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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 884 Beiträge:
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10Parale Am: 29.03.2013 14:55:42 Gelesen: 391844# 1 @  
Hallo zusammen,

bei der 5 Parale Zeitungsmarke handelt es sich zumindest bei der Urmarke vom 1. November 1858 um eine der ganz großen europäischen Raritäten.

Die Gesamtauflage war eigentlich gar nicht so gering: 23.040 Stück wurden in Jassy hergestellt. Dabei wurden 7008 Marken auf bläulichem und 16032 Marken auf weissem und getöntem Papier entworfen und an verschiedene Postämter verteilt.

Leider wurden die Zeitungen (es sollen 24 Zeitungen zu jener Zeit im Umlauf gewesen sein) nach der Lektüre irgendwann mal vernichtet und mit ihnen die Marken. Es sind nur noch von 2 Zeitungstiteln frankierte Marken erhalten blieben, so nennt sich eine Zeitung z.B. "Zimbrulu si Vulturulu", was so viel heißt wie Ochse und Adler. Deshalb sind diese Zeitungsmarken extrem selten.

1862 wurde eine Spätauflage gedruckt, die jedoch wegen einer Änderung des Posttarifs im Mai 1862 nicht mehr zum Einsatz kam. Diese Marke gibt es also nur ungebraucht und hizugefügt sei, nur auf weißem Papier.

Die Nachauflage hat ein eindeutiges Erkennungszeichen: Die Randlinie unten ist unterhalb dem A von IIAP unterbrochen.

Es gibt noch viele weitere Echtheitsmerkmale, die man auch in der Fachliteratur nachlesen kann. Ich möchte hier nur noch auf 2 sichere Merkmale hinweisen, womit auch eine Laie ganz gut erkennen kann,ob es sich um eine echte Zeitungsmarke handelt oder nicht.

1. Der untere Strahl des Stern zwischen den Hörnern ist bei den echten Marken geöffnet.

2. Die Spitzen der Hörner zeigen elegant nach außen. (bei Fälschungen zeigen sie oft nach innen)

Ich finde dass diese klassischen Marken Rumäniens ein interessantes Studienobjekt darstellen. Leider sind, - zumindest die ersten 5 Michel-Nummern betreffend -, die Marken unerschwinglich. Aber das sollte kein Hinderungsgrund sein, sondern ein Motivation nach dem Motto: ich hab sie nicht, aber ich weiß was drüber.

Beigefügt eine andere Marke mit dem Ochsenkopf, die Michel Nr. 6ay (blau auf weißem Papier), die man für ein wenig Gespartes erhalten kann.

Grüße

10Parale
 


Pepe Am: 29.03.2013 22:06:29 Gelesen: 391803# 2 @  
@ 10Parale [#102]

Schade, das diese alte klassische Marke hier nur so klein abgebildet wurde. Den rumänischen Marken sollte man etwas mehr Beachtung erweisen. Eine kleine Klassiksammlung habe ich mal Anfang der 80iger erworben. Und wirklich, auch diese schlummert ein mickriges Dasein. Ich werde sie mal wieder vorkramen und mal sehen, was dort für schöne Überraschungen auf uns warten. Bis dahin schlage ich mal im Tauschbuch auf und gebe diesen schönen, im Stichtiefdruck hergestellten Satz zur Ansicht.



Rumänien, 100 Jahre rumänische Briefmarken, 1958 11 15, Mi Nr: 1750-57

Die legendären Ochsenköpfe, die ersten vier Marken Rumäniens. Man beachte auch das Trennungsgerät.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 30.03.2013 19:27:39 Gelesen: 391755# 3 @  
@ Pepe

Da bin ich mal gespannt, was deine klassische Sammlung aufweist. Die rumänische Post sieht, wie auch dein Beispiel demonstriert, sehr gerne auf die klassische Markenzeit zurück, wie auch im Jahr 2008 während der Weltausstellung EFIRO in Bukarest, wo man das 150 jährige Jubiläum der rumänischen Marken feierte.

Um das Bild zu verbessern, habe ich die Auflösung (600dpi) vergrößert. Ich habe noch eine zweite Marke beigefügt, sie zeigt diese 40Parale vom Typ blau auf bläulichem Papier. Es gibt noch blau auf weißem Papier und grünblau auf gelblichem Papier.

Die sehr seltenen Bögen weisen 32 Marken auf. Diese Marke war nur für die Postbeförderung innerhalb des Fürstentums gültig. Die Berechnung des Tarifs richtete sich nach der sogenannten Gewichtsstufe in Kombination mit der Entfernung. Doch dies ist ein Thema, dem ich mich mal gesondert widmen will.

