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Thema: Rumänien Ganzsachen
Heinz 7 Am: 12.07.2013 22:30:36 Gelesen: 175976# 1 @  
Hallo Kollegen,

verschiedene Kollegen zeigen Ganzsachen - ein sehr spannendes Gebiet, das leider von vielen Briefmarken-Sammlern völlig vernachlässigt wird.



Anbei ein Streifband aus Rumänien. Echt gelaufen, vermutlich 1896, von Bukarest nach Schaffhausen (Schweiz). Michel Nr. S 4.

Ich finde die Aussage: "Die Ganzsache ist die Schwester der Briefmarke" sehr gut, denn beides sind Postwertzeichen! Die Briefmarke war/ist sehr beliebt, aber die Ganzsache ist in den letzten 100 Jahren ziemlich vernachlässigt worden! Höchste Zeit, das zu ändern, und die Ganzsachen zu fördern!

Heinz
 
Cantus Am: 13.07.2013 16:40:41 Gelesen: 175947# 2 @  
@ Heinz 7 [#128]

Hallo Heinz,

du sprichst mir aus der Seele. Ich werde heute Abend einmal schauen, was ich hier beisteuern kann.

Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 13.07.2013 20:30:42 Gelesen: 175916# 3 @  
@ Cantus [#2]

Hallo,

es freut mich, wenn Du da mitmachst.

Unter dem Thema "Rumänien für Sammler" haben 10 Parale und ich auch schon ein paar Beiträge gemacht zu Ganzsachen (siehe Beitrag Nr. 44, 45, 58 bis 61) und anbei gebe ich Beitrag 11 aus dem Kapitel "für englischsprechende" wieder (etwas gekürzt).



Anbei ist die zweite Ganzsache Rumäniens gezeigt: ein Streifband von 1871 (Michel Nr. S 2). Es ist somit zwei Jahre älter als die älteste Postkarte, welche im Michel-Katalog zuerst kommt. Genau genommen ist die Katalogisierung also ungenau, S 1 und S 2 gehören an den Anfang.

Diese ersten Streifbänder sind recht selten, vor allem echt verwendet. Ungebraucht sind sie aber auch sehr schön. Anbei auch eine S 1 von 1870. Es gibt sie in verschiedenen Breiten.



Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.07.2013 20:49:25 Gelesen: 175913# 4 @  
@ Cantus [#2]

Anbei noch der erste Kartenbrief (K 1) von 1891.



Für interessierte Leser, die diese Ganzsachen nicht so gut kennen, eine Erklärung. Der Kartenbrief ist ein "Ding" zwischen Postkarte und Briefumschlag. Ungebraucht ist sie doppelt so gross wie eine Postkarte. Auf der Rückseite kann die Karte beschrieben werden. Dann wird der Kartenbrief gefaltet und zusammengeklebt (diese Ganzsachen haben einen Leimrand!). Somit kann kein Neugieriger die Nachricht lesen. Erst der Empfänger trennt die zusammengeklebte Ganzsache entlang der Perforation wieder auf, womit sie sich problemlos öffnen und lesen lässt!

Ich zeige Euch anbei einen ungebrauchten (rechts) und (links) einen gebrauchten Kartenbrief (= Lokal-Kartenbrief von und nach Bukarest ("loco") von 1894).

Grüsse Heinz
 
Mondorff Am: 13.07.2013 21:51:35 Gelesen: 175908# 5 @  
@ Heinz 7 [#4]

Kein Kartenbrief oder Streifband sondern eine Ganzsachenkarte, von der ich die Michel-Nr. leider nicht angeben kann, weil ich keinen Ganzsachenkatalog Osteuropa habe:



Ab Galati am 29. April und in Luxemburg angekommen am 2. Mai 1896.

Freundlichen Gruß
DiDi
 
Cantus Am: 14.07.2013 01:24:54 Gelesen: 175897# 6 @  
Hallo DiDi,

das ist vermutlich eine P 28 der Ausgabe von 1894.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 14.07.2013 02:05:12 Gelesen: 175896# 7 @  
@ Heinz 7 [#128]

Hallo,

mein Bestand an rumänischen Ganzsachen der klassischen Periode ist äußerst bescheiden; lediglich vierzehn Exemplare habe ich gefunden, dabei das folgende Streifband in doppelter Ausführung. Für die Betrachter noch der Hinweis, dass diese Streifbänder in großen Druckbogen untereinander gefertigt wurden und dann so am Postschalter vorlagen. Damit der Postbeamte sah, wo das eine Streifband aufhört und das nächste beginnt, wurden in regelmäßigen Abständen waagerechte schwarze Linien aufgedruckt, aber, wie man sieht, nicht jeder Postbedienstete hat sich auch korrekt daran gehalten.

Hier zeige ich das Streifband S 5 zu 1½ Bani in schwarz der Ausgabe von 1894, gelaufen am 18.10.1894 mit Poststempel von Bukarest.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 17.07.2013 21:09:50 Gelesen: 175840# 8 @  
@ Cantus [#7]

Hallo Ingo,

ich freue mich, da ein Beispiel beisteuern zu können (Vorder- und Rückseite nebeneinander gestellt):



Mit diesem Fünferstreifen des Streifbandes kann ich zeigen, was Du oben beschrieben hast. Es ist das Streifband S 8 von 1905 (Wertstufe: BAN, schwarz, 30 mm hoch (gemäss Michel; effektiv 31 mm)).

Lustig ist der Stempelirrtum: "29 OCT 809" würde heissen 29. Oktober 1809, aber natürlich sind das 100 Jahre später. Welche Drucksache(n) da unter dem Streifband von Bukarest nach Wien verschickt wurde(n), lässt sich nicht rekonstruieren.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
roteratte48 Am: 18.07.2013 11:54:06 Gelesen: 175822# 9 @  
@ Heinz 7 [#8]

Glückwunsch zu diesem hübschen Beleg, Heinz - diese Verwendungsform eines halben Bogens habe ich bisher noch nicht gesehen. Man lernt wirklich nicht aus.

Liebe Grüße - Rolf
 
Heinz 7 Am: 20.07.2013 00:19:16 Gelesen: 175787# 10 @  
@ Cantus [#7]

Hallo Ingo,

nachdem wir nun die Postkarte, das Streifband und den Kartenbrief schon vorgestellt haben, anbei die vierte Ganzsachen-Kategorie: die Postanweisungen.



Anbei das zweite "Mandat postal" aus Rumänien von 1891, katalogisiert als A 2. Es sind dies graphisch schöne Erzeugnisse, finde ich. Die Tarife waren am Anfang ziemlich hoch, fielen dann später aber stark.

Die rumänischen Ganzsachen hatten ab 1870 eigene Zeichnungen (verschieden von den Briefmarkenzeichnungen), bis 1891 dann das Bild der 12. (Briefmarken-) Ausgabe auch für Ganzsachen verwendet wurde (König Karl I. im Doppeloval).

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Cantus Am: 21.07.2013 00:06:27 Gelesen: 175765# 11 @  
@ Heinz 7 [#10]

Hallo Heinz,

dafür habe ich zu wenig Material, um hier bei der Vorstellung der Ganzsachenarten mithalten zu können. Lediglich eine schon etwas verblasste Feldpostkarte der Ausgabe von 1916, Mi. FP 2, kann ich noch zeigen. Ansonsten habe ich im Klassikbereich nur noch reguläre Postkarten verschiedener Ausgaben.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 22.07.2013 00:04:40 Gelesen: 175743# 12 @  
@ Cantus [#82]

Da zeigst du uns eine schöne Feldpost-Postkarte. Diese Ganzsachenart wurde erst 1913 eingeführt und hatte darum bereits das Bild des alten Königs (bildgleich mit der 25. Markenausgabe von 1908 ff: "König Karl im gekrönten Oval"). Meine "Kern-Sammlung" Rumänien hört mit der 14. Markenausgabe auf: der "Ährenausgabe" 1893-1903 (Michel Nrn. 99-144), und das gilt auch für die Ganzsachen. Von späteren Ausgaben habe ich aber auch noch einige Stücke "so nebenbei".



Anbei aber die ERSTE Postkarte für Rumänien für das Ausland: P 16! P 1 - P 14 waren allesamt Inlandpostkarten (1873-1878), Einzel-Postkarten und Doppel-Postkarte (für Frage und Antwort). 1879 kam dann die erste 10 Bani-Postkarte für das Ausland (P 15) bzw. die erste Doppelkarte (P 16). Da sie international war, war sie nicht mehr rumänisch, sondern französisch beschriftet. Es gibt die Ganzsache lilarot auf hell-lilarosa und lilarot auf dunkellilarosa.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.07.2013 00:21:16 Gelesen: 175741# 13 @  
@ roteratte48 [#9]
@ Cantus [#82]

Lieber Rolf,

danke und gerne geschehen! Vielleicht kann ich Dir noch etwas Ungewohntes zeigen, anbei nämlich die FÜNFTE Ganzsachenart, die Telegrammblätter. Im Jahr 1900 wurden drei Formulare herausgegeben, anbei zeige ich Telegrammblatt 3, ein Glückwunschtelegramm.



Hinten auf der Rückseite steht eine lange Instruktion zur Verwendung dieser Ganzsache.

Solche Ganzsachen sind nur sehr selten zu finden, also wenn Ihr mal "darüber stolpert", bei einer Börse z.B., denkt an meinen Rat und kauft diese Dinger!

Ingo - Du hast eine tolle Sammlung an Schweiz-Ganzsachen, gratuliere! Ich melde mich unter dieser Rubrik separat bei dir.

Heinz
 
Cantus Am: 06.12.2013 01:56:59 Gelesen: 175382# 14 @  
Hallo Heinz,

ich denke, es wird dich und Andere nicht stören, wenn ich hier auch spätere Ganzsachen aus Rumänien zeige. Ich habe reichlich bedarfsgelaufene Bildpostkarten und auch einige Umschläge, etwa so aus der Zeit 1980-1990. Das klingt zwar recht modern, wenn man sich aber die Qualität des damaligen Druckes insbesondere der Bildpostkarten anschaut, scheint man drucktechnisch um Jahre zurückversetzt zu werden. Ich werde in den nächsten Tagen einmal eine kleine Serie zusammenstellen und wenn es gefällt, folgt weiteres Material.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 06.12.2013 20:11:21 Gelesen: 175359# 15 @  
@ Heinz 7 [#13]

Hallo Heinz,

bevor ich mich ins "Moderne" begebe, heute und in den nächsten Tagen erst noch ein paar ältere Ganzsachen, die, obwohl nichts Besonderes, den meisten hier sicherlich weitgehend unbekannt sein dürften. Zunächst die Ausgabe von 1882/85 mit dem achteckigen Wertstempel "Große Ziffer im Hochoval". Die erste Postkarte lief von Rim. Sarat am 25.6.1889 nach Bukarest. Sie zeigt den Wert von 5 Bani an.



Mi. P 17

Die nächste Karte zu 10 Bani war für den Postverkehr mit dem Ausland herausgebracht worden. Die gezeigte Karte lief am 17.2.1890 von Jassy nach Berlin.



Mi. P 18

Ab 1890 wurden Postkarten verkauft, die nun einen rechteckigen Wertstempel mit einer "Großen Ziffer im Oval" tragen. Die folgende Karte erschien im Jahr 1893.



Mi. P 23

Ich mache jetzt einen Sprung zur Ausgabe der Jahre 1907/11; diese Ganzsachen tragen einen Wertstempel, den man "Brustbild König Karls nach halblinks" nennt. Hier zeige ich wiederum eine Auslandskarte zu 10 Bani, gelaufen am 25.5.1911 von Ploesti nach Berlin.



Mi. P 52 II (ohne Akzent auf dem Wort "ROMANIA")

Es folgt nun eine Postkarte der Ausgabe von 1919; der Wertstempel nennt sich nun "Kopfbild König Ferdinands im Kreis, ohne Krone darüber". Der Stempel der Karte ist leider kaum entzifferbar, der rückseitige Text lautet im Absender aber vermutlich auf den Ort Vineri. Die Karte lief am 8.5.1919 nach Besancon im Département Doubs in Frankreich.



Mi. P 65a

Zum Schluss noch eine Postkarte der Ausgabe von 1920, die im Wertstempel jetzt oben das Wort ROMANIA trägt. Die Karte zu 20 Bani lief am 8.9.1921 von Kronstadt nach Leipzig.



Mi. P 68

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 05.05.2014 21:05:25 Gelesen: 175015# 16 @  
@ Heinz 7 [#3]

wunderbares Thema, wie ich finde.

Ich gebe zu dass ich hier absolut Anfänger bin und möchte wissen, ob es die Möglichkeit gibt, die Ganzsachen chronologisch aufzuführen. Ich habe einige Ganzsachen in meinem Repertoire und würde sie hier gerne auch mit einbringen.

Hier noch eine weiteres Streifband S1 von 1870, ungebraucht.


 
Heinz 7 Am: 05.05.2014 23:46:44 Gelesen: 175003# 17 @  
@ 10Parale [#16]

Hallo, Kollegen

Ich bin gerne einverstanden, dass wir die Ganzsachen hier wieder aufnehmen und eine "Galerie" aufstellen. Allerdings, das muss ich vorweg sagen, ist das gar nicht so einfach (für mich), weil mir fehlen noch viele Ganzsachen 1870-1910 (und danach sowieso). Aber wir können ja einmal anfangen.

Wie schon erwähnt, gehören meines Erachtens eigentlich die Streifbänder an den Anfang (S 1 und S 2), die bereits 1870 und 1871 erschienen (vgl. Beitrag [#3]). Danach kommen die Postkarten (ab 1873). Da kann ich Euch aber die Nr. P 1 nicht zeigen, weil ich sie nicht habe.

P 1 - P 20 haben dann alle ein ähnliches Aussehen mit dem Wertzeichen "Achteckiger Wertstempel: Grosse Ziffer im Hochoval" P 16, P 17 + P 18 sind gezeigt in Beitrag [#12] und [#15], es gibt sie in den Farben blau, rotbraun, schwarz und rot, als einfache Karten und als Doppelkarten (Frage- und Antwortteil)

Anbei zeige ich nun P 22, die zweite grosse Postkarten-Serie (P 21 - P 31) mit dem Motiv: "Rechteckiger Wertstempel: Grosse Ziffer im Oval".



P 22 erschien gemäss Ganzsachenkatalog Michel Europa Ost 2001/02 im Jahr 1890. P 22 ist ähnlich wie P 25, dort ist das Wappen aber in der Mitte der Karte, sodass die Bestimmung leicht fällt. P 21 + P 24 sind einfache Post-Karten (ohne Antwortteil), P 23 ist die Farbänderung (grün) und P 26 - P 31 sind Auslandkarten (vgl. dazu Beitrag [#12]).

Auf dem Scanner sieht die Ganzsache fleckig aus, das ist sie aber gar nicht. Ich habe darauf verzichtet, dass mit "sehr hell einscannen" zum Verschwinden zu bringen.

Ungebrauchte Ganzsachen sind nicht beliebt bei vielen Sammlern, aber ich mag sie genau so wie ungebrauchte Briefmarken.

Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 06.05.2014 21:55:14 Gelesen: 174957# 18 @  
@ Heinz 7 [#17)

Zunächst einmal Dank auch an Cantus. Ich werde in einem späteren Beitrag eine alte Postkarte P17 aus dem Jahr 1885 vorstellen, die auch, - zwar nichts Besonderes -, aber höchst interessant ist. Bislang auch das Älteste was ich gefunden habe, aber ich habe ja auch viele Kartons mit Zeugs.

Ich möchte direkt auf Deinen Beitrag eine Postkarte vorstellen, die einen kleinen Unterscheid aufweist zu der Postkarte P22, die du in Beitrag [#17] zeigst. Im rumänischen Katalog habe ich diese Postkarte bei K. Dragomir mit der Bezeichnung P30 gefunden, bzw. P30a und P30b. Hier werden zwei verschiedene Längenmaße für die Überschrift (titlul) CARTA POSTALA angegeben:

Variante I = 48 mm Länge
Variante II = 52 mm Länge

Beigefügt habe ich einen kleinen Zeitungsausschnitt den ich zufällig in einem Buch von K. Dragomir vorfand und von Dr. Razvan Panaitescu aus Temesvar stammt. Er zeigt eine weitere Variante auf, die an Hand unsere beiden Abbildungen nachgewiesen werden kann !

Führt man eine senkrechte Linie durch die Mitte des Wappens (stema), dann liegt bei Variante I (Carta postala = 48 mm Länge) das D hinter der gedachten Senkrechten, und bei Variante II (Carta postala = 52 mm) das D vor der gedachten senkrechten Linie.

D.h. und bedeutet, Heinz, du zeigst hier die P22 Variante I (CP30a), während ich beigefügt eine Postkarte CP29b zeige, bei der das D vor der gedachten Senkrechten durch die Mitte des Wappens liegt.

Die Karte wurde übrigens am 08. Oktober verfasst von Constantin Constantinescu in Fokschani.


 
10Parale Am: 07.05.2014 20:56:49 Gelesen: 174926# 19 @  
@ Cantus [#15]

Jules Jaluzot war der Gründer der 1865 in Paris eröffnetes Kaufhauses "les magasins du printemps", das heute noch existiert und einem Konsortium aus Katar gehört.

Dies alte Postkarte P17 wurde am 25. Juli 1885 in Ploesci von Stilian Radulescu in rumänischer Sprache verfasst und rückseitig bietet er Waren feil, die das Sortiment des Kaufhauses bereichern könnten. Die Karte zeigt den Wert von 5 Bani an und wurde nach Paris gesendet, wo ein Ankunftsstempel Zeugnis darüber gibt. Aber weshalb nur 5 Bani, weshalb wurde die Postkarte für Auslandssendungen P18 nicht benutzt?

Da es mir nicht gelingt, mehr wie 1 Bild hochzuladen (wie macht ihr das?), stelle ich ich in einem nächsten Thread eine weiter Postkarte ein, die ebenfalls wie bei CANTUS an Gustav Rietz in Bukarest gerichtet ist. Dort zeige ich auch die Rückseite dieser Postkarte.

10Parale


 
10Parale Am: 07.05.2014 21:05:00 Gelesen: 174924# 20 @  
@ Cantus [#15]

Interessant ist noch der blaue Stempel "BURDUJENI" vom 31. Mai 1889 - habe ich bei Kiriac Dragomir bis heute noch nicht gefunden.

Vielleicht kann jemand aushelfen.

Wunderschön finde ich auch diese ovalen Firmenstempel, die man oft bei älteren Ganzsachen antrifft und firmeneigene Empfangsstempel darstellen. Dies wäre auch schon eine Sammlung wert.

@ Heinz

Ich muss mir unbedingt einen Ganzsachenkatalog Osteuropa kaufen, bevor ich mit diesem Thema weiterschreibe.

10Parale


 
10Parale Am: 08.05.2014 23:03:13 Gelesen: 174889# 21 @  
Aus dem Jahr 1879 präsentiere ich hier 2 Postkarten, die im Jahr 1878 herausgegeben wurden, die die ältesten meiner Sammlung darstellen. Es handelt sich um die Postkarten CP. 13a und 13b lt. Kiriac Dragomir.

CP.13a zeigt ganz rechts unten bei TIRAGE - 1878 die Jahreszahl mit eingedruckt, CP 13b zeigt lediglich Tirage - (ohne Jahreszahl).

Ich möchte jetzt auch gar nicht weiter auf den Stempel und die Zusatzfrankatur näher eingehen, Destinationen Wien und Leipzig.

Dieses sind übrigens die ersten Postkarten mit dem Titel "CARTA POSTALA" - die frühesten Karten titulieren "CARTA DE POSTA". Die fehlen in meiner Sammlung.

10Parale


 
Markdo Am: 09.05.2014 10:37:10 Gelesen: 174870# 22 @  
Ich kann leider nur 1 Ganzsache von Rumänien beisteuern.

Kann mir jemand mit einem Katalog die Nr. verraten?


 
10Parale Am: 09.05.2014 22:24:35 Gelesen: 174849# 23 @  
@ Markdo [#22]

Meiner Ansicht nach muss es sich dabei um die CP.41a aus dem Jahr 1898 handeln, bin aber nicht ganz sicher, weil der Karton nicht weiß scheint auf dem Bild. Es ist eine U.P.U. Postkarte, die schon Vorläufer hatte.

Ich zeige beigefügt eine weit frühere Ausgabe vom August 1894, meiner Meinung nach die CP.35 aus dem Jahr 1893. Es gibt eine Ausgabe mit auf dunkelgelbem und eine weitere Ausgabe CP.37 auf farbigem Papier.

Beide Ausgaben, CP.36 und CP.37 besitzen einen Rahmen, der sich deutlich von anderen Postkarten unterscheidet.

Des weiteren zeige ich die Auslandsverwendung einer Postkarte P17 vom 24.09.1880 nach Budapest, portogerecht frankiert mit 5 + 5 = 10 Bani Zusatzfrankatur Michel Nr. 44, Bildmotiv Fürst Karl I. im Kreise, Farbe grün, Bukarester Buchdruck.

Diese Ganzsache wurde im Jahr 2008 bei Veuskens für 40,-- Euro ausgerufen und für 62,-- Euro zugeschlagen, dies zur Information für alle begeisterten Rumänien-Sammler, so wie ich.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.05.2014 23:24:47 Gelesen: 174845# 24 @  
@ 10Parale [#20]

Hallo Ihr alle,

hey, nun plötzlich läuft dieses Thema "wie geschmiert" - freut mich sehr!

Den Ganzsachen-Katalog zu kaufen, ist ein guter Entscheid. Ich brauche zwar nur 7 Seiten von den über 900 aus dem Katalog "Europa Ost", aber ich hatte damals keine Wahl, es gab keine "kleineren Einheiten".

Heute zeige ich Euch eine frühe Postkarte, genauer gesagt eine Doppel-Postkarte. Es ist die Michel Nr. P 4 von 1873: Wertzeichen "Achteckiger Wertstempel: Grosse Ziffer im Hochoval". 5+5 Bani dunkelblau, braun. Sie war nur für das Inland vorgesehen (Frageteil und Antwortteil).

Wenn man die Karte wie eine Buchseite umdreht, steht der Antwortteil auf dem Kopf, oben. Dreht man die Postkarte über die waagrechte Achse (aufwärts oder abwärts), erhält man dasselbe Bild wie das ursprüngliche. Ich zeige Euch also nicht zweimal dasselbe, sondern Vorderseite



und Rückseite (horizontal gewendet)



Diese Karte ist ziemlich selten. Mein Tipp: Kauft sie, wenn Ihr sie findet.

Heinz
 
Markdo Am: 10.05.2014 10:00:22 Gelesen: 174828# 25 @  
@10Parale

Die Karte ist rahmfarben. Der Scan trifft die Farbgebung schon ganz gut.
 
nor 42 Am: 10.05.2014 18:50:11 Gelesen: 174814# 26 @  
@ 10Parale [#19]

Die Zusatzfrankatur 5 bani Marke ist abgefallen.
 
10Parale Am: 11.05.2014 11:54:02 Gelesen: 174786# 27 @  
@ Heinz 7 [#24]

Das ist ja eine wunderschöne Postkarte, ich habe mir sie noch einmal angeschaut, richtig "Western Style", die blaue 5 und die Schrift, das Aussehen, obwohl Rumänien ja "tief" im Osten liegt. Ich schaue mich um und werde suchen, bis ich so etwas auch in meiner Sammlung habe, das will ich jetzt!

@ nor 42 [#26]

Ja, danke für den Hinweis, das ist die Lösung, die Marke der Zusatzfrankatur 5 Bani ist abgefallen. Man sieht noch eine Stelle, wo sie geklebt haben könnte.

Ich mache da mal einen Sprung ins Jahr 1906. Ich bin gerade dabei mir einen Ganzsachenkatalog Ost zu besorgen und muss mit der Bezeichnung noch etwas warten.

Es handelt sich auch um eine Idem-Ganzsache UPU Typ "Spic de Griu", die mir sehr gefällt. Meiner Ansicht nach handelt es sich um die Postkarte CP.54 b. aus dem Jahr 1903/04. lt. Kiriac Dragomir (Catalogue Marcilor Postale Romanesti).

Abgeschlagen wurde sie am 23. Januar 1906 in Bukarest (Stempel B5 Fig. 769 Seite 146 bei Kiriac Dragomir "Stampilografie Postale" ?), ein wunderschöner Stempel. Auch der Ankunftsstempel in München am 31. Januar 06 kann sich sehen lassen, hier sind die Münchner Poststempel-Forscher gefragt. Dazwischen ist noch ein kleiner runder Stempel "B3 oder H3" - was ist denn das?

So spannend kann Philatelie sein, immer wieder stellen sie neue Fragen und ergeben sich neue Antworten.

Den Text auf der Rückseite möchte ich nicht vorenthalten:

"Antwortlich Ihres Geehrten vom 25 crt. haben Ihre Artikel für mich kein Interesse und zeichne "Hochachtungsvoll" ..."

10Parale


 
10Parale Am: 12.05.2014 21:46:12 Gelesen: 174712# 28 @  
@ Heinz 7 [#12]

Hier noch eine echt gelaufene Auslandspostkarte P17, gelaufen am 13. August 1888 von CRAIOVA (Doppelstempel) nach Ludwigsstadt in Bayern, links unten auch ein repräsentabler Ankunftsstempel vom 15. August (die heutige Post ist kaum schneller!).

Was mir seltsam erscheint ist, dass die Rückseite der Postkarte ein firmeneigenes Emblem aufweist und eine hellere Farbe als die Vorderseite aufweist. Kann es sein, dass Firmen mit hohem Postbedarf eigene Postkarten in Herstellung gaben?

Die zweite Postkarte (Carta Postala - Michel Katalogisierung wird in Kürze nachgereicht) lief etwa 43 Jahre später und wurde am 19. Juli 1931 in Sibiu aufgegeben und lief nach Bukarest. Es handelt sich um eine "Mahnung" über säumige Abonnements-Gebühren für "Die neue Zeitung". Die Zeitung kostete 105,-- Lei im Quartal.

"Wir ersuchen höflichst um Übersendung Ihrer rückständigen Abonnementsgebühren für den Bezug unseres Blattes vom 1.X. - 31.XII.1931 im Betrage von LEI 105,--. --- Hochachtungsvoll...."

Die Zusatzfrankatur von 50 Bani war wohl Pflicht zu jener Zeit (Timbru Aviatiei, 15. mai 1931 5.TPA. Michel Nr. 12) zur Finanzierung des Flugwesens. So, und was soll dieses kleine Posthörnchen mit der 12?

Kann es sein, dass die erste Zustellung misslang und ein weitere Zustellung nötig war, von der dieses Posthorn stammte?

Na ja, bin man gespannt, welche schönen Karten hier noch so präsentiert werden?

10Parale


 
10Parale Am: 13.05.2014 22:06:25 Gelesen: 174673# 29 @  
An alle Ganzsachen-Freunde

Die grün-rote Regierung in Stuttgart (Baden-Württemberg) hätte ihre Freude an dieser Postkarte P23, die tatsächlich am 13. Juni 1893 in Bukarest aufgegeben wurde und am 15. Juni Stuttgart erreichte.

Portogerechte Zusatzfrankatur 5 + 5 = 10 Bani, vermutlich Michel Nr. 85 - das Wasserzeichen ist nicht zu eruieren - siehe Heinz7 "Rumänien für Sammler Beitrag #200.

Die Stempel 2-Kreis-Stempel BUCURESCI dürften Stempel B2 Fig.686 lt. K. Dragomir sein. Stuttgart empfing die Marke mit 2 Stempeln, hier bin ich mehr oder weniger Laie, aber erkenne einen Stempel mit B3, der sicher auch seine Bezeichnung findet.

Anbei noch eine Blanko-Postkarte P23 zum Abgleich.

Hinweis: - die Postkarte im Beitrag [#28] ist P90 aus dem Jahr 1931.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.05.2014 14:35:40 Gelesen: 174649# 30 @  
@ 10Parale [#29]
@ Cantus [#15]

Sehr schön!

Die P 23 finde ich in ihrer schlichten Form eine Schönheit!

Siehe auch Beitrag [#15].

Ich habe "viel um die Ohren", aber ich stelle demnächst weitere Ganzsachen ein. Dieser Rubrik gefällt mir speziell gut, weil es so selten ist, dass Ganzsachen besprochen werden (in philatelistische Zeitschriften). Da füllen wir echt eine Lücke, finde ich!

Heinz
 
10Parale Am: 14.05.2014 20:52:56 Gelesen: 174622# 31 @  
Hallo zusammen,

die Ganzsache P84 wurde im Jahr 1930 herausgegeben anlässlich der Thronbesteigung König Karls II mit dem Aufdruck in schwarz "8 JUNIE 1930".

Freigemacht wurde die Postkarte mit 2 + 2 + 2 = 6 Lei portogerecht mit Zusatzfrankatur 2 x Michel Nr. 378 Freimarken König Karl II. aus dem Jahr 1930.

Was die Carta Postala P84 so interessant macht, ist der Empfänger: "Maison Arthur Maury" in Paris, 6 Boulevard Montmartre.

Philatelisten und viele Briefmarkenfreunde wissen, dass Arthur Maury einer der größten Philatelisten Frankreichs war und Kataloge herausgab, die sich einen großen Namen gemacht haben. Hier der Text:

"Messieurs,
Veuillez avoir l´obligeance de me faire envoyer votre Prix courant illustré 1931. Avec mes remerciements veuillez agréer, Monsieur, mes salutations sincères."

Es ist die höfliche Formulierung und Bitte zur Zusendung einer aktuellen Preisliste für den Jahrgang 1931, wahrscheinlich den Preis für die französischen Marken.

10Parale


 
10Parale Am: 18.05.2014 10:55:30 Gelesen: 174569# 32 @  
Hier zeige ich ein Streifbandausschnitt S6 1 BAN rot auf 1 1/2 Bani zart gestempelt aus dem Jahr 1899, die 6. Ausgabe rumänischer Zeitungsmarken.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.05.2014 22:58:02 Gelesen: 174420# 33 @  
@ Markdo [#22]

Hallo,

zu Deiner 10 Bani-Ganzsache mit Zeichnung "Grosse Ziffer im Oval" hat Dir 10 Parale schon Hinweise gegeben. Nun hat nicht jeder einen CMPR-Katalog zuhause (schade eigentlich), darum helfe ich noch mit der Michel-Nummer nach.

Es ist wohl die Nummer P 30 (P für Postkarte). P 31 ist ähnlich, hat etwas grösseres Format (140 x 90 mm; P 30 = 134 x 93 mm) kam aber erst 1903 heraus, und Deine Ganzsache trägt ja einen Stempel von 1902.

Anbei kann ich auch eine P 30 (?) zeigen, sie hat aber das Format 132 x 89 mm und ist damit "zu klein", wenn die Werte bei Michel stimmen. Das Jahr kann ich nicht lesen, die Karte ging von Buzeu nach Belgien.



Vergleicht auch Beitrag [#5]:

@ Mondorff [#5]

DiDi hat uns eine ähnliche Postkarte gezeigt, aber mit Umrandung, und darum P26, P 27, P 28 oder P 29 von 1893 oder 1894.

@ Cantus [#6]

Ingo sagt, es sei vermutlich eine P28.

Liebe Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.05.2014 23:20:45 Gelesen: 174415# 34 @  
@ Heinz 7 [#33]

Ich kann Euch den Unterschied zur Antwort-Postkarte zeigen. Das war eine gute Idee: Der Absender zahlte mit dieser Doppelkarte die Antwort gleich mit. Die Karte unten hätte abgetrennt werden sollen und hätte für die Antwort verwendet werden können "RESPUNS".



Da mir die Ganzsache "Vorderseite dkl'sämisch bis bräunlich, Rückseite sämisch" scheint und nicht "auf beiden Seiten sämisch bis rahmfarben", klassiere ich die Doppelkarte als P 27 (F+A) (und nicht P29).

Der Postbeamte in der Schweiz hat hier wohl einen Fehler gemacht. Anstatt den Ankunftsstempel hinten abzuschlagen (25. Juni 1895, drei Tage nach der Postaufgabe in Bukarest), hat der gute Mann versehentlich die Antwort-Karte schon gestempelt. Ob die Karte damit nicht mehr verwendet werden durfte? Oder WOLLTE der Adressat der Fragekarte den Antwortteil nicht benutzen? Wir können ihn leider nicht mehr fragen. Aber so können wir die Doppelkarte "halb-gebraucht" betrachten. Ich habe nichts dagegen.

Der Frageteil der Karte kann von einer "normalen" (einfachen) Auslandkarte unterschieden werden anhand des Textes am unteren Rand (Erklärung). Die fehlt bei den Karten P 26+P 28 (und P 30+P 31; siehe Beitrag 33).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Mondorff Am: 29.05.2014 09:28:45 Gelesen: 174396# 35 @  
'Mal wieder eine Karte mit Destination Luxemburg.



Vermutlich im ähnlichem Muster wie bei #27. Die Karte wurde am 3.11.1905 in Braila gestempelt und in Luxemburg am 7.11.(weil die Adresse unkorrekt war) mit vier Durchgang- und Ankunftstempel von Luxembourg-Gare und Luxemburg-Ville "verziert".

Freundlichen Gruß
DiDi
 
10Parale Am: 29.05.2014 18:22:45 Gelesen: 174368# 36 @  
@ Mondorff [#35]

Eine "unkorrekte Adresse" führte wohl auch bei dieser Ganzsache CP39 bzw. lt Michel P33 ? (allerdings ohne Instruktionszeilen rechts und links wie im Michel Ganzsachenkatalog Europa-Ost abgebildet - kann das jemand erklären ?) zu 5 Abstempelungen und einer Laufzeit von 11 Tagen.

Herr Keil war wohl nicht mehr im Hotel in Linz, sondern weilte wieder in Wien. Der Brief wurde am 03. März 1896 verfasst und mit einer farbgleichen 5 Bani Marke = 5 + 5 = 10 Bani freigemacht. Aufgegeben am 03. März wurde die Postkarte am 6. März per Bahnpost nach Linz verfrachtet, wo sie am 13. März 1896 mit einem Bahnhofstempel versehen wurde. Ein Tag später, am 14. März 1896, nach 11 Tagen Laufzeit, erreichte der Brief dann die Hauptstadt Wien.

Die Abstempelungen wirken wie ineinandergreifende Räder und Maschinenteile, was die Postkarte für mich zu einem kleinen Kunstwerk erhebt.

Interessant der handschriftliche Vermerk "Austria de sus II/2", was so viel bedeutet wie "Ober-Österreich".

@ Heinz 7 (Beitrag [#33])

Ich entdecke in dieser Postkarte P30 einen kleine runden Kreisstempel mit der Nummer 111. Gibt es dazu etwas zu erfahren?

Schönen Vatertag wünscht

10Parale


 
10Parale Am: 18.06.2014 18:15:42 Gelesen: 174222# 37 @  
Hallo,

heute mache ich einen Zeitsprung und wir befinden uns im Jahr 1948.

Diese Ganzsache P137 (Kopf König Michaels nach rechts) von 1947 ziert diese Mitteilung, die ursprünglich an ein Hotel in CLARENS (Schweiz) gerichtet war, dann aber an das JÜDISCHE SPITAL in Basel umgeleitet wurde.

Wunderschöner 2-Kreis-Ankunftsstempel von CLARENS vom 29.1.48. Dieses war die erste Ganzsache nach der Währungsreform im Jahr 1947, freigemacht wurde diese Ganzsache mit einem Gesamtporto von 9 Leu mit einer Zusatzfrankatur von 1,50 Lei. Interessant vielleicht noch die ZWANGSZUSCHLAGSMARKE Michel Nr. 36I, Invaliden- Witwen- und Waisensteuer für die Kriegsgeschädigten.

Leider kann ich die Rückseite nicht übersetzen, weil sie in ungarischer Sprache verfasst ist. Unter Umständen wurde der (die) Empfänger(in) während des Aufenthaltes im Hotel krank und musste nach Basel ins Jüdische Spital. Nicht nur Briefe, auch Ganzsachen erzählen Geschichten.

10Parale


 
volkimal Am: 18.06.2014 19:38:52 Gelesen: 174212# 38 @  
Hallo Heinz,

aus meiner Familiensammlung kann ich auch eine Karte aus Rumänien zeigen:



Meine Tante Gisela bekam ihre erste Stelle als Lehrerin in Niederholthausen bei Hattingen. Dort lernte sie Maria Rehner kennen, mit der sie bis zu ihrem Tode befreundet war. Frau Rehner, die aus Siebenbürgen in Rumänien stammte, unterrichtete an der Grundschule in Hattingen. In den Sommerferien 1944 fuhr Frau Rehner zu ihrer Mutter nach Agnita in Siebenbürgen. Von dort schickte sie diese Postkarte an Tante Gisela.

