,

sollte ich da etwa Mailer's Postmark Permit #1 gelesen haben? Der Erste seiner Art? Congrats und besten Dank für das Zeigen!

Gruß aus Göttingen ("Deine" Postleitzahl 37075 ist übrigens auch eine aus Göttingen)

Thomas



Mailer's Postmark Permit Number 1226 aus Louisville, KY 40221 vom 15.02.2015. Auch dieser stammt sehr wahrscheinlich von einem externen Versanddienstleister. Absender dieses Mailings ist das Saint Lawrence Seminary in Mount Calvary, WI 53057, d.h. die St. Laurentius Schule "vom Kalvarienberg" in Wisconsin. ;-)
 
jmh67 Am: 11.03.2015 10:19:33 Gelesen: 11728# 9 @  
Ja, Permit #1 - aber nur für Hendersonville, TN bzw. das Postamt, das den ZIP-Code 37075 bedient. Mit reichlich 51000 Einwohnern freilich keine kleine Stadt mehr, aber auch wieder klein genug, dass es nicht notwendigerweise viele Postcrosser oder andere Vielschreiber dort gibt. ;-) Heinz 1 hat ja oben auch eine #1 aus Longwood, FL gezeigt, mit gut 13500 Einwohnern aber wirklich eher eine Kleinstadt.

Die "bunten" Stempel sind offenbar wirklich nicht regelgerecht, der MPP-Club hat ein Formular zum Herunterladen, wo drinsteht, dass man schwarze Stempelfarbe nehmen soll, und in der Tat sollen die Entwerter heutzutage aus Wellenlinien bestehen.

Gäb's so was hierzulande und zu ähnlichen Bedingungen (insonderheit ohne Gebühr!), würde ich mir wohl auch einen solchen Stempel verschaffen.

73, Jan-Martin
 
DL8AAM Am: 14.03.2015 03:50:15 Gelesen: 11674# 10 @  
@ jmh67 [#9]

Besten Dank Jan-Martin für die Info, wären ja auch viel zu kleine Permitzahlen, wenn es sich eine landesweite Nummerierung handeln würde, Macht Sinn, da hätte man auch selbst draufkommen können.

73, Thomas



Mailer's Postmark Permit Number 155 aus Dulles, VA 20101 aus dem Februar 2015 für eine 'Non Profit Organization'. Und auch dieser stammt von einem externen Versand- bzw. Spendensammeldienstleister (vermutlich Eberle Associates, Inc. aus McLean, VA 22102 [1]). Absender dieses 'Bettel'-Mailings ist hier "Dreamchaser Horse Rescue and Rehabilitation" aus Peoria, AZ 85380 (bzw. New River, AZ 85087), siehe aber auch [2] (die Absenderstempel sehen doch ziemlich ähnlich aus? Hier nennen sich der Absender u.a. aber "Turning Pointe Donkey Rescue" oder "Speak up for Horses"). Als besondere Zugabe tragen beide Rollenmarken Plattennummern. Das ist nun aber leider der letzte Absenderstempel vom USA-Trip, den ich aus den Postamtsmüll retten konnte, leider waren es nur magere drei Stück. Wenn ich mir die Abbildungen im "Drowning in Junk Mail"-Blog [3] von Judith E. Bell anschaue, hätten es mehr sein können. Ich hätte vielleicht etwas tiefer und gründlicher buddeln, 'dumpster diven', sollen.

[1]: http://www.eberleassociates.com/
[2]: https://www.flickr.com/photos/jhandbell/sets/72157644564895954
[3]: https://drowndinginmail.wordpress.com
 
Holzinger Am: 14.03.2015 11:35:03 Gelesen: 11655# 11 @  
@ DL8AAM [#10]

Kannst Du mein englisch aufbessern: "dumpster diven" --> Müllcontainer ? Ich kann nur ahnen, was Du meinst, kenne das Wort aber nicht (umgangssprachlicher Begriff?). Danke.
 