Ja, das Trennungsgerät war wohl eine Schere, wie auf der Marke abgebildet. Vielleicht auch ein scharfes Messer. Insofern ist garantiert, dass keine Marke der anderen gleicht und das jedes Markenbild sozusagen ein anderes Rand-Dasein führt, so eben wie die Rumänien Philatelie.

Grüsse

10Parale


 
Pepe Am: 30.03.2013 21:46:12 Gelesen: 391731# 4 @  
@ 10Parale [#747]

Naja - "Nicht schön, aber selten". Immerhin sind diese Marken älter als der älteste Mensch, welcher noch lebend auf diesem Planet umher irrt. Und rechts unten die beiden letzten Buchstaben: EI. Und das zu Ostern!

Meine Rumäniensammlung ist ja nicht auf meinen Mist gewachsen. Sie wurde ohne Ausnahme von mir im Jahre 1985 im ehemaligen Ostberlin von der Witwe des Sammlers gekauft. Der Sammler hat nach dem DDR LIPSIA Katalog gesammelt, hat allerdings auch einen Michelkatalog gehabt. So sind die Marken je mit zwei Nummern beschriftet. Oben der LIPSIA und unten der Michel. Da gab es oft Unterschiede. Mal scheint der eine Katalog ausführlicher, mal der andere.

Ich habe hoffentlich noch den Textteil des LIPSIAS (muß ich noch suchen). Mein Michelkatalog ist der Europa Ost 2003/2004 Band 4. Sehr wahrscheinlich werden Klassikforscher über die alten Marken schon Bücher schreiben.

Und ich habe offen gesagt von diesen Marken Null Ahnung. Dem Altsammler, so will ich ihn vorerst einmal nennen, traue ich schon einige Kompetenz in der Philatelie zu. Seine Witwe hatte bei ostdeutschen Auktionen einen sechsstelligen Betrag eingefahren.

Die Klassik Rumäniensammlung umfaßt mal gerade 126 Werte bis 1900. Und nur sehr wenige sind geprüft.

Heute mal ein erstes Stück. Mi 10 Ix, P bedeutet, Marke sollte geprüft werden.


Rumänien 1862 Mi 10 Ix

Freue mich auf Meinung des Experten.

Nette Ostergrüße
Pepe
 
10Parale Am: 31.03.2013 13:15:50 Gelesen: 391700# 5 @  
Hallo Pepe,

als Experte möchte ich mich nicht bezeichnen, aber ein wenig Kenntnisse habe ich mir angeeignet, was die klassischen Ausgaben Rumäniens betrifft.

Gratuliere erst einmal zu diesem besonders schönen Exemplar der Michel Nr. 10Ix, mein Eindruck verfestigt sich, dass es sich um eine echte Marke handelt. Es handelt sich um den sogenannten Handeinzeldruck auf einfachem Papier. Die äußere der beiden Randlinien ist dick, die innere Randlinie dünn gezeichnet.

Besonders beeindruckt mich der abgeschlagene Stempel. Ich musste gerade Dragomirs Kiriac´s "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" aufschlagen und sehe, es handelt sich um Fig. 73 "FRANC0 TEKOUTCI", also einen Art Rahmenstempel, der dem Postamt in Tekoutci (Tecuci - historisches Gebiet Fürstentum Moldau)zugeordnet werden kann.

Es gab 18 solcher Rahmenstempel und ich denke hier handelt es sich um einen historisch bedeutsamen Nachweis dieses Postamtes.

Dies ist übrigens meine Lieblingsmarke und ehrlich gesagt, ich würde sie an der Stelle kaufen.

Ich sende Dir beigefügt ein Briefstück mit der Michel-Nr. 10Ix, 30 Parale blau mit schwarzem Doppelkreisstempel Bucuresti 30/7. Diese Marke ist geprüft von Herrn Heimbüchler und wurde als echt befunden.

Im Gegensatz zum Handeinzeldruck gab es 1864 noch den Plattendruck mit dem gleichen Markenbild, wo es gelang durch technischen Fortschritt 40 Marken in einem Druckvorgang auf den Bogen zu setzen. Diese spätere Ausgabe war lediglich 3 Monate in Verwendung und ist deshalb auf Briefen und mit Abschlag höchst selten.

Grüße

10Parale


 
Carolina Pegleg Am: 31.03.2013 16:38:25 Gelesen: 391673# 6 @  
Hallo 10Parale,

vielen Dank für die tollen Infos. Ich habe auch eine kleine Sammlung von Rumänien und freue mich mehr über die Marken erfahren zu können. Bei vielen der klassischen Marken ist es ja schwer zu sagen, ob man Originale besitzt. Hier meine Nummern 9/10, die ich bislang nicht näher zugeordnet habe. Man beachte die grossen Unterschiede im Detailreichtum zwischen beiden Marken. Ich bin mir nicht sicher, dass sie echt sind.



