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Thema: Delcampe und der Umgang mit Fälschungen
T1000er Am: 16.07.2012 11:47:31 Gelesen: 10840# 1 @  
Auch auf dieser Internetplattform werden offen Fälschungen angeboten!

Siehe dazu hier:

http://www.delcampe.de/page/item/id,73601166,var,Z5597-GG-87-U-Falschung-signiert-Schweizer,language,G.html

Die Ware ist zwar ordnungsgemäß als Fälschung angeboten, aber trotzdem gibt es Leute die das auch noch kaufen.

Ich habe das Bild mal nachträglich hier hinein kopiert. Kann ja sein, dass ähnlich wie bei Ebay die Bilder nach geraumer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen.



Na ja, vielleicht braucht der Käufer das "gute Stück" ja auch nur als Vergleichsmaterial, damit er seine Originale besser erkennt. :-)

In diesem Sinne; sammele jeder nach seiner Fason!

Kopfschüttel!

Gruß,
T1000er
 
miren Am: 08.08.2012 10:57:17 Gelesen: 10568# 2 @  
Sehr geehrter T1000er,

mein Name ist Miren, ich bin seit kurzer Zeit in das Delcampe-Team eingestiegen und bin ab jetzt für unsere deutsche Gemeinschaft zuständig.

Der Verkauf von Fälschungen ist auf unserer Delcampe Seite erlaubt, sobald es im Titel klar und deutlich angegeben wird. Außerdem hat der Verkäufer es in diesem Fall deutlich auf der Rückseite des Objekts beschrieben, dass es sich um eine Fälschung handelt und dadurch gibt es kein Risiko, dass dieser Artikel als ein echter verkauft wird.

Der Verkauf von Fälschungen ist für Fachleute sehr nützlich, gerade weil es ihnen erlaubt in der Lage zu sein, das falsche vom echten unterscheiden zu können.

Sollten Sie Hilfe benötigen oder weitere Auskünfte wünschen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüssen.

[Mail bei Klick auf Namen sichtbar]
 
Postgeschichte Am: 09.08.2012 17:12:05 Gelesen: 10400# 3 @  
@ T1000er [#39]

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Themen wie "Fälschungen bei eBay, Delcampe oder anderen Plattformen angeboten", bei denen Marken und Briefe als Falsch gekennzeichnet sind, sind Themen, bei denen man nur die Anzahl der eigenen Beiträge für die Bewertung bei der Wahl als beliebtestes Mitglied auf philaseiten steigern kann. Fälschungen, ich spreche hier ausdrücklich von den Marken und Briefen, die als Falsch oder Fälschung gekennzeichnet sind, sind für Sammler, die sich eingehend mit ihrer Sammlung beschäftigen, unabdingbar. Sofern es einzelne Sammler nicht interessiert, können diese das natürlich sein lassen und sich die Lücken in der Sammlung mit Stempeln füllen, auch wenn es sich um Falschstempel handeln sollte (aber nicht hinterher beklagen, daß ihm möglicherweise ein Sammler oder Händler einen Falschstempel angedreht hat).

Als "Falsch" oder mit "Fälschung" gekennzeichnete Marken sind neben für interessierte Sammler auch für Händler und Prüfer von Bedeutung und für letztere sogar als Vergleichsmaterial ein Muß. Fälschungen gehören, wenn man sich in der Bundesliga (um die Klassenunterschiede im Sport als Beispiel heranzuziehen) bewegen will, eben dazu. Klar, daß man auch in der Landes- oder Kreisklasse spielen kann, bei denen bekanntlich bei einem Fehlschuß nicht auf so hohem finanziellen Niveau gejammert wird. Aber wenn dann die finanziellen Mittel und das Können eine größere Rolle spielen, sollte man sich schon das erforderliche Wissen aneignen und, wieder zur Philatelie zurück zu kommen, auch Fälschungen als Vergleichsstücke in die Sammlung aufnehmen. Dann könnte man zum Beispiel bei Fragen nach Falschstempel sein Wissen auch in Beiträge fassen, die in die Bewertung als beliebtestes Mitglied einfließen. Wer nicht so intensiv in die Materie einsteigen will, benötigt natürlich keine als Falsch oder Fälschung gekennzeichneten Marken als Vergleichsmaterial.

Was Falschstempel angeht, die auf irgendwelchen Plattformen angeht angeboten werden und nicht als solche gekennzeichnet sind, bin ich für die Aufdeckung. Dies kann man aber nur, wenn man sich mit dem entsprechenden Wissen ausstattet. Also weiter fleißig Falschstempel als Vergleichsmaterial sammeln. :-)

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
JFK Am: 05.09.2013 18:44:50 Gelesen: 10720# 4 @  
hajo22 Am: 05.09.2013 18:53:41 Gelesen: 10717# 5 @  
@ JFK [#39]

Halte ich für eine Reproduktion (Phantasiekarte).

Grüße
Jochen
 
Jürgen Am: 05.09.2013 23:01:02 Gelesen: 10641# 6 @  
Widerwärtiger Nazidreck. Ich habe an die Geschäftsleitung gemeldet! Privatauktion von offensichtlichem Nazipropagandisten.
 
Kontrollratjunkie Am: 05.09.2013 23:12:11 Gelesen: 10633# 7 @  
Süß, eine Urlaubskarte von der Feindfahrt. Und für den Blödsinn kann man soviel Geld erlösen ?

Unglaublich.

Gruß
KJ
 
Gerhard2 Am: 06.09.2013 00:33:26 Gelesen: 10612# 8 @  
Leider alles falsch.

Beide Stempel, Schrift, die Schrift des Kartendrucks, alles per Tintenstrahldrucker.

Die falsche Marke stammt aus der Produktion der bekannten Fälschungsverkäufer.

Mfg.,

Gerhard
 
Richard Am: 07.09.2013 09:29:27 Gelesen: 10501# 9 @  
Der "Nazidreck", wie Jürgen sagt, ist auch auf Ebay massenhaft vorhanden. Allerdings deutlich als Nachdruck, also Fälschung, gekennzeichnet. Die Verkaufserlöse je Beleg liegen zwischen 1 und 4 Euro.

Ein Schnäppchen für die Käufer, um die Ware gleich nach Erhalt wieder auf Ebay und vermutlich im Ferntausch oder auf Tauschtagen wieder zum höheren Preis zu verkaufen.

Hier der Link auf die zuletzt verkauften Nachdrucke. Der Inhalt hinter dem Link ändert sich ständig, dabei können auch echte Belege enthalten sein, erkennbar an den höheren Preisen:

http://www.ebay.de/sch/Briefmarken-/260/i.html?_from=R40&_nkw=Dt.+Reich-Feldpost+U-Boot&LH_Complete=1&rt=nc

Schöne Grüsse, Richard
 
Jürgen Am: 07.09.2013 12:36:16 Gelesen: 10451# 10 @  
Hallo,

die Machwerke richten sich an eine eindeutige Zielgruppe. Jungnazipack aus bildungsfernen Schichten, soll glauben, zeitgerechte Devotionalien erwerben zu können.

Ebay glänzt durch gnadenlose Inkompetenz. Während originale Sammlerstücke teilweise bei Ebay verboten sind (Willkür von US-Amerikaner, die Deutschen Benehmen beibringen wollen), sind nach 1945 hergestellt Nazidrucke bei Ebay salonfähig. Herstellung und Vertrieb sind nach Strafgesetzbuch §86ff strafbar. Das stört aber weder Ebay, noch die Strafverfolgungsbehörden, die mit einem noch höheren Prozentsatz an Nazis durchdrängt sein könnten, als die "normale" Bevölkerung.

Der Käufer und die Geschäftsleitung sind informiert. Verkäufer und Käufer kommen aus Österreich.
 
Mondorff Am: 17.08.2018 00:10:57 Gelesen: 7910# 11 @  
Luxemburg: Bisher unbekannte Aufdruckfälschungen auf Deutsches Reich Marken

In einer Internet-Plattform bin ich auf diese (und andere) Marken gestoßen, die mir in all' den Jahren noch nie untergekommen sind:





Der Anbieter derektrotter stammt aus Bosnien-Herzegowina.

Mamer und Wiltz sind Ortschaften in Luxemburg.

Ich gehe von Fälschungen aus.

Gute Nach
DiDi
 
bovi11 Am: 17.08.2018 09:53:47 Gelesen: 7855# 12 @  
Der Anbieter hat noch mehr lustige Aufdruckmarken im Angebot.

Sehenswert: Die "Samoa"-Aufdrucke:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/search?show_type=all&view_filters=1&view_filters_reminder=1&view=gallery&display_only=ongoing&display_ongoing=ongoing&blacklisted_sellers_included=0¤cy=all&exclude_empty_description=0&term=&search_mode=all&seller_ids%5B0%5D=1102806&excludedCharacters%5B0%5D=%7B&excludedCharacters%5B1%5D=%7D&excludedCharacters%5B2%5D=%5B&excludedCharacters%5B3%5D=%5D&excludedCharacters%5B4%5D=%5E&excludedCharacters%5B5%5D=%7E&excludedCharacters%5B6%5D=%3A&excludedCharacters%5B7%5D=/&excludedCharacters%5B8%5D=%22&categories%5B0%5D=20
 
johanneshoffner Am: 17.08.2018 10:24:45 Gelesen: 7837# 13 @  
Wenn ich es richtig weiss, war der Tintenstrahldrucker in den 1940-er Jahren noch nicht erfunden.
 
Mondorff Am: 17.08.2018 10:32:16 Gelesen: 7831# 14 @  
Frage jetzt:

Was und wer kann etwas dagegen tun?

Es sind offensichtlich falsche Aufdrucke und es wird vom Anbieter nicht daraufhin gewiesen. Die verlangten Preise deuten auf "Originale" hin. Praktisch sind es auch Originale - weil davon keine echten Marken existieren.

DiDi
 
hajo22 Am: 17.08.2018 11:55:18 Gelesen: 7804# 15 @  
@ Mondorff [#36]

Das ist so ein Mist, da lohnt sich keine Unterhaltung drüber.

hajo22
 
philast Am: 03.01.2020 17:40:49 Gelesen: 6277# 16 @  
Hallo,

anbei ein paar 'Angebots-Highlights'.

Die nachfolgenden Germania Zusammendrucke mit Reklamefeld sind meiner Meinung nach montiert (einfach mal vergrößern und man sieht die nicht verbundene Zähnung, die etwas unterschiedliche Markenfarbe, etc.) und auch mit falschen Stempeln versehen [1].

Aber die Einzelteile sind wahrscheinlich echt :-).

Bin gespannt ob und für wie viel sie weggehen.

Zum genauen studieren:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904936981.html
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904902553.html
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904938262.html



Grüsse
philast
 
Pete Am: 04.01.2020 21:05:19 Gelesen: 6111# 17 @  
@ philast [#41]

Das erste Beispiel zeigt eine Entwertung aus München von 1912. Bayern war bis zum 31.03.1920 postalisch selbständig und die Briefmarken des Deutschen Reiches m.W. nach dort bis dato nicht frankaturgültig. Sofern es sich in diesem Fall nicht um eine nachträgliche Entwertung aus der Landeshauptstadt München oder um eine Frankatur einer als solcher deklarierten Antwortsendung (Bsp. Antwortkarte) handelt, ist eher eine Stempelfälschung anzunehmen.

Gruß
Pete
 
Cantus Am: 04.01.2020 21:38:25 Gelesen: 6077# 18 @  
Bei der obersten Marke fällt auf, dass das Papier der Germania-Marke etwas grauer ist als das linke Werbefeld. Außerdem ragen die Zahnspitzen vom Werbefeld oben exakt in die Zahnlücken der Germaniamarke. Wenn beide Teile zusammenhängend wären, dürfte das so nicht sein.

Bei der unteren Marke sieht die verbindende Zähnung höchst merkwürdig aus. Mir scheint, dass die Germania-Marke eine andere Art von Zähnung besitzt als das Werbefeld daneben. Vermutlich wurde schon beim ursprünglichen Frankieren versehentlich das Werbefeld abgetrennt, dann aber vor dem Absenden des Poststückes so neben der Marke aufgeklebt, dass das Ganze wie ein Zusammendruck aussieht.

Ich glaube nicht, dass potentielle Bieter da so genau hinschauen. Die Freude, so seltene Stücke für relativ wenig Geld bekommen zu können, wird wohl jede Art von Vorsicht außer Acht lassen.

Viele Grüße
Ingo
 
philast Am: 07.01.2020 18:02:49 Gelesen: 5867# 19 @  
Hallo,

noch nachgereicht die Verkaufsergebnisse zu [#41]:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904936981.html -> 51,70 € (3 unterschiedliche Accounts als Bieter)
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904902553.html -> 22,00 € (3 unterschiedliche Accounts als Bieter)
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/item/904938262.html -> 65,80 € (2 unterschiedliche Accounts als Bieter)

Insgesamt haben 4 unterschiedliche Accounts als Bieter agiert. Der Sieger ist ein Account aus Italien.

Grüsse philast
 
Lars Boettger Am: 08.01.2020 19:47:19 Gelesen: 5715# 20 @  
@ philast [#44]

Sofern noch niemand geboten hat (das ist die Voraussetzung), kann ich solche offensichtlichen Fälschungsangebote mit meinen Moderatorenrechten bei Delcampe beenden. Wenn geboten wurde, ist der Zug abgefahren. Dann hilft nur noch die Meldung an Delcampe.

Beste Grüße!

Lars
 
philaspass Am: 09.01.2020 14:13:20 Gelesen: 5609# 21 @  
Ein Hallo und ein großes "DANKE" an alle für die super Informationen zu den Fälschungen.

Ich war schon fast so weit bei Delcampe zu kaufen, da ich einige interessante Stücke zu meinem Sammelgebiet gesehen habe. Werde jetzt aber Abstand nehmen, da ich dabei auch Stücke gesehen habe, die nach meinen Unterlagen eindeutig Fälschungen bzw. Phantasieausgeben sind.

Bis dahin und nochmals Danke
Philaspass (Karl - Heinz )
 
philast Am: 06.02.2020 16:21:36 Gelesen: 5265# 22 @  
Lars Boettger Am: 07.02.2020 07:41:51 Gelesen: 5167# 23 @  
@ philast [#47]

Die Angebote wurden geschlossen.

Beste Grüße!

Lars
 
wuerttemberger Am: 28.02.2020 13:10:20 Gelesen: 4918# 24 @  
Diesen Beleg habe ich gerade aus dem Verkehr gezogen:



Viel zu schön, um wahr zu sein und Stempeldatum 10 Jahre zu früh. :-)

Gruß

wuerttemberger
 
philast Am: 28.02.2020 19:45:43 Gelesen: 4819# 25 @  
@ wuerttemberger [#49]

Hallo,

genial, die Vorlage dafür stammt wahrscheinlich aus dem Infla Band 15 'Die württembergischen Wanderstempel', dort ist er in Form und Datum abgebildet und dann nach dem Scan nur etwas vergrößert worden.

Den etwas 'fransigen' Rändern nach zu urteilen ist es mit einem Tintenstrahldrucker gemacht worden. Spannender wird es, wenn der Fälscher noch eine kleine Retuschierung nach dem Scan vorgenommem hätte und die 0 weggemacht und eine 2 eingefügt hätte, so daß 14. Jan 21 dagestanden hätte.

Gruß
philast
 
22028 Am: 12.03.2020 12:28:31 Gelesen: 8133# 26 @  
Änderung der AGB bei Delcampe

Artikel 5.1.3: Es nicht länger zwingend erforderlich, zum Verkauf zugelassene Fälschungen, Kopien und Nachahmungen unauslöschlich zu kennzeichnen. Dennoch ist in der Beschreibung weiterhin eindeutig auf die Natur des Artikels aufmerksam zu machen.
 
Delcampe-Silvia Am: 22.04.2020 15:37:47 Gelesen: 7930# 27 @  
Sehr geehrter "22028",

Der von Ihnen genannte Artikel 5.1.3. unserer Geschäftsbedingungen sieht unter anderem Folgendes vor:

(…)
« Fälschungen, Kopien und Nachahmungen von Artikeln : Der Verkauf dieser Artikel auf Delcampe ist untersagt. Eine Ausnahme gilt für Briefmarken, Münzen und Postkarten, deren Fälschungen gesammelt werden können. Bei diesen Artikeln ist der Verkauf unter der Bedingung zugelassen, dass der Verkäufer im Titel und in der Beschreibung eindeutig, in Großbuchstaben und voll ausgeschrieben, auf die Natur des Artikels aufmerksam macht. Abkürzungen sind demnach unzureichend. Nach 1945 hergestellte Nachahmungen von Briefmarken und Münzen sind untersagt
(…)

Die vollständigen Verkaufsbedingungen können jederzeit auf unserer Webseite eingesehen werden.

Hier der direkte Link: http://www.delcampe.net/pdf/charters/charter_de.pdf

Mit freundlichen Grüßen,
Silvia-Delcampe.
 
Schwämmchen² Am: 22.04.2020 16:00:23 Gelesen: 7912# 28 @  
Schwämmchen² Am: 22.04.2020 16:07:37 Gelesen: 7904# 29 @  
Schwämmchen² Am: 22.04.2020 16:32:33 Gelesen: 7884# 30 @  
marc123 Am: 22.04.2020 16:51:44 Gelesen: 7864# 31 @  
@ Delcampe-Silvia [#27]

Sehr geehrte Frau Silvia,

dieser Artikel ist auch nicht echt. Bei Luxemburg werden mehrere Fälschungen angeboten. Ich habe einmal auf die schnelle ein Beispiel herausgesucht. Es wäre gut auch dieses Sammelgebiet etwas zu kontrollieren.



https://www.delcampe.net/en_GB/collectables/stamps/luxembourg/1859-1880-coat-of-arms/luxembourg-1859-yvert-7-o-b-oblitere-s-981099131.html

Keine Nr.7, sondern Nr. 18 mit abgeschnittenem Durchstich.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 22.04.2020 17:44:29 Gelesen: 7827# 32 @  
@ Delcampe-Silvia [#27]

Sehr geehrte Frau Silvia,

https://www.delcampe.net/en_GB/collectables/stamps/luxembourg/1859-1880-coat-of-arms/luxembourg-1880-coat-of-arms-25c-blue-unused-mint-mh-michel-43a-cat-value-220-eur-974059385.html



wie handhaben Sie es mit solch einer Beschreibung? Wird dies geduldet oder nicht? "Luxembourg 1880 Coat of Arms 25c blue unused mint MH *, Michel 43A, cat value 220 EUR" Es handelt sich hier um einen Neudruck (Michel 43a). Die Michel Nummer ist korrekt, der Katalogwert entspricht aber in etwa einer echten Marke. Der Neudruck wertet 15 Euro (Verkaufswert ca. 1-2 Euro). Das Wort Neudruck wird nicht erwähnt. Hier wird eine echte Marke anhand des hohen Katalogwertes vorgetäuscht.

Liebe Grüße
Marc
 
22028 Am: 22.04.2020 18:37:04 Gelesen: 7789# 33 @  
Wenn ich mich durch die Tibet Angebote klicke, käme ich mit dem Melden gar nicht nach.
 
ligneN Am: 22.04.2020 19:24:05 Gelesen: 7762# 34 @  
@ marc123 [#32]
@ 22028 [#33]
@ Schwämmchen² [#29]

Hallo zusammen,

bewerben Sie sich bei Silvia / Delcampe als Moderator für ihre Gebiete.

Sie können dann Fälschungen oder falsch beschriebenes löschen bzw. den Einlieferer zur Beschreibungsänderung auffordern. Ihre Entscheidungen sind aber endgültig.

Wenn jemand das ignoriert oder etwas von "seit 100 Jahren in der Familie, warum soll das falsch sein" bzw. "Beweisen Sie das durch ausführliches Gutachten" oder "Wie kann ich das erkennen, kann ja jeder sagen" absondert --> löschen.

Zeitaufwand: einmal im Monat ca. 30 Minuten.

Natürlich können Sie auch erst einmal jedes Wochenende tätig werden.

Honorar: Schnelle Rückbildung Ihres Ärgers über diesen Kram.
 
Lars Boettger Am: 22.04.2020 19:28:45 Gelesen: 7757# 35 @  
@ ligneN [#34]

bewerben Sie sich bei Silvia / Delcampe als Moderator für ihre Gebiete.

Das kann ich nur unterstreichen. Dann muss ich den Mist nicht beenden (wie gerade geschehen) und mir das Gejammere der Verkäufer anhören.

Beste Grüße!

Lars
 
bovi11 Am: 22.04.2020 19:39:38 Gelesen: 7746# 36 @  
@ Lars Boettger [#35]

Hallo Lars,

ich muß allerdings feststellen, daß Delcampe sich ziemlich sperrig verhält. Ein notorischer Fälschungsanbieter mit weit über 120.000 Angeboten wird trotz vielfacher Hinweise nicht rausgeschmissen, obwohl er ein Musterbeispiel für Bescheißerleangebote darstellt.

Der stellt sich auch regelmäßig dumm und bepöbelt die Leute, die ihn auf Fälschungen hinweisen.

Für nicht sattelfest sachkundige Käufer kann man daher Delcampe definitiv nicht empfehlen.
 
22028 Am: 22.04.2020 19:54:20 Gelesen: 7737# 37 @  
@ ligneN [#34]

Warum sollte ich bei einem nach eigenen Aussagen erfolgreichen Online-Auktionshaus für lau als Moderator arbeiten wenn die damit Geld verdienen? Wenn mich ein privater Sammler anschreibt, was nicht zu selten passiert, und im eine Stellungnahme bittet mach ich das gerne, nicht aber bei einem kommerziellen Anbieter, wenngleich, da mach ich auch Ausnahmen wenn mich freundlich bittet, aber das sind dann nur seltene Anfragen.

Wenn ich z.B sowas in Angeboten lese:

VER FOTOS - VOIR SCANS - PLEASE HAVE A LOOK AT THE PHOTOS.-
ORIGINAL, AUTHENTIC, AUTHENTIQUE, AUTENTICO.-
SOLD AS IS

... dann geht mir das Messer in der Tasche auf.
 
marc123 Am: 22.04.2020 20:50:52 Gelesen: 7703# 38 @  
@ 22028 [#37]

Dem kann ich mich nur anschließen.

Und einem Händler gratis helfen eine seltene Farbe zu bestimmen, der sie dann einem Sammlerfreund teurer verkauft, nein Danke. Es gibt einige die einem dankend entgegenkommen oder einem mal etwas schenken, das ist ok. Andere frage Händler auf Tauschtagen, frage ich manchmal, nachdem sie eine Information haben wollen, was ihnen diese dann Wert sei? Dann sind sie meistens beleidigt.

@ ligneN [#34]

Ich bewerbe! mich doch nicht auch noch um für einem kommerziellen Anbieter gratis Dienstleistungen zu tätigen.

@ Lars Boettger [#35]

Ich zitiere mal meinen alten Professor: "Eine Arbeit die nichts kostet ist auch nichts wert". Wenn ich mir die hohe Anzahl an wirklich primitiven Luxemburg-Fälschungen bei Delcampe ansehe, dann scheinst Du dich bei deiner Gratis Arbeit auch nicht sonderlich zu bemühen?

Liebe Grüße
Marc
 
ligneN Am: 22.04.2020 21:07:12 Gelesen: 7684# 39 @  
Klare Aussagen und deftige Haue für meine Anregung.

Niemand "arbeitet" für lau.

---> Dann aber ab sofort kein wohlfeiles Wörtchen der Klage mehr.
Wg. Ihr hattet es ja in der Hand.

Wollte nur helfen, aber hier wird lieber deftig ausgeteilt.

Und dann über die armen hereingelegten Sammler gejammert.

Krokodilstränen-Kenner, scheint mir.

(1) "Wenn ich mir die hohe Anzahl an wirklich primitiven Luxemburg-Fälschungen bei Delcampe ansehe, dann scheinst Du dich bei deiner Gratis Arbeit auch nicht sonderlich zu bemühen?"

Luxemburg ist nicht mein Gebiet, aber Danke für die wohlfeile Unterstellung.

(2) "Und einem Händler gratis helfen eine seltene Farbe zu bestimmen, der sie dann einem Sammlerfreund teurer verkauft, nein Danke."

Wo erwähnt? Die Option gibt es bei Delcampe gar nicht.

Noch so eine Unterstellung.
 
Schwämmchen² Am: 22.04.2020 22:07:56 Gelesen: 7643# 40 @  
Die Fälschungen sind einfach zu viele (jetzt nicht auf nur Delcampe bezogen). Man kann immer mal wieder was melden, sofern Zeit da ist, aber kein permanente Monitoring durchführen. Vielleicht Vollzeit, aber nicht nebenher. Bei eBay bspw. lohnt es sich praktisch nicht mehr auf einfache oder primitive Fälschungen immer und immer wieder hinzuweisen. Es sind einfach zu viele. Da kann man sich nur Kurioses und besondere Schmankerl konzentrieren. Selbst große kommerzielle Real-Auktionen mit einem viel kleineren Angebotsvolumen schaffen es nicht ihr Angebot frei für faulen Stücken zu halten.