Maria Rehner hat diese Karte am 11.8.44 als Einschreibesendung in Agnita, Kreis Tarnava-Mare (Einschreibestempel) aufgegeben. Das Porto betrug 32 Lei, die Marke zu 2 Lei ist eine Poststeuermarke (Zwangszuschlagsmarke). Die Karte wurde zuerst in Rumänien bei der Auslandszensurstelle Bukarest zensiert (schwarzer Rahmenstempel ohne Ortsangabe „ZENSURAT 9“).

Die zweite Zensur stammt aus Wien (sehr schwacher roter Handprüfstempel über dem rumänischen Zensurstempel). In Wien erhielt sie auch die blauen Streifen auf der Rückseite - damit wollte man evtl. vorhandene Geheimschriften erkennen. Diese farbigen Streifen kommen bei der Zensurstelle Wien relativ selten vor. Ich vermute, daß diese Karte untersucht wurde, weil sie als Einschreiben verschickt wurde.

In Dortmund erhielt die Karte am 30.8.44 einen Nachsendevermerk nach Bad Hofgastein, obwohl Tante Gisela gar nicht dort war. In Bad Hofgastein machten meine Großeltern und meine Urgroßmutter eine Badekur. Urgroßmutter war schon 80 Jahre alt. Sie war von den Alpen, die sie das erste Mal sah, ganz begeistert.
Da Frau Rehner auf der Karte die Anschrift meiner Großeltern in Dortmund Kirchhörde angegeben hatte, wurde die Karte mit der anderen Post nach Bad Hofgastein nachgeschickt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Cantus Am: 19.06.2014 14:35:42 Gelesen: 174188# 39 @  
Guten Tag allerseits,

viel Schönes und Interessantes habt ihr hier gezeigt. Bevor ich mich daran mache, weitere Ganzsachen von Rumänien herauszusuchen und einzuscannen, mache ich allen denen, die hier bereits Beiträge gebracht haben, aber ausdrücklich nur diesen, das Angebot, kostenlos von mir gelaufene Bildpostkarten aus den 1990er Jahren oder auch vereinzelt Ganzsachernumschläge zu bekommen; meine Mailadresse ist hinterlegt. Das Angebot soll ausschließlich dazu dienen, dass die, die bereits mit Freude Ganzsachen von Rumänien samnmeln, so ihre Sammlungen erweitern können, nicht jedoch dazu, dass Andere damit Geschäfte machen können.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 21.07.2014 16:26:54 Gelesen: 174006# 40 @  
@ Heinz 7 [#128]

Ich möchte das Thema erneut aufnehmen und zeige hier ein weiteres frühes Streifbank aus Rumänien. Die Zeitung ging wohl an den Staatsanwalt Crasnariu, die Anschrift wurde geändert.

Rückseitig der nicht ganz häufig anzutreffende 2-K-Stempel von Andreesti im Jud. (Judetul = Kreis) Gorjiu. Die Ganzsache S5 wurde am 26. Juni 1895 abgeschlagen. Der Michel bewertet sie mit 4,-- Euro.

10 Parale


 
Cantus Am: 30.07.2014 23:17:27 Gelesen: 173916# 41 @  
Von meiner Reise habe ich mir u.a. diese Karte mitgebracht, gefunden auf dem Flohmarkt am Leineufer in Hannover.

Eine Mi. P 108 mit dem "Brustbild König Michaels nach halbrechts" im Wertstempel, geschrieben am 25.3.1944 und trotz Zensur bereits am 29.3.1944 in Curtea de Arges angekommen.



Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 31.07.2014 19:21:49 Gelesen: 173871# 42 @  
@ Cantus [#41]

Super, nun weiss ich, wo in Hannover Flohmarkt ist. Von diesen Zensurstempeln gibt es wohl eine Menge. König Michael, der lebt ja noch und ich finde das immer wieder schön, in seine Historie zu sehen, d.h. die Zeiten und Epochen die er durchlebt hat.

Ich präsentiere heute die Ganzsache P69 aus dem Jahr 1922/24, König Ferdinand, also der Großvater von Michael [#41], 50 Bani. Dieses Porto reichte wohl nicht bis nach Chemnitz, so dass die Ganzsache mit 3 verschiedenen Marken aus dem Freimarkensatz Michel Nr. 264-285 im Wert von 4,50 Lei zusätzlich frankiert werden musste. Das Porto betrug also insgesamt 5 Lei, ist das aber auch portogerecht für diese Ganzsache nach Deutschland?



Leider habe ich dazu keine Literatur. Was bedeutet die blaue Taxierung 20? Ich gehe davon aus dass der Brief unterfrankiert war und in Deutschland noch einmal 20 Pfennig Porto erhoben wurden, was der Empfänger zu bezahlen hatte. Davon zeugt auch ein Porto-Stempel von Chemnitz vom 11.10.1924 auf der Vorderseite, aber das ist nur laienhafte Spekulation. Auf jeden Fall wurde die Ganzsache an die Gebrüder Unger, Maschinenfabrik in Chemnitz am 08. Oktober 1924 verfasst und abgeschlagen, war 3 Tage später in Chemnitz. Auf der Rückseite der Text und zwei Stempel, die aussehen wie Uhren mit Zeitanzeige. Wer weiss mehr darüber?

Liebe Grüße

10Parale
 
Cantus Am: 16.09.2014 01:17:23 Gelesen: 173633# 43 @  
@ 10Parale [#42]

Hallo,

der Flohmarkt ist nicht so leicht zu finden, denn Hannover ist groß und die Leine hat kilometerlange Ufer. Der Flohmarkt liegt am Leibnizufer, an der gegenüberliegenden Seite gibt es die Straßenbezeichnung "Am Marstall". Man findet da leichter einen Parkplatz, aber Vorsicht, da gibt's auch schnell ein "Knöllchen".

Von mir heute eine Postkarte, die am 16.8.1926 mit Zusatzfrankatur von Botoșani [1] nach Lüdenscheid geschickt worden war.



P 71

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Boto%C8%99ani

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 21.09.2014 19:15:45 Gelesen: 173552# 44 @  
Heute ein ungebrauchter Umschlag aus dem Jahr 1963, der speziell für den Versand von Einschreiben hergestellt worden war; in der Ganzsachen-Philatelie nennt man so etwas Einschreibe-Umschlag (EU). Im Bild ist die Piata-Universität von Bukarest zu sehen.



EU 3

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 26.09.2014 20:25:57 Gelesen: 173505# 45 @  
@ Cantus [#44]

Danke Cantus, von meinem Ort nach Hannover sind es ca. 800 km, aber ich hoffe dennoch einmal diesen Flohmarkt besuchen zu können.

Ich freue mich das das Thema Ganzsachen weitergeht. Ich habe in einem Schuhkarton, der auf einem meiner Schränke sein Dasein fristete, gerade einige Ganzsachen Rumäniens gefunden. Bin selbst erstaunt, dass ich sowas habe.

Nun habe ich aber das Problem, dass ich im Michel Ganzsachenkatalog immer finde, was ich nicht habe und habe, was ich nicht finde. Der obere Ganzsachenumschlag wurde anläßlich des 125. Geburtstages von Albert Einstein herausgebraucht. Unten ist eine Postkarte die in der Zeit von [#44] herausgegeben wurde und die die "Helden des Vaterlandes" ehrt.

Trotz Michel-Katalog konnte ich sie bislang nicht finden. Egal, sie sind sehr schön und ich werde in Kürze weitere Ganzsachen Rumänien vorstellen.


 
Cantus Am: 27.09.2014 01:28:28 Gelesen: 173490# 46 @  
@ 10Parale [#45]

Hallo,

ich habe deine beiden Umschläge auch nicht finden können, allerdings muss der untere Umschlag nach Anfang 2004 herausgegeben worden sein, denn Ende 2003 wurde das Porto bei Umschlägen auf 4.000 erhöht. Im Michel-Ganzsachenkatalog Osteuropa von 2004 ist der Umschlag mit Einstein jedenfalls noch nicht verzeichnet.

Der obere Umschlag dürfte zumindest zeitlich einigermaßen zuzuordnen sein, denn auf der Umschlagrückseite steht vermutlich das Jahr verzeichnet, in dem der Druckauftrag genehmigt worden war. Schau mal nach, vielleicht hilft das dann weiter.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 09.10.2014 00:17:46 Gelesen: 173393# 47 @  
Im Jahr 1934 wurde ein neuer Wertstempel geformt, den man "König Karl II. im Kreis, Inschrift ROMANIA am Unterrand" nennt. Diesen Wertstempel gibt es jedoch nur in Zusammenhang mit der Herausgabe einer 16teiligen Bildpostkartenserie. Davor und auch danach waren andere Wertstempel in Gebrauch.



Ich habe nun eine erste Karte dieser Ausgabe finden können, gelaufen am 10.9.1937 von Bukarest nach Berlin.



Mi. P 96

Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 11.10.2014 00:20:50 Gelesen: 173353# 48 @  
@ 10Parale [#40]

Hallo,

ein schönes Exemplar zeigst Du uns da, wenn auch nicht "Luxus" (die Vorderseite). Der Lokalstempel ist aber sehr nett.

Und vier Euro ist ja wirklich nicht viel für so ein Stück!

Als "Bettmümpfeli", wie wir Schweizer sagen, gibt es noch ein ähnliches Streifband, ein Streifband S 6 von 1899 mit der neuen Wertbezeichnung.



Auch hier gab es eine Umleitung. Der Katalogpreis dieses Stückes ist auch kein Hindernis, es zu kaufen: Euro 10.

Gute Nacht -
Heinz
 
10Parale Am: 14.10.2014 22:10:50 Gelesen: 173280# 49 @  
@ Heinz 7 [#48]

Das ist eine sehr schöne alte Ganzsache, Heinz. Herr Goldstein wohnte nicht mehr in Galatz, so dass der Inhalt des Steifbandes in Braila zubefördert wurde. Netter Stempel.

Meine Vorrat an solche sehr alten Ganzsachen ist momentan erschöpft, deshalb würde ich mich über weitere Beispiele sehr freuen. Ich zeige beigefügt noch eine eher moderne rumänische Ganzsache, ein Umschlag aus dem Jahr 2009.

Im Jahr 1459 wurde Bukarest zum ersten mal urkundlich erwähnt. Es ist die Hauptstadt Rumäniens und ist manchen als das kleine Paris bekannt. Ich kann die Stadt für einen Besuch nur empfehlen. Immer wieder findet man mitten im modernen Stadtgetümmel uralte Kirchen, die so wirken, als hätte sie der liebe Gott persönlich dort aufgestellt.

Auf der Ganzsache sieht man ein Bild von Vlad Tepes, ein Fürst, der mit recht bizarr grausam anmutenden Methoden sich gegen die osmanischen Einfälle zur Wehr setzte. Bram Stoker hat ihn wohl für seine Figur des "Graf Dracula" herangezogen. Ist ja irgendwie aktuell, denn da beginnt doch im Fernsehen eine Serie mit gleichnamigen Titel.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 05.11.2014 22:24:13 Gelesen: 173098# 50 @  
Hallo liebe Sammler,

nach längerer Zeit möchte ich hier wieder mal eine Ganzsache zeigen:

Carta Postala (CP) 35 mit sehr klarem Abschlag B4 BACAU mit Posthörnchen Typ I vom 31. Januar 1896 nach Bralin. Links unten Ankunftsstempel vom 2.2.1896. Bralin in Prussia - Preußen.

Rückseitig rumänische Sprache an Pfarrer Müller in Fürstl. Neudorf, Post Bralin.


 
10Parale Am: 09.11.2014 21:58:06 Gelesen: 173036# 51 @  
Hallo zusammen,

hier mal etwas ganz Besonderes aus dem Jahr 1899, aus Focsani:

Ein jüdischer Philatelist F. Hausvater, Mitglied eines Sammler-Vereins "Dresden & Gössnitz", bittet seinem vermutlichen deutschen Vereinskollegen, Herrn Ludwig Eckner um einen franko-franko Tausch von den Marken Ihrer beiden Länder.

Rumänien ist klar ---- guter Tausch, aber gegen was tauscht Herr Hausvater? Die Ganzsache P34 F (Frageteil) ist mit 5 Bani Zusatzfrankatur (Michel Nr. 102?) portogerecht frankiert nach TANNA Zusatz Reuss j. Linie. Es handelt sich dabei um das Fürstentum Reuss jüngere Linie, dass im heutigen Thüringen angesiedelt war. Ich nehme mal an zu jener Zeit mussten es Marken des deutschen Reiches gewesen sein, bzw. von Preußen etc. Vielleicht irre ich mich auch.

Ich bilde mal Vorder- und Rückseite der Ganzsache ab, so dass sich jedermann(frau) ein Bild machen kann. Interessante Philatelisten-Ganzsache, wie ich finde. Vorallem der wohl offizielle Kastenstempel von Tanna auf der Vorderseite und der gezähnte Absenderstempel von F. Hausvater (man beachte: Roumanie - französische Ausdrucksweise) erwecken die Aufmerksamkeit.

Interessantes Detail am Rande: Die Schreibmaschine, auf die die Ganzsache beschrieben wurde hätte ich gerne mal gesehen. Hatte es schon ein Wagnergetriebe oder war es eine alte Remington? Auf jeden Fall war der e-Hebel nicht ganz in Ordnung. Auch ein Sammelgebiet.

Liebe Sammlergrüsse

10Parale


 
10Parale Am: 21.11.2014 20:16:42 Gelesen: 172913# 52 @  
@ Heinz 7 [#12]

Ich habe diese ungebrauchte Antwortpostkarte für das Ausland 10 Bani gefunden. Zunächst hielt ich sie für eine P16 wie sie von Dir in [#12] beschrieben und dokumentiert ist.

Nun gibt es ja noch die 1882/85 herausgegebene P20 in der Farbe rot/ockergelb, der Antwortteil soll rahmfarben sein. Ich bin mir nicht ganz sicher welche der beiden Postkarten ich hier vor mir habe, P16 oder P20, was denkt Ihr?

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.11.2014 11:05:35 Gelesen: 172882# 53 @  
@ 10Parale [#52]

Hallo mein Freund,

ich meine, Du zeigst uns eine Michel Nummer 20. Anbei meine Vergleichsstücke:



Links siehst Du einen verwendeten Antwortteil. "Réponse" heisst (französisch) "Antwort", und diese Sprache wurde damals in Rumänien für Internationale Postangelegenheiten verwendet (rumänisch für Inland). Im konkreten Fall schrieb Herr Pollack Herrn Bormann in Aue (Sachsen) und brachte die (Antwort-) Postkarte am 21.9.1893 zum Versand. Gemäss Notiz auf der Rückseite (wo keine Ankunftsstempel zu finden sind) kam die Karte am 24.9.93 an. Das Ganze verwirrt uns ein wenig, denn eine von Rumänien gesandte Antwort-Postkarte hätte ja von Aue nach Bukarest zurückgesandt werden sollen (Denn wenn die Frage aus Aue/Sachsen gekommen wäre, wäre ja eine Deutsche Karte verwendet worden). Also - was da genau passiert ist, wissen wir nicht. Denkbar ist, dass der Antwort-Teil als Frageteil verwendet wurde. Wir wissen es nicht.

Auf der rechten Seite habe ich eine ungebrauchte Doppelkarte gescannt, sie sieht so aus wie Deine in Beitrag [#52]. Ich habe aber die Karte gekehrt, damit Du den sehr markanten Farbunterschied siehst: Die Rückseite ist viel heller. Das wollte wohl die Michel-Katalogisierung zum Ausdruck bringen:

"Wie vorherige Ausgabe, jedoch Rs. rahmfarben, 147 x 105 mm". "Rs." heisst "Rückseite" und damit scheint der Fall klar.

Nun bin ich aber soeben neu verunsichert, weil die Dimension stimmt überhaupt nicht. Alle meine P 16 und P 20 Postkarten haben nämlich die Breite von 16 cm, was doch deutlich mehr ist als die angegebenen 147 mm. Die Höhe stimmt ungefähr (105 mm).

Weiss jemand etwas zu dieser Frage (Formatgrösse)?

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.11.2014 11:30:39 Gelesen: 172879# 54 @  
@ 10Parale [#52]

Ich will gleich noch nachhaken.



Oben siehst Du eine Michel Nr. P 16 F. Es ist keine P 15, weil sie hat am unteren Rand diese Erklärung: "La carte ci-jointe est destiné à la réponse", das heisst: "Die anhängende Karte ist für die Antwort vorgesehen". Der Frageteil wurde korrekt versandt von Crajova 25 FEB 82 und hat vorderseitig einen kleinen Einkreisstempel "27/2" (?), der vielleicht ein Ankunftsstempel von Leipzig ist?

Ich denke, die Farbbezeichnung Michel: "lilarot auf helllilarosa" macht Sinn und ist in deutlichem Kontrast zur Michel Nr. P 18. Dies ist auch eine Auslandkarte, aber keine Doppelkarte (kein solcher Vermerk zu finden, darum P 18 und nicht P 20). Sehr schön ersichtlich der Farbunterschied: "rot auf ockergelb, Rückseite rahmfarben". Das trifft ziemlich genau zu, wobei "dunkelorange" für meine Karte genauer wäre als "rot".

Die Karte wurde am 5. Oktober 1893 von Bukarest gesandt und kam in Donauwörth an bereits am 7. Oktober, wie aufgrund des Ankunft-Stempels klar ersichtlich ist.

Übrigens noch ein Wort zu den Formaten: P 16 F ist 152 mm breit und P 18 159 mm, Höhe ca. 100 bzw. 99 mm. Also auch wieder "weit ab" von den Katalognotierungen.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 23.11.2014 18:34:27 Gelesen: 172833# 55 @  
@ Heinz 7 [#54]

Erst einmal vielen Dank für diese guten Erläuterungen, die mir sehr hilfreich sind bei der Klassifikation meiner Ganzsachen.

Der Michel Ganzsachenkatalog gibt folgende Formate an: 147 x 105 mmm für die Ganzsachen P14 - P20.

Kiriac Dragomir gibt im Werk "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" auf Seite 476 an: 153 x 93 mm für die U.P.U. Ganzsachen ab 1879.

Nur für die Ganzsache P18 gibt er an: 153 x 102 mm.

Ich glaube hier gibt es doch erhebliche Abweichungen. Ebenfalls in den Farben bin ich mir nicht ganz sicher.

Was bedeutet rahmfarben? (ich bitte um Farbe in den Michelkatalogen!) Alle meine Ganzsachen sind rückseitig heller als vorderseitig, keine einzige Ganzsache ist auf beiden Seiten gleichfarben ?

Ich werde mir weitere Ganzsachen zulegen müssen, um möglichst viel Vergleichsmaterial zu sammeln.

Anschließend zeige ich noch ein Ganzsache P24 aus dem Jahr 1893. Hier war

1. ein sehr fleißiger Postbediensteter mit 4 Abstempelungen von BUCURESCI erpicht, ins Guiness-Buch der Weltrekorde zu kommen.

2. eine Postkarte für eine Auslandsverwendung im Gebrauch, schöner AK-Stempel vom Postamte 7 in Berlin (wo immer das auch war)

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 24.11.2014 22:02:26 Gelesen: 172791# 56 @  
@ 10Parale [#55]

Guten Abend,

ich habe mehrere Postkarten, die beidseitig gleichfarbig sind. Z.B. Nr. P 9 ("sämisch"), Nr. P 12 ("weisser Karton"), Nr. P 13 ("hellila"), Nr. P 14 (wohl "helllilarosa"), u.s.w. Darum ist der Unterschied zu den Postkarten P 17-P 20 auch so klar, wie ich in Beitrag 53 zeigen konnte. "Rahmfarben" scheint also die Umschreibung zu sein für ein nicht reines Weiss.

Mit den Formaten hat Michel vermutlich nicht aufgepasst und eine Formatänderung 1878 nicht berücksichtigt. Meine Postkarte P 13 ist volle 16 cm breit, nicht nur 147 mm, wie katalogisiert, u.s.w. - Gut, dass der CMPR auch Masse angibt; ich muss das einmal studieren. Auch in älteren Zeitschriften wurde das meines Wissens einmal breit besprochen, aber im Moment kann ich mich nicht genau erinnern, wo das war, und Zeit zum Suchen habe ich jetzt auch nicht.



Anbei ein Bild der P 13, ohne Zweifel zu bestimmen. Herstellungsjahr "Tiraju - 1878", mit genauer Gebrauchsanweisung auf rumänisch. Diese Ganzsachen wurden in grossen Bogen hergestellt, perforiert, und konnten dann so getrennt werden. Diese sehr saubere Karte (sie ist 135 Jahre alt!) wurde am 23.4./5.5.1879 geschrieben (Doppeldatum julianischer/gregorianischer Kalender) und erreichte Zielort Braila am 7.5.1879, wie der Ankunftsstempel hinten zeigt.

Apropos Stempelung. Ich stelle fest, dass viele Ganzsachen bildseitig zweifach entwertet wurden: das Wertzeichen einmal (separat) und die Ganzsache als solche auch noch einmal. Warum es bei Deinem Exemplar dann gleich 2 x 2 = 4 Stempel sind, weiss ich aber auch nicht. Der Postbeamte begnügte sich in meinem Fall mit einem einzigen Stempel-Abschlag.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 06.12.2014 22:24:27 Gelesen: 172579# 57 @  
@ Heinz 7 [#56]

Ist doch das Schöne an der Philatelie, dass man Maße anlegen, Farben bestimmen und Texte studieren kann. Ich vergleiche sie oft mit der Malerei und ich glaube, unser Drang, Unterschiede zu erkennen (z.B. Plattenfehler, Druckzufälligkeiten etc.) ist beseelt von dem Wunsch, etwas Einzigartiges zu besitzen.

Hier aus dem Jahr 1931 die Ganzsache Michel P87 (Kopf Königs Karl II nach rechts), 2 Lei grün, mit Zusatzfrankatur 4 Lei orange (Michel Nr. 380) auf einer Mitteilung an eine Firma in Basel.

Wie wir dem kurzen Text der Rückseite entnehmen, wurde die Mitteilung in Sibiu verfasst, die Ganzsache wurde aber in Bukarest abgestempelt, was mir noch etwas Mühe bereitet. Firmen habe solche Ganzsachen oft abgelocht, damit sie in einem Ordner verschwanden.

"ESTE OPRIT SE INTRODUCE SCRISORI BANI SAU ALTE OBIECTE" - bedeutet natürlich das Verbot Geld oder andere Gegenstände in Briefen zu befördern.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 18.12.2014 20:20:20 Gelesen: 172419# 58 @  
Hallo,

hier wieder mal eine Ganzsache, diesmal die P12 aus dem Jahr 1877, achteckiger Wertstempel Große Ziffer im Hochformat.

Sie lief von Bukarest am 30. Oktober 1877 nach Aix-en-Provence, vermutlich Nachtaxierungs-Rötelung. Empfänger ist ein Jurastudent und die Mitteilung ist eher traurig; der Arme Schreiber litt unter einer schweren Bronchitis.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 18.12.2014 23:10:06 Gelesen: 172407# 59 @  
@ 10Parale [#58]

Hallo mein Freund,

das ist ein sehr hübsches Beispiel einer frühen Ausland-Verwendung und als solche gar nicht häufig! 1870-1878 waren alle Ganzsachen nur für den rumänischen Gebrauch vorgesehen (Inland-Verwendung), P 15 und P 16 (von 1879) (siehe Beitrag [#12]) waren sodann die ERSTEN Ganzsachen für den Auslandverkehr (höhere Nominale (10 Bani), und Inschriften auf französisch statt auf rumänisch).

Hoffen wir, dass der Schreiber 1877 bald wieder gesund wurde!

Gute Nacht! - Heinz
 
10Parale Am: 20.12.2014 15:56:09 Gelesen: 172371# 60 @  
@ Cantus [#82]

Uff, jetzt habe ich in meiner Sammlung auch noch zwei Feldpostkarten gefunden, die ich hier zeigen möchte.

BRUSTBILD KÖNIG KARLS I. nach halblinks ohne WERTANGABE

oben FP 3 oder 4 aus dem Jahr 1916
unter FP 1 aus dem Jahr 1913

Beide Ganzsachen haben rote Sonderstempel bsp. der 7. Kompoanie etc.

Liebe Grüße

10Parale

@ Heinz

Danke schön für Beitrag [#59]. In diesem Forum habe ich gelernt die Augen aufzumachen. Was Du heute im Adventskalender ausgestellt hast ist ja der ultra_Hammer. Wobei ich noch eine Frage hätte.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 26.12.2014 22:16:58 Gelesen: 172307# 61 @  
Guten Abend,

so nach längerer Zeit hier wieder mal 2 Ganzsachen aus späterer Zeit.

P131 (1947) Kopf König Michaels nach rechts 140 Lei braunviolett, sämisch, mit Zusatzfrankatur aus der Freimarkenserie König Michael I 1947

P137 (1947) Kopf König Michaels nach links, 7,50 Lei grau, sämisch mit Zusatz-Mischfrankatur Michel Nr. 1066 und Michel Nr. 36 I Zwangszuschlagsmarke

Philatelistischer Inhalt bei P131, interessant zu lesen, wir erfahren u.a. die Parität des Franken zum Lei 1 Franken = 34,80 Lei

Liebe Grüße

10Parale




 
10Parale Am: 07.01.2015 20:43:50 Gelesen: 172166# 62 @  
Hallo,

hier die Ganzsache K11 Kopf König Karls I. nach links, 1903/04, 15 Bani violett, eine aufklappbare Ganzsache mit einem netten Text. Abgeschlagen in Bukarest am 28. Februar 1906.

Besonders gefällt mir aber der rückseitige Ankunftsstempel von Alexandria, einer von zwei Typen B4 (TypI - kleines Posthorn) - es gibt noch Typ VI (etwas größeres Posthorn). Sicher ein seltener Stempel.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 15.02.2015 12:11:31 Gelesen: 171782# 63 @  
Schönen Sonntag!

Wenn ein Sammler im Katalog das Gesuchte nicht findet, fängt das Rätselraten an: "Ist diese Variante tatsächlich nicht katalogisiert?". Was für Briefmarken sehr selten ist, ist vielleicht für Ganzsachen weniger "eine Sensation".

Sehen wir uns dieses Telegrammblatt an. Gemäss Michel-Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02 sind 1900-1908 vierzehn TB gelistet plus vier weitere Nummern (13A, 13B, 13C, 13D). TB 15 von 1909 hat bereits eine völlig andere Zeichnung.

Von TB 1-14 haben nur TB 3, TB 7 und TB 14 die Nominale 25 Bani. Alle Wertstufen sind blau, aber bei TB 3 und TB 7 ist der Wertstempel rechts auf der Ganzsache; einzig bei TB 14 ist der Wertstempel links.

Das Formular ist aber nach dem Katalog weiss, und dies ist bei meinem Stück nun ganz anders; der Karton ist dunkelrot.



Ein Blick in den "Grossen Ganzsachen-Katalog 1928" von Altmeister Dr. Ascher rückt dann aber eine weitere Möglichkeit in den Fokus: Vielleicht hat Michel nicht gut aufgepasst? Vielleicht ist die Katalognotierung "weiss" falsch?

Bei Ascher steht (Seite 970, unten, zu "Glückwunschtelegramme"): "Schwarzer Textdruck, bis 1905 weisses, dann rotes Papier". Die Ganzsache TB 14 kam 1908 heraus. Ascher listet sogar zwei Formate. Er schreibt explizit: "1908 (Dez.). Wertstempel links, rotes Papier, Abschnitt rechts." Von weissem Papier ist nirgends etwas zu finden...

Der Fall scheint also meines Erachtens klar: Michel hat seit vielen, vielen Jahren eine nicht richtige Katalogisierung. Es müsste wohl "rot" statt "weiss" stehen.

Natürlich hätte ich lieber eine "Neuentdeckung" gehabt als einen Fehler entdeckt. Ich werde meine Beobachtung Michel einmal melden. Es ist nicht meine einzige Bemerkung zum Thema "Ganzsachen Rumänien".

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Cantus Am: 15.02.2015 16:43:51 Gelesen: 171767# 64 @  
@ Heinz 7 [#63]

Hallo Heinz,

hier ist ein kleiner Auszug aus dem Higgins & Gage; vielleicht hilft er dir weiter.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 15.02.2015 23:27:02 Gelesen: 171753# 65 @  
@ Cantus [#64]

Danke!

Higgins & Gage listen auch nur: "blue on red", es scheint diese Ganzsache also nicht auf weissem Karton zu geben.

Der Michel Ganzsachen-Katalog für Europa erscheint seit 1977 (Ausgabe 1978). Schon in diesem ersten GS-Katalog war für Rumänien TB 14 diese Angabe gemacht: "weiss". Ich vermute, dass da ein Fehler passiert ist, der seit Jahrzehnten nicht korrigiert wurde.

H & G listen unter der Nummer 20 und 20a zwei Varianten auf. Ich nehme aber an, dass es sich um Unterschiede im Format handelt, so wie das bei Dr. Ascher ja auch schon festgehalten wurde.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 20.02.2015 20:57:37 Gelesen: 171684# 66 @  
@ Heinz 7 [#56]

Eine weitere P13, Tiraju 1878, diesmal nicht ganz so sauber, abgeschlagen vermutlich am 28. März 1879 (bald mal 136 Jahre alt!) in Ploesti, rückseitig sehr interessanter Ankunftsstempel vom Samstag, den 29. März 1879 CRAIOVA in bläulicher Farbe. Solch ein Einkreisstempel (K1) habe ich bislang nicht entdecken können. Vermutlich handelt es sich um den Stempel B1 (Kiriac Dragomir Seite 133, Stampilografie postala) von Craiova.

Absender war übrigens ein D. Lazar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Cantus Am: 26.02.2015 23:17:37 Gelesen: 171534# 67 @  
Von mir eine Karte der Ausgabe von 1925/26, Mi. P 73, geschrieben am 16.5.1926 und am 22.5.1926 am Zielort in Mannheim angekommen.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 25.03.2015 18:56:52 Gelesen: 171271# 68 @  
@ 10Parale [#66]

10 Parale sagt, meines Erachtens mit Recht, dass er sich nur schwer an die Ährenausgabe heranwage. Ich habe auch grössten Respekt vor dieser sehr vielseitigen Ausgabe mit ihren x Besonderheiten.

Bei meinem Versuch, meine Sammlung genauer zu bestimmen, ist mir ein sehr hübscher Beleg in die Hände gekommen, den ich Euch nun unter "Ganzsachen" vorstelle, da es sich um eine (Inland-) Postkarte mit Zusatzfrankatur handelt. So konnte diese Postkarte ins Ausland versandt werden; sie ging 1903 nach Paris. Der Grund des Schreibens war ein geschäftlicher.



P 38 unterscheidet sich von P 35 nur durch den ersten Buchstaben "D" in der ersten Anschriftenzeile; bei P 38 ist dies in Schreibschrift. Ergänzt wurde diese Postkarte P 38 mit zwei 1 Ban-Marken braun (Mi 128) und einer 3 Bani-Marken (Mi. 131).

Das alles bewegt sich katalogmässig im einstelligen Euro-Bereich. Als Kombination ist es aber ganz nett anzusehen. Der rote Firmen-Absenderstempel macht den Beleg noch farbiger und attraktiver, finde ich, und ich freue mich sehr über dieses schöne Stück.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.03.2015 19:00:23 Gelesen: 171269# 69 @  
@ Cantus [#67]

Hallo Ingo,

ein schöner Beleg! Warum der wohl zensuriert wurde? 1926 war ja keine Kriegszeit? Wer hat das wohl bestimmt?

Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.03.2015 15:33:29 Gelesen: 171230# 70 @  
@ roteratte48 (Anfrage: Ungarn)

Hallo Rolf,

jetzt habe ich statt auf "Vorschau" schon auf "ins Forum" gedrückt, und als ich meine Aussage verifizieren wollte, kam mir Ingo voraus, jetzt kann ich den Beitrag (bei Ungarn, aber zu Rumänien) nicht mehr korrigieren.

Darum jetzt nachträglich noch richtig:

Thema "Rumänien Ganzsachen": Eröffnung 12.7.2013.

Die fleissigsten Schreiber:
1) 27 Beiträge: 10 Parale
2) 21 B. Heinz 7
3) 14 B. Cantus/Ingo
übrige 5 Personen: zusammen 7 Beiträge
= Summe 69 bis heute

10 Parale gebührt also quasi "die Krone"!

Heinz
 
10Parale Am: 28.03.2015 17:29:09 Gelesen: 171217# 71 @  
@ Heinz 7 [#70]
@ Cantus

Hallo zusammen,

die Krone gebe ich gerne weiter an Euch. Auch wenn ich ab und zu empfindlich reagiere, - bitte um Verzeihung, Cantus -, nehmt mich bitte nicht so ernst, es ist wirklich nur mein Hobby.

Da die Krone ein schönes Motiv ist, hier eine pittoreske Postkarte für den Philatelisten, die jedoch meines Wissens im Michel nicht katalogisiert ist.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.03.2015 23:13:49 Gelesen: 171198# 72 @  
@ 10Parale [#71]

Danke, 10 Parale, für Deinen Beitrag. In "Rumänien für Sammler" habe ich erklärt, warum diese sogenannte "Postkarte" im Ganzsachen-Katalog nicht aufgeführt wird; weil es KEINE Ganzsache im philatelistischen Sinn ist.

Anbei eine schöne "richtige" Ganzsache (mit Werteindruck; eigenständiges Wertzeichen, keine Zusatzfrankatur mehr nötig).

Alles ist schön an dieser Karte:



Die Postkarte an sich (minimale Mängel einmal ausgeklammert)
die Schrift
der Abgangsstempel in blau von 1905
der Ankunftsstempel Bukarest
der Posthörnchen-Briefträgerstempel

Obwohl wir alles lesen können, weiss ich doch nicht, wo der Abgangsort der Ganzsache war, denn diesen Stempel "BASARABI / GARA" kenne ich nicht und habe ihn auch nicht gefunden bei Kiriac Dragomir.

Laut Wikipedia gibt es zwei Dörfer mit diesem Namen:
Basarabi (Dolj), Dorf im Kreis Dolj
Basarabi (Suceava), Dorf im Kreis Suceava

Welcher wird es wohl sein?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Cantus Am: 29.03.2015 01:17:46 Gelesen: 171193# 73 @  
@ 10Parale [#71]

Hallo,

solche Postkarten, bei denen auf der Bildseite Briefmarken abgebildet sind, gibt es von vielen Staaten der Erde, dabei z.B. auch von den altdeutschen Staaten oder auch von ganz exotischen Ländern, z.B. aus Afrika. Diese Motive haben sich lange gehalten, denn noch nach dem 2.Weltkrieg sind solche Motive ab und zu anzutreffen. Auch wenn so eine Postkarte eigentlich zu den Ansichtskarten gehört, bildet sie hier doch eine hübsche Ergänzung zur Auflockerung.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 29.03.2015 18:02:15 Gelesen: 171174# 74 @  
@ Heinz 7 [#72]

Bei dem Stempel "BASARABI" handelt es sich um den Bahnpoststempel PG10. Die Beförderung der Post mit der Bahn wurde hier ab ca. 1888/91 vorgenommen. Siehe Kiriac Dragomir "STAMPILOGRAFIE POSTALA" Seite 201 ff.

Nun müsste man auf alten Bahnkarten studieren, wo dieser Ort lag, denn es ist nicht einfach, den zum Stempel zugehörigen Ort zu finden. Zu aller Überraschung bezeichnet D.Kiriac in seiner Auflistung den Ort BASARABI im Kreis VS, was bedeutet: VASLUI.....

also hätten wir:

1. Basarabi im Kreis (judetul) Dolj
2. Basarabi im Kreis Suceava
3. Basarabi im Kreis Vaslui

4. Der Ort Murfatlar (wo der berühmte Rotwein herkommt) im Kreis Constanta hiess ebenfalls Basarabi, allerdings von 1924 bis 1965 und 1980 bis 2007

Lieber Heinz, ich weiss tatsächlich "im Moment" keine Lösung. Das violette Posthörnchen ist ja wunderschön.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.03.2015 21:56:09 Gelesen: 171157# 75 @  
Hallo,

in [#42] habe ich eine 50 Bani Ganzsache P69 vorgestellt, die von Bukarest nach Chemnitz gelaufen ist und mit insgesamt 4,50 Lei Zusatzfrankatur versehen wurde.

