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Thema: [x] Vorphilatelie: Forwarded letter Cuba Spanien
bignell Am: 24.09.2013 23:30:16 Gelesen: 5739# 1 @  
Hallo,

ich wollte Euch heute einen besonderen Vorphila-Brief vorstellen:



Dieser Brief wurde am 12. Dezember 1849 in Santiago de Cuba geschrieben und zwecks Portoersparnis privat nach London transportiert ("forwarded letter"), dort im Jänner 1850 zur Post gegeben und nach Santander in Spanien geschickt.

Stempel:

"Fenchurch St(reet)" in blau, ein Kopfbahnhof in der Nähe des Londoner Tower
"PAID | 8L | 21JA21 | 1850" in rot, Londoner Aufgabestempel
"PP" (postage paid) in rot
"AN?? | 22 | JANV | 50 | CALAIS" in schwarz, Französischer Durchgangsstempel
"10 Rs" (10 Reis) in blau, Spanischer Nachportostempel
"SANTANDER | 2? | ??? | 1850 | M.DE SANTE" in rot, Spanischer Ankunftsstempel, der Monat müsste als "Enero"=Jänner angegeben sein

Lg, harald
 
doktorstamp Am: 25.09.2013 12:01:14 Gelesen: 5712# 2 @  
@ bignell [#1]

Hallo Harald,

PP wird oft als Postage Paid angegeben, und an sich nicht falsch, besser ist aber Port Paye (bis zum Bestimmungsland bezahlt) was dann die in diesem Falle 10 Reis für die weitere Inlandsbeförderung erklärt.

Ich nehme an in Ermangelung eines Schiffspoststempels, daß der Brief von einem Mitreisenden mitgenommen wurde.

Schiffskapitäne der Zeit forderten durchschnittlich 2d. pro Brief, und gaben diese dann im Anlaufhafen der Post ab, wo sie dann eine der bekannten "Ship Letter" Stempel erhielten.

Wie in vielen Ländern Gang und Gebe konnten die landeseigenen Marken nur für das Inland verwendet werden, was sich aber im Laufe der 50er, 60er, und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts änderte.

mfG

Nigel
 
bayern klassisch Am: 25.09.2013 12:58:17 Gelesen: 5698# 3 @  
@ bignell [#1]

Hallo in die Runde,

ich glaube, dass der Aufgeber in London 10d bezahlte, weil Portobriefe über Frankreich nach Spanien nicht möglich waren. Daher lese ich auch nicht P.P., wie Nigel richtig geschrieben hat, sondern P.F. für Port Frontière = Franko Grenze. Ab der französisch-spanischen Grenze kostete er 10 Reales nach Santander.

Es spricht also vieles dafür, dass er privat mitgenommen wurde und man dem Forwarder 10d oder einen vergleichbaren Wert in anderer Münze mitgegeben hat, damit er ihn in London teilfrankieren konnte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
mausbach1 Am: 25.09.2013 15:12:00 Gelesen: 5684# 4 @  
@ bignell [#1]

Eindeutig P.F.
 
bignell Am: 25.09.2013 18:12:58 Gelesen: 5661# 5 @  
@ bayern klassisch [#3]

Hallo BK, Nigel und mausbach,

danke für die Infos, es stimmt, PF macht eindeutig mehr Sinn. :)

Lg, harald
 
Lars Boettger Am: 25.09.2013 18:37:54 Gelesen: 5655# 6 @  
@ bignell [#1]

Hallo Harald,

den Begriff "Nachportostempel" würde ich jetzt im Zusammenhang mit dem Brief nicht verwenden. Es wurde zwar damit angezeigt, wieviel Gebühr der Empfänger an die spanische Post zu bezahlen hat, aber das war im klassischen Sinn kein mit einem Aufschlag verbundenes "Nachporto" sondern einfach nur "Porto".

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
bignell Am: 27.09.2013 19:41:52 Gelesen: 5608# 7 @  
@ Lars Boettger [#6]

Hallo Lars,

sorry, Du hast schon recht, ich bin nur gewohnt, früher hat man die Portomarken in Österreich auch umgangssprachlich "Nachporto" genannt, und deshalb heisst alles "später bezahlte" bei mir Nachporto. Schlechte Gewohnheiten wird man schwer wieder los.

Hauptsächlich habe ich den Brief eingestellt, nicht weil ich so viel darüber weiss oder rausgefunden habe, aber mich haben die Kommentare zu den vielen Motiv-Themen gestört, ich finde halt die beste Möglichkeit, Motiv-Themen nicht überhand nehmen zu lassen ist, selber was zu schreiben. ;)

Lg, harald
 
Wim Ehlers Am: 27.09.2013 20:05:22 Gelesen: 5603# 8 @  
@ bignell [#7]

mich haben die Kommentare zu den vielen Motiv-Themen gestört, ich find halt die beste Möglichkeit, Motiv-Themen nicht überhand nehmen zu lassen ist, selber was zu schreiben ;)

Hallo Harald,

als bekennender Motivmarken-Sammler wundere ich mich über solche Kommentare. Aktuell befinden sich unter den 50 bei mir angezeigten Themen lediglich 7 Motivthemen.

Wie du aber siehst, sind Motivmarken-Sammler durchaus auch an philatelistischen Themen interessiert. Wie ich zu einem anderen Thema bereits anmerkte: Was wäre unser Hobby, wenn Briefmarken lediglich Ziffern hätten.

Genauso, wie ich mich über viele Beiträge aus der Postgeschichte, der Inflazeit usw. freue, erbaue Dich doch einfach an der schönen bunten Motivmarken-Welt, die viele Menschen erst für unser Hobby interessieren und dann begeistern.

Beste Grüße
Wim
 
bignell Am: 27.09.2013 20:57:26 Gelesen: 5588# 9 @  
@ eurowelter [#8]

Hallo Wim,

meine Bemerkung bezog sich auf den Kommentar eines (ehemaligen?) Forumsmitglieds, dass er das Forum verlässt, weil die Motivthemen überhand genommen haben. Er hätte ja selbst Themen einstellen können.

Die Motivbeiträge schaue ich mir selten an, weil ich dem Motiv-Sammeln nichts abgewinnen kann, aber mich stören die Themeneinträge dazu auch nicht. Mich stört, wenn jemand die Art herabwürdigt, wie ein anderer sammelt, denn eigentlich tun wir alle dasselbe - Altpapier horten. Und deshalb ist es aus meiner Sicht egal, ob jemand Motive sammelt, Plattenfehler in einer Dauermarkenserie sucht, (wie ich) sich für jahrhundertealte Briefe interessiert, oder Papierstärken misst. Hauptsache es macht demjenigen Freude.

Lg, harald
 
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