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Thema: Wann gehören Sammlermarken in die Tonne ?
Das Thema hat 52 Beiträge:
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Lars Boettger Am: 20.10.2011 15:51:09 Gelesen: 21407# 28 @  
@ Günther [#26]

Hallo Günther,

im Michel-Katalog steht im Vorwort eine Übersicht über die Qualität, auf die sich der Katalog bezieht. Bei klassischen und semi-klassischen Marken wird bei ausgesucht guten Marken gerne der volle Preis (und mehr) bezahlt. Auch bei modernen Marken zahle ich für zentrisch und sauber gestempelte Marken den Katalogwert.

Bei ersttagsgestempelten "Berliner Frauen" wäre ich angesichts der vielen falsch gestempelten Stücke noch nicht mal so kritisch. Hauptsache der Stempel ist prüfbar.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
drmoeller_neuss Am: 20.10.2011 20:37:28 Gelesen: 21370# 29 @  
Man muss unterscheiden zwischen beschädigten Marken und solchen, die in Ordnung sind, aber nur schlecht gestempelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Marken in Übersee durchaus handelbar sind, einfach, weil man es von den eigenen Marken nicht anders kennt.

Vor ein paar Jahren hat ein Händler aus Bangkok Marken bei mir ersteigert. Ich hatte mit ihm vereinbart, die im Rahmen meiner ohnehin geplanten Urlaubsreise nach Thailand mitzubringen und habe auf Verdacht noch einen Karton mit Bund-Marken und Blocks eingepackt. Der Händler zeigte sich auch an diesem Posten interessiert und fragte mich nach dem Preis. Ich nannte einen Preis, der mich in diesem Forum wahrscheinlich schon übelsten Anfeindungen ausgesetzt hätte. Ich bin aber davon ausgangen, dass mich der Händler noch um die Hälfte drücken würde, wie das in Asien üblich ist, und dann hätte ich den gewünschten Preis erzielt. Umso erstaunter war ich, dass der Händler gar nicht handelte und sich bei mir für das günstige Angebot bedankt hat. :-(

Naja, der unerwartete Geldsegen hat dann die thailändische Binnennachfrage erhöht, genauer gesagt, die der Gastronomiebranche. Uud bei der thailändischen Post habe ich auch einges an Geld gelassen, dank der Abwertung des Baht waren die hervorragenden Blocks absolut erschwinglich.
 
AfriKiwi Am: 21.10.2011 00:36:17 Gelesen: 21341# 30 @  
@ Günther [#26]
@ Henry [#27]
@ Lars Boettger [#28]
@ drmoeller_neuss [#29]

Hallo Philatelisten,

Ein Genuß solche Beiträge zu lesen. Nicht jeder braucht bei Meinungen zustimmen, es ist wohl immer schon sehr gut Philatelie zu facettieren.

Man hört so oft Vorträge über Sammlungen von 6 bis 16 Rahmen in 1 oder 2 Stunden, aber seltener, warum eine Marke oder Beleg merkwurdigerweise in der Sammlung landete, aber das fällt nicht in diesem Thema.

Ist der Philatelist schuldig an Umweltverschmutzung - Nein !
Ist der Briefmarkensammler schuldig an Umweltverschmutzung - Ja !

Warum ? Ganz einfach, weil der Briefmarkensammler noch alles sammelt und jeden modernen Wellenstempel ihn in der Lernkurve ein Schiffbrüchige macht - weg mit Wellen ! :-)

Erich
 
Lars Boettger Am: 21.10.2011 06:49:48 Gelesen: 21331# 31 @  
@ AfriKiwi [#30]

Hallo Erich,

ich sammle Wellenstempel auf Briefstück und Brief. Teilweise ist das gar nicht so einfach, wie sich das anhört. Maschinenstempel mit Welle wurde ab ca. 1910 in Luxemburg eingesetzt, da geht es erst einmal darum, die entsprechenden Abschläge zu erhalten. Allerdings meide ich diese Stempel auf losen Marken.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Günther Am: 21.10.2011 10:59:03 Gelesen: 21304# 32 @  
Das Thema ist: „was gehört in die Tonne“. Daß sich darauf keine leichte Antwort finden läßt, war klar.