DL8AAM Am: 14.03.2015 19:48:43 Gelesen: 11623# 12 @  
@ Holzinger [#11]

Die richtige bzw. Grundform des Verbes ist " Dumpster Diving" (frei übersetzt "Müllcontainertauchen", 'Dumpster' kommt vom Herstellernamen Dempster, der in den 1930ern diese spezielle Form von Dumpster-Müllcontainer auf den Markt gebracht hat [1]) und hat sich in der amerikanischen, modernen Philatelie auch für das Durchwühlen der Papierkörbe in Postämtern, insbesondere bei Postfächern und an den ATM-Geräten, durchgesetzt. Im "zivilen" Leben meint man damit aber eigentlich eher das Durchsuchen von Müllcontainern von Supermärkten nach noch nutzbaren Lebensmitteln etc. Im Deutschen sagt man dazu Containern (auch Mülltauchen oder eingedeutscht Dumpstern) [2][3]. Das Problem mit modernen Fachbegriffen ist aber, dass man mit der Übersetzung in eine andere Sprache häufig etwas anderes bezeichnet: "Containern" hat im Deutschen eben eine abweichende bzw. eingeschränktere Bedeutung, der philatelistische Bezug fehlt hier vollkommen. Der Sinn geht durch eine, eigentlich korrrekte, "Wörterbuch-Übersetzung" verloren. Deshalb bleibt man bei vielen Fachbegriffen üblicherweise besser beim Original ;-) Gut, die n-Endung in diven wirkt eigentlich (noch) etwas unschön geholzt (deshalb habe ich das auch in Anführungszeichen gesetzt), eine Art einer zu einem Verb umgeformten, eingedeutschten Form eines Anglizismus. Analog zu "containern", das inzwischen ja auch schon Einzug in den Duden [4] gefunden hat, also wirklich richtig "richtig" ist ;-) So etwas erfolgt grundsätzlich aber erst, wenn das Wort im Alltagsgebrauch eine gewisse Verbreitungsdichte erfahren hat, was beim philatelitischen "dumpster diven" bestimmt nicht so schnell passieren dürfte. So viele "Moderne Philatelisten" gibt es leider (noch) nicht. ;-)

Gruß
Thomas

[1]: http://en.wikipedia.org/wiki/Dumpster
[2]: http://de.wikipedia.org/wiki/Containern
[3]: http://barfblog.com/wp-content/uploads/2013/03/dumpster-dive-flickr-diegofuego.jpg
[4]: http://www.duden.de/rechtschreibung/containern
 
Holzinger Am: 15.03.2015 13:28:56 Gelesen: 11593# 13 @  
@ DL8AAM [#12]

Danke für die Aufklärung und das Bild von Dir :-) bei der "Arbeit":

http://barfblog.com/wp-content/uploads/2013/03/dumpster-dive-flickr-diegofuego.jpg

"Diving" = tauchen wäre mir aber der bessere - allgemein verständlichere - Begriff gewesen, aber "diven" ? :-) . Alles klar.
 
DL8AAM Am: 22.09.2015 01:54:22 Gelesen: 10915# 14 @  
Dankenswerterweise wurde mir vor einiger Zeit mal wieder ein Mailer's Postmark Permit zugespielt worden ;-)

Danke Arno!



Mailing "Actiongram" vom National Right to Work Committee (NRTWC) aus Springfield, VA 22160 (8001 Braddock Road) aus den 2000er Jahren. Frankatur durch eine undenom [d.h. ohne Wertangabe, entspricht aber dem Verkaufswert von 5 Cent] "Nonprofit" Marke, Sea Coast - Ausgabe 2003 (Scott 3874). Obwohl diese Art der Briefmarken bereits als vorausentwertet gelten und keine weitere Entwertung benötigen, hat der unbekannte Versanddienstleister aus dem Bereich "Lettershop" aus 'optischen Gründen' diese zusätzlich durch einen Absenderstempel entwertet. Nonprofit Organisations (Nichtgewinnorientierte Organisationen), d.h. gemeinnützige Organisationen, zahlen bei der amerikanischen Post übrigens spezielle, erheblich ermäßigte Portosätze - wobei die 5 Cent-Briefmarke vermutlich aber das Porto nicht vollständig abdeckt, deshalb vermute ich, dass die Differenz über Einlieferungslisten abgerechnet wird?

Die Fußzeile AUTO kennzeichnet eine automatisiert behandelbare (lesbar/sortierbare) Sendung und wird zusammen mit dem schwarzen (Leit-) Barcode bereits vom Versender aufgebracht. Beides sind, neben entsprechenden Vorsortierungen, Voraussetzungen zum Erhalt von Sonderporti bzw. Rabatten.



Absenderstempel: MAILER'S POSTMARK PERMIT PM-2 aus Manchester, PA 17345 "MAILED FROM ZIP CODE 17345"; ohne Angabe eines Versanddatums.