Mittlerweile habe ich mir das Werk "TARIFELE TAXELE SI GRATUITATELE POSTALE IN ROMANIA" Band 1 - 2 zugelegt und in Band (Vol.2) steht auf Seite 107, dass ab dem 01. September 1924 der Tarif für eine einfache Postkarte von Rumänien hier nach Deutschland 6 LEI betrug. Tatsächlich war die Postkarte unterfrankiert und wurde wohl mit 20 Pfennig nachtaxiert.

Die Tabellen kann man auch als Nicht-Rumäne sehr gut verstehen und dieses Werk ist bestenfalls zu empfehlen.

Liebe Grüsse

10 Parale


 
10Parale Am: 01.04.2015 15:35:38 Gelesen: 171116# 76 @  
Hallo,

bei dieser Ganzsache "König Karl I nach links im Oval in geänderter Ausführung" habe ich so meine Probleme mit der Bestimmung.

Zunächst ist die Karte morgen taggenau mit dem Stempel von IASI vom 2. April 1897 118 Jahre alt. Die mit der 5 Bani blau der Dauerserie "Spic de Griu" zusätzlich frankierte Postkarte lief von Jaassy nach Leipzig. Absender ist der Musikhändler Bernstein in Jassy, ein Name, der gewisse Assoziationen in der Musik-Welt bewirkt. Ein schöner Ankunftsstempel von Leipzig belegt die Expedition.

Im Michel Ganzsachenkatalog (Europa Ost Seite 317) würde ich auf P33 tippen, aber es fehlen die Instruktionslinien. Der Michel Katalog 04/05 bewertet diese Karten mit 1,50 €. Obwohl sie noch relativ häufig zu finden sind, finde ich sie immer wieder sehr attraktiv und sie belgen einen regen Handel zwischen Südosteuropa und Westeuropa.

Ausserdem finden sich immer wieder Namen, bei denen es sich lohnt, nach der Provenienz zu forschen, wie ich demnächst an Hand einer Ganzsache aufzuzeigen versuche.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.04.2015 00:27:09 Gelesen: 171096# 77 @  
@ 10Parale [#76]

Lieber 10 Parale,

Du zeigst uns eine schöne Karte. Sie ist nicht selten, aber so sauber, wie sie hier erscheint, doch auch nicht gewöhnlich und natürlich mit Euro 1.50 sehr tief bewertet. "Zu tief", sagen Viele, meines Erachtens völlig zu Recht. So gelingt es vielen Händlern, solche Karten zum Zehnfachen des KW zu verkaufen, oder auch zum 20- oder 30-fachen des Katalogpreises. Trotzdem sind viele Käufer mit ihrem Einkauf ganz zufrieden, und auch das kann man (ich) verstehen. Soviel zum Thema "Wert von Briefmarken" (ein "unendliches" Thema, mit viiiiel Konfliktpotential und seeeehr konträren Meinungen). Ich will im Moment nicht vertieft DARAUF eintreten, sondern lieber Deine Frage beantworten.

Ich habe die Problematik der fehlenden Instruktionslinie auch schon bemerkt! Ich habe folgende Lösung gefunden (siehe nachfolgend), bin aber nicht absolut sicher, ob ich richtig liege.

Der Michel-Katalog zeigt uns nur drei Nummern mit dem Wert 5-Bani-"Ährenausgabe" in blau, nämlich P 33 und P 34 F und P 34 A. Ich zeige in scans P 33 und P 34 (unzertrennt; verkleinert wiedergegeben (in Realität gleich breit wie P 33))




Was fällt auf? Die Einzelkarte hat KEINE Instruktionslisten, der FRAGETEIL der (doppelten) Antwortkarte HAT diese zwei Zeilen Erklärungen. Vermutlich zeigen die Abbildungen im Michel-Katalog also nicht P 34 A und P 33, sondern P 34 A und P 34 F (abgetrennt). P 33 wird im Michel-Katalog (2001/02) NICHT gezeigt.

Deine Karte ist also (nach meinem Dafürhalten) P 33, dazu kommt die Zusatzfrankatur 5 Bani Michel Nr. 102 X oder Y (Unterschied unwichtig). Mit dieser Zusatzfrankatur wurde eine INLANDPOSTKARTE für den Auslandgebrauch aufgewertet.

Die Strecke Iasi - Leipzig ist nach heutigem Routenplaner (Michelin) 1456 Kilometer lang (oder noch weiter). Auch wenn vielleicht eine Bahn-Distanz-Karte etwas andere Werte ergibt, erkennen wir doch, dass die Distanz recht beachtlich war. Dass die Postkarte trotzdem schon zwei Tage nach dem Absenden am Bestimmungsort ankam, finde ich beeindruckend. Sicherlich hat das ausgedehnte Bahnnetz der 2. Hälfte des XX. Jahrhunderts diesbezüglich viele Verbesserungen gebracht.

Es wäre eine schöne Aufgabe für uns Philatelisten, die Normal-Transportzeiten von Poststücken etwas übersichtlich darstellen zu können. Im Thema "Rumänien - Transportwege" können wir solche Überlegungen etwas weiter verfolgen. Ich hoffe, Du machst mit.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
roteratte48 Am: 02.04.2015 11:05:28 Gelesen: 171068# 78 @  
@ Heinz 7 [#77]

Anschließend an die Vorstellung Deiner Doppelkarte mit 5 Bani-Ährenmotiv möchte ich eine andere Doppelkarte zeigen, die sich in der Herstellung etwas ungewöhnlich zeigt. In nahezu allen Ländern, (auch in Rumänien, wie Deine obige Karte zeigt), wurden Karten mit anhängendem Antwortteil so hergestellt, daß sie an der Längsseite zusammenhängen. Diese hier aus den 1890er Jahren hängt seitlich zusammen:



Eine Sache, die mich interessiert, ist die Herstellung der Karten in dieser Zeit. Nach dem, was ich bisher gesehen habe, wurden Ganzsachen in den 80er bzw. 90er Jahren offenbar (ähnlich den Belegen meines Sammelgebietes, der frühen Postscheine), in Druckbögen mit sechs, maximal acht Karten gedruckt und vertikal wie horizontal perforiert. Daraus erklärt sich auch der Formatunterschied, der in einem früheren Beitrag bereits angesprochen wurde. Oberrand- und Unterrandstücke (zweiseitig perforiert) sind in der Höhe um einige mm bis zu zwei cm größer als die Stücke aus dem Mittelteil, die dreiseitig perforiert sind. Eine Karte dieser frühen Ausgaben, die vierseitige Perforationsspuren zeigt, habe ich noch nicht gesehen. Hat jemand eventuell einen solchen Bogenteil, um die These zu stützen? Es wäre schön, so etwas mal zu sehen.

Hier zwei untere linke Bogenecken (Perforation oben und rechts, Höhe der rechten Karte 10,8 cm):



Eine rechte obere Bogenecke, Höhe 10,3 cm; der Oberrand ist etwas ungleichmäßig, aber definitiv ohne Perforierungsreste; sie war (wie aus der Notiz l.o. zu schließen) wohl noch einige mm höher:



Und schließlich zwei Belege vom rechten Bogenrand, dreiseitig perforiert, Höhe 9,8 cm:



Gruß vom Oberrhein - Rolf
 
10Parale Am: 02.04.2015 22:12:50 Gelesen: 171039# 79 @  
@ roteratte48 [#78]

"Eine Karte dieser frühen Ausgaben, die vierseitige Perforationsspuren zeigt, habe ich noch nicht gesehen."

Eine solche Postkarte kann ich Dir heute gerne zeigen. Sie ist 4-seitig perforiert, es handelt sich um die Ganzsache Michel P 17 schwarz "Achteckige Wertziffer. Große Ziffer im Hochoval".

Höhe: 9,8 cm

Das könnte die Vermutung bestärken, dass diese Postkarten ebenfalls in Bögen zu mindestens 8 Karten hergestellt wurden. Einen Bogenteil habe ich leider nicht, werde aber danach Ausschau halten.

Empfänger dieser Postkarte, verfasst in PLOESCI im Juli 1885 ist übrigens eines der ersten Kaufhäuser in Paris, Les magasins du printemps. Monsieur Jaluzot war der Gründer dieses Kaufhauses in Paris (Ankunftsstempel Paris Etranger).

Liebe Grüsse

10Parale


 
roteratte48 Am: 03.04.2015 10:11:47 Gelesen: 171020# 80 @  
@ 10Parale [#79]

Und zack - schon sieht man was Neues - und schon ist meine Theorie widerlegt, denn das Vorhandensein einer vierseitig perforierten Karte setzt einen Druckbogen von mindestens 9 Karten voraus; nur das "Herzstück" bei einer Anordnung von 3 x 3 Karten im Bogen konnte vierseitig Perforation aufweisen. Das erklärt auch, warum ich (bei der geringen Menge der Karten in meinem Besitz) eine solche noch nicht gesehen habe - nur jede neunte Karte konnte diese Eigenheit aufweisen.

Lieben Dank fürs Zeigen und ein frohes Festwochenende!

Gruß aus Lahr - Rolf
 
Heinz 7 Am: 03.04.2015 12:28:02 Gelesen: 171008# 81 @  
@ 10Parale [#79]
@ roteratte48 [#80]

Hallo Kollegen,

dass die Ganzsachen in Einheiten gedruckt wurden, weiss man und gelegentlich findet man auch noch zusammenhängende Einheiten bei Streifbändern, siehe z.B. Beitrag 8, oder das Streifband anbei



("1 BAN" (nicht "Bani", wie S 4) im "Dreierstreifen" = Michel S 7 B b, wobei B für das Format steht (42 mm Höhe) und b für die Farbe des Papiers (grauweiss), Streifband vom 8. Oktober (?) 1902 gestempelt "BUCURESTI CURSA I" auf Lokal-Sendung (rückseitig niedlicher Posthörnchen-Stempel "91" von Bukarest), vermutlich an einen Konsul (?) Riviera Joachim, im Palatul Nifon adressiert.

(Alles noch "ohne Gewähr" - zu "Palatul Nifon" liefert Google aber "passende", phantasie-anregende Bilder! Da muss man aber vorsichtig sein! Zum Teil werden bei Google völlig falsche Zusammenhänge konstruiert!! Die Bilder zu "Carsi Riviera Joachim" passen z.B. eher weniger. Ein gutes Beispiel, das Lust macht auf vertiefte Abklärungen!).

Aber kehren wir zurück zu der vierseitig gezähnten Postkarte. Die ist hochinteressant! Ich meine, mich erinnern zu können, dass ich einmal einen Achterbogen unzertrennter Postkarten gesehen habe (2 Karten pro Reihe, 4 Reihen). Da wäre die Zähnung dann: (oben/rechts/unten/links):

Karte 1: ungez. - gez. - gez. - ungez.
Karte 2: ungez. - ungez. - gez. - gez.
Karte 3: gez. - gez. - gez. - ungez.
Karte 4: gez. - ungez. - gez. - gez.
Karte 5: wie Karte 3
Karte 6: wie Karte 4
Karte 7: gez. - gez. - ungez. - ungez.
Karte 8: gez. - ungez. - ungez. - gez.

Die Karte von 10 Parale spricht für einen Neuner- (oder 12er-) Bogen mit 3 Karten pro Reihe (3 oder 4 Reihen).

Ich versuche, mich einmal weiter zu informieren, da möchte ich mehr wissen.

Rolf, auch auf Deinen grossen Beitrag [#78] möchte ich noch näher eingehen. Danke!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
zockerpeppi Am: 04.04.2015 21:13:35 Gelesen: 170999# 82 @  
Mein bescheidener Beitrag: rumänische Ganzsache gestempelt in Lipova am 24.1.1969 nach Bukarest (Ankunft am 27.1.69)



schönes Osterfest noch
Lulu

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Motiv: Hirsch und Rehwild"]
 
Cantus Am: 05.04.2015 19:02:40 Gelesen: 170962# 83 @  
@ Heinz 7 [#81]

Hallo Heinz, hallo alle,

ich tippe auf 9er Bögen. Ich hatte auch vorgehabt, das anhand einer anderen Postkarte zu belegen, habe bisher aber noch nicht alle neun Varianten auftreiben können. Sobald ich wieder zum Scannen komme, werde ich das nachholen.

Viele Grüße
Ingo
 
roteratte48 Am: 05.04.2015 19:32:09 Gelesen: 170957# 84 @  
@ Cantus [#83]

Auch ich tendiere zum Bogen mit 9 Karten - und wenn Du tatsächlich so etwas zeigen könntest, wäre das großartig!

Für heute noch zwei weitere Karten aus etwas späterer Zeit; zum ersten eine Karte aus Bukarest, deren Wertstempel den Überdruck "8.Juni 1930" trägt. Auffrankiert mit einem leider beschädigten Viererstreifen der 1 Leu lief sie nach Berlin (im Text Voucher-Verrechnung des Grand-Hotel du Boulevard):



Die zweite Karte ist ebenfalls auf 6 Lei auffrankiert - hier fiel mir der Stempel auf. Die Karte lief von Teregova 1936 nach Detmold, abgestempelt in Domasnea (etwa 12 km entfernt). War diese Stempelform mit dem Zusatz "Mandate" in Rumänien üblich? :



Euch noch einen schönen Abend!

Gruß - Rolf
 
10Parale Am: 05.04.2015 22:12:02 Gelesen: 170938# 85 @  
Hier mal eine etwas seltenere Destination auf einer rumänischen Ganzsache, Brasilien, Sao Paulo. Zugegeben, die beiden Marken zu je 5 Cent sind nicht besonders schön, aber der Ankunftsstempel von S.Paulo vom 1. September 1903 gibt schon einiges her. Die Karte wurde am 9. August vermutlich von einem Angehörigen der Britischen Matrosenschule in Sulina verfaßt.

In Sulina waren die Engländer im 19. Jahrhundert sehr fleißig damit beschäftigt, die reichen Getreidevorkommen der Moldau und Walachei über den Schifffahrtsweg der Donau nach England und Irland zu transportieren. Dies bescherte im Gegenzug Prosperität für die Exporteure.

Liebe Grüße

10Parale


 
Cantus Am: 05.04.2015 23:15:35 Gelesen: 170931# 86 @  
@ 10Parale [#85]

Hallo,

wieso ist das eine Ganzsache? Wo ist der Wertstempeleindruck? Mir scheint, dass das nur eine frankierte Ansichtskarte ist.

Viele Grüße
ingo
 
Heinz 7 Am: 06.04.2015 22:09:10 Gelesen: 170892# 87 @  
@ roteratte48 [#78]

Lieber Rolf,

ich fürchte, Deine Karte 5 Bani hellbraun hat kein Originalformat, sondern sie wurde unten verkürzt/geschnitten.

Meine hier gezeigte Karte ist 13.7 x 9.5 cm breit x hoch und zweiseitig gezähnt, müsste also sein:



Michel P 12 II (Michel nennt zwar 134 x 93 mm), aber das sind nur unwichtige "Differenzchen". Auch an der Katalogisierung könnten wir "herummeckern" und anmerken, dass es wohl statt "oben oder unten gezähnt" vermutlich genauer heissen sollte "Zähnungen können zwei- oder dreiseitig (evtl. gar allseitig) vorkommen". Das "allseitig" trifft aber nur zu, wenn die Karte tatsächlich im Bogen zu 9 oder 12 Stück hergestellt wurde, mit (mindestens) drei Spalten.

Aus einem Druckbogen wäre das gezeigte Stück dann wohl die erste Karte (da ungezähnt oben und links)

Gruss und guten Arbeits-Wochen-Start morgen!
Heinz
 
10Parale Am: 07.04.2015 21:46:59 Gelesen: 170849# 88 @  
@ Cantus [#86]

Oh, natürlich, völlig richtig. Sorry, da ist mir ein Fehler unterlaufen, Ganzsachen sind ja im Voraus bezahlt mit Wertzeicheneindruck - klar. Da hab ich ein faules Osterei gelegt - sorry.

Als Entschädigung hier noch eine Postkarte P33 nach Dresden gelaufen, abgeschlagen in BRAILA am 5. Dezember 1895 und dann in Dresden empfangen am 08.12.1895. Ein Händler aus Braila bietet Eier zum Verkauf an. 3 Tage Transportdauer, ganz gut.

@ Heinz [#77]

" Es wäre eine schöne Aufgabe für uns Philatelisten, die Normal-Transportzeiten von Poststücken etwas übersichtlich darstellen zu können. Im Thema "Rumänien - Transportwege" können wir solche Überlegungen etwas weiter verfolgen. Ich hoffe, Du machst mit."

Wie stellst du dir das im Detail vor - Übersichtlichkeit - gerne mache ich mit.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 10.04.2015 10:41:37 Gelesen: 170757# 89 @  
Hallo,

1922, Krönungskarte, rechts Brustbild König Ferdinands mit Stahlhelm nach links, links Ziffer mit verzierter Umrandung.

Michel P 78, 2 Lei mit Zusatzfrankatur 2 Lei gelaufen am 8. Dezember 1923 von CHISINAU nach Elberfeld. CHISISNAU ist heute die Hauptstadt Moldawiens.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 10.04.2015 22:10:15 Gelesen: 170739# 90 @  
@ Ganzsachen Freunde,

besonders stolz bin ich bei diesen beiden Ganzsachen nicht nur auf die beiden Briefträger Posthörnchen Stempel von Bukarest ( 104 / 43), sondern auf den wunderschönen Abschlag von VIDRA vom 12. Februar 1899.

VIDRA beudeutet die "Otter". Diesen Stempel habe ich bei Dragomir Kiriac "Stampilografie Postala" nicht gefunden, ebensowenig wie den Transitstempel von ODOBESCI vom 13. Februar 1899.

VIDRA ist der Name für 4 Ortschaften in Rumänien (Quelle: Wikipedia):

- Vidra im Kreis Alba
- Vidra im Kreis Ilfov
- Vidra im Kreis Vrancea
- Vidra im Kreis Arad

ODOBESCI (heute: Odobesti) liegt im Kreis Vrancea in der Moldau, damals unmittelbar an der Grenze zum Fürstentum Walachei. Bekannt ist ODOBESTI als ein Weinbaugebiet mit einem besonders guten Tropfen. Demnach tippe ich von Herzen auf das 27 km entfernte VIDRA im Kreis (Judetul) Vrancea.

Die Ganzsache erreichte Bukarest am 14. Februar 1899. Ein Beweis ist die geographische Nähe jedoch nicht.

Der Stempel von MACIN (abgeschlagen am 25. März 1899) ist bei Kiriac Dragomir (s.o.) gelistet als B4(72)VI - wobei sich die VI auf die Grösse des Posthörnchens bezieht. Macin liegt im Kreis Tulcea im Donaudelta.

Es gab Posthörnchen in diesen vielzähligen Zweikreisstemeln B4 von römisch I - X. Jedes dieser 10 Posthörnchen hat eine andere Form.

Der seltene Stempel von VIDRA hat meiner Ansicht nach die Bezeichnung B4(125a)II verdient, er hat eine Länge von 7 mm.

Also Augen auf und weitersuchen, es gibt noch viel zu entdecken. Wir sind Kolumbus Nachfolger in der Philatelie.

Liebe Grüsse

10Parale


 
jahlert Am: 15.04.2015 16:14:48 Gelesen: 170616# 91 @  
@ 10Parale [#23]

Diese Ganzsache ist bei mir gelandet, weil ich mich für die Kreisobersegmentstempel (KOS) interessiere:



Das Datum ist auf dem KOS gut lesbar.

Jürgen
 
10Parale Am: 17.04.2015 17:36:13 Gelesen: 170560# 92 @  
@ jahlert [#91]

Wie es der Zufall will. Das ist ja auch spannend an der Philatelie, dass Länder zusammentreffen und eine Verbindung schaffen. Kreisobersegmentstempel war mir bislang kein Begriff, aber ich halte die Augen auf.

Sehr schöne Karte aus Turnu Severin Carta Postala (CP) 35 und der Ankunftsstempel von Lauterberg hat es in sich. 3 Tage für die Expedition nach Deutschland, sehr schön.

Zeige hier noch 2 Ganzsachen P33 und P38, erstere lief mit Zusatzfrankatur 5 Bani nach Oldenburg (3 Tage Expedition) und letztere von BISCOA nach MÜNCHEN. Leider ging der Ankunftsstempel von München in die Binsen.

Was mir persönlich auffällt, ist, dass bei der Zusatzfrankatur stets die Farbe der aufgeklebten Marke der Farbe der Ganzsache entspricht. Bitte zeige mir einer eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur, die aus den Farben grün und blau bestehen.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 17.04.2015 20:43:23 Gelesen: 170544# 93 @  
Hallo zusammen "Dealul Spirei",

hier noch 2 Ganzsachen P33 im innerrumänischen Postverkehr. Eine einfache Karte von Calafati nach Braila, Beförderungszeit 1 Tag im Juli 1896.

Die Karte an Emil Turturean bereitet mir viel Freude:

Die Postkarte P33 lief am 7. November 1895 an den wohl jungen Offiziersanwärter Turturean, der an einer Offiziers- bzw. Militärschule in Bukarest weilte. Links unten liest man wunderbar "dealul Spirei"... was heisst denn das?

" Dealul Spirei" ist ein geschichtsträchtiger Hügel in Bukarest, auf dem einst nicht nur die Fanarioten, sondern auch der Fürst der Walachei, Alexander Ypsilantis, seine Residenz innehatte. Auch ein Kloster Mihai Voda findet sich noch heut ("etwas verschoben") auf dem Hügel.

Bekannt wurde der Hügel in neuer Zeit aber erst 1984 durch den Bau des Parlamentspalastes, eines der größten Gebäude in Europa. Es wurde während der Regierung von N. Ceaucescu erbaut. Synagogen und Kirchen wurden abgerissen, vielleicht auch das Gebäude der Militärschule, in der Emil Turturean sein Handwerk als Offizier erlernte. Das Kloster Mihai Voda wurde nach weltweiten Protesten erhalten, musste aber um ein paar hundert Meter verschoben werden.

"dealul spirei"- nicht weit davon entfernt ist der Fluss "Dambovita" und es gibt sehr pittoreske Bilder vom alten Bukarest mit den Wassermühlen, dem Fluss und dem schönen Kloster.

Zwei schöne Abstempelungen von Bukarest und ein leider etwas unleserlicher Ankunftsstempel auf dem Wappen, ich schätze es ist einer der CURSA Stempel, die für den innerörtlichen Postverkehr in Gebrauch waren.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 18.04.2015 22:20:24 Gelesen: 170509# 94 @  
Hallo,

ich mach mal weiter hier:

Postkarte P17: die Ausgabe von 1882/85 mit dem achteckigen Wertstempel "Große Ziffer im Hochoval" - siehe auch Heinz 7 Beitrag [#15] ff.

Interessant der Stempel in dunkelblau von Campu Lung (C.Lungu) vom 5. Februar 1890 - B3 fig. 717 bei Kiriac Dragomir "Stampilografie Postala".

Die Postkarte wurde taggleich zugestellt - bei einer Entfernung von 168 km eine tolle Leistung.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 19.04.2015 12:35:11 Gelesen: 170473# 95 @  
@ 10Parale [#92]

Lieber 10 Parale,

schön, dass Du uns so viele Beiträge zeigst. Ich habe nachgesehen; ich habe offenbar auch keine "Farben-Mischfrankaturen" d.h. eine BLAUE 5 Bani-Zusatzfrankatur auf eine GRÜNE 5-Bani-Ganzsache, oder umgekehrt eine GRÜNE 5 Bani-Zusatzfrankatur auf eine BLAUE 5-Bani-Ganzsache. Aber ich werde die Augen offen halten.

Anbei eine grün-grüne Kombination.



Eine Postkarte von 1902 von Braila nach Idar, Oldenburg. Alles sauber gestempelt, die Post benötigte 3 Tage, was für die grosse Distanz sicher nicht viel ist.

Mit dem Michelin-Routenplaner wollte ich nachsehen, wie weit die Distanz ist.



Und bekam die obenstehende Ansicht. Es gibt zwei Wege, beide über 2000 Kilometer. Soweit, so gut. Aber Idar liegt an einem Ort, wo es für mich "nicht passt", da ich Oldenburg mit Norden (nicht mit Rheinland-Pfalz) in Verbindung bringe.

Dank Internet-Recherche lernte ich aber was folgt: (gemäss "Stadtgeschichte")

"1817: Durch eine kuriose Entscheidung des Wiener Kongresses fällt das Gebiet Birkenfeld an den Herzog von Oldenburg; Oberstein wird Sitz eines oldenburgischen Amtes.
1827: Auswanderer aus dem hiesigen Raum stossen in Südbrasilien auf die dortigen Achatvorkommen.
1834: Die erste Sendung überseeischer Achate gelangte nach Idar.
1865: Oberstein und Idar erhalten von Oldenburg formell das Stadtrecht.
1916: Erste Truppeneinquartierungen in Idar-Oberstein."

... usw., also stimmt die Ortslage (Idar-Oberstein) also offenbar doch mit "Oldenburg" überein; politisch. - Interessant & lehrreich!

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 20.04.2015 20:40:29 Gelesen: 170430# 96 @  
@ Heinz 7 [#95]

Der Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) legte einige Grenzen in Europa nach der Niederlage Napoleons neu fest und griff auch ein in kleinste Herzogtümer und Grafschaften. Schön, dass die Philatelie hier dazu beiträgt, geschichtliche und politische Hintergründe aufzuklären.

Der Ankunftsstempel von IDAR ist schon einmalig auf einer rumänischen Ganzsache und vielleicht auch interessant für manchen Stempel-Sammler in Deutschland.

Die Aussagekraft und Bedeutung von Stempeln auf Ganzsachen (Briefen/Briefmarken) wächst mir langsam sehr ans Herz.

Die hier abgebildete Ganzsache hat die Abmessung 125 x 90 mm. Ich tippe mal auf P28, da sie auf beiden Seiten sämisch bis rahmfarben ist. Der Michel nennt für dies Postkarte keine Abmessungen.

Abgeschlagen wurde die Postkarte am 26. Juli 1901 in Jassy (FRATII SMIRNOV) mit zwei Stempel B2e (Doppelkreisstempel 24mm Durchmesser mit Andreaskreuz - siehe Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Abb. 678 auf Seite 137). Nach einer Dauer von nur 4 Tagen erreichte sie am 29. Juli 1901 London.

An England-Philatelisten (die rar gesät diesen Thread hoffentlich lesen) die Frage: was bedeutet das AC im englischen Stempel? Mit der Abkürzing AC/DC im Namen der Hardrockgruppe hat das ja wenig zu tun, denn dieser ist ja ein Bezug zu der Bezeichnung Gleichstrom/Wechselstrom....

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 29.04.2015 11:17:34 Gelesen: 170315# 97 @  
Hallo zusammen,

eine weitere P28, abgeschlagen am 29. Oct. 1900 in Jassy nach BUNZLAU (heute: Boleslawiec - Polen) im damaligen Niederschlesien. Schöner Ankunftsstempel derselbigen Stadt vom 31.10.00.

Interessant der rückseitige Text, den ich hier einmal wiedergeben möchte, der Brief wurde in deutscher Sprache verfasst:

Ihre Annonce in dem „Der Photograph“ mich beziehend erlaube mir Ihnen meine Dienste für den betreffenden Zweck zu offerieren. Bin ein IIa Landschaftsphotograph und besitze eine der besten ….. Photographie – Camera – Objetive. Kann Ihnen IIa Referenzen aus den Photographien Kreisen angeben. Haben die Tour Jassy – Constantinopel – Smyrna – Beyrut, Jaffa, Jerusalem, Bethlehem und ganz Palästina, Port-Said, Alexandria voriges Jahr gemacht u. bin mit den Gegenden gut betraut.
Mache keine grosse Ansprüche und im Falle Sie noch keinen Photographen haben, bitte mirsofort zu antworten und werde Ihnen dann meine Conditionen die sehr günstig sind wie auch meine Zeugnisse, Referenzen, Probebilder etc. senden lassen. Bin der Französischen Sprache mächtig. Ersuche um sofortige Antwort u. Conditionen u. Zeichne Hochachtungsvoll


Die Tour, die der Photographenaspirant unternommen hat würde jeder gerne mal machen - eine Traumreise.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 06.05.2015 21:32:41 Gelesen: 170121# 98 @  
@ Heinz 7 [#95]

Eine weitere grün-grüne Kombination aus Ganzsache mit Zusatzfrankatur von Bukarest nach Wohlen im Aargau (Schweiz). Auch hier benötigte die Post 3 Tage zur Beförderung, was eine grosse Leistung ist.

Wir sehen 4 Stempelabschläge von Bukarest, der Postler hatte seine Freude am Stempeln und wir heute unsere Freude am Betrachten.

Ankunftsstempel von Wohlen vom 1. Mai 1905.

Bin gespannt, ob es mal eine blau-grüne Kombination geben wird, meine Suche war bislang leider erfolglos.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.05.2015 23:03:38 Gelesen: 170039# 99 @  
@ 10Parale [#85]

Zur Frage "AC" (Beitrag [#96]) kann ich nichts Genaues sagen, vielleicht ist es eine Abkürzung für "Account"?

Aber zu Beitrag [#85]:

Eine sehr schöne Karte (obwohl, wie richtig gesagt, keine Ganzsache) und in der Tat eine seltene Destination: Brasilien! Interessant auch die Transportdauer: Abgang: 9. August 1903, Ankunft: 1. September. Doch dazu kommt nun die Frage des Kalenders: war es zweimal der gregorianische? Dann wäre die Transportdauer 23 Tage. Ich habe im Moment keine Schiffs-Verbindungs-Tabelle von 1903 zur Verfügung, anhand der man überprüfen kann, ob die Post damals nicht schneller war.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.05.2015 23:35:38 Gelesen: 170035# 100 @  
@ Cantus [#64]

Lieber Ingo,

ich weiss nicht sicher, ob die gezeigte Ganzsache wirklich "TB 2" nach Michel ist. TB steht für "Telegrammblätter", wovon die ersten zwei 1900 herausgegeben wurden (80 Bani = TB 1; 1 Leu = TB 2). Diese Ganzsachen sind bei Michel nur vereinzelt abgebildet, und der alte ASCHER-Katalog von 1928 zeigt zu den Telegrammen 1-13 überhaupt keine Abbildung. Gemäss Katalog "CMPR '74" stimmt aber immerhin der Haupttext mit der Beschreibung überein: "BUN pentru ... cuvinte"



Ich behaupte jetzt einfach einmal, diese Ganzsache sei selten, (trotz moderatem Katalogwert), und darum besonders "würdig", dass sie als unser "Jubiläumsbeitrag" vorgestellt wird (Beitrag Nr. [#100]). Sie hat übrigens ein Format von 18.7 : 12.5 cm, ist also etwas grösser als die Angaben in Michel/Ascher/CMPR.

Vielleicht sagst Du, Ingo, uns, was im Higgins & Gage dazu steht? Ist die Karte abgebildet?

Freundliche Grüsse und
"Prosit!" - auf viele weitere Beiträge zu diesem schönen Thema!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.05.2015 09:20:14 Gelesen: 169896# 101 @  
@ 10Parale [#98]

Eine unglaublich gute Ganzsachen-Sammlung ist zu sehen in London (Rahmen 2065 - 2072).

Heinz
 
10Parale Am: 21.05.2015 15:09:47 Gelesen: 169688# 102 @  
@ Heinz 7 [#101]

Leider habe ich diese Ganzsachen-Sammlung in London verpasst, aber selbst viele interessante Sachen gesehen (siehe speziellen Thread).

Anbei zeige ich eine ungebrauchte und eine bedarfserhaltene Postkarte P49 "Wiege der heiligen Katharina" im Querformat aus dem Jahre 1906.

Der Posttarif in jenen Tagen für einfache Postkarten nach Deutschland betrug lt. Cal. Marinescu´s Posttarife Vol. II Seite 95 für Postkarten nach Deutschland 10 Bani, ein Tarif, der seit 1875 Bestand hatte.

Die Postkarte lief von Braila (Walachei - Königreich Rumänien) nach Massenheim im Regierungsbezirk Wiesbaden. Sie wurde mit einem wunderschönen Stempel mit einem Posthörnchen versehen abgeschlagen am 27. März 1907. Sie trägt als Zusatzfrankatur eine 5 Bani Marke in grün.

Doch etwas stimmte nicht mit dem Tarif, denn diese Postkarte wurde nachträglich taxiert. Der Verkäufer meinte, diese Postkarte wäre um diese Zeit ausser Kraft gewesen, was ich mir persönlich nicht vorstellen kann und worauf ich in der Literatur auch keinen Hinweis fand. Wurde die 5 Bani Zusatzfrankatur eventuell übersehen?

Sicher ist nur, dass die Postkarte P49 am 30.03.07 in Mannheim eintraf, von wo aus sie wohl nach Massenheim geleitet wurde. Ein in roter Farbe abgeschlagener Stempel mit dem Zusatz PORTO gibt darüber Auskunft. Wenn Massenheim keine Poststelle hatte, hatte sie vielleicht Flörsheim, der Absender gibt einen Hinweis darauf. Eine abschliessende Erklärung über die Nachtaxierung und den Verlauf der Postroute habe ich leider nicht.

Überaus interessant ist der Inhalt dieser Karte. Denn sie stammt genau aus der Zeit des berühmten Bauernaufstandes 1907 in Rumänien. Die Bauern protestierten gegen die Ihrer Meinung nach ungerechte Landverteilung und die Hinauszögerung von Pacht- und Arbeitsverträgen, die sie unter Druck setzten. Das Land war an Großgrundbesitzer verteilt und nur wenige Bauern hatten eigenes Land, das selbst für die Eigenbewirtschaftung nicht genug Ertrag erbrachte. Ich zitiere aus dem Inhalt:

"Wir haben einen noch strengen Winter und viel Schnee. Auch ist das ganze Land mobil, was man schon in Deutschland gelesen hat. Über die Revolution kann ich wenig mitteilen, würde Ihnen aber zusätzlich unsere Zeitung mitschicken, dieselbe entfällt aber - Wir sind alle gestört..."

Liebe Grüsse

10Parale


 
nor 42 Am: 22.05.2015 12:46:55 Gelesen: 169625# 103 @  
Es ist bestimmt lohnenswert, wenn man sich die Karten gut anschaut. In den üblichen Kataloge findet man auch keine Hinweise, dass die Karte zum Zeitpunkt der Absendung nicht mehr gültig gewesen wäre. Der T Stempel und der Kreis um die eingedruckte Marke stammen aber aus Rumänien, daher auch das Nachporto in Mannheim. warum der Postler in Braila die Marke nicht anerkannte, darüber können wir nur raten. Man sollte vielleicht in der "Filatelia" nachsehen, ob eine Meldung über die Gültigkeitsdauer dort angegeben ist. Alles Gute.
 
10Parale Am: 22.05.2015 21:50:34 Gelesen: 169580# 104 @  
@ nor 42 [#103]

Vielen Dank für die Reaktion auf diese Ganzsache. Ich werde mich sofort auf die Suche nach geeigneter Literatur machen, was aber nicht sehr einfach sein wird.

" Es ist bestimmt lohnenswert wenn man sich die Karten gut anschaut."

Ein einfacher Satz, der sich jeder Philatelist zu Herzen nehmen sollte.

Dies bewahrheitet sich auch auf dieser Ganzsache P33, geschrieben am 10. September 1897 an den Popen (Pfarrer) Radu Ionescu in Braila.

Der hellblaue 2-Kreis-Stempel von DUDESCU - GARA in großen Buchstabe ist bei Kiriac Dragomir nicht gelistet.

Vielleicht könnte eine alte Eisenbahn-Karte helfen. "Dudescu este un sat în comuna Zăvoaia din județul Brăila, Muntenia, România" - Wikipedia.ro.

Dudescu ist eine kleine Ortschaft ca. 60 km von Braila entfernt und hatte im Jahr 2002 exakt 936 Eiwohner. Circa 105 Jahre zuvor dürfte die Einwohnerzahl eher noch kleiner gewesen sein. Auf deutsch gesagt: Solch ein kleines Nest hatte einen Bahnhof mit einer Poststelle?

Sicher ein seltener Stempel.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 23.05.2015 17:17:03 Gelesen: 169489# 105 @  
Hallo,

hier noch eine sehr interessante Ganzsache P33 aus dem Jahr 1898.

Der Empfänger war unter dieser Adresse nicht bekannt ("neconuscut la adresa"), ein Briefträgervermerk über carta postala zeugt davon.