Die Kenntnis, dass man auf eBay o.ä. zu 99.9% keine Schnäppchen bekommt, hat sich leider immer noch nicht rumgesprochen.
 
Lars Boettger Am: 22.04.2020 22:31:41 Gelesen: 7628# 41 @  
@ marc123 [#38]

ich zitiere mal meinen alten Professor: "Eine Arbeit die nichts kostet ist auch nichts wert". Wenn ich mir die hohe Anzahl an wirklich primitiven Luxemburg-Fälschungen bei Delcampe ansehe, dann scheinst Du dich bei deiner Gratis Arbeit auch nicht sonderlich zu bemühen?

Hallo Marc,

Dein Professor fand ehrenamtliche Arbeit also doof? Warum soll ich an andere denken, wenn nichts für mich herausspringt... Ich habe einen anderen Ansatz: Wenn Du anderen etwas Gutes tust, dann erhältst Du in der Regel irgendwann etwas dafür zurück. Wenn nicht - ich werde dadurch nicht dümmer. Hoffe ich zumindest.

Wenn ich etwas bei Delcampe sehe und mit meinem Moderatoren-Konto angemeldet bin, dann beende ich die Angebote gleich. Wenn ich etwas gemeldet bekomme, dann kümmere ich mich darum. Aber ich habe wie Du einen vollen Arbeitstag und bin durch meine ehrenamtliche Arbeit so gut ausgelastet, dass ich im Internet nicht mit aller Gewalt nach Fälschungen suche. Denn da haben alle Vorschreiber recht (@ Schwämmchen² [#40], @ 22028 [#37]), es bringt nur wenig. Aber die Nadelstiche tun dem ein oder anderen Verkäufer doch weh. Und wenn er mal ein paar Tage gesperrt ist, dann ist das Heulen und Zähneklappern groß. Man bekommt mit, dass bei vielen die Existenz daran hängt.

Beste Grüße!

Lars
 
Delcampe-Silvia Am: 23.04.2020 08:07:30 Gelesen: 7561# 42 @  
Sehr geehrter 22028,
Sehr geehrter Schwämmchen,
Sehr geehrter marc123,

dem, was ligneN und Lars_Boettger hier bereits gesagt haben (hierfür herzlichen Dank!), möchte ich noch Folgendes zufügen:

Bei ungefähr 20.000 neuen Angeboten pro Tag ist es manuell nicht möglich, alles zu überprüfen.

Sollten Ihnen auf unserer Webseite Artikel auffallen, die gegen unsere AGBs verstoßen, haben Sie die Möglichkeit, diese zu melden. Über die Funktionalität "Diesen Artikel melden", die Sie rechts unten auf jeder aktuell zum Verkauf eingestellten Artikelseite finden, können Sie eine Meldung abgeben.
Klicken Sie hierzu, auf "Diesen Artikel melden" und wählen Sie im Fenster, das sich anschließend öffnet, unter "Diesen Artikel Delcampe melden" die entsprechende Option.

Wir werden daraufhin ggf. entsprechende Schritte unternehmen.

Mit freundlichen Sammlergrüßen,

Silvia.
 
bovi11 Am: 23.04.2020 08:19:04 Gelesen: 7555# 43 @  
@ Delcampe-Silvia [#42]

Guten Morgen Silvia,

das löst das Problem nur in entdeckten Einzelfällen.

Notorische unseriöse Anbieter, bei denen man im Grunde ständig melden müßte, bleiben trotz etlicher Hinweise und Bitten als Mitglieder auf Delcampe registriert (im Übrigen auch bei oldthing).

Bei eBay wurden die Konten des betreffenden Anbieters bereits vor Jahren gesperrt.

Die Plattformen delcampe und oldthing sind die letzten Zufluchtsorte, über die der betreffende Anbieter sein Unwesen unbehelligt treiben kann.

Grüße

bovi11
 
22028 Am: 23.04.2020 09:24:34 Gelesen: 7515# 44 @  
@ Lars Boettger [#41]

Lars, bitte nicht falsch verstehen, aber unter ehrenamtlicher Arbeit verstehe zumindest ich nicht für Lau für ein großes, kommerzielles, Unternehmen welche ja auch den Profit einsteckt, zu arbeiten. Ich arbeite ehrenamtlich z.B. für Flüchtlinge, da bekomme ich ausser einem Danke und viel Arbeit und Ärger nichts, mach das aber gerne.

Dass Delcampe ganz gut verdiehen dürfte, zeigt sich ja auch z.B. am DELCAMPE Empfang in Monaco, der ist sicher nicht billig, dann sollte sie aber auch zumindest einen nominellen Betrag oder Sachspenden für die Helfer zur Verfügung stellen.
 
bayern klassisch Am: 23.04.2020 09:49:09 Gelesen: 7498# 45 @  
Etwas "off topic" - die Bereitschaft zum Mitdenken und Handeln bei delcampe habe ich erleben dürfen, als ich vorschlug, die Rubriken postfrisch/ungebraucht, gestempelt und Ganzstück einzuführen, was sicher zur Umsatzsteigerung beitragen würde, weil man dann viele Sachen nicht mehr sehen muss, die gar nicht in das jeweilige Sammelgebiet passen. Keine Reaktion. Da ist philasearch Weltklasse und wird halt viel häufiger frequentiert.

Wenn delcampe wünscht, dass sich Fachleute der Reinhaltung der Angebote widmen sollen, heißt das, dass der Ärger zwischen Experten und Schummlern ausgetragen wird und delcampe davon sehr proftieren wird, weil weniger Müll mehr Sammler anziehen dürfte und Gurken, die 500 mal eingestellt wurden, dann endlich weg wären.

Gegen eine ehrenamtliche Tätigkeit spricht gar nichts; hätte ich mehr Zeit, würde ich das bei Bayern selbst übernehmen, aber ein Boot ist nicht sehr schnell, wenn einer rudert und 8 Leute dabei zugucken.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
marc123 Am: 23.04.2020 11:39:27 Gelesen: 7446# 46 @  
@ ligneN [#39]

Ich sehe es nicht als Haue für Deine Anregung. Ich finde Deine Anregung sogar gut und die Diskussion hier halte ich für wichtig. Sie zeigt nämlich genau das Dilemma, in dem wir uns als Philatelisten alle befinden. Auf der einen Seite sehen wir die unzähligen Fälschungen (und damit meine ich nicht nur bei Delcampe, sondern auch Sammlerbörsen Auktionen) und möchten nicht, dass Sammlerkollegen dafür teures Geld bezahlen. Auf der anderen Seite sehen es einige von uns aber nicht ein, für die, die mit unserem Hobby Geld verdienen, Gratisarbeit zu leisten.

Wenn ich das, was Delcampe-Silvia [#42] schreibt, richtig interpretiere, ist es so, dass sich Delcampe darauf verlässt, dass sich Sammler gratis darum kümmern sollen, dass Fälschungen verschwinden. Und wenn nicht, dann bleiben sie eben? Ich selbst habe Delcampe einmal um Hilfe geboten und war nachher so enttäuscht, dass ich nicht bereit bin ihnen zu helfen.

@ Lars Boettger [#41]

Niemand hat gesagt, dass ehrenamtliche Arbeit doof ist. Aber dem was 22028 in [#44] bereits darüber geschrieben hat, kann ich mich nur anschließen. Aber wie Du bereits völlig richtig geschrieben hast hat man nach einem vollen Arbeitstag nicht immer die Zeit und dann kann eben nicht die Arbeit geleistet werden, die Du leisten würdest, wenn Du dafür bezahlt würdest. Es geht also um die Qualität, nicht um das Ehrenamt. Eine Bezahlung ist auch ein Ausdruck einer Wertschätzung. Das meine ich aber nicht bei einem Ehrenamt, wo keiner etwas verdient.

@ Lars Boettger [#35]

"Dann muss ich den Mist nicht beenden (wie gerade geschehen) und mir das Gejammere der Verkäufer anhören." Diesen Satz finde ich allerdings nicht angebracht, weil er ausdrückt, als hättest Du unsere Arbeit getan. Es hat niemand gesagt oder Dich aufgefordert, dass Du das beenden musst. Es ist gut, dass Du es getan hast, ich hätte es nicht getan, denn es ist nicht meine Aufgabe.

Liebe Grüße
Marc
 
bovi11 Am: 23.04.2020 12:08:56 Gelesen: 7428# 47 @  
@ marc123 [#46]

Es ist doch müßig, sich über Sinn oder Unsinn ehrenamtlicher Tätigkeit im speziellen Fall zu unterhalten. Dabei verstehe ich die Argumente, warum der eine oder andere sich nicht engagieren will, durchaus.

Mit Hilfe von Lars und einigen anderen kann man wenigstens hier und da ein paar Spitzen abbrechen und unbedarfte Kaufinteressenten vor Schaden bewahren.

Schade und unverständlich ist nur, daß delcampe Anbieter, die über lange Zeit und in ganz erheblichem Umfang gefälschte und verfälschte oder auch falsch beschriebene Marken anbieten, schützt und ihnen die Plattform läßt, um ihr Unwesen zu treiben.

Hier scheint das Provisionsinteresse wohl im Vordergrund zu stehen.

Bemerkenswert ist hier, daß selbst eBay diesen Anbieter in die Wüste geschickt hat (wo er auch hingehört).
 
olli0816 Am: 23.04.2020 12:48:48 Gelesen: 7403# 48 @  
Hallo,

seien wir ehrlich, die Plattformen werden z.T. einesteils von Betrügerbanden nicht selten aus Balkanländern, aber nicht nur von dort verwendet, um falsche Ware an Dumme zu verkaufen. Daneben habe ich noch das Gefühl, dass es arme Würste gibt, die mit häufig bewussten Fälschungen auf diesen Plattformen auftreten und sich damit besser über die Runden bringen. Einige davon sind bemitleidenswert. Richtig reich wird doch keiner dieser Akteure, aber die Plattformbetreiber profitieren in Masse von diesem Handeln, weil sie immer 10% + Provision bekommen.

Und hier liegt die Schwachstelle im System und leider bei unserer Rechtssprechung. Man kann versuchen, sich an dem Anbieter zu wenden und mit viel Diskussion und evtl. mit Klage zu wehren. Aber wer macht das schon bei 20 oder gar 50 EURO Warenwert? Die meisten wohl nicht, mir persönlich wäre es das auch nicht wert. Hier sollte man entsprechend die Gesetze ändern und zum einen nicht zulassen, dass vermeintlich private Anbieter reinschreiben dürfen, dass ein Umtausch ausgeschlossen ist. Wer dagegen verstößt, sollte abgemahnt werden können. Zum anderen: Ist der Verkäufer nicht mehr zu ermitteln und/oder pleite, sollte zwingend der Plattformanbieter haften. Das hat den Vorteil, dass dieser Plattformanbieter "motiviert" wird, die immer gleichen Idioten von der Plattform zu werfen, weil es finanziellen Schaden bedeutet. Damit kann man die klammheimliche Mafiabeteiligung von eBay, Delcampe und Co. positiv beeinflussen.

Ja, es ist natürlich für die Betreiber der Plattformen äußerst praktisch und kostengünstig, Doofe zu finden, die für sie das Angebot sauberer hält. Nichts gegen ehrenamtliche Arbeit, aber für Wirtschaftsunternehmen mit hohem Gewinn ist das sicherlich nicht angebracht. Ich habe in einem anderen Forum sporadisch immer wieder mal Fälschungen auf ebay angezeigt. Meine Erfahrungen waren, da ich nicht sonderlich aktiv dabei bin, dass etwa die Hälfte in der Zeit gelöscht wurden und die anderen einfach bis zum Ende gelaufen sind mit entsprechenden Verkäufen. Es waren alles Dinge, die 100% Murks waren, also bei zweifelhaften Dingen habe ich nie irgend etwas gemeldet. Das liegt daran, dass mit Sicherheit die kostenlosen Arbeiter/Löscher auch nicht immer Zeit haben. Das frustrierendste daran ist, wenn von dem gleichen Honk die gleiche Marke kurze Zeit wieder drin steht - hatte ich mehrmals.

Delcampe fungiert hier bei betrügerischen Anbietern genauso betrügerisch. Etwas nicht zu machen oder unterlassen, in dem man es ignoriert ist genauso schlecht. Nur kommen sie damit gut durch, weil die einzelnen Warenwerte so gering sind und damit kaum jemand sich die Mühe macht dagegen anzugehen. Und sie sind die eigentlichen Gewinner aus dem Treiben, weil es nicht nur ein Angebot von den Betrügerbanden gibt und nicht nur ein schwarzes Schaf, sondern eine ganze Reihe davon. Es multipliziert sich also.

Ich habe inzwischen so reagiert, dass ich bei den Plattformen nur mehr wenig kaufe. Ich nutze dieses Paypal, was für die Verkäufer sehr teuer ist, wo ich mein Geld jederzeit zurückbekommen kann. Das macht natürlich die angebotenen Produkte wegen den überteuren Gebühren unattraktiver, deshalb kaufe ich nicht so viel ein. Wenn man ehrenamtlich tätig sein möchte, dann bestimmt für etwas anderes als für durchkommerzialisierte Plattformbetreiber. Da hat Marc recht.

Grüße Oliver
 
Schwämmchen² Am: 23.04.2020 13:37:53 Gelesen: 7373# 49 @  
Einer geht noch, wenn man gerne mal 5000.- Euro versenken möchte. Ganzfälschung auf gefälschten Brief:

https://www.delcampe.net/en_GB/collectables/stamps/china-1949-people-s-republic/covers-documents/china-cover-imperforated-overprin-620591890.html


 
Delcampe-Silvia Am: 23.04.2020 15:39:05 Gelesen: 7310# 50 @  
Wir kontrollieren auf unserer Webseite eingestellte Artikel ständig und schließen jeden Tag viele neue Angebote.

Wie schon geschrieben, ist es bei ungefähr 20.000 neuen Angeboten pro Tag aber natürlich nicht möglich, alle Angebote einzeln zu überprüfen.

Sollte Ihnen also ein Artikel auffallen, bei dem es sich Ihres Erachtens um eine Fälschung handelt, können Sie dies ganz einfach und in einem Klick melden.

@ Schwämmchen: Der von Ihnen hier aufgeführte Verkauf wurde soeben von uns geschlossen.

Mit freundlichen Grüßen,
Silvia.
 
Schwämmchen² Am: 23.04.2020 16:13:09 Gelesen: 7279# 51 @  
@ Silvia

Vielleicht erleichtert folgendes Vorgehen Ihnen die Arbeit:

1.) Erstmal gemeldete Fälschung: Hinweis an den Verkäufer
2.) Erneute gemeldete Fälschung: Verwarnung an den Verkäufer
3.) Nochmals gemeldete Fälschung: Ausschluss für 30 Tage für den Verkäufer
4.) Wieder gemeldete Fälschung: Permanenter Ausschluss für den Verkäufer

Ich würde es zumindest so machen, würde ich so eine Handelsplattform betreiben.
 
johanneshoffner Am: 23.04.2020 16:13:43 Gelesen: 7278# 52 @  
Liebe Silvia,

schreiben Sie mir doch eine private Mail, ich würde mitmachen bei der Fälschungsbekämpfung auf Delcampe.

Mit freundlichen Grüssen,

Johannes
 
ligneN Am: 23.04.2020 17:25:43 Gelesen: 7227# 53 @  
@ Schwämmchen² [#40]

Was ich so höre:

Machen die das vielleicht 1 x im Monat und nur für Zeugs mit Startpreis runter bis 10.-.

Es geht also nicht um obsessives "Reinigen" von jedwedem Kleinkram und Unmengen an Lebenszeit dafür vergurken. Es sind vielleicht 30 Minuten, und nebenbei checkt man, ob es etwas für eigene Sammlung gibt. Dafür muß man dann aber seinen privaten Bieteraccount benutzen. Moderatoren dürfen nämlich nicht bieten.

Mehr ist in dem Rahmen nicht drin und wird auch nicht verlangt.

Das rauskicken läuft summarisch mit Tick-box. Man kann also bis zu 480 Angebote mit einem Klick löschen. Evtl. Kommentare zweisprachig frz/engl fügt man aus einer selbstangelegten Textsammlung an. Die summarischen Kommentare sind ähnlich wie bei den Profi-Prüfers, also Marke / Aufdruck / Stempel falsch.

Nach einer Weile ist der Lerneffekt da.

***

Das vielgehörte Statement, man würde da eine "kommerzielle Plattform" für lau "unterstützen", na ja. Gilt bei ebay nicht? Wo sind die großartigen nichtkommerziellen Plattformen, wo man dann gerne expert-charity zugunsten der armen Nichtschnaller machen würde? Richtig, die gibt es kaum bzw. sind von der Angebotsgröße her irrelevant.

Man Realität.
 
marc123 Am: 25.04.2020 10:14:53 Gelesen: 7081# 54 @  
Auch Auktionshäuser stellen Fälschungen bei Delcampe ein.

Wie verfährt Delcampe mit Auktionshäusern die Fälschungen einstellen? Können die auch einfach gelöscht werden? Verbleiben die dann aber in der Auktion?
An wen sind eigentlich in einem solchen Fall Fälschungen zu melden? An Delcampe oder an das Auktionshaus?



https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg/1859-1880-wappen-heraldik/o-luxembourg-o-n-14-4c-jaune-belle-obl-du-22-11-65-tb-sup-983027465.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=user_favorite_list%3Auser_favorite_list#gallery

Wie man diese (Fournier Fälschung) leicht erkennt habe ich hier geschrieben:

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11731 (Beitrag 8).

Oder hier, beim gleichen Auktionshaus. Eine billige Haarlem 1 Centimes mit abgeschnittener Zähnung und Falschstempel als breitrandige Nr. 3. angeboten.



https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg/1859-1880-wappen-heraldik/o-luxembourg-o-n-3-1c-brun-clair-tb-983027453.html

Liebe Grüße
Marc
 
Delcampe-Silvia Am: 27.04.2020 09:23:31 Gelesen: 6896# 55 @  
@ marc123 [#54]

Sehr geehrter Marc123,

die Vorgehensweise bei Auktionshauslosen ist die gleiche wie bei allen Losen:

Auch hier können Sie den Artikel melden. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie das Los uns oder aber direkt dem Auktionshaus melden.

Mit freundlichen Grüßen,
Silvia.
 
philast Am: 27.04.2020 16:57:01 Gelesen: 6852# 56 @  
Hallo zusammen,

anbei ein Beispiel wie sich Fälschungen verbreiten:

Eine 'hübsche' Sammlung Infla. Praktisch alle, auch nur minimal bessere Werte, sind mit (gleichartigen) Stempelfälschungen versehen.

Zur dauerhaften Illustration soll dieser Auschnitt aus dem Angebot dienen:



Hier zur Einsichtnahme das komplette Angebot: https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland/gebraucht-1/deutsches-reich-infla-gute-sammlung-gest-alle-ungeprueft-5-bilder-967473617.html

Eigentlich sollte man meinen, dass solche 'Trivialfälschungen' hinreichend bekannt sind. Der Band 48 der Inflabücherei 'Gebrauchte Inflationsmarken Echt oder falsch' widmet diesem Stempeltyp auf S. 49 einen einprägsamen Satz: "Alle Zweikreisstegstempel, wenn sie nicht aus Württemberg stammen, sind auf Inflationsmarken immer Stempelfälschungen".

Aber wie man am vorstehenden Bild sieht, wurde das Angebot mit vielen Geboten bedacht (4 Bieter) und kaum 14 Tage später wird es vom Erwerber vereinzelt. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur dass offensichtliche Fälschungen erneut ungeprüft unter Angabe des hohen Katalogwertes für echte Ware angeboten werden:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland/gebraucht-1/germania-reich-impero-1922-23-n-162-cifra-filigrana-2-cat-350-e-lotto-4920-984514424.html

Weitere andere Marken aus der Sammlung werden auch angeboten.



Grüsse
philast
 
marc123 Am: 27.04.2020 18:41:35 Gelesen: 6803# 57 @  
Hallo philast,

interessanter Beitrag. Die Frage die ich mir hier stelle ist folgende:

Angenommen jemand meldet den Artikel und Delcampe löscht den Artikel, weil es eine Fälschung ist. Der Verkäufer hat den Artikel aber bei Delcampe gekauft. Wer muss jetzt für den Schaden aufkommen?

Liebe Grüße
Marc
 
Koban Am: 27.04.2020 19:48:06 Gelesen: 6743# 58 @  
Die im Vergleich zu ebay um Lichtjahre bessere Kategorienstruktur offenbart schonungslos das Problem. Der Großteil der höherpreisigen Artikel im Bereich Altfrankreich sind falsch oder verfälscht. Erst ab ca. 300 Euro abwärts häufen sich echte Marken und die Zahl der Fälschungen sinkt langsam.

Ganz ähnlich wie bei ebay, wo das Elend nur nicht so geballt erscheint, wird ein Großteil (weit über 50 %) dieser Fälschungen von lediglich einer handvoll Protagonisten angeboten.

So viel zum Argument, man könne "wegen der Vielzahl der täglich neu angebotenen Artikel" nicht. Nein. Man will nicht.

Es ist die strategische Entscheidung des Managements eine Plattform für Sammler oder eine für Betrüger zu betreiben.

Koban
 
bovi11 Am: 27.04.2020 20:05:52 Gelesen: 6725# 59 @  
@ Koban [#58]

Nein. Man will nicht.

Genau so ist es!

Deshalb bekomme ich von Delcampe auch keine Antwort auf meine Beiträge [#43] und [#47]. Dort weiß man ganz genau, wer gemeint ist.

"Es ist die strategische Entscheidung des Managements eine Plattform für Sammler oder eine für Betrüger zu betreiben."

Auch den Satz kann ich unterstreichen.

Für Sammler ist die Plattform im Ergebnis ungeeignet, weil man ohne Sachkenntnisse nicht empfehlen kann, bei Delcampe bessere Sachen zu erwerben.
 
Apn Am: 27.04.2020 21:00:38 Gelesen: 6692# 60 @  
@ Koban [#58]

Nein. Man will nicht.

Nein. Man kann nicht: Delcampe ist ein belgisches Unternehmen; Belgien ist ein Rechtsstaat. In einem Rechtsstaat gilt die Unschuldsvermutung; d.h. man begibt sich juristisch auf sehr abschüssiges Terrain, wenn man von jemandem behauptet, er biete bewusst gefälschte Briefmarken als echt an, ohne dass ein entsprechendes Gerichtsurteil vorliegt.

Erst ab ca. 300 Euro abwärts häufen sich echte Marken und die Zahl der Fälschungen sinkt langsam.

Wer Marken ab ca. 300 € netto aufwärts kauft, ohne sich entweder SEHR gut bei diesen auszukennen oder sich die Prüfung durch einen anerkannten Experten vorzubehalten, handelt grob fahrlässig.

Für Sammler ist die Plattform im Ergebnis ungeeignet, weil man ohne Sachkenntnisse nicht empfehlen kann, bei Delcampe bessere Sachen zu erwerben.

Weit über 90 % der Marken und Belege, die ich bisher bei Delcampe gekauft habe, kosteten weniger als 10 €. Das Risiko, dass solche Ware gefälscht ist, ist bei Delcampe nicht höher als anderswo. Auch der seriöse Fachhändler schickt Material von solch geringem Wert in aller Regel nicht zu Prüfer. Vom Erwerb höherpreisiger Artikel ohne entsprechende Sachkenntnisse rate ich ab, egal ob bei Delcampe, bei einer Börse oder bei einem herkömmlichen Auktionshaus.

Dem echten Sammler kann ich Delcampe ohne Weiteres empfehlen. Für Leute, die nur weil sie ein angebliches Schnäppchen sehen, das Hirn ausschalten, ist die Seite - wie so vieles in dieser Welt - gefährlich.
 
marlborobert Am: 27.04.2020 21:10:42 Gelesen: 6680# 61 @  
Delcampe und alle anderen Verkaufsplattformen hoffen auf das Klingen der Kassen.

Daher ist es denen herzlich wurscht was verkauft wird, ob echte oder gefälschte Marken.

Selbstverständlich wird man sich dazu bekennen, dass er gerne bereit wäre die Fälschungen usw zu löschen. Lippenbekenntnisse kosten ja nix. ;)

Auch ich schwöre meiner Frau seit fast 20 Jahren immer wieder (besonders seit einem Monat fast täglich), dass ich ihr bei der Hausarbeit helfen werde. Hätte ich für jede meiner Lügen auch nur 1 Euro bezahlen müssen, wäre ich schon mit Frau Rockefeller verheiratet ;)

Solange echte oder gefälschte Marken prozentmäßig gleiche Gewinne bedeuten, wird nichts geschehen.

Erst wenn es möglich wird, diese Verkaufsplattforme haftbar zu machen, dann wird es professionelle Bekämpfung der Fälschungen geben.

Bis dahin reiten überall einige Don Quijote gegen die Windmühlen.
 
bovi11 Am: 27.04.2020 21:15:15 Gelesen: 6676# 62 @  
@ Apn [#60]

"Nein. Man kann nicht: Delcampe ist ein belgisches Unternehmen; Belgien ist ein Rechtsstaat. In einem Rechtsstaat gilt die Unschuldsvermutung; d.h. man begibt sich juristisch auf sehr abschüssiges Terrain, wenn man von jemandem behauptet, er biete bewusst gefälschte Briefmarken als echt an, ohne dass ein entsprechendes Gerichtsurteil vorliegt."

