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Thema: (?) (7) Vorphilatelie: Baden - Schweiz
Pit Am: 24.12.2012 16:41:35 Gelesen: 5444# 1 @  
Brief von Steinen (Baden) nach Seengen Kanton Aargau (Schweiz), Frankobrief



Rückseite



Meine Frage: Fehlt hier nicht die Angabe eines Gesamtbetrages. Die Gebühr wurde ja vom Absender bezahlt und die Postverwaltung die die Gebühr erhob schrieb sich in den Nenner.

Musste der Absender demnach 6 Kreuzer bezahlen, 2 Kr. bis Grenze und 4 Kr. für die Schweiz ? Liege ich soweit richtig oder mache ich einen Denkfehler ?

Mit freundlichen Sammlergrüßen.

Peter
 
Altdeutschland Am: 24.12.2012 17:04:59 Gelesen: 5434# 2 @  
@ Pit [#1]

Hallo Peter,

dein Brief zeigt das damals übliche Verfahren mittels eines "Gebührenbaums" die einzelnen Bestandteile des Gesamtportos zu zeigen. Üblicherweise wurden zuerst die fremden Gebühren aufgeführt und als letztes die des Absenderlandes.

Der Gesamtbetrag wurde manchmal mit angeschrieben oder eben auch nicht.

Viele Grüße + frohe Weihnachten

Altdeutschland
 
bayern klassisch Am: 24.12.2012 18:55:39 Gelesen: 5418# 3 @  
Hallo Pit,

bei Briefen ins Ausland mit Barzahlung wurde so gut wie nie die Summe angeschrieben. Manche Länder schrieben vor, in welcher Reihenfolge die Gebühren zu notieren waren.

Hier hat Baden seine Gebühr im Nenner und die für den Aargau im Zähler notiert. Ich kenne aber auch badische Briefe, bei denen man dies anders herum vermerkte.

Klären kann man das nur dann sicher, wenn man die Postverträge besitzt bzw. die Gebührentabellen der involvierten Postverwaltungen kennt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Pit Am: 25.12.2012 12:10:51 Gelesen: 5369# 4 @  
@ bayern klassisch [#3]
@ Altdeutschland [#2]

Danke für die schnelle Antwort, dann lag ich doch nicht ganz so falsch.

Frohe Weihnachts & Sammlergrüsse

Peter
 
Arrows Am: 03.02.2017 22:38:07 Gelesen: 3625# 5 @  
@ Pit [#1]

Ich möchte diesen Beleg nochmals hinterfragen, da ich nicht sicher bin, ob es sich beim Abgangsort des Briefes von 1847 um STEINEN (Baden) im Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg, DE handelt. Es könnte damit auch der einzeilige Stabstempel von STEINEN SZ im Bezirk Schwyz, Kanton Schwyz, CH gemeint sein.

Absenderort STEINEN SZ:

Die Verwendung des Einzeilers STEINEN in Elzevirschrift (Stempelschrift mit Serifen), 28 x 4 mm wurde vermutlich von der Zürcher-Italienpost eingeführt und bereits ab 1827 als Brief- bzw. Ablagestempel verwendet.

Empfangsort SEENGEN AG:

Seengen ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg, Kanton Aargau, CH, liegt ca. 55 km nördlich von Steinen SZ am nördlichen Ufer des Hallwilersees und verfügte seit 1.8.1835 über eine Postablage (I.d.R. Entgegennahme und Übergabe von Postsendungen ohne weitere postalischen Dienstleistungen), ab 1.1.1865 über ein Postbüro.

Damit könnte die Taxe für die Wegstrecke von ca. 55 km wie folgt erklärt werden:
Gemäss Regierungsbeschluss über die Abänderung des Post-Taxen-Tarifs im allgemeinen Postreglement vom 30.8.1841 wurden durch den Landammann und den Kleinen Rat des Kantons Aargau bestimmt, dass

die Taxe für einfache Briefe unter dem Gewicht von 3/8 Unzen in der 2ten Postdistanz (Entfernung > 5 Wegstunden) 4 Kreuzer betrug (als Wegstrecke wurde die kürzeste Postroute vom Aufgabe-Postbüro zum Abgabe-Postbüro bezeichnet, 1 Wegstunde = 4'800m).

Somit wäre im "Zähler" 4 die Taxe gemeint, mit dem "Nenner" 2 die zweite Postdistanz.

Quellen:

- Zeno Inderbitzin (2000); Die Stempel des Kantons Schwyz, Consilium Philateliae Helveticae
- ARGE Kanton Aargau (2012); Stempelwerk Kanton Aargau, Band XIII Schriftenreihe Schweizerische Postgeschichte, Verlag Grünewald, D-73525 Schwäbisch Gmünd


Gruss, Arrows
 
Pit Am: 06.02.2017 20:23:30 Gelesen: 3585# 6 @  
@ Arrows [#5]

Habe mal die Innenseite gescannt. Ich denke, daraus geht schon hervor, dass es sich Steinen in Baden handelt.

Gruss

PIT


 
wuerttemberger Am: 08.02.2017 09:29:11 Gelesen: 3535# 7 @  
@ Arrows [#5]

Hast Du ein Beispiel für die von Dir vorgeschlagene Interpretation?