Es gibt einen Übergang vom Spaßsammler zum ernsthaften Briefmarkensammler, bis zu dem „Qualität“ eine untergeordnete, wahrscheinlich sogar gar keine Rolle spielt.

Wenn dieser Punkt jedoch erreicht ist, taucht doch für jeden Sammler die Frage auf, was er nun tun soll, wie und was er sammeln soll. Und was passiert dann? Er wird vereinnahmt, mit vom Handel geschriebenen Sammler ABCs hingebogen und ist plötzlich stolzer Besitzer von Abos, kauft unsinnige uninformative Kataloge und sammelt im Vordruckalbum - und schon ist er auf Masse und Vollständigkeit programmiert. Um das zu erreichen kauft er maßlos überteuerten, wertlosen Schrott zu angeblichen Sonderpreisen und hat Abos für millionenfache Massenmarken – was sich für ihn ungünstigstenfalls nach 10, 20 oder 50 Jahren als pure Geldvernichtung herausstellt.

Würde man diesen Sammlern sagen, daß nicht prüfbare Briefmarken, also gestempelte, deren Stempel nicht lesbar sind, genau so wertlos sind wie postfrische Massenmarken der letzten 55 Jahre, daß man Marken mit Falz, auf der Suche nach einem Dummen, zwar überall angeboten bekommt, sie aber kein Händler je zurückkaufen würde, nicht der „Schriftwechsel“ der Sammlerpost philatelistisch beeinflußt ist, sondern diese Machwerke wie ETB, Schmuck-FDC und vieles andere der Branche, dann bräuchte man sich keine Gedanken darum machen, was „in die Tonne“ gehört.

Man muß, um als Sammler erfolgreich zu sein, gar nicht aus finanziellen Gründen sammeln, man muß nur Grundsätze, in dem Fall Qualitätsansprüche, haben. Würden nämlich diese Briefmarkensammler ihr sauer verdientes Geld, statt in Abos, unsinnige Kataloge oder wertzerstörende Vordruckalben, in sammelwürdige Briefmarken investieren, würde sich Wertigkeit ohne weiteres Zutun ganz automatisch einstellen.

Sind die im gestempelten Bereich nicht prüfbar, interessiert sich kein Mensch dafür, je besser aber der Stempel, desto mehr Sammler interessieren sich dafür. Ich habe an anderer Stelle einen Kommentar gelesen, der besagte, für zentrisch gestempelte, „katalogbillige“ Marken den x-fachen Michelpreis zu zahlen, sei krank. Das ist keine Krankheit, das ist schlicht NACHFRAGE – und nur die macht Preise. Würde sich keiner für die Mauritius interessieren, wäre sie nichts als ein Stück Altpapier.

Und wenn schon postfrisch, warum dann nicht mit den unterschiedlichsten Zudrucken auf den Rändern, mit unterschiedlichen Wasserzeichen, Druckfehlern, unterschiedlicher Gummierung oder Fluoreszenz, Zusammendrucken, Rollenmarken und vielem mehr?

Und das alles gilt nicht nur für deutsche Briefmarken, das kann weltweit übertragen werden.

Wer sich ansehen will, was ich damit meine, wie ich sammle, der kann sich das gerne auf meiner Homepage http://www.berlin-briefmarken.de mit vielen Abbildungen mal ansehen.

Aber bitte, das ist meine ganz persönliche Meinung und jeder soll so sammeln, wie er es für richtig hält.
 
Günther Am: 21.10.2011 11:06:26 Gelesen: 21302# 33 @  
Jetzt habe ich doch nur den Entwurf ohne Anrede und ohne Grüße ins Forum gestellt.

Tut mir leid und wird hiermit nachgeholt.

Herzliche Grüße

Günther
 
AfriKiwi Am: 21.10.2011 11:58:59 Gelesen: 21293# 34 @  
@ Günther [#33]

Hallo Günther,

es ist halt so, daß man nicht gleich Philatelist sein kann, wohl Briefmarkensammler. Leicht wie es ist, kann jeder ein Schneemann bauen, mit etwas Übung und Grips baut man immer besser.