Das ist schlicht gesagt Unfug.

Eine Unschuldsvermutung gibt es im Strafrecht.

Wenn Anbieter über Jahre zahllose Angebote gefälschter oder verfälschter Marken veröffentlichen und/oder massenhaft Marken als teure Variante anbieten und tatsächlich billige Varianten verkaufen, kann der Plattformbetreiber den ohne weiteres sperren. Er muß das nicht einmal begründen. Das ist in Belgien nicht anders, als in Deutschland.

"Auch der seriöse Fachhändler schickt Material von solch geringem Wert in aller Regel nicht zu Prüfer."

Das nicht, aber er verkauft in der Regel einwandfreie Ware und versteckt sich nicht hinter angeblich fehlender Sachkenntnis und stellt sich nicht als dümmsten Händler dar, der zu blöd ist, aus dem abfahrenden Zug zu winken.
 
Delcampe-Silvia Am: 28.04.2020 09:14:43 Gelesen: 6591# 63 @  
Sehr geehrter Bovi11,

ich kann Ihnen versichern, dass es uns keine Freude macht, wenn wir öffentlich beschuldigt werden, Anbieter von Fälschungen zu schützen! Wir schließen jeden Tag Angebote und Verkaufskonten von unseriösen Mitgliedern, da es uns es sehr wichtig ist, eine saubere Webseite für Sammler zu betreiben!

Wenn uns mitgeteilt wird, dass ein Verkäufer Fälschungen anbietet, brauchen wir hierfür natürlich und trotz allem Beispiele und Belege. Wird uns ein Artikel gemeldet, prüfen wir dies und verwarnen gegebenenfalls den Anbieter. Tritt dies wiederholt auf, und bleibt dies kein Einzelfall, können wir sein Konto schließen.

Ich denke nicht, dass dieses Forum dafür geeignet ist, uns über einen speziellen Anbieter zu unterhalten. Daher schlage Ihnen vor, mich hierzu direkt anzuschreiben.

Mit freundlichen Grüßen,

Silvia.
 
Lars Boettger Am: 28.04.2020 17:59:05 Gelesen: 6459# 64 @  
@ marc123 [#57]

Angenommen jemand meldet den Artikel und Delcampe löscht den Artikel, weil es eine Fälschung ist. Der Verkäufer hat den Artikel aber bei Delcampe gekauft. Wer muss jetzt für den Schaden aufkommen?

Salut Marc,

nicht die Plattform, wenn das die Frage war. Der Anbieter haftet für sein Angebot. In dem Fall muss sich der jetzige Verkäufer an den vorherigen Anbieter wenden und ihn darum bitten, ihm entweder echte Marken zu liefern oder seinen Schaden zu ersetzen (ich bin kein Anwalt, dass ist jetzt wahrscheinlich etwas verkürzt formuliert).

Bezüglich der von Dir @ marc123 [#54] angesprochenen Marken: Die Auktionshäuser habe ich vor ein paar Tagen informiert - die Antwort kam prompt. Mal sehen, ob sie die Marken wirklich zurückziehen. Aber zumindest kann sich jetzt jedes Delcampe-Mitglied die Fragen durchlesen und ist informiert. Soweit die Theorie.

Beste Grüße!

Lars
 
philast Am: 28.04.2020 18:17:26 Gelesen: 6445# 65 @  
@ marc123 [#57]

Hallo,

mein Rechtsempfinden/Rechtsmeinung wäre:

- der Erstanbieter, der die Sammlung für 1,99€ Startpreis angeboten hat ist fein raus, er hat ja nur das angeboten:

"Deutsches Reich Infla - gute Sammlung gest. alle ungeprüft 5 Bilder"

und das entspricht den Tatsachen. Wenn andere (4 unterschiedliche Bieter) der Auffassung sind "ungeprüft" = "echt" oder = "ist mir egal, es gefällt mir dafür 80 € auszugeben", dann habe ich die Ansicht dass das Risiko und Verantwortung des Erwerbers ist. Dieser kann sich zwar mit dem Erstanbieter in Verbindung setzen und versuchen den Kauf rückgängig zu machen, ich glaube aber dass in diesem Fall der Anbieter dazu nicht verpflichtet wäre.

- das Angebot des Erwerbers ist es wert gesperrt/gelöscht zu werden, da hier mit der Erwähnung eines hohen Katalogwertes suggeriert wird das Stück ist echt. Aufgrund der hohen Bewertungszahl und des langen Mitgliedschaftszeitraums ist auch nicht von einem völlig 'Ahnungslosen' Anbieter auszugehen. Da auch mit Katalogwerten hantiert wird sollte man auch wenigstens das Katalogvorwort zum Sammelgebiet gelesen worden sein, in dem drinsteht, dass die besseren Werte nur für geprüftes Material gelten. Akzeptabel wäre es das Stück als "ungeprüft, mutmaßlich Falschstempel" anzubieten auch wenn ich das nicht schön fände.

- die Rolle des Plattformanbieters auf der der Handel stattfindet sehe ich nur in der Pflicht Angebote zu löschen wenn diese gegen Gesetze oder die Plattformregeln verstoßen. Das passt mir zwar nicht immer, d.h. bei manchen Sachen würde ich mir einen Filter wünschen, so dass der ärgste Mist gar nicht erst zum Angebot kommt, aber das ist eher Wunschdenken.

Meine Prognose ist, dass wenn das/die Angebote gelöscht werden, dann sind sind sie halt einmal gelöscht, aber dann werden sie halt ein paar Wochen später wieder neu reingestellt oder auf eine andere Plattform gestellt, ist ja schließlich keine besondere Herausforderung (die investierten 80 € müssen sich ja irgendwie wieder amortisieren).

Eigentlich ist das ganze Thema auch nichts neues, dank Internet ist es nur auffälliger, jederzeit sichtbar und nachvollziehbarer geworden.

In früheren Zeiten, also bevor Corona unsere Tauschtage erstmal beendet hat, ;-) hat es diese Angebote halt auf einem Tauschtag gegeben. Da ist auch ungeprüftes-/gefälschtes Material gehandelt/umgesetzt worden. Der Veranstalter (in diesem Fall meist der lokale Verein) entspricht dabei dem Plattformanbieter und die Veranstaltung fand i.d.R. gemäß der BdPh Tauschordnung statt. In dieser existiert auch ein Passus zum Thema Fälschungen. Wenn man jetzt gedanklich alle Anbieter dieses fiktiven Tauschtages vor dem Eintritt nach ungeprüftem/zweifelhaften/falschen Materials prüfen würde, ich glaube da hätte die Veranstaltung kein großes Angebot gehabt. Auch wenn ich es nicht mit Zahlen belegen kann denke ich dass es nur rel. wenige Beschwerden gegenüber dem Veranstalter gegeben hat nach dem Motto der/die XY verkauft/bietet Fälschungen an.

Mein Fazit aus dem ganzen ist, hilf dir zunächst selbst indem du ausreichend Ahnung/Kompetenz zu deinem Steckenpferd erwirbst/aufbaust oder akzeptiere das erhöhte Lehrgeld.

Beste Grüße
philast
 
marc123 Am: 28.04.2020 18:48:58 Gelesen: 6420# 66 @  
@ philast [#65]

Hallo philast,

ich denke dass Du mit Deinen Überlegungen richtig liegst.

@ Lars Boettger [#64]

Das Auktionshaus (es ist das Gleiche) hat geantwortet, dass es die Lose zurückzieht. Über Delcampe kann man allerdings noch darauf bieten. Ich habe mir die Luxemburg Lose mit Wappenmarken einmal bei diesem Auktionshaus angeschaut. Es werden vier Lose angeboten, drei Einzellose und ein Los mit zwei Marken (davon eine echt, eine Manipuliert). Das heißt, dass immerhin 25% Lose ohne Fälschung sind, bzw.. sogar 40% der Marken echt sind.

Hier noch ergänzend das Los mit einer echten und einer Manipulierten Marke.

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg/1859-1880-wappen-heraldik/luxembourg-n-3-x-2-2-nuances-b-tb-983027447.html



Die Beschreibung ist, wie soll ich es ausdrücken? Originell? "(*) LUXEMBOURG - (*) - N°3 x 2 - 2 nuances - B/TB"

Das Problem ist, von der Michel Nr. 3 gibt es nur eine Farbe. Die linke Marke ist in der Farbe der dritten Auflage der farbig durchstochenen Ausgabe (hier wurde der Durchstich entfernt).

Liebe Grüße
Marc
 
Lars Boettger Am: 28.04.2020 18:54:03 Gelesen: 6414# 67 @  
@ marc123 [#66]

Hi Marc,

mein Problem ist, dass ich in der Moderatoren-Funktion bei Delcampe keine Angebote von Auktionshäusern beenden kann. Bei dem Los mit der manipulierten Marke kannst Du gerne den Anbieter darauf aufmerksam machen, dass der Durchstich entfernt wurde.

Ich habe gerade die Infla-Angebote von einem wütenden Italiener beendet (@ philast [#65]), der den Unterschied zwischen Falschstempeln und Gefälligkeitsentwertungen nicht kennt und darf ihm das gerade auseinandersetzen =D

Beste Grüße!

Lars
 
marc123 Am: 28.04.2020 19:01:06 Gelesen: 6401# 68 @  
@ Lars Boettger [#67]

Salut Lars,

ich denken wir können Frau Silvia auch eine Entfernung überlassen. :)



https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg/1859-1880-wappen-heraldik/o-luxembourg-o-n-7-12-c-rose-obl-rare-tb-983027462.html

"LUXEMBOURG - O - N°7 - 12½ c rose - Obl. rare - TB"

Ich möchte auch nicht immer negatives berichten, daher hier der Vollständigkeit halber auch noch Die echte Marke vom Auktionshaus. So selten ist die Raute von Ettelbrück allerdings auch nicht auf dieser Marke.

Beste Grüße
Marc
 
philast Am: 28.04.2020 20:06:12 Gelesen: 6362# 69 @  
@ Lars Boettger [#67]

Hallo,

Ich habe gerade die Infla-Angebote von einem wütenden Italiener beendet (@ philast [#65]), der den Unterschied zwischen Falschstempeln und Gefälligkeitsentwertungen nicht kennt und darf ihm das gerade auseinandersetzen =D

Cool. Mal sehen, ob sich meine Prognose bewahrheitet. ;-)

Aber bei all den Fälschungen/Verfälschungen/mangelhaftem/minderwertigem/falsch bechriebenen Material, das angeboten wird, gibt es immer noch genügend interessante Rosinen und bisweilen auch Perlen. Nur finden muss man sie. Und das Finden und ab und zu das Erwerben solcher Stücke sorgt für den nötigen Spass an der Sache.

Grüße
philast
 
bovi11 Am: 28.04.2020 20:10:36 Gelesen: 6359# 70 @  
@ philast [#65]
@ marc123 [#66]
@ alle

1. Bei der zuerst angebotenen Sammlung wurden keine Eigenschaften einzelner Marken zugesichert. War es ein gewerblicher Anbieter (oder ein privater Verkäufer, der tatsächlich gewerblich handelt), habe ich unabhängig davon, was angeboten wurde, ein Widerrufsrecht.

Begründen muß ich den Widerruf nicht. Beim tatsächlich privaten Anbieter habe ich nach dem Kauf halt die Fälschungen in meinem Besitz.

Sammlungen darf der gewerbliche Anbieter im Übrigen - was oft versucht wird - nicht vom Widerrufsrecht ausschließen oder auch nur mit blumigen Formulierungen Formulierungen zu verhindern versuchen.

2. Der Griff ins Klo berechtigt den neuen Erwerber selbstverständlich nicht, Fälschungen oder Verfälschungen als echt anzubieten oder auch nur den Eindruck zu erwecken, es handele sich um echte Marken bzw. Stempel. Dabei ist es für die Schadensersatzansprüche bei einem Verkauf egal, ob gewerblich oder privat. Da schützt auch der Ausschluß der Mängelhaftung nicht.

Beim gewerblichen Anbieter wäre das zudem noch wettbewerbswidrig.

__________________


Hier die passenden Bestimmungen aus dem UWG:

§ 5 Irreführende geschäftliche Handlungen

1) Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Eine geschäftliche Handlung ist irreführend, wenn sie unwahre Angaben enthält oder sonstige zur Täuschung geeignete Angaben über folgende Umstände enthält:

1. die wesentlichen Merkmale der Ware…

und in § 5a UWG heißt es:

§ 5a Irreführung durch Unterlassen

(1) Bei der Beurteilung, ob das Verschweigen einer Tatsache irreführend ist, sind insbesondere deren Bedeutung für die geschäftliche Entscheidung nach der Verkehrsauffassung sowie die Eignung des Verschweigens zur Beeinflussung der Entscheidung zu berücksichtigen.

(2) Unlauter handelt, wer im konkreten Fall unter Berücksichtigung aller Umstände dem Verbraucher eine wesentliche Information vorenthält,

1. die der Verbraucher je nach den Umständen benötigt, um eine informierte geschäftliche Entscheidung zu treffen, und

2. deren Vorenthalten geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.

Als Vorenthalten gilt auch

1. das Verheimlichen wesentlicher Informationen,
2. die Bereitstellung wesentlicher Informationen in unklarer, unverständlicher oder zweideutiger Weise,
3. die nicht rechtzeitige Bereitstellung wesentlicher Informationen.

__________________


3. Der Plattformanbieter ist bei Schutzrechtsverletzungen durchaus haftbar, sobald er bösgläubig gemacht worden ist, z.B. durch substantiierte Hinweise auf Marken-, Urheber- oder Patentverletzungen. In diesen Rechtsgebieten entspricht dies ständiger Rechtsprechung.

Wenn der Plattformbetreiber auf eindeutige Hinweise nicht reagiert, ist durchaus auch eine Haftung bei Angeboten von Fälschungen oder Verfälschungen von Postwertzeichen denkbar.

4. Stellt der Verkäufer gelöschte Angebote erneut ein, läuft er Gefahr, auch strafrechtlich belangt zu werden, denn in dem Fall handelt er offensichtlich vorsätzlich.
 
philast Am: 28.04.2020 21:20:47 Gelesen: 6309# 71 @  
@ bovi11 [#70]

Hallo,

zu dem Punkt:

1. Bei der zuerst angebotenen Sammlung wurden keine Eigenschaften einzelner Marken zugesichert. War es ein gewerblicher Anbieter (oder ein privater Verkäufer, der tatsächlich gewerblich handelt), habe ich unabhängig davon, was angeboten wurde, ein Widerrufsrecht.
Begründen muß ich den Widerruf nicht. Beim tatsächlich privaten Anbieter habe ich nach dem Kauf halt die Fälschungen in meinem Besitz.
Sammlungen darf der gewerbliche Anbieter im Übrigen - was oft versucht wird - nicht vom Widerrufsrecht ausschließen oder auch nur mit blumigen Formulierungen Formulierungen zu verhindern versuchen.


Sicherlich korrekt. Die Widerspruchsfrist beträgt für so einen Fall meines Wissens 14 Tage und die wäre im hier beschrieben Fall bereits abgelaufen. Damit bleibt der Erwerber auf der Fälschungssammlung sitzen. Denkt man über das hier geschilderte Beispiel hinaus werden wohl nur die wenigsten Erwerber vom Widerspruchsrecht Gebrauch machen, weil sie ja von authentischem Material ausgehen.

Punkt 2 sehe ich auch so.

Punkt 3+4 könnten durchaus scharfe Waffen sein, sie werden aber nicht eingesetzt weil die jeweiligen Einzelfälle (wenn es aufsummiert würde wäre es ev. andres) für sich betrachtet zu gering sind um die mit einem Gerichtsverfahren entstehenden Kosten und Aufwände auch nur annähernd zu rechtfertigen.

Auch hier gilt durch vorherige eigene Kompetenz besser gar nicht in eine solche Situation zu kommen.

Grüße
philast
 
bovi11 Am: 28.04.2020 21:45:43 Gelesen: 6296# 72 @  
@ philast [#71]

zu 1.

Sicherlich korrekt. Die Widerspruchsfrist beträgt für so einen Fall meines Wissens 14 Tage und die wäre im hier beschrieben Fall bereits abgelaufen. Damit bleibt der Erwerber auf der Fälschungssammlung sitzen. Denkt man über das hier geschilderte Beispiel hinaus werden wohl nur die wenigsten Erwerber vom Widerspruchsrecht Gebrauch machen, weil sie ja von authentischem Material ausgehen.

Um festzustellen, ob man (noch) ein Widerrufsrecht hat, müßte man zunächst prüfen, ob die Belehrung über das Widerrufsrecht in allen Punkten den sehr peniblen gesetzlichen Vorgaben entsprach. Wenn nicht, oder wenn gar nicht belehrt wurde beträgt die Widerrufsfrist ein Jahr und 14 Tage.

zu 3.und 4.

könnten durchaus scharfe Waffen sein, sie werden aber nicht eingesetzt weil die jeweiligen Einzelfälle (wenn es aufsummiert würde wäre es ev. andres) für sich betrachtet zu gering sind um die mit einem Gerichtsverfahren entstehenden Kosten und Aufwände auch nur annähernd zu rechtfertigen.

Punkt 3. wird sehr wohl und sehr stringent eingesetzt. Bei Amazon oder eBay werden Verkäufer sehr schnell und oft ohne Vorwarnung suspendiert, wenn vom Marken-, Urheber- oder Patentinhaber Verletzungshandlungen gemeldet werden. Grund ist eben die ansonsten bestehende Haftung des Plattformbetreibers.

Der Briefmarkenhandel ist um Größenordnungen träger, wenn es darum geht, Schutzrechte oder Verletzungen des Wettbewerbsrechts durchzusetzen.
 
philast Am: 02.05.2020 15:59:49 Gelesen: 6121# 73 @  
@ Lars Boettger [#67]

Hallo,

Zitat aus [#65]

Meine Prognose ist, dass wenn das/die Angebote gelöscht werden, dann sind sind sie halt einmal gelöscht, aber dann werden sie halt ein paar Wochen später wieder neu reingestellt oder auf eine andere Plattform gestellt, ist ja schließlich keine besondere Herausforderung (die investierten 80 € müssen sich ja irgendwie wieder amortisieren).

Hat nicht lang gedauert und es ist wieder da das von mir unter [#56] beschriebene Angebot, wenn auch mit mit verändertem Angebotstext wo auf einen 'möglicherweise falschen Stempel' in der Beschreibung hingewiesen wird (erinnert mich an die schönen Angebotstexte aus den 1980igern 'feinste Rundstempel ohne Obligo oder verschönter Originalgummi').



https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland/gebraucht-1/germania-reich-impero-1922-23-n-162-cifra-filigrana-2-possibile-annullo-falso-cat-e-lotto-4920-988535270.html

Grüsse
philast

[Bild redaktionell hinzugefügt / Bitte IMMER Bild UND Link zeigen, gerne auch den Echtnamen des Anbieters, falls bekannt ]
 
johanneshoffner Am: 03.05.2020 11:44:29 Gelesen: 6038# 74 @  
Ich habe dem Verkäufer ca. 8 mal die Frage gestellt, warum er eine Marke mit gefälschtem Stempel verkaufen will. Er hat die Frage immer gelöscht. Nach dem 8. Mal hat er mir geschrieben, dass ich eine Plage sei. Ich bin bei ihm nun auf der schwarzen Liste.
 
bovi11 Am: 03.05.2020 18:15:18 Gelesen: 5955# 75 @  
@ johanneshoffner [#74]
@ alle

Entgegen der Überschrift erleichtert Delcampe den Verkauf von Fälschungen nicht nur, sondern fördert sogar den Verkauf von gefälschten oder verfälschten Briefmarken. Warum können Anbieter unliebsame Hinweise oder Fragen einfach löschen?

Diese Marke ist so schmierig nachgummiert, daß sogar die halbe Vorderseite gummiert ist:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland/ungebraucht-4/germania-3-reich-1936-lufthansa-n-a54-serie-compl-cat-55-00-e-l-n-4198-831070019.html



Wie bei Johannes - Hinweis mehrfach gelöscht - dann gesperrt. Die untere Abbildung zeigt die Mitteilung an mich über die Löschung der Frage:



Solche Verkäufer - besser gesagt Gauner - braucht keine Verkaufsplattform.
 
saeckingen Am: 03.05.2020 23:03:41 Gelesen: 5867# 76 @  
Jetzt ist nicht nur die Frage gelöscht, sondern auch das ganze Angebot.

Es wird also nach Meldung reagiert und das ist das, was man erwarten sollte!
 
bovi11 Am: 04.05.2020 07:06:14 Gelesen: 5791# 77 @  
@ saeckingen [#76]

Das sehe ich anders. Aufgrund zahlreicher Erfahrungen werden gelöschte Angebote nach einiger Zeit vielfach wieder eingestellt.

Wer derart unseriös agiert, wie der Anbieter giapoz49k, hat auf einer Verkaufsplattform nichts zu suchen.

Wie die aktuellen Vorgänge zeigen, reagiert der Verkäufer auf Hinweise mit Löschen der Hinweise und Sperren des Hinweisenden.
 
doktorstamp Am: 04.05.2020 18:49:52 Gelesen: 5676# 78 @  
Mein Vorschlag ist wie folgt: Jeder Verkäufer sollte eine Bürgschaft aufbringen, bei privaten Verkäufern €250, Gewerbliche das 10-fache davon, dreimal können bei denen das Los gelöscht werden, dann ist die Bürgschaft weg, und muss um weiter zu verkaufen neu aufgelegt werden. Erst wenn es ins Portemonnaie beißt, und sie den Verlust verkraften müssen, bestünde eine Hoffnung das Ganze seriös und ehrlich zu bewerkstelligen.

Beschreibungen wie; Keine Ahnung, sie möge echt sein, Dachbodenfund et al, sollten fortan untersagt werden, und automatisch zu Streichung des Loses führen.

Das Verkaufen von Repliken et al darf nie wieder stattfinden.

Prüfgarantie muss vom Verkäufer gewährt werden. Für 6 Monate nach dem Eingang beim Käufer.

mfG

Nigel
 
Richard Am: 05.05.2020 09:24:00 Gelesen: 5599# 79 @  
@ doktorstamp [#78]

Hallo Nigel,

Deine Vorschläge würden Delcampe erheblich weniger Umsatz und Gewinn bringen und werden somit, wie ich denke, von Delcampe kaum umgesetzt.

Aber vielleicht äussern sich Sebastien oder Silvia noch zu Deinen Vorschlägen.

Prüfgarantie muss vom Verkäufer gewährt werden.

Das Wort "Prüfgarantie" gibt es nicht im deutschen Recht, jeder versteht darunter etwas anderes. Im wörtlichen Sinn bedeutet es, dass der Käufer die erworbene Ware auf seine eigenen Kosten prüfen lassen kann. Dazu braucht es keine Garantie, dann kann jeder Käufer auch ohne Garantie. Es bedeutet nicht, dass die Ware echt ist oder mit einer Garantie versehen. Und die Kosten der Prüfung, auch wenn die Marke oder der Stempel falsch sind, zrägt der Käufer.

So meine Meinung - allerdings bin ich kein Jurist.

Bleib gesund, Richard
 
bovi11 Am: 05.05.2020 09:39:54 Gelesen: 5581# 80 @  
@ Richard [#79]
@ alle

Bei einer Prüfgarantie handelt es sich schlicht um eine Werbung mit einer Garantie.

Es gelten deshalb die einschlägigen gesetzlichen Normen:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__443.html

Bei der Werbung mit einer Garantie hat der Händler über den Inhalt der Garantie in einfacher und verständlicher Sprache zu informieren. Die Information muß zwingend enthalten:

1.
den Hinweis auf die gesetzlichen Rechte des Verbrauchers sowie darauf, dass sie durch die Garantie nicht eingeschränkt werden, und

2.
den Inhalt der Garantie und alle wesentlichen Angaben, die für die Geltendmachung der Garantie erforderlich sind, insbesondere die Dauer und den räumlichen Geltungsbereich des Garantieschutzes sowie Namen und Anschrift des Garantiegebers.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__479.html

Fehlen derartige Angaben ganz oder teilweise, ist das wettbewerbswidrig.

Dazu gibt es seit Jahren umfangreiche Rechtsprechung.
 
bayern klassisch Am: 05.05.2020 09:48:02 Gelesen: 5571# 81 @  
Liebe Freunde,

ich darf an einen Satz erinnern, der bei mehreren Delcampe - Angeboten zu lesen war: "Die angebotenen Stücke sind kompetent von einem BPP geprüft!"

Ja, so war es dann auch - aber sie waren von einem kompetenten BPP als ! FALSCH ! geprüft worden, weil sie halt falsch waren. Man lernt nie aus in dem Geschäft.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Baber Am: 05.05.2020 11:27:44 Gelesen: 5516# 82 @  
Ich finde es juristisch gefährlich, zweifelhafte Angebote unter diesem Titel zu diskutieren.

