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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 882 Beiträge:
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10Parale Am: 20.04.2020 19:21:07 Gelesen: 78597# 808 @  
@ Gerhard [#804]

So ein Lob tut auch mal gut. Da sage ich danke und zeige gleich eine neue Karte, der es auch nicht an Schönheit und Nostalgie mangelt.

Wasser ist lebenswichtig und ich hatte mal das Glück, auf einem rumänischen Dorf in der Nähe von Sibiu frisches Wasser aus einem Brunnen zu schöpfen, der so aussah wie der Brunnen auf der Postkarte. Eine Frau und ein Mann in typischer rumänischer Tracht begegnen sich am Brunnen. Was heute Facebook und Twitter, war früher der Brunnen am Dorfplatz.

Die pittoreske Karte beinhaltet einen Neujahrsgruß zum Jahreswechsel 1898 zu 1899. Sie entstammt einer Korrespondenz nach Bischofzell (siehe auch [#803]) in die Schweiz.

Solche alte Postkarten sind im Moment das Wenige, wofür ich in der Rumänien Philatelie noch Geld ausgebe, weil sie mir wirklich sehr gefallen und weil sie "noch" den Geldbeutel schonen. Die teuerste Karte mit dem Motiv vom Schloss Peles hat mich mal über 50,-- Euro gekostet, diese Postkarte hier konnte ich nach einem Bietergefecht auch noch für ca. 35 Euro erwerben. Die Karte aus #803 kostete gerade mal 7 Euro. Manchmal muss man auch Glück haben. Aber Bietergefechte zeigen, dass solche alten Karten auch schon sehr begehrt sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
Gerhard Am: 20.04.2020 19:40:22 Gelesen: 78587# 809 @  
@ 10Parale [#808]

Ja, die ist auch klasse; aber warum die 2 unterschiedlichen Stempel? Rechts Bukarest, links kann ich nicht lesen. War da eine Nachentwertung, weil der Bukareststempel die Marke nicht traf und was ist das für eine Schrift, ich kann leider gar nichts auf dem linken Stempel lesen.

MphG

Gerhard
 
Heinz 7 Am: 20.04.2020 20:06:20 Gelesen: 78580# 810 @  
@ Gerhard [#809]

Hallo Gerhard,

es war meines Wissens Vorschrift, dass diese Karten doppelt gestempelt wurden. Der Stempel links ist ein Ankunftsstempel von Bischoffszell (Schweiz). Ich lese die Daten "29.XII." (Rumänien) und "1.I." (Schweiz).

Schöne Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 20.04.2020 21:10:52 Gelesen: 78563# 811 @  
@ Gerhard [#809]

Heinz 7 [#810] dürfte Recht haben. Die Karten mussten wohl vorschriftshalber doppelt abgestempelt werden. Es ist ein Ankunftsstempel von Bischofszell vom 1.I.99. Die beiden Abstempelungen von Bukarest sind (zugegeben) keine philatelistische Augenweide.

Die folgende Karte untermauert unter Umständen die Vorschrift der Doppelabstempelung. Die Karte lief am 19. November 1905 von Bukarest nach St. Gallen. Doppelte Abstempelung. Ankunftsstempel von St. Gallen vom 21.XI.05.

Die Karte zeigt vorderseitig die Sparkasse in Bukarest (Casa de depuneri = auch Pfandhaus) im klassizistischen Baustil.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.04.2020 11:53:36 Gelesen: 77704# 812 @  
Wir lesen, dass die Marken von Rumänien seit vielen Jahren sehr populär sind und eifrig gesammelt werden. Dies gilt nicht nur für die klassischen Top-Raritäten, sondern auch für manche späteren Ausgaben. Wehmütig blickt manch ein Sammler zurück auf die Jahre im XX. Jahrhundert, als viele schöne Briefmarken verhältnismässig günstig hätten gekauft werden können. Heute sind viele Angebote sehr "preisfest", um es einmal so zu sagen.