Erich
 
drmoeller_neuss Am: 21.10.2011 18:01:58 Gelesen: 21260# 35 @  
@ Günther [#32]

http://www.berlin-briefmarken.de ist eine tolle Seite und lohnt den Besuch, nicht nur für Berlin-Sammler.

Viele Grüsse von drmoeller_neuss, der aber "Räsonanz" richtiger "Resonanz" schreiben würde.
 
Günther Am: 21.10.2011 18:57:05 Gelesen: 21251# 36 @  
Hallo drmoeller_neuss,

wer anderen in der Nase bohrt ...: auf Philaseiten-Tausch - Treffen in Köln, Thread vom 15.10.2011: Bei "für die nicht eingeweihten", schreibt man "Eingeweihten" groß.

Ich glaube, wir haben beide Sinn für Humor.

Aber bitte, um meinen Fehler berichtigen zu können, wo finde ich dieses Wort?

Schönen Abend und freundliche Grüße

Günther
 
Lars Boettger Am: 22.10.2011 08:50:46 Gelesen: 21200# 37 @  
@ Günther [#32]

Und was passiert dann? Er wird vereinnahmt, mit vom Handel geschriebenen Sammler ABCs hingebogen und ist plötzlich stolzer Besitzer von Abos, kauft unsinnige uninformative Kataloge und sammelt im Vordruckalbum - und schon ist er auf Masse und Vollständigkeit programmiert. Um das zu erreichen kauft er maßlos überteuerten, wertlosen Schrott zu angeblichen Sonderpreisen und hat Abos für millionenfache Massenmarken – was sich für ihn ungünstigstenfalls nach 10, 20 oder 50 Jahren als pure Geldvernichtung herausstellt.

Briefmarkensammler denken in monetären Dimensionen. Das führt dazu, dass man gerne etwas verdammt (weil es in den eigenen Augen keinen Wert hat), was anderen Spass macht. Mein Grönland- und Färöer-Abo bei Sieger war teuer, hat mir aber Spass gemacht. Die Marken sehe ich immer noch gerne an. Ich bekomme heute wahrscheinlich nur noch einen Bruchteil des Geldes, das ich vor 20 Jahren investiert habe. Auch die Motivalben meiner Großmutter blättere ich ab und zu durch, wohlwissend, dass die arabischen Raubstaaten, die dort in grosser Zahl vertreten sind, fast ausschliesslich für Sammler hergestellt wurden.

Mir ist auch klar, dass die Sammlungen, die ich aufbaue, später beim Verkauf keinen Mehrertrag erlösen, sondern nur mit Verlust zu verkaufen sind. Aber das wird durch Erkenntnisgewinn überkompensiert. Mein Fälschungshandbuch zu Luxemburg wurde gerade veröffentlicht, das Buch über die Besetzung im 1. Weltkrieg durch Deutschland und danach durch Frankreich und die USA wird in zwei-drei Jahren fertig sein. Danach ist es gut möglich, dass ich die entsprechende Sammlung wieder auflöse.

Würde man diesen Sammlern sagen, daß nicht prüfbare Briefmarken, also gestempelte, deren Stempel nicht lesbar sind, genau so wertlos sind wie postfrische Massenmarken der letzten 55 Jahre, daß man Marken mit Falz, auf der Suche nach einem Dummen, zwar überall angeboten bekommt, sie aber kein Händler je zurückkaufen würde, nicht der „Schriftwechsel“ der Sammlerpost philatelistisch beeinflußt ist, sondern diese Machwerke wie ETB, Schmuck-FDC und vieles andere der Branche, dann bräuchte man sich keine Gedanken darum machen, was „in die Tonne“ gehört.

Lesbare Stempel sind nicht immer echte Stempel, Stempelfragmente nicht immer unprüfbar. Deine Aussage ist grundsätzlich richtig, aber Stempel muss man sehr differenziert betrachten. Was spricht gegen Falzmarken? Da ist wenigstens die Gummierung mit hoher Sicherheit echt. Bei klassischen Marken sollte die Gummierung entfernt werden, wenn man die Marken erhalten will.