Delcampe, Ebay, Ricardo und wie sie alle heißen stellen lediglich den Server zur Verfügung und verlangen dafür eine Gebühr. Für den Inhalt den Angebote ist der Anbieter verantwortlich, wie es in den Bedingungen so schön heißt. Es kann leicht sein, dass die Plattformbetreiber wegen Geschäftsschädigung klagen.

Gruß
Bernd
 
bovi11 Am: 05.05.2020 11:40:37 Gelesen: 5499# 83 @  
@ Baber [#82]

"Ich finde es juristisch gefährlich, zweifelhafte Angebote unter diesem Titel zu diskutieren.

Delcampe, Ebay, Ricardo und wie sie alle heißen stellen lediglich den Server zur Verfügung und verlangen dafür eine Gebühr. Für den Inhalt den Angebote ist der Anbieter verantwortlich, wie es in den Bedingungen so schön heißt. Es kann leicht sein, dass die Plattformbetreiber wegen Geschäftsschädigung klagen."


Auf eine solche Klage wäre ich gespannt.

Ich sehe eher eine Haftung des jeweiligen Plattformbetreibers, wenn er in Kenntnis derartiger Angebote einen Verkauf zuläßt und/oder bei ständigen und wiederholten Verstößen einen Anbieter nicht sperrt. Er setzt sich der Gefahr aus, als Mittäter zu handeln.
 
Schwämmchen² Am: 05.05.2020 13:48:13 Gelesen: 5457# 84 @  
Wenn der Plattformbetreiber alle Verkäufer von Fälschungen entfernen würden, würde es wohl ziemlich leer auf der Plattform werden.

Dazu müsste der Plattformbetreiber aber auch in der Lage sein, Fälschungen zu erkennen, daran scheitert es ja schon.
 
bovi11 Am: 05.05.2020 14:01:50 Gelesen: 5446# 85 @  
@ Schwämmchen² [#84]

Delcampe ist über den hier in Rede stehenden Altpapierverkäufer bestens informiert.
 
olli0816 Am: 05.05.2020 14:45:44 Gelesen: 5421# 86 @  
@ bayern klassisch [#81]

Herrlich, solche Geschichten schreibt nur das wahre Leben.

@ alle

Hallo,

ich denke, es ist einfach überfällig, dass man Plattformen mehr in die Pflicht nimmt. Der Gesetzgeber sollte die Bedingungen so ändern, dass der Käufer der Kunde der Plattform ist und die Plattform im Gegenzug die Forderungen beim Verkäufer einfordern sollte. Aus Selbstinteresse müsste der Plattformbetreiber die schwarzen Schafe von alleine nach und nach aussortieren.

Ich habe vor kurzem eine Doku über die Amazon - Plattform und gefakte 5-Sterne-Bewertungen für Produkte von chinesischen Händlern gesehen. Man könnte ganz depressiv werden, wenn man das sieht. Solche Bewertungssysteme werden unsinnig, aber ist es das z.B. bei eBay inzwischen nicht auch, wo man noch nicht mal frei bewerten kann?

Das Angebot mit der Deutschen Reich Marke ist natürlich eine bodenlose Frechheit. Und ja, wenn der Verkäufer die Fragen einfach löschen kann, ist das System stark verbesserungsbedürftig.

Ich bin ja ein großer Liebhaber der alten großen griechischen Hermesköpfe, aber dieses Witzangebot ist dann doch schon belustigend:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/griechenland-1861-86-hermes-gross/gebraucht/1-lepto-gran-hermes-1861-sin-perforar-943887746.html

Man könnte vielleicht ins grübeln kommen, wenn die anderen x Hermesmarken drumherum so ganz anders aussehen. Na gut, ein Hermeskopf ist es schon, 1861 vielleicht verfrüht (eher ab 1912, aber betrachtet man das Alter der Erde ist es knapp daneben) und Samos liegt heute in Griechenland. Bei der Währungseinheit hat er sich auch ein bissl geirrt, es ist sogar eine 1 Drachmen-Marke und keine schnöde 1 Lepton Marke wie er anmerkt. Steht dick auf der Marke. Nur - leider, leider gibt's da Fälschungen. Und die Drachme-Marke ohne Aufdruck habe ich noch nicht gesehen. Die wird im Michel als "weitere Marke" bezeichnet, die nirgends aufgeführt ist. Über die Dummheit - äh, das ungeschickte Denken - mancher Anbieter kann man nur den Kopf schütteln.

Da ist dieses Angebot ganz normaler Alltag:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/griechenland-1861-86-hermes-gross/gebraucht/1861-octobre-tete-mercure-n-1-a-chocolat-fonce-sans-chiffre-au-verso-poste-grec-54846861.html

Da wird eine billigere spätere Marke für einen absoluten Mondpreis mit eher unterdurchschnittlicher Qualität als Michel Nummer 1 angeboten. So was wird ja immer sehr gerne gemacht und für einige Händler sind selbst billigste Varianten immer die teuersten Farben. Wobei es hier nicht die Farbe, sondern die Ausgabe ist. Und den ersten Satz kann man im Gegensatz zu vielen Ausgaben danach noch relativ leicht erkennen. Ich habe mal eine Griechenland 1 in schokofarben beigefügt:



Es ist die rechte in schoko. Über die ganz linke kann man als Michel 1 tatsächlich diskutieren, aber die anderen beiden sind eine Michel 1.

Nur, wenn einer den Müll kauft, ist er fast 500 EURO für nichts los. Ähnlich bei der Samos-Marke für 300 EURO. Ich kann gar nicht so viel Ouzo trinken, wie ich da ko...en kann.

Wenn man bedenkt, dass die Plattform bei solchen Schundangeboten 10% mitverdient, dann weiß ich es auch nicht.

Und ich habe noch nicht einmal aktiv nach diesen Angeboten gesucht.

Beim Durchblättern grinst einen nicht nur diese Schönheit zum Schnäppchepreis an:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/griechenland-1861-86-hermes-gross/gebraucht/gr-241-y-t-17-1863-68-542699105.html

Muss mich beeilen, habe nur noch vier Tage Zeit, um dieses Schmuckstück zu erwerben. Wobei, wait, es gibt ja noch einige mit ähnlicher Qualität und klasse Preis-Leistungsverhältnis.

Aber das beste kommt noch zum Schluss:

ich habe mich 2014 erfrecht, jemanden anzuschreiben, der einen 4er-Streifen 1 Lepton als Michel Nummer 1 für 890 EURO anbietet. Wäre der tatsächlich die Michel Nummer 1, wäre das der Superschnapp schlechthin. Ich habe noch keinen gestempelten 4er-Streifen der ersten Marke gesehen, auch wenn ich nicht ausschließen möchte dass es das gibt.

Hier der Artikel:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/griechenland-1861-86-hermes-gross/gebraucht/a6372-greece-1861-sc-1-206665894.html

Damit man nicht jeden Link folgen muss, meine Frage und die Antwort des Herren Verkäufers:

Hi, this is not a Greece number 1. It is a Michel 47b or Scott 43b. The first set 1 - 7 is easy to define and different from all later issues. But nevertheless a fine stripe of 4. Regards

Antwort von silverbol

03.03.14 um 12:51

Antwort übersetzen

Thanks for your message and sorry that it is not the correct item. Regards Henk (Silverbol)

Ah ja, er entschuldigt sich, dass es nicht der richtige Artikel ist. Berichtigt hat er ihn aber nie. Liegt wohl daran, dass er entweder keinen blassen Schimmer hat, was er anbietet oder es ihm auf bayrisch einfach wurscht ist.

Ich habe nichts gegen Delcampe, eBay und wie sie alle weiter heißen mögen. Es sind bei den Hermesköpfen einige richtig gut beschriebene Angebote dabei, wo einer sogar ganz rührend ist und alle Feldmerkmale (und da gibt's richtig viele) akribisch einkreist. Einer ist auch ganz vorbildlich, der Vorder- und Rückseite in guter Qualität zeigt. Das ist notwendig, um die Marken z.T. zu bestimmen. Und es werden inzwischen 69 Seiten angeboten mit viel Ware. Nur ist es so, dass der finanzielle Schaden alleine bei den von mir gezeigten Angeboten bis auf die mit der kaputten Marke ganz erheblich ist und da machen die Betreiber zu wenig. Und wenn ich genauer schauen würde, wären da auch noch andere Angebote fällig. Weil sie nicht in der Pflicht sind. Und genau das gehört geändert.

Grüße Oliver
 
Baber Am: 05.05.2020 17:11:41 Gelesen: 5357# 87 @  
Ich weiß nicht, wie sich die Leute, die diese Forderungen aufstellen, das in der Praxis vorstellen. Über die Delcampe-Plattform laufen ständig etwa 90 Millionen Artikel, davon sind 25 Millionen Briefmarken.

Wieviel Spezialisten sollten denn da beschäftigt werden, um alles zu kontrollieren? Denn genau so wie gefälschte Briefmarken können in anderen Rubriken auch gefälschte Luxusartikel angeboten werden. Realistisch ist doch nur die Eigenverantwortung der Käufer, wer teure Waren über Internetplattformen kauft, sollte die Waren oder den Verkäufer genau kennen.

Gruß
Bernd
 
bovi11 Am: 05.05.2020 17:44:36 Gelesen: 5337# 88 @  
@ Baber [#87]

Denn genau so wie gefälschte Briefmarken können in anderen Rubriken auch gefälschte Luxusartikel angeboten werden.

Der Vergleich hinkt: Denn wer bei Amazon, eBay & Co. gefälschte Markenartikel anbietet, kriegt nach dem ersten Hinweis eine Verwarnung und beim zweiten Mal ist das Verkäuferkonto zu. Grund: Die Plattform haftet dem Markeninhaber gegenüber, sobald sie bösgläubig gemacht worden ist.
 
Koban Am: 05.05.2020 18:32:46 Gelesen: 5299# 89 @  
@ Baber [#87]

Dass nicht alle 25 Mio Briefmarkenangebote überprüft werden müssten, sondern nur der im Promillebereich liegende Anteil fälschungsgefährdeter Marken, sollte eigentlich klar sein.

Gruß,
Koban
 
bovi11 Am: 05.05.2020 18:35:47 Gelesen: 5290# 90 @  
@ Koban [#89]

Vor allen kann sich die Plattform viel Ärger ersparen, wenn sie sich von bekannten notorischen Fälschungsverkäufern trennt.
 
olli0816 Am: 05.05.2020 19:39:25 Gelesen: 5251# 91 @  
@ Baber [#87]

Im Nachbarforum wird gerade episch über den größten Händler von delcampe diskutiert. Der Anbieter hat sich auch selber zu Wort gemeldet.

Ich muss allerdings sagen, wenn ich mir die Beispiele so anschaue, dass wir uns in dunkelgrauen Bereichen aufhalten.

Es ist offensichtlich, dass es eine ganze Reihe von Angeboten mit entsprechend hohen Beträgen gibt, die wohl schnell zu erkennen sind. Kein Sammler und sicherlich auch kein Plattforminhaber kennt jedes Gebiet so gut, dass er alles aussortieren könnte. An manchen Diskussionen sieht man, das selbst Spezialisten bei einigen Sachen sich nicht einig sind. Dagegen spricht ja auch nichts und ich bin sicher niemand, der die Inquisition rufen würde, wenn ein Händler mal einen Fehler oder im Vergleich zu den vielen Angeboten mehrere Fehler macht. Bei Kleinkram bis vielleicht 20 EURO ist der Schaden nicht so groß, dass jemand ruiniert wird. Aber ich finde, bei 300 oder 500 oder noch mehr EURO hört der Spaß dann langsam auf. Und da gibt es mehrere Anbieter, wo die "Versehen" hüstel ein wenig zu oft erscheinen.

Und wenn man eine große Plattform hat, ist es nicht verkehrt, wenn dort immer wieder fälschungsgefährdetes Material angeboten wird, mindestens einen Spezialisten angestellt an Bord zu haben der regelmäßig nichts anderes macht als die Angebote zu checken. Kurioserweise, wenn man sich die "Fälschungen bei eBay" in dem anderen Forum anschaut, wiederholen sich einige Namen immer wieder. Die falschen Marken werden gelöscht und ein paar Tage oder Wochen später sieht man den gleichen Mist wieder. Pardon, aber bei einem solchen Verhalten sollte man erst eine Verwarnung aussprechen und wenn es nicht hilft: "Adios Amigo, geh mit Gott, aber flott und kehre nie wieder zurück".

Das Argument, man könne nicht alle Angebote prüfen ist ziemlich lau. Sehr viele Händler sind nicht oder so gut wie nicht verhaltensauffällig. Man muss sich auf die auffälligen konzentrieren und das ist beherrschbar. Sieht man von den Balkan- und Rumänienfälschern mal ab (deren Mist erkennt man i.d.R. sehr schnell), weisen sich viele schwierige Anbieter dadurch aus, dass sie erstaunlich viele Angebote haben, weil es gewerbliche sind - auch wenn manche so tun, als ob sie Opas Markensammlung privat vom Dachboden verkaufen. Das kann ein Plattformanbieter dieser Größe stemmen.

Der Plattformanbieter (hier ist kein bestimmtes Unternehmen gemeint) ist mit dem laschen Handeln gleichzeitig unfair ggü. seinen ehrlichen Händlern. Die haben den Schaden, weil es Sammler da draußen gibt, die meinen für vermeintlich gute Preise den Superschnapp zu machen, obwohl sie nur verarscht werden. Gleichzeitig beschweren sich die gleichen Sammler, dass sie bei demjenigen, der versucht seine Ware reell zu verkaufen viel zu teuer wäre. Klar, das eine ist das Original und das andere fast Original. Das heißt, die Plattformanbieter mit den Mechaniken zur Veräppelung der Sammler treten ihre guten Händler in den Arsch. OK, genügend unflätige Worte. Richard, ich bin dir nicht böse wenn Du es etwas entschärfst. :)

Für heute habe ich genug geschrieben.

Grüße Oliver
 
Zackenopa Am: 07.05.2020 01:33:46 Gelesen: 5071# 92 @  
R.I.P. für Delcampes grössten Schrottverkaufer !

Einen Gruß und weiter so an Delcampe-Silvia
 
Michael D Am: 07.05.2020 14:29:46 Gelesen: 4959# 93 @  
Das ist ja mal eine erfreuliche Entwicklung bei Delcampe!
 
bovi11 Am: 07.05.2020 14:35:21 Gelesen: 4946# 94 @  
@ Michael D [#93]

Wollen wir doch erst einmal abwarten.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
 
saeckingen Am: 07.05.2020 17:11:09 Gelesen: 4893# 95 @  
Leider macht dann die Frau, der Sohn, der Neffe etc. einen neuen Shop unter gleicher Adresse auf! Es reicht wohl auch schon, wenn man mehrere Vornamen hat und einfach einen neuen "Rufnamen" selbst definiert.

Das konnte man bei etlichen Fälschungsverkäuferen auf verschiedenen Plattformen schon nachvollziehen.

Aber in diesem Fall muss man erst einmal loben, dass eingegriffen wurde!
 
bovi11 Am: 07.05.2020 21:29:10 Gelesen: 4821# 96 @  
Ein paar grundsätzliche Gedanken:

Hier geht es nicht um den/die Fälschungsverkäufer an sich, sondern darum, wie die Plattform damit umgeht. Wenn ein Verkäufer über Jahre immer und immer wieder auf zahlreiche Angebote hingewiesen wird, in denen er Fälschungen anbietet und er diese, nachdem sie gelöscht wurden, nach einiger Zeit erneut einstellt, hat auf einer seriösen Plattform nicht verloren. Da muß die Plattform, in dem Fall Delcampe, für sich entscheiden, ob man im Markt als ernstzunehmender Marktplatz wahrgenommen werden will, oder ob man mit der Einordnung als „Fälscherparadies“ zufrieden ist und damit leben will.

Ist man nicht bereit, seine Plattform möglichst sauber von Fälschungsanbietern zu halten, darf man sich allerdings nicht wundern, wenn dies immer und überall breitgetreten wird. Mittelfristig schafft sich der Marktplatz auf diese Weise selbst ab.

Der hier in Rede stehende Anbieter „diethensdorfer“ oder bei Oldthing unter „Sammlerdienst_Chemnitztal“ unterwegs, wurde über viele Jahre immer wieder auf Fälschungen hingewiesen und die Angebote wurden gelöscht. Er hat die Angebote fast immer nach einiger Zeit erneut veröffentlich und mit den alten handgeschriebenen Zettelchen mit Phantasieangaben beworben. Auf Hinweise kriegt man viele schlaue Sprüche zu hören:

„Ich kann nicht alles kennen“

oder

„Das haben wir bei einem angesehenen Auktionshaus gekauft“

oder

„Wir sind kein Fachhandel sondern Versandhändler“

oder

„Der Käufer hat ja ein Rückgaberecht“

und ähnlichen Unfug.

Solche Verkäufer sind eine Schande für eine seriöse Plattform und die damit wirbt,

Der größte Marktplatz für Sammler

zu sein. Zudem schaden solche Anbieter der Philatelie insgesamt und zwar nachhaltig. Denn wer gefälschte oder verfälschte Briefmarken in dem guten Glauben erwirbt, man habe etwas Werthaltiges gekauft, wird spätestens dann wachgerüttelt, wenn etliche Jahre später ein Wiederverkauf ansteht.

Delcampe sollte darüber nachdenken, ob man wirklich der (zahlenmäßig) größte Marktplatz für Sammler sein will, oder ob man nicht

Der beste Marktplatz für Sammler

sein will. Das aber geht nur, wenn man an der Qualität der Verkäufer arbeitet und nicht – nur um der Masse willen – jeden Schrotthändler auf seiner Plattform akzeptiert.

Wer einen Fehler begangen hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen weiteren Fehler.
Konfuzius
 
Delcampe-Silvia Am: 08.05.2020 08:01:28 Gelesen: 4721# 97 @  
Guten Tag,

wir von Delcampe haben die Diskussionen auf diesem und anderen Foren unsererseits natürlich aktiv verfolgt. Wir konnten hierbei feststellen, dass diese Meldungen begründet sind. Wir möchten sie jedoch darauf hinweisen, dass wir keinen hier erwähnten Artikel schließen, sofern dieser nicht offiziell über unsere Webseite gemeldet wurde.

Wir haben daraufhin Schritte eingeleitet, die innerhalb der nächsten 24 Stunden umgesetzt werden. Diese sind unabhängig von den bereits im Vorfeld eingeleiteten Schritte des betroffenen Mitglieds selber.

Sollten anschließend weitere Meldungen zu Fälschungen o.Ä. mehr bei uns eingehen, werden wir weitere Schritte einleiten, um unsere Käufer sowie die Qualität unseres Angebots zu schützen. Diese beinhalten u. A. eine Schließung des Kontos.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Forum-Mitgliedern für ihre Beiträge und Meldungen bedanken. Auch möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass Sie auf jeder Artikelseite die Möglichkeit haben, diese zu melden. Wir werden daraufhin natürlich entsprechende Schritte unternehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Delcampe-Team
 
olli0816 Am: 08.05.2020 08:50:22 Gelesen: 4694# 98 @  
Hallo Delcampe-Team,

ich finde ihren Beitrag reichlich befremdlich. Warum sollen fremde Sammler mit Fachwissen den ganzen Müll melden, der auf Ihrem Portal angeboten wird?

Warum sollte irgendein Sammler Ihre Regularien einhalten, dass Sie sich herablassen, bodenlose überteuerte Fälschungen von vielfach bereits auffällig gewordenen Händlern über ihre Plattform zu melden? Glauben Sie nicht, dass das Abschieben ihrer Verantwortung gepaart mit ihren Prozessen, die mir persönlich - pardon - völlig egal sind, einen äußerst unguten Eindruck hinterlässt?

Sie haben von Ihrem größten Händler x verschiedene Meldungen bekommen und das sind wahrlich keine Eintagsfliegen. Wäre ich als Plattformbetreiber seriös unterwegs, wüsste ich was ich tun würde. Das Delcampe-Team gibt eine äußerst armselige Figur ab.

Wenn Sie nicht selber in der Lage sind, die Flut an Fälschungen auch nur ansatzweise einzudämmen, dann sollten Sie ihre Profession wechseln. Das ist einfach nur unterirdisch.

Mit äußerst unfreundlichen Grüßen
 
olli0816 Am: 09.05.2020 12:40:38 Gelesen: 4540# 99 @  
Hallo Delcampe-Team,

wie es ausschaut, sind die Artikel mit den Fälschungen ihres größten Anbieters wieder online. Ist denn heute schon Fasching? Eine sehr vertrauensbildende Maßnahme.

Was soll man dazu sagen?
 
bovi11 Am: 09.05.2020 13:29:35 Gelesen: 4508# 100 @  
@ alle
@ Delcampe-Silvia

Und weiter geht die lustige Fahrt im Fälscherparadies Delcampe mit dem Fälschungsanbieter diethensdorfer

Gestern bis auf ein bebotenes Angebot alles gelöscht.

Heute geht es mit frischen Kräften an den Neuanfang mit den Fälschungsangeboten!

Um die 14.000 Angebote hat Delcampes Liebling wieder online - und natürlich sind auch Fälschungen im Angebot.

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland/hamburg/hamburg-nr-6er-block-8-ed7311-siehe-scan-843340318.html



Dieser Müll wurde am 7. Mai 2020 um 0:39 Uhr gemeldet und beschrieben.

Aber keine Panik - diethensdorfer ist leistungsfähig und hat das Angebot für den aufgeweckten Sammler wieder beschaffen können.

Ironie aus!

Delcampe ist für seriöse Sammler indiskutabel!

Aufgrund der vorstehend beschriebenen Sachverhalte kann sich schließlich jeder sein eigenes Bild machen. Wer zu einem anderen Ergebnis kommt, kann dies hier gerne kundtun.
 
ligneN Am: 09.05.2020 15:06:45 Gelesen: 4452# 101 @  
@ bovi11 [#100]

"Beendet am Samstag, 9. Mai 2020 um 13:39."
 
bovi11 Am: 09.05.2020 16:03:24 Gelesen: 4405# 102 @  
@ ligneN [#101]

Mittlerweile sind fast alle Briefmarkenangebote (wieder) beendet.

Auf die Stemmungnahme von Delcampe-Silvia bin ich gespannt.

Bei Delcampe hat man ja bislang auf das Gute im Menschen gehofft. Diese Hoffnung hat der Fälschungsvertrieb diethensdorfer offensichtlich enttäuscht.
 
ligneN Am: 09.05.2020 16:11:06 Gelesen: 4393# 103 @  
@ bovi11 [#102]

Immerhin arbeitet bei Delcampe jemand auch am Samstag.

Und d-dorfer schaufelt sich mit solchen Aktionen sein eigenes Grab.
 
bovi11 Am: 09.05.2020 22:08:16 Gelesen: 4307# 104 @  
@ ligneN [#103]

Ich glaube eher, daß diethensdorfer die Angebote selbst rausgenommen hat. Ihm dürfte klargeworden sein, daß er mit seinen nur noch dreist zu nennenden Angeboten von Fälschungen den Bogen überspannt hat.

Wer derart blöd die Fälschungsbekämpfer herausfordert, dem muß der Boden entzogen werden.

Wie schon gesagt, bin ich auf die Stellungnahme von Delcampe-Silvia gespannt - und natürlich auf die Reaktion von Delcampe.
 
Delcampe-Silvia Am: 11.05.2020 16:48:27 Gelesen: 4084# 105 @  
Guten Tag,

wegen wiederholter Nichteinhaltung unserer Geschäftsbedingungen haben wir das betroffene Konto soeben geschlossen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Delcampe-Team
 
bovi11 Am: 11.05.2020 16:58:09 Gelesen: 4067# 106 @  
@ Delcampe-Silvia [#105]

Gratulation!
 
johanneshoffner Am: 11.05.2020 17:14:19 Gelesen: 4038# 107 @  
@ Delcampe-Silvia [#105]

Gut gemacht. Vielleicht spricht sich das rum. Sicherlich ist das für Delcampe und seine Kunden ein gutes Zeichen. Nur wäre es wichtig, dass Bärbel Türpe nicht wieder unter einem anderen Namen ein Konto eröffnet.
 
Wolfgang Lang Am: 11.05.2020 17:54:51 Gelesen: 3992# 108 @  
@ Delcampe-Silvia [#105]

Ich bedanke mich im Namen des APHV und wohl auch der meisten Freunde unseres Hobbies für die Schließung dieses Kontos.

Seit etlichen Monaten befindet sich der APHV in gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Familie Türpe, was letztere dazu bewegte, in den Angebotsbeschreibungen von den "APHV-Abmahnern" zu fabulieren. Nachdem Familie Türpe vielfach gegen den am 13.8.2019 vor dem OLG Dresden geschlossenen Vergleich verstieß und dessen Text seit einigen Tagen auch Delcampe bekannt ist, war die Schließung des Verkäuferkontos zwingend.