Heute gibt es viele Sammler auch für den "semi-klassischen Bereich", also die Ausgaben nach ca. 1870. Die 9. Ausgabe von Rumänien gibt es mit sehr attraktiven Frankaturen zu bestaunen. Besonders interessant sich auch die Unterschiede der Druckbilder der Ausgaben "Pariser Drucke", "Bukarester Druck von Pariser Platten" und "Bukarest Druck". Nicht alle diese Ausgaben findet man ohne Weiteres, besonders nicht als ungebrauchte Einheiten oder als schöne, bedarfsgerechte Frankaturen.

Ich schätze ungebrauchte Einheiten sehr. Anbei zeige ich zwei Viererblocks der Michel Nr. 39 und 45. Die Unterschiede in Druck, Farbe, Zähnung machen klar, dass für Spezialsammler ein weites Feld offensteht. Auch Wasserzeichen- und Papierunterschiede können sehr wichtig sein.

Lose, schlecht gestempelte oder defekte Marken der 9. Ausgabe gibt es mehr als genug. Ich rate jedoch allen Philatelisten ungebrauchte Einheiten zu beachten und zu sammeln. Sie sind oft erstaunlich selten.

und einfach schön!

Heinz
 
10Parale Am: 13.05.2020 21:29:25 Gelesen: 75558# 813 @  
@ Heinz 7 [#812]

Diese Viererblocks der 9. Ausgabe sind wunderschöne klassische, blaue Marken (10 Bani). Ich schätze sie auch sehr auf Briefen oder Ganzsachen als Zusatzfrankatur, Beispiele haben wir in diversen Rumänien-Beiträgen schon gesehen.

Heute erreichte mich eine lang ersehnte Lithographie aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Wir sehen auf dem Bild 2 typische Roma Frauen in warmer, bäuerlicher Tracht. Sie nähern sich, weil eine der Beiden Feuer braucht für die Zigarette. Der Boden ist hart und schneebedeckt, die Bäume im Hintergrund kahl.
Links eine typische Bauernhütte mit einem Strohdach. Ich bin sicher, die Beiden stehen auf einem Teppich. So reinigte man in Rumänien Teppiche, indem man sie auf den Schnee legte. Ein faszinierendes, pittoreskes und rares Motiv.

Die Karte lief von Bukarest (da bin ich mir sicher, obwohl die Stempel nur halb abgeschlagen wurden) nach Othée in Belgien, wo sie am 2. Mai 1906 mit einem schwer lesbaren Ankunftsstempel abgeschlagen wurde. Der Empfänger war ein Student, die Sprache ist französisch.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.05.2020 19:57:31 Gelesen: 75077# 814 @  
@ 10Parale [#813]

Das ist eine sehr hübsche Ansichtskarte!

Auch ich habe etwas Nettes gefunden.

Markenheftchen sind im Catalogul Marcilor Postale Romanesti CMPR 74 nicht katalogisiert.

Kürzlich habe ich folgendes Heftchen gefunden:



1939 gab es eine Weltausstellung in New York. Dazu gab Rumänien zwei Briefmarken heraus (CMPR Nr. 670+671, siehe Seite 210). Dass die Marken auch als Markenheftchen erhältlich waren, ist im CMPR m.W. nicht vermerkt.

Vielleicht waren diese Heftchen nicht offiziell, sondern privater Natur?

Gezähnt/lose sind die Marken jedenfalls nicht teuer. Ich nehme an, als Markenheftchen sind sie relativ selten.

Heinz
 
10Parale Am: 26.05.2020 21:10:42 Gelesen: 73812# 815 @  
@ Heinz 7 [#814]

In einem gewöhnlichen Katalog von Rumänien (von Lazar Carjan u. Mircea Gheorge Manole - 2006) fand ich den Hinweis, dass von diesen speziell zur Weltausstellung in New York herausgegebenen Markenheftchen (rum.: carnet) 50.000 Exemplare ausgegeben wurden, also offizieller Natur. Preis 2006: 8 € pro Stück.

Sehr viel teurer sind die ungezähnten Ausgaben (rum. Serie nedantelata), ein postfrischer Viererblock wird in o.g. Katalog mit 3.600,-- Euro bewertet, ebenfalls gestempelt.