Gruß

wuerttemberger
 
bayern klassisch Am: 09.08.2019 23:49:45 Gelesen: 1011# 8 @  
Liebe Freunde,



von einem ganz lieben Sammlerfreund gerade diesen Scan bekommen - da dürfte der Weltbestand eher eine Handvoll Briefe darstellen. Für den, der alles hat ...

Nachnahmen ins Ausland aus dieser Zeit sind ein Traum.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.08.2019 00:07:44 Gelesen: 1008# 9 @  
@ bayern klassisch [#8]

Hallo Ralph,

auch wenn es kein vorphilatelistischer Beleg ist, einfach zum Dahinschmelzen!

Nachnahmen ins Ausland waren zur Zeit der Rayon-Marken nur mit dem Thurn– und Taxisschen Gebiet des Deutsch-Österreichischen Postvereins möglich. Die Briefe waren als Einschreibbriefe zu behandeln. Da der Kanton Schaffhausen bis 1853 postalisch von Thurn und Taxis betreut wurde und auch in Baden lange Zeit (bis 1811) von diesem Haus die Post geführt wurde, scheint es alte Beziehungsgeflechte gegeben zu haben, die eine Nachnahme-Post aus der Schweiz nach diesem altdeutschen Gebiet ermöglichten. Es existieren einige NN-Briefe, meist vom Kanton Thurgaus resp. vom Kanton Schaffhausen nach Konstanz, wobei sich die Interpretation der angebrachten Taxvermerke als recht schwierig erweist. Dies auch deshalb, weil es zu dieser Zeit keine fixen Wechselkurse gab und der badische Kreuzer nicht mit dem der Schweiz gleichgesetzt werden konnte.

Zitat aus dem Buch "Schweizer Auslandsfrankaturen zur Zeit der Rayon Marken (1850-1854) von Gerhard Blaickner.

LG

Kevin
 
bayern klassisch Am: 10.08.2019 00:46:02 Gelesen: 1005# 10 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#9]

Hallo Kevin,

ja, kein Vormarkenzeitbrief, aber sonst hätte er gar nicht gepasst und ich wollte keinen eigenen Thread aufmachen wegen eines Briefes.

Das mit den alten Beziehungen Taxis / Baden können wir getrost vergessen. Zu Taxis ja, weil sie die Postgerechtsame inne hatten, aber mit Baden hatte das gar nichts zu tun. Gehe ich recht in der Annahme, dass das Buch von Blaickner schon etwas älter ist? Die Argumentation kommt mir jedenfalls so vor. Der Autor weiß offenbar wenig von den Postbeziehungen zwischen Baden und Taxis im 19. Jahrhundert - die waren alles andere als gut, aber das nur am Rande.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.08.2019 00:59:57 Gelesen: 1001# 11 @  
@ bayern klassisch [#10]

Hallo Ralph,

die Neufassung des Buches ist von 2008. Wir hatten ja schon mal das Thema, dass dieses an den ein oder anderen Stellen nicht ganz so gut gelungen ist. Immerhin kommt hervor, dass solche Belege sehr selten sind und eigentlich gar nicht hätten existieren dürfen.

Liebe Grüße,

Kevin
 
bayern klassisch Am: 10.08.2019 01:27:13 Gelesen: 997# 12 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#11]

Hallo Kevin,

so ist es - man muss immer nur das Gute aus einem Buch extrahieren (kognitiv) und den Rest weglassen, dann passt es wieder.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Pit Am: 09.02.2020 17:15:30 Gelesen: 345# 13 @  
Hier ein Brief vom April 1849, Nachnahme (?) von Steinen nach Veltheim im Kanton Aargau, mal schauen, ob ich mit meiner Bestimmung der Taxe richtig liege.

21 Kreuzer Nachnahme + 2 Kreuzer Gebühr.
3 Kreuzer für Baden nach Basel, zusammen 26 Kreuzer.
Basel bekam 2 Kreuzer, zusammen 28 Kreuzer.
Fehlen noch 4 Kreuzer, bekam diese der Kanton Aargau ?

Der Stempel rückseitig bereitet mir auch ein bisschen Kopfzerbrechen, da ich den Ort nicht recht entziffern kann, ich sehe ein M**T** - vielleicht sieht da jemand mehr.




 
bayern klassisch Am: 09.02.2020 19:06:56 Gelesen: 325# 14 @  
@ Pit [#13]

Hallo Pit,

alles richtig, was du schreibst, wenn es nicht das Schweizerische Steinen war - hinten kann ich nichts erkennen und würde das auch in der Beschreibung weglassen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Pit Am: 10.02.2020 19:55:54 Gelesen: 295# 15 @  
@ bayern klassisch [#14]

Hallo Ralph,

nein, das ist schon das badische Steinen, wie man am Text erkennen kann wurde es im Nachbarort Höllstein geschrieben von Louis Merian, dem Besitzer der dortigen Spinnerei und Weberei.

Grüße

Peter
 
bayern klassisch Am: 10.02.2020 20:22:27 Gelesen: 294# 16 @  
@ Pit [#15]

Na, dann passt es auch so. Es gibt Briefe ganz unterschiedlicher Art, die am Ende aber praktisch gleich aussahen, auch wenn sie postvertraglich sehr unterschiedlich waren.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
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