Wolfgang Lang / Präsident APHV
 
Richard Am: 11.05.2020 23:20:33 Gelesen: 3849# 109 @  
Herzlichen Dank an unsere Mitglieder

- Dieter (bovi)
- Jürgen Kraft
- Markus Pichl
- Sebastien Delcampe
- Silvia (Delcampe)
- Wolfgang Lang (APHV)

und viele Weitere, die bei der Verbannung der Familie Türpe als den Anschein nach grösstem Fälschungsanbieter (zuletzt 150.000 angebotene Lose / 135.000 Bewertungen) und Falschbeschreiber bei Delcampe und Oldthing mitgeholfen haben.

Wir haben das Thema von bisher Delcampe erleichtert den Verkauf von Fälschungen in Delcampe und der Umgang mit Fälschungen geändert.

Hier sind gerne weitere Fälschungsmeldungen willkommen - sowohl von Angeboten der Familie Türpe als auch von anderen Anbietern auf Delcampe. Wir werden gemeinsam beobachten, wie die Handelsplattformen damit umgehen.

Schöne Grüsse und bleibt alle gesund, Richard
 
johanneshoffner Am: 12.05.2020 13:49:05 Gelesen: 3698# 110 @  
Soeben habe ich bei Diethensdorfer noch eine Marke kaufen können, anscheinend ist das Konto doch noch aktiv.

Liebe Silvia von Delcampe, macht bitte keine halben Sachen.
 
bovi11 Am: 12.05.2020 15:24:48 Gelesen: 3627# 111 @  
@ johanneshoffner [#110]

Delcampe-Silvia hat zwischenzeitlich reagiert - die Angebote sind nun alle verschwunden. Das Löschen der 150.000 Offerten hat Zeit in Anspruch genommen.
 
Briefmarkenburny62 Am: 12.05.2020 20:36:01 Gelesen: 3516# 112 @  
Hallo zusammen!

Das eigentlich Hauptproblem ist doch, das neben solchen großen Fischen unendlich viele kleine Händler Ihre Briefmarken anbieten, ohne überhaupt Sachkenntnisse zu haben. Da trifft dann Blöd auf Blöd und die 100 Euro wechseln Ihren Besitzer für eine Briefmarke, welche falsch, verfälscht oder ein Reparaturwrack ist. Neben den Verlierern gibt es dann noch die Spezialisten, welche unter den 1000 schlechten Angeboten die Rarität finden, welche naturgemäß diese Händler gar nicht sehen.

Fazit: Wegen der Unfähigkeit vieler Briefmarkenhändler werden 1000 Käufer Opfer und einer oder zwei gewinnen.

Kaufe ich bei seriösen Händlern und Auktionen habe das umgekehrte Verhältnis: Und die 2 Angebote unter 1000, welche dann verfälscht sind kann ich ohne Mühe umtauschen. Meistens sogar eine nette Entschuldigung. Was macht nun wohl mehr Spaß und ist dem Hobby dienlich?

Ich jedenfalls kaufe mittlerweile lieber bei Auktionen und Händlern ein, wo ich weiß, das dort auch Fachwissen vorhanden ist.

Auf Plattformen wie Ebay und Delcampe habe ich dieses zufriedene Kaufgefühl bei Briefmarken jedenfalls nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Briefmarkenburny
 
22028 Am: 12.05.2020 20:39:57 Gelesen: 3510# 113 @  
@ Briefmarkenburny62 [#112]

Auf Plattformen wie Ebay und Delcampe habe ich dieses zufriedene Kaufgefühl bei Briefmarken jedenfalls nicht mehr.

Ich schon, wenngleich mehr auf ebay als Delcampe da letzerer kaum was für mich hat, und wenn, dann nur zu inflationären Preisen.
 
bovi11 Am: 12.05.2020 21:17:29 Gelesen: 3472# 114 @  
@ Briefmarkenburny62 [#112]
@ alle

Der Beitrag [#112] mag zwar inhaltlich zutreffen, geht aber am Thema vorbei, das lautet:

Delcampe und der Umgang mit Fälschungen

Viele, die in diesem Forum unterwegs sind, werden in der Regel nicht auf Fälschungen oder Verfälschungen hereinfallen.

Gleichwohl sind die zahllosen derartigen Angebote für viele Sammler und damit auch für den seriösen Händler ein großes Problem. Der unbedarfte Sammler, der sich weder mit einschlägiger Fachliteratur noch in Foren kundig macht, sieht nur das vermeintliche Schnäppchen und stärkt mit jedem Kauf den Anbieter von falschem oder verfälschtem Material. Und da Geld typischerweise immer nur einmal ausgegeben werden kann, macht der reelle Händler diesen Umsatz nicht und ist sogar noch dem Vorwurf ausgesetzt, er biete seine Marken zu teuer an.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, ist die Mithilfe der Marktplätze erforderlich, denn oft bieten Verkäufer nicht nur mal versehentlich eine Fälschung an. Immer wieder glänzen solche Verkäufer dadurch, daß quasi alles, was fälschungsgefährdet ist, die Angebotspalette ziert.

In solchen Fällen ist es besonders ärgerlich, wenn Angebote, die nach Hinweisen sachkundiger Zeitgenossen gelöscht wurden, kurze Zeit später erneut zum Verkauf eingestellt werden.

In solchen Fällen ist die Handelsplattform gefordert, denn gegen solche unseriösen Zeitgenossen hilft dann nur noch der generelle Ausschluß vom Handel auf dem Marktplatz.

Delcampe hat im Fall Diethensdorfer gezeigt, wie es gemacht werden muß. Der Ausschluß des notorischen Fälschungsanbieters hat viel Engagement von vielen Mitwirkenden gefordert, aber das soll die Konsequenz, die Delcampe letztlich gezogen hat, nicht schmälern.

Aber es liegt noch viel Arbeit an.

Packen wir es an.
 
Briefmarkenburny62 Am: 12.05.2020 21:36:21 Gelesen: 3453# 115 @  
@ 22028
@ bov11

Ich wollte eigentlich nur einmal darauf hinweisen, das es für einen normalen Briefmarkenkäufer in der Regel ein Hobby darstellt, nach harter Arbeit in der normalen Welt sich entspannend seinem Hobby zu widmen. Und in der Regel geben wir auch ordentlich Geld für unser Hobby aus. Wenn ich mich aber eine Stunde lang durch Briefmarkenschrott durchwühlen muss, um dann feststellen zu müssen, das die paar ansprechenden Angebote sehr sportlich bezahlt werden sollen, dann ist das nicht entspannend und hat mit Effektivität nichts mehr zu tun. Und so wie ich denken mittlerweile einige Briefmarkenfreunde.

Ich sehe es zum Beispiel sehr kritisch, das Plattformen wie Delcampe und Ebay Fälschungsbekämpfung für lau als gegeben ansieht! Eine jahrelange Schieflage, welche nur auf Umsatz schielt.

Mit freundlichen Grüßen
Briefmarkenburny
 
marc123 Am: 23.05.2020 16:58:43 Gelesen: 3029# 116 @  
Dieser Artikel bei Delcampe regt mich etwas auf.

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg/1859-1880-wappen-heraldik/luxembourg-yvert-33-2-scans-neuf-avec-gomme-ungebraucht-mit-gummi-1001675560.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=user_favorite_list%3Auser_favorite_list



Die Beschreibung: "Luxembourg . Yvert . 33 (2 scans) . * . neuf avec gomme . / . Ungebraucht mit Gummi Artikel n° #1001675560"

Der Startpreis beträgt 150 Euro. Eine weitere Beschreibung folgt nicht.

Es handelt sich aber nicht um eine Yvert Nr. 33 (Michel 34) der Lokalausgabe (Katalogwert ca. 600 Euro), sondern um eine Yvert Nr. 46, Haarlemer Ausgabe (Katalogwert ca. 10 Euro).

Natürlich kann man behaupten, der Händler kennt sich nicht aus und kann Haarlem und Lokalausgabe nicht unterscheiden, nicht jeder ist Luxemburg-Spezialist. Aber wieso bei Unkenntnis sofort von der teuren Marke ausgehen? Die Lokalausgabe ist 13. gezähnt, die 30 Centimes Haarlem kommt in der Zähnung 11,5 x 12 (erste senkrechte Reihe) und 12,5 x 12, die übrigen 90 Marken vor. Und diese Information steht in den Katalogen. Hinzu kommt, dass auf der Rückseite noch die Michel Nr. 44 mit Bleistift geschrieben steht.

Die Marke ist zwar keine Fälschung, fair ist das Angebot aber absolut nicht. Außer diesem Angebot hat der Händler noch einige Fälschungen (Manipulationen) von Luxemburger Wappenmarken angeboten.



Hier zum Vergleich,30 Centimes Lokalausgabe links, und als Paar in den beiden Zähnungen der Haarlemer Ausgabe rechts. Nebeneinanderliegend stechen die unterschiedlichen Farben und Größen, sowie der charakteristische breitere obere Zahn der Lokalausgabe sofort ins Auge.

Liebe Grüße
Marc
 
Lars Boettger Am: 23.05.2020 17:37:05 Gelesen: 2995# 117 @  
@ marc123 [#116]

Hi Marc,

das Angebot habe ich gerade beendet.

Beste Grüße!

Lars
 
bovi11 Am: 07.06.2020 23:24:10 Gelesen: 2581# 118 @  
Wenn man sich anschaut, wie man bei Delcampe mit Fälschungsanbietern umgeht und wie diese geradezu hofiert werden, kann man die Plattform nicht als ernsthaften Marktplatz für Briefmarken ansehen. Sie ist eher ein Paradies für Anbieter von Fälschungen.

Angesichts der Tatsache, daß man das Thema bei Delcampe offensichtlich aussitzen will, habe ich Sympathien für die Idee, eine Warnseite

http://www.warnung-vor-delcampe.com

oder

http://www.vorsicht-vor-delcampe.com

zu etablieren.

Delcampe schert sich so gut wie nicht darum, wenn mühsam und zäh gelöschte Angebote von unseriösen Anbietern – und davon gibt es bei Delcampe unendlich viele – einfach wieder eingestellt werden.

Delcampe: So kann es nicht weiter gehen!

Sonst muß die nächste Stufe der Fälschungsbekämpfung gezündet werden.
 
Rore Am: 08.06.2020 01:30:16 Gelesen: 2556# 119 @  
@ bovi11 [#118]

Die Web-Seite ist nicht erreichbar.
 
wessi1111 Am: 08.06.2020 02:20:04 Gelesen: 2551# 120 @  
@ Rore [#119]

Natürlich sind die Seiten nicht erreichbar, da es sie nicht gibt, dass waren ja nur Gedanken von Bovi.

Gruß
Wessi
 
marc123 Am: 10.06.2020 16:58:11 Gelesen: 2365# 121 @  
@ marc123 [#54] und [#66]

Ich habe vor anderthalb Monaten auf diese drei Fälschungen hingewiesen. Bei beiden ersteren hat Lars das Auktionshaus angeschrieben, er konnte die Lose ja nicht löschen, weil er wie in Beitrag [#67] geschrieben "in der Moderatoren-Funktion bei Delcampe keine Angebote von Auktionshäusern beenden kann". Das Auktionshaus hat gesagt dass es die Lose aus der Auktion zurückzieht: "Merci pour cette remarque. Nous supprimons ce lot de la vente. Straphil."

In Beitrag [#97] hat Frau Silvia darauf hingewiesen dass alle Meldungen begründet sind und dass die offiziell gemeldeten gelöscht werden.

"wir von Delcampe haben die Diskussionen auf diesem und anderen Foren unsererseits natürlich aktiv verfolgt. Wir konnten hierbei feststellen, dass diese Meldungen begründet sind. Wir möchten sie jedoch darauf hinweisen, dass wir keinen hier erwähnten Artikel schließen, sofern dieser nicht offiziell über unsere Webseite gemeldet wurde."

Die beiden von Lars gemeldeten sind bei Delcampe immer noch nicht gelöscht, genauso wie der dritte auf den wohl keiner mehr Lust hatte ihn zu melden. Man kann noch heute bis 1. Minute vor Mitternacht auf alle drei Artikel bieten.

Delcampe weiß also von den Fälschungen Bescheid, es wird bestätigt, dass die Meldungen begründet sind, zwei wurden gemeldet und sind trotz Ankündigung immer noch nicht gelöscht.

Traurige Grüße
Marc
 
Richard Am: 12.06.2020 09:29:35 Gelesen: 2240# 122 @  
@ marc123 [#121]

Wir möchten sie jedoch darauf hinweisen, dass wir keinen hier erwähnten Artikel schließen, sofern dieser nicht offiziell über unsere Webseite gemeldet wurde.

Hallo Marc,

nach der Schätzung von Personen, die einen besseren Überblick über die Lose bei Delcampe haben, handelt es sich mindestens um eine sechsstellige Zahl von Fälschungen oder Verfälschungen - eine regelrechte "Durchseuchung".

Zudem werden laufend entfernte Lose wieder neu bei Delcampe eingestellt. Vielleicht kennst Du die Geschichte vom Hasen und vom Igel - der Igel (Fälschungsanbieter) war immer schneller als der Hase (Fälschungsbekänpfer) [1].

Mit dem obigen Zitat möchte delcampe erreichen, dass die vielen Fälschungen nicht im Internet öffentlich gemacht werden, sondern nur auf internen Seiten von delcampe (so jedenfalls meine Einschätzung).

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn von Dir oder anderen Mitgliedern in diesem Thema Fälschungen gemeldet werden - Silvia von Delcampe liest hier mit und kann schnell reagieren.

Bitte dazu den Link auf das Los, die Abbildung des Angebots und den Text dazu ins Forum schreiben, und natürlich als wichtigstes die Begründung der Fälschungsmeldung.

Ob die Meldungen irgendeinen Sinn machen, bezweifle ich, denn ich sehe nicht den echten Willen bei Delcampe, ernsthaft gegen Grossanbieter von Fälschungen vorzugehen und diese für lange Zeit oder dauerhaft vom Handel auszuschliessen.

Schöne Grüsse, Richard

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hase_und_der_Igel
 
22028 Am: 12.06.2020 11:22:09 Gelesen: 2197# 123 @  
@ Richard [#122]

Ob die Meldungen irgendeinen Sinn machen, bezweifle ich, denn ich sehe nicht den echten Willen bei Delcampe, ernsthaft gegen Grossanbieter von Fälschungen vorzugehen und diese für lange Zeit oder dauerhaft vom Handel auszuschliessen.

Ich bin nicht immer Deiner Meinung, aber dem stimme ich vollumgänglich zu!
 
Schwämmchen² Am: 12.06.2020 16:01:46 Gelesen: 2120# 124 @  
Die Fälschungsanbieter bei Delcampe sind ja auch nicht alle doof und wissen genau wie man es macht. Die stellen haufenweise echte Kleinstwerte rein und dann als eigentliche Margen- und Gewinnbringer alles möglich an hochpreisigen Fälschungen. Ich denke so läuft da das Geschäftsmodell.

Mein Eindruck ist der, dass Delcampe mit der Situation zufrieden ist und grundsätzlich nichts ändern möchte. Durch den öffentlichen Druck der Foren werden oftmals zögerlich Fälschungen gelöscht und es den Meldern maximal schwer gemacht (u.a. ausführliche Expertisen einzureichen, warum die Marke oder Beleg falsch ist).

Denke wir müssen einfach den Staus Quo akzeptieren und jeder kann sich seinen Teil über das Geschäftsmodell denken und seine persönlichen Konsequenzen hinsichtlich Delcampe ziehen.
 
bovi11 Am: 12.06.2020 16:08:27 Gelesen: 2113# 125 @  
@ Schwämmchen² [#124]

"Denke wir müssen einfach den Staus Quo akzeptieren und jeder kann sich seinen Teil über das Geschäftsmodell denken und seine persönlichen Konsequenzen hinsichtlich Delcampe ziehen."

Das sehe ich grundlegend anders.

Wenn sich das nicht kurzfristig ändert, werden wir richtig aufdrehen und auf breiter Basis veröffentlichen, was von Delcampe zu halten ist.

Den Kopf wegducken, wie Delcampe-Silvia das gerade im Nachbarforum gemacht hat, ist keine Lösung.
 
charly999 Am: 12.06.2020 20:21:18 Gelesen: 2043# 126 @  
Ein Alternativstandpunkt:

Der ganze Kampf gegen Fälschungen auf Delcampe ist typisches virtue signalling (Seht her, was wir für tolle Fälschungsbekämpfer sind!!!) Da werden wie wild Fälschungen gemeldet, die nur einen winzigen Bruchteil der Angebote ausmachen. Oft genug wird auch gegen Vignetten und Devolutionalien vorgegangen, die erkennbar keine Marken sind, und man beschwert sich über Preise, die nicht 'marktgerecht' seien (aber nur, wenn sie zu hoch sind, Schnäppchen wollen alle machen). Gegen die Fälscher selbst wird weniger unternommen als gegen die Plattform, wenn überhaupt.

Meines Erachtens ist Delcampe selbst für sein Erscheinungsbild verantwortlich. Die lieblose Präsentation vieler Angebote, die endlose Massenware und die schauderhafte Qualität zahlloser Artikel sind mE viel schlimmer als die Fälschungen.

Hier und im Nachbarforum wird viel geschimpft. Mir aber fällt auf, daß relativ viele Fälschungen jahrelang angeboten werden, ohne daß sie jemand kauft. Die typischen Anbieter von schrottigen 'Weltraritäten' bleiben idR auf ihrer Ware sitzen.

Und einer taucht bei der ganzen Diskussion überhauot nicht auf, nämlich der verantwortliche Sammler. Wer ernsthaft Philatelie betreibt, ist zuerst einmal selbst dafür verantwortlich, wofür er sein Geld ausgibt. Wer auf Delcampe, Ebay etcpp teure Ware von unbekannten Anbietern und nicht beim vertrauenswürdigen Händler kauft, offensichtliche Falschstempel etcpp. nicht erkennen kann, sich in die eigene Tasche lügt, keine Fachkenntnisse seines Gebietes besitzt, und die Arbeit vieler Fachleute (gerade auch online) ungenutzt läßt, kurz, wer elementare Regeln des Sammelns und wirtschaftlichen Verhaltens außer Acht läßt, der verdient auch keinen Schutz.
 
bovi11 Am: 12.06.2020 21:00:19 Gelesen: 2017# 127 @  
@ charly999 [#126]

„Der ganze Kampf gegen Fälschungen auf Delcampe ist typisches virtue signalling (Seht her, was wir für tolle Fälschungsbekämpfer sind!!!) Da werden wie wild Fälschungen gemeldet, die nur einen winzigen Bruchteil der Angebote ausmachen. Oft genug wird auch gegen Vignetten und Devolutionalien vorgegangen, die erkennbar keine Marken sind, und man beschwert sich über Preise, die nicht 'marktgerecht' seien (aber nur, wenn sie zu hoch sind, Schnäppchen wollen alle machen). Gegen die Fälscher selbst wird weniger unternommen als gegen die Plattform, wenn überhaupt.“

Das stimmt so schon einmal nicht, denn gegen Anbieter von Fälschungen wird sehr wohl vorgegangen. Nur einige Bespiele:

Reinhard Hahn ist verschwunden – eigener Online-Shop geschlossen

Mathias Buchhop ist verschwunden – Delcampe = hobbywelt_celle

Frank und Bärbel Türpe sind verschwunden - Delcampe = diethensdorfer bzw. zeitweise chemitzer, aktuell auf Oldthing mit deaktiviertem Shop norgejunky

Den genannten Anbietern war gemeinsam, daß sie auch im eher niedrigpreisigen Segment Fälschungen anboten (z.B. ND statt Originale bei Helgoland oder Preußen). Da bestand ständig eine latente Gefahr für arglose Sammler.

Andererseits muß Delcampe bei der unüberschaubaren Flut an Anbietern – vielfach aus dem Osten und ohne verifizierte Identität – solche unseriösen Elemente selbst aus dem Verkehr ziehen. Diesen ist gerichtlich nicht beizukommen, da weder korrekter Name geschweige denn eine ladungsfähige Anschrift ermittelt werden kann.

Hier scheint bei Delcampe der Wille zu fehlen, weil man argumentiert, der Anbieter von 100 Fälschungen oder Verfälschungen könnte vielleicht doch 5 bis 10 echte Marken im Angebot haben.

„Meines Erachtens ist Delcampe selbst für sein Erscheinungsbild verantwortlich. Die lieblose Präsentation vieler Angebote, die endlose Massenware und die schauderhafte Qualität zahlloser Artikel sind mE viel schlimmer als die Fälschungen.

Hier und im Nachbarforum wird viel geschimpft. Mir aber fällt auf, daß relativ viele Fälschungen jahrelang angeboten werden, ohne daß sie jemand kauft. Die typischen Anbieter von schrottigen 'Weltraritäten' bleiben idR auf ihrer Ware sitzen.“


Daß solche Schrottware jahrelang angeboten wird, ist zutreffend, aber kein Argument dafür, das so zu lassen. Immerhin schimpft sich Delcampe selbst „Marktplatz“ für Briefmarken. Diesem Anspruch wird Delcampe jedoch vorne und hinten nicht gerecht.

„Und einer taucht bei der ganzen Diskussion überhauot nicht auf, nämlich der verantwortliche Sammler. Wer ernsthaft Philatelie betreibt, ist zuerst einmal selbst dafür verantwortlich, wofür er sein Geld ausgibt. Wer auf Delcampe, Ebay etcpp teure Ware von unbekannten Anbietern und nicht beim vertrauenswürdigen Händler kauft, offensichtliche Falschstempel etcpp. nicht erkennen kann, sich in die eigene Tasche lügt, keine Fachkenntnisse seines Gebietes besitzt, und die Arbeit vieler Fachleute (gerade auch online) ungenutzt läßt, kurz, wer elementare Regeln des Sammelns und wirtschaftlichen Verhaltens außer Acht läßt, der verdient auch keinen Schutz.“

Sicherlich ist es richtig, daß Sammler sich Sachkenntnisse beschaffen und diese ständig erweitern sollten. Dem Sammler jedoch die Schuld zu geben und ihm deshalb das Schutzbedürfnis abzusprechen, ist mit keiner vertretbaren Norm zu erklären.

Wenn Du ein iPhone kaufst, wirst Du Dich auch darauf verlassen, daß Dir der Händler ein Original und kein Plagiat zusendet. Das gilt auch für zahllose andere Artikel – Adidas, Puma, Nike, Parfüms, Speichersticks, Autoersatzteile, Aufsteckzahnbürsten usw. usw. Soll sich der Käufer da auch vorher die entsprechenden Sachkenntnisse zulegen? Wie weit soll das gehen?

Wenn Dir der Lebensmittelhändler Pilze verkauft, kann der sich auch nicht damit aus der Verantwortung stehlen,indem er darauf verweist, er könne naturlich nicht jede Ware kennen, die er anbietet.

Bei den genannten und vielen, vielen weiteren Markenartikeln handeln die Plattformen – Amazon, eBay usw. – allergisch und sperren beim Wiederholungsverstoß das Verkäuferkonto. Ansonsten laufen sie Gefahr, vom Markeninhaber selbst in Anspruch genommen zu werden.

Nein: Die Verantwortung auf den Sammler zu schieben, ist nicht der richtige Weg.

Delcampe muß sich freischwimmen von dem Ruf als „Fäschungsspezialist Delcampe“ befreien. Dazu gibt es hier und im Nachbarforum viele ä. Wenn Delcampe die allerdings dauerhaft in den Wind schlagen sollte, prophezeihe ich drastische Maßnahmen z.B. in Form konkreter Warnseiten.
 
silent Am: 12.06.2020 21:36:12 Gelesen: 1999# 128 @  
@ bovi11 [#127]

Wenn Du ein iPhone kaufst, wirst Du Dich auch darauf verlassen, daß Dir der Händler ein Original und kein Plagiat zusendet. Das gilt auch für zahllose andere Artikel – Adidas, Puma, Nike, Parfüms, Speichersticks, Autoersatzteile, Aufsteckzahnbürsten usw. usw. Soll sich der Käufer da auch vorher die entsprechenden Sachkenntnisse zulegen? Wie weit soll das gehen?

Schlechtes Beispiel. Delcampe ist ja kein Händler. die stellen nur eine Plattform zur Verfügung wo Leute an- und verkaufen können. Im grunde ist es nichts anderes als wenn du auf einen Flohmarkt gehst. Dort stellt auch wer die Fläche zur Verfügung wo Verkäufer und Käufer sich treffen.

Und wenns Delcampe nicht ist, ist es eine andere Plattform. Glaubt jemand ernsthaft du wirst das Fälschungsunwesen im i-net unter Kontrolle bringen.
 
bovi11 Am: 12.06.2020 21:41:30 Gelesen: 1990# 129 @  
@ silent [#128]

Amazon und eBay sind auch nur bedingt Händler, nämlich dann, wenn sie "nur" die Plattform anbieten und Händler dort ihre Angebote veröffentlichen.

Insofern passen die Beispiele sehr wohl, zumal sich der Passus wesentlich darauf bezieht, der Käufer sei selbst schuld.