Deshalb wurde die Ganzsache erneut zugestellt, woraus dann 2 hübsche Posthörnchen-Briefträgerstempel resultieren, eins mit der Nummer 144 und ein schwaches mit der Nummer 63.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 27.05.2015 20:38:48 Gelesen: 169332# 106 @  
Hallo,

ich zeige eine Postkarte P33 mit einem gut erkennbaren Bahnpoststempel von Turnu Magurele abgeschlagen am 24. September 1897. Das G. vor dem Ortsnamen steht für "GARA" - Bahnhof.

Bei der Nummer 182 handelt es sich um die Zugnummer, wenn ich mich nicht irre.

Der Brief wurde am 25. September in Bukarest mit einem Lokalpostempel CURSA I versehen und der Briefträger der Route 66 in Bukarest versah die Postkarte mit einem schmucken Posthornstempelchen mit der vielgepriesenen Nummer 66.

Die andere Postkarte ist die Michel Nr. P7 von 1875, achteckiger Wertstempel Große Ziffer im Hochoval, abgeschlagen am 19. Februar 1876 in Botosani (Moldau) auf dem Weg nach Wien. 5 Bani + 5 Bani Zusatzfrankatur mit meiner Ansicht nach Michel Nr. 38 Fürst Karl I. im Kreise feiner Pariser Buchdruck. Ich argumentiere mit dem Stempeldatum vom 19. Februar 1876 des kleinen Stempels H Nr. 2 von Botosani. Die Ausgabe mit dem groben Bukarester Druck kam erst im Oktober desselbigen Jahres auf den Markt (wie man heute sagt).

Liebe Grüsse

10Parale



 
10Parale Am: 23.10.2015 17:00:50 Gelesen: 165999# 107 @  
Hier mal nach längerer Ruhezeit eine Ganzsache Michel P18 mit dem Auslandstarif zu 10 Bani von GARA BUSEU (Bahnhof Buseu), abgeschlagen am 12. Januar 1886 nach MARKTSTEFT in Bayern.

Es handelt sich um den Stempel PG4 (Kiriac Dragomir - Stampilografie Postala Seite 188), also einen Bahnhofstempel. Ich bin mir nicht sicher, stelle aber mal die Behauptung auf, bei Buseu handelt es sich um die große Stadt BUZAU, die gleichnamige Hauptstadt des Kreises Buzau in der historischen Region der Großen Walachei.

Hoffe sehr, dass Bayern klassisch diesen Thread verfolgt, denn Marktsteft im Landkreis Kitzingen ist ja ein kleiner Marktflecken und hatte im Jahr 1886 wohl nicht mehr als 1300 Einwohner, aber ein gut funktionierendes Postamt - (heute auch noch?). Rückseitig Sütterlinschrift - Handelskorrespondenz.

Liebe Grüße

10Parae


 
Heinz 7 Am: 23.10.2015 21:43:15 Gelesen: 165984# 108 @  
@ 10Parale [#107]

Hallo,

Danke, dass Du das Thema weiter pflegst.

Anbei auch ein kurzer Beitrag meinerseits:



Dies ist eine der ersten Ganzsachen Rumäniens, eine Postkarte, Michel listet sie als P7. Sie ist bekannt für viele kleine Abweichungen im Text (Vordruck). Diese Stücke sind ungebraucht meist besser als gestempelt, das kann aber aufgewogen werden durch einen guten Stempel oder sonst eine Besonderheit.

An fast jeder grösseren Briefmarkenbörse sind solche Stücke zu finden, meist für nur wenig Geld.

Heinz 7
 
10Parale Am: 24.10.2015 22:00:54 Gelesen: 165916# 109 @  
@ Heinz 7 [#108]

Zu Deiner ungebrauchten P7 hier die Bestätigung deiner Aussage, dass die ungebrauchten Stücke meist besser sind als die gestempelten.

P7 = vendu Particularilor in der 1. Zeile der Fußnote -------- P9 = vendu particularilor --- das p nun klein macht den Unterschied im Text (Vordruck).

Eingescannt eine P7, abgeschlagen am 23. Februar 1883 in ROMAN mit einem kleinen Stempel H lt. Kiriac Dragomir (stampila mica).

Leider ist der rückseitige Text wohl in hebräischer Sprache und der Ankunftsstempel von Jassy (28. Feb. 83) gibt nicht so viel her, aber eine bei näherer Betrachtung erkennt man die Details.

Ich habe mal den rückseitigen Text abgebildet, kann jedoch keine exakte Datumsangabe erkennen. Das Jahr 1873 muss man ausschließen, da die P7 im Jahr 1875 erschien.

Liebe Grüße

10Parale




 
10Parale Am: 24.10.2015 22:53:11 Gelesen: 165909# 110 @  
@ Heinz 7 [#108]

In London habe ich 2 Exemplare der hier abgebildeten Ganzsache P1 oder P2 ? - ACHTECKIGER WERTSTEMPEL - Große Ziffer im Hochoval - günstig bei einem amerikanischen Händler erwerben können.

Das Wappen ist Typ I, etwas breiter und in der Struktur deutlicher und abgehobener als bei Typ II.

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 25.10.2015 10:42:28 Gelesen: 165881# 111 @  
@ 10Parale [#109]

Hallo 10Parale,

das Jahr sieht klar nach (18)78 aus.

Lg, harald
 
Saguarojo Am: 25.10.2015 14:46:37 Gelesen: 165866# 112 @  
Brief-Ganzsache mit Zusatzfrankatur vom 9.9.1974



und Postkarten-Ganzsache vom 12.10.1976



Viele Grüße
Joachim
 
10Parale Am: 25.10.2015 21:41:38 Gelesen: 165843# 113 @  
@ bignell [#111]

Vielen Dank für deinen Hinweis, es klingt sehr sicher, habe 18 78 gar nicht in Erwähnung gezogen. Vielleicht wäre es an der Zeit, Forensiker einzusetzen, bei der Polizei soll es ja so etwas geben, wenn es um Urkundenfälschung etc. geht.

@ Saguarojo [#112]

Solche Ganzsachen habe ich auch noch in petto, echt gelaufen gefallen sie mir sehr und sind auch immer ein Hinweis auf berühmt Persönlichkeiten und geschichtsträchtige Ereignisse. Dimitrie Cantemir war ein moldauischer Woiwode und lebte zur Zeit Peter des Großen. siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Dimitrie_Cantemir


Ich zeige hier noch eine Ganzsache Michel S4 (Streifband) innerhalb LOCO von Bukarest mit einem schönen Posthörnchen mit der Nummer 85, Briefträgerstempelchen in violettblauschimmernder Farbe. Sieht der Briefmarkensammler auch nicht allzu oft.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.10.2015 21:51:01 Gelesen: 165839# 114 @  
@ 10Parale [#110]

Hallo 10 Parale,

gratuliere, Du hast eine schöne P 2 gefunden (brauner Karton). Wenn Du schreibst, Du habest diese Karte zweimal, dann zeige ich Dir hiermit mein Interesse an: Ich habe sie nämlich NOCH NICHT.

Der Katalogwert ist zwar nicht hoch, aber die Karte ist ziemlich schwierig zu finden.

Heinz
 
10Parale Am: 25.10.2015 22:15:59 Gelesen: 165833# 115 @  
@ Heinz 7 [#114]

Bin leider nur am Donnerstag in Sindelfingen, kann dir meine Dublette der P2 (ausgezeichneter Zustand) gerne mitbringen. Sende sie dir alternativ auch gerne zu.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 25.10.2015 22:39:20 Gelesen: 165828# 116 @  
@ 10Parale [#115]

Oh schön! Eilt gar nicht. Übergabe wird bald einmal möglich sein, hoffe ich!

Danke jetzt schon.

Heinz
 
10Parale Am: 29.10.2015 22:02:25 Gelesen: 165669# 117 @  
@ Heinz 7 [#116]

Denke ich doch auch, Heinz. Habe heute in Sindelfingen bei PRINS PHILATELIE aus Saint Leu La Foret Cedex eine Ganzsache Rumänien P1 ausfindig machen können. Obwohl zwei Landsleute aus Rumänien vor meinen Augen das bessere Exemplar wegschnappten, habe ich zugeschlagen und habe endlich diese lang ersehnte Ganzsache P1 gefunden. Obwohl das Exemplar Mängel aufweist, hatte es seinen stolzen Preis.

Nett war übrigens, dass der Verkäufer mich für einen Rumänen hielt und als ich das Verkaufsgespräch einleitete, lobte er das rumänische Volk zuallererst dafür, dass sie die französische Sprache sprechen. Ich entgegnete "Monsieur, je regrette mais je suis Allemand mais je parle francais".

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 30.10.2015 00:22:36 Gelesen: 165648# 118 @  
@ 10Parale [#117]

Hallo,

Ich konnte - trotz entsprechenden Plänen - leider nicht nach Sindelfingen kommen.

Gratuliere! Ich hätte auch gerne eine P 1! Und 25 Euro hätte ich auch bezahlt! - Ich freue mich für Dich!

Und: Deutsche, die französisch sprechen, das ist wirklich etwas Schönes! Und bei Deinem Hobby hilft Dir das sehr weiter, denn früher war das Französisch international sehr wichtig, gerade für die UPU.

Alors: mes congratulations, mon cher ami!

Heinz
 
10Parale Am: 30.10.2015 20:27:57 Gelesen: 165586# 119 @  
@ Heinz 7 [#118]

Nu ja, für mich war es dies auch für dieses Jahr. Würde so gerne an die Monacophil gehen oder nächstes Jahr nach New York. Na ja, mal schauen, was daraus wird.

Hier noch eine schöne Ganzsache P21 mit Zusatzfrankatur 5 Bani als portogerechte Auslandsfrankatur (es gab schon die Auslandsganzsache mit eingedruckten 10 Bani, aber so ging es natürlich auch!).

Abgeschlagen mit 4 sehr klaren Stempeln von BUCURESCI am 2. Oktober 1990. Der blaue ovale Firmenstempel von M.SCHIFFER und der Ankunftsstempel aus Chaux de Fonds überlappen sich, Ankunft war am 5. Oktober in der Schweiz.

Interessant der Empfänger, Henri Picard & Frères, der Uhrenteile herstellt und heute auch in London noch seinem Handwerk nachgeht.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 02.12.2015 20:52:44 Gelesen: 164700# 120 @  
@ Forum,

Manchmal findet man auf alten rumänischen Ganzsachen (P17) seltene Stempel wie dieser:

Typ: PA1.5a JTZCANI - BUCURESCI/AMB.NoII (fig. 1326) Seite 220 Kiriac Dragomir "Stampilografie Postala"

Es handelt sich um ein Stempel eines fahrenden Bahnpostamtes auf der Strecke

BUKAREST - PLOIESTI - BUZAU - BRAILA - GALATI - TECUCI - MARASESTI - BACAU - ROMAN - ITZCANI - --- Gesamtstrecke 446 Kilometer

Interessant ist, dass die Postkarte schon am 1. September 1888 in "FOCSANI" verfasst wurde. Sie wurde dann erst 13 Tage später aufgegeben die Frage stellt sich aber wo? Wir finden keinen Abgangsstempel von Focsani, so dass ich davon ausgehe, dass der Brief entweder am Bahnhof in MARASESTI oder in TECUCI (nächstgelegene Städte entlang der Bahnlinie zu FOCSANI) aufgegeben wurde.

Wie ist das Poststück wirklich gelaufen, immer wieder eine interessante Frage.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.12.2015 19:16:09 Gelesen: 163908# 121 @  
@ 10Parale [#120]

Hallo 10 Parale,

ich vermute nun einmal, dass der Absender das Poststück nicht 12 Tage liegen liess, sondern dass er noch immer den alten Kalender benutzte, nämlich den julianischen. Die Post aber verwendete seit 31.12.1864 den gregorianischen, der damals 12 Tage voraus war, somit wurde aus dem 1.1.1865 gleich der 13.1.1865.

(Sehr schön nachzulesen auch bei "Heimbüchler Handbuch 2 (2002), Seite 148+149").

Betreffend fehlendem Abgangsstempel "FOCSANI": Vielleicht hat auch jemand die Postkarte "forwarded" bis zu einer Bahnstation. Oder der Pöstler in FOCSANI hat keinen Stempel angebracht, beides ist wohl möglich. Jedenfalls wurde die Karte rasch befördert, denn einen Tag später war sie bereits am Bestimmungsort: Bukarest (siehe Ankunftsstempel).

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 28.12.2015 21:05:21 Gelesen: 163887# 122 @  
@ Heinz 7 [#121]

Vielen Dank, es freut mich sehr, deine Erläuterungen klingen einleuchtend und logisch. Ja, so könnte es gewesen sein, vielen Dank.

Du zeigst in einem anderen Thread "Vatikan - Auslandsbriefe" einen wunderschönen, leicht über-frankierten Brief.

So etwas habe ich hier auch auf einer Ganzsache mit Zusatzfrankatur. Eigentlich hätte sie ja nur 10 Bani gekostet, aber der Absender hatte wohl gerade dieses waagrechte Paar einer 3 Bani Marke (Michel Nr. 101) zur Verfügung, welches er schnell von der Perforation trennte und hier aufklebte.

Die P33 ging am 31. Oktober 1894 von Galati nach Leipzig.

herzlichst

10Parale


 
10Parale Am: 29.12.2015 20:28:31 Gelesen: 163828# 123 @  
@ Forum,

Hier eine Doppelkarte Michel Nr. P 19, adäquat im rumänischen Katalog C.P.20 aus dem Jahr 1885, ungebraucht als Frage- und Antwortteil als ehemaliges Ausstellungsstück mit Erklärung in rumänischer Sprache.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.12.2015 21:35:26 Gelesen: 163811# 124 @  
@ 10Parale [#123]

Schön! Wie bereits erwähnt, sind die Karten für das Inland rumänisch beschriftet, die Karten fürs Ausland aber französisch (damals Haupt-Sprache der UPU); vgl. Beitrag [#12] etc.

Heinz
 
10Parale Am: 03.03.2016 08:52:00 Gelesen: 161442# 125 @  
@ Heinz 7 [#124]

Nach längerer Zeit wieder mal einen schönen Stempel ausfindig gemacht, hier auf einer im Inland gelaufenen Ganzsache P17.

Die PA Stempel sind Bahnpoststempel = Posta Ambulanta

1876 wurde die Bahnlinie Bukarest - Virciorova in Betrieb genommen. Aus jener Zeit stammt dieser recht gut abgebildete Stempel PA2.1a mit der Aufschrift AMB.No. IV. Die Strecke führte über eine Distanz von 382 km.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.03.2016 23:12:58 Gelesen: 161414# 126 @  
@ 10Parale [#125]

Schön, danke für's Zeigen! Die Stempel sind ja "eine Welt für sich". Dazu vielleicht ein anderes Beispiel?

Ein Kartenbrief (Michel K 2) von 1891, verwendet am 4. April 1895. Von Baclesiu, Jud. Mehedinti, nach Bukarest, auch mit der Bahn befördert, wie der rückseitige "CURSA"-Stempel zeigt.



Die "JUD" Stempel sind Stempel der Landpost. Sie werden bei Dragomir in Kapitel 7 behandelt, aber er widmet ihnen nur 20 Seiten. Auf Seite 166-169 wird dabei eine sehr übersichtliche Tabelle gezeigt der 33 Judetul und ihrer "PLASA, Biroul rural". Bei Jud. 18 (Mehedinti) sind 7 "PLASA" gelistet, Baclesiu ist nicht dabei.

Aber nicht verzagen! Der "Dictionaru topograficu si statisticu alu Romanei" von 1872 hilft uns weiter: alle "Comunele" werden darin nämlich aufgelistet! Das sind für

1. Judeculu Mehedinti
7 Plasa (wie bei Dragomir, Seite 168)
Plassa Dumbrava hat jetzt 32 Comunele, wovon die 7. unsere gesuchte ist: hier geschrieben: Baclesu. (Alle Akzente kann ich hier nicht wiedergeben). Das ganze Jud. M. hat 189 Comune rurale, ganz Rumänien über 3000! (vgl. Seite XXXIV).

Eine einmalige Sammlung mit tausenden von Landpost-Belegen hatte Altmeister Horst Scherrer, Hamburg. Er war einer meiner Lehrmeister und erster Leiter der ARGE Rumänien. Als ich zur ARGE kam, war aber bereits Fritz Heimbüchler der Leiter.

Schöne Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.03.2016 21:54:43 Gelesen: 161370# 127 @  
@ 10Parale [#125]

Schön, dass Du das Thema "wiederbelebt hast"!

Gerne steuere ich eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur bei.

Die Gebrüder Senf waren eine DER grossen philatelistischen Adressen des frühen XX. Jahrhunderts. Darum gibt es auch zahlreiche Belege von und an das Briefmarkenhaus.

Ich freue mich, Euch heute eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur zeigen zu können. Sie ging von Bukarest nach Leipzig und datiert vom 5.1.1922. Das Porto von 1 Leu 80 Bani galt nur 1 Monat lang, vom 1.1.1922 - 31.1.1922. Da es sich um ein EINSCHREIBEN handelte (siehe Stempel links unten "Recommandée") hätte der Betrag eigentlich höher sein müssen, meine ich. Vermutlich wurde die Sendung nicht eingeschrieben verrechnet.



Ich denke, es ist dies Ganzsache Michel P 67.

Portohinweis: siehe Marinescu (1993): "Evolutia Tarifelor Postale...", Seite 42 (Tabelle 23)

Grüsse
Heinz
 
mbphilatelie Am: 30.06.2016 10:30:19 Gelesen: 156867# 128 @  
Rumänien Ganzsachen: Wer hilft mit Literatur ?

Hallo,

ich schreibe am letzten Band meiner Bildpostkarten (Ganzsachen-) Bücher, den früheren Osteuropa. Dabei stoße ich auf viele Ungereimtheiten in rumänischen Katalogen. Kann mir jemand mit Literatur helfen? Jetzt fiel mir die beiliegende Reklame in die Hände, jedoch bleib meine Recherche im Internet erfolglos.

Hat jemand vielleicht diese CD (siehe Abbildung) oder weiß, wo ich sie kaufen (oder ausleihen) könnte?

Ich danke vorab für Eure Hilfe!

Viele Grüße
Michael


 
10Parale Am: 13.07.2016 20:18:14 Gelesen: 156399# 129 @  
@ mbphilatelie [#128]

Leider kann ich Deine Frage nicht beantworten. Ich stütze mich selbst lediglich auf den Michel Ganzsachenkatalog Europa-Ost sowie den rumänischen CMPR von KIRIAC DRAGOMIR.

Heute zeige ich den Unterschied der beiden Ganzsachen P11 und P12 aus dem Jahr 1877.

P11 - starker Karton, kleinere Dimension, hier geschnitten
P12 - dünner Karton, heller, größere Dimension, hier teilgezähnt

Die P12 (im Ganzsachenkatalog 2004/05 nur mit 8,-- Euro bewertet)ist insofern sehr interessant, als dass sie eine nachtaxierte Auslandsverwendung darstellt. Ich lese eine Rötelung von 20 Centimes, die der Empfänger der Karte, "der gute Freund in Aix-en-Provence in Frankreich" wohl nachentrichten musste. Der Brief wurde lt. julianischer Kalender am 18. Oktober 1877 verfasst - der CMPR nennt als Ausgabezeitraum Oktober 1877, demnach könnte es sich um eine sehr frühe Verwendung handeln und dazu noch ins Ausland - wow, für mich allemal ein Grund zum Stolz.

Liebe Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 13.07.2016 20:51:23 Gelesen: 156395# 130 @  
@ mbphilatelie [#128]

Hallo Michael

ich habe Deine Anfrage übersehen. Ich rate Dir, folgendes neue Buch zu konsultieren; es war in New York in der Literatur-Ausstellung (im Wettbewerb). Ich habe das Buch angeschaut, es scheint mir sehr ausführlich zu sein.



Gruss

Heinz
 
10Parale Am: 14.07.2016 20:31:13 Gelesen: 156348# 131 @  
@ Heinz 7 [#130]

Ein Buch, das eines Tages auch meine private Bibliothek füllen wird.

Nach langer Zeit ist es mir gelungen, eine der 1873 herausgegebenen Doppel-Postkarten zu erwerben. Es handelt sich um die P4, mit dem etwas breiteren Wappen Typ I, auf braunem Karton.

Es ist eine Augenweide, diese Postkarte in der Hand zu halten, dreht man sie um, hat man das Spiegelbild vor Augen.

Auf dieser Postkarte befindet sich ein Besitzerzeichen. Dieses Zeichen habe ich schon einmal auf der Rückseite einer rumänischen Marke gesehen. Wer kennt dieses Zeichen ? Ich habe eine Vermutung, würde aber gerne mal Meinungen dazu hören.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.07.2016 21:35:48 Gelesen: 156340# 132 @  
@ 10Parale [#131]

Hallo 10 Parale,

ich habe dieses Besitzerzeichen auch schon gesehen, kann es aber niemandem zuordnen.

Heinz
 
10Parale Am: 03.09.2016 21:51:55 Gelesen: 154690# 133 @  
@ Heinz 7 [#132]

Auf dieser alten Ganzsache, ich vermute die P2a (5 Bani dunkelblau/braun - achteckiger Wertstempel, große Ziffer im Hochoval breites Wappen Type I), abgeschlagen am 23. Oktober 1877 in Turnu Severin nach Slatina, befindet sich ein interessantes Detail:

Es handelt sich um eine Art Auftragsbestätigung. Der Verfasser informiert einen Auftraggeber über die Abwicklung eines Handelsgeschäftes, bei dem Ware im Wert von 10 "Napoleoni" angeliefert wurde, um im Falle, dass ein Mangel gefunden wird, diese dem Auftraggeber zurückzusenden.

In Zeile 4 und 5 taucht das Wort "Napoleoni" auf. Somit dokumentiert diese Ganzsache den Napoleon d´Or eindeutig als Umlaufwährung in der Walachei im späten 19. Jahrhundert. 1 Napoleon d´Or könnte den Wert von 20 Francs gehabt haben.

Ja die Philatelie ist oft, wie ein gesunkenes Schiff zu bergen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.09.2016 22:10:00 Gelesen: 154687# 134 @  
@ 10Parale [#133]

Hey, das ist eine interessante Frage!

Echt, ich weiss es nicht, welche Währungen wann bis wann in Moldau und in der Wallachei alle anerkannt wurden. Es wäre zu prüfen, ob Grossmeister Gertlieb Gmach uns darüber Auskunft geben könnte bzw. vielleicht sogar schon gegeben hat (in einer seiner zahlreichen Publikationen)? Allenfalls steht auch etwas darüber im "Minescu"?

Dein Vergleich mit dem versunkenen Schiff ist also zutreffend.

Schöne Grüsse
Heinz
 
Gaius_Caligula Am: 21.09.2016 09:41:26 Gelesen: 154334# 135 @  
Rumänien Ganzsache: Anfrage(n) zur Bestimmung



Ich habe ein (oder mehrere) Problem(e) bei oben gezeigter Ganzsache. Was ich rausgefunden habe ist: Es ist eine rumänische Ganzsache, das Motiv zeigt einen Ausschnitt aus der Trajan-Säule in Rom. So weit ist mir das klar. Trotzdem sind Fragen geblieben, bei deren Beantwortung mir vielleicht einer der Rumänien-Spezialisten weiterhelfen kann.

Wann wurde diese Ganzsache herausgegeben? Was war der Anlass dafür (Jubiläum o. ä.)?

Ist diese Ganzsache möglicherweise Teil einer ganzen "Serie" - sprich: Gibt es mehrere solcher Ganzsachen zum Thema "Trajansäule"?

Falls ja: Wie viele solcher Ganzsachen gibt es?

Für Hilfe jeglicher Art bin ich sehr dankbar.

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
Stempelwolf Am: 21.09.2016 20:04:37 Gelesen: 154308# 136 @  
@ Gaius_Caligula [#135]

Wann wurde diese Ganzsache herausgegeben? Was war der Anlass dafür (Jubiläum o. ä.)?

Diese Ganzsachen wurden 1979 und 1980 herausgegeben und haben die Michelnummern P 823, 824 + 832, 833, 834. Sie zeigen Szenen von der Trajanssäule in Rom.

Falls ja: Wie viele solcher Ganzsachen gibt es?

1979 wurden 57 Bilder und 1980 wurden 12 Bilder herausgegeben.

Beste Grüße
Stempelwolf
 
Heinz 7 Am: 21.09.2016 23:16:39 Gelesen: 154289# 137 @  
@ Gaius_Caligula [#135]

Bereits 1975 gab es eine Postkarte mit Szenen von der Trajansäule (30 Bani braun, Michel Nr. P 704).

Die von Dir gezeigte Postkarte ist wohl P 823 (1979). Dazu ist vermerkt im Michel Ganzsachen Katalog vermerkt: "57 Bilder: Szenen aus den Kämpfen zwischen Dakern und Römern."

P 824 ist 30 Bani blau
P 832 ist 30 Bani braun, 1980
P 833 30 Bani rotbraun, 1980
P 834 30 Bani blau, 1980.

Wie Stempelwolf schon schrieb, gab es 1980 (je?) 12 Bilder. Es scheint also so, dass allein 1979/1980 insgesamt 140 Postkarten existieren! Zu P 704 sind keine Hinweise, dass es mehr als 1 Postkarte gab.

Grüsse
Heinz
 
Gaius_Caligula Am: 22.09.2016 09:34:09 Gelesen: 154265# 138 @  
Zuerst einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Stempelwolf und Heinz. Das sind schon einmal sehr informative Angaben, die mich ein Stückchen weiterbringen.

Wenn ich das richtig überblicke, dann erschienen diese Postkarten wie folgt:

1 Postkarte 1975 (P 704)
1 Postkarte 1979 (P 823); insgesamt 57 verschiedene Bilder (?)
4 Postkarten 1980 (P 824, P 832, P 833, P 834); je 12 verschiedene Bilder (?)

Ist das so richtig oder verstehe ich da irgend etwas falsch bzw. überhaupt nicht? Man möge etwas nachsichtig mit mir sein - auf diesem Gebiet bin ich mehr als unwissend. :-)

Noch eine Frage:

P 824 ist blau - P 834 ist ebenfalls blau. Wie kann ich diese beiden Nummern auseinanderhalten? P 832 (braun) und P 833 (rotbraun) sind ja da wohl eher leichter zu unterscheiden.

Und noch etwas:

Welche Bilder gehören zu welcher Postkarte? Gibt es evtl. im Internet eine Aufstellung dieser Postkarten? Oder müsste ich zur Bestimmung einen Katalog erwerben? Wenn ja - welchen?

Schon wieder so viele Unklarheiten ...

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
Heinz 7 Am: 22.09.2016 13:42:33 Gelesen: 154245# 139 @  
@ Gaius_Caligula [#138]

Hallo GC,

fast richtig:

P 824 kam auch 1979 heraus, und, ja, wir lesen das so: dass 823+824 je mit 57 Bildern zur Ausgabe gelangten!

Daher meine Rechnung:

2 x 57 = 114 (1979)
3 x 12 = 36 (1980)

Gibt natürlich 150, nicht 140, wie versehentlich getippt in Beitrag [#137].

Ich muss hier festhalten, dass ich die Karten nicht im Original gesehen habe und nur versuche, den Michel-Ganzsachenkatalog (richtig) zu lesen.

Wie sich die Ausgaben 1975, 1979, 1980 voneinander unterscheiden, weiss ich (noch) nicht. Ich vermute, der Code 0218/79 zeigt das Jahr an (also 1979).

Im Ganzsachen-Katalog gibt es keine Abbildung dieser 57 Bilder. Ob die in irgend einem Katalog abgebildet wurden, bezweifle ich. Auch in einer Zeitschrift werden sie wohl nicht gezeigt. Fündig wird man allenfalls bei der Rumänischen Post, die diese Postkarten ja ausgegeben hat. Ob im WWW jemand diese Bilder zeigt, weiss ich nicht.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Stempelwolf Am: 22.09.2016 20:46:54 Gelesen: 154226# 140 @  
@ Heinz 7 [#139]

Wie sich die Ausgaben 1975, 1979, 1980 voneinander unterscheiden, weiss ich (noch) nicht. Ich vermute, der Code 0218/79 zeigt das Jahr an, also 1979.

Laut Michel hatte die Ausgabe 1975 den Aufdruck: Cod. 0037-56/75, Ausgabe 1979: Cod. 0137-55 + 0215-34 + 0280-96 + 0298/79 und Ausgabe 1980 Cod. 0049-60/80. Wenn ich die Katalogangaben richtig interpretiere steht jede Cod-Nr. für eine Karte. Ich zähle also 89 verschiedene Karten.

Beste Grüße
Stempelwolf
 
Gaius_Caligula Am: 23.09.2016 09:39:39 Gelesen: 154201# 141 @  
Hallo Heinz, Hallo Stempelwolf!

Nochmals vielen Dank für Eure schnelle und aufklärende Hilfe. Ich denke, jetzt habe ich das verstanden.

Die Unterscheidung der einzelnen Karten scheint tatsächlich über den Code zu funktionieren. Und natürlich auch über die verschiedenen Darstellungen von der Trajansäule. Ich habe nun alle mir vorliegenden Karten anhand der Codes verglichen und zugeordnet.

Nochmals vielen Dank an Euch Beiden für Eure Hilfe, die mir wirklich sehr weitergeholfen hat.

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
Heinz 7 Am: 23.09.2016 13:57:46 Gelesen: 154189# 142 @  
@ Gaius_Caligula [#141]
@ Stempelwolf [#140]

Liebe Kollegen,

ich denke, so stimmt es. Offenbar gab es auch 1975 20 Varianten. Manchmal hilft es, wenn mehrere mitdenken.

:-)

1975: 20
1979: 57
1980: 12
Summe 89

Unter Berücksichtigung der Farbunterschiede 20 + 57 + 57 + 12 + 12 + 12 = 170 Stück.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Gaius_Caligula Am: 24.09.2016 11:08:33 Gelesen: 154152# 143 @  
@ Heinz 7 [#142]

Hallo Heinz,

Deine Rechnung kling sehr plausibel. Wenn man voraussetzt, dass 1979 / 1980 sämtliche Karten in allen Farbvarianten erschienen sind (1979: rot und blau; 1980: rot, blau und rotbraun). Ich hoffe, ich habe Deine Berechnungen richtig interpretiert.

Ich habe einige dieser Karten vorliegen und bisher ist mir noch nicht aufgefallen, dass eine Karte mit denselben Code in zwei verschiedenen Farbvarianten dabei ist. Wenn ich das richtig verstehe, müsste dies jedoch der Fall sein, damit Deine Rechnung aufgeht. Deshalb habe ich die Vermutung wie folgt:

Ausgabe 1975: P704; Code 0037-56/75; Farbe: braun = 20 Karten
Ausgabe 1979: P824, P823, P832, P834; Codes 0137-55/79, 0215-34/79, 0280-96/79, 0298/79; Farben: blau oder braun = 57 Karten
Ausgabe 1980: P833; Code 0049-60/80; Farbe: rotbraun = 12 Karten

Ergibt in der Summe 89 Karten. Vielleicht ist mir aber einfach auch noch keine Karte mit gleichen Codes in zwei verschiedenen Farben in die Hände gekommen. Ist ja auch möglich. Ich bleibe auf jeden Fall am Ball - passt ja wunderbar in meine Themensammlung.

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
10Parale Am: 06.10.2016 20:02:54 Gelesen: 153806# 144 @  
Freunde von Ganzsachen,

ich denke ich habe hier ein doppelseitige Postkarte P8 aus dem Jahr 1875 mit Frage- und Antwortteil.

Achteckiger Wertstempel: Große Ziffer im Hochoval, 5 Bani blau, sämisch

Die Ganzsache ist "unused", ungebraucht, weist aber auf einer der unbeschrifteten Seiten einen blauen Aufdruck auf Ed. F. Weber Hamburg.

Hierzu möchte ich die Spezialisten fragen:

- Handelt es sich um einen firmeneigenen Vordruck ?

Leider ist mir trotz einiger Literatur nicht gelungen, herauszufinden, wo diese frühen Ganzsachen gedruckt wurden? Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass eine deutsche Druckerei am Druck beteiligt war, was den Stempel "erklären könnte".

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 06.10.2016 21:56:40 Gelesen: 153788# 145 @  
Es ist nicht schwer nachzuschauen, ob es zur damaligen Zeit in Hamburg eine Druckerei mit diesen Namen gab.

Ich halte den Stempel eher als einen sogenannten Besitzerstempel. Man findet auch ähnliche Ganzsachen mit Stempel Friedl (aus Wien). Es war damals Mode seine Ganzsachen zu kennzeichnen. Aber eine Suche unter den Hamburger Druckereien kann weiterhelfen.

M. f. G.
nor 42
 
10Parale Am: 09.10.2016 17:53:23 Gelesen: 153683# 146 @  
@ Heinz 7 [#130]

Habe das Buch von Emanuoil Alexandru Savoiu "ROMANIAN POSTAL STATIONERY" nach langer langer Zeit endlich ersteigern können. Es ist nicht billig, also man muss gut einen 100,-- Euro Schein zur Seite legen.

Wen es wirklich interessiert, sollte ab und zu mal bei eBay den Anbieter "esavoiu" aufsuchen. Bin schon gespannt auf die Lektüre.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 10.10.2016 13:58:21 Gelesen: 153608# 147 @  
@ 10Parale [#144]
@ 10Parale [#146]

Lieber 10 Parale,

ich habe diese Postkarte schon oft gesehen, aber noch nie mit diesem Zusatz- (Hand-) Stempel "Weber". Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht etwa eine Kennzeichnung der Druckerei war. Nor 42 dürfte mit seiner Vermutung (Beitrag [#145]) recht haben (= Besitzerzeichen).

Ich gratuliere Dir zum Erwerb dieses Buches von Savoiu (Beitrag [#130]). Du wirst in diesem Werk bestimmt viele neue Information erhalten, und das ist immer wertvoll. Dass dieses neue Buch jetzt schon kaum zu kaufen ist, ist bedauerlich und könnte daran liegen, dass viele philatelistischen Werke in extrem kleinen Auflagen gedruckt werden und dann sehr schnell ausverkauft sind. Und Büchereien mit philatelistischen Schriften sind heute ja auch nur noch selten zu finden.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Heinz
 
mbphilatelie Am: 17.10.2016 17:15:29 Gelesen: 153279# 148 @  
Hallo Heinz,

danke für die Antwort, die ich nun übersehen habe. Leider nützt mir dieser Katalog nichts, da ich nur über Bildpostkarten schreibe und die bis 1923 noch nicht erschienen waren. Solltest Du Karten besonders aus den Jahren 1954 bis 1965 haben, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn wir uns einmal unterhalten könnten. Da dies keine Sache für eine Diskussion im Forum ist, meine Mailadresse ist hinterlegt.

Es wäre nett, wenn Du Dich bei mir melden würdest.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 18.10.2016 13:48:50 Gelesen: 153231# 149 @  
@ mbphilatelie [#148]

Lieber Michael,

ich habe leider keine Bildpostkarten 1954-1965. Ich habe zwar eine Sammlung Rumänien 20. Jahrhundert, aber fast nur Briefmarken und Gedenkblocks. Meine Generalsammlung Rumänien ("alles! also inkl. Ganzsachen, Stempel, Probedrucke, etc." geht nur bis 1910).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 18.10.2016 21:48:07 Gelesen: 153186# 150 @  
@ mbphilatelie [#148]

Sehr geehrter Michael,

das Thema Rumänien Bildpostkarten 1954-1965 kann noch mit vielen Überraschungen aufwarten, was Farben, Ausgabejahr und auch Bilder betrifft. Damals hat sich kaum jemand damit beschäftigt und ich weiß nicht und glaube auch kaum, dass es eine komplette Auflistung aller erschienenen Karten dazu gibt. Wir könnte uns mal darüber unterhalte, Heinz 7 kann Ihnen meine Email Adresse übermitteln. Zwischen 28 Okt und 15 Nov bin ich aber nicht zu erreichen.

Viele Grüße,
nor 42
 
Heinz 7 Am: 15.11.2016 08:57:02 Gelesen: 151719# 151 @  
@ nor 42 [#150]

Lieber nor 42,

ich habe Michael Ihre email Adresse nun gesandt. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich das erst jetzt erledigt habe.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Max78 Am: 07.12.2016 17:58:52 Gelesen: 150608# 152 @  
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zu folgender Ganzsache:



Sie befindet sich in einem relativ miesen Zustand, daher kann ich nicht genau sehen, ob die ungezähnten Seiten eventuell im Nachhinein beschnitten wurden, auch fehlt mir die nötige Literatur. Falls mir einer bei der Bestimmung helfen kann würde ich mich freuen,

mit Dank im Voraus Max
 
10Parale Am: 07.12.2016 21:45:25 Gelesen: 150559# 153 @  
@ Max78 [#152]

Schön, dass Du etwas von Rumänien zeigst.