ETBs und FDCs "Machwerke" zu nennen ist m.E. typisch deutsches Sammlerverhalten. In Frankreich, Belgien oder Luxemburg werden diese Postprodukte gesammelt. Natürlich sind die Preise nicht besonders hoch, aber versuche mal, hier "komplett" zu werden. Gerade in den letzten 10-15 Jahren ist nicht mehr so viel produziert und gekauft worden, das kann schon schwierig werden - dagegen sind die 60er, 70er, 80er-Jahre noch in grossen Mengen vorhanden.

Die Entscheidung, was man sammelt und wieviel man dafür ausgibt, die trifft jeder von uns selber. Ich gebe mich aber keiner Illusion hin, was das Altpapier in meinem Zimmer wert ist...

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
drmoeller_neuss Am: 22.10.2011 12:04:52 Gelesen: 21175# 38 @  
@ Lars Boettger [#37]

Mein Problem mit den Anbietern von diesen "philatelistischen Machwerken" ist, dass sie die "monetären Dimensionen" des gemeinen Sammler schamlos ausnutzen. Da stimme ich Günther voll zu.

Krüger, Borek, Sieger und wie sie alle heissen, sogar die Deutsche Post wirbt mit Wertzuwachs für ihre Produkte. Für mich grenzt das an unlauteren Wettbewerb. Leider ist dank der Zuwendungen der genannten Anbieter der BDPh hier blind auf dem Auge. Und Wertverlust muss nicht unbedingt vorprogrammiert sein: hast Du damals auch echt gestempelte, gelaufene Marken aus den Fär-Öern und Grönland gesammelt? Die sind heute noch gefragt und gar nicht häufig.

In das gleiche Horn blasen die Kataloghersteller: da werden ein paar Preise um 10 cent nach oben oder unten korrigiert, und schon kann man dem Sammler suggerieren, dass er jedes Jahr einen neuen Katalog braucht.

Ich bin auch Spasssammler, und habe noch immer die gleichen Abos, allerdings direkt bei der Versandstelle. dann bekommt man die Marken wenigstens zum Postpreis.
 
heide1 Am: 22.10.2011 15:50:55 Gelesen: 21151# 39 @  
@ Günther [#32]

Moin Günther,

Deine ausführlichen Beiträge (u. a. Berlin DS Frauen) lese ich immer gern wieder - hier sieht man den Dauerseriensammler pur.

Zum Thema möchte ich nur eine Sache beleuchten, es ist schon viel gesagt:

Zum ... Ich habe an anderer Stelle einen Kommentar gelesen, der besagte, für zentrisch gestempelte, „katalogbillige“ Marken den x-fachen Michelpreis zu zahlen, sei krank.., sage ich ganz offen hier, dass ich einer dieser "Kranken" bin.

Zum Beispiel sammle ich Heuss, nur Belege oder lose Marken rundgestempelt. Nun meinen ja viele Verkäufer (auch hier im Forum), dass ein winziges Fragment eines Stempels auch "rundgestempelt" ist. Stimmt, Eckiggestempelt ist es allerdings nicht.

So, wenn ich aber 5.000 Stück (Fünftausend) lose Heussmarken durchsuche und evtl. 10 Stück mit einigermassen vollen Stempel (evtl. 2 Stück komplett nach meinen Vorstellungen) finde, ist das krank? Nein, weil meine Anforderungen hoch gesteckt sind, habe ich keine Lust zu suchen und kaufe für den (evtl. zigfachen) Preis die Marke, lieber aber Belege, ganz einfach. Ein Auschnitt aus meiner Suchliste unten.

Diese Verwunderung über mehrfache Michelpreise bei Posthorn- oder Heussmarken mit Stempel nach Michel-Qualitätsstufe I ist in allen Foren gang und gäbe. Also, ich bin krank, wie schön für mich - wer ist noch so krank?