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 08.05.2018 01:52:27 Gelesen: 4493# 15 @  
@ DL8AAM [#6]

Hier eines weiteres Beispiel eines Massewerbe-Mailings, dass durch die Verwendung eines MPP ein echtes Schreiben suggerieren will - dass aber durch das geschulte Auge des Philatelisten schnell als solches enttarnt wird. ;-)



"Presorted Standard", d.h. gemäß Standardvorgaben vorsortierte Sendung, frankiert mit einer speziellen Briefmarke ("Stars and Stripes 2015") für diese Versandart zum Verkaufswert 10c, der aber nicht als Zahl auf der Marke abgedruckt ist (Non-denominated, undenom), stattdessen nur die Versandart "PRESORTED STANDARD". Diese Marken gelten bekanntlich bereits beim Verkauf durch die Post als vorausentwertet, so dass diese Sendungen normalerweise eben nicht mehr durch die Post entwertet werden. Um trotzdem zu einem Stempel zu kommen, hat der Absender eine eigene Entwertung unter der "Mailer's Postmark Permit"-Regel angebracht. Normalerweise können damit Absender ihre Frankatur vor der Einlieferung Posteinlieferung mit einem eigenen Stempel vorausentwerten. Da die Presorted Standard-Briefmarken aber bereits als vorausentwertet verkauft werden, wäre/ist also ein weiterer MPP-Abdruck nicht mehr notwendig. Und wenn man genau hinschaut erkennt man, dass der Tintenstrahl-MPP bereits vor dem Verkleben der Briefmarke aufgesprüht wurde. Die Marke überklebt die rechten äußeren Bereiche des Wellenentwerters.



SANTA ANA, CA 92799 / MAILER'S POSTMARK PERMIT 3210. Ortsstempel leider ohne Datum. Die Sendung sollte aber aus dem Jahr 2017 stammen, da ich den Umschlag im August 2017 in den USA selbst aus einem Postfach-Papierkorb eines Postamts gefischt, "gerettet" habe. ;-)

Weiterhin ist auffällig, dass die Adresse, die trotz vorgetäuschter Handschrift, ebenfalls per Tintensprayer aufgebracht wurde; zusätzlich passt der schwarze Barcode mit Zusatz AUTO dazu. AUTO bedeutet 'automatisiert verarbeitbar' und erzielt einen günstigeren Portosatz ("automation price") bei Massenmailings. Bei dem Barcode handelt sich um einen "Intelligent Mail Barcode (IM barcode/IMb)", der bereits vom Versender mit eingedruckt wurde und eine (zusätzliche) Grundvoraussetzung für dieses rabattierte Postprodukt "Presorted Standard" ist. Die Angabe eines verratenden Absenders fehlt vollkommen auf dem Umschlag.

Die gesamte Konstruktion dieses Umschlags soll also beim Empfänger den falschen Eindruck eines privaten Briefes vortäuschen, um so den ersten Schritt beim Empfänger zu schaffen, nämlich das Öffnen und Anschauen der Werbung. ;-)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 16.04.2019 15:16:42 Gelesen: 1576# 16 @  
@ DL8AAM [#15]

Hier eines weiteres Beispiel eines Massewerbe-Mailings, dass durch die Verwendung eines MPP ein echtes Schreiben suggerieren will

Und noch eines, ebenfalls ein Papierkorbfund vor den Postfächern. ;-)



Privat erscheinender Brief; es handelt sich aber trotzdem um eine "Presorted Standard", d.h. gemäß Standardvorgaben vorsortierte (Massen-) Sendung, frankiert in diesem Fall aber mit 'normalen' Briefmarken (keine speziellen Presorted-Marken), wieder zu insgesamt 10 Cent (2 c, 3 c, 5 c Früchte).

Entwertet mit einem Tintenstrahler "Mailer's Postmark Permit"-Absenderstempel aus Culpeper, VA 22701, örtliche Genehmigungsnummer #1. Der Zudruck PRESORTED STANDARD gehört nicht zum MPP-Spray. Die Fußzeile AUTO kennzeichnet eine automatisiert behandelbare Sendung und wird zusammen mit dem schwarzen "Intelligent Mail Barcode (IM barcode/IMb)" bereits vom Versender aufgebracht.

Die handschriftlich aussehende Adressierung, mit dem Zusatz "Personal & confidential" (Persönlich und Vertraulich), stammt auch hier wieder von einem Tintenstrahler.

Wie üblich trägt der Umschlag, auch rückseitig, keinen Absender; Absender ist die Senats-Wahlkampf-Kampagne für Martha McSally ("McSally for Senate, Inc.", P.O. Box 97019, Washington, DC 20090-7019), versendet wurde ein Spendenaufruf zur Unterstützung ihres Wahlkampfes; Frühjahr 2018.

Gruß
Thomas
 
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