Die Postkarte war für das Ausland bestimmt (siehe auch [#12] von Heinz7), was zu jener Zeit 10 Bani kostete. Weitere Erläuterungen findest du auch in den Beiträgen #54 ff. in diesem Themenkreis Ganzsachen.

Interessant zur eindeutigen Bestimmung wäre letztlich noch die Rückseite. Ist sie rahmfarben (kein reines weiss) handelt es sich um die Michel P18 (was ich stark vermute). Es könnte aber auch eine P15 sein, sofern die Rückseite nicht rahmfarben ist.

Emanoil Alexandru Savoiu bezeichnet diese Auslandsganzsachen zu 10 Bani in seinem Werk "ROMANIAN POSTAL STATIONERY" (siehe Beitrag #130) als PC 23 bzw. PC 24. Deine Ganzsache müsste die PC 23 A sein. Über seine Systematik versuche ich in nächster Zeit zu referieren.

Der Abstand zwischen dem Wappen und dem D der ersten Linie ist exakt 9 mm. Die 10 Bani gibt es in rot und orange. Bei der Perforation sind zwei, drei oder vier Seiten möglich, es gibt sogar zwei Zähnungen, 11 1/2 und 13 1/2.

Da deine Karte in Vaslui (ehemaliges Fürstentum Moldau) am 1. Oktober 1883 lief, müsste die Perforation 11 1/2 sein.

Deine Karte ist in einem Bogen (Sheet) zu 6 Postkarten hergestellt worden. Bei den perforierten Stücken handelt es sich bei deinem Stück um die linke obere Bogenecke, wenn man das so sagen kann.

Liebe Grüße

10Parale
 
Max78 Am: 07.12.2016 22:23:53 Gelesen: 150551# 154 @  
Servus 10Parale,

herzlichen Dank für Deine ausführliche und wirklich interessante Antwort. Mir sind schon einige Ganzsachen mancher Länder durch die Hand gegangen, aber dass es eine solche Vielfalt an Zähnungen gibt, war mir bis dato noch von keinem anderen Land bekannt. Die Erklärung zu den Bögen a 6 Karten erklärt dann einiges. Hier noch die Rückseite. Durch die ausgelutschte Erhaltung und die dadurch entstandenen Eselsohren habe ich schon gesehen, dass es 2 unterschiedliche Papiere rück- und vorderseitig sein müssen, ob nun rein weiss (bei den Altersspuren sicherlich nicht mehr ganz so deutlich ;-) oder rahmfarben, kannst Du wohl besser beurteilen:



Bin gespannt auf Deine nächsten Beiträge zu diesem Thema!

mit Dank und Grüßen Max
 
Heinz 7 Am: 07.12.2016 22:32:45 Gelesen: 150548# 155 @  
@ Max78 [#152]

Sammlerfreund 10 Parale hat kompetent Auskunft erteilt (Beitrag 153). Nach der Katalogisierung von Michel ist dies P 15 B (ich schätze die Farbe dunkellilarosa (1880, = B), nicht helllilarosa (1879, =A)), sofern der Karton rückseitig dieselbe Farbe hat, wie die Frontseite. Der Katalogwert liegt bei nur Euro 2.00 (Ganzsachenkatalog Michel Ost 2001/02).

Sollte die Rückseite heller sein (rahmfarben), wäre es P 18, Katalogwert Euro 1.50.

Ähnliche Karten gibt es auch als Doppelkarten mit zusammenhängendem Antwortteil; P 16 bzw. P 20); siehe Beitrag [#12].

Heinz
 
Max78 Am: 08.12.2016 00:02:51 Gelesen: 150538# 156 @  
@ Heinz 7 [#155]

Servus Heinz, auch Dir einen Dank für Deine Auskünfte.

Wir lassen uns doch nicht die Laune durch Michelbewertungen verderben. ;-) Auch wenn Ganzsachen aus den 1890ern allgemein als Massenware abgestempelt werden, sind sie doch oft Träger reizender Abschläge. Und hat man z. B. 6 unterschiedlich gezähnte Exemplare dieser rumänischen Ganzsache, und die in einem tollen Erhaltungszustand, dann wird man damit allemal prahlen dürfen!

herzliche Grüsse Max
 
Heinz 7 Am: 08.12.2016 08:51:35 Gelesen: 150515# 157 @  
@ Max78 [#156]

Absolut richtig! Praktisch alle Michel-Notierungen für rumänische Ganzsachen sind unangemessen tief. Aber das kann dem Sammler ja auch recht sein, wenn er kaufen will. Es ist schwierig, alle Ganzsachen in sauberem Zustand zu finden.

Der Erhaltungszustand ist bei Ganzsachen ähnlich problematisch wie bei Briefmarken. Richtig gut erhaltene Ganzsachen sind recht selten und können dann schnell zu einer "Preisexplosion" führen: Euro 20 statt Euro 2 für ein schönes Stück.

Mehrere Händler haben mit sauberen Ganzsachen viel Geld verdient, schätze ich einmal. Als Beispiel fällt mir Gärtner ein, der früh schon viele Ganzsachen anbot.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Max78 Am: 11.12.2016 13:24:35 Gelesen: 150391# 158 @  
Ja, ohne Literatur ist es natürlich schwer eine Ganzsache zu bestimmen, vor allem, wenn diese wie aus Rumänien anscheinend in ihrer Vielfalt kaum zu schlagen sind .-). Aber, und das hatten wir schon vor 3 Tagen, der Wert spielt nicht immer die größte Rolle.

Heute möchte ich die Spezis zu folgender Bildpostkarte aus dem Jahre 1961 etwas fragen:



Ist der rote Kastenstempel amtlicher Natur oder handelt es sich um einen Nebenstempel privater Verkäufer (und wenn amtlich, werden diese im Katalog unterschieden)? Soweit ich das mit NULL rumänischen Sprachkenntnissen von Google übersetzen ließ, soll es in etwa bedeuten:

zu einem neuen Preis zu verkaufen, 30 Bani

Bin gespannt und bedanke mich schon mal im Voraus für eine Erklärung,

herzliche Grüße Max
 
Heinz 7 Am: 11.12.2016 15:35:46 Gelesen: 150376# 159 @  
@ Max78 [#158]

Es ist nicht einfach, in den "Fluten" der Katalognotierungen die wirklich passende zu finden, und ich kann "keine Garantie" übernehmen, für meine Erläuterung. Aber es scheint mir Folgendes:

Die Postkarte P 209 von 1956 hatte eine Nominale von 40 Bani (30+10 Bani), kostete aber 75 Bani (wohl, weil es eine Ansichtskarte (und keine Postkarte) ist).

Ab 1957 gab es aber offenbar viele Ansichtskarten zu 30 Bani, sodass die Karte zu 75 Bani vermutlich keine Abnehmer mehr fand. Darum dürfte der Preis herabgesetzt worden sein, die oben angegebene Übersetzung könnte also sehr wohl stimmen.

Im Katalog habe ich diese Modifikation lange nicht gefunden (Michel Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02), aber auf Seite 326 sehe ich doch das Gesuchte:

"1960. Frühere Ansichtskarten mit Aufdruck im Rechteck "PRET NOU DE VINZARE / 30 / BANI" in roter, rosa oder schwarzer Farbe".

P 329 ist 30 BANI auf 10 neben 30 B. schwarzoliv.

Irritierend ist nur, dass als Grund-Ganzsache P 199 angegeben ist, was mir aber falsch scheint (sollte wohl P 209 sein).

Naja, wie auch immer; es ist eine offizielle von der Post verausgabte Aushilfs-/Aufdruck-Postkarte (bzw. -Ansichtskarte). Katalogwert von P 329 ist gestempelt Euro 0.75.

Schöne Grüsse
Heinz
 
Max78 Am: 11.12.2016 16:11:39 Gelesen: 150370# 160 @  
@ Heinz 7 [#159]

Recht herzlichen Dank Dir, Heinz, für Deine Mühen!

Mir war bis jetzt noch nicht klar, inwieweit diese rote Abstempelung eventuell was mit einer Portoveränderung zu tun hatte (oder nicht). Ist absolutes Neuland für mich und von anderen Ländern kenne ich nur veränderte (durchgetrichene) Ziffern der Wertstempel in Verbindung mit einer Portoerhöhung oder Senkung.

Somit wieder einmal etwas dazugelernt, herzliche Grüße Max
 
Lars Boettger Am: 11.12.2016 17:06:27 Gelesen: 150366# 161 @  
Ganzsache zum Inlandstarif für Postkarten - 1895 aufgegeben in Galati an eine bekannte luxemburgische Adresse in Rumelange. Das Auslandsporto hat wohl 10 Bani betragen, 6 1/4 Centimes war der Fehlbetrag. Der wurde auf 12,5 Centimes verdoppelt und auf 15 Centimes aufgerundet und eingezogen.

Beste Grüsse!

Lars


 
Heinz 7 Am: 27.02.2017 22:14:02 Gelesen: 147279# 162 @  
Ich habe beim Thema "Belege bekannter Sammler, Händler, Prüfer und Auktionatoren" eine Ganzsache an das Briefmarkenhaus Senf gepostet (siehe Beitrag 160). Anbei stelle ich einen ähnlichen, aber 9 Jahre älteren Beleg vor.

Auch diese Anfrage wurde von Cernauti / Czernowitz (Bukowina) gesandt, und zwar am 12. JUL 1921. Verwendet wurde die Postkarte P67. Interessant ist die Zusatzmarke von 1921: eine Zwangszuschlagsmarke "Asistenta-Sociala-Marke" zu 10 Bani (Katalog Nr. 9). Sie wurde bereits GEBRAUCHT auf die Karte geklebt und wurde am 12.7.1921 ein zweites Mal entwertet.



Herr Edmund Jarosiewicz schreibt dem Briefmarkenhaus Senf, dass er die Zwangszuschlagsmarke anbietet. Wie zu lesen ist, schreibt er "Da diese Bfm. hier noch nicht zur Ausgabe gelangten, habe ich auf die Karte eine gebr. geklebt, die ich von einem Briefe, den ich aus dem alten Königr. erhielt, genommen habe".

Ob so eine Zwangszuschlagsmarke (natürlich noch ungebraucht) geschuldet gewesen wäre, kann ich nicht mit Sicherheit bestätigen; ich habe schon mehrere Belege aus dieser Zeit OHNE solche Zwangszuschlagsmarken gesehen.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
fogerty Am: 02.03.2017 22:32:59 Gelesen: 147146# 163 @  
Eigentlich eher etwas für Mineraliensammler, Ganzsache mit Stempel aus Oradea, Datum leider unleserlich.



Grüße
Ivo
 
Gerhard Am: 03.03.2017 10:06:12 Gelesen: 147136# 164 @  
@ fogerty [#163]

Hallo Ivo,

16.08.84 würde ich sagen.

PhG
Gerhard
 
10Parale Am: 04.03.2017 10:22:35 Gelesen: 147112# 165 @  
@ fogerty [#163]

Rumänien ist reich an Mineralienvorkommen. Habe einen Freund, der Mineralien sammelt und wir haben schon Planungen im Kopf, nach Rumänien zu reisen und die Bergwerke in den Karpaten zu besuchen.

Da wir alle nun wohl sehnlichst auf den Frühling warten und die ersten warmen Sonnenstrahlen, hier ein Ganzsachenumschlag mit dem Motiv Frühling.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 04.03.2017 12:03:35 Gelesen: 147100# 166 @  
@ 10Parale [#165]

Ja, der Frühling darf sehr gerne kommen!

Gestern und heute präsentiert er sich bei uns im Norden Deutschlands bei Sonnenschein mit vielen Krokussen auf dem Rasen.

Ich vermute das Erscheinungsjahr 2003 oder 2004 für die Ganzsache, richtig?

In der Portoperiode vom 3.11.2003 bis 31.7.2004 kostete der einfache Inlandsbrief bis 20g nämlich genau 4.000 Lei.

Viele Grüße
Michael


.... hier noch das Bild dazu :)


 
Heinz 7 Am: 05.03.2017 17:29:37 Gelesen: 147073# 167 @  
@ fogerty [#163]
@ Gerhard [#164]

Hallo Ivo,

ich dachte, ich könne dir die Nummer der Ganzsache melden, aber leider finde ich sie nicht! Ich tippe auf das Erscheinungsjahr 1994 (nicht 1984), der Stempel "passt" meines Erachtens dazu. Und, wichtig, die Wertstufe ebenso! Ein Grossteil der Sonderwertstempel 1994-Umschläge trägt die Nominale 60 Lei. 1984 war die Nominale der meisten Umschläge erst bei 2 Lei.

Michel U 1625 - 1716 sind alles Sonderwertstempel 1994-Umschläge, aber die Abbildung mit der Mineralie habe ich dabei nicht gesehen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
ginonadgolm Am: 05.03.2017 19:49:06 Gelesen: 147060# 168 @  
@ fogerty [#163]
@ Gerhard [#164]
@ Heinz 7 [#167]

Hallo Heinz,

eine Abbildung wirst Du im MICHEL nicht finden, denn das ist vermutlich eine Privatganzsache. Der Hinweis ist im Katalog hinter U 1648 zu finden.

Beste Grüße von
Ingo aus dem Norden
 
nor 42 Am: 06.03.2017 12:13:48 Gelesen: 147038# 169 @  
Nur eine kurze Ergänzung, Privatganzsachen so wie wir sie aus Deutschland und Österreich kennen, gab es in Rumänien vor 2000 nicht, es gibt dort nur private Zudrücke auf offiziellen Ganzsachen.

Nor 42
 
10Parale Am: 08.03.2017 20:17:49 Gelesen: 146977# 170 @  
@ Michael Mallien [#166]

Ich freue mich sehr über deinen Entschluss in die ARGE Rumänien einzutreten. Gratulation!

Heute zeige ich eine Ganzsache P17 mit einer Knicklinie rechts, die mit einem auffälligen Stempel von MIHAILENI 29/4 abgeschlagen wurde.

Es handelt sich um den eher selteneren der beiden Stempel mit Agraffe von MIHAILENI A77 (fig. 427 K. Dragomir) in violetter Farbe.

Mich wundert die sehr späte Verwendung, die deutlich aus der Rückseite der Ganzsache hervorgeht. Der Brief wurde am 17. April 1889 verfasst. ging aber erst 12 Tage später auf den Postweg und erreichte Botosani (Stempel B2) am 30. April 1889.

Leider gibt K. Dragomir für diesen Stempel keine genaueren Verwendungsdaten bekannt. Anhand der Verwendungszeiten der anderen Agraffenstempel halte ich den gezeigten für eine "Spätverwendung".

An eine Stempelfälschung mag ich nicht denken, welchen Zweck hätte sie verfolgt, lief der Brief doch tatsächlich von MIHAILENI nach BOTOSANI.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 10.03.2017 21:49:05 Gelesen: 146956# 171 @  
@ 10Parale [#170]

Das ist wirklich ein Stück, das zum Nachdenken anregt.

Die Agraffen-Stempel A 65 (fig. 371-421) erschienen 1865 und wurden ergänzt durch die Stempel A68-A70 (fig. 422-429). Nach der Logik von Dragomir erschienen diese Stempel also in den Jahren 1868 bis 1870. Zu fig. 427 steht "A77 Mihaileni", also dürfen wir annehmen, dass der Stempel 1877 erschien.

Das wäre dann deutlich später als der T69 Stempel "MIHAILENI" (fig. 471/472) oder "D" (ab 1871) (fig. 553+554).

Wir würden wirklich 1889 diesen Agraffen-Stempel nicht erwarten, aber ich denke, Deine Vermutung "Spätverwendung" ist legitim. Ich weiss leider nicht, ob die Stempel jeweils eingezogen wurden, sobald ein neuer ausgegeben wurde, oder ob er auf dem Postamt verblieb und eben auch Jahre später noch zum Einsatz gelangen konnte.

Der Beleg ist ja ansonsten nichts "Besonderes", also glaube ich auch nicht an eine Verfälschung! Der Stempel (fig. 427) ist meines Wissens recht selten. Ich habe ihn nicht.

Interessant!

Schöne Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 15.03.2017 19:44:09 Gelesen: 146803# 172 @  
@ Heinz 7 [#171]

Das Stück habe ich letztendlich nur wegen dem Stempel (fig 427) erworben, vielen Dank für Deine stets guten Zusätze.

Heute abend habe ich in drei verschiedenen Katalogen geforscht und kann folgende Beschreibungen zitieren:

Michel Ganzsachenkatalog Europa Ost 2004/05:

P7 5 Bani blau/sämisch - in der 1. Zeile der Fußnote "vendu Particularilor"

CMPR 74 Dragomir/Supratenau: C.P.7 / 5 B. albastru / Carton galbul, Variante CP7.n ocrrespondenta (in loc de correspondenta)

Emanuel A. Savoiu Romanian Postal Stationery:

PC 9 - Varieties c. Type H ca. Large D Par.2 occrespon-denta instead of correspon-denta.

Ob nun einfach P7 oder CP7.n oder PC 9 Type H, ich bin froh hier diese Variante in ungebrauchter Qualität vorstellen zu können.

Liebe Grüße

10Parale

  
 
Heinz 7 Am: 02.07.2017 15:51:18 Gelesen: 141481# 173 @  
In Beitrag [#4] habe ich Euch vorgestellt, was ein Kartenbrief ist. Wir haben zu diesem Thema "Rumänien Ganzsachen" noch nicht viele Kartenbriefe vorgestellt, also ist ein neuer Beitrag vielleicht willkommen.

Ich zeige anbei einen Kartenbrief mit Nummer K 3 (Michel) von 1901



Auffallend ist, dass der 5 Bani Kartenbrief wertmässig praktisch "verzehnfacht" wurde. Neben den 5 Bani Grundtaxe (für die Ganzsache) wurde mittels Zusatzfrankatur der 14. Ausgabe (Ährenausgabe) nicht weniger als 44.5 Bani hinzugeklebt. Es wurden 5 verschiedene Marken dafür verwendet, sodass die Vermutung naheliegt, dass der Absender dem Empfänger eine philatelistische Freude bereiten wollte.

Ob die 49.5 Bani (aufgerundet: 50 Bani) postalisch nötig gewesen seien, diese Frage sollte sich anhand der Tarifhandbücher klären lassen. Wir sehen, dass der Kartenbrief als Einschreiben verschickt wurde. Unklar ist mir der rote Vermerk: heisst das "4"? Was bedeutet er für diesen Beleg? Der Brief kann nicht unterfrankiert gewesen sein, denn alle Postwertzeichen waren 1901 gültig.

Noch etwas fällt uns an dem Beleg auf: Der Empfänger hat die Nachricht, die ihm (eingeklebt) verschickt wurde, nie gelesen! Der Rand des Kartenbriefes hätte abgerissen werden müssen, um den Inhalt des Kartenbriefes lesen zu können (siehe Beitrag 4). Warum dies nicht geschah, wissen wir nicht. Wahrscheinlich war der Empfänger, der Herr Professor aus Ungarn, Philatelist und erfreute sich an der 5-Farben-Zusatzfrankatur. Ein philatelistisch motiviertes Schreiben? Es ging nicht um die Mitteilung, sondern um die Frankatur/die philatelistische Verwendung? Wahrscheinlich!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 04.07.2017 20:56:27 Gelesen: 141328# 174 @  
@ Heinz 7 [#173]

Ein interessanter Beleg, bei dem ein Sammler dem anderen wohl eine Freude bereiten wollte. Laut Calin Marinescu (siehe Tabelle 217) kostete ein eingeschriebener Kartenbrief zu jener Zeit 25 Bani zzgl. Einschreibegebühr 25 Bani = insgesamt 50 Bani. Ob aufgerundet wurde, oder in Zombor womöglich 4 Kreuzer nacherhoben wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

Kartenbriefe erhielten seit der Einführung 1891 eine eigene Portostufe.

Mir fallen noch die beiden unterschiedlichen Stempel RECOMMANDAT unten und RECOMANDE oben auf. Die französische Schreibweise dürfte wohl für Auslandskorrespondenz reserviert worden sein.

Ich habe nicht so viele Kartenbriefe in meiner Sammlung und möchte hier diesen Kartenbrief K4 aus dem Jahr 1894 zeigen. Er wurde am 6. September 1899 von Jassy nach Burdujeni befördert. Mir gefallen die beiden riesigen Bahnhofsstempel.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 04.07.2017 22:25:44 Gelesen: 141313# 175 @  
@ 10Parale [#174]

Lieber 10 Parale,

danke für das Nachschlagen. In meinem "alten" Marinescu (1993) ist diese Information nicht enthalten. Ich muss mir die Neuauflage, den Zweibänder, von Marinescu auch kaufen.

Der Tarif von 50 Bani ist hoch, aber offenbar stimmt er! (49.5 Bani sollte doch akzeptiert worden sein!). Aber was die "rote 4" (?) bedeutet, weiss ich nicht.

Ich muss noch etwas berichtigen. Der Absender sandte wohl eine Nachricht, und diese wurde auch gelesen, denn der Kartenbrief wurde geöffnet! Nicht, indem der Rand an der Perforation aufgerissen wurde, sondern indem vermutlich mit einem scharfen Messer sorgfältig zwischen die verklebten Stellen eingedrungen wurde und die Verklebung somit gelöst wurde!

Es ist ein Beleg von H. Birnbach, Bucarest! Das war ein bekannter Philatelist und Briefmarkenhändler.

Schön, dass Du eine K 4 zeigen kannst. Sie sind gar nicht so einfach zu finden. Wenn so ein Beleg drei verschiedene Stempel trägt, dann kann man seinen Laufweg ganz genau verfolgen. Und das 118 Jahre, nachdem das Schreiben verschickt wurde.

Wo sind in 118 Jahren all die elektronischen Nachrichten verschwunden? Lagern sie dann in Riesenrechnern in der Wüste von Nevada? - Dann doch lieber einen Kartenbrief 1899/2017!

Heinz
 
nor 42 Am: 06.07.2017 19:03:34 Gelesen: 141191# 176 @  
@ Heinz 7 [#173] und [#175]

Die beiden Bücher der Neuauflage Calin Marinescu sind für jeden Rumäniensammler nützlich, doch betreffend des Portosatzes für die gezeigte Karte findet man die nötige Information auch in dem Büchlein von 1993 auf Seite 39.

Absender Birnbach, Aufgabe eines Kartenbriefes als Reko und die farbenfrohe Frankatur deuten auf einen philatelistischen Beleg. Doch wurden zur damaligen Zeit auch nicht-philatelistische Sendungen als Zeichen der Freundschaft gerne farbenfroh frankiert. Der Text würde hier weiterhelfen.

Es fehlen 1/2 Bani gleich damals mit 1/2 Kreuzer. Ungarn hatte vor 1903 keine Portomarken, ob die "4" als Nachzahlung zu deuten ist, ist fraglich. Man muß nachschauen ob damals vielleicht in Ungarn so etwas wie ein Nachtaxierungsminimum vorgeschrieben war.

Nor 42
 
Heinz 7 Am: 10.07.2017 13:45:40 Gelesen: 141007# 177 @  
@ nor 42 [#176]

Lieber Herr nor 42,

ich danke für den Hinweis auf Marinescu 1993. Ist es tatsächlich so, dass Kartenbriefe damals gleich frankiert werden mussten wie normale Briefe? Ganzsachen sind ja ansonsten in der Regel günstiger. Wann wurde dies verfügt/festgelegt?

Birnbach sah seine Frankatur tatsächlich als Lieferung von gesuchten Marken. Das Schreiben war die Beantwortung einer philatelistischen Anfrage.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 12.07.2017 21:54:59 Gelesen: 140890# 178 @  
@ Heinz 7 [#173]

Bei dem in [#173] gezeigten Kartenbrief handelt es sich meiner Meinung nach um den Kartenbrief K3 (oder LC3 nach Savoiu - siehe dort Seite 119).

Die Kartenbriefe K1 K3 K5 K7 K8 K11 K13 waren alle mit der Aufschrift "Valabila numai in raionul (raza) orasilor" versehen. Übersetzt bedeutet dies in etwa:

"nur gültig im Stadtgebiet" - ich zeige im Folgenden ein Scan einer solchen Ganzsache K3, wie sie tatsächlich am 22. August 1896 "porto- bzw. kartengerecht" innerhalb des Stadtgebietes von Bukarest gelaufen ist.

Die von Dir gezeigte Ganzsache K3 ging nun aber ins "Ausland". Ist ja eigentlich nichts ungewöhnliches Wir kennen ebenfalls Ganzsachen mit Zusatzfrankatur (siehe dein Beitrag #95), da diese gerade nun mal zusammen mit den gültigen Frankaturwerten vorhanden waren.

Der Tarif für Kartenbriefe war eingehend ab der Portoänderung vom 19.Jun/1.Jul. 1892 bis zum 31. Dezember 1921 (siehe Tabelle 232) bis zu Ihrem Verschwinden gleich wie das Porto für einen einfachen Brief bis zu 15 gramm, wird bei Marinescu aber gesondert ausgewiesen, also sozusagen einen eigenen Charakter besaßen.

Ich spekuliere nun mal über einen Fall B: - der Postbeamte erkannte a. die geringfügige Unterfrankatur und die Tatsache, dass b. ein zweckentfremdeter Verbrauch der o.g. nur im Stadtverkehr gebrauchten Postkarten für das Ausland und c. eine absichtliche philatelistische Verwendung vorlag und reagierte prompt damit, dass er eine in früheren Zeiten gebräuchliche "Bonificatie pentru Romania" anwendete. Die besagte, dass ein unterfrankierter Brief nach Österreich-Ungarn mit 10bani bzw. 4 Kreuzer "Bonusporto" nachtaxiert werden musste. (siehe Tabelle 130 Seite 32) - siehe auch Fußnote auf Seite 33 "Conform Art. 11 din Conventia cu Austria intreaga bonificatie ramanea tarii care a perceput taxele postale".

Zu deutsch in etwa: Gemäß dem Vertrag mit Österreich verbleibt das nacherhobene Entgelt in dem Land, welches das Porto erhoben hat.

Das wäre nun mal ein Ansatz, um die 4 auf deinem eingeschriebenen Kartenbrief zu erklären. Wie gesagt, eine gewagte Spekulation, da diese Regelung wohl nur bis 1875 galt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.07.2017 22:49:04 Gelesen: 139920# 179 @  
@ 10Parale [#178]

Lieber Sammlerfreund,

vielen Dank für Deinen Beitrag und die Bestätigung, dass Kartenbriefe (= Ganzsachen) gleich viel kosteten wie normale Briefe. Und - leider wissen wir wohl nie genau, ob der Empfänger tatsächlich 4 Kreuzer nachzahlen musste. Das wäre - bei einem Fehlporto von lediglich 0.5 Bani (1 % von 50 Bani!) wirklich eine ärgerliche Angelegenheit für den Empfänger.

Ich zeige anbei eine K 1, welche 1891 herausgegeben wurde. Auch sie trägt den Text, den Du in Deinem Beitrag genannt hast. Das Schreiben anbei ist eine astreine Lokal-Verwendung von Bukarest nach Bukarest. Das zeigt die Anschrift "Loco" und die Stempel (Abgang und Ankunft).



Ganzsachen zu finden in perfekter Erhaltung ist gar nicht so einfach: Stempel äusserst klar, Ganzsache gar nicht fleckig, Schrift sehr schön. Das macht Freude.

Ich wundere mich aber über den Ankunftsstempel, der anscheinend erst 6 Tage nach dem Abgangstempel angebracht wurde. Das war natürlich nicht üblich.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.07.2017 23:43:41 Gelesen: 139915# 180 @  
@ Heinz 7 [#179]

Ich komme zurück auf meinen obigen Beitrag [#179]. Ich machte soeben eine verblüffende Entdeckung.

Der 5-Bani Wertstempel auf der Ganzsache K 1 wurde ebenfalls am 18. April 1894 abgestempelt, so wie der rückseitige Ankunftsstempel!

Dass auf der Vorderseite ein zweiter Stempel ist, datiert (eindeutig) "12 April" veranlasst uns zu Fragen. Zuerst hielt ich diesen Stempel für massgebend, aber dem ist wohl nicht so!

Solche Ganzsachen wurden üblicherweise (und meines Wissens: vorschriftsgemäss) zweimal abgestempelt. Beim flüchtigen Hinsehen nehmen wir (natürlich) an, dass derselbe Stempel zweimal hintereinander abgeschlagen wurde.

Nun, am 18. April 1894 scheint aber der Postbeamte die "Carta Postala" zuerst nur EINMAL gestempelt zu haben (18 APRIL 1894). Vermutlich merkte er später, dass der (vorschriftsgemässe) zweite Stempel fehlte. Der Postbeamte nahm also nochmals einen Stempel zu Hand und brachte die zweite Abgangs-Abstempelung an.

ABER ...

Es war ein ANDERER Stempel! Bei genauer Betrachtung der beiden Stempel sehen wir geringe Unterschiede zwischen den zwei "BUCURESCI"-Stempeln. Und, vermutlich zufällig, war der zweite Stempel offenbar nicht richtig eingestellt (Datum-mässig)!

Der Kartenbrief wurde spediert und bei der Ankunft am selben Tag rückseitig gestempelt "BUCURESTI - 18 APR". Der Stempel "12 APRIL" war ein Stempel-Irrtum! - Kurios!

Ich glaube nicht an eine Fälschung oder etwas Unlauteres, sondern einfach an die täglich sich ereignenden kleinen Fehler.

Heinz
 
nor 42 Am: 30.07.2017 17:48:42 Gelesen: 139782# 181 @  
[#180]

Vielleicht sollte man sich auch den Text anschauen, denn meistens ist dort ein Datum vermerkt und dann sich wieder den Stempeln zuwenden.

Nor 42
 
Heinz 7 Am: 04.08.2017 17:46:55 Gelesen: 139454# 182 @  
@ nor 42 [#181]

Lieber Sammlerkollege,

ich habe mir tatsächlich den Text angesehen, aber ich sehe keinen Hinweis, wann die Karte genau geschrieben wurde. Ich bin mir aber sicher, dass dies am 18.4.1894 geschah. Am selben Tag erfolgte der Irrtum des Postlers, der einen nicht richtig eingestellten (Datum) Stempel verwendete, um den zuvor bereits gestempelten Beleg nochmals zu stempeln.

Ich habe meine Bestände durchforstet und tatsächlich einen weiteren, ähnlichen Beleg gefunden:



Hier sieht man sehr schön, wie ein Orts-Schreiben (Kartenbrief) von Bukarest versandt wurde ("loco"). Abgangs- und Ankunftsstempel (vorne und hinten) sind vom selben Tage.

Wir sehen, dass der Empfänger den Kartenbrief nicht geöffnet hat; der Perforationsrand ist unangetastet. Vermutlich hat also hier ein Ganzsachen-Sammler den Beleg als Ganzes erhalten wollen. Ferner sehen wir, dass die Ganzsache vorschriftsgemäss (?) zweimal gestempelt wurde.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.09.2017 19:21:41 Gelesen: 135880# 183 @  
Am Freitag (29.9.) eröffnet die GABRA in Burgdorf ihre Tore und veranstaltet eine dreitägige Ausstellung, die sicher einen Besuch wert ist! Der Schweizer Ganzsachen-Verein ist der Organisator!

Schweizerischer Ganzsachen-Sammler-Verein (SGSSV)

Es kommt hoher Besuch: Das Consilium veranstaltet ein Seminar und die Royal Philatelic Society London wird auch da sein.



Liebhaber von Ganzsachen kommen in Burgdorf voll auf ihre Kosten! Anbei eine Post-Anweisung aus dem Jahre 1916.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 28.09.2017 14:56:20 Gelesen: 135814# 184 @  
@ Heinz 7 [#183]

Wie es der glückliche Zufall will, habe ich am Samstag Zeit und werde mit dem Zug zur GABRA nach Burgdorf reisen. Von meinem Wohnort aus sind es etwas mehr wie eine Stunde Zugfahr mit der SBB.

Vielen Dank für diesen wertvollen Tipp.

Post-Anweisungen habe ich bislang nicht gesammelt, aber gesehen, dass sie in solch guter Qualität und mit solch schönen Abstempelungen nicht immer einfach zu haben sind.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 30.09.2017 00:16:08 Gelesen: 135706# 185 @  
@ 10Parale [#184]

Ich wünsche viel Vergnügen an der GABRA in Burgdorf.

Besonders empfehle ich Dir das Exponat 83 von Friederike Märki; ich habe sie mir heute erneut angesehen (sie war auch schon in einer Wettbewerbsausstellung): Ganzsachen Rumänien: 5 Rahmen. Da sieht man wirklich schöne Sachen.

Ich zeige anbei eine ungebrauchte Ganzsache aus dem Jahr 1907/11: die P 53 Doppelpostkarte. Der Frageteil ist oben, unten, auf der Rückseite, ist der Antwortteil "RASPUNS"



So eine Karte ist bewertet mit nur Euro 5. Aber kaum ein Händler hat je solche Karten. Ganzsachen-Sammler brauchen einen langen Atem.

Heinz
 
bignell Am: 24.10.2017 18:41:07 Gelesen: 134269# 186 @  
Hallo,



10-Bani-Postkarte von Galatz nach Wien, kann man das Jahr irgendwie eingrenzen?

Der Stempel ist leider undeutlich, und sonst finde ich keinen für mich deutbaren Vermerk. Ich würde etwa 1921 schätzen. Vielleicht kann jemand Licht reinbringen?

Vielen Dank,
harald
 
Michael Mallien Am: 24.10.2017 19:42:09 Gelesen: 134261# 187 @  
@ bignell [#186]

Hallo Harald,

das müsste die Nr. 56 der Ausgabe von 1912/14 sein.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 24.10.2017 21:14:00 Gelesen: 134243# 188 @  
@ Michael Mallien [#187]
@ bignell [#186]

exakt P56 - lt. Michel.

Savoiu (Romanian Postal Stationery - Handbuch) registriert diese Postkarte als die PC55. Zur zeitlichen Abgrenzung nennt er als frühestes bekanntes Datum den 10. September 1912 (BRAILA) und als spätestes bekanntes Datum den 29. Juli 1915 in Bukarest.

Liebe Grüße

10Parale
 
bignell Am: 24.10.2017 21:31:42 Gelesen: 134237# 189 @  
@ Michael Mallien [#187]
@ 10Parale [#188]

Hallo,

vielen Dank für die Infos, dann nehme ich ca 1914 - ich lege die Scans nach Jahren ab, deshalb ist die Info für mich relevant.

Liebe Grüße, harald
 
bignell Am: 24.10.2017 21:39:39 Gelesen: 134231# 190 @  
Hier der kleine Bruder, 5+5 Bani von Galatz nach Urdingen (Uerdingen/Krefeld?) - das Jahr 1910 wurde auf der Rückseite vermerkt, im Stempel wäre es wieder nicht klar gewesen.



Lg, harald
 
10Parale Am: 24.10.2017 22:39:28 Gelesen: 134223# 191 @  
@ bignell [#190]

Ja, die lieben Stempel sind wahre Auskunft-Büros, sofern sie lesbar abgeschlagen sind. Diese PC32 (rumänische Katalogisierung) vom 5. Dezember 1894 erreichte Crefeld 3 Tage später und auch die Ankunft ist wunderschön dokumentiert.

So entsteht eine kleine Stempelpartnerschaft, ähnlich der einst im Europa-Gedanken fundierten Städtepartnerschaften. Manche Karten erhalten erst mit ihrer Zweckbindung einen ideellen Wert.

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 24.10.2017 22:57:42 Gelesen: 134217# 192 @  
@ 10Parale [#191]

Hallo 10Parale,

Städtepartnerschaft der anderen Art anno 1895:



Leider nicht so schön erhalten, aber kurios: Während die 5 Bani-Marke in Bukarest entwertet wurde, wurde der Wertstempel in Wien mit dem Nachentwertungsstempel W1 entwertet. Ohje in einem Satz viermal das Wort "Wert" zu verwenden bürgt nicht für guten Stil.

Lg, harald
 
10Parale Am: 30.10.2017 00:55:37 Gelesen: 133846# 193 @  
@ bignell [#192]

Apropos Wien, da hab ich auch noch was.

Für das militärische Personal wurde die P 86 im Jahr 1931 herausgegeben. Nominalwert 1 Lei.

Im vorliegenden Fall war im Mai 1931 also portogemäss 4 Bani Zusatzfrankatur notwendig, um diese Postkarte nach Wien zu befördern. Der Absender behilft sich dabei mit 2 Marken.