Gruß Jürgen


 
AfriKiwi Am: 22.10.2011 21:49:23 Gelesen: 21119# 40 @  
Es scheint mir, alle Sammler sind 'krank', denn jeder sucht doch etwas !

Zum Thema zurück - was wird aus dem durchsuchten Material, das nicht in die Sammlung kommt?

Gut, viel wird verschoben zum Nächsten, die eckgestempelten, nicht prüfbar nach Ort oder Datum und nun Teil-, Schmierstempel, unlesbaren und Wellen.

Der Nächste durchsucht die Marken nach Plattenfehleren oder Wasserzeichen.

Wie kommt man ans Ende, wo die Marke reif ist für die Tonne ?

Habe selber wahrscheinlich Marken mit seltenem Wasserzeichen sicher schon in die Tonne entsorgt wegen nutzloser Stempel - c'est la vie.

Es gibt keine Supersammler des Allgemeines wohl hat sich Massenwaren angehäuft. Man hofft die weniger Produktion von Marken und mehr Labels Massenwaren einschränkt und das sehen wir heute schon an weniger Bedarfsporto.

Ist es nicht Zeit, die wirklich unbrauchbaren Marken in die Tonne zu entsorgen oder bin ich wieder am Anfang - was ist unbrauchbar, ein Beschluß je sein eignes ?

Erich
 
doktorstamp Am: 23.10.2011 05:44:12 Gelesen: 21084# 41 @  
Die Meinungen der Vorschreiber sind verschieden, das sind wir aber allermal. Andere Aussichten, andere Bedürfnisse.

Jeder soll für sich entscheiden, was in die Sammlung aufgenommen werden sollte.

Lediglich kann man Richtlinien geben. Bestimmungen, die an Verordnungen angrenzen, sind fehl am Platz. Einem jeden soll es überlassen werden, was und wie er/sie sammelt. Hauptsache er/sie hat seinen/ihren Spaß dran.

Neulich habe ich um die 5.000 Germania durchsucht und sortiert, die einzigen die gnadenlos in die Tonne kamen, waren beschädigte Marken. Aber einige beschädigte Marken habe ich behalten, des Stempels wegen. Nur wie ich gehandelt habe, wird es einigen nicht passen. Pech gehabt, es ist meine Sache!

Übrigens bei Wellen und Strichstempel, solche weisen oft Beförderungsspuren des Automats auf, sie sind je nach Maschine anders.

Also wenn die Marke zum Wissen des Sammlers beiträgt, behalte sie, oder verbrennt ihr auch Bücher?

mfG

Nigel
 
Günther Am: 23.10.2011 10:49:32 Gelesen: 21058# 42 @  
Hallo Briefmarkenfreunde,

ich verstehe dieses Forum als eine Plattform, auf der sich (möglichst viele) Gleichgesinnte mit unterschiedlichsten Meinungen und Ansprüchen treffen, Fragen stellen, Fragen beantworten, diskutieren, Vermutungen äußern, Erfahrungen einbringen, Gefühle leben, widersprechen, zustimmen und was sonst noch so alles möglich ist. Immer in Achtung voreinander!

Ich mache da auch mit, weil ich etwas lernen möchte – und gute Argumente haben mich schon immer überzeugt. Um andere Meinungen jedoch beurteilen zu können, muß ich sie mir aber erst mal anhören.

Wenn sich jemand alleine schon dadurch „auf den Schlips getreten“ fühlt, daß es andere Meinungen gibt als die eigene, dann geht das an der Sache total vorbei, ist so ein Forum für ihn ungeeignet.

Auch sollte man, bevor man etwas ins Netz stellt, nachdenken. Das ist beim Vergleich mit einer „Bücherverbrennung“ offensichtlich nicht geschehen.

Interessiert mich ein Thema nicht, dann sage ich dazu ganz einfach nichts, weil ich dazu nichts zu sagen hätte.

Und wo bitteschön, wird die Freiheit des Einzelnen angetastet? Will ich etwas nicht, dann tue ich es nicht – sollen doch die anderen ihrer Wege gehen.