Die folgende Ansichtskarte lief am 22. Juni 1897 von Bukarest nach St. Petersburg 13.6.1897 schwach abgeschlagen wurde. Auf Grund der unterschiedlichen Kalender ist das Datum in Russland hochzuzählen.

Liebe Grüße

10Parale


 
buzones Am: 26.05.2020 22:15:31 Gelesen: 73795# 816 @  
@ Heinz 7 [#814]
@ 10Parale [#815]

Ich bin etwas irritert darüber, dass dieses "carnet“ als "Markenheftchen" bezeichnet wird.

Ein Markenheftchen ist laut Begriffslexikon der Philatelie des BPP folgendermaßen definiert:

Ein Markenheftchen ist eine Zusammenstellung von Briefmarken, bei der die Marken in einem oder mehreren Blättern gleicher und/oder verschiedener Wertstufen zusammengefasst verkauft werden. Je nach Ausführung können Zwischenblätter in Markenheftchen enthalten sein, die ein Zusammenkleben verhindern sollen und als Werbeträger genutzt werden können. Die Heftchenblätter sind im Markenheftchendeckel durch Klammerung, Klebung oder Nähung befestigt. Bei selbstklebenden Postwertzeichen sind diese direkt auf der als Markenheftchendeckel dienenden Unterlage aufgebracht. Markenheftchen werden in der Regel in (Zusammendruck-)Bogen, sog. Markenheftchenbogen, gedruckt, aus denen dann die einzelnen Markenheftchen konfektioniert werden.

Das von Heinz gezeigte Produkt entspricht doch eher einer Klappkarte mit eingeklebten Marken, ähnlich den bekannten Ministerkarten der ehemaligen Deutschen Bundespost.

Und Schluss mit der Besserwisserei. :-)

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 27.05.2020 11:30:37 Gelesen: 73724# 817 @  
@ buzones [#816]

Ralf, es scheint mir, dass Du recht hast.

Dir, 10 Parale, danke ich für die Angaben.

@ 10Parale [#808]

Die Ansichtskarten gefallen mir. Danke fürs Zeigen.

Heinz
 
10Parale Am: 27.05.2020 17:34:14 Gelesen: 73682# 818 @  
@ buzones [#816]

eine Klappkarte mit eingeklebten Marken ist per se eine nicht offizielle Definition. Ich wundere mich immer, dass die strengen Worthüter der Philatelie keine Zweideutigkeit zulassen, die ein Begriff durchaus haben kann. Ein Carnet kann auch ein Schulheft bedeuten, aber kein rumänischer Lehrer hat sich bislang beschwert, dass der Begriff Verwendung in anderer Bedeutung findet.

Da wir hier jedoch ein philatelistisches Forum sind, scheint es mir auch so, also hat buzones Recht.

10 Parale
 
Heinz 7 Am: 30.05.2020 10:00:31 Gelesen: 73259# 819 @  
Rumäniens Postgeschichte ist äusserst spannend und lehrreich. Dass ausländische Postverwaltungen auf dem Gebiet der Moldau und der Walachei tätig waren, ist zwar allgemein bekannt, aber selbst grosse Sammler kümmern sich dabei in der Regel nur um die österreichische Post. Die schwierigeren Gebiete werden oft einfach weggelassen.

Französische Post oder russische Post auf dem Gebiet der Moldau oder der Wallachei ist selten. Noch schwieriger wird es aber bei türkischer Post oder griechischer Post!

Bei den seltenen Gelegenheiten, wenn solche Briefe einmal angeboten werden, verlangen die "bekannten" Auktionshäuser in der Regel sehr hohe Ausrufpreise, was den Kreis der Interessenten stark einschränkt.

Nun sehe ich, dass beim griechischen Auktionshaus "Karamitsos" (Thessaloniki) ein sehr seltener Brief mit griechischer Post in Rumänien angeboten wird. Auktion 660 vom 13.6.2020: Los 1586 zeigt uns einen Brief von Syros aus dem Jahr 1859, unfrankiert, natürlich, denn Griechenland hatte damals noch keine Briefmarken. Der Brief wurde nach Bukarest gesandt und vom Absender im Voraus bezahlt. Davon zeugt der Taxvermerk (handschriftlich: 130 Lepta) und der Stempel (auf der Rückseite, leider nicht abgebildet, aber im Katalog-Lostext erwähnt).