Michel Nr. 397 aus dem Satz Königreich Rumänien, 1 Lei Karl II., Auflage nur 200.000 Stück

Michel Nr. 379 aus dem Satz König Karl II., 3 Lei karmin

Der Michelwert dieser Postkarte liegt bei 4,-- Euro.

Liebe Grüße

10Parale


 
buzones Am: 30.10.2017 19:55:09 Gelesen: 133770# 194 @  
Lieber 10Parale,

ich korrigiere dich höchst ungern, aber natürlich beträgt die Zusatzfrankatur hier nicht 4 Bani, sondern 4 Lei. Portorichtig ist dies aber auch nicht, denn der ermäßigte Auslandstarif für Postkarten nach Österreich betrug vom 1.9.1924 bis 31.10.1938 4,50 Lei (UPU-PK-Tarif waren damals 6 Lei). Schau hierzu mal in die Tabelle N° 24 in C. Marinescus Evoluţia Tarifelor Poştale [...] 1852-1992. Die gezeigte Karte ist somit um 50 Bani überfrankiert.

Dennoch interessant, dass die Nominale der Inlands-Miltärkarte regelwiedrig auf einer Auslandssendung anerkannt wurde! Ich zeige nachfolgend eine portorichtig auffrankierte 2 Lei Ganzsachenkarte (CP 84 - Alba Julia) aus dieser Tarifperiode vom 21. März 1926 nach Österreich; von dort nachgesandt nach Berlin.



Als kleines Schmankerl nachfolgend noch eine Neuerwerbung aus Sindelfingen vom letzten Donnerstag: Eine blaue Inlandskarte zu 5 Bani (CP 39 - Carol) von Constanţa nach Bukarest. Diese Allerweltskarte wird aufgewertet durch einen glasklaren Luxusabschlag des 1895 eingeführten Bahnpoststempels AMB. N° XIV (Dragomir PA 7.1a) vom 23. April 1896 und durch einen ebenso sauber abgeschlagenen violetten Briefträgerstempel ( goarna postale veche) N° 94, eine Nummer, die in Dragomirs Auflistung (S. 293) fehlt.



Philatelistische Grüße
Ralf
 
10Parale Am: 31.10.2017 19:05:18 Gelesen: 133690# 195 @  
@ buzones [#194]

Ich gratuliere sehr herzlich zu der Ganzsache vom 23. April 1896 aus Bukarest. Ich würde sagen, - ein Volltreffer -, aus vielerlei Hinsicht. Vor allem die Stempel sind glasklar und sauber abgeschlagen, das ist nicht einfach zu finden.

Die Briefträgerstempel der Stadtpost Bukarest tauchen tatsächlich erst im Jahr 1896 auf, lt. Kiriac Dragomir frühester Beleg vom 3. März 1896. Die Briefträgerstempel dienten der Überwachung und Kontrolle der Postzustellung in den vielen Distrikten der Großstadt Bukarest.

Da es zuvor bei der Zustellung zu Verspätungen und Fehlzustellungen kam, waren sie notwendig geworden. Wirklich interessant und rar zu sammeln sind solche Belege, die mit 3 - 5 verschiedener solcher Posthornstempelchen versehen waren. Belege mit 5 Posthornstempeln sind eine große Rarität!

Es konnte ja sein, dass ein Empfänger nicht zu Hause war, oder sogar umgezogen, so dass ein 2.ter oder 3.ter Zustellversuch innerhalb der Stadtgrenzen von Bukarest unternommen werden mußte.

Noch etwas zu der Nummer 94: Laut meiner Literatur, - ich besitze noch einen anderen Artikel von Mihai Bauer aus dem Buch "INDRUMAR AL FILATELISTULUI" (Wegweiser für Philatelisten). Nach diesem gibt es Stempel von der Nummer 1 - 208, und man staune, lt. einem Philatelisten (der Artikel nennt leider keinen Namen", soll es im Jahr 1915 sogar noch einen Briefträgerstempel mit der Nummer 483 gegeben haben.

Insofern ist das wirklich ein sehr interessantes Sammelgebiet für sich, da die Stempel auch verschiedenen Formen aufwiesen.

Aus dem obigen Artikel scanne ich einmal einige Hörnchen ab, die man auf Grund der Form nicht als solch erkannt hätte.

Übrigens lasse ich mich sehr gerne korrigieren, vielen Dank dafür, habe da wirklich gepennt.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 24.11.2017 19:36:58 Gelesen: 132410# 196 @  
@ buzones [#194]

Habe mal meine Sammlung durchackert. Meine höchste Posthörnchen Nummer ist die 151. Zeige den Beleg bei Gelegenheit.

Doch nun eine andere Geschichte. Ein belgischer Händler verkaufte die Tage ein Lot von über 60 Ganzsachen aus Rumänien zum Startpreis von 99,-- Euro bei ebay.

Ich zitiere aus der Losbeschreibung:

1890 / 1925 nice lot of 64 unused postal stationery ---- Varieties, plates, shades ... for specialist

Der Händler irrte sich in der Eingrenzung der Jahreszahl. Ein Großteil der Ganzsachen stammt von vor 1890. Da er jede einzelne Postkarte fotografierte, fiel mir das sofort auf. Nach einem kleinen abschließenden Bieter-Gefecht endete der Ausruf bei 115 Euro.

Als ich heute die Lieferung erhielt, entdeckte ich diese beiden Postkarten P1, die ersten Ganzsachen Rumäniens, wie wir wissen, äußerst selten. Ich bin mir sicher.

Emanuel A. Savoiu unterteilt die P1 in 2 verschiedenen Typen, P1A und P1B. Der Unterschied liegt in der Dicker des weißen Kartons begründet, Typ A = 0,28 mm dick, Typ B 0,40 mm dick. Auf Grund der Dicke des Kartons sind beide P1 Ganzsachen Typ B.

Nun haben mich die Ganzsachen wohl ganz in ihren Bann gezogen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 25.11.2017 09:28:18 Gelesen: 132355# 197 @  
@ 10Parale [#196]

So fand ich heute morgen noch bei der Durchsicht des in [#196] vorgestellten Lots diese bisher nicht in den Büchern dokumentierte P4 Antwortkarte aus der 2. Ausgabe von 1873 (Savoiu P5) mit den aus späteren Ausgaben bekannten weißen Flecken im Werteindruck.

Michelwert 2004/05 für den herkömmlichen Frage/Antwortteil: 15,-- Euro, bei Savoiu immerhin mit 80,-- Euro bewertet.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.11.2017 10:56:56 Gelesen: 132348# 198 @  
@ 10Parale [#196] und [#197]

Lieber Freund,

herzliche Gratulation zu diesem tollen Fund!

Ich kenne dieses (relativ seltene) Glücks-Gefühl, wenn man in einem "Posten" (Lot) gute Stücke findet, die man "fast geschenkt" erhalten hat. Solche Erfolgsmomente hat man nur, wenn man ab und zu auch etwas kauft!

Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, sozusagen. :-)

Heinz
 
10Parale Am: 26.11.2017 17:10:31 Gelesen: 132230# 199 @  
@ Heinz 7 [#198] und #24

Diese Karte ist ziemlich selten. Mein Tipp: Kauft sie, wenn Ihr sie findet.

Wahrscheinlich habe ich deine Empfehlung aus #24 (du zeigst uns dort die seltene P4 von 1873) s.o. zu Herzen genommen und wurde nun echt belohnt.

Unterschiedliche Bewertung bei P 8 im Michel und bei Emanuel Savoiu (PC10):

Der Scan zeigt die P8 aus dem Jahr 1875, die Postkarte mit Frage- und Antwortteil der 4. Ausgabe aus dem Jahr 1875.

Sie ist leicht zu erkennen an dem Design von "CARTA DE POSTA". Die Buchstaben haben eine helle Füllung und es sieht fast aus wie ein schwacher Doppeldruck.

Der Michel bewertet diese Doppelkarte ungebraucht lediglich mit 12,-- Euro (2004/05). Emanuel Savoiu bewertet sie dagegen mit 100 Euro. Eine sehr große Differenz, wie ich finde.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.11.2017 21:55:36 Gelesen: 132200# 200 @  
@ 10Parale [#199]

Lieber 10 Parale,

die Michel-Notierungen für Rumänien-Ganzsachen sind in vielen Fällen viel zu tief. Ob die Savoiu-Preise angemessener sind, kann ich nicht beurteilen, da ich sein Werk noch nicht habe.

Allgemein werden Ganzsachen oft lächerlich tief ausgepreist, auch für andere Länder. Für 1 Euro kriegt man an Börsen nicht selten auch gute Stücke. Wären das Briefe mit Marken, wären die Preise viel höher.

Anbei noch eine Abbildung einer modernen Ganzsache von 2002 oder 2003:



Ich weiss nicht, ob das eine offizielle oder eine private Ganzsache ist; mein letzter (Michel-) Katalog ist von der Ausgabe 2001/02.

Das Motiv ist natürlich so hübsch, da konnte (bzw. wollte) ich nicht widerstehen und ich habe heute den Beleg für CHF 2.00 gekauft. In Sainte-Croix war der (Schweizer) Tag der Briefmarke mit Rang III-Ausstellung.

Liebe Grüsse und gute Wünsche für die neue Woche
Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.12.2017 00:35:45 Gelesen: 131907# 201 @  
@ Heinz 7 [#200]

Ich freue mich, dass wir mit diesem Thema nun auch bereits 200 Beiträge erreicht haben. Noch haben wir aber längst nicht alle Ganzsachen gezeigt.

Das beiliegende Beispiel zeigt eine Postkarte Michel P 67 b: 1921/22. Kopfbild König Ferdinands im Kreis ohne Krone darüber. 1 Leu karmin.



Nr.67 b ist auf grauem Karton. (67 a wäre weiss bis rahmfarben)

Heinz
 
10Parale Am: 01.12.2017 16:05:20 Gelesen: 131844# 202 @  
@ Heinz 7 [#201]

Bei Savoiu ist diese Karte aus den Jahren 1921/22, die du zeigst, als PC 69 registriert.

Ich zeige im Folgenden noch eine Zusammenfassung der ersten sieben Kartenbriefe (1-7), die Rumänien von 1891 bis 1900 herausgebracht hat. In einigen Beiträgen ab #173 ff. wurden sie teilweise schon in Ihrem postalischen Gebrauch vorgestellt.

Zur Karte Nr. 7 möchte ich eine Besonderheit am Rande erwähnen. Es soll eine Karte geben, bei der die zweite aufgedruckte grüne Marke zu 5 Bani nicht links aufgedruckt wurde, sonder kopfstehend auf der anderen Kartenhälfte. Savoiu bewertet diesen "ERROR" mit 1.000 Dollar.

Hab die Karte leider nicht.

Liebe Grüße

10Parale





 
10Parale Am: 01.12.2017 20:16:58 Gelesen: 131810# 203 @  
@ 10Parale [#202]

Der Kartenbrief K6, 15 Bani wird im Michel mit der Kartonfarbe schwarz/sämisch beschrieben.

Savoiu unterteilt in eine weitere Farbe schwarz / leicht rosafarben und nennt sie Letter Card (LC) 6a. Die Bewertung liegt dort bei 15 Dollar (im Michel Ganzsachenkatalog nicht genannt).

Schönen Abend

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.12.2017 15:15:17 Gelesen: 131780# 204 @  
@ 10Parale [#89]

Liebe Alle,

ich habe mir gestern die Postkarte P 78 von 10 Parale "ausgeliehen", mit anderen Worten: ich habe seine Postkarte gezeigt (im Ganzsachen Adventskalender).

Ich ahnte richtig, dass ich diese Karte auch in meinen Beständen habe, darum kann ich sie nun "zurückgeben". Was ich nicht wusste, dass auch MEINE Karte eine Zusatzfrankatur um 2 Lei hat, um das Gesamtporto auf 4 Lei zu erhöhen (für Ausland-Sendungen).



Es ist anzunehmen, dass die rumänische Post diese 4-Lei-Karten für ihre Kunden vorbereitete/bereitstellte. Da eine Ganzsache à 4 Lei damals fehlte, half sich die Post aus mit diesem 2+2 Lei-Wert. Vermutlich war die P 75 (Nominale: 4 Lei) nicht überall erhältlich.

Hübsch, finde ich.

Die P 78 gibt es auf weissem Karton (so katalogisiert), aber auch auf gelbem Karton (ohne Katalogisierung).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 03.12.2017 15:35:55 Gelesen: 131776# 205 @  
@ 10Parale [#202]

Du zeigst uns gleich die Nummern 1-7 der Kartenbriefe Rumäniens 1891-1900; ich finde das sehr schön, sie ungebraucht so nebeneinander zu sehen. Herzlichen Dank!

Anbei noch eine spätere Ganzsache: die Michel P 80.



1928 kamen neue Ganzsachen heraus, mit dem Bild von König Michael als Kind.

Zu dieser Ausgabe gibt es eine interessante Notiz im Michel-GS-Katalog:

"Mit (diesem) Wertstempel ist 1928 auch eine Ausland-Postkarte mit einem Werteindruck von 4 Lei gedruckt worden, die aber dem damaligen Tarif (nach Österreich, Polen und Ungarn) von 4,50 Lei nicht entsprach. Es ist noch nicht geklärt, ob sie an die Postschalter gekommen ist. Gebrauchte Exemplare sind nicht bekannt."

Also, liebe Sammler: Augen auf! er diese 4 Lei-Postkarte findet, soll sie unbedingt kaufen.

Heinz
 
10Parale Am: 04.12.2017 20:49:03 Gelesen: 131753# 206 @  
@ Heinz 7 [#205]

Danke für den Geheimtipp. Savoiu´s Ganzsachenexpertise endet im Jahr 1927, so dass ich zu dieser Postkarte P 80 nichts hinzufügen kann.

Im Nachfolgenden zeige ich ein vertikales Paar der Michel P14 A hell-lilarosa aus dem Jahr 1879. Mich verwundert es, dass SAVOIU diese vertikalen Paare (P19) extra klassifiziert und ungebraucht immerhin mit 50 Dollar bewertet.

Des weiteren unterteilt er noch in verschiedene Zähnungsvarianten. Es soll auch eine Postkarte P 14 geben mit dem Aufdruck SPECIMEN, die mit Zähnung 13 1/2 immerhin mit 300 Dollar bewertet ist. Also auch hier Augen auf.

Lieber Heinz 7, du pflegst ja an anderer Stelle noch eine wunderbare Beitragsreihe, wo es um die sagenhaften berühmten und teueren Briefmarken der Welt geht.

Das hat mich nun angespornt, bei SAVOIU nachzuforschen, welche Ganzsache er denn nun am teuersten bewertet?

Tatsächlich ist es die Michel P3 mit Frage- und Antwortteil echt gelaufen, jedoch mit 4 mm dicken Kartonpapier (Typ B). Es gibt noch die Type A mit 0,28 mm dickem Kartonpapier, die er jedoch nur ungebraucht bewertet: Typ B: 5.000 Dollar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.12.2017 20:18:27 Gelesen: 130827# 207 @  
@ 10Parale [#206]

Gerne geschehen!

Danke Dir auch für die Recherche im Katalog Savoiu. Ich sehe diese Werte mit Erstaunen.

Zur Erinnerung: Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich mehrere Ganzsachen im Michel als UNTERBEWERTET ansehe. Dass Savoiu dies anders sieht, ist offensichtlich. Ich empfehle aber, bei den katalogisierten Abarten Vorsicht walten zu lassen. Meines Wissens ist dafür "der Markt" sehr eng. Ich kenne kaum wirklich realisierte höhere Preise für Ganzsachen-Abarten.

Aber sicherlich sollten wir den Markt beobachten und die teuer katalogisierten Abarten werden sich bei manch einem Händler wohl günstig finden lassen. Man sollte sich danach nicht allzu optimistisch "reich rechnen", aber gute Anhaltspunkte sind diese Katalogisierungen auf jeden Fall!

Ist die Ganzsache wirklich 4 mm breit? Das ist ja ein Brett, und mit "Kartonpapier" noch immer "untertrieben" bezeichnet.

Ich zeige anbei eine meines Wissens seltene Ganzsache.



Es ist das Telegrammblatt TB 12 von 1906. Ungebraucht war es bewertet mit Euro 30 (im Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02). Spätere oder Bewertungen von anderen Katalogen habe ich keine vorliegen.

Heinz
 
10Parale Am: 14.12.2017 22:04:02 Gelesen: 130825# 208 @  
@ Heinz 7 [#207]

Hallo Heinz,

gratuliere zu dieser Rarität (meines Erachtens!).

Savoiu TT 12 - 75 Bani brown on white paper - f.p.

f.p. bedeutet "fara pretu" - ohne Preisangabe.

Dies bedeutet in der Regel einen sehr hohen Preis, ähnliche Telegrammblätter sind mit 250 Dollar bewertet.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 16.12.2017 20:29:18 Gelesen: 130760# 209 @  
@ 10Parale [#208]

Ganzsachen zwischen 1907 - 1916 wurden im typografischen Druckverfahren hergestellt. Dabei gab es 6 verschiedene Ausgaben inklusive der sehr seltenen Cluj Ausagabe (Überdruck einer ungarischen Postkarte mit rumänischen Typen) .

Bei der Letter Card Nr. 15 (Michel Kartenbrief K14) zeige ich den klitzekleinen Unterschied an Hand der Scans.



15 Bani auf weissem oder cremefarbenen Karton



AKZENT über dem A von ROM A NIA - und ohne AKZENT

Liebe Grüße

10Parale
 
nor 42 Am: 17.12.2017 20:03:11 Gelesen: 130732# 210 @  
Nochmals kurz zu [#195]:

Zu der dort gezeigten Seite (S 247 aus Indrumar al filatelistului) sei ergänzt, dass nur die Posthörnchen Stempel in Bukarest gebraucht wurden und die sind alle leicht erkennbar. Die anderen dort gezeigten Nummernstempel sind nur Beispiele für in anderen Städte gebrauchte Zusteller Stempel. Hier zwei Ganzsachen bzw. Zeitungsschleifen mit Posthörnchen Stempel. Diese wurden öfters zur nachträglicher Entwertung von den Zusteller benützt.

Um beim Thema zu bleiben auch die Abbildung eines Beleges mit vier verschiedene Posthörnchen Stempel auf einer Ansichtskarte aus Glauchau. Die eingehende Beschreibung aller Postvermerke und Stempel würde den Rahmen dieser Ergänzung sprengen. Doch sehen wir dabei, dass 1904 der Portier des Bristol Hotels dort eine bedeutende Persönlichkeit war, mit einem großen eigenen Stempel, mit dem er die Post quittierte.

nor 42


 
10Parale Am: 19.12.2017 19:33:55 Gelesen: 130703# 211 @  
@ nor 42 [#210]

Danke für den Hinweis, die oberen 2 Reihen Nummernstempel aus Beitrag [#195] sind natürlich aus anderen europäischen Städten. Sehr gut.

Der Beleg mit dem Posthörnchen und den Nummern 42, 78 und 86 begeistert mich. Vor allem der hauseigene links abgeschlagene, private Portiers-Stempel ist eine Rarität der besonderen Art. Das der Brief nach mehrmaligen Zustellversuchen wieder in Glauchau landete, macht das Briefstück zu einem richtigen Must have.

Der INCONNU (Necunoscut) 2-Zeiler-Stempel und der RETOUR - Abschlag macht den Brief begehrenswert.

Am Beispiel der 4. Ausgabe der Ganzsachen vom 1876 möchte ich bei der Postkarte Nr. 9 (Michel Nr. P7) zu 5 Bani zeigen, dass es davon eine Menge Variationen gibt. Ich habe hier wieder das Nachschlagewerk von Emanoil Alenxandru Savoiu "Romanian Postal Stationery" zu Rate gezogen.

1. Grosses D

serissa anstatt scrissa

ocrrespon-denta anstatt von correspon-denta

kein Akzent unter t von carti

kein Akzent über dem a von Posta

der 6.te und 7.te Buchstaben im Wort scrisorile sind schlecht geformt

scrj anstatt scri

die obere linke Ecke der eingedruckten Marke ist gebrochen


2. Kleines D

Cartile und Posta ohne Akzente über den Buchstaben a

plateste ohne Akzent

c von recommanda ist schlecht geformt

platinduse ohne Akzent über dem a

correspon-denta ohne Akzent über dem a

aducatorului ohne Akzent über dem 2.ten a

das Dächlein über dem letzten a von urmeaza steht auf dem Kopf

das zweite r in dem Wort inregistrare hat einen anderen Schrifttypus (roman)



Das ist natürlich für den Spezialisten und wird den Gelegenheitssammler kaum interessieren. Doch ist es interessant einmal die verschiedenen Variationen aufgelistet zu sehen. Ich zeige im Scan deshalb nur einmal das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal:

D - in der Anschriftenzeile gross oder klein.

Wer genau hinschaut erkennt nun bei der Karte mit dem kleinen D, dass das zweite r von inregistrare in romanischen Letttern gedruckt wurde. Savoiu nennt diese Karte PC9 a4 Par.5

Grüße

10Parale




 
nor 42 Am: 21.12.2017 13:21:57 Gelesen: 130665# 212 @  
[#211]

Wenn man sich die Zeit nimmt und gut hinschaut sieht man auf dem Beleg auch den vierten Posthörnchen Stempel 120.

Alle Gute,
nor 42
 
10Parale Am: 22.12.2017 22:44:07 Gelesen: 130643# 213 @  
@ nor 42 [#212]

Na, jetzt haben meine Augen das 4. Posthörnchen auch gesehen, phantastischer Brief.

Im Folgenden zeige ich eine weitere Differenzierung der Ganzsache Michel Nr. 7 in Fortsetzung von Beitrag [#211]. Diese Variante kommt nur beim kleine "D" vor. Siehe rechte Textspalte im unteren Text.

Ich gebe zu, sehr speziell und detailliert, aber man sollte auch dies einmal gesehen haben.

Variante : scrisorjle
Variante : scrissorile

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 27.12.2017 15:25:42 Gelesen: 130408# 214 @  
Diese rumänische Ganzsache zu 5 Bani passt vielleicht ganz gut zum Jahreswechsel.

Im Michel habe ich sie leider nicht gefunden.

Bei Savoiu: PC37ASI - mit Text: LA MULTI ANI 1900 und dem Eintrag des Grafikers am unteren Rand der Karte.

Etwas rarer sind diese Karten ohne die Inskription des Grafikers. -Es gibt noch den Text; FELICITARE auf der Vorderseite.

Die Karte lief auch tatsächlich von TECUCI nach BRAILA, kleiner Einriss, Gebrauchsspuren, dennoch sehr selten.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 28.12.2017 18:21:26 Gelesen: 130373# 215 @  
@ 10Parale [#214]

Im Michel Ganzsachen-Katalog Europa bis 1960 (mir liegt der Katalog mit blauen Deckeln vor )finden Sie die Karte unter P 37 I auf Seite 487. Auch für den Michel Katalog muss man sich Zeit nehmen.

Alles Gute,
nor 42
 
10Parale Am: 28.12.2017 19:56:31 Gelesen: 130367# 216 @  
@ nor 42 [#215]

Vielen Dank, nor 42.

Ich habe einen etwas jüngeren Katalog mit Euro Bewertung und sehe gerade eine magere Bewertung für 17 Euro für diese Ganzsache P 37 I gebraucht.

Savoiu bewertet sie mit 100 Dollar. Doch wie Heinz 7 tatsächlich zu Recht sagt, sind viele der älteren Ganzsachen Rumäniens sehr unterbewertet.

Vielleicht gibt es einen Unsicherheitsfaktor, weil die Rumänen selbst erst ihre Schätze entdecken und nach und nach in den privaten (gewerblichen) Handel einfließen lassen.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 30.12.2017 19:14:24 Gelesen: 130193# 217 @  
@ Heinz 7 [#207]

Nachdem Heinz 7 uns ein sehr seltenes Telegrammblatt vorgeführt hat, zeige ich hier die Ganzsache TT 27 aus dem Jahr 1911, eingepresst mit 25 Bani im typographischen Druck. Auffallend tiefes Farbspektrum.

Bei Meister Savoiu mit 50 Dollar bewertet, echt gelaufen sogar 100 Dollar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 31.01.2018 22:14:49 Gelesen: 123284# 218 @  
@ 10Parale [#40]

Ein Streifband S 5 von 1894/1896 kann ich ebenfalls beisteuern:

Solche Streifbänder sind zwar nicht wirklich selten, wenn sie aber saubere Stempel tragen und nicht beschädigt oder verschmutzt sind, dann sind die Stücke aber doch plötzlich rar.



Der blaue Doppelkreisstempel ist etwas schwach abgeschlagen. Aber der Stempel, der bei der Ankunft abgeschlagen wurde, ist wunderbar klar und schön lesbar.



Der Stempel ist zweimal der gleiche! "HUSI 25 FEB 895" war Abgang ...
... und Ankunftsstempel dieser Orts-Drucksache. Format: 42 Millimeter (stimmt mit Katalogangabe überein!).

Die Eigenheit, bei der Jahreszahl die "Tausend" wegzulassen, ist typisch für solche Stücke, also

1895 = 895
1903 = 903 u.s.w.

Ein wunderschönes Stück, finde ich. Es kostete mich nur CHF 3.00.

Heinz
 
10Parale Am: 10.03.2018 19:34:21 Gelesen: 120028# 219 @  
@ Heinz 7 [#218]

Diese Streifbänder gefallen mir auch immer wieder aufs Neue und ich liebe sie in meiner Sammlung zu hegen und pflegen.

Bin sehr froh, dass es noch günstige, gute Sachen gibt. Ein wenig mehr als CHF 3.oo (4 Euro) kostete mich dieses Streifband S4, welches die Zeitschrift "FOAIA POPULARA" beinhaltete, zu deutsch das "Volksblatt".

Wir erfahren auf dem Aufkleber auch, dass diese illustrierte Wochenzeitschrift 5 Lei im Jahr kostete.

Der Hinweis LOCO bedeutet, dass es innerhalb von Bukarest befördert wurde und man sieht am unteren Rand noch das Briefträgerstempelchen mit der Nr. 98.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 20.03.2018 14:49:56 Gelesen: 119533# 220 @  
@ 10Parale [#219]

Ich zeige ein weiteres Streifband Typ S4, gelaufen im Dezember 1900 von Ploesti nach Bukarest. Dort erhielt es ein komplettes Briefträgerstempelchen mit der Nummer 102 und rückseitig ein Stempel CURSA I, der die Stadtpostbeförderung in Bukarest dokumentiert.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.06.2018 20:08:12 Gelesen: 113621# 221 @  
@ 10Parale [#220]

Lieber Freund,

im Thema "Rumänien für Sammler" [#625] hast Du Dich über Los 4192 der Corinphila-Auktion geäussert. Das Streifband Nr. 2 wurde angeboten, aber nicht in einem Exemplar, sondern gleich in einem Neunerblock!



Der Ausrufpreis von CHF 120 war (sagen wir es deutlich, wie ein Auktionsteilnehmer: "ridiculous"). Du weist auf den Zuschlagpreis von CHF 850 hin, das ist - zugegeben - 7 mal mehr als der Ausrufpreis. Aber - ist es auch zu viel? Wer mag das festlegen? Ich denke, der Käufer hat das unglaublich seltene Stück NICHT überzahlt. - Selbst in grossartigen Sammlungen über Rumänien fehlen solche Ganzsachen oft, vermutlich auch, weil viele Sammler diese Ganzsachen heute weitgehend - fälschlicherweise* - vernachlässigen.

* meiner Meinung nach...

Die Kenner wissen aber, wie selten gewisse Ganzsachen sind.

Du schreibst, in Los 4192 sei die einzige Rumänien-Ganzsache versteigert worden (Einzellose). Das ist zwar nicht falsch, aber vielleicht auch nicht ganz richtig. Denn wir entdeckten noch eine andere Ganzsache, die dem Rumänien-Sammler (also mir) den Herzschlag erhöhten.



Man mag einwenden, es sei ja ein österreichischer GanzsachenUmschlag. ABER: die Verwendung war in Rumänien, wo damals die österreichische Post Auslandpoststellen betreiben durfte. Solche Stücke sind extrem selten!

Text Auktionskatalog:

Austrian Post Offices 1867: 10 soldi postal stationery envelope, a superb used example cancelled by JASSY datestamp (7/8) struck in blue (Tchilinghirian fig. 757) mailed to Czernowitz. Reverse with Czernowitz arrival cds (August 9, 1868) struck in blue. Extremely rare - no examples in the Jerger or Smith collections.

Die Rarität blieb nicht unerkannt. Ein an sich stolzer Ausrufpreis von CHF 750 wurde pulverisiert! Der Zuschlag lag bei auch von mir nie erwarteten CHF 5'500! Rechnet man die 21 % Kommission hinzu, so resultiert ein wahrlich hoher Preis, den sich nur wenige Sammler leisten können.

Ich möchte aber die Sammler ermuntern, Ganzsachen zu sammeln. Fast alle sind sehr tief bewertet, siehe z.B. Michel-Ganzsachen-Katalog. Aber viele Ganzsachen sind sehr attraktive Sammelstücke, philatelistisch oft hochinteressant, die manchmal nur sehr schwer zu finden sind.

Was will man mehr? Seltenheiten zu kleinen Preisen? - Auf geht's!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.09.2018 22:20:42 Gelesen: 104358# 222 @  
@ Heinz 7 [#207]

Ab 1900 gab es in Rumänien eine rasche Folge der Herausgabe von Telegrammblätter. 1906 wurden früher ausgegebene Ganzsachen überdruckt:

Telegrammblatt 11 (60 Bani) ist TB 8 mit dem roten Aufdruck der neuen Wortzahl "5" (anstatt "trei").



Schon ein Jahr später wurden neue Ganzsachen herausgegeben, die in kleinerem Format hergestellt wurden. Bei TB 11 sind es noch ca. 240 x 165 mm (oder 234 mm x 162 mm).

Solche Ganzsachen sind selten! Wer sie findet, sollte sie kaufen, wenn der Preis stimmt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:36:21 Gelesen: 92866# 223 @  
@ Cantus [#11]

Lieber Ingo,

Du hast uns vor längerer Zeit eine Feldpostkarte Nr. 2 gezeigt, ungebraucht. Ich habe nun ein ähnliches Stück gefunden:



Ich nehme an, es sei die Karte FP 3 (mit dem Wertzeichen n II = "Die Buchstaben von "ROMANIA" und "POSTA" sind kleiner (...)")

Wie Du siehst ist meine Karte deutlich heller als Deine (Frontseite). Das passt zur Michel-Notierung:

"Weisser, gelblicher oder grauer Karton".

Deine Postkarte wäre dann wohl die dritte Variante, meine die erste. Interessant bei Deinem Stück ist, dass die Rückseite auch weisser Karton zu sein scheint; Du hast also eine "gemischte Karte"; das gibt es gelegentlich bei Rumänien-Postkarten. Meines Wissens wird zur Farbbstimmung die Frontseite zur Farbbestimmung herangezogen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 21:25:28 Gelesen: 90481# 224 @  
@ Heinz 7 [#223]

Dass Ganzsachen oftmals nicht besonders gefragt sind, haben wir an anderem Orte schon mehrfach festgestellt. Heute gab es einen weiteren Beweis für diese Feststellung.

Los 20150 bei David Feldman, Genf, waren zwei äusserst seltene Essais für Briefumschläge. Bei Edouard Cohen sind sie erwähnt in seinem Handbuch auf Seite 20.



Die Essays existieren in drei verschiedenen Farben (nach Cohen)

A) bleu
B) bistre (gelb)
C) carmin-lilas (rot)

Das gelbe Exemplar sei ein Unikat, steht im Katalog der "Cornelia" Auktion (Februar 2007). Es wurde 2007 angeboten, war nun aber nicht im Angebot. Aber auch die anderen Essays (rot und blau) sind selten.

Das Los mit den zwei Essays kostete in Genf heute nur Euro 550 plus Aufgeld. Ich bin sehr froh über diesen Erwerb. Ich habe einen deutlich höheren Preis erwartet.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2019 19:19:19 Gelesen: 90171# 225 @  
@ Heinz 7 [#162]

Aus aktuellem Anlass zeige ich eine seltene Ganzsache mit Zusatzfrankatur:



Am 10.11.1919 sandte der Absender eine Postkarte "P 60" (Michel-Notierung). Eine "Timbru de Ajutor-Ausgabe" wurde auf die Ganzsache dazugeklebt, wie dies vorgeschrieben war (Kriegssteuer-Marke).

Dass man einen solchen Beleg in guter Erhaltung findet, ist ziemlich schwierig. Wenn ein Sammler aber einen solchen Beleg findet, soll er ihn kaufen, er ist in der Regel auch spottbillig. Und das meine ich genau so, wie ich es schreibe: spottbillig!

Interessant an dem Beleg ist auch, dass belegt ist, dass diese Postsendung zensuriert wurde. Dies zeigt der (etwas schwach abgeschlagene) Stempel "CENSURAT". Selten ist, dass der Stempel "MARASESTI" so sauber abgeschlagen wurde (15. NOV 919).

Übrigens: in Beitrag [#162] habe ich einen ähnlichen Beleg bereits gezeigt (Timbru de Ajutor).

Und - übrigens ZWEI - mit weit mehr als 200 Beiträgen haben wir hier auch gezeigt, wie vielseitig interessant (und sammelnswert) das Gebiet "Rumänien Ganzsachen" ist!

Heinz
 
10Parale Am: 13.09.2019 09:55:12 Gelesen: 87407# 226 @  
@ Heinz 7 [#225]

Sehr schöner Beleg.

Rumänische Ganzsachen führen ein Nischendasein, und Mangel an Nachfrage machen manches seltene Stück "spottbillig", das ist richtig.

Als ich die Tage leider aus traurigem Anlass in Sibiu weilte, fand ich dennoch 10 Minuten, um dem kleinen Antikshop in der Fußgängerzone in der Nähe des Hotels Römischer Kaiser einen Besuch abzustatten. Der Händler hat sich mittlerweile auf teure Gegenstände wie Uhren und Bilder und Porzellan spezialisiert und nur noch kleinen Restbestand mit teils sehr kaputten Postkarten etc. auf Lager. Seine kleine Bibliothek hatte er ganz aufgegeben, da Bücher wie allerorten leider kein gutes Geschäft versprechen, wie er uns berichtete.

Immerhin fand ich dann dennoch diese Ganzsache aus der Zeit der "Republica Populara Romana" zu 6 LEI. Sie wurde am 11. März 1949 von Sigisoara (Geburtsort von Vlad Tepes - Vorbild für Dracula / Schäßburg) nach Sibiu versandt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Zinnenstadt Am: 13.09.2019 13:05:59 Gelesen: 87397# 227 @  
Die von 10Parale gezeigte Postkarte ist auch aus folgenden Gründen interessant:

* Der Absender saß in Schäßburg im Gefängnis (rum. penitenciar), der schwach lesbare Stempel auf der linken Seite und die Paraphe könnten ein Zensurvermerk des Gefängnisses sein.

* Der Empfänger wohnt in der Karl Marx Straße, die offensichtlich erst kürzlich im Zuge der kommunistischen Machtübernahme in Rumänien in den Vordenker dieser Ideologie umbenannt wurde. Darunter ist nämlich der Vermerk "fosta Ocnei" (dt. ehemals Ocnei) zu finden. Vermutlich hieß diese Straße vor der Umbenennung "str. Ocnei". "Ocna" ist das rumänische Wort für (Salz-)Bergwerk, die Straße könnte nach "Ocna Sibiului" (dt. Salzburg) geführt haben (und unter welchen Namen auch immer eventuell heute noch führen).

Bei der Verbindung zwischen Vlad Tepes (Vlad der Pfähler) und Schäßburg/Sighisoara wäre ich eher vorsichtig, hier werden Fakten und Legenden von interessiertes Seite gerne vermischt.

Glückwunsch zu dem postgeschichtlich in mehrfacher Hinsicht interessanten Stück,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 13.09.2019 20:47:53 Gelesen: 87375# 228 @  
@ Zinnenstadt [#227]

Diesen Beitrag weiß ich nicht hoch genug zu schätzen, vielen Dank. Es ist schön, Postgeschichte zu erleben.

Die Adresse des Absenders und der Inhalt des Briefes lassen eindeutig darauf schließen, dass es sich um eine Botschaft aus dem Gefängnis handelt.