Wir alle sollten uns weiterhin unserer Bedeutung bewußt sein. Wir, ohne auch nur eine Ausnahme, sind Briefmarkensammler oder Philatelisten. Ich bin am liebsten Briefmarkensammler. Versuche, Philatelisten als Forscher darzustellen und Briefmarkensammler als die „Doofen“, sind so was von daneben. Diese Leute disqualifizieren sich doch selbst. Wir alle suchen und forschen, sind auf einem langen Weg, einer langen Entwicklung, wir alle sind die Philatelie – ohne uns läuft nix!

Und je mehr wir wissen, um so besser funktioniert unser Denken.

Und eine schlüssige, eindeutige Antwort darauf, was in die Tonne gehört, werden wir nicht erarbeiten können. Da zu handeln bleibt der Entschluß des Einzelnen.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag

Günther
 
filunski Am: 23.10.2011 11:08:35 Gelesen: 21053# 43 @  
An alle Briefmarkenfreunde (ich vermeide bewußt die Begriffe "Briefmarkensammler" und "Philatelist"),

schon längere Zeit verfolge ich manchmal zustimmend, auch schon mal entsetzt und oft mit einem leichten Schmunzeln die vielen hier angeführten Argumente, wann was in die Tonne gehört. Da wurde nun wirklich schon genug dazu gesagt und das Thema von allen Seiten beleuchtet. Die einzig wahre (meiner bescheidenen Meinung nach) Aussage dazu hat uns Günther in seiner letzten Antwort geliefert:

"Und eine schlüssige, eindeutige Antwort darauf, was in die Tonne gehört, werden wir nicht erarbeiten können. Da zu handeln bleibt der Entschluß des Einzelnen."

Wenn wir das alle so sehen könnten, hätten wir hier vielleicht die einzige (?) Lösung zu dem Thema.

Mit philatelistischen Grüßen,
Peter
 
AfriKiwi Am: 23.10.2011 12:47:11 Gelesen: 21040# 44 @  
@ filunski [#43]

Hallo Peter,

Na gut, dank aller Themenschreiber haben wir doch jeder eigene Betrachtungen und doch viel allgemeines.

Da machen wir den Deckel auf die Tonne, für den Fall, dass doch noch grüne Mauritius verschwinden. :-)

Erich
 
Lars Boettger Am: 23.10.2011 15:53:00 Gelesen: 21019# 45 @  
@ drmoeller_neuss [#38]

Vor ein paar Jahren hätte ich Dir uneingeschränkt zugestimmt. Mittlerweile sehe ich viele Sachen differenzierter. Krüger gibt es doch m.W. schon lange nicht mehr, Sieger und Borek sind grosse Handelshäuser, bei der der Sammler sicher sein kann, dass er Qualität bekommt (wenn auch zu einem hohen Preis). Wenn ich mich dagegen über die Bescheisser bei eBay aufrege, dann bekomme ich einen auf den Deckel. Ich werde bestimmt keinem verbieten, seine Knochen bei einem Scheinprivaten zu erwerben, der auch noch die zerfressendste Marke als Topwert deklariert (passend zum Thema! =).

Für die Deutsche Post AG sind wir Briefmarkensammler doch relativ relativ unbedeutend - gemessen am Gesamtumsatz. Ich erinnere mich auch an die Werbung, die sinngemäss "Werterhalt" verspricht. Jetzt kann man die Angabe einer möglichen Wertentwicklung für unlauter halten. Aber wenn man das macht, dann muss man genauso die Banken verdammen, die das gleiche bei Investmentfonds machen.

Persönlich glaube ich, dass der Einfluss von Borek/Sieger auf den BDPh sehr überschätzt wird. Beide haben in der Vergangenheit viel für den BDPh und die Briefmarkensammler gemacht (bzw. machen das noch immer). Wenn Herr Sieger auf den Philatelistentagen seine Vineta-Provisorien zeigt, dann macht das Spass, sich diese Briefmarkenikonen anzusehen. Sein Literaturpreis sollte auch nicht verschwiegen werden.