Spannend und sehr selten ist nun die Beförderung durch die griechische Post! Davon zeugen die zwei griechischen Stempel "Ibraila" (Durchgangsstempel) und "Bukarest" (Ankunftsstempel). Zwischen den zwei Stationen liegen 4 Tage; die ganze Beförderung scheint drei Wochen gedauert zu haben!



Es gibt meines Wissens nur fünf solche Briefe. Es sind Pretiosen für engagierte Philatelisten.

Angesichts der Seltenheit des Briefes halte ich den Ausrufpreis von nur Euro 2500 für ein Schnäppchen. Ich denke, es wird nicht bei diesem Preis bleiben.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.06.2020 21:19:25 Gelesen: 72588# 820 @  
@ Heinz 7 [#819]

Ich habe über "griechische Post in Rumänien" geschrieben, aber aktuell wurden ein paar Lose "französische Post in Rumänien" angeboten

... und verkauft! Mit einem sehr bemerkenswerten Erlös für das Spitzenlos.

Los 829



1871 wurde dieser Brief von Braila nach Lyon gesandt. Das Besondere daran: er wurde mit französischer Post befördert. Das zeigt schön der Doppelkreisstempel "Ibraila"

Den Ausrufpreis von Euro 350 hätte ich gerne bezahlt. Mein Gebot lag markant darüber. Der Zuschlag hat mich nun aber auch überrascht.

Gemäss "Liste des prix atteints" erreichte das Los 829: Euro 2315.
(Lugdunum, Vente sur Offres no. 114).

Anbei noch der Text des Auktionsloses.

ROMANIA - IBRAILA French P.O : 1871 "BORDEAUX ISSUE" Pair 20c (n°46) canc. GC 5085 + IBRAILA VALACHIE on cover to FRANCE. Light strike but "BORDEAUX" Issue used at IBRAILA are of GREAT RARITY. Vf.

Es freut mich, dass auch dieses lange nur wenig beachtete Gebiet im Interesse der Sammler gestiegen ist.

Heinz
 
10Parale Am: 05.06.2020 19:48:05 Gelesen: 72545# 821 @  
@ Heinz 7 [#820]

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr rare Verwendungsformen auf den Preis schlagen. Türkische, griechische und französische Post in den Fürstentümern sind Preziosen der Philatelie und die beiden Stücke, die Heinz 7 uns zeigt, erzielten starke Preise.

Bei dem senkrechten Paar der 20 Centimes erkenne ich bei der oberen Marke eine offene Stelle (Loch), dies scheint aber keinen Einfluss auf das Resultat gehabt zu haben. Dies stärkt mich in dem Glauben, dass die Preisfindung immer nur im Gesamtkontext der Gesamtdarstellung stattfindet. Eine Adresse an eine berühmte Persönlichkeit, die Seltenheit eines Postamtes, die kurze Verwendungszeit eines Stempels, die Anordnung in einem Bogen oder Streifen machen aus einer angeschlagenen Briefmarke dennoch eine Preziose.

Wir werden unser Augenmerk verstärkt auf diese Gebiete richten, gerne hätte ich Heinz 7 diesen Beleg auch gegönnt.

Ich zeige heute eine Ansichtskarte aus SZEKELYUDVARHELY. Die Ansichtskarte wurde in Budapest hergestellt und zeigt die katholische Mädchenschule in Oderhellen oder rumänisch Odorheiu Secuiesc im Landkreis Harghita in Rumänien.

An dieser Schule hat meine Frau in den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts rumänische und englische Sprache unterrichtet. Natürlich war es da eine rumänische Schule mit ungarisch- und rumänisch sprechenden Kindern und Jugendlichen. Als diese Karte geschrieben wurde, am 10. August 1920, war der Schulbetrieb noch in der Hand der Barmherzigen Schwestern. Acht (8) dieser Schwestern verewigten sich gleichsam mit Ihrer Unterschrift auf der Karte. Die Anschrift ist beachtenswert: "Hochehrwürdiger...…Herr …. in Bukarest".