Vermutlich schreibt der Gefangene an seine Schwester in Sibiu. Er schreibt er sei bei guter Gesundheit und fragt ob sie den letzten Brief erhalten habe. Dann bittet er sie Lebensmittel zu schicken und nennt ausführlich: Bratwürste, Speck, Paprika, Zucker, Knoblauch, Zitronensalz, aber auch exakt 300 Zigaretten und sogar ein elektrisches Gerät. Er bittet die Werkzeuge in seiner Werkstatt einem Freund zu überlassen. Sollte ihn jemand besuchen wollen, wäre eine Besuchserlaubnis der Inspektion in Sibiu notwendig, darauf weist er hin. Der Zug von Sibiu hält 2 Mal /(Copsa Mica - Anmerkung des Verfassers) und Sigisoara.

Ich zeige den Text im Scan.

Ich äußere mich an anderer Stelle (eventuell Siebenbürgen) über Vlad Tepes und seine Herkunft. Ich besitze gute Literatur darüber.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 27.10.2019 19:31:32 Gelesen: 86248# 229 @  
Neulich fand ich durch Zufall diese sehr interessante Ganzsache P63 (Bucharest Issue 1918). Die Ganzsache zu 10 Bani mit Zusatzfrankatur 25 Bani lief als Einschreiben von Odorheiu Secuiesc vermutlich am 19. April 1919 an einem mir noch nicht bekannten Ort.

Odorhei (volkstümlich deutsch: Oderhellen ungarisch; Szekelyudvarhely) ist das Herz des einstigen Szeklerlandes. Szekler wird eine ungarisch sprechende Volksgruppe genannt. Ähnlich wie die Siebenbürger Sachsen besaßen die Szekler auch gewisse Vorrechte in mittelalterlichen Siebenbürgen.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Siebenbürgen, zu dem der Kreis Harghita mit Odorheiu ebenfalls gehört. Rumänien zugesprochen. Auch die ungarisch sprechende Bevölkerung, die in dieser Gegend sehr stark vertreten ist, wurde rumänisch.

Diese Ganzsache stammt aus der Zeit, als der Konflikt hochkochte und rumänische Truppen das Szeklerland besetzten. Der Zensurstempel zeugt von der aufgebrachten Atmosphäre, wo Schreiben gefährlich war.

Ein ungarischer Freund aus Odorheiu hat mir versprochen, bei Gelegenheit die Rückseite der Karte zu übersetzten. Ich selbst verbringe jedes Jahr ein paar Tage in Odorheiu Secuiesc, denn es ist eine wunderbare Landschaft mit dem besten Pflaumenschnaps, dem wildesten Honig und dem Flair von Ungarn in Rumänien. Meine Frau hat ein paar Jahre in Odorheiu Secuiesc gelebt und gearbeitet und dort wunderbare Freunde.

Liebe Grüße

10Parale


 
Zinnenstadt Am: 28.10.2019 21:08:49 Gelesen: 86202# 230 @  
Hallo 10Parale,

die gezeigte Postkarte ist ein interessanter postgeschichtlicher Beleg des Übergangs von Siebenbürgen aus der ungarischen in die rumänische Postverwaltung nach Ende des Ersten Weltkriegs.

Die Entwertung von rumänischem Wertstempel und Briefmarke auf der Ganzsache erfolgte durch den (noch in Verwendung befindlichen) ungarischen Ortsstempel, der Einschreibezettel stammt ebenfalls von der ungarischen Postverwaltung. Die rumänischen Behörden waren anscheinend schon in Szekelyudvarhely / Odorheiu Secuiesc präsent und zensierten die in ungarischer Sprache beschriebene Postkarte.

Zur Identifikation des Ortes hilft eventuell folgende Karte des Bezirks "Drei Stühle" (ung. Háromszék, rum. Trei Scaune). Die Bezeichnung beruht vermutlich auf drei Gerichts-Stühlen, die sich zusammengeschlossen haben. Heute entspricht das Gebiet weitgehend dem Kreis Covasna.



Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen zu dem Beleg,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 07.02.2020 20:03:04 Gelesen: 81623# 231 @  
@ 10Parale [#55]

Ein weiterer P24 mit Zusatzfrankatur 5 Bani (Freimarke König Karl I.) aus dem Jahr 1893 lief am 6. Dezember 1893 von SCAENI im Judetul Prahova nach Zürich.

Realtiv seltener Landpoststempel, Transitstempel von PLOJESCI (nur ca. 15 km. entfernt) vom 7. Dezember.

Beim Ankunftsstempel links unten von Zürich habe ich etwas Schwierigkeiten, das Datum zu verifizieren. Der 9.III.93 kann nicht sein, der 9. Dezember 1893 wäre möglich, aber dann liegt eine ultra-schnelle Zustellung vor.

Liebe Grüße

10Parale


 
Cantus Am: 08.02.2020 02:00:23 Gelesen: 81596# 232 @  
@ 10Parale [#231]

Hallo,

ich lese bei Zürich den 9.XII., also wird sich die Post wohl beeilt haben.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 09.03.2020 20:01:27 Gelesen: 80362# 233 @  
@ Cantus [#232]

Vielen Dank für diese Antwort, gut gelesen.

Ich zeige heute mal eine interessante Ganzsache P17 (Katalog Savoiu), die zwar nicht in einem so guten Zustand ist, aber nebst einem schönen Agraffen-Stempel von Bukarest vom 15. September 1881 einen interessanten Empfänger und einen sehr interessanten Inhalt aufweist.

Empfänger war kein Geringerer als das Briefmarkenhaus Stanley Gibbons in London.

Jetzt zum Inhalt: Ein Herr Bascovitz aus Bukarest bittet Stanley Gibbons um einen Vorschuss von 200 Francs. Weshalb?

"Cher Monsieur, veuillez avoir l´obligeance de m´envoyer pour retour le crédit de 200 frnc. Parceque j´ai grandement besoin d´argent pour le moment que je fais vendre ce timbre de Hawaiian. Je ne croyais pas avoir un pareil retard."

Ich folgere aus dem Text, dass Herr Bascovitz (vermutlich selbst Händler, da er noch Marken aus Rumelien, Montenegro und Bosnien feilbietet) der Firma Stanley Gibbons eine nicht ganz billige Hawaii Marke verkaufen wollte und zunächst eine Anzahlung (crédit) in Höhe von 200 Francs benötigte.

Im wunderbaren Thread "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt" listet uns Heinz7 (siehe # 131 ff.) ja einige Auktionsergebnisse der seltenen Marken aus Hawaii auf (Stichwort Ferrary-Auktionen). Ich habe nun wenig Ahnung, wieviel Geld 200 Francs 1881 waren, doch sicher ist, es handelte sich der Jahreszahl 1881 entsprechend um eine der ersten 23 Marken, die Hawaii bislang produziert hatte, doch welche?

Ein schönes Ratespiel, wobei es 2 Möglichkeiten gibt, das Rätsel vielleicht zu lösen:

1. Man müsste wissen, wieviel Geld 200 Francs damals war und welche Marken aus Hawaii solch einen Mindestpreis erzielen konnten?

2. Eventuell hat Stanley Gibbons selbst diese Marke eines Tages bei einer Auktion weiterverkauft.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 26.03.2020 21:17:51 Gelesen: 79933# 234 @  
@ Forum,

Diese P17 lief am 1. April 1888 von Jassy nach Itzkany an die österreichisch-rumänische Grenze und wurde wohl entlang der berühmten Bahnlinie befördert.

Den Stempel JASSY SARARIE haben wir hier noch nicht gesehen. Es ist ein Filialpoststempel und bei Kiriac Dragomir unter fig. 834 gelistet (Poste sucursale din Romania).

Auf der Rückseite fand ich links unten einen kleinen unscheinbaren Ovalstempel mit der Inschrift COP. Hat das etwas mit einer Kopie zu tun, wohl weniger postalischer Natur, denke ich.

Liebe Grüße

10Parale


 
buzones Am: 27.03.2020 12:05:25 Gelesen: 79912# 235 @  
@ 10Parale [#233]

Hallo 10Parale,

deine Frage “wieviel Geld 200 Francs damals war", lässt sich leich beantworten, da vor dem 1. Weltkrieg die silber- und goldgedeckten Währungen noch feste Wechselkurse hatten.

In der mir zur Verfügung stehenden Münzen-Umrechnungstabelle von Meyers Hand-Lexikon von 1883 ist der Kurs zur Mark 1,25 Francs = 1 Mark. 200 Francs entsprachen damals also 160 Mark. In Bezug auf den rumänischen Leu ist es noch einfacher: Da beide Länder Mitglied bzw. assoziiertes Mitglied (Rumänien 1867-1944) der "Lateinischen Münzunion" waren, war der Wechselkurs 1:1, also identisch. In britischen Pfund Sterling entsprachen die 200 Francs ca. £8.00.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
epem7081 Am: 28.04.2020 17:06:38 Gelesen: 78846# 236 @  
Hallo zusammen,

ich kann hier mit zwei modernen ungebrauchten (Privat?) Ganzsachen aus dem Jahre 2002 aufwarten. Sie wurden wohl anläßlich einer nationalen Briefmarkenausstellung vom 13.-22. Juli 2002 in Bistrița herausgegeben. Im Wertstempelaufdruck wird das Stadtwappen von Bistrița verwendet.

Bistrița ist eine Stadt im Nordosten von Siebenbürgen im Kreis Bistrița-Năsăud in Rumänien. Bistrița ist Zentrum des Nösnerlandes. Durch die Stadt fließt der gleichnamige Fluss Bistrița. In der Nähe befindet sich das Bârgău-Gebirge, an dessen Hängen auch ein Weinanbaugebiet liegt. [1]

Mein erster Beleg zeigt den Hauptplatz mit Kornmarktensemble und trägt rückseitig die Kennung: Cod 058/2002



Der zweite Beleg würdigt Andrei Mureșanu und trägt rückseitig die Kennung: Cod 059/2002.



Andrei Mureșanu (* 16. November 1816 in Bistritz, Siebenbürgen; † 12. Oktober 1863 in Kronstadt oder Hermannstadt) war ein rumänischer Poet und Revolutionär. [2]

Mit freundlichen Grüßen
Edwin

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Bistrița
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Mureșanu
 
Heinz 7 Am: 18.05.2020 15:55:10 Gelesen: 77932# 237 @  
@ 10Parale [#234]

Guten Tag,

seit längerer Zeit hat niemand auf deine Frage reagiert, also versuche ich es.

Ich bin sicher, dass dies kein offizieller Vermerk der Post war. Da hat wohl privat jemand (vielleicht mit einem Gummistempel?) eine Kennzeichnung angebracht. Vielleicht ist das Ganze aber auch handschriftlich erfolgt, denn es will mir scheinen, das Oval sei nicht gleichmässig rund.

Geschäftsbüros und Amtsstuben hatten unzählige von (privaten) Stempeln in Gebrauch, z.B. um gewisse Arbeitsschritte zu dokumentieren oder vorzubereiten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.06.2020 15:22:21 Gelesen: 76924# 238 @  
@ Heinz 7 [#237]

Transnistrien erlebte während dem 2. Weltkrieg eine traurige Zeit. Ich zitiere aus Wikipedia: (Stand heute):

1939 schlossen das nationalsozialistische Deutsche Reich und die stalinistische Sowjetunion den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt und teilten damit Teile Osteuropas unter sich auf. Im Jahr 1940 annektierte die Sowjetunion das seit 1918 zu Rumänien gehörende Bessarabien. Bessarabien wurde mit Teilen der ehemaligen MASSR zur Moldauischen Sowjetrepublik vereinigt, während die mehrheitlich von ethnischen Ukrainern bewohnten Gebiete der MASSR endgültig der Ukrainischen SSR angegliedert wurden.

Anfang August 1941 wurde Transnistrien von deutschen und verbündeten rumänischen Truppen erobert, die sich am Krieg gegen die Sowjetunion beteiligten. Von 1941 bis 1944 stand das Gebiet zwischen Dnestr und Südlichem Bug unter rumänischer Herrschaft. Es wurde als Provinz Transnistrien an Rumänien angeschlossen. Das damalige rumänische Besatzungsgebiet war deutlich ausgedehnter als das heutige Transnistrien und reichte weit in die Ukraine hinein. Rumänien annektierte sogar die Städte Odessa und Mogilew-Podolski, die weit außerhalb des traditionellen rumänischen Siedlungsgebiets lagen und in denen so gut wie keine Rumänen lebten. Von den 2,33 Millionen Einwohnern im Besatzungsgebiet waren insgesamt nur 8,4 % Rumänen. Auch in den Bezirken Tiraspol, Dubăsari und Rîbnița, die im Wesentlichen das heutige Transnistrien umfassten, waren Rumänen zwar zahlenmäßig stärker vertreten, bildeten aber keine Mehrheit.[41] Dennoch begann in dieser kurzen Zeit eine Periode der intensiven Rumänisierung.

Während der rumänischen Besatzung wurde ein Großteil der jüdischen Bevölkerung in der Region deportiert und ermordet. Es befanden sich dort Lager, in die auch Juden aus anderen Teilen Rumäniens und der Ukraine deportiert wurden; insgesamt kamen dort zwischen 250.000 und 300.000 Juden ums Leben.

Im Rahmen der Uman-Botoșani-Offensive gelang es der Roten Armee im März und April 1944, die gesamte Dnestr-Region einschließlich des heutigen Transnistriens zurückzuerobern. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu Deportationen von Tausenden Personen. Alle Personen, die als Kollaborateure der deutschen und rumänischen Besatzer galten, ebenso wie „moldauisch-rumänische Nationalisten“ wurden mit ihren Familien nach Sibirien oder Zentralasien zwangsumgesiedelt.

Erneute Zugehörigkeit zur Sowjetunion

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das rumänische Besatzungsgebiet aufgelöst und die Grenzen von 1940 wiederhergestellt. Transnistrien gehörte als Teil der Moldauischen Sowjetrepublik nun wieder zur Sowjetunion.


1942 gab die rumänische Post eine Ganzsache heraus, welche der "Eingliederung" Transnistriens gedachte (Postkarte P 127). Ein Jahr später, 1943, kam eine zweite Postkarte heraus, mit einer zweiten Wertstufe: 12 Lei, blau auf sämisch (Postkarte P 128). Beide Postkarten waren nur im besetzten Transnistrien gültig, nicht in Rumänien selber.



Zweifellos philatelistisch inspiriert war die Sendung obiger Karte. Sie trägt eine meines Erachtens überdotierte Zusatzfrankatur von 39 Lei (total also 51 Lei), gebildet aus den bildgleichen Briefmarken für Transnistrien, Michel Nr. 765, 767 und 768. Dass eine Einschreibekarte in dieser Zeit ins ferne Elsass gesandt wurde, ist vermutlich recht selten.

Wir haben gelesen, dass Odessa für kurze Zeit ebenfalls zu Rumänien gehörte! Aus dieser Zeit stammt diese postgeschichtlich interessante Ganzsache mit Zusatzfrankatur

Heinz
 
nor 42 Am: 19.06.2020 18:16:27 Gelesen: 76910# 239 @  
@ Heinz 7 [#238]

Die Karte ist nach Mühlhausen adressiert, doch dass sie dorthin gesandt wurde bzw. auch dort angekommen ist bezweifle ich. Es fehlen, wenigsten vorderseitig, die Zensurmerkmale, die Rückseite sieht man ja leider nicht. Dass in Mühlhausen bei dieser Adresse sich ein Gardekorp ("Corps du garde") befand, müsste man nachprüfen. Sehr eigenartig aber auch der Stempel, hier fällt nicht nur die Größe der Datumzeilen auf, sondern auch das eingestellte Datum. Bestimmt ein netter Beleg, es hängt nur davon ab, wie und aus welcher Richtung man ihn betrachtet.

nor 42
 
Cantus Am: 20.06.2020 02:09:08 Gelesen: 76893# 240 @  
Ich möchte euch heute eine semimoderne Bildpostkarte zeigen. Sie lief am 7.9.1956 von Bukarest nach Berlin; das Bild zeigt eine Straßenszene in Bukarest.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 20.06.2020 10:45:20 Gelesen: 76879# 241 @  
@ nor 42 [#239]

Der Beleg hat auch bei mir Fragen aufgeworfen. Insbesondere, ob die Karte tatsächlich auf dem zivilen Postweg Mulhouse erreicht hat. Oder doch per Militärpost? Ich weiss es nicht! Die Rückseite der Karte trägt keine postalischen Vermerke, was mir nicht gefällt, aber nicht zwingend heisst, dass der Beleg nicht doch transportiert wurde. Auch den Stempel "ODESA 18944" kann ich nicht gültig beurteilen; ich kenne mich da nicht aus (Zeitperiode/Transnistrien/Odessa).

Wenn mir ein Kenner nähere Angaben zum Tarif, zu den damals möglichen Postwegen und zu den Stempeln geben könnte, wäre das schön. In der ARGE Rumänien haben wir mindestens drei Leute, die wissen hier ziemlich gut Bescheid; ich werde sie bei Gelegenheit einmal fragen.

Vielleicht tummelt sich der eine oder andere sogar auf den Philaseiten herum, gibt sich aber nie zu erkennen? Wir haben ja einige Leser, die sich nie aktiv beteiligen. Weder mit Beiträgen, noch bei den Umfragen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 20.06.2020 19:38:16 Gelesen: 76867# 242 @  
@ Heinz 7 [#241]

Das im Stempel eingestellte Datum, das man als 1 8 944 lesen kann, müsste die Alarmglocken läuten lassen. Am 1. Aug. 1944 standen die sowjetische Truppen schon nahe der Moldauische Grenze, aus Odessa waren die rumänische Truppen schon lange abgezogen. Die Tarife sind bei Calin Marinescu angegeben.

Alles Gute,
nor 42
 
Heinz 7 Am: 21.12.2020 18:27:59 Gelesen: 68723# 243 @  
@ Heinz 7 [#224]

Ich habe mich letztes Jahr über tiefe Preise für seltene Ganzsachen gewundert. Heute möchte ich vom Gegenteil berichten. In Österreich wurde eine Ganzsache, die in Rumänien verwendet wurde, zu einem (mutmasslichen) Rekordpreis verkauft. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen ähnlich hohen Preis für eine Ganzsache für Rumänien gesehen zu haben!

Aber der Reihe nach



Diese Ganzsache ist sicherlich sehr interessant. Ein österreichischer Briefumschlag zu 25 Soldi (Michel wohl U 13) wurde 1865 verwendet für diese Korrespondenz nach Giessen (damals: Grossherzogtum Hessen). Da das Brieflein eingeschrieben war, mussten noch 10 Soldi Porto ergänzt werden, dies geschah durch das rückseitige Zukleben von zweimal einer 5 - Soldi-Marke (Michel V 16). Der Brief wurde mit der österreichischen Post (die damals in Rumänien noch aktiv war) befördert. Die rückseitigen Transitstempel "Jassy" und "Leipzig / Magdeb." und der Ankunftsstempel zeigen, dass der Brief seinen Dienst erfüllen konnte.

Eine eine solche Verwendung ist sehr selten. Arnold Goller schreibt in seinem Attest gar: "Der (...) sehr seltene Umschlag stellt den einzig bekannten Ganzsachenumschlag mit dem 25 Sld.-Nominale in der Moldau-Walachei verwendet dar (...)". Ein kleines Fragezeichen wird angefügt: "(...) allerdings ist hier in den erforderlichen Bereichen keine Gummierung mehr vorhanden, was berechtigte Zweifel zulässt ob sich der Beleg moch in ursprünglichem Zustand befindet."

Der Ausruf für das Stück lag bei nicht knappen Euro 9'000. Ich will nicht sagen, dass das zu viel ist, aber so locker "aus der Portokasse" werden dies nur wenige Sammler bezahlen können/wollen. Auch für mein "Weihnachtsbudget" war dieser Ausruf zu hoch.

Mindestens zwei Sammler aber wollten den Briefumschlag sehr entschieden, und der Auktionspreis stieg und stieg. Erst bei Euro 20'000 fiel der Hammer!

Schön! Ich gratuliere dem Käufer. - Das Sammelgebiet Rumänien hat einen weiteren überraschenden Top-Zuschlag erzielt, wie so oft in den letzten Jahren.

P.S. Wunderschöne Ganzsachen findet man jederzeit bei vielen Händlern. Für Euro 50 oder noch tiefer. Ganz so selten, wie der hier gezeigte, sind sie dann aber in der Regel nicht. (Augenzwinkern)

Heinz
 
Martin de Matin Am: 21.12.2020 20:53:59 Gelesen: 68703# 244 @  
@ Heinz 7 [#243]

Für mich ist es eher ein Ganzsachenumschlag von Lombardei und Venetien der in der Levante/ Rumänien gebraucht wurde, und somit auch für Österreichsammler/ Lombardei und Venetien-Sammler von hohen Interesse. Über den Preis braucht man sich eigentlich nicht wundern, denn in meinem Ferchenbauerkatalog von 1990 war der 25 Soldi-Umschlag ohne Preis versehen und nur mit einem Strich in der gebrauchten Erhaltung gekennzeichnet. So gekennzeichnet waren auch die extrem seltenen Ganzsachen in gebrauchter Erhaltung von der Ausgabe 1861 in Kreuzer-Währung von denen teilweise nur ein Exemplar erhalten ist (siehe 129. Corinphila-Auktion 2004 Spezialsammlung "Prater" Los 73 die 35 Kreuzer-Ganzsache mit Zuschlag von 38.000 Franken). Von der 25 Soldi-Ganzsache wird es wahrscheinlich nicht viele gebrauchte Stücke geben, egal wo sie gebraucht wurden, wenn der Umschlag nicht sogar einmalig ist. Ich habe noch keinen davon auf einer Auktion gesehen.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 22.12.2020 23:47:09 Gelesen: 68677# 245 @  
@ Martin de Matin [#244]

Danke, Martin.

Du hast natürlich recht mit Deinen Ausführungen. Dass die Ganzsache aber ohne Zweifel in und aus Rumänien verwendet wurde, macht ihn auch für Rumäniensammler attraktiv und sammelnswert, dies eben aus Sicht der Postgeschichte (postal history-item). Ich nehme an, der Beleg ist nun auch in eine Rumänien-Sammlung "gewandert".

Die Einführung von eigenen Ganzsachen benötigte in Rumänien noch etwas Zeit, 1865 war man noch nicht soweit. Erst 1871 erschien die erste RUMÄNISCHE Ganzsache; ein Streifband.

Siehe [#3].

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 16.02.2021 19:26:28 Gelesen: 64821# 246 @  
@ Martin de Matin [#244]

Die Ganzsache, die Heinz7 uns hier präsentiert, ist sowohl für Rumänien Sammler als auch für Österreichd/ Lombardei und Venetien Sammler von höchstem Interesse. Da die österreichische Post im Fürstentum Moldau aktiv war (basierend auf wirtschaftlichen und militärischen Interessen), gestattete sie sich in meinen Augen diesen Luxus, ohne die Interessen der moldauischen Post weiter zu berücksichtigen. Wie wir wissen, gab es auch russische, französische, griechische und türkische (osmanische) Postämter in Rumänien.

In Kürze werde ich auch einen Stempel vorstellen, den ich noch in keiner Literatur gefunden habe und bin gespannt, wer mir dabei helfen kann, ihn zu definieren. Doch bis dahin dauert es noch ein wenig.

Zwischenzeitlich zeige ich hier ein Streifband S4 (siehe auch #1 Heinz7) mit einem wunderschönen glasklaren Stempel von GALATI CURSA III. (Kiriac Dragomir fig. 770 Stampilografie postala - stampile pentru cursa locale - B5e) vom 13. September 1899.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.02.2021 23:36:13 Gelesen: 64708# 247 @  
@ 10Parale [#113]
@ Heinz 7 [#218]
@ 10Parale [#219]
@ 10Parale [#220]
@ 10Parale [#246]

Ich gratuliere zu dem wunderschönen Streifband [#246]

Wir haben schon ein paar Streifbänder hier gesehen. Noch vor S 4 und S 5 (1894/1896) gab die rumänische Post ein Streifband heraus mit dem Bild der 12. Briefmarkenausgabe (König Karl im Doppeloval; 1893). Der Nominalwert des Streifbandes war 1.5 Bani. Es gab nur diesen Wert mit diesem Bild, aber in zwei Formaten. Anhand der Trennlinien unten und oben sehen wir, dass dies das Streifband Michel 3 A ist mit einer Höhe von 30 Millimetern.



Das Streifband wurde innerhalb von Bukarest versandt. "Loco" ist, wie bei Deinem Streifband oben (246), keine Ortschaft, sondern der Hinweis, dass die Empfänger-Adresse im selben Ort liegt.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 17.02.2021 23:55:19 Gelesen: 64704# 248 @  
@ Heinz 7 [#247]

Ein Rumänien-Streifband Michel Nr. 3 B kann ich auch zeigen:



Hier ist die Höhe des Streifbandes 41 Millimeter, schön nachzumessen zwischen der oberen und der unteren Trennlinie.

Das Streifband ist kein Luxus-Stück; insbesondere der Abgangsstempel ist sehr undeutlich und unleserlich. Das Streifband wurde von Bukarest nach Dorohoi gesandt, wurde aber offensichtlich wieder zurück gesandt: handschriftlicher Vermerk: "retur Bucuresti".

Auf der Rückseite sind zwei sehr saubere Stempel:

Zweikreisstempel "DOROHOIU; 15 JUL 93"
und grosser Zweikreisstempel "BUCURESTI - CURSA II; 16 JUL 893"

Wir wissen, dass bei vielen Stempeln die "1" der Jahreszahl (z.B. 1893) einfach weggelassen wurde, also: 1893 => 893.

Heinz
 
10Parale Am: 18.02.2021 20:31:00 Gelesen: 64576# 249 @  
@ Heinz 7 [#182]

Heute zeige ich einen Kartenbrief mit Werteindruck 5 Bani, eine Ganzsache, die eigentlich nur für den Inlandsverkehr innerhalb von Rumänien gedacht war.

Die Karte lief am 21. Janvier (Januar) 1892 von CRAIOVA nach Ringköbing in Dänemark. Zusatzfrankatur senkrechtes Paar Freimarke König Karl I. im Doppeloval zu je 10 Bani in fleischroter Farbe (höchstwahrscheinlich Michel Nr. 86). Gesamtporto: 25 Bani. Rückseitiger Ankunftsstempel der kleinen dänischen Gemeinde.

Der französischsprachige Inhalt ist auch höchst interessant, dreht es sich doch um ein Angebot eines Sammlers an Briefmarken. Da sind vielleicht Schätze angeboten, die wir uns heute gar nicht mehr leisten können.

Liebe Grüße

10Parale

PS: Es stimmt was Heinz 7 schreibt: "Alte Liebe rostet nicht".... es ist wahr.




 
buzones Am: 02.04.2021 23:07:45 Gelesen: 61560# 250 @  
@ 10Parale [#231]

Hallo Heinz,

beim Nachlesen fiel mir auf, dass bei dieser Datumsdikussion nicht bedacht wurde, dass in Rumänien bis 1919 der julianische Kalender in Gebrauch war, der 12 (bis zum Jahr 1900) bzw. 13 Tage (ab dem 17.2/1.3. 1900) der gregorianischen Zählung "hinterher hinkte". Ab dem 1. (julianisch)/14. April 1919 (gregorianisch) galt in Rumänien landesweit der gregorianische Kalender, der bereits vorher schon in den neu-rumänischen, ehemals zu Österreich-Ungarn gehörigen Gebieten, Gültigkeit hatte.

Somit wäre die Karte, die am 6.12. in Scăesti nach dem julianischen Kalender entwertet wurde und am 9.12. nach dem gregorianischen Kalender in Zürich ankam, 12 minus 3 Tage, also neun Tage unterwegs gewesen.

@ 10Parale [#249]

Auch dieser schöne Kartenbrief nach Dänemark passt in's Bild: Craiova 21. Februar 1892; Ankunft in Rinkjøbing 24. Februar – ebenfalls neun Tage Laufzeit (s.o.).

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 03.04.2021 09:47:44 Gelesen: 61515# 251 @  
@ 10Parale [#249]

Eine schöne Karte nach Dänemark findet man auch nicht alle Tage. Ich gratuliere!

@ buzones [#250]

Ralf, ich möchte da etwas richtigstellen.

Erstens heisst 10 Parale nicht Heinz. Heinz bin ich, Heinz 7, ich sammle Rumänien, und ich sammle Ganzsachen von Rumänien.

10 Parale war zwar auch Rumäniensammler und auch Mitglied der ARGE Rumänien, aber er hat sich von seinem Sammelgebiet abgewandt. Seine Sammlung hat er verkauft. Darum schreibt er jetzt auch von seiner "alten Liebe", wenn er trotzdem noch einen Beitrag zu Rumänien schreibt.

Mit dem Hinweis auf die Datum-Differenzen greifst Du ein Thema auf, dass wir an anderem Orte schon ausführlich behandelt haben "Unterschiedliche Kalender". Dabei ist aber eine wichtige Korrektur anzubringen:

Obwohl sehr viele Leute am alten, julianischen Kalender festhielten (der 1893 12 Tage hinter dem gregorianischen Kalender lag), hat die rumänische Post den Wechsel auf den gregorianischen Kalender sehr wohl vollzogen. Die Umstellung erfolgte schon Ende 1864/Anfang 1865.

Ein Beispiel:



Diese Postkarte wurde gemäss Absender am 5. Juni 1893 geschrieben (siehe handschriftliche Notiz). Wie damals noch weit verbreitet bewegte sich der Absender noch im julianischen Kalender, obwohl im Postverkehr seit 28.5 Jahren der "neue" Kalender galt!



Auf der Post von Bukarest erhielt die Postkarte natürlich den Abgangsstempel vom "17 JUN 893", also 17. Juni 1893 (gregorianisch), wie an dem glasklaren Stempel rechts schön zu lesen ist. Weil die Postkarte lokal verwendet wurde (siehe "loco"), ist auch der Ankunftsstempel (rückseitig) derselbe (17.6.1893).

Ausserdem hast Du bei der Karte nach Dänemark einen Denkfehler gemacht. 21.2.1892 (wenn es denn julianisch wäre) = 5.3.1892 (gregorianisch) => eine Ankunft am 24.2. wäre dann nicht möglich, da Dänemark ja nie den julianischen Kalender hatte.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 03.04.2021 22:30:57 Gelesen: 61450# 252 @  
@ Heinz 7 [#251]

"10 Parale war zwar auch Rumäniensammler und auch Mitglied der ARGE Rumänien, aber er hat sich von seinem Sammelgebiet abgewandt. Seine Sammlung hat er verkauft. Darum schreibt er jetzt auch von seiner "alten Liebe", wenn er trotzdem noch einen Beitrag zu Rumänien schreibt."

Nun, sich immer aufs Neue zu verlieben hält vital, und die Philatelie bietet ja viele Versuchungen. Ich bin ja ein gebürtiger Badener und lebte bis 1989, - was Osteuropa betraf - im Tal der Ahnungslosen. Als ich 1992 zum ersten Mal in Rumänien verweilte, war es ein echtes Abenteuer. Mittlerweile, - um nur ein Beispiel zu nennen -, kannst du mit dem Auto an den Randbezirk von Hermannstadt (Sibiu) fahren und und du denkst du bist in Freiburg im Breisgau. Lidl, Aldi, Hornbach, Penny Markt, Kaufland, Continentale, Carrefour ... etc.

Ich leide auch sehr stark darunter, welches Bild viele meiner Landsleute von Rumänien und deren Bewohner haben. Billige Arbeitskräfte, Erntehelfer, Fließbandarbeiter in Schlachtbetrieben (mit Corona infiziert), Ghettobewohner in urbanen deutschen Großstädten. Und dann, - was mir besonders weh tut - die Bettlerbanden überall. Natürlich aus Südosteuropa, woher denn sonst?

Ich persönlich habe durch viele meiner Erfahrungen und Bekanntschaften ein ganz anderes Bild von Rumänien und deren Bewohner. Meine Mutter wird im Altenheim von einem rumänischen Pfleger betreut, von dem sie sich gut umsorgt fühlt. Rumänische Ärzte und Krankenschwestern(-pfleger) leisten wertvolle Dienste in unseren Krankenhäusern. Ohne Erntehelfer (die kommen jetzt aus Georgien) keine günstigen Spargel und kein billigen Leberkäse. Wie hieß der Spruch, der mal durch die Werbung raste: Geiz ist geil! Irgend jemand muss ja dafür bezahlen.

Sorry, dass mir die Seele hier kurz vor Ostern so überquillt. Natürlich sammle ich weiterhin Rumänien, doch ich weiß, welch teures Sammelgebiet es ist. Ich wünsche und hoffe, dass die ARGE Rumänien auch weiterhin viele neue Mitglieder gewinnt und die Schätze dieses Landes hütet und erforscht.

Hier eine Ganzsache zum Erstflug der Austrian Airlines von Bukarest nach Wien am 30. August 1971.

Liebe Grüße und schöne Ostern

10Parale


 
Heinz 7 Am: 04.04.2021 16:24:44 Gelesen: 61386# 253 @  
@ 10Parale [#252]

Ich erlaube mir, hier einzuwenden, dass heute viele Rumänien-Stücke zwar wirklich sehr teuer sind, befeuert durch eine sehr starke Nachfrage wohl hauptsächlich aus Rumänien selbst, aber das ganze Gebiet ist ja sehr gross und beinhaltet auch Sektionen, die hochinteressant und gar nicht teuer sind. Gerade die Ganzsachen von Rumänien dürfen wir hier hinzuzählen. Für "ein Apfel und ein Ei" können wir sehr schöne Stücke finden.



Leider ist die beiliegende Postkarte (wohl eine P 45 nach Michel Ganzsachenkatalog) nicht fehlerfrei; die Ecke linkt unten ist etwas gestaucht. Dennoch mag ich diese Postkarte mit ihrem galsklaren blauen Stempel BASARABI.

Leider weiss ich nicht, welches Dorf damit gemeint ist, gemäss Wikipedia finde ich zwei Dörfer mit diesem Namen: (Kopie Wikipedia, rumänisch, übersetzt in deutsch)

a)

"Basarabi ist ein Dorf der Gemeinde Calafat im Kreis Dolj in der rumänischen Provinz Oltenia. Das heutige Dorf ist relativ neu (die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts),aber der Dorfherd ist der Ort, wo die Spuren der Besarabi-Kulturentdeckt wurden; archäologische Entdeckungen im Dorf Besarabi sind bekannt als "die Kultur oder Komplex von Besarabi"."

oder b)

Dorf in Suceava

Ein Dorf ist also im Südwesten des Landes, das andere im Nordosten, weit weg vom anderen... Ob BEIDE Orte an einer Eisenbahnstrecke lagen, wäre zu verifizieren, denn der Stempel trägt die Zusatzbezeichnung "GARA" (Bahnhof).

Von beiden Orten war es aber ein langer Reiseweg bis nach Bukarest, dem Bestimmungsort der Postkarte.

Geschrieben wurde die Postkarte am 14 Sept. (vermutlich julianischer Kalender)
gestempelt wurde die Postkarte vermutlich am 2(7) SE(P) (90)5 (gregorianischer Kalender), Abgangsstempel
sowie an 28 SEP (0)5? in Bukarest "BUCURESCI", Ankunftsstempel.

dazu erhielt die Karte den schönen "Posthörnchen-Stempel" Nr. 60.

Der blaue Abgangsstempel ist zwar sehr klar, aber an einzelnen Stellen auch etwas schwach (bzw. gar fehlend), sodass das Datum des Stempels nicht sicher ist.

Dennoch ein schöner Beleg, scheint es mir.

Heinz
 
Zinnenstadt Am: 05.04.2021 10:02:17 Gelesen: 61291# 254 @  
Hallo Heinz,

laut Calin Marinescu (Oficiile, Agentiile si Garile Postale Romane 1850-1950; Bucuresti, 1999) gehört der Stempel zu dem Ort Basarabi im (heutigen) Kreis Suceava.

Besten Gruß,
Zinnenstadt
 
buzones Am: 05.04.2021 16:41:48 Gelesen: 61264# 255 @  
@ Heinz 7 [#251]

Danke für deine Richtigstellungen! Ich sollte wohl so spät in der Nacht nichts mehr posten. :(

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Ostertage, trotz Covid-19.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 05.04.2021 19:19:34 Gelesen: 61248# 256 @  
@ Zinnenstadt [#254]

Herzlichen Dank,

Zinnenstadt. Das Büchlein von Marinescu habe ich sogar. Ich finde es aber etwas unübersichtlich, was aber auch mit meinen sehr bescheidenen Sprach-Kenntnissen zu tun hat. Auf Seite 240 finde ich "BASARAO Gara-BF" (BF = Baia-Falticeni). Ist das die richtige Stelle? Auf welcher Seite hast Du den Stempel gefunden?