@ Günther [#42]

Auch sollte man, bevor man etwas ins Netz stellt, nachdenken. Das ist beim Vergleich mit einer „Bücherverbrennung“ offensichtlich nicht geschehen.

Wer im Glashaus sitzt... Dein Rundumschlag gegen den BDPh ist sachlich falsch und (aus meiner Sicht) beleidigend. Das Zukunftspapier wurde beschlossen, es wurde keine "Zukunftskommission" gebildet. Die Verbandsmitglieder bekommen 12x im Jahr ein hervorragende Zeitschrift - für 12 Euro im Jahr. Über die BDPh-Homepage wird aktuell informiert. Der Mitgliederbereich füllt sich immer weiter mit Inhalten, die dem Sammler helfen. In 2010 sind über Ausstellungszuschüsse ca. 150.000 Euro an die Verein zurück geflossen etc. Ich würde mich freuen, wenn Du den Beitrag einfach löscht, der gehört in die besagte "Tonne".

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Robson Am: 23.10.2011 19:46:32 Gelesen: 20992# 46 @  
Das Thema ist der (!) Klassiker überhaupt. Trotzdem gibt es so viele engagierte Kommentare und trotzdem werde auch ich jetzt dazu motiviert, auch noch meinen Senf dazugeben.

Grundsätzlich stört mich der Begriff "sammelwürdig". Es wird niemals eine objektive Einstufung in "sammelwürdig" oder "in die Tonne" geben. Sammeln ist eine Tätigkeit, die die Menschheit von Anbeginn der Evolution (Sammler und Jäger) durchgeführt hat. Früher diente das Sammeln dem Überleben und der Begriff "sammelwürdig" hatte eine Relevanz für das Überleben. Heute sollte auch "Spaß-Sammeln" ohne Ergebnis-Orientierung zulässig sein.

Ich besitze etliche eingerissene und zerissene Marken aus den Anfängen (z.B. Kap-Dreiecke etc.) und freue mich jedes Mal darüber, diese anzusehen. Ich "sammle" Australische Staaten und kaufe auch Ware, die hier von anderen Kommentatoren vehement aus dem Kreislauf verbannt werden sollen und in die Tonne gehören, z.b. Tausende identischer von Queensland, Victoria etc.
Der Weg ist das Ziel und für mich bedeutet dies die Beschäftigung mit Wasserzeichen, Zähnungen, Perfins, Flaws, Nummernstempel etc. etc.

Diese Marken haben natürlich keinen Wert und der Kaufpreis muss im Verhältnis gesetzt werden zur Freude der Freizeitbeschäftigung. Ein möglicher Verkaufspreis auf Basis des Wertes der Marke ist Null, 99,9% dieser Marken sind auch für Austellungs-Sammlungen ohne Belang und haben auch keinerlei Bedeutung zur postgeschichtlichen Dokumentation. Aber mir hat die Zeit mit diesen Marken viel Freude bereitet.

Wenn man allerdings darüber diskutiert, ob diese Marken in Sammlungen (für Ausstellungen oder Versteigerungen) gehören, stimme ich allen Vorrednern zu.

Beste Grüße

Manfred
 
Jahnnusch Am: 23.10.2011 20:30:06 Gelesen: 20980# 47 @  
Im Verein Fuldensia gab es heute eine Auktion. Ich habe für 50 € verkauft und für 80 € eingekauft und werde jetzt erst einmal sortieren was in die Tonne (sprich Wunderkiste kommt) und was sammmelwürdig ist.

Noch einen schönen Sonntag wünscht jahnnusch
 
Siegbert Am: 18.11.2011 13:30:55 Gelesen: 20344# 48 @  
Hallo Dieter!

Ich wäre an der Frankreich 32 interessiert. Solltest Du an einen Tausch Interesse haben, dann schreibe mir bitte an folgende Adresse: Siegbert Bronsch, Rosenparksiedlung 20, 09487 Schlettau. Ich beantworte keine E-Mails. Gebe im Tausch nach meiner Wahl Deutschland, Frankreich, Österreich u.a.