Die Scheinprivaten Anbieter bei eBay und Delcampe sind ein anderes Problem; aber auch da werden die großen Kandidaten sukzessive aus dem Verkehr gezogen.
 
charly999 Am: 12.06.2020 22:22:44 Gelesen: 1960# 130 @  
@ bovi11 [#127]

Deine Argumente sind nicht überzeugend. Der mündige Sammler kommt bei Dir gar nicht vor. Immer wird die Verantwortung auf andere geschoben. Fälschungen, Betrüger und Gauner gibt es, seit die Philatelie existiert, nur die Methoden und Vertriebswege haben sich geändert. Es ist daher zuerst Aufgabe jedes ernsthaften Sammlers, der richtiges Geld für sein Hobby ausgibt, sich über sein Gebiet zu informieren und Grundkenntnisse zu erwerben. Auch sollte jemand in der Lage sein, sich marktgerecht zu verhalten, und Binsenweisheiten kennen. Niemand bietet Raritäten zum Spottpreis an, keiner hat etwas zu verschenken, und das typische Gaunergeschwurbel bei den Beschreibungen sollte man auch erkennen. Wer also Euro 500 für eine ungeprüfte Bayern Mi 1 bei einem osteuropäischen Anbieter zahlt, und sich vorher nicht kundig macht, der trägt den finanziellen Verlust zu Recht und hat es nicht anders verdient. Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die den Dummkopf schützt. Mit 'vertretbarer Norm' hat das nichts zu tun.

Delcampe etcpp sind Plattformen, weshalb Deine Beispiele allesamt nicht zutreffen. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ebensogut könntest Du den Veranstalter eines Tauschtages für dort angebotene Fälschungen verantwortlich machen. Nein, das überzeugt mich nicht.

Die drei Hansel, die Du als Beispiel für erfolgreiche Arbeit gegen minderwertige Ware anführst - wieviel Promille der schwarzen Schafe sind das? 2, 3, 5? Wie lange bleiben die wohl weg?
 
Schwämmchen² Am: 12.06.2020 22:23:48 Gelesen: 1958# 131 @  
Viele Anbieter habe den Verkauf von Fälschungen als Geschäftsmodell. Delcampe tut sich meiner Meinung nach extremst schwer, sich von solchen Typen zu trennen. Irgendwo hat sich mal jemand die Mühe gemacht, die verkauften Artikel durch zu sehen, da werden gutgläubige Käufer schon nachhaltig geschädigt. Dies als Bagatelle abzutun, dass die Fälschungen unverkauft bleiben zieht es nicht. Ein anderes Problem ist nicht das "virtue signaling" (aus welchem Loch kam diese Umschreibung gekrochen?!) sondern die absichtlich schlecht eingestellten Bilder, die oftmals sehr verdächtig erscheinen aber in der letzten Instanz keine Meldung ermöglichen. So verbleiben trotz allen Meldens Unmengen von "besseren" Fälschungen weiterhin online.
 
22028 Am: 12.06.2020 22:24:57 Gelesen: 1956# 132 @  
@ charly999 [#130]

(Symbol Häkchen)
 
bovi11 Am: 12.06.2020 22:31:22 Gelesen: 1948# 133 @  
@ Schwämmchen² [#131]

"So verbleiben trotz allen Meldens Unmengen von "besseren" Fälschungen weiterhin online."

Mit dem Melden einer Handvoll von Fälschungsangeboten läßt sich keine nachhaltige Lösung erreichen. Soweit sind sich alle Beteiligten - bis auf Delcampe - einig. Genau das wird ja konkret angeprangert und Delcampe aufgefordert, initiativ wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

Solange dies nicht geschieht - und zwar richtig und nicht nur zaghaft und nach langem Kampf - kann man Delcampe eben nur als

"Delcampe - Ihr kompetenter Marktplatz für Fälschungen und Verfälschungen"

bezeichnen.
 
charly999 Am: 12.06.2020 22:39:51 Gelesen: 1940# 134 @  
@ Schwämmchen² [#131]

Ach, welche Überraschung! Gauner haben den Verkauf von Fälschungen als Geschäftsmodell! Wäre ich jetzt nicht drauf gekommen. Und wer bei einem Anbieter kauft, der es nicht einmal schafft, ordentliche Bilder seiner Artikel hochzuladen, ist nicht 'gutgläubig', sondern strunzdumm und kann sich nicht beschweren, wenn er hereingelegt wird.

Der ganze K(r)ampf um Delcampe verdeckt doch nur das eigentliche Problem. Wenn die Gauner dort vertrieben sind, tauchen sie über kurz oder lang woanders auf. Und die 'gutgläubigen' Sammler sind immer noch da und auf ihrem Gebiet nicht sattelfest. Wenn die Sammler das wären, könnten die Fälscher einpacken. Außer Sperati.
 
bovi11 Am: 12.06.2020 22:41:29 Gelesen: 1936# 135 @  
@ charly999 [#130]
@ andere

"Die drei Hansel, die Du als Beispiel für erfolgreiche Arbeit gegen minderwertige Ware anführst.. Wieviel Promille der schwarzen Schafe sind das? 2, 3, 5? Wie lange bleiben die wohl weg?"

Die angesprochenen Kandidaten dürften endgültig vom Markt verschwunden sein. Und wenn die Waren an anderer Stelle auftauchen würden, könnten die recht simpel auffallen. Dazu gibt es umfangreiche Datensicherungen.

Es sind natürlich wesentlich mehr schwarze Schafe, die aus dem Verkehr gezogen wurden.

Günter Schwerdt alias bayerline und beyerline sucht man beispielsweise bei eBay mittlerweile auch vergeblich. Bei dem waren auch nahezu alle besseren Angebote Fälschungen oder Verfälschungen. Andere Verkaufskanäle gibt es bei dem nicht - mit Ausnahme vielleicht von Flohmärkten oder Tauschtagen.

Rund 100 (ausnahmslos erfolgreiche) Gerichtsverfahren allein in den vergangenen 2 Jahren können sich sehen lassen - meine ich; hinzu kommen mindestens ebenso viele außergerichtliche Einigungen mit Vertragsstrafenbewehrungen im Falle von Verstößen. Das wirkt!

Abschließend will ich das Thema hier in Erinnerung rufen:

Delcampe und der Umgang mit Fälschungen

Daß Sammler sich sachkundig machen sollten, ist natürlich richtig, aber ein anderes Thema.
 
charly999 Am: 12.06.2020 23:32:49 Gelesen: 1905# 136 @  
@ bovi11 [#135]

Diese Angaben sind im Konjunktiv (nichts Genaues weiß man nicht) oder die alternativen Kanäle wie Flohmarkt, Tauschtag werden gleich genannt.

Die 100 Gerichtsverfahren und 100 außergerichtliche Einigungen sind offenbar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sonst wäre das Thema Delcampe etcpp kein Dauerbrenner. Auf dem anderen Forum haben gefühlte 80-90% der Beiträge etwas mit Fälschungen zu tun. Der Ebay-Thread dort liegt mit großem Abstand einsam an der Spitze mit ca. 3,5 Mio Hits und 2181 Seiten mit Beiträgen. Auch der Delcampe-Thread liegt inzwischen bei mehr als 300.000 Hits und 316 Seiten.

Der kundige Sammler ist eben kein anderes Thema, sondern der wichtigste Weg effektiver Fälschungsbekämpfung. Alles anderen ist ein Kampf wie bei Don Quijote.
 
olli0816 Am: 13.06.2020 19:05:31 Gelesen: 1803# 137 @  
@ charly999 [#136]

Ich lese deine Beiträge mit Verwunderung. Wenn Du die Bekämpfung als sinnlos ansiehst, warum kümmerst Du dich um dieses Thema? Dir kann es doch egal sein, wenn andere diesen Zustand nicht als in Ordnung ansehen und dagegen vorgehen. Wo ist dein Problem?

Letztendlich sind die Meldungen an sich gesehen nur bedingt sinnvoll. Deshalb beteilige ich mich auch nicht aktiv daran. Aber übergeordnet haben sie schon Sinn. Einzelne besonders krasse Fälle fliegen von den Plattformen und da viele dieser Fälschungsanbieter mangels Kenntnisse und Geld nicht in der Lage sind einen eigenen Online-Shop zu eröffnen und zu bewerben, sind sie zumindest für eine Zeit Geschichte. Ich begrüße das außerordentlich.

Man darf auch den Effekt nicht außer acht lassen, dass im aktuellen Fall Delcampe der Betreiber sich nicht mehr so bräsig benehmen kann, in dem üble Fälschungsanbieter weiterhin ohne Konsequenzen bei ihren Betrügergeschäften eine Plattform bietet. Schließlich bekommen sie dafür Provisionen und das ist in meinen Augen Hehlerei. Sie fangen jetzt langsam an - wenn auch vollkommen unzureichend - auf die vielen negativen Meldungen zu reagieren. Das ist der schlechten Publicity geschuldet. Daneben werden Sammler, die sich mit der Materie Fälschungsanbieter kaum oder gar nicht beschäftigen darauf sensibilisiert, dass hier ein massives Problem vorliegt. Auch wenn hier nur eine kleine Teilmenge direkt in den Foren erreicht wird, kann ich mir gut vorstellen dass der eine oder andere Sammler seine Freunde informiert oder darüber redet, dass Briefmarkenangebote auf Plattformen mit größerer Skepsis zu behandeln sind. Deswegen verstehe ich die Bagatellisierung von charly999, silent und 22028 nicht.

Es ist lustig, dass manche viel strengere Regeln für Sammler als Käufer wollen als wenn ich z.B. durch Markenpiraterie teurer Produkte hinter die Fichte geführt werde. Da haben die Firmen entsprechend reagiert und eBay & Konsorten sind inzwischen sehr streng, was diese Sachen betrifft. Aber nachgewiesene Betrügerbanden, die durch x Angebote negativ auffallen sollen in Ruhe ihr Geschäft weiter führen? Das kann es wohl nicht sein. Ich finde die Initiative mit dem Schwerpunkt bei Delcampe, weil dort einfach zu viele Fälschungen unterwegs sind sehr begrüßenswert. Es geht um die Händler, die ganz bewusst Menschen betrügen wollen und auf diese Weise endlich einmal Konsequenzen spüren. Die genannten Ex-Händler von bovi sind alles Anbieter, denen niemand eine Träne nachweinen muss. Und das sind die Konsequenzen aus den Aktivitäten.

Es gibt nicht nur die Sammler, die ihre Gebiete "im Griff" haben und für die das sammeln eher ein netter Zeitvertreib ist. Nicht für jeden ist Philatelie Arbeit und nicht jeder hat die Zeit und Muse, ein versierter Sammler in einem Gebiet zu werden. Und von den Betrügern werden nachweislich viele Sachen gekauft, das zeigt die hohe Anzahl der verkauften Artikel. Es lohnt sich, sonst würden es nicht so viele machen.

Wenn die Chance besteht, dass durch Löschung von Accounts mit tonnenweise Mist durch schlechte Anbieter auch nur etwas reduziert wird, ist etwas gewonnen. Das man jetzt systematisch angefangen hat, den Anbietern das Leben schwerer zu machen ist eine sehr gute Entwicklung. Leider sind die Plattformen Teil des Problems und ich würde es gerne sehen, wenn die Plattformhaftung verschärft wird.

Mir ist völlig unverständlich, dass man darüber diskutieren muss.

Allen noch einen schönen Samstag.
Grüße Oliver
 
charly999 Am: 13.06.2020 20:17:33 Gelesen: 1753# 138 @  
@ olli0816 [#137]

Du darfst Dich soviel wundern wie du möchtest, aber wenn alle dasselbe denken, wird meist nicht viel gedacht.

Alternative Standpunkte sind wichtig, das sieht man gerade an der Delcampe-Diskussion. Mehr als fromme Wünsche und Hoffnungen hast Du nämlich nicht anzubieten. Und natürlich die Standardforderung, andere mögen und müßten etwas unternehmen. Vorzugsweise natürlich Papa Staat, der die Plattformhaftung verschärfen soll. Anzunehmen, das 'etwas gewonnen' wird, wenn ein paar Gauner aus dem Verkehr gezogen werden, ist einfach naiv.

Mein Problem ist, daß alle Welt auf den Plattformbetreiber eindrischt, aber niemand wahrhaben will, daß der 'gutgläubige' Sammler das eigentliche Problem darstellt. Mit dem dauernden Melden frönt man einer deutschen Leidenschaft, die man bequem von zu Hause aus erledigen kann, ohne das echte Arbeit anfällt.

Mir jedenfalls ist 'völlig unverständlich', wie man die Realität so konsequent ignorieren und die Philatelie mit einer Gartenzwergidylle verwechseln kann. Auf das Menschenbild, das den Sammler letztlich für unmündig und betreuungsbedürftig erklärt und jeder Verantwortung für seine eigenen Handlungen enthebt, will ich gar nicht näher eingehen.
 
olli0816 Am: 13.06.2020 20:45:16 Gelesen: 1741# 139 @  
@ charly999 [#138]

Wir denken so unterschiedlich, dass keine Diskussion zwischen uns beiden lohnt. Lassen wir es also gut sein.

Du wirst allerdings damit leben müssen, dass der Plattformbetreiber (in meinen Augen weiterhin zurecht) massiv in der Schusslinie steht, wenn er sein Verhalten nicht ändert. Ich hoffe, Du wirst dabei keine Traumata erleiden.

Grüße Oliver
 
silent Am: 13.06.2020 22:56:53 Gelesen: 1706# 140 @  
@ olli0816 [#139]

Du wirst allerdings damit leben müssen, dass der Plattformbetreiber (in meinen Augen weiterhin zurecht) massiv in der Schusslinie steht, wenn er sein Verhalten nicht ändert.


Ich frage mich gerade wie eine Plattform so etwas machen soll. Um alle Fälschungen zu finden und von der Plattform zu nehmen brauchst du Unmengen an Mitarbeitern. Wer soll das bezahlen? Ob Delcampe sich das leisten könnte/wollte?

Alternativ drehen sie die Plattform halt ab. Und wem ist dann geholfen? Ich habe mir dort auch schon einiges gekauft. Ich kaufe halt nur Sachen um kleines Geld wo ich sehr sicher sein kann es sind keine Fälschungen. Gesehen habe ich schon genug kuriose Fälschungen. Wenn die wer kauft ist er meiner Meinung nach selber schuld. Manches ist ja so offensichtlich eine Fälschung die kann man gar nicht übersehen.
 
bovi11 Am: 14.06.2020 06:36:29 Gelesen: 1656# 141 @  
@ silent [#140]

"Ich frage mich gerade wie eine Plattform sowas machen soll. Um alle Fälschungen zu finden und von der Plattform zu nehmen brauchst du Unmengen an Mitarbeitern. Wer soll das bezahlen? Ob Delcampe sich das leisten könnte/wollte?"

Mir scheint, Du hast den Sachverhalt nicht vollends mitbekommen.

Delcampe behauptet übrigens, es seien philatelistische Fachleute im Team. Wenn man allerdings die Ergebnisse sieht, fällt mir der alte Spruch ein:

"Als Fachmann war er eine Niete, aber als Niete war er ein Fachmann."

Im Nachbarforum werden seit längerer Zeit Fälschungen und Verfälschungen gemeldet.

Diese werden auch meist von Delcampe gelöscht.

Wenn diese dann allerdings vom Anbieter wieder neu eingestellt werden, wäre es an der Zeit, den Verkäufer mindestens zu verwarnen, im Wiederholungsfall zu suspendieren und bei nochmaliger Wiederholung schließlich dauerhaft zu sperren.

Zudem erfolgen Meldungen von Verkäufern, die nahezu ausschließlich falsche und verfälschte Marken im Angebot haben. Auch hier ist die (berechtigte) Forderung, solche unseriösen Elemente dauerhaft zu sperren. Die werden sowieso nichts anzubieten haben, das die Welt braucht. Auch müssen Anbieter verifiziert werden, denn auf Delcampe tummeln sich zahlreiche Verkäufer mit nicht validen Verkäuferdaten. Die sind gerichtlich nicht zu fassen.

Genau in den letzten beiden genannten Punkten sperrt sich Delcampe und glaubt auch bei dem letzten Gauner noch, er habe vielleicht doch das eine oder andere echte Stück im Sortiment. Und da wird die Sache unwirklich: Delcampe erwartet offenbar, daß sachkundige Zeitgenossen Fälschungen immer und immer wieder auf´s Neue melden. Das kann nicht sein. Wenn Delcampe da seine Vorgehensweise nicht ändert und aktiv an der Säuberung mitarbeitet, wird es zunehmend heißen:

Delcampe - Ihr kompetenter Marktplatz für Fälschungen
 
charly999 Am: 14.06.2020 08:35:09 Gelesen: 1626# 142 @  
Eines ist allerdings heute schon sicher: Auch wenn unsere wackeren Fälschungsbekämpfer melden bis der Arzt kommt, die Gauner und ihre Ware wird es in 10, 20, 30 Jahren immer noch geben. Wenn es mal den einen oder anderen Anbieter erwischt, ist das Berufsrisiko. Es wird die anderen nicht abhalten. Ebenso werden Ebay, Delcampe & Co nicht wegen der Fälschungsmelder dichtmachen müssen.

Man wird gerade soviel löschen, daß man öffentlichkeitswirksam darauf verweisen kann, man 'unternehme etwas'. Das Image und das betriebswirtschaftliche Ergebnis sind für die Plattformen entscheidend. Warum sollten sie auf ihre Kosten Sammler schützen wollen, die zu geizig, gierig, bequem oder dumm sind, um das selbst zu tun?
 
bovi11 Am: 14.06.2020 09:27:07 Gelesen: 1606# 143 @  
@ charly999 [#142]

Ich halte fest:

charly999 ist der Auffassung, Kriminalität ist ein allgemeines Lebensrisiko und man sollte endlich damit aufhören, Kriminelle zu verfolgen oder gar zu diskreditieren. Es wird sie sowieso auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch geben.

Eine wahrlich abstruse Ansicht.
 
marc123 Am: 14.06.2020 10:11:19 Gelesen: 1585# 144 @  
Einen Rat kann ich noch an alle geben. Wenn ihr etwas bei Delcampe kauft, bezahlt mit Paypal. Der Käuferschutz bei Delcampe ist eine Katastrophe. Ich habe kürzlich einen Einschreibebrief aus Kroatien nicht erhalten, der Käuferschutz bei Delcampe ist so kompliziert und alles wird nur in die Länge gezogen und man wird nicht ernst genommen. Ich habe ich mich sofort an Paypal gewendet, nach ein paar Tagen hatte ich mein Geld zurück.

Es ist auch sinnvoll, Zahlungen nicht per Überweisung zu tätigen denn:

Wer Zahlungen außerhalb des Systems ausführt verstößt gegen die Nutzungsbedingungen bei Delcampe.

Liebe Grüße
Marc
 
22028 Am: 14.06.2020 11:11:30 Gelesen: 1543# 145 @  
An dem ganzen System der Online Auktionen wird sich wohl kaum was ändern, solange sich die Plattformen hinter Paragraphen verstecken können, die Anbieter den Markt mit zweifelhaftem Material fluten und die die Käufer dieses Materiales sich verweigern sich entsprechend weiterzubilden.

Es ist auch illusorisch anzunehmen, dass ein Anbieter wie ebay oder Delcampe ALLE zweifelhaften Angebote überprüfen und ggfls. löschen kann, dazu fehlen denen die Ressourcen und das Geschäftsmodell wäre kaputt.

Die Portale bräuchten eine ganze Reihe von bezahlten Mitarbeitern, das trägt das Geschäftsmodell aber nicht. Um die Menge an Massenware, auch wenn sie echt ist, einzudämmen, bliebe nur die Wiedereinführung einer Einstellgebühr, ich frage mich andererseits sowieso wer online eine 10 Cents Marke kauft, wo dann noch 1 Euro Porto oder gar mehr fällig wird.

Insofern dreht sich die ganze Diskussion hier im Kreis.
 
charly999 Am: 14.06.2020 16:24:08 Gelesen: 1459# 146 @  
@ bovi11 [#143]

Abstrus ist allenfalls die Hartnäckigkeit, mit der einige die Realität ignorieren und Beiträge partout nicht verstehen wollen, weil sie der eigenen Sicht auf die Philatelie zuwiderlaufen.

Die Plattformen sind keine Kriminellen, die Anbieter werden aus verschiedenen Gründen nicht energisch verfolgt. Nur der unschuldige Sammler soll weiter jeder Verantwortung enthoben bleiben. Viel weltfremder geht kaum.

Wozu machen sich eigentlich Philatelisten wie Billig, Stiedl, Krötzsch, Ohrt, Jürgen Kraft uva. die ganze Arbeit?

Die Diskussion dreht sich tatsächlich nicht nur im Kreis, sondern blendet entscheidende Aspekte wirksamer Fälschungsbekämpfung aus. Deshalb wird sich auch nichts ändern, und die Dauermelder im heimischen Sessel vor dem Bildschirm werden sich weiter für tolle Fälschungsbekämpfer halten.
 
wessi1111 Am: 14.06.2020 16:47:54 Gelesen: 1442# 147 @  
@ charly999 [#146]

Hallo Charly,

was sind denn die von dir genannten "entscheidende Aspekte wirksamer Fälschungsbekämpfung", oder ist deine Aussage nur die übliche faktenfreie Propaganda. Bitte mache uns Licht ans Fahrrad.

@ alle

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass die hier geäußerten Meinungen, wo Aktivitäten von Fälschungsbekämpfern ins Lächerliche gezogen werden, ziemlich arrogant sind. Arroganz ist zwar gut fürs Selbstbewusstsein, macht aber über kurz oder lang sehr einsam.

Gruß
Wessi
 
Christoph 1 Am: 14.06.2020 17:29:30 Gelesen: 1415# 148 @  
@ charly999 [#146]

Hallo Charly,

von Dir und von den anderen, die Deine Meinung hier unterstützen, möchte ich gern folgendes erfahren: Was ist denn bitte euer aktiver Beitrag zur Fälschungsbekämpfung? Oder, falls ihr selbst keinen aktiven Beitrag zur Fälschungsbekämpfung leistet, welche Aktivitäten sind eurer Meinung nach sinnvoll und unterstützenswert?

So lange ich darauf keine Antwort erhalte, stimme ich der Meinung von Wessi ([#147]) zu: Es ist schon echt sehr schräg, wenn hier von "alternativen Standpunkten" ([#138]) gesprochen wird (warum eigentlich nicht gleich "alternative Fakten"?), die bislang ausschließlich darin bestehen, die Aktivitäten der Fälschungsbekämpfer ins Lächerliche zu ziehen. Man könnte fast denken, der Wunsch "es soll alles so bleiben, wie es ist" folgte womöglich persönlichen Interessen. Aber das glaube ich explizit nicht.

Ich glaube eher, es ist eine ziemlich unschöne Mischung aus Egoismus ("Ich brauche keine Fälschungsbekämpfung, denn ich bin ein gaaaanz toller Philatelist und erkenne in meinem Sammelgebiet alle Fälschungen") und falsch verstandenem Wirtschaftsliberalismus ("der arme Plattformbetreiber... das ist total ungerecht, wenn er so viel Aufwand treiben muss, um seine Plattform frei zu halten von Betrügern").

Solche Argumentationen sind einfach nur haarsträubend!

Und zum Schluss:

@ 22028 [#145]

Die Portale bräuchten eine ganze Reihe von bezahlten Mitarbeitern, das trägt das Geschäftsmodel aber nicht.

Genau das ist der Punkt: Ein solches "Geschäftsmodell" trägt nicht. Denn es ist ein Modell, in dem Geschäfte auf Kosten Dritter gemacht werden. Ich finde: Wenn sich dieses "Geschäftsmodell" nicht ändert, dann ist es auch nicht erhaltenswert.

Viele Grüße
Christoph
 
DL8AAM Am: 14.06.2020 17:46:06 Gelesen: 1400# 149 @  
@ 22028 [#145]

ich frage mich andererseits sowieso wer online eine 10 Cents Marke kauft, wo dann noch 1 Euro Porto oder gar mehr fällig wird.

Ganz einfach, weil (leider) 99% aller Sammler nicht organisiert bzw. vernetzt sind, und auch nicht zu Tauschtagen gehen. Und wer hat denn aktuell schon das Glück noch einen Briefmarkenfachhändler vor Ort in der Fußgängerzone zu haben, wo ich die "10 Cent" Marke (alternativ den Groschen-Beleg), die ich gerade brauche, dann auch noch im Angebot hat. Wenn ich in mich gehe, muss ich gestehen, dass mindestens 75% aller von mir online gekaufen philatelistischen Dinge, gerade aus dieser Preisklasse stammen. Fast immer sind die Versandkosten höher, als der Warenwert. Und? Wo soll da das Problem sein? Anders komme ich eben nicht an die Objekte meiner Begierde. Dann zahle ich das eben, um an "Nichtwerte" zu kommen. Und? Gerade dafür sind eben diese Plattformen doch gut. Vielleicht sogar (fast) "Nur"? Was natürlich eher an meinen (modernen) Sammelgebieten liegt. Für echte "teure" Dinge darf man diese Plattformen eben nur dann nutzen, wenn man weiss was man tut, mit entsprechenden Wissen (und auch das ist nicht immer eine Komplettgarantie). Das eigene Hirn ist eben immer noch das beste, das einzige Werkzeug der Fälschungsbekämpfung.