@ buzones [#255]

Lieber Ralf,

ich freue mich sehr, jedesmal, wenn Du etwas einstellst. Irren ist menschlich; ich wurde auch schon x-mal von Kollegen auf Irrtümer und Fehler aufmerksam gemacht.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
buzones Am: 06.04.2021 17:12:49 Gelesen: 61169# 257 @  
@ Heinz 7 [#256]

Lieber Heinz,

danke für deine "tröstenden" Worte! Ich werde auch gleich mal wieder einen Versuch wagen und das Thema "Rumänien Ganzsachen" zu bereichern versuchen:

Beim Sortieren meiner Karten Mi P33/CP 39 (Spic de Grîu, 5 Bani blau von 1894) ist mir aufgefallen, dass der Wertstempeleindruck – genau wie die Briefmarken in gleicher Zeichnung – in zwei Klischeetypen vorkommt: Type 1 mit drei Linien im linken Rahmenteil und Typ 2 mit nur einer Linie im linken Rahmenteil. War das bereits irgendwo Thema? Ich konnte nichts dazu finden, aber vielleicht ist es ja im Katalog von Savoiu erwähnt, den ich leider nicht besitze. Alle Wertstempel der Mi 35/CP 42 (5 Bani grün) die ich geprüft habe sind übrigens durchweg Typ 2.

Hier beide Wertstempeltypen (1/2) im Scan:



Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
buzones Am: 15.04.2021 00:07:53 Gelesen: 59866# 258 @  
Da in diesem Forum die Themen ratzfatz von der Bildfläche verschwinden und bisher noch niemand auf meinen Post reagiert hat, schiebe ich ihn mal kurz wieder nach oben.

Vielleicht hilft's ja. ;-)

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
10Parale Am: 15.04.2021 08:59:48 Gelesen: 59832# 259 @  
@ buzones [#258]

Ich will Sie nicht im Nebel stehen lassen, denn ich habe dieses Buch von SAVOIU über die rumänischen Ganzsachen. Ich wünschte, das Buch wäre in rumänischer Sprache verfasst worden, klingt natürlich seltsam, denn Englisch ist eine Weltsprache. Das ist nur meine persönliche Auffassung.

Ist es möglich, ein Bild der Ganzsache 5 Bani 1894 zu sehen, um die es hier geht. Tatsächlich scheint es von diesen "Wheat ear issues (1894-1909) einige Typenunterschiede zu geben.

Savoiu spricht auch die Rahmenlinien an, um die es hier geht (#257), unterscheidet zwischen Typ k und l, also mit und ohne Rahmenlinien.

Heute abend, wenn ich von der Arbeit komme, versuche ich ein Bild zu zeigen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 15.04.2021 14:13:46 Gelesen: 59799# 260 @  
@ buzones [#257]

Ralf, Du hast recht - kaum haben wir etwas gepostet, müssen wir es schon auf Seite 2 oder drei wieder suchen, weil es sooo viele neue Beiträge gibt. Aber darüber können wir uns auch freuen, denn es zeigt, wie viele interessierte und aktive Mitglieder "unser" liebes Forum tatsächlich beschäftigt. Eine so rege Aktivität ist doch eine tolle Sache, und zeigt uns: die Philatelie lebt!

Zu der von Dir beschriebenen Problematik kann ich Folgendes beitragen. Den Katalog Savoiu habe ich mir noch nicht gekauft, ich behelfe mir weiterhin nur mit folgenden Katalogen

- Michel Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02
- Catalogul Marcilor Postale Romanesti '74 (=CMPR)
- Dr. Ascher: Grosser Ganzsachen-Katalog (1928)

Der CMPR und der Ascher listen gelegentlich auch Zusätze auf, die im Michel nicht zu finden sind.

Der CMPR zeigt zwei Varianten des Kartons (CP 39a und 39b) und erwähnt eine Abart, die auch bei Ascher bereits erwähnt wurde (unterschiedliche Abstände). Ähnlich ausführlich ist die Katalogisierung bei Ascher:

31. 5 Bani hell- bis d'blau
31.a) CARTE = 20 mm über der Punktlinie
31.b) CARTE = 15 mm über der Punktlinie

Dazu noch der Hinweis: "Sehr starke Schwankungen der Farbe. Karton glatt oder rauh."

Weder Ascher noch CMPR erwähnen die von Dir festgestellten Klischeetypen I+II, die im CMPR aber bei der Briefmarke beschrieben sind: Seite 151.



Kombinieren wir unsere Erkenntnisse also, kämen wir nach meiner Einschätzung bei gezeigter Karte auf folgende "Exakt-Katalogisierung"

Postkarte 1894 - 5 Bani - dunkelblau
Ascher Nr. 31, CMPR Nr. 39, Michel Nr. 33
Type II: linke Rahmenleiste eine stärkere senkrechte Linie (Type I wäre: drei dünne Linien)
Karton weiss, glatt (Alternative wäre: rauh)
Abstand Schrift "CARTA" von Punktlinie = 15 mm (Alternative wäre: 20 mm)

Mich freut es, dass diese hübsche Postkarte recht sauber gestempelt wurde "BUCURESCI 21 JUN (98)". Auch ein Ankunftsstempel ist gut leserlich: "HANNOVER 24.6.98". Diese Karte benötigte also nur 3 Tage für die weite Strecke. Und das für nur 5 Bani.

Die Karte ist (rückseitig) übrigens genau datiert: "Bukarest, 9/21 Juni 1898". Das heisst, der Absender L. Berkowitz hat beide Kalenderdaten genannt: 9. Juni (julianisch) / 21. Juni (gregorianisch).

So etwas macht Freude!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 15.04.2021 18:14:01 Gelesen: 59771# 261 @  
@ Heinz 7 [#260]

Nur ganz kurz zu den beiden hier erwähnten Typen bei der 5 Bani Marke. Dasselbe finden Sie auch auf den Kartenbriefe mit blauer 5 Bani Marke. Darüber können Sie auch in der "Filatelia" 2/1979 lesen. Noch interessanter ist es bei den Postkarten mit grüner 5 Bani Marke - hier unterscheidet man in der linken Rahmenleiste sogar eine, zwei oder drei Linien.

Mit Gruß,
nor 42
 
buzones Am: 18.04.2021 20:51:52 Gelesen: 59392# 262 @  
@ 10Parale [#259]
@ Heinz 7 [#260]
@ nor 42 [#261]

Zunächst erstmal vielen Dank für eure Antworten!

Ich bin leider momentan zeitlich sehr eingeschränkt und kann leider nicht so ausführlich reagieren, wie ich möchte.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
10Parale Am: 21.04.2021 20:39:19 Gelesen: 59085# 263 @  
@ buzones [#262]

Gerne geschehen.

Wir haben die 6 Portoperioden der Inflationszeit zwischen 1.5.1945 und 15.08.1947 von Heinz 7 wunderbar erläutert bekommen.

Die 5. Stufe dauerte demnach vom 1.4. bis zum 1.7.1947.

Aus dieser Zeit zeige ich diese Ganzsachen-Postkarte, die mit insgesamt 11.000 Lei freigemacht wurde. Sie wurde am 28. Juni 1947 in Sibiu frankiert. Der Nominalwert der Ganzsache von 40 Lei wurde also 275-fach gesteigert. Empfänger war ein Briefmarkensammler in Wien, vorderseitiger Zensurstempel.

Da mein Ganzsachenkatalog von Savoiu 1927 endet, kann ich die Ganzsache nicht präzisieren.



Liebe Grüße

10Parale
 
nor 42 Am: 26.04.2021 18:31:22 Gelesen: 58615# 264 @  
@ Heinz 7 [#260]

Nochmals kurz zu den 5 Bani Postkarten. Die verschiedenen Typen I u. II findet man auch bei den Doppelkarten wobei auch die Marken der beiden zusammenhängenden Karten verschieden sein können. Es ergeben sich daher vier Varianten. Näheres darüber auch in "Rumanian Philatelic Studies" 4/1983.

Viele Grüße,
nor 42
 
10Parale Am: 27.04.2021 21:33:22 Gelesen: 58473# 265 @  
Hier eine weitere Ganzsache von Rumänien mit Zusatzfrankatur aus der 3. Portoperiode der Inflation(01.03.1946 - 31.05.1946). Mit insgesamt 612 Lei sicher nicht portogerecht frankiert. Abgeschlagen in ARAD am 23. April 1946 lief die Postkarte in die Schweiz.

Die Ganzsache zeigt links oben das berühmte Casino in Constanta. Es wurde ursprünglich 1880 ganz aus Holz erbaut und diente als Einrichtung der Oberschicht. Heute ist es nicht mehr in Betrieb, gilt jedoch als ein nationales Baudenkmal.

Liebe Grüße

10Parale


 
Cantus Am: 29.05.2021 23:00:57 Gelesen: 55669# 266 @  
Von mir heute zwei ungebrauchte Karten. Zuerst eine P 108, die zwischen 1943 und 1945 am Postschalter zu haben war.



Außerdem eine Bildpostkarte, die, wenn ich das richtig lese, das Lyzeum von Mediaș zeigt. Mediaș ist eine Stadt in Siebenbürgen im Kreis Sibiu in Rumänien. Sie liegt an der Târnava Mare (Große Kokel) und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zentralrumänien [1].



Viele Grüße
Ingo

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mediaș
 
Winni451 Am: 12.06.2021 21:28:03 Gelesen: 54385# 267 @  
Hallo,

Rumänien hat ja eine große Zahl von Ganzsachen zu bieten. Die Folgende ist einfach zu finden, war daher vermutlich häufig oder zeigt ein öfter gehandeltes Motiv.

Als Motivsammler überfordert es mich allerdings für alle Gebiete die ich berühre einen Katalog vorzuhalten, daher kenne ich keine Katalognummer und auch keine weiteren Einzelheiten zu dieser Ganzsache:

Ganzsache mit relativ schmucklosen (Olympische Ringe, stilisierte Fahne) Wertzeicheneindruck zu 2 Lei.

Dazu Text im Bildteil: "A XXIII - A EDITIE A JOCURILOR OLIMPICE DE VARA LOS ANGELES 1984" laut google "XXIII. AUSGABE DER OLYMPISCHEN SOMMERSPIELE 1984 LOS ANGELES". Dazu eine Zeichnung zweier kämpfender Judoka vor farbigen Streifen.
Diese Ganzsache postfrisch:



Und so hoffe ich echt gelaufen:



Nach Jimbolia (deutsch Hatzfeld, ungarisch Zsombolya, serbokroatisch Žombolj/Жомбољ ist eine Stadt mit etwa 11.000 Einwohnern im rumänischen Banat, im Kreis Timiș, 40 km westlich von Timișoara). Absender leider nicht eingetragen. Der Stempel vom 15.11.1987 von Tulcea (deutsch Tultscha), Hauptstadt des gleichnamigen Kreises Tulcea, an der Donau.

Auf der Rückseite ein Ankunftsstempel von Jimbolia vom 18.11.1987.

Etwas moderner ist diese postfrische Ganzsache:



Sportjahr 1999, Bildteil ein Foto einer Leichtatletin, drum herum viele Sportarten als kleine Bildchen (Zeichnungen). Darunter "Gabriela Szabo multibla campioana mondiala in probele de 1500, 3000, 5000 metri" laut google "Gabriela Szabo mehrfache Weltmeisterin über 1500, 3000, 5000 Meter".

Über Frau Szabo findet man in Wikipedia [1]

Der Wertzeicheneindruck zu 1500 Lei zeigt einen Wappenadler von Rumänien und einen Doppelstrich-Rahmen mit Läufer. Auch diese Ganzsache ist relativ schnell zu finden.

Grüße
Winfried

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriela_Szabo
 
Cantus Am: 17.06.2021 02:33:29 Gelesen: 54182# 268 @  
So eine Karte wie z.B. von 10Parale in Beitrag [#20] gezeigt, findet man immer einmal wieder und auch mein heutiges Beispiel passt dazu. Was mir dabei aber bis heute nicht klar ist, ist die Herstellungsart dieser Ganzsachenkarten. Es gibt sie allseitig gezähnt, aber auch mit Zähnung an drei Seiten (rechts, links und oben oder unten) oder an nur zwei Seiten über Eck. Wenn man alle diese Teile zusammensetzt, ergibt sich für die Herstellung mindestens ein Block von 12 Karten, die jeweils durch eine Lochung voneinander getrennt sind. Danach stammt meine heutige Karte von der rechten unteren Ecke, denn die Außenkanten des Gesamtblockes waren alle glatt geschnitten.

Weiß jemand mehr über die herstellungsbedingten Urblöcke der Postkarten?



Diese Karte, Mi. P 17, lief am 25.6.1889 von Rim.Sabat nach Bukarest, auch bei mir an Gustav Rietz.

Viele Grüße
Ingo
 
buzones Am: 20.06.2021 18:46:01 Gelesen: 53999# 269 @  
Ein Wahnsinnszuschlag von 1.200 Euro (Ausruf 100 Euro) für eine mit 10 1/2 Bani auffrankierte Ganzsachenkarte, versandt 1877 von Jassy an den berühmten Händler und Philatelisten Artur Maury in Paris für das Los Nr. 401 der 42. Harlos-Auktion!


 
Heinz 7 Am: 20.06.2021 22:45:16 Gelesen: 53991# 270 @  
@ buzones [#269]

Ich habe es auch gesehen! Ich war sogar an der Auktion "dabei", schriftlich; zwar weit über dem Ausruf, aber doch klar unter dem Zuschlag! Sicher eine tolle Kombination von Marken verschiedener Ausgaben, aber irgendwo habe ich meine Preisgrenzen, und dieser Zuschlag war mir deutlich zu hoch.

Ich gratuliere aber dem Käufer zu diesem tollen "Blickfang". Die 5 Marken zu 1.5 Bani sind von zwei verschiedenen Ausgaben, zudem gibt es Unterschiede in den Zähnungen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.06.2021 21:19:58 Gelesen: 53960# 271 @  
@ Cantus [#268]

Lieber Ingo,

Ich habe vergeblich Bilder von ganzen Ganzsachen-Bogen gesucht, sodass ich im Moment nur auf Beschreibungen zurückgreifen muss.

Im "altehrwürdigen" Grossen Ganzsachen-Katalog 1928 von Dr. Ascher lesen wir (auf Seite 958/Band 2):

"1873-85. Achteckiger Wertstempel mit Wertziffer.

Die Karten wurden zu 4 (später 8 u. 12) auf einem Bogen gedruckt. Die Abtrennung erfolgte 1877-1893 durch Schnitt, später durch Durchlochung. Sie wurden einzeln, zu zweien oder in ganzen Bogen abgegeben. (...)"

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Cantus Am: 22.06.2021 22:33:57 Gelesen: 53956# 272 @  
@ Heinz 7 [#271]

Hallo Heinz,

danke für den Hinweis. Es scheint so, dass ich meinen alten Ascher viel zu selten zu Rate ziehe. Du hast natürlich recht.

Viele Grüße
Ingo
 
buzones Am: 30.07.2021 17:05:50 Gelesen: 50754# 273 @  
Liebe Freunde der rumänischen Ganzsache,

um die Saure-Gurken-Zeit mal mit ein wenig Inhalt zu füllen, hier zwei GS-Karten aus einer Korrespondenz von Sibiu (Hermannstadt) bzw. Timișoara (Temeschburg) nach Wien aus dem Jahre 1946.

Die obere Karte (Michel P130) mit einer Nominale von 40 Lei wurde zwar, unter "Missachtung" des aufgedruckten Wertes, mit 600 Lei frankiert, was dem korrekten UPU-Postkartenporto bis zum 31. Mai 1946 entsprach. Rückseitig ist die Karte handschriftlich 31.V. datiert; der Ortsstempel von Sibiu stammt allerdings vom 1. Juni 1946, als die Gebühr für Auslandskarten auf 900 Lei angehoben wurde. Wahrscheinlich stammte die Karte aus der ersten Briefkastenleerung am 1. Juni und wurde von der rumänischen Post anstandslos weiterbefördert. Zwei Wochen später, in Wien, sah die Sache dann schon anders aus: Dort hatte man inzwischen die seit 1. Juni 1946 erhöhten Postgebühren Rumäniens zur Kenntnis genommen und taxierte den Fehlbetrag mit 33 Groschen, die von der Empfängerin am 15. Juli vom Postamt Wien 62 mittels zweier Portomarken zu 3 und 30 Groschen (Michel 177, 183) eingezogen bzw, wie es auf gut österreichisch heißt, "eingehoben" wurden.

Die untere der beiden Karten (Michel P106) mit einer Nominale von 3 Lei wurde am 17. Oktober 1946 geschrieben und am 22.10. in Timișoara abgestempelt. Der Absender machte sich diesmal die Mühe, die 900 Lei Porto korrekt darzustellen, und zwar mit einer Marke zu 600 Lei, zwei Marken zu 50 Lei, drei Marken zu 20 Lei sowie dem "krummen" Wert von 137 Lei, der die 3 Lei Kartennominale "begradigen" half.

Zur Berechnung der Taxierung in Wien muss ich noch ein wenig recherchieren; die sowjetischen Zonenzensurstelle in Wien war bis 12. August 1953 aktiv.



Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
10Parale Am: 31.07.2021 20:26:42 Gelesen: 50627# 274 @  
@ buzones [#273]

ich gratuliere zu diesen beiden hervorragenden Inflationsbelegen, die so selten sind, teilweise noch unterschätzt und immer mit dem Hauch der Einzigartigkeit versehen.

Danke fürs Zeigen.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 05.08.2021 22:25:12 Gelesen: 50237# 275 @  
@ Cantus [#268]
@ Heinz (#271)

Bei Savoiu (Romanian Postal Stationery 2014) habe ich einen Achterbogen der frühen Ganzsache zu 5 Bani (Ausgabe 1878) entdeckt, doch ich denke, es würde gegen das Copyright verstoßen, würde ich ohne Erlaubnis des Verfassers hier eine Abbildung einscannen.

Wer tief einsteigen und analysieren will, dem empfehle ich unbedingt dieses englischsprachige Buch von Emanoil Alexandru Savoiu.

Ich zeige heute eine Ganzsache Ausgabe 1883 zu 5 Bani (lt. Savoiu: PC 19C) - hier 4 von mehreren Details:

- Die Länge von CARTA POSTALA beträgt 64 mm
- Distanz zwischen Wappen und eingedrucktem Wertzeichen: 98 mm
- Die Adresslinie hat eine Länge von 137 mm
- Die Peforation (hier vierseitig) beträgt 11 ½
 

Was mich nun faszinierte, ist die russischgrüne Farbe der 5 Bani Marke, die als Zusatzfrankatur für Auslandsdestination "Böhmen" notwendig war (10Bani)
und der schöne Ankunftsstempel von GEORGSWALDE in Böhmen von 30.9.85. Absender war ein Getreidehändler aus Bottuschani namens SAMUEL ARAK, was auf jüdische Herkunft schließen lässt.

Georgswalde ist die tschechische Stadt Jirikov an der Grenze zu Sachsen.

Liebe Grüße

10Parale


 

10Parale Am: 06.08.2021 22:14:54 Gelesen: 50127# 276 @  
@ 10Parale [#275]

Der folgende Kartenbrief (15 Bani rosa) hat bei SAVOIU die Bezeichnung LC4 aus der Serie der WHEAT EAR ISSUES (1884-1904).

Interessant ist, dass SAVOIU Angaben macht über bekannte Früh- und Spätverwendungen. Bei dieser Ganzsache, die im ganzen Land erhältlich war ist der 12. Mai 1894 das früheste und der 30. Dezember 1896 das späteste bekannte Verwendungsdatum.

Die Tochter Ana Popescu schreibt ihren Eltern in Floresti ein paar sehr nette Zeilen, am 9. März 1897 in Bukarest abgestempelt. Der Brief trägt einen Ankunftsstempel von Baicoi Gara (PG10 bei Kiriac Dragomir). Dieser Bahnhof liegt etwa 5 km von Floresti entfernt an der 1879 eröffneten Strecke zwischen Bukarest und Oradea.

Nun komm ich noch mal auf das Datum zurück. Ich beziehe mich dabei auf den Ankunftsstempel von Baicoi. Ich bin sicher, dass der Brief am 9. März 1897 verfasst wurde. Wenn SAVOIU die bekannten Verwendungszeiten eingrenzt, ist das meiner Meinung mit einem großen Risiko verbunden.

Die Ganzsache LC4 wäre also eine neue bekannte späteste Verwendung. Ich bin aber sehr skeptisch.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.08.2021 00:28:39 Gelesen: 50109# 277 @  
@ 10Parale [#275]

Du zeigst uns eine schöne Ganzsache. Da stimmt alles:

Absender bekannt
Frankatur korrekt
Briefmarke (Zusatzfrankatur) in guter Erhaltung
Abgangs- und Ankunftsstempel sauber und klar lesbar
zeitliche Verwendung und Transportdauer eindeutig erkennbar.

Da nimmt man minime Fehler an der Ganzsache ohne Bedenken hin.

Ich gratuliere!

Heinz

@ 10Parale [#276]

Ich denke, grosse Skepsis ist hier nicht nötig. Der Ankunftsstempel deutet wirklich auf das Jahr 1897 hin, die Abgangsstempel oder die Karte geben uns offenbar keinen Hinweis auf das Verwendungsjahr.

Dass Herr Savoiu als (bisher) späteste Verwendung den 30.12.1896 nennt, würde ich nicht überbewerten. Dass Du eine Karte findest, die ausserhalb seines beobachteten Zeitraumes liegt, muss Dich meines Erachtens nicht misstrauisch machen. Du darfst Dich nach meiner Meinung darüber freuen. Ich halte die Postkarte für echt und korrekt verwendet. Diese Postkarten waren meines Wissens noch lange gültig. Die Farbänderung dieser Ausland-Postkarte (von rosa auf schwarz) kam erst 1899 zur Ausgabe. Vermutlich gibt es Verwendungen der 15 Bani rosa nahe bis zu dem Datum der Ausgabe der 15 Bani schwarz.

Heinz
 
Briefuhu Am: 25.08.2021 19:07:42 Gelesen: 48883# 278 @  
Hier eine Postkarte als Ganzsache vom 18.04.1886 von Bukarest nach Kopenhagen. Im Inhalt geht es um Angebote von Sammlermarken. Die Karte ist oben und rechts perforiert.



Schönen Gruß
Sepp
 
10Parale Am: 28.08.2021 20:13:58 Gelesen: 48560# 279 @  
@ Briefuhu [#278]

Solche Karten aus der "Frühzeit" des Sammelns und Zusammentragens von Briefmarken finde ich außerordentlich.

Ein ähnliche Ganzsache (4-seitig perforiert) lief am 1. Mai 1892 von Jassy nach Yverdon in die Schweiz. Auch hier geht es um Sammlermarken. Der Absender ist ein jüdischer Sammler oder Händler namens L. Gartenlaub.

Empfänger ist das nicht unbekannte Markenhaus Denis Meystre in Yverdon. Bei Ricardo.ch wurde 2019 eine uralte Preisliste dieses Markenhauses für 5 Schweizer Franken angeboten, siehe [1].

Liebe Grüße

10Parale



[1] https://www.ricardo.ch/de/a/uralte-preisliste-d.meystre-yverdon-1895-1087147344/
 
Briefuhu Am: 28.08.2021 20:49:48 Gelesen: 48556# 280 @  
@ 10Parale [#279]

Danke für die "Bewertung".

Schöne Grüße
Sepp
 
Cantus Am: 28.08.2021 23:36:30 Gelesen: 48541# 281 @  
Von mir heute wieder einmal eine Bildpostkarte aus der Serie von Mi. P 697. Den genauen Ort konnte ich leider nicht ermitteln, da es offenbar viele Orte mit dem Namensteil Secuiesc gibt.



Viele Grüße
Ingo
 
Martin de Matin Am: 29.08.2021 00:19:39 Gelesen: 48539# 282 @  
@ Cantus [#281]

Ich würde es mit dem Ort Târgu Secuiesc im Kreis Kreis Covasna probieren. Die kirche mit Vorplatz habe eine deutliche Ähnlichkeit.

Gruss
Martin
 
becker04 Am: 04.09.2021 07:38:02 Gelesen: 48141# 283 @  
Von mir hier eine Postkarte aus Bukarest nach Berlin, geschrieben am 13.6 1888, Ankunft in Berlin 3 Tage später.



Viele Grüße
Klaus
 
Heinz 7 Am: 11.09.2021 19:41:36 Gelesen: 47423# 284 @  
Die unten gezeigte Postkarte ist vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders sammelnswert. Die Postkarte ist leicht beschädigt, und die Stempel sind etwas unklar. Die P 14 (1879) ist ausserdem nicht selten, sondern war häufig in Gebrauch.

Ein zweiter Blick lohnt sich aber!

Erstens sehen wir, dass die Karte von Braila nach Wien lief. 1879 kamen die ersten Ausland-Postkarten heraus (10 Bani rot), warum der Absender eine Inland-Postkarte (5 Bani schwarz) wählte, wissen wir nicht. Dem Empfänger hatte aber Strafporto zu bezahlen, das zeigt uns der saubere "T". Stempel.

Die Karte wurde am 28.5.1883 versandt und kam in Wien an am 30.5.1883. Die Adresse können wir zum Glück gut lesen, mit dem Text der Karte wird es bedeutend schwieriger.



Der Empfänger der Postkarte war Herr Smolenski, Redakteur des Haschacher. Eine Konsultation von Wikipedia bringt Klarheit.

Peretz Smolenskin war ein damals ca. 41 jähriger russischer Jude, der 1868 in Wien die hebräische Monatsschrift Haschachar (dt. "die Morgenröte") gegründet hatte. Gemäss Wikipedia schaffte es das Magazin von 1868-1885 (dem Todesjahr Smolenskins) nur auf 12 Ausgaben, also im Schnitt nur eine Ausgabe pro eineinhalb Jahren!

Ich kann den rückseitigen Text nicht lesen, da er in hebräischer Sprache verfasst wurde.

Die Postkarte ist aber ein historisch interessantes Dokument!

Heinz
 
10Parale Am: 24.09.2021 15:19:26 Gelesen: 46856# 285 @  
@ Heinz 7 [#284]

Ein sehr schöner historischer Beleg, bestimmt auch selten und stets gesucht unter der Bezeichnung "Hebraica". Danke fürs Zeigen. Da wächst die reine Philatelie über sich hinaus.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich sehr erfreut war, als ich beim Studium des Auktionskataloges von Christoph Gärtner (51. Auktion am 19. Oktober 2021) sah, dass er die aktuellen Katalogbezeichnungen für rumänische Ganzsachen von SAVOIU übernommen hat.

Ich zeige hier eine PC 31 zu 10 Bani rot, die am 1. Dezember 1896 von Bukarest nach Gablonz an der Neisse lief. Die Stadt heißt heute Jablonec nad Nisou, was soviel bedeutet wie "Apfelbaum an der Neisse".

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 25.09.2021 21:29:40 Gelesen: 46830# 286 @  
@ 10Parale [#285]

Ich habe es angesprochen und zeige die seltene Ganzsache, die bei Christoph Gärtner nun bei der 51. Auktion in Kürze mit dem Ausruf von 500 Euro unter den Hammer kommt.

Savoiu No. 51A, anstatt 5 Bani ist der Werteindruck 15 Bani.

Von diesen Karten gibt es 2 von 3 Typen, deren Unterschiede in der vertikalen "Instruction line" begründet sind:

Pe aceasta parte se scrie Pe aceasta parte se scrie
numai adressa Typ III numai adressa Typ I
 

Typ II gibt es nur bei PC 50

Bei der von Christoph Gärtner angebotenen Karte handelt es sich also um die PC 51A type III (das a von adressa 1. Zeile ist etwas hinter dem e von "se" 2. Zeile).

Sicherlich eine "MAJOR RARITY OF ROMANIA POSTAL STATIONERY", wie das Auktionshaus das Los anpreist. Ein Blick auf die Rumänien Lose lohnt sich auf jeden Fall auch bei dieser 51. Auktion. Unter Los 4710 werden 2 sehr seltene Briefe aus Paris nach Bukarest (Fürstentum Wallachei) für 40.000 Euro angeboten. Bin mal gespannt.

Liebe Grüße


 

10Parale Am: 21.10.2021 13:07:20 Gelesen: 45436# 287 @  
@ buzones [#273]

Du zeigst uns herrliche Ganzsachen, zumal aus der Inflationszeit.

Die folgende Ganzsache zu 12 Lei wurde mit einer Gesamtfrankatur von 1430 (+12) Lei freigemacht und lief am 21.01.1947 von Sibiu in die Tschechoslowakei, also Auslandsporto.

Es wurden 6 Marken aus dem Satz "Rumänische Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen mit der Sowjetunion (ARLUS) vom 20. Oktober 1946 verwendet und einige Freimarken König Michael I.

Die Ganzsache lief nach Ceska Skalice (es fehlt ein Buchstabe in der Anschrift). Vielleicht noch ein Wort zur Herkunft. Den Brief erwarb ich bei einer Auktion von Milan Cernik (PAC) in Prag. So fanden sich einige Bieter und ich bin froh, den Zuschlag erhalten zu haben.

Interessant auch der französische Text. Der sich selbst als Rechtsanwalt und Journalist bezeichnende Absender, Mihai Vladoianu bietet ein Briefmarkentausch an, führt aber weiter aus (Übersetzung):

"Ich bin Rechtsanwalt und Journalist und ich liebe die Freundschaft zwischen den Völkern und den freundschaftlichen Gedankenaustausch. In Erwartung Ihrer Antwort hoffe ich das dieses Angebot einen festen Pfeiler für Freundschaft und gute Beziehungen bildet...."

Wie ich finde, gerade nach den Kriegswirren eine wunderbare Einlassung, die man sich heute auch wieder wünschen kann, auch wenn wir "scheinbar" schon viel weiter sind. Könnte man ja heute mal in Brüssel beim EU-Gipfel vorlesen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Briefuhu Am: 02.01.2022 15:02:49 Gelesen: 39486# 288 @  
Hier ein Umschlag leider schon etwas ramponiert vom 01.08.1968 von Laslea nach Schönberg/Baden-Württemberg. Es ist die Michel U760 anlässlich des Jagdkongresses in Mamaia. Werteindruck 55 Bani und Zusatzfrankatur 1,75 Lei



Schönen Gruß
Sepp
 
Heinz 7 Am: 20.01.2022 22:40:02 Gelesen: 37799# 289 @  
Anbei zeige ich einen Beleg, der zwar den einen oder anderen Schönheitsfehler hat, aber trotzdem interessant ist.



Konkret handelt es sich um eine Doppelkarte: Frau Johanna von Voorthuysen schrieb am 15.5.1898 in Bukarest eine Nachricht, die sie an Herrn van der Haagen in s'Gravenhagen (Niederlande (französisch: "Pays-Bas")) sandte. Sie erbat eine Antwort und sandte für diesen Zweck eine frankierte Antwortkarte gleich mit (vgl. untere Karte mit Eindruck "Réponse" = französisch für "Antwort").

Normal wäre nun gewesen, dass der obere Teil in Holland bleibt und nur der untere Teil zurück geschickt wird nach Bukarest. In diesem speziellen Fall aber blieben BEIDE Teile ungetrennt beeinander.

Wir erkennen (schwach!) die Stempel "BUCURESCI 15 MAI 98", und "BUCURESCI 19 MAI" und "SGRAVENHAGE 22 MEI 98". Die frühesten Stempel wurden wohl versehentlich auf der unteren Karte abgeschlagen, doch der Irrtum wurde bemerkt und die Karte wurde 4 Tage später doch noch versandt nach Holland. Ob der holländische Stempel ein Ankunftsstempel ist, oder bei der Rücksendung angebracht wurde, können wir wohl nicht mit Gewissheit feststellen.

Diese Antwortkarte ist katalogisiert bei Michel als Nr. P 29 (Jahr 1894).

Heinz
 
Michael Mallien Am: 04.03.2022 16:18:02 Gelesen: 33264# 290 @  
Bild-Postkarte zu 10 Lei, auffrankiert auf 35 Lei und versendet am 27.10.1993 von Timisoara nach Nürnberg.

Das Datum fällt in die Portoperiode 5 der Inflationszeit von 1991-2005. Der korrekte Tarif wäre 34 Lei gewesen.



Auch in Rumänien wird offenbar das KICKER-Sportmagazin gelesen und am Gewinnspiel teilgenommen. Hier der Gewinn-Coupon auf der Rückseite:



Viele Grüße
Michael
 
Ichschonwieder Am: 07.05.2022 13:41:58 Gelesen: 26565# 291 @  
Ganzsache von Rumänien nach Deutschland versendet am 23.05.2000 in Iasi.

Die Ganzsache wurde auf der Rückseite auffrankiert u.a. mit der Marke vom 10.06.1996 Mi. Nr. 5191 Calosoma sycophanta (Großer Puppenräuber aus der Famile der Laufkäfer):



VG Klaus Peter
 
Franz88 Am: 14.05.2022 21:18:16 Gelesen: 25461# 292 @  
Hallo Sammlerfreunde,

eine schöne Inlandspostkarte zu 5 Bani vom 9.4.1874. Die Karte ist als Ortspost in Braila gelaufen.

Liebe Grüße
Franz


 
nor 42 Am: 15.05.2022 19:50:54 Gelesen: 25311# 293 @  
@ Franz88 [#292]

Vielleicht schauen Sie sich die Karte nochmals an - sie ist von BRAILA nach CRAIOVA gelaufen.

Alles Gute,
nor 42
 
Franz88 Am: 15.05.2022 21:13:27 Gelesen: 25297# 294 @  
@ nor 42 [#293]

Vielen herzlichen Dank für Ihre Richtigstellung. Da ist mir leider ein Fehler unterlaufen.

Liebe Grüße
Franz
 
Heinz 7 Am: 06.10.2022 23:02:55 Gelesen: 8081# 295 @  
@ Heinz 7 [#289]

Unscheinbare Ganzsachen können ganz schön interessant sein!



Diese Postkarte wurde 1891 versandt. Die Erhaltung des Stückes ist nicht besonders gut, die Postkarte hat einige "Unebenheiten", dennoch war sie heiss begehrt.

Die Destination ist hier das Entscheidende. Sendungen Rumänien - Mexico aus dem 19. Jahrhundert sind selten. Zwar finden wir keinen Ankunftsstempel, aber der Durchgangsstempel "New York" zeigt, dass die Ganzsache "über den Teich" transportiert wurde.

Beim Auktionshaus Lugdunum in Frankreich war diese Ganzsache für Euro 100 ausgerufen. Doch dabei blieb es nicht. Der Zuschlag erfolgte erst bei Euro 210.

Heinz
 
BeNeLuxFux Am: 20.10.2022 14:00:58 Gelesen: 6119# 296 @  
Hallo,

hier zwei Ganzsachenumschläge zu je 55 b, die auf der Bildseite Pelikan, sowie Reiher zeigen.



Grüße, Stefan
 
Heinz 7 Am: 02.11.2022 18:17:29 Gelesen: 4605# 297 @  
@ Heinz 7 [#295]

In Ulm fand ich endlich diese Postkarte P 37 I.



Auf der Wertzeichen-Seite unterscheidet sie sich meines Wissens nicht von der Postkarte P 35. Doch zum Jahrtausendwechsel gab es eine extra-Ausgabe mit "mehrfarbigen Bildern auf der Rückseite" (wie Michel schreibt)

P 37 I - "La multi ani 1900"
P 37 II - "Felicitari"

Interessant ist dabei, dass der Absender schrieb:

Wir haben 1. Januar Samstag und sie haben 13. Januar. Er weist damit auf die immer noch gebräuchliche Verwendung des julianischen Kalenders in Rumänien hin, während fast überall sonst der gregorianische Kalender galt. Auch die rumänische Post richtete sich schon lange nach dem neuen Kalender aus, und darum wurde die Karte am 11. JAN 900 (=1900) gestempelt, also zwei Tage vor Neujahr.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.11.2022 18:49:43 Gelesen: 4589# 298 @  
Schöne Ganzsachen müssen nicht teuer sein

Diesen schönen Beleg fand ich für 5 Euro in Ulm.

Inland-Postkarte 1894, Michel P 33, auffrankiert mit bild- und farbgleicher Briefmarke 5 Bani.



Der Beleg trägt zwei saubere Abgangsstempel "BUCURESCI 14 JUL 899" und einen sauberen Ankunftsstempel "CHAUX DE FONDS 18 VII 99".

Die Karte wurde an die Firma Perrenoud & Brodbeck gesandt, eine Uhrenfirma en gros, wie ein Inserat von 1891 zeigt.



Heinz
 
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