Würde mich sehr freuen, wenn Du antworten würdest. Über den Preis werden wir uns schon einigen. Solche teuren Marken wirft man nicht weg, auch wenn sie noch so kaputt sind.

mit gruß.Siegbert
 
chuck193 Am: 18.11.2011 15:02:02 Gelesen: 20312# 49 @  
@ heide1 [#39]

Hi Jürgen,

bei Deinen gezeigten Marken, müsste ich nach Beurteilung sagen, dass die unteren besser zentriert sind, als die drei oberen. Nicht das ich Dir Deine Sortierung übel nehme, auf keinen Fall. Aber wie der Michel oft betont, die Sache ist herstellungsbedingt, also kein Aufschlag. Nun, bei der Zentrierung ist das ja genau so, Herstellungssache. Die Zentrierungssache ist, glaube ich, auf die Beschreibung der "Philatelisten" zurück zu führen. Die Sammler sehen das meist anders. Schön, wenn man eine gut zentrierte Marke findet, mit vollem Stempel, um so besser. Leider sind ganze Stempel nur sehr selten auf einer Marke, da die meist zu gross sind, ausser den frühen, kleinen Stempel, die öfter auf Krone Adler Marken vorkommen. Ich habe auch solch eine Stempel-Sammlung, meist auf Ausschnitten. In die Tonne kommen nur beschädigte Marken, wenn keine Fehler oder sonst was gefunden ist.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Pepe Am: 14.02.2013 17:29:23 Gelesen: 16165# 50 @  
Meine Erfahrung sind drei größere Wegwerfaktionen. Im vorigem Jahr habe ich aus einem alten Wühlkarton ein gutes Dutzend Umschläge mit Bautenmarken gekauft. Da fiel es dann um so leichter wegzuwerfen, je mehr pro Wertstufe vorhanden waren. Der Grundgedanke war der, was nützt irgendwelche Abart, wenn die Marke eingerissen ist, Ecken fehlen, Zähne ab oder Fester oder total Stempelkilling vorliegt. Dann müht man sich, findet wirklich was aufwertendes, und sieht hinterher, die Marke ist beschädigt. Dann ist alle Vorfreude wieder dahin.

So sind dann tatsächlich ca. 6.000 Bautenmarken weniger auf dieser Sammlerwelt. Könnte sich der eine freuen, jedoch waren diese Marken ohnehin Jahrzehnte im Untergrund abgetaucht. Und die ca. 1.800 Übriggebliebenen kommen ja nun wieder an die Oberfläche. Werde sie sicher bald zum Tausch anbieten.

Bei ähnlicher Aktion Deutsches Reich Mi 355 bis 361 war die Wegwerfquote ähnlich hoch. Da sind dann aus über 5.000 Marken gerade mal 3 liegende Wasserzeichen zum Vorschein gekommen. Das läßt dann doch die Seltenheit der liegenden Wasserzeichen erahnen.

Nur bei den klassischen alten Marken bin ich ein Wegwerfmuffel. Da wird ja fast über jedes altehrwürdige Stück mal ein Buch geschrieben werden. Und da dienen auch beschädigte Marken den Forschenden als wichtiges Anschauungsmaterial.

Nette Grüße
Pepe
 
mausbach1 Am: 15.02.2013 10:31:19 Gelesen: 16075# 51 @  
@ Pepe [#50]

Hallo Pepe,

waren bei den Bauten-Marken nicht auch Notpfer verpappt? Hast Du die Stücke denn auch mitbestimmt? Oder ebenfalls in die Rundablage?

Schönen Tag
Mausbach1
 
Richard Am: 21.02.2013 08:14:46 Gelesen: 15776# 52 @  
@ Pepe [#50]
@ alle anderen Mitglieder

Hallo Pepe,

ich würde mich sehr freuen, wenn Du helfen könntest, die Stempel-Datenbank zu ergänzen und zu verbessern.

Die Marken dürfen dabei gerne Zahnfehler haben, eingerissen sein oder auch mit Stecknadeln durchlöchert. Hauptsache der Stempel ist gut zu lesen.

Schöne Grüsse, Richard

http://www.philastempel.de/stempel/suchen/freigabe
 

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