Vielleicht kannst Du Dich nochmals daran versuchen?

Vielen Dank!

Arno
 
10Parale Am: 31.03.2013 20:02:12 Gelesen: 391648# 7 @  
@ Carolina Pegleg [#6]

Erst einmal freut es mich, dass mein Thema diese Resonanz findet. Vorab habe ich mit der blauen 30 Parale Handeinzeldruck mit dem gut sichtbaren Abschlag FRANCO JASSY (Dragomir Fig. 66) wenig Probleme, müsste Michel 10Ix sein und meiner Meinung nach echt. Das Markenbild wird oben durch den Scherenschnitt? leicht tangiert. Die Marke wurde irgendwann zwischen November 1858 und Mai 1862 abgeschlagen.

Die linke karminrosa 6 Parale gibt es in gestempelter Form ausschließlich als Handeinzeldruck. Von den 188.800 Stück, die vom Plattendruck 1864 in Jassy hergestellt wurden, kam keine einzige in den Umlauf. Diese Marken gibt es lediglich ungebraucht.

Interessant ist der Teil des auf der Marke sichtbaren Stempels "FRANCO BOTOSCHENI". Von den oben erwähnten 18 Postämtern verfügte jedes Postamt über einen Rahmenstempel, der sich vom anderen unterschied. FRANCO BOTOSCHENI ist ein rechteckiger Rahmenstempel mit einer Linie zwischen FRANCO und BOTOSCHENI. Dieser Mittelstrich, der kurz vor dem I von Botoscheni endet vermisse ich. Das will aber noch nichts sagen.

Ich halte die Marke auch eher für einen Plattendruck-Typ. Ich sehe beim A und R von PAR sehr nah an den Buchstaben Punkte, wie sie nur beim Plattendruck auftreten.

Sorry, aber die Michel Nr. 9 ist schwer zu identifizieren. Ich persönlich halte sie für eine MICHEL NR. 9 II mit einem Stempel, der entweder falsch ist oder noch nicht gelistet. Um so dringlicher würde ich eine Prüfung empfehlen. Sollte sich herausstellen, dass die Marke und der Stempel echt sind, sicher eine Bereicherung um das Wissen um die 9.

Aber wie gesagt, ich bin kein solcher Experte und wage es auch noch nicht mehr darüber zu sagen. Schließlich haben wir auch Bilder vor uns und können das Gesehene nicht greifen.

Beigefügt eine 30 Parale mit eine ähnlichen Abschlag, 10Ix FRANCO JASSY.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 31.03.2013 21:36:36 Gelesen: 391630# 8 @  
@ 10Parale [#7]

Ja die alten Marken sind doch immer wieder interessant und leider hört bei meiner Sammlung die Ochsenkopf Story schon auf. Es gibt da noch einen "Joker", den hebe ich für den Schluß auf.

Habe noch die alten Lipsiaseiten gefunden und kann nun das kleine a bei der Lipsiaauszeichnung begründen.

Der Katalogtext stammt von 1973! Da gab es die Nr. 10Ix in Farbe a - blau und Farbe b - grünblau.

Bei Wunsch kann ich die Seite mal einstellen.

Nun kommt in meiner Sammlung gleich ein Sprung zur Nr. 14



Rumänien 1866/1867 Mi Nr: 14y

Hier ist der Stempel leider nur sehr mäßig.

Nette Ostergrüße
Pepe
 
Carolina Pegleg Am: 01.04.2013 01:49:21 Gelesen: 391612# 9 @  
Vielen Dank für deine Einschätzung, 10parale! Die werde mich für beide Marken um Ersatz bemühen. die 30par ist echt, aber nicht wirklich schön (es gibt ein Nadelloch wo der Stempel durch das sehr dünne Papier durchgeschlagen ist), und die 6par ist also eine vermutlich falschgestempelte 9II. Ich hatte beide Marken bei mir im Katalog auch nicht abgehakt, also "kein Verlust."

Ich hänge mich dann auch mal mit meinen Marken der 1866er Ausgabe dran. 16x, 14y, und 16y, wobei die 14y und 16y mit den Strichstempeln sehr verdächtig aussehen. Ich hatte mir daher bislang nur die 16x als vorhanden notiert, was natürlich nicht heisst, dass die nicht auch falsch sein kann.


 

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