Wir sehen einen ungarischen Stempel von Odorheiu und 2 rumänische Freimarken, die man nicht so oft auf Belegen antrifft.

Liebe Grüße

10Parale


 
Gerhard Am: 06.06.2020 01:01:21 Gelesen: 72523# 822 @  
@ 10Parale [#821]

Tolle Karte, die Du da zeigst, philatelsistisch schon ein Hingucker und dann noch der Hintergrund. Ich finde es immer wieder faszinierend, welche (kleinen) Geschicht(chen)e bei der Vorstellung solcher Stücke zu Tage kommt, Philatelie ist eben mehr als bloßes Postwertzeichen ansammeln!

MphG
Gerhard
 
10Parale Am: 08.06.2020 21:55:38 Gelesen: 72408# 823 @  
@ Gerhard [#822]

"Philatelie ist eben mehr als bloßes Postwertzeichen ansammeln!"

Dem ist nichts hinzuzufügen. Dennoch habe ich aktuell eine Sammlung Tschechische Republik beboten, einfach mal ansammeln und sehen, was diese junge Republik, die ich sehr liebe, so auf den Fahnen stehen hat.

Nun gut. Heute zeige ich eine alte Straßen- und Stadtansicht von Galatz. Rechts oben die um 1870 erbaute griechische Kirche, im Hintergrund das Hotel Metropol und der zentrale Stadtpark. Eine Pferdegespann treibt eine Kutsche über den breit angelegten Boulevard.

Die Karte hat unten rechts einen kleinen Knick. Sie lief am 16. November von Galati nach Wien, wo sie am 18. November mit einem blauen Stempel abgeschlagen wurde.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 19.06.2020 14:25:50 Gelesen: 71678# 824 @  
Die Donau Dampfschiffahrtsgesellschaft operierte, wie es ihr Name sagt, auf der Donau. Die Donau ist (unter anderem auch) der Grenzfluss zwischen der Wallachei und Bulgarien. Einzelne Häfen lagen auf bulgarischem Gebiet, viele aber auch auf rumänischem. Darum ist der Postverkehr der DDSG für viele Rumänien-Sammler von höchstem Interesse. Die vier Briefmarken dazu finden wir im Michel-Katalog aber verständlicherweise unter der Rubrik "Österreich".

Die gängigen Kataloge listen nur die vier DDSG-Marken von 1865-1878 auf (Mi Nrn. 1-4). Dass daneben weitere Marken herausgegeben wurden, wissen viele Sammler nicht.



Dies ist keine BRIEF-Marke, sondern eine Gepäck-Kontrollsmarke. Sie sind sehr grossformatig (ca. 5,6 cm im Quadrat).

Im CMPR '74 sind sie auf Seite 526 summarisch gelistet. Es gibt sehr viele verschiedene dieser Marken: Gepäck-Control-Marke. Echt verwendet sind sie seltener als ungebraucht.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.06.2020 22:40:20 Gelesen: 71406# 825 @  
@ Heinz 7 [#824]

Die D.D.S.G. gab bekanntlich einige wenige Briefmarken heraus. Schön frankierte Briefe aus Rumänien mit DDSG-Marken sind immer eine Freude. Die Kenner achten daneben noch auf die Stempel, von denen es zahlreiche sehr seltene gibt.

Ein wirklich wunderbarer Brief wurde heute in Wiesbaden versteigert.



Ein Brief von Oltenitza nach Galatz, frankiert mit einer 1866 Marke 17 Kreuzer rot (Michel Nr. 1). Besonders schön auch der extrem seltene Schiff-Stempel "PROPELLER SULINA-7". Im Buch von Blistyar 2011 war dieser Stempel mit Euro 2'000 bewertet (Seite 177).

Der Ausruf lag nun bei Euro 2'500. Ich dachte mir, dass der Brief wohl kaum zu diesem Preis verkauft würde, und so war es denn auch. Dass er aber gleich auf Euro 8'500 Zuschlag kletterte, das hat mich dann doch überrascht.