Aber gerade das Versprechen einer externen Fälschungsbekämpfung auf diesen Plattformen würde den unbedarften Käufer in einer vollkommen falschen Sicherheit wiegen. Aber auch da kann ich das nicht garantieren, das wäre sogar eher kontraproduktiv. Die Bösen finden immer einen Weg. Die Guten können nur darauf reagieren.

Das einzige wirksame Mittel gegen die Fälschungen ist der eigene Verstand, keine externen "Prüfinstanzen". Diese Plattformen handeln eben nicht im eigenen Namen, mit eigenen Waren. Das sind lediglich, wie schon häufiger geschrieben, die überregionale, moderne, digitale Äquivalente zu den klassischen Kleinanzeigen in der örtlichen Tageszeitung - und da erwartete auch keiner, dass irgendjemand die Angebote auf Fälschungen vorprüft.

Ganz einfach, entweder agiere ich (bei teureren Angeboten) auf diesen Plattformen, nur wenn ich das entsprechene Wissen habe (oder hinzuziehe), alternativ gehe ich halt nur zu entsprechenden "echten" seriösen Händlern oder ich nutze Auktionen. Das ist zwar meist teurer, aber auch hier gilt, es hat eben keiner etwas zu verschenken. Eine "Garantie" kostet immer, ist immer eingepreist. Auch beim Autokauf. Zumindest kauft man dann nur bei jemanden, der rechtlich greifbar ist und einen entsprechenden Käuferschutz bietet. Wenn nicht, gerne, aber dann wissend "auf eigenes Risiko". Das kann auch mal gut gehen, es gibt auch immer wieder Leute die im Lotte einen 6er tippen. Der Käufer(-markt) hat das alles selber in der Hand. Wenn keiner Entsprechendes kauft, dann müssen auch die Händler und selbst das "Kleinanzeigenblatt" reagieren, damit das eigene Konzept funktioniert. Das ist aber nicht nur bei unseren Hobbydingen so, sondern auch bei "wirklichen" Waren. Die Fälschungen funktionieren doch (im wesentlichen) nur, weil viele Käufer ein billiges Schnäppchen machen wollen. Und das gilt seit fast 200 Jahren Philateliegeschichte.

Fälschungsbekämpfung auf Gier-Frist-Hirn "Schnäppchenplattformen" ist einfach leider nur Don Quijote pur. Inklusive der "philosophischen Lehren" daraus. Sorry.

Beste Grüße
Thomas
 
dietbeck Am: 14.06.2020 18:21:04 Gelesen: 1374# 150 @  
@ DL8AAM [#149]

Sehe ich genauso, wo findet man noch billige Marken, wenn es nicht gerade Bund (Berlin, DDR), Österreich der Schweiz ist "um die Ecke" ? Und da muss man eben den höheren Versandpreis akzeptieren. Sehe ich auch nicht als Problem.

Generell sollte man jedem danken, der sich um die Fälschungsbekämpfung bemüht und das nicht ins "Sinnlose" ziehen, das wird dem Bemühen nicht gerecht

Natürlich entbindet mich das als Sammler nicht, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und eben den Verstand einzuschalten bzw. mir entsprechende Kenntnisse zu erwerben.

Wenn jemand bewusst Fälschungen anbietet bzw. einen Artikel falsch beschreibt und eine Billigvariante dann teuer vertickern will, dann ist das eben NICHT in Ordnung und muss auch nicht einfach hingenommen werden und bei Bedarf dagegen vorzugehen ist auch völlig in Ordnung. Wenn das dann dazu führt, dass bestimmte notorische Händler, die ein solches Muster immer wieder fahren endgültig verschwinden, dann ist das für die Sammlergemeinde insgesamt, die auf Online-Plattfomen kaufen, so oder so ein Gewinn.
 
Bicyclestamps Am: 16.06.2020 13:07:10 Gelesen: 1227# 151 @  
Ich verfolge die Diskussion doch mit etwas fassungslosem Staunen. Vor allem das (neudeutsch:) Bashing was da betrieben wird und das aus Unkenntnis oder Ignoranz der realen Verhältnisse.

Wo findet man denn heute noch lokale Händler, außer in den Metropolen? Mit den Briefmarkenhändlern passiert dasselbe, wie mit den Platten-Läden: Sie verschwinden. Und das nicht nur wegen des Internets, sondern weil es schlicht immer weniger Kunden gibt. Früher war Briefmarkensammeln Hobby Nr. 1 - aber die Zeiten sind schon lange vorbei. Diese handvoll Sammler, die es noch gibt, können einem Händler nicht die Ladenlokal-Mieten finanzieren. Und nicht jeder ist technisch so versiert oder kann die Zeit investieren, dass er sich eine eigene Verkaufsplattform im Internet aufbauen kann. Also bleiben nur die bestehenden Plattformen, wie Ebay oder Delcampe. Auf Letzterer sind übrigens auch seriöse Auktionhäuser vertreten.

Der Handel auf diesen Plattformen läuft zwischen Verkäufer und Käufer und nicht zwischen Plattform und Käufer - wie früher im Geschäft. Und auch in früheren Zeiten gab es 'analoge', schwarze Schafe. Für die war auch nicht der Vermieter des Ladens verantwortlich. Und auch der alte Versandhandel hat so manches zwielichtige Geschäft betrieben. Betrogen wird in dem Metier, seit es Sammler gibt, also schon immer. Und es wurden schon immer und auf jeder Plattform (Geschäfte, Versandhandel, Tauschbörsen etc.) Kunden über's Ohr gehauen. Selbst Prüfer waren daran beteiligt.

Also tut doch nicht so, als wäre erst durch die Internet-Plattformen der Handel mit Fälschungen entstanden. Viele der Fälschungen sind nämlich wesentlich älter. Und was die Portokosten angeht: Der Versandhandel berechnet Porto, die Tauschtage und lokale Händler bedeuten immer auch Fahrtkosten und Zeitaufwand. Und das ist meist höher als nur 1€ für einen Brief. Also hört doch mal mit dieser verlogenen Verklärung der "guten, alten" Zeit auf.

Delcampe bietet wenigstens eine Chance, dass gegen "krumme Hunde" vorgegangen wird (bei Ebay ja weniger, was in den geschäftlichen Traditionen der Herkunftsländer begründet sein mag). Das kann aber nur funktionieren, wenn die Benutzer der Plattform die auch melden. Und je mehr Meldungen bei denen eingehen, umso eher werden die auch was tun. Es nicht zu tun unterstützt nur die windigen Geschäftemacher. Brutaler ausgedrückt ist das unterlassene Hilfeleistung. Was nämlich den mündigen Sammler angeht: Es wird niemand als Experte geboren, auch nicht Charly999. Und selbst die Experten werden hin und wieder Opfer.

Selbstverständlich darf und soll man die Plattformen dafür kritisieren, wenn das nicht richtig läuft, aber bitte dabei auf dem Boden bleiben, mit der Zielrichtung dass sie sich verbessern.

Bleibt gesund,
Thomas
 
Bicyclestamps Am: 16.06.2020 13:15:43 Gelesen: 1220# 152 @  
@marc123 [#144]

Es ist auch sinnvoll, Zahlungen nicht per Überweisung zu tätigen denn:

Wer Zahlungen außerhalb des Systems ausführt verstößt gegen die Nutzungsbedingungen bei Delcampe.


Diese Behauptung ist schlichtweg falsch! In den Geschäftsbedingungen sind ausdrücklich Zahlungen per Überweisung, Kreditkarte, Scheck oder Barzahlungen zugelassen.

Was soll das?

Gruß, Thomas
 
marc123 Am: 16.06.2020 14:24:01 Gelesen: 1188# 153 @  
@ Bicyclestamps [#152]

Hallo Thomas,

dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von einer Frau vom Delcampe-Support Team (siehe komplettes Zitat), daher ging ich davon aus, dass er der Richtigkeit entspricht. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Vielleicht kann aber auch Frau Silvia uns sagen, wer recht hat.

"Die Zahlung ist jedoch nicht über die Zahlungsaufforderung noch über das Delcampe-System bezahlt worden. Wenn dies nicht der Fall ist werden keine Zahlungsangaben im System gespeichert, was unserem Kundendienst jede Möglichkeit nimmt zu intervenieren.

Zahlungen außerhalb des Systems auszuführen verstößt gegen unsere Nutzungsbedingungen.

Delcampe kann daher nicht für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden."


Liebe Grüße
Marc

[Satz redaktionell hervorgehoben - er ist zu wichtig]
 
bovi11 Am: 16.06.2020 16:06:17 Gelesen: 1145# 154 @  
@ Bicyclestamps [#151]

"Selbstverständlich darf und soll man die Plattformen dafür kritisieren, wenn das nicht richtig läuft, aber bitte dabei auf dem Boden bleiben, mit der Zielrichtung dass sie sich verbessern."

Das Kritisieren interessiert Delcampe offensichtlich nicht sonderlich. Und es entspricht der Freiheit der Meinungsäußerung, wenn man den selbsternannten Marktplatz für Sammler als

Paradies für Verkäufer von falschen und verfälschten Briefmarken

bezeichnet. Bei dieser Ignoranz, die man bei Delcampe an den Tag legt, ist eine solche Darstellung nicht nur zutreffend, sondern vor allem auch angemessen.

Der Vergleich mit dem Vermieter eines körperlichen Ladengeschäfts wird zwar oft gemacht, wird aber dadurch nicht richtiger. Der Anbieter einer Handelsplattform (Amazon, eBay, delcampe usw) trägt eine völlig andere Verantwortung, als der Eigentümer des vermieteten Ladengeschäfts. Der Ladeninhaber muß z.B. die Standsicherheit und die baulich einwandfreie Ausstattung garantieren sowie ggf. die Genehmigungsfähigkeit für die vermietete Fläche (ich kann keine Supermarktfläche vermieten, wenn nur ein Baumarkt genehmigt ist).

Der Anbieter einer Onlineplattform hingegen haftet z.B. auch gegenüber einem Marken- oder Patentinhaber oder auch gegenüber einem Urheber, wenn rechtsverletzende Waren über die Plattform angeboten werden und der Betreiber der Plattform bösgläubig gemacht wurde.

Ähnlich ist das bei den hier diskutierten Vorgängen zu sehen. Es kann nicht angehen, daß es Delcampe nur interessiert, ob das Provisionskonto eines Verkäufers existiert und die Provisionseinziehung funktioniert. Ob sich hingegen Verkäufer mit Dagobert Duck in Entenhausen registrieren und für Käufer nicht greifbar sind, ist Delcampe offensichtlich völlig egal. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, daß sich Anbieter mit angeblichem Wohnsitz in Rußland immer wieder mit neuen Konten anmelden können.

Das - im Übrigen - könnte auch der Vermieter eine Ladenlokals nicht. Er wäre dann in einer weitgehenden Haftung, weil er seine Sorgfaltspflichten verletzt hätte.

Solange Delcampe nicht ernsthafte Bereitschaft zeigt, die Plattform von den 95% Fälschungen bei allen besseren Briefmarkenausgaben zu befreien, muß man sich gefallen lassen, als

Paradies für Verkäufer von falschen und verfälschten Briefmarken

bezeichnet zu werden.
 
Bicyclestamps Am: 16.06.2020 17:14:11 Gelesen: 1106# 155 @  
@ marc123 [#153]

Hallo,

das heißt lediglich, dass die Kaufabwicklung nicht über das System durchgeführt wurde.

D.h. der korrekte Ablauf ist, dass der Verkäufer einen Rechnungsprozess startet und der Käufer diesen Prozess über das System weiterführt. Der Verkäufer bestätigt im System den Versand und der Käufer den Empfang. Damit ist der ganze Ablauf, auch zeitlich, dokumentiert. Die möglichen Zahlungsmittel legt der Verkäufer fest. Und wenn das Ganze per Überweisung gemacht wird, gibt es als Dokumentation nur den Zeitstempel, wann der Käufer den Artikel als "gezahlt" markiert hat. Lediglich über Delcampe-Pay oder Paypal hat Delcampe selber einen digitalen "Beleg" für eine erfolgte Zahlung und kann demzufolge auch nur bei diesen Zahlungsmethoden direkt handeln. Bei allen anderen hat Delcampe keinen "Beweis", dass die Zahlung tatsächlich durchgeführt wurde. Das muss dann ggf. der Käufer noch belegen.

Wenn der Käufer aber nur aufgrund der E-Mail das Geld überweist, den Kauf in Delcampe aber nicht zuende abwickelt, weiß Delcampe NICHTS und kann folglich auch nichts machen.

Gruß, Thomas
 
Baber Am: 16.06.2020 18:48:14 Gelesen: 1049# 156 @  
@ Bicyclestamps [#151]

Hallo Thomas,

ich kann Deinem Beitrag nur voll zustimmen. Mich erstaunt immer wieder, welche (theoretischen) Probleme hier oft gewälzt werden.

Ich kaufe und verkaufe schon seit 20 Jahren bei Ebay und kaufe bei Delcampe für meine Sammelthemen. Nigendwo hat man ein Angebot aus der ganzen Welt im Zugriff und kann auch gezielt suchen. Bei einem Tauschtag ist es oft Glück, dass man in den richtigen Stapel von Belegen greift, ansonsten sucht man oft eine Stunde umsonst.

Nun kann man sicher klassische fälschungsgefärdete Marken nicht mit modernen Belegen vergleichen. Hier traue ich mir zu, einen für meine Themen interessanten Beleg als echt zu erkennen. Kürzlich war ein Angot eines österr. Expressbriefes, der 1945 gelaufen sein soll mit Marken, die erst 1946 erschienen sind. Ich habe daraufhin nicht dem Plattformbetreiber sondern dem Anbieter geschrieben, er soll doch diesen Beleg löschen, was er auch sofort getan hat.

Mit dem Bezahlen habe ich noch nie Probleme gehabt. Im Euro-Raum mit Überweisungen und außerhalb mit Paypal. Delcampe-Pay habe ich noch nicht probiert. Der Nachteil ist, dass man dort zuerst ein Guthaben aufbauen muss. Bei Paypal wird der Betrag vom Bankkonto abgebucht, wenn man auf dem Paypal-Konto kein Guthaben hat. Das sehe ich als Vorteil.

Gruß
Bernd
 
Richard Am: 16.06.2020 19:33:20 Gelesen: 1010# 157 @  
@ Bicyclestamps [#152]
@ marc123 [#153]
@ Bicyclestamps [#155]
@ Baber [#156]
und andere

Hallo zusammen,

darf ich darum bitten, beim Thema zu bleiben:

Delcampe und der Umgang mit Fälschungen

Es geht darum

- wie man Fälschungen auf Delcampe erkennt (nach Schätzung von Fachleuten sind etwa 1 Million Lose ge- oder verfälscht)

- wie man nach Erkennung mit den Fälschungen umgeht - kaufen oder nicht, auf Lieferung der beschriebenen Ware bestehen, nach Lieferung der Fälschungen an Delcampe wenden oder gleich an die Staatsanwaltgeschaft wenden und VIELES mehr an Alternativen

- wie Delcampe mit den gemeldeten Fälschungen umgeht, zum Beispiel mit denen, die entfernt werden und nach einer Woche neu im Angebot zu finden sind oder ob Delcampe mit Löschungen reagiert oder die Meldung ignoriert

- was Delcampe macht um die Flut von Fälschungen und die Verseuchung von Sammlungen zu verhindern.

Schöne Grüsse, Richard
 
charly999 Am: 16.06.2020 20:04:16 Gelesen: 981# 158 @  
@ Christoph 1 [#148]

Ich möchte letztmals meinen Standpunkt erläutern, wir drehen uns in der Diskussion schon lange nur im Kreis.

Ausgangspunkt jeder Fälschungsbekämpfung ist der informierte Sammler, der auch im normalen Geschäftsalltag sein Gehirn nicht ausgeschaltet läßt. Das ist selbsterklärend, denn JEDER muß soviel gesunden Menschenverstand walten lassen oder eben die finanziellen Konsequenzen tragen. Die Schuld auf Dritte zu schieben ist natürlich bequemer.

Nur der wissende Sammler kann sich überall schützen, auf den Plattformen, Tauschtagen, Flohmärkten, Auktionen usw. Und es ist ein Unterschied, ob er auch mal betrogen wird, oder ob jemand aus Ignoranz oder Bequemlichkeit ins offene Messer rennt. Keiner der Fälschungsmelder hier konnte mir bisher das Gegenteil überzeugend nachweisen.

Mein Beitrag zur Fälschungsbekämpfung ist dafür prinzipiell nicht erforderlich. Jedoch kann ich mein Wissen in Foren und im Freundeskreis an andere weitergeben, die danach fragen, und Unterstützung leisten, wenn andere um Auskunft und Hilfe bitten. Man kann zusätzlich MIT Delcampe die wüstesten Gauner entfernen lassen, wenn sich das für die Firma rechnet oder sonst eine ernsthafte Geschäftsschädigung eintritt. Die Fälschungsbekämpfer des BDPh leisten auch gute Arbeit. Das ist aber nur ERGÄNZEND sinnvoll, um das Risko für bestimmte Gauner zu erhöhen. Das Fälschungsproblem wird dadurch nicht beseitigt. Delcampe ist nicht der Gegner, das ist der Gauner.

Diese chronische Melderitis bringt gar nichts, weil sie vom falschen Ausgangspunkt aus ansetzt. Sie dient letztlich nur der Selbstdarstellung der Dauermelder oder diese machen sich etwas vor.
 
DL8AAM Am: 16.06.2020 20:13:50 Gelesen: 971# 159 @  
@ bovi11 [#154]

95% Fälschungen bei allen besseren Briefmarkenausgaben zu befreien, muß man sich gefallen lassen, als ...

Wenn jemand komplett ohne eigenes Wissen und Expertise bessere, fälschungsgefährdete Briefmarkenausgaben auf irgendwelchen Internetplattformen, die (bekannt-bewusst) keine Nicht-Fälschungs-Garantie abgegeben, von unbekannten Händern, ohne ladungsfährige Adresse, kauft, womöglich Geld per Überweisung an irgendwelche Konten im Ausland schickt, ohne "Pay-Pal-Garantie", dann muss derjenige sich auch gefallen lassen, als ... bezeichnet zu werden.

Delcampe, Ebay sind ideal für günstiges Basismaterial. Und das war's. Wenn man Wertvolles erwerben will, geht man zum bekannten Fachhändler oder aber ich bin informiert und weiss was ich dort tue. Mehr braucht man eigentlich nicht dazu zu sagen. Und wenn ein potentieller Käufer denkt, er hat gerade auf Delcampe eine bisher unbekannte Blaue Mauritius gefunden und er würde für 1000 Euro den Fang seines Lebens machen, um sich dann anschliessend mit Entdeckerruhm überhäuft, auf ewig in der Karibik niederzulassen, dann ist dem nicht mehr zu helfen bzw. dem "gönnt" man es sogar fast - oder er agiert bei einem "10 Euro" Angebot eines unwissenden Erben sogar genauso bösglaubig, wie böse Fälschungsanbieter. Beide wollen das Gegenüber über's Ohr hauen.

Was nicht heissen soll, dass man Händler die vorsätzlich Fälschungen als Originale anbieten, nicht auch strafrechtlich verfolgen bzw. aus dem Verkehr ziehen sollte, insbesondere und ganz speziell bei gewerblich agierenden Betrüger bzw. bei Betrügern, die den Eindruck von "Fachhändlern" erwecken. Da hört der Spass wirklich auf, denn das untergräbt den "Glauben" an den ehrliche Fachhändler. Hier muss Delcampe wirklich eingreifen.

Deine genannte "baulich einwandfreie Ausstattung", die der Vermieter dem Mieter garantieren muss, hat aber nichts mit Delcampe zu tun. Sondern das Äquivalent wäre die "datenschutzrechtlichen" Sicherheiten, die der Plattformbetreiber (Vermieter) dem Händler (Mieter) garantieren muss. Der Platformbetreiber handelt ja nicht mit den Käufern. Du vergleichst da irgendwie Äpfel mit Birnen. Ich vergleiche aber sowieso lieber nicht Ladenvermieter/Ladenmieter mit dem System Delcampe, da bin ich bei Dir, das passt wirklich nicht, sondern viel lieber das Hintertupfinger Tageblatt und seine Kleinanzeigen schaltenden Kunden mit Delcampe. Das ist da ja auch nicht für mangelhafte Gebrauchtwagen verantwortlich. Er prüft nicht einmal, ob die Wagen gestohlen sind. Auch erwartet hier keiner, dass er die Echtheit von Pokémon-Karten durch freiwillige Prüfer kontrollieren lässt - unabhängig von einer eventuellen Sperre für weitere Anzeigen, die ein gutes Tagesblatt womöglich aussprechen sollte. Delcampe ist hier nur ein elektronisches Anzeigenblatt. Delcampe darf gerne auch mal gegen "geschäftsschädigende" Kunden vorgehen und sperren, aber ich als Käufer darf (und kann) von Delcampe, vom Anzeigenblatt, keinen umfassenden Schutz erwarten oder gar einfordern.

Beste Grüße
Thomas
 
Bicyclestamps Am: 17.06.2020 00:32:24 Gelesen: 891# 160 @  
@ bovi11 [#154]

Der Anbieter einer Onlineplattform hingegen haftet z.B. auch gegenüber einem Marken- oder Patentinhaber oder auch gegenüber einem Urheber, wenn rechtsverletzende Waren über die Plattform angeboten werden und der Betreiber der Plattform bösgläubig gemacht wurde.

Kann man jemanden bösgläubig machen? Wie und wer macht das? Man kann bösgläubig sein. (Bösgläubigkeit ist allgemein das Wissen oder grob fahrlässige Nichtwissen um einen rechtlich bedeutsamen Umstand beim Erwerb beweglicher Sachen. rechtslexikon.net)

Aber das muss man erst einmal nachweisen und nicht unterstellen.

Grundsätzlich gilt keine generelle Haftung der Online-Marktplätze für fremde Inhalte.

"Ein Online-Marktplatz haftet erst, wenn er auf konkrete Rechtsverletzungen hingewiesen worden ist, also mithin erst ab Kenntnis der Rechtsverletzungen, die auf seinem Portal von Dritten begangen werden. Erfolgt eine Überprüfung der durch den Nutzer einer Internethandelsplattform eingestellten Angebote nicht, macht sich der Betreiber der Plattform diese Inhalte insoweit nicht zu Eigen und kann somit auch nicht in die Verantwortung gezogen werden. So hat dies beispielsweise das Landgereicht Düsseldorf vor etlichen Jahren entschieden (Urteil vom 19.03.2008, Az.: 2a O 314/07)." (https://www.onlinehaendler-news.de/e-recht/rechtsfragen/7419-themenreihe-mit-haftung-der-online-marktplaetze-fuer-rechtsverstoesse-der-nutzer)

D.h. der Portalbetreiber haftet erst, wenn er es a) selbst feststellt oder b) darauf hingewiesen wird.

a) hieße: der Betreiber muss alles kontrollieren. Bei der Menge unmöglich.
b) hieße: Von wem? Gerade bei alten und teuren Ausgaben wird es da wohl etwas problematisch, den Marken-, Patentinhaber oder Urheber wieder aus der Gruft zu holen. Oder vielleicht vom kundigen Sammler? Aber dann ist man ja laut charly999 [#158] ein Selbstdarsteller, der unter chronischer Melderitis leidet (welch arrogante Diskreditierung, genauso wie die Ausfälle in [#138]).

Ich bleibe dabei: Der Drecksack ist der betrügerische Verkäufer und nicht ein herbeiargumentierter Stellvertreter.

Bleibt gesund,
Thomas
 
bovi11 Am: 17.06.2020 07:24:55 Gelesen: 845# 161 @  
@ Bicyclestamps [#160]

Du redest wie ein Blinder von der Farbe.

Für die Untermauerung juristischer Behauptungen im Internet irgendeine gerade passende alte Entscheidung eines erstinstanzlichen Gerichts zu suchen, reicht nicht.

Diese Fragen sind längst bis zum EuGH hin entschieden.

Deshalb reagieren Amazon und auch eBay allergisch und suspendieren Verkäufer spätestens beim zweiten Verstoß gegen Marken,- Patent oder Urheberrechte.

Bösgläubig machen heißt im Juristischen, jemanden über eine Tatsache in Kenntnis setzen.

Aber: Alles gehört nicht zum Thema:

Delcampe und der Umgang mit Fälschungen

Richard hatte auch bereits darauf hingewiesen.
 
Bicyclestamps Am: 17.06.2020 08:46:24 Gelesen: 821# 162 @  
@ bovi11 [#161]

Danke für Deine "Freundlichkeiten" und dass Du mir vorwirfst, meine Aussagen belegen zu können, was Du nicht wohl nicht nötig hast. Du behauptest etwas und damit ist das wohl schon Tatsache.

Zunächst mal: Selbstverständlich gehört es zum Thema Delcampe und der Umgang mit Fälschungen sich mit den rechtlichen Grundlagen zu diesem Thema wenigstens ansatzweise auseinanderzusetzen. Auch wenn das nicht in Deine "Wünsch-Dir-Was"-Welt passt.