Heinz
 
10Parale Am: 08.08.2020 12:50:25 Gelesen: 68087# 826 @  
@ Heinz 7 [#825]

Das ist wirklich eine Preziose der DDSG. Hier sieht man wieder schön, welchen Wert seltenen Stempel zugemessen wird. Wenn dann noch viele solvente Bieter, - und nur solche können diese Raritäten kaufen -, sich um das Stück bemühen, kommt wie in diesem Fall ein sehr hoher Preis zustande.

Dieser Tage hat mir das Auktionshaus Corinphila wieder einige schöne Kataloge der kommenden Auktion im September 2020 zugesandt. Wenn man solch ein Paket erhält, freut man sich natürlich, allein schon das Studium der Kataloge ist faszinierend. So gibt es auch einen Katalog "The Werner Schindler Collection - Austrian Mail in the Levant". Auch dort wird unter der Rubrik "The Importance of the DDSG" ein teurer Brief aus der Farranga Korrespondenz angeboten, der ein waagrechtes Paar der 10 Kreuzer auf einem Brief von Calafat nach Brailla für 3.000 Schweizer Franken (ca. 2.820,-- €) zum Ausruf bringt.

Da ich in dieser September-Woche Urlaub habe, überlege ich mir einen kleinen Ausflug nach Zürich, um wieder einmal Auktionsluft zu schnuppern.

Weniger spektakulär und total günstig habe ich diesen Erst- und Sonderflugbeleg erhalten. Er würdigt den Flug der Caravelle mit der Austrian Airlines von Bukarest nach Wien am 19. Mai 1965. Die beiden Marken zeigen sowjetische bzw. amerikanische Raumfahrer. Die zwei Flaggen der Weltmächte harmonisch auf einem Brief. Rückseitiger Ankunftsstempel von Wien.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.10.2020 21:58:34 Gelesen: 59341# 827 @  
@ 10Parale [#826]

Nun, es ist ruhig geworden bei diesem einst so lebhaften Thema. Stille Wasser gründen bekanntlich tief und tief in die Tasche greifen muss man für die Preziosen der rumänischen Philatelie. Diese wurden hier im großen Rahmen sehr detailliert und gründlich beschrieben.

Nun, ich habe das Thema einmal begonnen und werde es fortsetzen. "Gerhard Lang-Valchs" beschäftigt sich in der Ausgabe Nr. 9 der Schweizer Briefmarken Zeitung (SBZ) mit den angeblichen Spiro-Bögen von Rumänien in einem ersten Teil.

Sehr lesenswerter Artikel, leider konnte ich die Fortsetzung noch an keinem Kiosk in Basel finden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.11.2020 11:46:01 Gelesen: 53407# 828 @  
@ Heinz 7 [#137]

Heute feiert ein ganz grosser Philatelist seinen 90. Geburtstag. Fritz Heimbüchler, hier gezeigt auf einer Ganzsache von Rumänien



Er hat in den letzten 60 (?) Jahren die Rumänien-Philatelie geprägt wie kein Zweiter. Nicht nur ist er Vorsitzender der ARGE Rumänien seit einer gefühlten Ewigkeit (seit mehr als 40 Jahren), er war auch ein ganz grosser Sammler (mit zwei Grand Prix International - Auszeichnungen). Er war Prüfer für das Gebiet und die erste Anlaufstelle für die klassischen Briefmarken von Rumänien. Seine Handbücher 1994, 2002 und 2007 waren wegweisend und haben viel dazu beigetragen, dass die Rumänien-Philatelie definitiv aus ihrem Dornröschen-Schlaf wachgeküsst wurde, in dem sie sich nach der Teilung Europas nach dem 2. Weltkrieg lange Zeit befunden hatte.

Fritz Heimbüchler hat unzählige Ehrungen erhalten für seine Verdienste in der Philatelie. So ist er u.a. eingeladen worden die "Roll of Distinguished Philatelists" zu unterzeichnen.

Die Mitglieder der ARGE schätzen vor allem die jährlich stattfindenden Symposien, die uns an viele, viele Orte in Europa gebracht haben (meist wurde der Anlass mit einer internationalen Ausstellung verknüpft). Teils waren die Anlässe so gut besucht, dass sich die Referenten beinahe um ein Zeitfenster "prügeln" mussten, um einen Fachbeitrag unterbringen zu können.

Fritz ist noch immer fit & munter, was uns alle freut. Sein Gedächtnis ist phänomenal! Seine (Haupt-) Sammeltätigkeit hat er nun auf "Brasilien" verlegt, seit er seine zweite Rumäniensammlung verkauft hat (2010-2013).

Alles Gute, lieber Fritz! Du bist ein "Maradona der Philatelie"!

Heinz
 
nor 42 Am: 26.11.2020 17:53:53 Gelesen: 53330# 829 @  
@ 10 Parale (#827)

Die SBZ habe ich nicht bei Hand und weiß nicht was dort steht. Betr. der "Spiro-Bögen" schauen Sie mal im "The London Philatelist", Mai 2020 nach.

Alles Gute,
nor 452
 
Franz88 Am: 28.12.2020 15:12:12 Gelesen: 47432# 830 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Auslandsbrief vom 16.1.1875 von Focsani (Stadt in der historischen Region Westmoldau) nach Wien. Der Brief wurde mit 10 + 15 Bani - Marken frankiert.
Rückseitiger Ankunftstempel WIEN 19.1.75

Ich vermute, die 25 Bani waren die Gebühr für einen einfachen Auslandsbrief.

Liebe Grüße
Franz


 
10Parale Am: 28.12.2020 21:50:44 Gelesen: 47407# 831 @  
@ Heinz 7 [#828]

Von einem Freund der ARGE Rumänien habe ich vom 90. Geburtstag von Fritz Heimbüchler erfahren. Nun sehe ich zum ersten Mal, dass es eine rumänische Ganzsache über ihn gibt, und das finde ich ganz toll.

Auch wenn ich mich mittlerweile aus der Rumänien Philatelie zurückgezogen habe, konnte ich den "Cercetator" selbst ein paar Mal treffen und war stets fasziniert von der forschenden Ruhe und Überzeugungskraft, die er ausstrahlt.

In Kürze werden bei Corinphila in Zürich wieder einige "Cap de Bour" angeboten. In Kürze werden Träume wahr und Träume scheitern. Ich wünsche Herrn Heimbüchler etwas verspätet noch viel viel Freude mit der Philatelie.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 04.01.2021 19:53:58 Gelesen: 46479# 832 @  
Ab und zu streife ich noch durch die wunderschöne, geheimnisvolle und zum Studium aufrufende Welt der rumänischen Klassik.

Über die 3 Bani Marke violett wurde hier ja schon viel geschrieben, speziell über die sehr seltenen Drucksachen, die wir von dieser Portostufe ständig suchen, nie finden und wenn ja, dann nicht bezahlen können (Satire!).

Nun habe ich für glatte 12,38 € (ohne Aufpreis!, Satire!) dieses kleine Briefstück erworben. Schon beim Kauf war ich skeptisch und heute konnte ich das Stück persönlich begutachten.

Meiner Meinung nach ist das Stück echt. Der Stempel von Galati ist der kleine Stempel (stampila mica H), bei Kiriac Dragomir als fig.500 gelistet - GALATI III ohne Ornament. Als Stempeldatum erkenne ich den 04. August 72, also innerhalb der Gültigkeit (bis 30. September respektive 12. Oktober - Kalenderdifferenz lt. Michel - lt. Dragomir sogar der 2. März 1883). Da der Stempel beide Marken hälftig bedeckt halte ich auch die Marken für echt.

Nun, man wird nicht erfahren, wie da Porti sich einmal zusammensetzte, mindestens 6 Bani wurden hier verklebt. Skeptisch macht mich das Papier, auf dem die Marken kleben, dies ist sehr sauber. Allerdings zeigt es Wellen wie Briefpapier.

Liebe Grüße

10Parale


 

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