Und ja, ich habe schlampig recherchiert. Das EuGH hat "längst" entschieden. Nämlich am 2.4.2020. Wie konnte ich nur so blind sein.

Keine Markenbenutzung durch (kenntnislose) reine Lagerung von markenrechtsverletzenden Waren durch Amazon

Kurz: https://www.lhr-law.de/magazin/markenrecht/amazon-ist-auch-nur-ein-marktplatz

Ausführlich: https://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=2969
Das Urteil selbst: http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=224883&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1

Dieser Fall war insofern verschärft, als Amazon die Ware auch noch gelagert und versendet hat, also aktiv am Geschäftsgeschehen beteiligt war. In dem Fall muss ich allerdings sagen, dass mir persönlich das zu weit geht. In diesem Fall hätte ich auf jeden Fall eine Verantwortung des Plattformbetreibers gesehen.

Aber sorry, vielleicht hast Du ja ein noch aktuelleres Urteil aus den letzten 2 Monaten oder eine andere Dir passendere Quelle über die man sachlich diskutieren kann.

Bleibt gesund,
Thomas
 
bovi11 Am: 17.06.2020 08:56:06 Gelesen: 813# 163 @  
@ Bicyclestamps [#162]

Das entscheidende Wort in der Entscheidung ist "kenntnislose".

Sobald ich den Plattformbetreiber bösgläubig mache (von einem Sachverhalt in Kenntnis setze), haftet er!

Mit dem Thema

Delcampe und der Umgang mit Fälschungen

haben Deine Ausführungen jedoch erkennbar nichts zu tun.
 
Bicyclestamps Am: 17.06.2020 09:04:06 Gelesen: 806# 164 @  
@ bovi11 [#163]

Das entscheidende Wort in der Entscheidung ist "kenntnislose".

Ach! Von nichts anderem habe ich in meinen Beiträgen geschrieben. Wer ist hier nun blind? Auch in Bezug auf Deine merkwürdige Weigerung das zum Thema zugehörig anzuerkennen.

Bleibt gesund,
Thomas
 
olli0816 Am: 17.06.2020 10:07:16 Gelesen: 764# 165 @  
@ Bicyclestamps [#160]

Du hast einen wichtigen Absatz hier aufgeführt:

"Ein Online-Marktplatz haftet erst, wenn er auf konkrete Rechtsverletzungen hingewiesen worden ist, also mithin erst ab Kenntnis der Rechtsverletzungen, die auf seinem Portal von Dritten begangen werden. Erfolgt eine Überprüfung der durch den Nutzer einer Internethandelsplattform eingestellten Angebote nicht, macht sich der Betreiber der Plattform diese Inhalte insoweit nicht zu Eigen und kann somit auch nicht in die Verantwortung gezogen werden. So hat dies beispielsweise das Landgereicht Düsseldorf vor etlichen Jahren entschieden (Urteil vom 19.03.2008, Az.: 2a O 314/07)."

https://www.onlinehaendler-news.de/e-recht/rechtsfragen/7419-themenreihe-mit-haftung-der-online-marktplaetze-fuer-rechtsverstoesse-der-nutzer

Der erste Satz ist insbesondere interessant. Delcampe wird ggw. von stampsx mit Dutzenden Meldungen zugepflastert. Ein Teil wird wieder reingestellt, ein Teil gar nicht gelöscht. Delcampe wird darauf hingewiesen, reagiert bei einem Prozentsatz der Meldungen nicht (hier würde die Plattform haften) - und bietet sogar Mechaniken an, um die bekannten Betrüger zu schützen.

Das widerspricht doch deinen Ausführungen, dass Delcampe nichts dafür kann, dass so viele Betrüger auf der Plattform sind.

Nehmen wir zwei Mechanismen, die diese Plattform für Verkäufer zur Verfügung stellt:

1. Bei den Bewertungen kann der Anbieter die Artikel sperren, d.h. man kann nicht nachverfolgen was er verkauft hat. Damit wird die Nachverfolgung unmöglich gemacht und Delcampe als passiver Partner (nicht anders agieren sie) verfolgt die Verkäufe sowieso nicht. Warum auch? Das kostet Provisionen und will man aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Nicht erstaunlich ist, dass gerade diese Funktion bei betrügerischen Anbietern besonders populär ist.

2. Außenstehende haben die Möglichkeit, im Fragenfeld hinzuweisen, dass die Marke eine Fälschung ist. Der Fragende wird mit seinem Accountnamen vermerkt, d.h. wenn es eine Falschbehauptung ist, kann der Verkäufer gegen ihn vorgehen. Aber der Verkäufer hat ein probates schnelleres Mittel: Er löscht einfach den Passus und sperrt den unangenehmen Zeitgenossen, der sein betrügerisches Geschäft torpediert.

Kommen wir noch einmal zu den Meldungen zurück, die ja angeblich nur von Selbstdarstellern sind:

Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass Anbieter xyz quasi nur Fälschungen anbietet. Dies ist Delcampe bekannt, schließlich lesen sie hier und im stampsx-Forum mit und manchmal kommentieren sie auch. Häufig ist es nicht glaubwürdig, aber immerhin haben sie bemerkt, dass stilles Aussitzen ein größeres Problem darstellt als sporadisch und unzureichend zu handeln.

Nur: Ab der Meldung, Händler xyz bietet nur Fälschungen oder bei den hochpreisigen Marken nur Fälschungen an kommt dein Satz wieder ins Spiel:

Ein Online-Marktplatz haftet erst, wenn er auf konkrete Rechtsverletzungen hingewiesen worden ist, also mithin erst ab Kenntnis der Rechtsverletzungen, die auf seinem Portal von Dritten begangen werden.

Sie wurden darauf hingewiesen, handeln aber in vielen Fällen nicht.

Letztendlich werde ich jetzt mal etwas abenteuerlich. Ich habe ein Cannabis - Geschäft in Holland mit den unterschiedlichsten Sorten und biete sie als Sammlerware auf Delcampe in der Rubrik Pflanzen/stimmungsvolle Blumen an. Wenn die Ware gut ist, werden Liebhaber dieser Produkte begeistert zugreifen. Jetzt gibt es Spielverderber, denen das nicht recht ist und melden das wahrscheinlich nicht Delcampe, sondern direkt den Behörden. So weit würde es aber nie kommen, weil die Mitarbeiter der Plattform selber wissen, dass sie recht zeitnah netten Besuch in lustigen Uniformen bekommen, die ihnen kostenlose Unterkünfte in Gebäuden mit Eisengittern und begrenzter Bewegungsmöglichkeit anbieten. Bei Briefmarken dagegen wird Betrügerware bagatellisiert, darauf hingewiesen dass die Käufer selbst schuld seien (einige sind in ihrer Blödheit sicher selber schuld) und man keine Mindeststandards erwarten dürfte. Man könne sowieso nicht alles kontrollieren. Außerdem ist der mündige Sammler viel schlauer als der Pflanzenliebhaber - hihi, wer es glaubt wird selig.

Ein Satz ist sicher richtig: Ja, man kann nicht alles kontrollieren.

Aber man kann es kanalisieren und die meisten Fälschungen (wahrscheinlich über 80%) sind hauptsächlich gewissen Personen/Accounts zuzuschreiben. Und die kann man recht schnell dicht machen. Ob jemand einmal eine Fälschung aus Unwissenheit anbietet, aber ansonsten ein sauberes Angebot hat, braucht man weder zu verfolgen noch ausgiebige Checks zu machen. Genauso kann man die osteuropäischen Händler ohne richtige Adresse raushalten, in dem man endlich einen Prozess einführt, dass ein Nachweis erforderlich ist, wo der gute Mensch zu erreichen ist. Banken oder wenn ich z.B. Bitcoins etc. kaufen möchte machen es doch ähnlich. Sie bekommen nicht einfach so ein Bankkonto. Ja, das ist mit Mehraufwand verbunden, nur ist leider die Welt nicht sonderlich nett, was Themen rund um das Geld verdienen (bekommen) ist. Und ja, hier sollte der Gesetzgeber tatsächlich entsprechende Rahmenbedingungen entwickeln, dass eine eindeutige Identifizierung des Verkäufers gegeben ist. Bei eBay als gewerblicher Verkäufer müssen sie den Beweis genauso bringen.

Was die Äußerungen von Charly mir gegenüber betrifft, ist mir das ziemlich wumpe. Ich habe weiter oben geschrieben, dass unsere Positionen so weit voneinander liegen, dass eine Diskussion in keinster Weise mit ihm lohnt. ich kann mit der Vogel-Strauß-Argumentation nichts anfangen und bin durchaus der Auffassung, dass man für Portale generell Mindeststandards einführen muss. Gerade wegen einer kleinen, überaus kriminellen Schar von gefährlichen Betrügern.

Das Thema ist mir sowieso nicht ganz unbekannt, da mir das in meinem Berufsalltag international mit Amazon, Alibaba und Konsorten genauso begegnet. Nur hier haben die Betrüger sehr viel mehr Probleme, weil ein großer Konzern dahinter steht, der sowohl Personal als auch Fertigungsstätten in den Problemländern hat inkl. den entsprechenden Einfluss. Das heißt im Klartext, dass fast alle Betrüger nach einer Zeit Geschichte sind. Der Handelswert bei Briefmarken ist bei weitem nicht so hoch, aber man kann so manchen Missbrauch durch entsprechende Regelungen eindämmen. Den meisten ist sicher bewusst, dass man Fälschungen nicht zu 100% verbannen kann. Aber wenn man gewisse Kontrollregelungen vorschreibt, einführt und überwacht - der Staat ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich - dann kann sich eine Plattform nicht mehr so einfach rausreden. Man konnte es gut in den letzten beiden Jahren beobachten: Der UST-Betrug chinesischer Händler im EU-Raum hat stark abgenommen, weil der Staat die Rahmenbedingungen geändert hat und gleichzeitig mit dem Zoll die Händler verfolgte. Und siehe da: Die UST-Einnahmen sind stark gestiegen. Gleichzeitig wurde der unfaire Wettbewerb gegen einheimische Händler etwas verbessert, auch wenn es nicht 100% sind. Werden die Rahmenbedingungen so verschoben, dass für gewisse Formalien kein "ich weiß von nichts, also mach ich nichts" möglich ist, gäbe es auf Delcampe zwar weniger Artikel, aber gleichzeitig auch weniger Fälschungen.

Das ist sehr allgemein geschrieben, hat aber mit dem Umgang von Delcampe mit Fälschungen zu tun. Der Umgang ist katastrophal, weil die EU bis heute keine vernünftigen Rahmenbedingungen definiert hat. Deshalb akzeptiere ich auch nicht den Blödsinn der Bagatellisierer.

Grüße Oliver
 
drmoeller_neuss Am: 17.06.2020 10:41:45 Gelesen: 733# 166 @  
Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, die Haftung der Plattform wurde für Verstöße gegen Marken,- Patent oder Urheberrechte entschieden.

Das Anbieten von Fälschungen fällt nicht unter Verstöße gegen Marken,- Patent oder Urheberrechte. Der Verbraucher hat erst einmal keine Möglichkeit, eine Löschung solcher Artikel gegen delcampe durchzusetzen. Ein Verband oder ein Briefmarkenhändler kann natürlich wettbewerbsrechtlich gegen unlautere Anbieter vorgehen, die Fälschungen anbieten. Dazu müssen aber die Fälschungsanbieter als gewerblich eingestuft werden.

charly999 hat recht, viele Dauermelder sind Selbstdarsteller. Ein normaler Mensch würde diesen Wahnsinn gar nicht betreiben, jeden Tag dutzende von Artikeln zu melden. Die Meldung von Deppenfälschungen, die für 20.000 EUR angeboten werden, erregt natürlich mehr öffentliches Aufsehen, als das Melden eines Artikels von 8,50 EUR. Wir sollten diesen Selbstdarstellern aber dankbar sein, weil sie ein allgemeines Problem in der Philatelie aufzeigen.

In der Preislage von 20.000 EUR würde ich nicht mehr von Fälschungen reden, sondern wie stampsx von Illusionskapitalismus. Wer in dieser Preislage in Blindflug einkauft, ohne den Artikel vorher gesehen zu haben, dem ist nicht mehr zu helfen. Da spielt es auch keine Rolle, ob der Artikel auf delcampe oder von einem renommierten Auktionshaus angeboten wird. Wer nicht den Aufwand für die Besichtigung spendieren kann, sollte einen Kommissionär beauftragen, der in dieser Preislage gerne aktiv wird. Alles andere ist grob fahrlässig, und für die blumige Sprache in Auktionskatalogen und BPP-Attesten finden sich in diesem Forum genügend Beispiele.

Gefährlich sind die Artikel in der unteren Preisklasse im zweistelligen Euro-Bereich. Die meisten Käufer ärgern sich und lassen es bei einer schlechten Bewertung bewenden. Solche Fälschungen fliegen unter Radar.

Was könnte Delcampe unternehmen?

1. Anbieter müssen sich gegenüber der Plattform verifizieren. Das kann über Video- oder PostIdent gehen, aber auch ein Verband wie der APHV könnte für seine Mitglieder bürgen.

2. Privatpersonen müssen sich nicht verifizieren, können aber gleichzeitig nur eine bestimmte Anzahl an Artikeln (20) bis zu einem bestimmten Preis (bis 30 EUR) anbieten.

3. delcampe sollte Einstellgebühren verlangen. Um gelegentliche Privatanbieter nicht abzuschrecken, könnte man jedem Benutzer eine bestimmte Anzahl von "Freiposten" zustehen.

4. Die Laufzeit der Artikel sollte beschränkt werden, sonst wird Delcampe zur virtuellen Müllhalde. Wenn ein Artikel nach einem Monat nicht verkauft wurde, passt entweder der Preis nicht oder es gibt keinen Markt dafür. Viele Fälschungen sind solche "Altlasten" und würden automatisch verschwinden.

5. Delcampe muss dafür sorgen, dass gewerbliche Anbieter ihren gesetzlichen Informationspflichten nachkommen (z.B. Impressum) und dass die Widerrufsbelehrung rechtskonform dargestellt wird.

6. Delcampe muss Moderatoren einstellen und diese entlohnen, zumindest mit einer Aufwandsentschädigung. Moderatoren sollten Artikel mit einer einfachen Begründung (Auswahlliste ?) löschen können.
 
Erdinger Am: 17.06.2020 11:20:12 Gelesen: 710# 167 @  
Natürlich kann man sich an Aussagen von bovi11 wie "Du redest wie ein Blinder von der Farbe." stoßen. Auch sie haben mit dem Thema nichts zu tun.

Dennoch: Es gibt gesetzlich festgelegte Rechte für Verbraucher, das ist eine Tatsache, um die auch Delcampe nicht herumkommt. bovi11 sieht die rechtlichen Aspekte, die in dieser Thematik stecken, anders als Laien (die wir in juristischer Hinsicht fast alle sind). Das sollten wir ihm und seinen Mitstreitern zugute halten und seine Arbeit würdigen. Jahrelang wurde nach einer wirksamen Fälschungsbekämpfung gerufen (kann sich noch jemand an Negromurs bei eBay erinnern?), und wenn sie endlich ansatzweise anläuft, ist es auch nicht recht. Wenn das den Weg über die "Bösgläubigkeit" erfordert, ist das kein Winkelzug, sondern ein Hebel, der im Recht angelegt ist.

Wenn Sébastien Delcampe und seine Mitarbeiter zu wenig tun, um unsaubere Klienten dauerhaft vom Handel auszuschließen und sich darauf zurückziehen, "nur" eine Plattform zu sein, wird sich ihr Geschäftsmodell bald überlebt haben. Heute sind die Anforderungen an Handel im Internet höher als vor zehn oder gar zwanzig Jahren. Die Existenzbedrohung für diese Firma käme dann nicht von einer kleinen Schar "selbsternannter Verbraucherschützer", sie wäre bereits im Geschäftsmodell angelegt.

Viele Grüße aus Erding
Dietmar
 
charly999 Am: 17.06.2020 23:46:47 Gelesen: 564# 168 @  
Die Vorschläge 1-4 von drmoeller_neuss sind m.E. ein sehr guter Ansatz für eine Zusammenarbeit mit dem Plattformbetreiber.

Vorschlag 6 löst u.U. nicht unerhebliche Kosten aus, und es stellt sich die Frage, warum Delcampe für die Bequemlichkeit vieler Sammler bezahlen soll. Möglicherweise findet sich ein Kompromiß, wonach nur bestimmte, besonders fälschungsgefährdete Gebiete oder Preissegmente auf diese Weise überprüft werden. Mein Vorschlag wäre, warum nicht alle interessierten Sammler auf freiwilliger Basis einen Obolus in einen Topf bei Delcampe einzahlen, aus dem dann Moderatoren vergütet werden.

Vorschlag 5 dürfte nicht unkomplizierte Rechtsfragen aufwerfen, z.B. die, nach welcher Rechtsordnung sich das Impressum zu richten hat, inwieweit Unionsrecht einschlägig ist usw.. So einfach, wie manche hier die Rechtsprobleme sehen, ist es jedenfalls nicht. Es reicht nicht, einzelne Urteile von Instanzgerichten zu zitieren, aber ansonsten schon die Rechtsgebiete durcheinanderzuwerfen. Spezialisierte Anwälte, die Delcampe helfen könnten, gibt es, aber die sind nicht billig.

Selbst wenn da alles korrekt laufen würde, die praktische Durchsetzbarkeit wäre weiter problematisch. Welcher Anwalt übernimmt schon Verfahren mit einem Gegenstandswert von Euro 100, 200 oder 500? Das lohnt nicht! Wer mit einer Fälschung betrogen wird, hat idR nur bei einem seriösen Händler oder Auktionshaus eine Chance auf Rückabwicklung, nicht bei dem Gauner auf Delcampe.
 
drmoeller_neuss Am: 18.06.2020 11:25:07 Gelesen: 466# 169 @  
@ charly999 [#168]

Vorschlag 5 dürfte nicht unkomplizierte Rechtsfragen aufwerfen, z.B. die, nach welcher Rechtsordnung sich das Impressum zu richten hat, inwieweit Unionsrecht einschlägig ist usw.. So einfach, wie manche hier die Rechtsprobleme sehen, ist es jedenfalls nicht.

Du kannst Dich als gewerblicher Anbieter dieser Rechtsfrage sehr einfach entziehen, indem Du nur Versand nach Deutschland anbietest. Dann gilt deutsches Recht. Wenn sich Dein Angebot an alle EU-Länder richtest, muss Du in den sauren Apfel beissen und damit leben, dass sich ein Käufer in Estland auf estnisches Recht beruft. Die EU-Richtlinie für Fernabsatzverträge gibt den Rahmen für alle EU-Länder vor, die Länder sind gezwungen, die EU-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen, können aber in einzelnen Punkten "schärfere" Regeln vorsehen. Dann musst Du Dich nach den strengsten Vorgaben richten, und hast alle anderen, lockeren Bestimmungen mit erfasst.

Wie gesagt, kannst Du den Käuferkreis begrenzen. Das macht sicher im Einzelfall Sinn, denn den Bund-Berlin-Nachlass in drei Umzugskartons wird wohl kein Käufer in Griechenland kaufen, wenn die Versandkosten dahin bereits ein vielfaches des Kaufpreises betragen. Für alle anderen "briefgängigen" Angeboten würde ich den Käuferkreis nicht einschränken, allzu gross ist der philatelistische Markt nicht, und wenn ich dank Delcampe und ebay einen Käufer in Indien finde, der auch bezahlt, kümmere ich mich gerne um die Versandmodaliäten. Ausserhalb der EU kann man übrigens deutsches Recht als alleinige Grundlage vereinbaren.

Im übrigen ist eine faire und korrekte Artikelbeschreibung der beste Garant dafür, dass diese Frage rechtstheoretischer Natur bleibt. :)

Vorschlag 6 löst u.U. nicht unerhebliche Kosten aus, und es stellt sich die Frage, warum Delcampe für die Bequemlichkeit vieler Sammler bezahlen soll. Möglicherweise findet sich ein Kompromiß, wonach nur bestimmte, besonders fälschungsgefährdete Gebiete oder Preissegmente auf diese Weise überprüft werden. Mein Vorschlag wäre, warum nicht alle interessierten Sammler auf freiwilliger Basis einen Obolus in einen Topf bei Delcampe einzahlen, aus dem dann Moderatoren vergütet werden.

Auf stampsx wurde einmal der ebay-Umsatz in der Kategorie "Briefmarken" mit etwa 60 Millionen EUR pro Jahr beziffert. Hört sich viel an, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass alleine eines der grossen deutschen Auktionshäuser ein Drittel davon pro Jahr umsetzt.

Für ebay bedeutet das etwa 6 Millionen Provisionseinnahmen. Davon könnte man 1 Million EUR für die Moderation abzweigen, d.h. etwa 2% auf den Verkaufspreis. Das halte ich für darstellbar, wenn die Mehrkosten vom Plattformbetreiber und vom Anbieter hälftig getragen werden. Von den Einnahmen könnten etwa 10 bis 15 Vollzeitkräfte bezahlt werden, oder das andere Extrem, auf 450-Euro-Basis die zehnfache Menge an Personen, etwa 150 Rentner oder Berufstätige im Nebenjob, die abends und am Wochenende über delcampe gehen.

Die meisten Artikel sind im unteren Euro-Bereich. Beschränkt man die Moderation auf alle Artikel über 5 EUR Handelswert, sprechen wir über eine Artikelzahl im unteren Millionenbereich. Auf eine Vollzeitkraft würden etwa 1000 Artikel pro Tag zur Durchsicht entfallen, d.h. zwei Artikel pro Minute. Das reicht für eine schnelle Durchsicht aus. Eine ausführliche Begründung für eine Löschung kann natürlich unter diesen Bedingungen nicht geliefert werden.

Das ist erst einmal eine grobe Skizze, und an den Parametern lässt sich noch schrauben. Man kann z.B. den Schwellenwert für die Moderation auf 10 EUR erhöhen und hat dann mehr Zeit pro Artikel. Eine intelligente Software könnte die Kandidaten für die "Handkontrolle" liefern. So machen das seit Jahren die Finanzämter, die meisten Steuererklärungen werden nicht mehr durch einen Sachbearbeiter überprüft, nur dort, wo der Wachhund in Form einer Prüf-Software anschlägt, legt der Finanzbeamte noch Hand an und kontrolliert selbst.
 
silent Am: 18.06.2020 13:13:26 Gelesen: 415# 170 @  
Ich verstehe die ganze Aufregung da nicht. Wird ja keiner gezwungen dort zu kaufen.

Gibt eine einfache Lösung. Delcampe dreht sein Angebot für Deutschland ab und keiner braucht mehr über diese böse Plattform suddern.
 
Quincy Am: 18.06.2020 13:34:15 Gelesen: 395# 171 @  
@ silent [#170]

Es geht noch einfacher: Man liest nicht mehr die entsprechenden Threads in den Foren, man schaut überhaupt nicht mehr in die Foren oder man sammelt in letzter Konsequenz keine Briefmarken mehr.

Wer glaubt, das Fälschungsproblem von Delcampe dadurch lösen zu können, dass er selbst die Plattform nicht mehr besucht, der verkennt, welchen Schaden diese Fälschungsflut in der Philatelie anrichtet. Dieser Schaden trifft auch diejenigen, die in Sachen Fälschungen den Kopf einfach in den Sand stecken.

Gruß
Quincy
 
charly999 Am: 18.06.2020 15:19:02 Gelesen: 352# 172 @  
@ drmoeller_neuss [#169]

Danke für die Hinweise zur Rechtslage! Mein Metier ist die FreizügigkeitsRiLi und die VO 492/2011. Die Vorgaben sollten mit Hilfe von Delcampe umsetzbar sein. Vor dem Hintergrund ist das dauernde Einprügeln auf die Plattform besonders hilfreich.

Mit der Artikelbeschreibung hast Du sicher Recht, allerdings werden unseriöse Anbieter das wohl ignorieren.

Dein Lösungsvorschlag 6 wird mE auf keine Gegenliebe stossen. Ich würde jedenfalls selbst dann nicht auf Provisionen in dieser Größenordnung verzichten wollen, wenn sich Anbieter beteiligen. Es gibt gefährliche Fälschungen auf Delcampe, aber wer die dort reichlich vorhandenen seriösen Anbieter nutzt, geht kein großes Risiko ein. Wer dagegen teure Marken bei chinesischen oder russischen Anbietern kauft, verdient keinen Schutz. Bei den billigen Angeboten hingegen fragt sich, wie gefährlich die wirklich sind. Wenn ich auf stampsx die Meldungen z.B. von Jürgen lese, sind viele Angebote doch leicht als unseriös zu erkennen. Ich finde wirklich, daß sich ein Marktteilnehmer weitgehend selbst schützen kann und muß.

Was mich wundert ist, daß offenbar die seriösen Anbieter nicht wettbewerbsrechtlich gegen die unseriöse Konkurrenz vorgehen. Da stehen wohl Zeit und Kosten in keinem Verhältnis zum Erfolg, oder es handelt sich um einen anderen Kundenkreis, oder eben die Masse der Fälschungen ist ungefährlich.
 
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